Aufzucht von Mauerseglern



  1. #1
    Lela1781

    Aufzucht von Mauerseglern


    Hallo,
    Mariama hat mich gebeten hier meine Erfahrung mit der Aufzucht von Mauerseglern mitzuteilen.
    Erstmal möchte ich euch eine ganz tolle Seite,die mir sehr geholfen hat ans Herz legen:
    www.wildvogelhilfe.org

    Erste Schritte:

    Als ich die Mauersegler gefunden habe,hatte ich sie erstmal sitzen lassen und meine Tierärztin angerufen.
    Als ich den Vogel beschrieb sagte sie das es wahrscheinlich ein Mauersegler ist und das ich vorbei kommen sollte,das tat ich dann auch.
    Egal welches Tier man findet man sollte sich mit einem TA in verbindung setzen um erste Schritte (wenn nötig) zu besprechen.
    Die Tierärzte behandeln Wildtiere kostenlos,also keine Angst vor irgendwelche kosten.
    Die Vögel waren gesund aber leider werden Mauersegler,die aus dem Nest gefallen sind,nicht mehr von den Eltern gefüttert,also sind sie auf Hilfe angewiesen.
    Leider wollte keiner die Mauersgler nehmen,da sie alle restlos überfüllt waren.Somit entschied ich mich es selbst in die Hand zu nehmen.

    Haltung:

    Mauersegler sollten niemals in einem Käfig gehalten werden,meine 2 sind in einer Plastikbox die ca.50x30 ist.Dort habe ich Küchenpapier rein gelegt damit man es gut sauber halten kann.In einer Ecke haben sie ein kleines Strohnest wo sie den ganzen Tag drin sitzen.


    Futter:

    Mauersegler sind reine Insektenfresser und sollten auch nichts anderes bekommen,denn das macht sie krank oder sie sterben sogar.
    Meine zwei bekommen hauptsächlich Heimchen,außerdem noch Wachsmottenlarven.Bienendrohnen (beim Imker zu bekommen) und Fliegen.
    Das Futter kaufe ich lebendig und tu es erstmal Füttern,dann friere ich sie nach ein paar Tagen ein.
    Meine Vögel bekommen alle 3 std was zu Essen,also morgens um 7 Uhr,um 10Uhr,um 13Uhr,um 16Uhr,um 19Uhr und um 22 Uhr.
    Nachts brauch man sie nicht füttern,wobei es auch darauf ankommt wie alt sie sind.


    Zubereitung:

    Ich nehme so viel Futter wie ich brauche und taue sie ein paar minuten in heißem Wasse auf.

    Fütterung:

    Bei der Fütterung bitte aufpassen,da Mauersegler hat einen sehr dünnen und weichen Schnabel haben der leicht bricht oder anders Verletzt wird.
    Außerdem fressen die meisten nicht von allein,sie müßen sozusagen gezwungen werden.Etwas kraulen am Kinn beruhigt die Mauersegler.
    Bevor ich sie Fütter siehe ich mir einmal Handschuhe (Arzt/Aidshandschuh)
    an und Desinfiziere meine Hände und die benötigte Pinzette.
    Dann nehme ich den Vogel und lege ein Taschentuch um ihn herum,da man ihn festhalten muß.Dann öffne ich vorsichtig seinen Schnabel mit meinem rechten Daumennagel,wenn dieser offen ist tu ich meinen linken Zeigefinger in seinen Schnabel.Jetzt habe ich die rechte Hand frei zum füttern,mit der Pinzette nehme ich das Futter und tu es nach und nach in seinen Schnabel.(Wenn es nicht weit genug im Schnabel ist spucken sie es wieder aus).
    Meine zwei fressen ca.8-12 Tiere (je nach Grösse)
    Ich wiege meine Mauersegler einmal morgens und einmal abends um zu Kontrollieren ob sie zunehmen,also genug Futter bekommen.

