Jungvogel gefunden - was tun?



  1. #1
    Cosili

    Jungvogel gefunden - was tun?

    Ein kleiner, verlassener Jungvogel am Boden ist nicht immer in Not. Es kann sich auch um einen sogenannten „Ästling“ handeln – Ein Jungvogel der bereits das Nest verlassen hat, aber immer noch von den Eltern gefüttert und betreut wird. Diese Entwicklungsphase dauert bei den meisten Arten etwa eine Woche. Die Jungvögel sind zu diesem Zeitpungt noch nicht voll flugfähig, aber weitgehend befiedert, und zeigen den Vogeleltern durch Rufe an wo sie sich befinden.

    Diese Jungvögel darf man auf keinen Fall einfach mitnehmen! Wenn man sich nicht ganz sicher ist ob der Jungvogel nicht doch verlassen ist kann man die Lage aus ausreichender Entfernung beobachten. Spätenstens nach 2 bis 3 Stunden sollten die Vogeleltern aufgetaucht sein. Hat man dazu nicht genügend Zeit oder Geduld, ist es im Zweifelsfall besser den Jungvogel dort zu lassen wo er ist und ihn NICHT mitzunehmen, da die Wahrscheinlichkeit das es wirklich nur ein Ästling ist wesentlich höher ist als die, das es sich um einen verlassenen Jungvogel handelt.

    Die einzigen Sitautionen die ein Eingreifen erfordern sind folgende:

    - Der Jungvogel ist noch unbefiedert: in dem
    Fall sollte man erstmal die Umgebung nach dem Nest absuchen, und den Jungvogel, wenn möglich, ins Nest zurücksetzen. Das die Elternvögel ihre Küken nicht mehr annehmen nachdem sie von Menschen angefasst wurden, stimmt nicht. Falls das Nest nicht erreichbar ist, sollte man den Jungvogel so schnell wie möglich zu einer Wildvogelstation bringen, da die Aufzucht von noch unbefiederten Nestlingen viel Wissen und Können vorraussetzt.

    - Der Jungvogel ist verletzt: In dem Fall sollte er ebenfalls zu einer Wildvogelstation, oder zu einem vogelkundigen Tierarzt, gebracht werden.

    - Der Vogel wurde von einer Katze gebracht: In dem Fall braucht er unbedingt ein Antibiotikum, weil im Speichel der Katze Bakterien enthalten sind, die selbst bei feinen Haarrissen in der Haut unbehandelt zum Tod des Vogels führen würden. Wildvogelauffangstationen und vogelkundige Tierärzte führen die Behandlung durch.

    - Es handelt sich um einen Mauersegler oder eine Schwalbe: diese Arten haben keine Ästlingsphase, findet man sie am Boden kann man davon ausgehen das sie wirklich in Not sind. Hier ist ebenfalls eine Wildvogelstation die beste Lösung; Schwalben und Selgler sind sehr anspruchsvolle Pfleglinge, und Fehler in der Aufzucht können bleibende Schäden bewirken, die gleichzeitig das Todesurteil für die Tiere bedeuten da eine Gefangenschaftshaltung nicht möglich ist.

    - Der Jungvogel sitzt an einer gefährlichen Stelle, beispielsweise an einer Strasse oder auf einer ungeschützten Fläche wo er Opfer einer Katze werden kann. In dem Fall sollte man ihn aus der Gefahrenzone bringen und an einen geschützten Platz setzen (beispielsweise niedriges Geäst), er wird seine Eltern durch Rufe auf sich aufmerksam machen. Den Jungvogel nie weiter als 10 Meter von der Fundstelle entfernen!

    Als erste Hilfe für tatsächlich in Not geratene Jungvögel sollte man sie in einen mit Toilettenpapier oder ähnlichem ausgepolsterten (keine Watte!) Karton setzen. Unbefiederte Jungvögel setzt man am besten zusätzlich in eine Schüssel oder einen Kanarienvogelnistkorb. Jungvögel brauchen Wärme, also sollte man sie zunächst warmhauchen und danach eine Wärmflasche unterlegen. Die Temperatur im Ersatznest muß zwischen 35 und 38 Grad liegen. Bitte keine Rotlichtlampe verwenden, weil der Vogel dadurch austrocknen würde.

