Die "bösen" Züchter?



  1. #1
    harzerkäse

    Die "bösen" Züchter?


    Hallo,

    ich habe, nachdem ich mich hier angemeldet habe, ein wenig im gesamten Forum aber vorwiegend bei den Kanarien umgesehen und diverse Threads gelesen.

    Etwas befremdlich empfand ich den Grundtenor, der fast überall zu finden war.

    Züchter sind grundsätzlich abzulehnen, mindestens aber "kritisch" zu hinterfragen.

    Züchter sind vorwiegend Vermehrer...Sie "produzieren" zu viele Vögel auf zu engem Raum...Sie selektieren Vögel, die dem Standard nicht entsprechen einfach aus...Schlimmstenfalls werden sie an die Wand geklatscht...Sie bauen keine Beziehung zu Ihnen auf...Sie halten sie einzeln in zu kleinen Käfigen und bieten den Vögeln keinen Freiflug an...das ließe sich endlos fortführen...

    Ich habe hier bewusst Klischees, die aber scheinbar für eine Menge Leute unumstößliche Wahrheiten sind, nicht nur aus diesem Forum, bedient.

    Damit mache ich mich sicherlich, gleich im zweiten Post, ein wenig unbeliebt...

    Insgesamt finde ich diesen Grundtenor schade und gleichzeitig unzutreffend. Außerdem wird damit wird ein Schubladendenken gefördert, dass mir deutlich mißfällt.

    Versuch einer Aufklärung

    Ein verantwortungsbewusster Halter oder Züchter versucht ausschließlich gesunde und fitte Vögel zur Zucht einzusetzen. Man beachtet den Letalfaktor, das nicht Verpaaren von zwei Haubenvögeln sowie dominantweißen Kanarien, den Einsatz von Intensiven und Schimmelvögeln und die jeweilige Feder (lange,weiche Feder an kurze, harte Feder).
    Man formuliert ein Zuchtziel. Sei es Vögel zu züchten die der Wildform am nächsten sind und diese Merkmale im Stamm zu festigen oder wie z. B. bei Positurkanarien, eine bestimmte Form oder Haltung zu manifestieren.
    Oder man präferiert Wald-und Wiesenkanarien (nicht negativ besetzt). Hierfür gelten natürlich die gleichen, vorher genannten Regeln.

    Dabei bleibt es nicht aus, bestimmte Vögel, die dem Zuchtziel nicht entsprechen, auszusortieren und abzugeben. Mal abgesehen vom Platzproblem, was dem ganzen natürlich eine Grenze setzt.

    In einer verantwortungsvollen Zucht wird der Prozentsatz der Vögel, die nicht dem formulierten Zuchtziel entsprechen, verschwindend gering sein. Trotzdem wird es solche Vögel immer geben. Unabhängig vom Platzproblem. Auch produziert man nur so viele Jungvögel, wie man guten Gewissens halten kann.

    Allerdings, wer vorrangig Vögel mit z. B. Gefieder- und/oder gesundheitlichen Problemen produziert, ist, meiner Ansicht nach, nur mit Einschränkung ein verantwortungsvoller Züchter.

    Eine weitere immer wieder aufkommende Frage: Sieht man denn als Vogelzüchter die Tiere nur als Investition?
    Nicht nur, aber auch. Denn ein neu erworbener Vogel bringt mich evtl. meinem formulierten Zuchtziel näher.





    Der Begriff des "kommerziellen Vogelzüchters", der auch immer mal wieder auftaucht, ist mir unbekannt. Mir erscheint dieser Begriff, man möge mir verzeihen, ist doch eher ein Erfindung des "gegnerischen Lagers" um den gemeinen Vogelzüchter zu diffamieren. Dabei sollte doch bekannt sein, dass die Vogelzucht vorrangig als ein Minusgeschäft zu betrachten ist.

    Der von mir beschriebene Züchter unterscheidet sich, aus meiner Sicht, wohltuend vom Vermehrer.

    Die hier im Forum herrschende Regel, keine Ratschläge zur Zucht zu geben, halte ich besonders in Bezug auf die fast täglich in diversen Foren geschilderten Tragödien, für sehr sinnvoll!