    Abschluss:

    Wenn die Mauersgler 40-45g wiegen und die weißen Kapseln unter den Flügeln abgefallen sind können sie wieder freigelassen werden.
    Oftmals verweigern sie auch kurz bevor sie soweit sind das Futter oder würgen es wieder hoch.
    Bei der Freilassung sollte man die Vögel (auch wenn es oft empfohlen wird) niemals von weit oben starten lassen,da es beim ersten Versuch auch noch schief gehen kann.
    Am besten lässt man sie auf einer Wiese frei,indem man sie auf die offene Handfläche setzt und wartet bis er losfliegt (duckt er sich die ganze Zeit in der Hand,ist er noch nicht bereit zu fliegen und braucht noch etwas Zeit)


    So das waren meine Erfahrungen und Tipps bei der Aufzucht von Mauersglern,natürlich wußte ich das alles auch nicht einfach so.Deshalb habe ich mich sehr viel beim TA,Wildtierstationen und im Internet informiert und stehe noch in regelmäßigen Kontakt mit ihnen.
    Ich hoffen ich konnte gleichgesinnten etwas helfen mit meinen Erfahrungen.



  2. #2
    Mariama
    Hallo Melli,

    vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht.

    Er wird ganz sicher vielen weiteren hilflos aufgefundenen Mauerseglerkindern das Leben retten. Da Mauersegler sehr empfindliche Vögel sind, ist es ganz wichtig, bei der Handaufzucht ganz genauso vorzugehen, wie Du es beschreibst.

    Ich möchte noch eine sehr informative Seite beisteuern, die mir von unserem Forumskollegen Swift empfohlen wurde und Deine Beschreibung mit Fotos unterlegt: http://www.commonswift.org/Handaufzucht.html

    Mich beeindruckt die Fachkenntnis Deiner Tierärztin sehr. Leider kann man sie nicht bei allen Tierärzten voraussetzen.

  3. #3
    swift_w
    Hallo zusammen,

    anbei ein Link von der Mauersegler-Gesellschaft
    über das richtige Füttern und Aufzucht von Mauerseglern:
    http://www.mauersegler.com/food.html

    VG
    Swift_w

  4. #4
    Asagi
    ich bin grad sooo euphorisiert. eigentlich wollte ich auch noch ein paar seiten als tipps einstellen, aber ich bin so hibbelig.
    mein kleiner schützling hat es geschafft nach 2 1/2 wochen. er ist frei und fliegt.
    ich bin so glücklich. er war so stark und hatte solche einen lebenswillen. wahnsinn.

  5. #5
    swift_w
    Hallo Asagi,

    Gratulation zum erfolgreichen Start Deines Mauersegler-Pfleglings.
    Ein Highligt wenn ein Superflieger abhebt ins Reich der Lüfte.
    Er macht dann die erste Luftübernachtung und begibt sich sogar umgehen auf den Vogelzug nach Afrika.
    Vektorzug; Richtung und Zugdauer sind im "einprogrammiert."

    VG
    Swift_w

  6. #6
    tobi123
    So etwas ab vom Thema, Mausersegler sind die, die alles im Flug machen oder? Paarung, Schlaf etc.???
    Wollte nur mal fragen!

  7. #7
    swift_w
    Hallo Tobi123,

    sehr richtig, das ist die "Königsklasse" unter den Kleinvögeln.

    http://mauerseglerschutz.de/

    VG
    Swift_w

  8. #8
    tobi123
    Danke für den Link!!
    Wirklich sehr interessante Tiere!!

  9. #9
    swift_w
    Hallo Tobi123,

    eben; diese Flugkünstler sind "faszinierende Hausvögel."
    Machen obendrein so gut wie keinen Dreck an Hausfassaden und davor,
    vertilgen jede Menge Mücken und begeistern durch ihre rasanten Schauflüge.

    Hier mal der Mauersegler-Thread im Tierforum;
    mit Bildern aus unseren einsehbaren Nistkammern.
    Moderatorin Mariama hatte auch Mauersegler in 2010 in ihrem neuen Seglerkasten am Haus:

    Mauersegler, Schwalben und andere Gebäudebrüter

    Durch die Zugänglichkeit unserer einsehbaren Nistkammern/Nistkästen
    konnten dort in 2010 insgesamt 3 aus anderen Nestern rausgefallene Mauersegler-Nestlinge
    eingesetzt werden. Sind von den Adoptiveltern sofort angenommen worden und erfolgreich ausgeflogen.
    Das ist natürlich besser und einfacher als jede aufwändige Handaufzucht von Findlingen.

