Medikamentengabe

Ist die Ratte einmal krank, kommt man als Besitzer oft nicht umher, ihr Medikamente geben zu müssen. Jedoch sind Ratten wie viele Tiere keine braven Patienten, die selbst die bitterste Medizin freiwillig nehmen. Daher braucht es einige Tricks, um das Medikament in die Ratte zu bekommen. Generell gibt es da zwei Möglichkeiten für daheim : Untermogeln und Zwang. Alternativ gibt es noch den regelmässigen Gang zum Tierarzt, damit das Medikament injiziert werden kann.

Untermogeln

Wann immer möglich, sollte man versuchen, die Medikamente getarnt in die Ratte zu bekommen. Um ein geeignetes Medium zu finden, sollte man zunächst seine Tiere und die zu verabreichende Substanz kennen. Besonders bei der Gabe von Antibiotika muss darauf geachtet werden, ob das Medikament mit Milchprodukten verabreicht werden darf, denn die positiv geladenen Ionen beeinflussen die Wirkung. Dann darf das
Medikament aber z.B. auch nicht mit zerdrückter Banane gegeben werden.

Generell eignen sich folgende Dinge zur Medikamentengabe :


  • Babybrei (bitte auf die Zutaten schauen, Gewürze, Zwiebeln, Kohl und andere Sachen, die Ratten nicht roh bekommen sollten, gehören auch nicht in gekochter Form in die kleinen Nager, das Gleiche gilt auch für Zucker)
    z.B. reine Obst- oder Gemüsebreie
    bei heiklen Tieren deftige Varianten wie z.B. Hipp Bio Kalbfleisch
  • Naturjoghurt / Hüttenkäse / Quark
  • zerdrückte Banane
  • Kokosmilch / Reismilch / Hafermilch
  • (ungezuckerte) Frucht- und Gemüsesäfte
  • Pasten (siehe Zusatzfutter & andere Leckerchen im TierWiki)


Bitte all diese Dinge vorher ohne versteckte Medizin ausprobieren und die Tiere auf den Geschmack bringen.

In Ausnahmefällen kann auch gezuckterte Fruchtjoghurts, Marmelade oder gar Nutella verwendet werden, flüssige Medikamente kann man auf (Toast-)Brot tröpfeln. Aber nur, wenn alle anderen Varianten gescheitert sind.

Viele Medikamente haben in Tablettenform einen weniger unangenehmen Geschmack, sodass es sich lohnt, beim Tierarzt nachzufragen, ob man das gleiche Medikament in Tablettenform erhalten kann, wenn es keine geschmacklich angepasste orale Lösung gibt. Mit dem Mörser zu Pulver verarbeitet lässt es sich dann auch wieder einigermassen gut dosieren.

Zum Teil bietet es sich an, mit den Tieren eine Art Medical Training durchzuführen, indem man verdünnten Babybrei / Saft aus einer 1-ml-Spritze anbietet. Die Tiere schlecken dies dann meist freiwillig ab. Und insbesondere der Futterneid kann dazu führen, dass ein komischer Beigeschmack ignoriert wird.



Zwang

Durchschaut die Ratte jede Mogelpackung und verweigert weiterhin die Medikamenteneinnahme, so kommt man oft nicht umher, ihr das Medikament direkt ins Maul zu geben. Dazu verwendet man am besten 1-ml Spritzen ohne Kanüle, deren Kolben sich leicht bewegt, und hält ein leckeres Leckerchen parat, gern auch etwas zum Schlecken wie z.B. Paste.

Man setzt sich hin und nimmt die Ratte auf den Schoss. In der einen Hand hält man die Spritze, mit der anderen versucht man den Kopf der Ratte ein wenig zu fixieren. Bei manchen Ratten kann es helfen, die eigenen Beine anzuwinkeln und die Ratten zwischen Beinen und Oberkörper ein wenig einzuschränken. Nun schiebt man die Spitze der Spritze hinter den Schneidezähnen leicht ins Maul und drückt den Kolben ein klein wenig herunter. Je kleiner die Portion, desto besser, da grössere Portionen leichter wieder ausgespuckt werden und die Tiere sich auch verschlucken können. Nach jeder Portion lässt man die Ratte kurz los und fixiert sie dann erneut für die nächste Portion. Ist die Spritze leer, kann die Ratte das bereitgelegte Leckerchen erhalten und kann zurück in den Käfig / Freilauf.