    Vorher darf der Jungvogel nicht gefüttert werden, weil er im Zustand der Unterkühlung nicht verdauen kann.

    Nicht vollständig befiederte Jungvögel brauchen eine gewisse Luftfeuchtigkeit. Dafür kann man ein feuchtes Tuch halb über das Ersatznest legen (nicht direkt auf den Vogel).

    Futter wird in winzig kleinen Portionen mit einer stumpfen Pinzette oder einer kleinen Spritze ohne Nadel in den Rachen gestopft. Nicht nachstopfen bevor abgeschluckt wurde. Lieber häufig kleine Mengen füttern als zu viel auf einmal.

    Eine ausführliche Liste mit Fütterungsempfehlungen für die einzelnen Vogelarten findet ihr hier: http://www.tierforum.de/t103768-fuet...ogelarten.html

    Das sind aber wirklich nur Erste-Hilfe-Maßnahmen, und nur dafür gedacht den Jungvogel am Leben zu erhalten bis man ihn in fachkundige Hände abgibt oder sich über die artgerechte Aufzucht erkundigt hat.

    Selber aufziehen ist nicht empfehlenswert, da Jungvogelaufzucht schwierig und zeitintensiv ist, und kleine Fehler schlimme Konsequenzen für den Pflegling haben. Ausserdem darauf geachtet werden muss das der Jungvogel nicht zu zahm wird, da sonst eine Auswilderung unmöglich ist. Einen Wildvogel als Haustier zu behalten ist erstens nicht artgerecht und zweitens gesetzlich verboten!
    Falls man den Vogel trotzdem selber aufziehen muss sollte man trotzdem mit einem vogelkundigen Tierarzt oder einer Wildvogelstation kontaktieren und sich beraten lassen, um Aufzuchtsfehler zu vermeiden.

    Adressen von Wildvogelstationen gibt es hier: http://www.wildvogelhilfe.org/aufzuc...stationen.html
    Geändert von Mariama (10.07.2010 um 17:30 Uhr) Grund: neue Erkenntnisse eingearbeitet



  2. #2
    ShadowOfDeath
    Wir haben auch schon oft einen Vogel aufgezogen!
    Das letzte mal war es eine kleine kohlMeise!
    Sie hat über ein Jahr freiwillig bei uns gelebt(Fenster war immer offen) , hat den 2 Prachtrosellas gezeigt wer der Chef in der Wohnung war und ist dann eines Tages mit einem "Piep" aus dem Fenster geflogen!

  3. #3
    Julianelchen

    Böse Alle Jahre wieder...

    Meine Oma hat unter ihrem Balkon eine Hecke, in der jedes Jahr Amseln brühten. Eigentlich ist ja toll... Man die Vögel vom Balkon meiner Oma aus beobachten bzw. auch von unserem aus, weil wir ja gleich nebenan wohnen.

    Nur leider it es jedes Jahr das gleiche... Entweder solche bekloppten kommen darauf die Hecke zu schneiden, dass die total kurzgeruppt ist und die pralle Sonne draufscheint und/oder die dämlichen Nachbarskinder plündern das nest... Also entweder eier oder schon junge Vögel... Wenn sie durchs Hecke schneiden gestört wurden, kamen die Eltern teilweise nicht mehr wieder... Wir haben sie jedensfalls nicht mehr gesehen.

    Was kann ich da machen? Es war jetzt schon die letzten Jahre so und mein opa hat sich sogar mal die Kinder (im vernünftigen) vorgenommen, aber die sind so rotzfrech, dass denen das egal ist... Auh ein Gespräch mit den Eltern hat nichts gebracht. Und dürfen die eigentlich in der zeit, wo die Vögel brühten hecke schneiden?

    Ich hab schon ein paar mal beobachtet wie Jungvögel dann unterm nest lagen mit und ohne Federn. Kann man die echt einfach anfassen und zurücksetzen? Also wenn sie halt noch sehr klein sind... Hab irgendwie immer wieder gehört, dass die dann nicht mehr angenommen werden... und deshalb wussten wir nicht, was zu machen ist.