    Die im Unterton mitschwingende Gleichsetzung Züchter=Vermehrer aber für wenig zuträglich.

    Ich schließe mit der Bitte, immer ein wenig zu differenzieren und nicht alle über einen Kamm zu scheren.
    Die Welt ist auch nicht schwarzweiß...

    Nachtrag:

    Wenn ich mir meine Beitrag so durchlese, habe ich so glaube ich zumindest, schon gegen die Forenregeln verstossen.

    Aufgrund des Versuches einer Richtigstellung, bitte ich um Nachsicht.

    Mit freundlichen Grüssen



  2. #2
    Smoothie
    Hallo,

    wir sind ein Forum was sich gegen die Unterstützung von Vermehrern ausspricht und auch Züchter dürfen hier nicht Wissen zur Zucht und Genetik weitergeben und erfragen. Das hat nichts mit Nachsicht am Hut, das ist hier eine Regel und auch du hast sie bestätigt zu akzeptieren.

    Im allgemeinen finde ich übrigens nicht das gegen Züchter scharf geschossen wird. Zum einen sind hier alles Leute die die Regeln akzeptiert haben und Neulinge müssten sie eigentlich auch frisch in Erinnerung haben, zum anderen wird hier gegen gute Züchter nichts gesagt.
    Was du schreibst ist keinen von uns hier ein Fremdwort. Bei Hunden wird der Gang zum Tierheim zwar zuallererst empfohlen aber gegen eine GUTE Zucht ist niemand.

    Die meisten Leute die hierher kommen berichten aber gerne von ihren Super tollen Züchtern die sich im Nachhinein als Vermehrer herausstellen und das Neuzugänge dann erst Mal erklärzngen bekommen ist auch logisch.

  3. #3
    Candy1983
    Ich finde schon, dass einige hier scharf schiessen, wenn es um Zucht geht. Es wird eigentlich sofort unterstellt man hat keine Ahnung von Genetik usw.. Der oder diejenige kommt gar nicht zu Wort.

  4. #4
    Mariama
    Hallo Harzer,

    herzlich willkommen im Forum.

    Keine Sorge, du hast mit deinem Beitrag nicht gegen irgendwelche Forenregeln verstoßen. Wie Smoothie schon schrieb, sind wir überhaupt nicht gegen seriöse Züchter, die so verfahren wie du es beschrieben hast.

    Wie empfehlen einem User, der ein Tier anschaffen möchte, zunächst immer ein Notfalltier aufzunehmen, weil es so viele davon gibt, die im Tierheimen und privaten Auffangstationen auf ein gutes Zuhause warten.

    Hinweise zur Zucht geben wir deshalb nicht, weil zu einer erfolgreichen und für die Tiere ungefährlichen Zucht mehr gehört als die Befolgung von Ratschlägen aus einem allgemeinen Tierforum. In Fällen unbeabsichtigten Nachwuchses helfen wir bei Komplikationen soweit unser Wissen darüber es überhaupt zulässt.

    Was wir absolut nicht unterstützen, ist die Idee ohne jedes Wissen mal eben einen Nistkasten in die Voli zu hängen, weil die Babyvögel ja sooo süß sind. Du kannst sicherlich am besten beurteilen, welche Gefahren für die Vögel ein solches Verhalten birgt.

    Züchter sollte man meiner Meinung auch weiterhin hinterfragen, weil es leider tatsächlich sehr viele schwarze Schafe gibt, die ihre Vögel unter schlimmsten hygienischen Bedingungen bis zum Tod der Henne ununterbrochen brüten lassen und "missglückte" Exemplare an die Wand knallen. Ich kenne solche Leute leider persönlich.

    Auf der anderen Seite kenne ich aber auch sehr gewissenhafte und liebevolle Züchter, die ihre Vögel bestmöglich versorgen, fast die ganze Freizeit für sie aufbringen und viel Geld dafür ausgeben.

