Kahle Stellen im Gefieder



  1. #1
    Kanari08

    Kahle Stellen im Gefieder

    Hallo,

    ein Bekannter hat 5 Kanarien, die momentan sehr viele Federn verlieren. Für mich sieht es nicht wie eine normale Mauser aus, da die Vögel teilweise kahle Stellen bekommen haben. Einer ist kahl am Hals, zwei andere sind
    an den Schultern kahl geworden, und einer bekommt jetzt auf dem Bauch eine kahle Stelle. Was kann das sein?

    Die Kanaris leben in einer Voliere und bekommen Vitakraft Kanari-Futter sowie täglich Salat und Apfel. Grit und Sand stehen zur Verfügung. Einmal wöchentlich gibt es Vitamin A ins Trinkwasser sowie manchmal Korvimin. Es sind 2 Weibchen und 3 Hähne. Ein Hahn ist vor ca. 3 Monaten neu dazugekommen und ist auf Streit gebürstet. Aber er ist derjenige, der an den Schultern am kahlsten ist.

    Ich habe mir die kahlen Stellen angeschaut, die Haut sieht gut aus, und an den Schultern kommen frische Kiele durch die Haut. Beim Kanari mit dem kahlen Hals wächst nichts nach.



  2. #2
    Laura
    Hallo Kanari,

    Die Tiere sollten von einem vogelkundigen Tierarzt untersucht werden, da bei einem solchen Problem im ganzen Schwarm ein Parasitenbefall nahe liegt. Adressen findest du hier und hier.
    Bei der Mauser können gelegentlich kleine kahle Stellen auftreten, wenn an einer Stelle viele Federn auf einmal ausfallen. Sowas fällt dann vor allem am Kopf auf, wo vergleichsweise wenige, kleine Federn wachsen und schneller "Löcher" entstehen. Wirklich auffällige kahle Stellen treten aber eigentlich kaum auf und dass gleich so viele Vögel welche haben, ist schon verdächtig und klingt erst mal nicht nach normaler Mauser.

  3. #3
    Kanari08
    Hallo Laura,

    Danke für die schnelle Antwort! Einer der Kanaris war vor einer Woche wg. seiner Füße beim vogelkundigen Tierarzt; dieser schätzte den gerupften Hals als Partnerrupfen ein. Leider hat mein vogelkundiger Tierarzt 2 Wochen Urlaub. Heute war ich mit einem anderen Vogel bei einem anderen Arzt, der auch in der Vogelkundig-Liste geführt wird. Es war so schlimm dort, daß wir ohne Behandlung die Praxis verlassen haben.... Es wird wohl nicht ohne Tierarzt gehen, aber ich beobachte das dann noch 2 Wochen, bis mein bewährter Tierarzt wieder da ist.

    Würde das Gefieder bei Parasitenbefall nicht zerrupft aussehen? Das restliche Gefieder ist in gutem Zustand, nur an den einzelnen Stellen fehlen die Federn.

  4. #4
    Laura
    Zitat Zitat von Kanari08 Beitrag anzeigen
    Würde das Gefieder bei Parasitenbefall nicht zerrupft aussehen? Das restliche Gefieder ist in gutem Zustand, nur an den einzelnen Stellen fehlen die Federn.
    Kommt auf die Parasiten drauf an. Da alle Vögel betroffen sind, ist etwas ansteckendes naheliegend, vielleicht auch ein Pilz, es gibt auch Viren, die Gefiederschäden auslösen. Gefiederschäden können z.B. auch durch Organschäden entstehen - dass alle fünf Kanarien aber in so kurzer Zeit kahle Stellen durch Organschäden bekommen, halte ich für nicht so wahrscheinlich. Da müsste die Ernährung schon katastrophal sein und die ist zwar hier und da verbesserungswürdig, aber insgesamt nicht schlecht.
    Konntest du, bzw. dein Bekannter, denn mal beobachten, ob die Vögel sich selbst oder gegenseitig rupfen?

  5. #5
    Kanari08
    Länger beobachten ist schwierig, da die Voliere im Büro steht. Die Hähne zoffen sich manchmal, aber mehr kann ich leider nicht sagen.

    Heute habe ich die Kanaris wieder gesehen, irgendwie sah das Gefieder besser aus. Die nachwachsenden Kiele haben Federn gegeben. Zumindest bei einigen scheint jetzt die rosa Haut nicht mehr so durch. Sie futtern auch fleißig Gurke.

    Vielleicht war es ja eine einmalige Sache, die den Gefiederverlust verursacht hat (Zugluft?), und es geht weiter aufwärts. Mein vogelkundiger Tierarzt ist auch ab nächste Woche wieder erreichbar, falls es sich nicht weiter bessert.

  6. #6
    Mariama
    Hallo Kanarie,

    die Geschlechterkonstellation ist sehr ungünstig. Bei Kanarienvögeln sollten eher mehr Hennen als Hähne gemeinsam gehalten werden. Bei deinem Bekannten lebt sogar ein Hahn mehr.

    Da kann es schon zu bösen Raufereien untereinander und Attacken auf die Hennen kommen. Das könnte die kahlen Stellen erklären. Eine körperliche Ursache würde ich dennoch zunächst von deinem vogelkundigen Tierarzt ausschließen lassen.

    Ich würde deinem Bekannten zur Aufnahme mindestens einer weiteren Henne raten, im gesicherten Zimmer ganztägigen Freiflug anzubieten oder eine sehr große Voliere mit Versteckmöglichkeiten anzuschaffen, sollte er sie weiterhin ausschließlich in der Voliere halten wollen.

