Luftsackmilben oder Psyche ?



  1. #1
    khugel

    Luftsackmilben oder Psyche ?


    Hallo zusammen,
    wir haben jetzt seit einigen Jahren das zweite Mal ein Kanarienvogel Pärchen. Beide sind von einem Züchter und sind eigentlich ziemlich robust.
    In letzter Zeit haben wir jedoch feststellen müssen das besonders das Männchen Probleme beim Luftholen hat.
    Er hat den Schnabel offen und ringt nach Luft. Es ist auch deutlich ein krächzendes Geräusch beim Luftholen zu hören.
    Nun haben wir uns natürlich informiert und sind darauf gekommen das der Vogel vielleicht Luftsackmilben haben könnte.
    Wir sind dann beim Tierarzt gewesen und haben die Beiden impfen lassen. Da der Tierarzt nicht genau wusste ob es Luftsackmilben oder vielleicht auch Parasiten im Darm sind hat er uns auch noch Tropfen fürs Trinkwasser mitgegeben die wir den Vögel an fünf aufeinander folgenden Tagen geben sollten.
    Das haben wir auch getan. Nach zwei Wochen waren wir jetzt noch einmal beim Nachimpfen gewesen, und wir werden wohl auch noch einmal in zwei Wochen zum Impfen gehen.
    So weit geht es unserer zwei Vögeln eigentlich sehr gut. Der Hahn tut sich jedoch noch immer schwer einen lauten Ton heraus zu bekommen. Und dabei hat er schon in der Vergangenheit schon ziemlich lautstark geträllert.
    Was uns jedoch aufgefallen ist ist folgendes: immer wenn es Abend wird fängt der Hahn wieder das fiebsen an so als ob er weiterhin Milben hätte. Und die Tochter hat uns auch schon gesagt das man ihn auch in der Nacht fiebsen hört. Am Morgen ist wieder alles okay. Er ist putzmunter und durch nichts behindert.
    Kann es denn auch sein das unser Männchen nur einfach zu sensibel ist und aus rein psychischen Gründen fiebst ? Kanarienvögel sind ja ziemlich sensibel.
    Die Vögel bekommen ja auch mit wenn mit uns Menschen etwas nicht stimmt. Und bei uns ist in letzter Zeit viel passiert !
    Wer hat das gleiche Phänomen bei seinen Vögeln beobachtet ?



  2. #2
    Katy85
    Hallo,

    mit was wurden die Tiere denn Behandelt? Normalerweise wird bei Verdacht auf Milben ein Spot on aufgetragen, was nach ein paar Tagen nochmal wiederholt wird.

    Kranke Tiere sollten auch in keinem Fall geimpft werden! Das Immunsystem ist eh schon angegriffen und wird durch die Impfung nochmal zusätzlich geschwächt.

  3. #3
    Laura
    Hallo,

    wenn ihr die Vögel tatsächlich schon seit einigen Jahren habt und keine Neuzugänge in der Zwischenzeit bekommen habt, halte ich Luftsackmilben für unwahrscheinlich. Die Übertragung findet bei Direktkontakt zwischen den Vögeln, über Einatmen beim Aushusten oder das Trinkwasser statt - so oder so muss also ein infiziertes Tier da (gewesen) sein, welches deine Vögel angesteckt hat. Die Inkubationszeit kann zwar einige Monate betragen, aber nicht mehrere Jahre.
    Luftsackmilben lassen sich allerdings an einem so kleinen Vogel nicht nachweisen, daher wäre eine Behandlung immer auf Verdacht. Luftsackmilben werden, wie Katy schon sagte, durch Spot-On's behandelt, also ein in den Nacken geträufeltes Milbenmittel. Damit müssen alle Vögel behandelt werden, nicht nur der betroffene.

    Gegen was wurden die Vögel geimpft?
    Hat der Tierarzt Kotproben untersucht, um eventuelle Bakterien im Darm zu erkennen? Was waren das für Tröpfchen ins Wasser (ich vermute mal ein Antibiotikum, was niemals nur auf Verdacht und erst recht nicht nur 5 Tage gegeben werden sollte...)?
    Für mich hört sich dieser Tierarzt nicht vogelkundig an und ich würde euch raten, möglichst schnell mit den beiden zu einem wirklich vogelkundigen Tierarzt zu fahren. Adressen findest du hier (Kommentare beachten) und hier. Es sollten Kropfabstriche und Kotproben untersucht und eventuell ein Röntgenbild gemacht werden (sofern über die Abstriche kein Ergebnis kommt, auf jeden Fall röntgen!). Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Hahn Probleme mit Organvergrößerungen hat und ihm irgendwas auf die Luftsäcke drückt, sodass er schlecht Luft bekommt.
    Ich kenne haargenau die gleiche Symptomatik von meiner Wellensittichhenne, sie hat eine Pankreasinsuffiziens, die über Röntgenbild (vergrößerte Leber) und Kotuntersuchung festgestellt wurde.

  4. #4
    khugel
    Besten dank erst einmal für die umfangreiche Antwort ! Mittlerweile geht es denn kleinen eigentlich ganz gut. Es ist schon recht schwer einen passenden Tierarzt zu finden der sich auch mit Kanarienvögel auskennt. Wie ihr ja alle sicher wisst sind die ja recht sensibel. Das Weibchen ist eigentlich ziemlich robust. Nur der Hahn macht mir, oder besser uns, schon manchmal Sorgen. Wir hängen ja alle drei, meine Frau, meine Stieftochter und ich, wir hängen schon sehr an denn kleinen Piepsern da sie uns immer sehr viel Freude bereiten wenn man sie beobachtet oder wenn man sich mit ihnen beschäftigt.

  5. #5
    Laura
    Schön, dass es im besser geht - aber wart ihr nun bei einem vogelkundigen Tierarzt und kennt die Ursache?
    Und gegen was wurden die Vögel geimpft?

  6. #6
    Mariama
    Hallo Khugel,

    ein wirklich vogelkundiger Tierarzt kennt sich auch mit Kanarienvögeln aus und kann eine sichere Diagnose stellen. Hast du mal in den von Laura verlinkten Listen geschaut, ob du einen in erreichbarer Nähe findest? Ein weiter Weg lohnt sich auf jeden Fall.

    Hinter den von dir geschilderten Symptomen kann sich ein bakterieller Infekt, Trichomonadenbefall als auch ein Parasitenbefall verbergen.

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