    Ich vermute, du züchtest selbst Harzer Roller? Vielleicht magst du uns ja mal einen Rat geben, woran der unerfahrene potentielle Vogelkäufer einen seriösen Züchter erkennt?

  5. #5
    Choupette
    Die im Unterton mitschwingende Gleichsetzung Züchter=Vermehrer aber für wenig zuträglich.
    Hm, das empfinde ich hier nicht so. Ich finde zwar, dass einige Regeln sehr streng sind, manche für mich unnötig erscheinen und die Babyfotoregel empfinde ich z. T. als sehr schade, aber ich muss auch sagen, dass hier richtige Züchter nicht per se mit Vermehrern gleichgesetzt werden.

    Was ich für mich beobachten konnte, ist, dass außerhalb dieses Forums die Leute noch sehr wenig feinfühlig mit dem Thema Tierhaltung umgehen. Ganz besonders fällt mir das auf, wenn es um Tierheimtiere geht und hier setzt das Forum mMn in guter Absicht an. Es wird in erster Linie geraten Tiere aus dem Teirschutz zu nehmen oder von einem guten Züchter. Woran man letztere erkennt, kann man hier oft nachlesen, ich glaube es gibt auch einen Sticky zu dem Thema. Gerade im Hundebereich existiert - zumindest im realen Leben in meiner Umgebung - hartnäckig dieser "Hunde aus dem TH sind gefährlich oder dauerhaft unerzogen"-Gedanke. Da das aber Quatsch ist und die Tierheime und Notstationen überquillen, wird hier oft gerade sich erstmal dort umzusehen, bevor man einen Hund vom Vermehrer/ schlechten Züchter kauft und diese damit unterstützt.

    Ich persönlich finde Verbote immer doof. In diesem Falle tangiert mich das aber nicht so sehr, da mich der Genetik-Bereich nicht so sehr interessiert. Und wenn ich mir von kleinen Welpen angucken möchte, kann ich immer noch Google öffnen. Klar ist es schön, wenn man alles beisammen hat, vor allem wenn man sich im Forum sehr wohl fühlt, aber für mich ist das jetzt kein Drama.

    Manche User sind sehr misstrauisch gegenüber Züchtern bzw. Vermehrern, aber was soll man da machen? Jeder hat seine eigene Meinung und jeder darf diese äußern - ist man als anderer User sehr genervt davon, braucht man ja nicht auf die Beiträge eingehen. Ich persönlich empfand die hinterfragenden Beiträge zu meiner Züchterwahl als interessiert, nicht als böse oder mit der Absicht auf den Züchter draufzuhauen.

  6. #6
    harzerkäse
    Hallo,

    und Vielen Dank für den Willkommensgruss!

    Zitat Zitat von Mariama Beitrag anzeigen
    Was wir absolut nicht unterstützen, ist die Idee ohne jedes Wissen mal eben einen Nistkasten in die Voli zu hängen, weil die Babyvögel ja sooo süß sind. Du kannst sicherlich am besten beurteilen, welche Gefahren für die Vögel ein solches Verhalten birgt.

    Züchter sollte man meiner Meinung auch weiterhin hinterfragen, weil es leider tatsächlich sehr viele schwarze Schafe gibt, die ihre Vögel unter schlimmsten hygienischen Bedingungen bis zum Tod der Henne ununterbrochen brüten lassen und "missglückte" Exemplare an die Wand knallen. Ich kenne solche Leute leider persönlich.
    Das sehe ich genauso. Gleichzeitig trifft es das Problem auf den Punkt.

    Ohne jedes Wissen sollte man sich, aus meiner Sicht, gar keine Vögel anschaffen. Woher auch immer.
    Die Information über die zu haltende Vogelart, sollte vor dem Erwerb erfolgen.
    Das bedeutet, vor dem Erwerb muss ein Grundwissen vorhanden sein. Darauf kann man aufbauen und dazu kommt mit der Zeit die Erfahrung.
    Auch ich lerne täglich dazu!
    Es gibt z. B. einige sehr gute Bücher über Kanarienvögel (Allerdings nicht diese schmalen Büchlein...). Auch das Internet bietet ein Fülle von Informationen.
    Leider gelten Kanarien, ähnlich wie Wellensittiche oder Zebrafinken, als Allerweltsvögel.
    Die Haltung und auch die Zucht von Kanarien ist nicht kompliziert, aber doch anspruchsvoll, wenn man den Vögeln gerecht werden möchte.