  7. #7
    Kanari08
    Ja, ich weiß, daß die Geschlechterkonstellation sehr ungünstig ist. Sie wurden nicht so angeschafft, sondern auf Nachfrage aufgenommen (Einzelvögel aus persönlicher Abgabe). Ich glaube nicht, daß noch eine zusätzliche Henne angeschafft wird.

    Freiflug wird leider nicht möglich sein aufgrund des Standorts im Büro. Was kann man denn an Versteckmöglichkeiten anbieten, ohne zum Brüten zu animieren? Eine Henne versucht schon immer, in den Futternäpfen zu brüten...

  8. #8
    Laura
    Kanarienvögel lassen sich teilweise nur sehr schlecht bis gar nicht am brüten hindern. Besser ist es in dem Fall, den Hennen Brutmöglichkeiten zu geben und die gelegten Eier gegen Imitate auszutauschen. Können die Hennen ihrem normalen Bruttrieb nicht nachkommen, versuchen sie es wie schon beobachtet in den Futternäpfen oder ähnlichen Gefäßen, teilweise werden Eier einfach auf den Käfigboden gelegt. Die Hennen können so in dem Versuch, ein vollständiges Gelege zustande zu bringen, immer weiter legen und letztendlich in eine Legenot geraten, die tödlich enden kann.

    Wie groß ist denn die Voliere eigentlich?

  9. #9
    Kanari08
    Ich kenn´s von anderen Vögeln, daß man keine Nistmöglichkeiten anbieten soll, um den Bruttrieb nicht anzuregen. Bei Kanarienvögeln würde man das eher nicht machen?

    Wie groß die Voliere ist, kann ich nicht sagen. Es ist eine von Montana, und keine Hubschraubervoliere. Ich messe mal, wenn ich das nächste Mal dort bin.

  10. #10
    Laura
    Zitat Zitat von Kanari08 Beitrag anzeigen
    Ich kenn´s von anderen Vögeln, daß man keine Nistmöglichkeiten anbieten soll, um den Bruttrieb nicht anzuregen. Bei Kanarienvögeln würde man das eher nicht machen?
    Das trifft auf Höhlenbrüter wie zum Beispiel Papageien zu. Diese brüten nur in Höhlen und legen ohne solche nicht ab. Bei ihnen kann man das Legen daher einfach verhindern, indem man keinen Nistkasten oder ähnliche Brutstätten anbietet. Da Kanarienvögel aber keine Höhlenbrüter sind, funktioniert das bei ihnen leider nicht so einfach.

  11. #11
    Mariama
    Zitat Zitat von Kanari08 Beitrag anzeigen
    Ja, ich weiß, daß die Geschlechterkonstellation sehr ungünstig ist. Sie wurden nicht so angeschafft, sondern auf Nachfrage aufgenommen (Einzelvögel aus persönlicher Abgabe). Ich glaube nicht, daß noch eine zusätzliche Henne angeschafft wird.
    Wenn tatsächlich keine weitere Henne angeschafft werden kann, sollte in Sinne der Tiere zur Vermittlung eines Hahnes in ein gutes Zuhause nachgedacht werden. Auch wenn der Vorbesitzer seinen Hahn gern bei deinem Bekannten untergebracht hat, kann es doch nicht in seinem Interesse sein, dass sich nun alle Vögel nicht wohlfühlen. Ich vermute mal, er kennt sich mit der Haltung von mehreren Kanarienvögeln einfach nicht aus. Dem kann man mit Beratung abhelfen.

    Die Montana Voliere ist auf jeden Fall zu klein für diese Konstellation.

  12. #12
    Kanari08
    Es gibt ja verschiedene Montana-Modelle. Ich hab jetzt geschaut, seine Voliere ist ca. 1,20 lang, 80 breit und 1,40 hoch. Wäre bei der Größe denn überhaupt noch eine Henne vertretbar?

    Erfreulicherweise wachsen die Federn alle sehr schön nach. Vielleicht war es doch nur ein einmaliges Ereignis (Zugluft oder Nightfright o.ä.)?

  13. #13
    Laura
    Weder Zugluft noch nächtliche Panikattacken haben kahle Stellen an Hals, Schultern oder Bauch zur Folge. Bei Nightfrights können Schwung- und Schwanzfedern verloren gehen, ist aber auch eher selten. Das Kleingefieder ist davon in aller Regel nicht betroffen.
    Als "einmalige" Sache käme eigentlich nur die Mauser in Frage, aber dass dabei der komplette Bestand kahle Stellen im Gefieder bekommt, ist sehr ungewöhnlich.

  14. #14
    Mariama
    Zitat Zitat von Kanari08 Beitrag anzeigen
    Es gibt ja verschiedene Montana-Modelle. Ich hab jetzt geschaut, seine Voliere ist ca. 1,20 lang, 80 breit und 1,40 hoch. Wäre bei der Größe denn überhaupt noch eine Henne vertretbar?
    Besser wäre es, wenn nur vier Vögel in der Voliere leben würden. Wenn dein Bekannter aber partout keinen Hahn abgeben möchte, wäre eine weitere Henne sozusagen das kleinere Übel. Die Montana hat ja ein Trenngitter, das man bei Streitigkeiten einsetzen könnte.

    Als Versteckmöglichkeiten eignen sich unbehandelte Obstbaumzweige mit Blättern. Die würden den Vögeln wenigstens den Eindruck einer Rückzugsmöglichkeit vermitteln.

    Optimal ist die Situation allerdings überhaupt nicht. Könntest du ihn vielleicht zu einer größeren Voliere überreden?

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