Kanari resozialisieren und Freiflug



  1. #1
    puzzlecheese

    Kanari resozialisieren und Freiflug

    Hallo Community,

    meine Mutter ist vor Kurzem verstorben und hat einen 4 Jahre alten Kanarienvogel hinterlassen.

    Leider ist der Kanari nicht ganz so artgerecht behandelt worden. Erstens ist der Käfig viel zu klein, zweitens war er nun sein ganzes Leben lang in Einzelhaltung und den Freiflug hat ihm meine Mutter (aus Angst, er würde nie mehr in den Käfig gehen ) auch nie gegönnt.

    Ich möchte
    ihm in Zukunft ein besseres Leben gönnen. Da ich ihn selbst nicht halten kann, und auch mein Vater sich nicht dauerhaft um ihn kümmern kann, wäre es wohl das beste, ihn in gute Hände zu geben.

    1. Auf was sollte ich am meisten bei zukünftigen Besitzern achten? Alternativ zur privaten Vermittlung: Wie gut sind die Haltungsbedingungen generell im Tierheim, weiß das jemand?

    2. Bis wir eine/n neue/n Vogelhalter/in finden, würde ich dem Vogel gerne solange neue Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Mit vielfältigen Knabbermöglichkeiten habe ich das schon innerhalb des Käfigs hinbekommen, doch würde ich ihm auch gern den Freiflug gönnen. Allerdings scheint er nicht so richtig zu verstehen, dass er raus fliegen kann, wenn man die Käfigtür öffnet. Wie kann ich ihn denn an den Freiflug gewöhnen und ist das überhaupt (noch) sinnvoll?

    3. Wenn ein Kanarienvogel nun schon mehrere Jahre lang alleine war, ist das denn überhaupt noch so einfach und sinnvoll, ihn an andere Artgenossen zu gewöhnen? Ich habe schon das Gefühl, dass er stark einsam ist. Momentan ist er zwar in der Mauser, aber auch dafür ist er viel zu träge und sitzt viel zu oft einfach auf der Stange und schaut Löcher in die Luft

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    Hast du schon mal in dem Ratgeber von Thomas Haupt geschaut? Dort steht viel Interessantes zur Auswahl und Kauf, zur richtigen Haltung und Pflege, zur ausgewogenen Ernährung, zur abwechslungsreichen Gestaltung des Vogelheims sowie zur sinnvollen Beschäft



  3. #2
    karl-käfer
    Hallo und herzlich willkommen hier im Forum!

    Gleich zum Anfang ein paar Fragen:

    Hahn oder Henne?
    Knappermöglichkeiten? Was hast du in den Käfig gehängt?
    Was für Futter bekommt er zur Zeit? Grit, Grünzeug? Was gibt es außer den Körnern?
    Wie alt war der Vogel als er zu deiner Mutter kam und woher hat sie ihn?

    Freiflug nur wenn das Zimmer vogelsicher ist. Die Haltungsbedingungen in den Tierheimen sind sicher sehr unterschiedlich. Hier werden keine Vögel angenommen...
    Vielleicht kannst du ihn hier über das Forum vermitteln oder z.B. hier

    http://www.vogelforen.de/vermittlung...uchen-zuhause/

  4. #3
    puzzlecheese
    Hallo und danke!

    Zitat Zitat von karl-käfer Beitrag anzeigen
    Hahn oder Henne?
    Ein Hahn ist es!

    Zitat Zitat von karl-käfer Beitrag anzeigen
    Knappermöglichkeiten? Was hast du in den Käfig gehängt?
    Ich habe diese Fertigknabberstangen weggehängt und sie mit Kolbenhirse, eine Vogelsandschale und Spitzsaat reingehängt.

    Zitat Zitat von karl-käfer Beitrag anzeigen
    Was für Futter bekommt er zur Zeit? Grit, Grünzeug? Was gibt es außer den Körnern?
    Er ernährt sich gerade nur von einer Kanarien-Körnermischung, Wasser und Apfelstückchen. Ich versuche gerade herauszufinden, ob er auch anderes Obst und Gemüse mag, momentan eher mit wenig Erfolg

    Zitat Zitat von karl-käfer Beitrag anzeigen
    Wie alt war der Vogel als er zu deiner Mutter kam und woher hat sie ihn?
    Der Vogel ist vom Dehner, und war noch ein Jungvogel, als sie ihn angeschafft hat. An Genaueres kann ich mich nicht erinnern, ich war länger von daheim ausgezogen und habe das nur am Rande mitbekommen.

    Zitat Zitat von karl-käfer Beitrag anzeigen
    Freiflug nur wenn das Zimmer vogelsicher ist. Die Haltungsbedingungen in den Tierheimen sind sicher sehr unterschiedlich. Hier werden keine Vögel angenommen...
    Ja, über ein vogelsicheres Zimmer habe ich mich bereits schlau gemacht, das wäre machbar! Allerdings kann ich den Käfig den ganzen Tag sperrangelweit auf lassen und er denkt nicht mal daran, das geöffnete Gatter zu inspizieren

    Zitat Zitat von karl-käfer Beitrag anzeigen
    Vielleicht kannst du ihn hier über das Forum vermitteln oder z.B. hier

    http://www.vogelforen.de/vermittlung...uchen-zuhause/
    Danke!