    Ich habe bewusst, das kritische Hinterfragen von Züchtern in Anführungszeichen gesetzt, um deutlich zu machen, dass man nur etwas hinterfragen kann, was man kennt, einordnen und demzufolge auch bewerten kann. Die von Dir erwähnten schwarzen Schafe gibt es und wird es immer geben. Deine genannten Beispiele sind ohne Frage inakzeptabel.

    Wie schon in den Antworten angeklungen, ist die Haltung von Kanarienvögeln, mehr als nur Unterbringung und artgemäße Fütterung.
    Besonders das Sozialverhalten der Kanarien ist als durchaus anspruchsvoll zu bezeichnen und wirft auch immer wieder Probleme in der Haltung auf.
    Besonders der sogenannte Dominanzwechsel in der Brutzeit führt bei Paarhaltung immer zu Unruhe.
    Die sogenannte Haltung im Jahreskreislauf - Herbst/Winter Ruhezeit, Frühjahr Sommer/Brutzeit - sollte, wenn möglich auch in der Haltung eingehalten werden.

    Zitat Zitat von Mariama Beitrag anzeigen
    Ich vermute, du züchtest selbst Harzer Roller? Vielleicht magst du uns ja mal einen Rat geben, woran der unerfahrene potentielle Vogelkäufer einen seriösen Züchter erkennt?
    Harzer Roller habe ich vor vielen Jahren mal gezüchtet. Leider ist der Zeitaufwand sowie der Raumbedarf sehr hoch, wenig kompatibel zu einem geregelten Arbeitsverhältnis im Schichtdienst.

    Nun, um einen Rat zu geben...
    Wissen ist alles. Verschiedene Züchter besuchen ohne Vögel zu kaufen. Sich ein Bild machen. Gespräche führen und Fragen stellen.
    Offen sein.

    Mit freundlichen Grüssen

  7. #7
    Laura
    Huhu,

    ein ziemlich schwieriges Thema, da zwar oft von seriösen oder verantwortungsvollen Züchtern gesprochen wird, diese Eigenschaften aber immer anders definiert werden. Für die einen ist derjenige seriös, der gesunde Tiere züchtet, für die anderen derjenige, der darüber hinaus jedes Zuhause seines zukünftigen Tieres begutachtet, von vorn bis hinten informiert usw. Ich denke, das hängt auch von der Tierart ab, die man züchtet.
    Vor allem für Laien ist es schwierig, den Unterschied zwischen einem "guten" Züchter und einem "schlechten" Vermehrer zu erkennen - und andersrum ist das über's Internet genauso schwierig zu beurteilen, weshalb oft nur diese beiden Sparten übrig bleiben.

    Natürlich gibt es unterstützenswerte Züchter und es ist - egal bei welcher Tierart - immer wichtig, dass es solche gibt, um gesunde Linien zu erhalten. Das totale Ablehnen der Zucht, wie es ja auch der ein oder andere User hier im Forum hält, finde ich nicht nur unsinnig, sondern falsch. Für die jeweilige Art ist es notwenig, einen möglichst großen Genpool zu erhalten, da nur so dauerhaft gesunde Tiere hervorgebracht werden können, und genau das ist ein Hauptziel einer seriösen Zucht.
    In meinen Augen stimmt nur das Verhältnis nicht ganz: Arten, die sowieso schon zu Haufe in Tierheimen sitzen, für die es ganze Vereine zur "Rettung" gibt, z.B. Wellensittiche, Nymphensittiche, Kanarienvögel, Zebrafinken - die also schon im Überfluss vorhanden sind, genau diese Arten werden in ähnlichem Umfang gezüchtet. Nachdem nun auch noch die Psittacoseverordnung weggefallen ist, kann ja theoretisch jeder seine Wellensittiche (als Beispiel) vermehren. Wenn ich hier bei den Kleinanzeigen nach Wellensittichen suche, springen mir mindestens 10 aktuelle Angebote junger Vögel "aus liebevoller Hobbyzucht" entgegen.
    Gerade für solche Arten, die oft schon "Wegwerfware" sind, sollte es irgendwie eine Reglementierung zur Zucht geben, damit die gesunden Linien erhalten bleiben und trotzdem nicht hunderte von Individueen auf Pflegestellen oder in Tierheimen versauern müssen. Aber wie es halt ist, die Nachfrage regelt das Angebot.