  4. #4
    Ricalein
    Wenn das eine Stelle ist wo viel unruhe ist, halte ich es für besser man vertreibt die Amseln so lange bis sie sich einen anderen Platz zum Brüten suchen, denn bei so viel Unruhe wird das kaum gut gehen. Das mit demHeckenschneiden ist so eine Sache. Für die Pflanzen gibt es halt auch Zeitpunkte wo sie es besser vertragen und eben nicht. Viele Gemeinden fordern da Rücksicht, aber man kann niemanden dazu zwingen.

  5. #5
    Ricalein
    Wenn das eine Stelle ist wo viel unruhe ist, halte ich es für besser man vertreibt die Amseln so lange bis sie sich einen anderen Platz zum Brüten suchen, denn bei so viel Unruhe wird das kaum gut gehen. Das mit demHeckenschneiden ist so eine Sache. Für die Pflanzen gibt es halt auch Zeitpunkte wo sie es besser vertragen und eben nicht. Viele Gemeinden fordern da Rücksicht, aber man kann niemanden dazu zwingen.

  6. #6
    Julianelchen
    Mmh, mit dem Vertreiben ist ja so eine Sache... weil man das ja nicht immer gleich bemerkt... also manchmal kommt es mir vor, als wenn die "über Nacht" auf einmal da sind...

    Und mit dem hecke schneiden gibts nicht irgendwelche Vorschriften? Keine Ahnung wer das bei uns macht... die werden ja bestimmt auch nur von der Stadt oder so geschickt... Aber dürfen die mitten in der Bruhtzeit die Hecke (und dann auch noch so kurz!!!) schneiden? Also teilweise ist sieht die Hecke unmöglich aus... kaum noch Blätter, total kahl...

  7. #7
    knöppi
    wir haben in unserer garage ein regal stehen auf dem jedes jahr ein amselpaar brütet. die finden das bestimmt toll: es ist so gut wie nie ein auto drin, die garage ist immer offen und es ist immer ruhig und trocken. leider hat es bis jetz erst einmal geklappt mit dem ausbrüten als esso weit war traute sich meine mama nicht mehr mit dem auto reinzufahren weil sie angst hatte einen vogel zu überfahren. zu der zeit hatten wir eine teppichrolle in der garage, und weil wir immer geguckt haben ob die kleinen noch da sind ist uns aufgefallen das ein fehlte und weil bei uns viele katzen wohnen haben wir gedacht das er gepackt wurde bis wir ein leises fipen gehört haben , der kleinen war wohl beim ersten flugversuch in die rolle gefallen aber wir konnten ihn retten aber leider hat es keiner geschafft einer wurde on der nachbarskatze geschnapptund die anderen lagen eines tages tot auf der wiese!! aber es war schon sie zu beobachten

  8. #8
    Julianelchen
    Das mit dem beobachten find ich halt auch so schön... Meisten entdecken wir das Nest, wenn schon Eier drin sind und wenn dann später die Eltern das Futter ranschaffen... das ist schon toll und richtig süß zu beobachten.
    Wenn das nicht irgendwann auch die Kinder bemerken und die Vögel aus dem nest nehmen...

  9. #9
    kathrin22
    habe einen link,der hilft,wenn man ein jungvogel gefunden hat


    http://www.wildvogelhilfe.org/

  10. #10
    DieAmsel

    Dringend Hilfe gesucht, meine Amsel will nicht essen

    Hey Leute
    Ich habe ein Vogelbaby vor Elstern gerettet, nun hab ich sie hier zuhause und sie ist auch ganz munter ( so ca 2 Wochen alt ). Allerdings hab ich jetzt das Problem, dass sie ihr Futter ( claus wildvogelfutter), welches ich ihr mithilfe einer Plastikpinzette versucht habe zu verabreichen nicht annimmt. Was soll ich jetzt tun?
    Zwangsfüttern? Wenn ja ... wie denn ohne ihr wehzutun?

  11. #11
    Kiaran
    Hallo,
    schau mal hier, etwa ab der Hälfte der Seite, wo man mehrere Bilder von der Mehlschwalbe sieht.
    Wie wär's, wenn du die Amsel zu einer Auffangstation bringst?

