umgang mit graupapagei



  1. #1
    niktor

    umgang mit graupapagei

    hallöchen

    meine mutter hat einen graupapagei, für den sie allerdings leider sehr wenig zeit hat. ich würde mich gerne mehr mit dem tier beschäftigen, weil ich das gefühl habe das dem vogel langweilig ist. ich würde mich auf jeden fall langweilen wäre ich nur ein paar stunden pro woche außerhalb meines käfiges

    der vogel ist mittlerweile über 15 jahre alt und eine handaufzucht. das geschlecht kennen wir nicht. er nimmt futter aus meiner hand und hat keine angst vor mir, soweit ich
    das beurteilen kann.
    der vogel wurde niemals trainiert. er ist zwar bei meiner mutter handzahm, allerdings hab ich angst das er mich beißen wird würde ich ihm zu nahe kommen, ohne etwas essbares anzubieten. der letzte versuch in dieser richtung ist allerdings schon ein paar jahre her, und hat mir eine kleine narbe am finger eingebracht in den letzten monaten hab ich mich mehr mit dem vogel beschäftigt, gebe ihm viel frisches obst und spreche auch öfter mit ihm.

    es wäre schön wenn ich den vogel auf die hand bekommen würde, damit ich ihn in der wohnung bewegen kann. ich denke es wäre schön für den vogel gesellschaft zu haben, der käfig steht allerdings nicht in meinem zimmer. da ich öfter als meine mutter zuhause bin würde ich ihn dann einfach in meiner nähe "deponieren" (ja, doofes wort für ein lebendes wesen^^). ich könnte auch den käfig bewegen, allerdings ist dieser sehr groß und sperrig, es wäre einfacher den vogel ohne käfig mitzunehmen.

    habt ihr tipps für mich wie ich zum einen die angst vor dem vogel verlieren kann, zum anderen den vogel "mobil" bekomme? muss ich etwas besonderes beachten? ich kann die körpersprache leider nicht deuten, dementsprechend weiß ich auch nicht unbedingt wann der vogel entspannt ist etc.
    was bedeutet es zB wenn der vogel seinen schnabel an der stange reibt? oder wenn er sich duckt, die flügel leicht von sich streckt und die federn eng anlegt?

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  3. #2
    Mariama
    Hallo Niktor,

    herzlich willkommen im Forum.

    Es ist schön, dass du dich um den Vogel kümmern möchtest.

    Zitat Zitat von niktor Beitrag anzeigen
    ich denke es wäre schön für den vogel, gesellschaft zu haben
    Das stimmt. Graupapageien sind Schwarmtiere und brauchen unbedingt einen Artgenossen, um sich wirklich wohl zufühlen. Menschliche Gesellschaft ist immer nur ein sehr unzureichender Ersatz.

    Meinst du, du könntest deine Mutter überzeugen, eurem Vogel einen Artgenossen zu gönnen?

    So einfach wird eine Vergesellschaftung bei einem handaufgezogenen Vogel, der immer nur allein gehalten wurde, nicht. Aber wenn du eine Chance siehst, reden wir darüber, wie man das Problem am besten angeht.

  4. #3
    Laura
    Hallo und willkommen im Forum!

    Ich finde es sehr schön, dass du dem Vogel etwas Beschäftigugn bieten möchtest, denn die momentane Haltung ist leider wirklich sehr suboptimal - um es mal "nett" auszudrücken.
    Grade Graupapageien sind hochintelligent und hochsozial. Theoretisch bräuchte ein Einzeltier täglich 8 Stunden Beschäftigung, um ausgelastet zu sein, und damit wäre es noch nicht glücklich. Denn ein Graupapagei braucht einen Partner. Da führt kein Weg dran vorbei, der Mensch kann sich so viel er will mit ihm beschäftigen, er wäre niemals glücklich. Einzelhaltung bei Papageien ist einfach Tierquälerei. Auf lange Sicht würde ich dir und deiner Mutter daher unbedingt raten, das Geschlecht des Vogels bei einem vogelkundigen Tierarzt bestimmen zu lassen und nach einem gegengeschlechtlichen, gleichaltrigen Partner zu suchen. Da es sich um eine Handaufzucht handelt und der Vogel daher völlig fehlgeprägt ist, kann es sein, dass die Vergesellschaftung nicht ganz einfach wird, aber bitte gebt nicht auf und stempelt das Tier als "nicht vergesellschaftbar" ab. Kein Papagei ist das. Er ist grade mal 15 Jahre alt, er hat noch Jahrzehnte vor sich.