    Hier im Vogelforum haben wir es hauptsächlich mit Arten zu tun, die häufig vorkommen und die oft im Tierschutz zu finden sind. Deswegen fällt hier meistens auch der Rat, sich erst mal im Tierschutz umzusehen. Ob man schließlich im Tierheim oder beim Züchter kauft, muss ja jeder selbst wissen - ich für meinen Teil würde nie zum Züchter gehen, da die Tierheime hier in der Regel überquillen und ich nicht unbedingt einen handzahmen Rainbow-Welli brauche (auch wenn's natürlich schön wäre). Einem Notfall ein Zuhause zu geben beglückt mich dann doch mehr, als meinen Egoismus zu befriedigen

    Du siehst: Es lässt sich von beiden Seiten aus gut und sinnvoll argumentieren. Wir müssen aber vor allem auch beachten, dass wir hier viele Neulinge und Anfänger haben, die einem Vogel nicht gleich ansehen können, ob er gesund ist/wirkt, irgendwie mickrig ist, komisches Verhalten zeigt usw. In diesem Fall ist es immer besser, bei der Züchterwahl doch sehr kritisch zu hinterfragen, statt auf den Vermehrer reinzufallen.
    Obwohl ich es grade im Kanarienbereich eher so empfinde, dass verhältismäßig oft zum Züchter geraten wird, da es mit der Geschlechtsbestimmung etwas schwieriger ist und - was vielleicht nur auf mich so wirkt - irgendwie ein chronischer Mangel an Hennen besteht ^^

  8. #8
    harzerkäse
    Hallo,

    Laien müssen nicht Laien bleiben und doch waren wir am Anfang alle mal welche.
    Allerdings finde ich es schade, dass man sich erst um Hilfe (in den einschlägigen Foren oder auch woanders) bemüht, wenn es oftmals schon zu spät ist.

    Der Verweis auf Tiere aus dem Tierheim bevor man die Tiere anderweitig erwirbt ist genauso richtig, wie der Verweis auf einen seriösen Züchter.
    Die "Rettung" von Tieren aus "liebevoller Hobbyhaltung" hat, im weitesten Sinne, manchmal auch etwas mit Egoismusbefriedigung zu tun.

    Aber ich gebe Dir Recht, es gibt immer zwei oder mehr Seiten der Medaille.

    Die Geschlechtsbestimmung ist eigentlich gar nicht so schwer, aber man braucht schon ein gewisses Maß an Erfahrung. Hier kommt z. B. auch die Genetik wieder ins Spiel. Bei der geschlechtsgebundenen Vererbung erkennt man die Geschlechter schon im Nest. Auch zeigen beispielsweise die Hennen oftmals eine Schimmelballung im Nackenbereich. Gibt da so einige Tricks...
    Der chronische Hennenmangel erklärt sich dadurch, dass man immer erstmal alle Hennen behält und je nach Geschlechterverhältnis eine Henne nur mit einem Hahn zusammen abgibt. Hennen sind wichtig für die Zucht. Man kann z. B. einen Hahn "springen" lassen, d. h. einen Hahn auf mehrere Hennen setzen umgekehrt ist das schon schwieriger. Ich gebe frühestens Hennen im Januar/Februar des Folgejahres ab.

    Mit freundlichen Grüssen

  9. #9
    eichhorn33
    Mir drängt sich auch immer der Eindruck auf , dass ein Züchter hier immer erst mal so lange schlecht ist , bis das Gegenteil bewiesen ist .