  5. #4
    Mariama
    Hallo und auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum.

    Zunächst einmal möchte ich dir mein herzliches Beileid zum Tod deiner Mutter aussprechen.

    Da der Hahn bisher noch keinen Freiflug genießen durfte, wird er vermutlich gar nicht wissen, was er mit der von dir angebotenen Freiheit anfangen soll. Ich würde das Türchen einfach immer wieder öffnen, einen schönen Sitzplatz außerhalb des Käfigs anbieten und diesen mit einem Leckerli bestücken.

    Kanarienvögel baden sehr gern. Hatte er bei deiner Mutter eine Bademöglichkeit? Wenn nicht, solltest du ihm unbedingt eine anbieten. Dazu eignen sich die Badehäuschen aus dem Zoofachhandel oder ein nasses Salatblatt in einer flachen Schale.

    Bei der Vermittlung solltest du darauf achten, dass eine ausreichend große Voliere und möglichst ganztägiger Freiflug geboten werden. Das Verhältnis von Hennen und Hähne sollte entweder ausgewogen oder ein Hennenüberschuß vorhanden sein. Ansonsten streiten sich die Hähne. Im Krankheitsfall sollte ein vogelkundiger Tierarzt zur Verfügung stehen. Ich würde bei einer Vermittlung immer fragen, welcher Tierarzt die Vögel im Krankheitsfall behandelt.

    Im Tierheim würde dein Hähnchen vermutlich nicht lange bleiben, denn Kanarienvögel sind recht gefragt. Welche Sorgfalt bei der Vermittlung angewandt wird, hängt sicherlich vom jeweiligen Tierheim ab. Ich würde die Vermittlung lieber in eigene Hände nehmen. Dazu würde ich in einem Kanarienvogelfachforum inserieren und die Interessenten genau unter die Lupe nehmen.

    Ich wünsche dir viel Erfolg und ein gutes Händchen bei der Vermittlung.

  6. #5
    puzzlecheese
    Vielen Dank für die hilfreiche Antwort

    Ja, ich nehme auch an, dass er noch nicht versteht, was er von einem Freiflug hätte. Danke für die Tipps, ich werde mich gleich mal ran machen, einen kleinen Außenbereich zu gestalten, der den Kanari evtl. animiert, den Außenbereich zu "beschnuppern". Also am besten erst einmal ein Angebot in unmittelbarer Käfignähe, damit es in direkter Sichtweite ist !?

    Zwecks Bademöglichkeit: Ja, es steht ein Badehäuschen zur Verfügung, das auch rege genutzt wird. Mir ist auch aufgefallen, dass er sehr gerne in Vogelsand badet.

    Die private Suche nach einem neuen Zuhause klingt tatsächlich sinnvoller. Danke für ein paar Eckpfeiler, an die ich mich orientieren kann bei der Vermittlung.
    Geändert von puzzlecheese (23.10.2015 um 09:58 Uhr)

  7. #6
    Laura
    Zitat Zitat von puzzlecheese Beitrag anzeigen
    Ja, ich nehme auch an, dass er noch nicht versteht, was er von einem Freiflug hätte. Danke für die Tipps, ich werde mich gleich mal ran machen, einen kleinen Außenbereich zu gestalten, der den Kanari evtl. animiert, den Außenbereich zu "beschnuppern". Also am besten erst einmal ein Angebot in unmittelbarer Käfignähe, damit es in direkter Sichtweite ist !?
    Ich würde zunächst mal eine Stange oder ähnliches direkt am Türchen anbringen, damit er dort besser sitzen und landen kann. Leckerlie dazu, damit es auch interessant ist, am Türchen zu sitzen. Immerhin ist es für ihn völlig ungewohnt, da sitzen zu können. Von dort kann er sich draußen alles anschauen und wenn er dann in der Nähe einen weiteren Sitzplatz mit Leckerlie erspäht, kriegt er vielleicht Lust, mal ganz rauszukommen.
    Wundere dich aber nicht, wenn er sich zu Beginn als ziemlicher Bruchpilot entpuppt - nach Jahren ohne Freiflug ist die Flugmuskulatur garantiert verkümmert und es wird etwas Übung brauchen, bis er gut fliegen kann.

    Was die Vermittlung über ein Tierheim angeht - das ist wirklich unterschiedlich. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Tierheime bei so kleinen Tieren einfach nur froh sind, wenn sie sie los werden und da bei der Vermittlung nicht so genau hinschauen. Meistens bekommt man schon ein paar Eckdaten mit - Artgenossen sollten vorhanden sein, gutes Futter sieht so und so aus, wäre schön wenn der Pieper mal fliegen kann - aber nach Käfigmaßen, Einrichtung, tierärztlicher Versorgung oder so wurde ich noch nie gefragt. Es kam auch nie jemand zur Kontrolle, wie das bei Hunden oder Katzen Gang und Gebe ist.
    Also wenn du sicher gehen willst, dass der Kanari ein schönes Zuhause bekommt, vermittel ihn selbst. Und sollte das aus welchen Gründen auch immer nicht gehen, schau dir die umliegenden Tierheime erst mal an und informier dich über die Vermittlung, bevor du den Kleinen dorthin gibst. So kannst du schauen, welcher Verein die Kapazitäten hat, auch Kleintiere gründlich zu vermitteln.

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