    Bis dahin wäre es schön, wenn der Vogel jeden Tag Freiflug bekommen könnte.
    Bei der Zähmung lass das Tier entscheiden, wie weit du gehen darfst. Du erkennst einen entspannten Vogel daran, dass er normal sitzt, normale Augen hat und das Gefieder locker liegt. Beginnt er sich zu ducken, die Augen aufzureißen oder das Gefieder eng anzulegen, hat er Angst oder fühlt sich unwohl. Leicht von sich gestreckte Flügel dienen als Vorbereitung zur Flucht oder auch als Drohung. Geh so nah an den Vogel heran, wie er entspannt bleibt, sprich ruhig mit ihm und biete ihm eine Leckerei an. Wenn er schon von allein zu dir kommt, belohn ihn dafür, dann könnt ihr auch schon Tricks üben oder Knobelspiele machen. Sollte er zu dir kommen und dich beißen, bestrafe ihn mit einem lauten "Nein!" und setz ihn wieder weg. Trag ihn nicht über Augenhöhe (also z.B. auf der Schulter), dann fühlt er sich überlegen.
    Insgesamt muss dir bewusst sein, dass die Unfähigkeit, die Körpersprache zu deuten, nicht nur dein Problem ist. Der Papagei kann den Menschen ebenso missverstehen, da er instinktiv andere Reaktionen von seinem Partner erwartet. Ein Mensch ist nun mal kein Papagei und wird niemals einen artgleichen Partner ersetzen können.

  5. #4
    niktor
    eine vergesellschaftung wurde vor 10 jahren schon probiert. leider haben die beiden sich nicht vertragen und das thema war vom tisch. es würde mich natürlich freuen wenn der vogel einen artgenossen bekäme, allerdings gehts uns finanziell momentan nicht so gut. ich werd auf jeden fall mit ihr darüber sprechen, allerdings wird das in naher zukunft auf keinen fall was.

  6. #5
    Laura
    Habt ihr die Vergesellschaftung versucht, ohne das Geschlecht eures Vogels zu kennen? Vielleicht hatten beide das gleiche Geschlecht und es hat daher nicht so gut gepasst. Mitunter dauern Vergesellschaftungen auch recht lang, da sollte man nicht zu schnell aufgeben.

    Sprich doch mal mit deiner Mutter, in Ruhe, es muss ja nicht sofort sein. Der Vogel ist schon Jahre allein, da kommt es jetzt auf ein paar Wochen nicht mehr an. Vielleicht wäre das ein schöner Vorsatz für's neue Jahr...
    Im Übrigen findet ihr im Tierschutz sicher einen Vogel, der nicht so teuer wie ein Tier vom Züchter ist, falls das ein ausschlaggebender Punkt ist.

  7. #6
    Mariama
    Damals wurde die Vergesellschaftung sicherlich falsch angegangen. Ein zweiter Graupapagei muss auch gar nicht teuer sein, denn viele Vögel sitzen in Auffangstationen und warten auf einen Partner und ein schönes Zuhause. Die würdet ihr gegen eine geringe Schutzgebühr bekommen.

    EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

    ...wir überschneiden uns heute ständig, Laura.

  8. #7
    niktor
    ja, das wurde ohne geschlechtsbestimmung versucht. ihr habt wahrscheinlich recht damit das die vergesellschaftung völlig falsch angegangen wurde. das man einen artgenossen auch gegen eine geringe schutzgebühr haben könne wird wahrscheinlich sehr hilfreich was die diskussion mit meiner mutter angeht was kann ich denn machen um die angst vor dem vogel zu verlieren? der letzte versuch endete halt mit einem sehr bösen biss, seitdem bin ich wirklich etwas ängstlich wenn der vogel mir zu nahe kommt, und solange er nicht im käfig sitzt halte ich immer einen gehörigen respektsabstand zu ihm (zumindest wenn ich ihm nichts essbares gebe. mit leckerchen in der hand tut er mir nix^^).

    zu dem freiflug: ich kann mich nicht erinnern den vogel in den letzten 12 jahren fliegend gesehen zu haben. allerdings lass ich ihn jeden tag ein stündchen raus, er klettert dann auf seinen käfig und läuft hin und her, oder klettert auf seinen kletterbaum und sitzt dort rum. es ist allerdings immer ein kampf ihn wieder in den käfig zu locken. er lernt sehr schnell, und hat mittlerweile rausgefunden wann ich ihn wieder in den käfig locken möchte. es wird von mal zu mal schwieriger

  9. #8
    Mariama
    An deiner Stelle würde ich zunächst die Diskussion mit deiner Mutter in Angriff nehmen. Sobald der Vogel dich als seinen Partner erwählt, würde eine Vergesellschaftung mit einem Artgenossen nämlich noch schwerer werden.

    Einzeln gehaltene Papageien suchen sich mit Eintritt der Geschlechtsreife in Ermangelung eines artgleichen Partners einen Menschen im Haushalt aus und verhalten sich dann wie ein eifersüchtiger Ehemann oder eine eifersüchtige Ehefrau.