    VG
    Swift_w

  10. #10
    swift_w
    Hallo zusammen,

    hier noch einige Mauersegler-Infos - Link zur Mauerseglerklinik Frankfurt; Aufzucht usw.:

    http://web.ard.de/galerie/content/nothumbs/default/1093/html/1432_9853.html

    Bemerkung zur 1. Seite:
    Mauersegler gehen nie freiwillig auf den Fußboden;
    nur wenn sie verletzt oder unterernährt sind.
    Dann sieht es schlecht aus für sie.
    Gefundene Segler also niemals einwach in die Luft werfen - sonst Gefahr von weiteren Verletzungen.
    Es hat seinen Grund dass sie unten sind.
    Startversuch immer auf einem freien Platz/gemähte Wiese von der erhobenen Hand aus.
    Wenn der Segler nicht mehr kann, bleibt er sitzen, muß in eine Pflegestation.

    Ein gesunder Mauersegler ist allerdings in der Lage vom Fußboden aus zu starten. Er braucht dazu einen freien Platz; gewinnt nach ca. 5 Metern ca. 1 Meter Höhe.

    VG
    Swift_w

  11. #11
    Schweinemama
    Möchte auch mal meinen Senf dazu abgeben.

    Ein Mauersegler startet nicht aus der Hand - er legt sich flach in die Handfläche - benötigt meist für die ersten Starts etwas aufwind - also in die Windrichtung stellen - die Hand etwas vom körper halten und warten bis der Vogel auftriebsbedingt die Flügel spreizt - man spürt richtig wie leicht sie auf einmal sind - so rutschen sie von der handfläche in die Freiheit. Es reicht sicherlich eine abflughöhe von 1 Meter, 1,20. wenn sie lange nicht geflogen sind sacken sie erst einmal runter bevor sie richtig durchstarten.

    Wir hatten hier im sommer ein Exemplar gerade flügge und er ist wohl direkt gegen das Haus gedonnert bei seinen Flugversuchen - ich habe mehrere Tage versucht ihn zum starten zu bekommen - er war gesund - es fehlte ihm Gott sei dank nichts - aber er konnte und konnte nicht wegfliegen - auch wenn er immer wieder die Flügel spreizte - aufgestellt auf seine Füsse - es gelang ihm einfach nicht.

    Kaum war er in der Luft flogen wohl die Elternvögel keine 30 cm von meinem Kopf entfernt an mir vorbei und haben ihn dann weiter begleitet... die nächste landung klappte dann optimal - in luftiger Höhe und bereit für den nächsten Start.

  12. #12
    klumpki
    Zitat Zitat von Schweinemama Beitrag anzeigen

    Ein Mauersegler startet nicht aus der Hand - er legt sich flach in die Handfläche....
    Das ist Käse, mit Verlaub. Ein flügger Segler startet von fast überall Natürlich auch aus der Hand, viele Pfleger haben 1000e von Mauerseglern so in die Freiheit gebracht, wichtig ist halt freie Bahn, kein Haus oder Baum vor der Nase. Wenn sich ein Pflegling in die Hand duckt, braucht er einfach noch ein oder zwei Tage, dann geht es in Sekundenschnelle.

  13. #13
    Schweinemama
    Ich kanns nur so schreiben wie es bei unserem war - er war wohl schon geflogen - einmal wahrscheinlich - und ist abgestürzt. Gefunden haben wir ihn in der Wiese sitzend zwischen zwei Häusern wobei dort bei beiden Mauersegler brüten...

    Wir hatten ihn "nur" 2-3 Tage, reinnehmen ins Haus konnten wir ihn nicht weil er einfach zu agil war (er war über nacht in einem Schuhkarton untergebracht - während des Tages war er immer in der Nähe - entweder auf der Hand draussen - oder im Schuhkarton am boden draussen - käfig hatte wir keinen und er überall anstalten machte fliegen zu versuchen - draussen haben wir ihn nicht lassen können - weil dort Katzen herumstreuern... Und so war ich froh - dass er den Startversuch dann doch von selbst geschafft hat. der kleine. Aber es ist ein tolles gefühl - wenn er so leicht wird - kurz bevor er abhebt... - die erste 2 Flügelschläge waren noch "Bruchpilotenhaft" - aber dann stieg er steil nach oben - es war schön anzusehen -dass man einen Vogel gerettet hat.

    Wobei wir sehr viele von den Tieren haben (sind es 8 oder gar 10 Nester) - leider unter dem Dach im haus (die machen in der Nacht einen Lärm ) - sie sind schön anzusehen - die Jungen bei ihren ersten Flugversuchen muss man immer einige Tage Achtsam durchs Leben gehen - weil sie einem wirklich fast an der nase vorbeizischen.

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