    Ich frage mich auch immer , wo ein guter Züchter denn herkommen soll ? Das wird man auch nur mit der Zeit durch Erfahrung und bis dahin werden zwangsläufig auch Fehler gemacht werden . Auch jeder "gute" Züchter hat Rückblickend Dinge gemacht , wo er heute sicher nur mit dem Kopf schütteln würde .
    Geändert von Mod-Team (15.10.2014 um 09:59 Uhr) Grund: OT entfernt

  10. #10
    Mod-Team
    Liebe User,

    dieser Thread wurde ursprünglich als Diskussions-Thread zur Züchter-Vermehrer-Problematik bei Vögeln eröffnet und nicht als allgemeiner "ich finde die Regeln aber blöd"-Thread . Trotzdem ging es hier im OT recht schnell um die teils falsch verstandene Babyfoto-Regel. Hier wurden unsererseits Beiträge gelöscht bzw. editiert, weil das schlicht nichts in diesem Thread verloren hat. Ihr kennt doch alle den Lob-und-Tadel-Bereich, könnt das Mod-Team oder einen Mod eures Vertrauens anschreiben, wenn ihr ein Problem mit etwas habt, und im Endeffekt muss man es zum wiederholten Male sagen: Regeln sind Regeln sind Regeln - und diese habt ihr mit der der Anmeldung hier akzeptiert.

    Uns ist durchaus bewusst, dass jeder Tierbaby-Fotos und auch Videos im Internet finden kann, das eine hat aber doch gar nichts mit dem anderen zu tun. Wir vertreten hier eine Überzeugung, und zu der stehen wir auch. Nicht artgerechtes Zubehör für viele Tierarten kann man auch in vielen Zooläden kaufen, trotzdem machen wir uns doch nicht über die Händler lustig, die aus Überzeugung nur artgerechtes Zubehör verkaufen.

    Es wäre schön, wenn wir hier bei der eigentlichen Problematik bleiben können. Und auch da geht es nicht darum, unsere Regeln auf den Prüfstand zu stellen, sondern generell um das Thema Züchter / Vermehrer und wie man diese voneinander unterscheidet.

  11. #11
    Choupette
    Mir drängt sich auch immer der Eindruck auf , dass ein Züchter hier immer erst mal so lange schlecht ist , bis das Gegenteil bewiesen ist
    Es kann aber doch jeder selber entscheiden inwieweit er sich in die Karten gucken lässt. Wenn ich mich für einen Züchter entscheide und mich User darauf ansprechen, ob der nicht doch ein Vermehrer ist, bleibt es doch mir überlassen ob ich sage: "Ne, dem schenke ich mein vollstes Vertrauen." oder ob ich erstmal ne Debatte starte mit Argumenten, die aufklären sollen wie toll "mein" Züchter ist und auf die die anderen dann kontern können. Ich zumindest habe hier noch nie erlebt, dass jemand gesagt hat "Nö, wenn du uns keine Details erzählst gebe ich dir nie wieder Tipps." Beweise muss ich also noch lange nichts, wenn sich also jemand aufgrund der Kommentare anderer User dazu genötigt fühlt, dann liegt das Problem doch bei einem selbst, finde ich.

  12. #12
    harzerkäse
    Zitat Zitat von eichhorn33 Beitrag anzeigen
    Mir drängt sich auch immer der Eindruck auf , dass ein Züchter hier immer erst mal so lange schlecht ist , bis das Gegenteil bewiesen ist .

    Ich frage mich auch immer , wo ein guter Züchter denn herkommen soll ? Das wird man auch nur mit der Zeit durch Erfahrung und bis dahin werden zwangsläufig auch Fehler gemacht werden . Auch jeder "gute" Züchter hat Rückblickend Dinge gemacht , wo er heute sicher nur mit dem Kopf schütteln würde .
    Fehler wurden und werden gemacht. Das ist nun mal so. Niemand ist allwissend.

    Da hier das Wort Vermehrer doch verhältnismäßig oft fällt, sollte vielleicht erst einmal geklärt werden, wer oder was das eigentlich ist...?

