Ist die Ratte einmal krank oder hat man sich neue Tiere ins Haus geholt, so gilt es, diese sicher und geschuetzt zum Tierarzt zu transportieren, ohne sich noch einen zusaetzlichen Schnupfen einzufangen, Verletzungen zu riskieren oder das Tier gar zu verlieren.

Ganz wichtig fuer den Transport ausserhalb der sicheren vier Waende ist eine geeignete Transportbox. Ein Karton ist fuer den Tranport ungeeignet, weil er durchweicht und den Rattenzaehnen nicht lang standhaelt. Auch Taschen aus Stoff werden leicht zernagt, sodass erhoehte Ausbruchsgefahr besteht.
Im Handel sind diverse Transportboxen erhaeltlich. Fuer den Transport von 2-4 kleineren Tieren eignen sich die Nagertransportboxen (z.B. die Transportbox Petty (35x25x25) oder aehnlich grosse). Hat man groessere Tiere oder ein grosses Rudel, das transportiert werden muss, so kann man auf Katzentransportboxen ausweichen. Hier bitte auf die Gitterabstaende achten, sodass niemand ausbrechen oder im Gitter stecken bleiben kann. Je kleiner, desto besser.
Wichtig ist, dass die Tiere ausreichend Platz haben, um sie bequem hinzulegen. Sie sollten sich auch nicht in der Box stapeln muessen.

Die Transportbox fuellt man am besten mit Zeitungsstreifen und weichen Kuechen-/WC-Papier oder Handtuechern. Wichtig ist, dass die Tiere die Moeglichkeit haben, sich zu verkriechen. Schwere Haeuser eignen sich dafuer nicht, ein leichter Circus von Savic oder der kleine Teil eines Sputniks koennen aber genutzt werden. Wichtig ist, dass die Tiere nicht erschlagen werden, wenn das Versteck kippt und sich nirgens einklemmen koennen.

Futter und Wassernaepfe gehoeren beim Tranport nicht in die Box. Auch hier besteht die Gefahr, dass sie sich verletzten, wenn man z.B. im Auto scharf bremsen muss. Zudem wird Wasser leicht verschuettet und die ganze Box ist dann nass.
Es bietet sich an, einfach ein wenig Trockenfutter und Gurke anzubieten. Gurke enthaelt viel Fluessigkeit und kann ueber einen geringen Zeitraum den Fluessigkeitsbedarf der Tiere decken. Bei langen Transporten oder Aufenthalten in der Box bietet es sich an, eine Trinkflasche oder einen Wassernapf kurzfristig zusaetzlich anzubieten, solang man die Box nicht bewegt (z.B. bei Pausen oder in der Tierarztpraxis). Aufgrund der Verschuettungsgefahr durch die Tiere selbst, ist eine Flasche vorzuziehen.

In aller Regel nimmt man mindestens ein Begleittier fuer den Patienten mit. So faellt zumindest der Isolationsstress weg. Hat man nur ein Dreierrudel, so sollten immer alle 3 Tiere mitgenommen werden.

Jedoch gibt es Situationen, in denen das Tier allein zum Tierarzt muss. Um es dem Tier leichter zu machen, nimmt man hier am besten Tuecher aus dem Gehege, die nach den Rudelgenossen riechen.
Es empfiehlt sich, Ratten allein zur OP oder zu Untersuchungen bzw. Behandlungen in Narkose zu bringen. Das Tier kann dann in Ruhe in der Transportbox ausschlafen und muss sich nicht sofort gegen seine Kollegen behaupten.
Auch auf den letzten Gang nimmt man das betreffende Tier besser ohne Rudel. Kommt eine Euthanasie ploetzlich, so sollten die anderen Tiere in einem anderen Raum untergebracht werden. Ratten kommunizieren ueber Ultraschall und auch das sterbende Tier kann dies tun. Es wurde schon beobachtet, dass Rudelgenossen, die im selben Raum waren, waehrend ein Tier eingeschlaefert wurde, danach recht verstoert waren. Dies sollte man vermeiden.
Wenn man das verstorbene Tier nicht beim Tierarzt laesst, so sollte es getrennt von den anderen nach Haus transportiert werden.

Da sich Ratten leicht erkaelten, sollte die Box beim Transport zusaetzlich gegen Luftzug geschuetzt werden.
Dazu kann man die Box in eine Decke oder ein Handtuch wickeln. Im Auto kann man dies dann wieder entfernen, sofern man nicht fuer Luftzug im Auto sorgt (Klimaanlage, offene Fenster).

Ist man laengere Zeit zu Fuss unterwegs, so lohnt es sich, die Box in eine grosse Tasche zu packen. Diese verschliesst man dann oder deckt die Box mit einem Handtuch an. Ist man wieder in einem Gebaeude, so kann man die Tasche oeffnen und das Handtuch beiseite legen.

Im Winter und an kuehlen Tagen sollte man den Tieren eine zusaetzliche Waermequelle anbieten.
Ideal ist da der Snuggle Safe, da er kontinuierlich ueber langem Zeitraum Waerme abgibt, nicht zu heiss wird und den Nagezaehnen standhaelt. Aber auch Waermekissen oder die Waermeflasche sind moeglich, solang man auf die Temperatur achtet und das Tier sie in Ruhe laesst.
Bei Extremnagern kann man die Waermekissen auch ausserhalb der Transportbox positionieren, dann koennen sie auch waermer sein, da kein direkter Kontakt stattfindet. Dies ist aber nur beim Transport der Box in einer Tasche wirklich handlich.

Wichtig ist hier aber besondere Vorsicht beim Transport, da der Snuggle und viele Waermekissen doch recht schwer sind. Ist man auf ein Auto oder den oeffentlichen Verkehr angewiesen, wuerde ich eher auf eine Waermequelle ausserhalb der Transportbox zurueckgreifen.

An heissen Tagen braucht man genau das Gegenteil, die Tiere brauchen Kuehlung. Ein feuchtes Tuch ueber der Transportbox kann da schon helfen. Aber auch Kuehlakkus ausserhalb der Box sorgen fuer Abkuehlung. Wichtig ist, dass es nicht zu kalt wird. Zugluft sollte weiterhin streng vermieden werden.