    Wenn weitere Probleme auftreten, mache bitte einen neuen Thread auf.
    Viel Glück, Kiaran

  12. #12
    fresh420
    Zitat Zitat von Cosili Beitrag anzeigen
    Ein kleiner, verlassener Jungvogel am Boden ist nicht immer in Not. Es kann sich auch um einen sogenannten „Ästling“ handeln – Ein Jungvogel der bereits das Nest verlassen hat, aber immer noch von den Eltern gefüttert und betreut wird. Diese Entwicklungsphase dauert bei den meisten Arten etwa eine Woche. Die Jungvögel sind zu diesem Zeitpungt noch nicht voll flugfähig, aber weitgehend befiedert, und zeigen den Vogeleltern durch Rufe an wo sie sich befinden.

    Diese Jungvögel darf man auf keinen Fall einfach mitnehmen! Wenn man sich nicht ganz sicher ist ob der Jungvogel nicht doch verlassen ist kann man die Lage aus ausreichender Entfernung beobachten. Spätenstens nach 2 bis 3 Stunden sollten die Vogeleltern aufgetaucht sein. Hat man dazu nicht genügend Zeit oder Geduld, ist es im Zweifelsfall besser den Jungvogel dort zu lassen wo er ist und ihn NICHT mitzunehmen, da die Wahrscheinlichkeit das es wirklich nur ein Ästling ist wesentlich höher ist als die, das es sich um einen verlassenen Jungvogel handelt.

    Die einzigen Sitautionen die ein Eingreifen erfordern sind folgende:

    .....

    Hallo, Schwalbe gefunden.


    Ich hab leider den gleichen Fehler gemacht und wollte einem Schwalbenkücken helfen. Ich hab den kleinen 3 Tage lang Fliegen, ganz bischen Ei und Wasser gefüttert. Er hat das Futter auch sehr gut und angenommen, obwohl er bei Tieren mit Flügeln nur wiederwillig den Schnabel geöffnet hat. Ohne Flügel hat er sie sofort gefressen. Auch trockene Fliegen konnte ich nur schwer füttern, weil er sie nicht wollte. Man sollte hier wirklich genau auf die Instinkte der Tiere hören. Falsches Futter reinstopfen, kann genauso schlimme Folgen haben. Wenn auch erst Tage später.
    Am Anfang ging es Ihm wirklich hervorragend und wir waren echt dicke Kumpel. Am 4ten Tag hat er dann leider Krämpfe bekommen und ist gestorben.

    Dummer weise wusste ich nicht, das Schwalben ihre Jungen auch noch am Boden versorgen. Ich dachte immer, wenn ein Kücken aus dem Nest fällt, ist es auf sich gestellt.

    Die beste Lösung wäre vielleicht gewesen, einen Karton unter das Nest zu hängen, und den kleinen da reinzusetzen. Die Mutter oder andere Tiere hätten Ihn sicherlich weiter versorgt. (Karton muss nur 1,80m hoch hängen, um ihn eventuell öffters wieder reinzusetzen. Öffnung sollte gross genug für Sichtkontakt der Elterntiere sein.)

    Auffangstationen sind natürlich eine weitere Alternative.

    Aber das selber aufziehen ist wirklich schwieriger als man denkt. Die Elterntiere füttern z.B. einen vorverdauten Brei, in denen die Flügel und Beinchen der Fliegen schon vorverdaut sind. Ausserdem bekommen die Vögel vielle Vitamine (Vitamin B-Komplex) über den Speichel der Elterntiere, um die Chelantine der Insekten zu verarbeiten. Ohne diese Nahrungsaufnahme können die Vögel krämpfe bekommen, die bis zum Tode führen.

    Also entweder man versucht den kleinen von Artgenossen aufziehen zu lassen oder man bringt ihn zu professionellen Auffangstationen für Wildvögel.

    Ich möchte nur jedem das Leid ersparen, den kleinen Piepmatz, leblos in der Hand halten zu müssen. Egal wie gut es die ersten Tage aussieht, wenn er nicht die richtigen Vitamine bekommt, ist er nach einer gewissen Zeit, tod.
    Geändert von fresh420 (20.06.2009 um 23:19 Uhr)

  13. #13
    Mariama
    Hallo Wildvogelfreunde,

    bitte eröffnet für Notfälle und Fragen ein eigenes Thema.

Diskussion zum Thema Jungvogel gefunden - was tun? im Forum Wildvogel Forum bzw. Hauptforum Vogel Forum:
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