  13. #13
    Momole
    Zitat Zitat von harzerkäse Beitrag anzeigen
    Fehler wurden und werden gemacht. Das ist nun mal so. Niemand ist allwissend.

    Da hier das Wort Vermehrer doch verhältnismäßig oft fällt, sollte vielleicht erst einmal geklärt werden, wer oder was das eigentlich ist...?
    Hi ich kanns jetzt nur für den Kaninchenbereich erklären, denn da gibts leider sehr viele Vermehrer. Das sind z.B. Menschen, die sich irgendwann mal in einer Zoohandlung zwei Kaninchen geholt haben, dann den ersten Unfallwurf hatten und dann entdeckt haben "Hey die Babies lassen sich ja KLasse an Zoohandlungen, Schlangenbesitzer oder dumme Tierschützer über Ebay verkaufen". Das ist leider bei den Kaninchen eine sehr häufige Geschichte. Da wird sich null Gedanken über Genetik, Alter oder Geburtsrisiken gemacht. da wird munter produziert und die Tiere dann viel zu jung verscherbelt , egal an wen. Das geht dann solange bis die Kaninchendame krank wird oder "plötzlich" stirbt. Das sind für mich Vermehrer.
    Ein guter Kaninchen-Züchter weiß was er tut hat Ahnung von Genetik, lässt die Tiere nicht andauernd decken, sondern eben nur gewisse Male im Jahr. Ihm ist es auch nicht egal, wohin die Tiere kommen, sondern vermittelt sie selbst an artgerechte Haltung und nicht an Zoohandlungen. Außerdem verlassen die Tiere sein Haus erst wenn sie minimum 10 Wochen sind. Er klärt den neuen Besitzer über Haltung, Ernährung und auch das Thema Kastration auf.

  14. #14
    Choupette
    Vermehrer sind für mich Menschen, die Tiere verpaaren, von denen sie nicht wissen ob sie gesund sind und ob Erbkrankheiten/ schwerwiegende Krankheiten in den Vorfahren steckten. Vermehrer achten für mich zudem viel zu sehr aufs Geld und scheren sich nicht um angemessene Sozialisation, beispielsweise bei Hunden. Im Nager- und Vogelbereich ist jemand auch schon ein Vermehrer für mich, wenn er auf die Genetik achtet, aber viel zu viele Tiere auf zu engem Raum hält. Dass beispielsweise bei Kaninchen nicht immer die 2-3 qm pro Tier eingehalten werden können, leuchtet ein, aber davon rede ich nicht.

    Richtige Züchter achten auf Genetik, Haltung, Ernährung, Sozialisation und die medizinische Versorgung sowie auf ein liebevolles, vernünftiges Zuhause, in das ihre Schützlinge kommen. Mir persönlich ist hierbei auch wichtig, dass zumindest bei Tieren wie Hunden der Kontakt nicht abreißt - kurze Infos, Fotos oder als Luxus eine Urlaubsbetreuung für den Hund finde ich super.

  15. #15
    FelixS
    Kann meinen Vorrednern nur zustimmen, wenn ich das ganze jetzt mal auf den Bereich Aquaristik übertrage.

  16. #16
    harzerkäse
    Danke für Eure Antworten!

    Die meisten von Euch genannten Zuschreibungen lassen sich sicher so oder ähnlich auf die sogenannten "Vermehrer" in der Vogelhaltung übertragen.

    Der finanzielle Aspekt lässt sich, so glaube ich, eher ausklammern, außer es handelt sich um hochpreisige Arten. Selbst die Zucht auf Masse, bringt oft nicht den gewünschten finanziellen Erfolg.

    Ein weiterer Punkt, der hier zwar für Kaninchen genannt wurde, ist die zu frühe Abgabe. Dies lässt sich auch auf Kanarien übertragen. Kanarien sollten grundsätzlich erst nach abgeschlossener Jugendmauser abgegeben werden, da in dieser Zeit die Vögel oftmals noch recht instabil sind. Ein zu früher Umgebungswechsel kann hier verheerende Folgen haben.

    Bei dem hier genannten "zu viele Tiere auf zu engem Raum" kann zumindest in der Vogelzucht der Schein trügen. Wenn z.B. ein Kanarienvogelpaar Jungvögel aufzieht, wird die Henne spätestens nach dem 15.Tag das nächste Nest bauen und erneut Eier legen. Sitzt die Henne auf dem nächsten Nest, sind die Jungvögel aber noch lange nicht selbstständig. Das kann bedeuten, das sich auf relativ kleinem Raum (gehen wir mal von 4 JV aus) 6 Vögel tummeln. Gibt es dann diverse Zuchtpaare, kann es schon mal recht überbelegt aussehen.

    Man muss sich demnach schon ein wenig auskennen, um bestimmte Zustände bewerten zu können.

    Mit dem Wort "liebevoll" oder auch "liebevoller Hobbyhaltung" habe ich insofern Probleme, da solche Ausagen oftmals anthropomorphen Betrachtungsweisen entspringen.
    Das Zusprechen menschlicher Eigenschaften auf Tiere, hier Vögel, ist imho wenig zuträglich, da die wirklichen Bedürfnisse der Vögel dabei aus dem Blick geraten könnten.

    Das Abstempeln und die Reduzierung auf "böser Vermehrer" und "guter Züchter" ist also nicht so einfach wie es scheint. Mit zunehmendem Wissen und Erfahrung wird die Differenzierung aber immer leichter.

    Mit freundlichen Grüssen

  17. #17
    Ina4482
    Zitat Zitat von danie69 Beitrag anzeigen
    Hi ich kanns jetzt nur für den Kaninchenbereich erklären, denn da gibts leider sehr viele Vermehrer.
    Das ist im Katzenbereich ja leider ähnlich: Da geht es dann in erster Linie um die sogenannten "Mode-Rassen" - hier steht das schnelle Geld im Vordergrund. Als z.B. die Rasse "Maine Coon" in Mode kam, sind die sogenannten "Züchter" wie Pilze aus dem Boden geschossen. Leider haben sich aber nicht alle sorgfältig genug mit der Genetik auseinandergesetzt, so dass heute große Probleme mit beispielsweise HCM (Hypertrophe Kardiomyopathy, vererbbare Herzerkrankung) oder PKD (Polycystic Kidney Disease, vererbbare Nierenerkrankung) bestehen. Und immer noch verzichten viele der meiner Meinung nach "schwarzen Schafe" auf die kostenintensiven Voruntersuchungen ihrer Zuchttiere und riskieren damit weiterhin die Gesundheit des Nachwuchses . Das sind dann für mich die Vermehrer.

    Zitat Zitat von Choupette Beitrag anzeigen
    Richtige Züchter achten auf Genetik, Haltung, Ernährung, Sozialisation und die medizinische Versorgung sowie auf ein liebevolles, vernünftiges Zuhause, in das ihre Schützlinge kommen. Mir persönlich ist hierbei auch wichtig, dass zumindest bei Tieren wie Hunden der Kontakt nicht abreißt - kurze Infos, Fotos oder als Luxus eine Urlaubsbetreuung für den Hund finde ich super.
    Das kann man genauso (bis auf die Urlaubsbetreuung, da bin ich wohl die glückliche Ausnahme ) auch wunderbar auf die Katzen übertragen.

  18. #18
    FelixS
    Zitat Zitat von harzerkäse Beitrag anzeigen
    Mit dem Wort "liebevoll" oder auch "liebevoller Hobbyhaltung" habe ich insofern Probleme, da solche Ausagen oftmals anthropomorphen Betrachtungsweisen entspringen.
    Das Zusprechen menschlicher Eigenschaften auf Tiere, hier Vögel, ist imho wenig zuträglich, da die wirklichen Bedürfnisse der Vögel dabei aus dem Blick geraten könnten.

    Das Abstempeln und die Reduzierung auf "böser Vermehrer" und "guter Züchter" ist also nicht so einfach wie es scheint. Mit zunehmendem Wissen und Erfahrung wird die Differenzierung aber immer leichter.
    Auch dem kann ich nur zustimmen!

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