    Wie ist es denn bei euch? Betrachtet euer Vogel deine Mutter als seine Partnerin oder kümmert sie sich dafür zu wenig um ihn?

  10. #9
    niktor
    woran würde ich denn erkennen wen der vogel als partner ausgewählt hat?

  11. #10
    Mariama
    Fliegt er zu deiner Mutter sobald sie den Raum betritt? Versucht er, ständig bei ihr zu sitzen? Balzt er sie an? Greift er andere Menschen an, die sich ihr nähern?

    Man merkt eigentlich recht deutlich, wenn sich ein Papagei einen menschlichen Partner erwählt hat. Oft ist es ein gegengeschlechtlicher Mensch, denn Papas können merkwürdigerweise leicht unser Geschlecht bestimmen. Manchmal hängt es bei einer Handaufzucht auch davon ab, welches Geschlecht die aufziehende Person hatte.

    Ich hatte mal einen einzeln gehaltenen Amazonenhahn (Wildfang) in Krankheitspflege, der sich mich recht schnell als neue Partnerin ausgesucht hat. Auch in seinem ursprünglichen Zuhause war die Frau sozusagen seine Ehefrau. Er hat jeden Mann angegriffen, der sich ihr und später mir näherte. Selbst auf den Zentralheizungsinstallatuer reagierte er aggressiv, als er in meinem (uns seinem) Zimmer die Heizung reparierte.

  12. #11
    niktor
    soweit ich das beurteilen kann verhält er sich niemandem gegenüber aggressiv.auch wenn sich emand meiner mutter nähert bleibt er ruhig. wie das balzverhalten aussieht kann ich nicht sagen, deswegen da keine ahnung. er versucht nicht zu fliegen, und wenn meine mutter ihn raus lässt bleibt er auf seinem käfig oder seinem kletterbaum, der direkt daneben steht. meine mutter hat ihn mit der hand aufgezogen.

  13. #12
    Midoriyuki
    Offtopic:

    Mh. Das klingt nach einer ausgewachsenen Depression, wenn ich das als Laie mal so einwerfen darf...zumindest war mein Kindheits-Welli in Einzelhaltung ebenso drauf und dem ging´s echt furchtbar, weil ein Partner fehlte.

  14. #13
    niktor
    Zitat Zitat von Midoriyuki Beitrag anzeigen
    Offtopic:

    Mh. Das klingt nach einer ausgewachsenen Depression, wenn ich das als Laie mal so einwerfen darf...zumindest war mein Kindheits-Welli in Einzelhaltung ebenso drauf und dem ging´s echt furchtbar, weil ein Partner fehlte.
    wie kommst du denn zu der annahme? ich wusste gar nicht das tiere depressiv werden können, wieder was gelernt Oo
    ich weiß ja nicht inwiefern sich das äußern würde. der vogel pfeift den ganzen tag, rupft sich keine federn und scheint ansonsten auch ganz fit zu sein.

  15. #14
    Muhri
    Naja, ein Vogel der nicht mal Flugversuche macht ist mit Sicherheit nicht komplett normal.. Mein Vogel war auch depressiv, als er für eine kurze Zeit nach dem Tod des Zweiten alleine war. Die hat ebenfalls den ganzen Tag Geräusche von sich gegeben : in der Hoffnung jemand antwortet. war eine Trauzeuge Zeit bis zum Einzug vom neuen Zweiten. Aber sie war auch Vögel von Anfang an gewohnt

  16. #15
    Mariama
    Hallo Niktor,

    mir kam der gleiche Gedanke wie Midoriyuki und Muhri. Ein allein gehaltenes Schwarmtier, dass nicht einmal zu den einzig verfügbaren Lebewesen Kontakt aufnimmt ist zumindest sehr ungewöhnlich...

    Kann er denn überhaupt fliegen?

  17. #16
    niktor
    hmm ja ok, gut zu wissen. fliegen kann er wohl, hat es aber wie gesagt schon ewig nicht mehr versucht. das er den ganzen tag pfeift hab ich auch schon als ähnlich interpretiert, das er auf eine antwort wartet. er pfeift auch nur wenn niemand in der nähe ist. ich pfeif natürlich immer brav zurück, aber ich bin ja auch nicht immer da. deswegen wollte ich ihn auch soweit handzahm bekommen das ich ihn mitnehmen kann wenn ich nicht in der nähe des käfigs bin

    das gespräch bezüglich eines artgenossen verlief überraschend gut. meine mutter findet die idee gut, allerdings wird es noch ne zeit dauern bis ich sie soweit hab das wir auch einen zweiten anschaffen. aber der anfang ist getan, an dieser stelle danke schonmal. von allein wär ich nicht auf die idee gekommen sie darauf anzusprechen

  18. #17
    Muhri
    Zitat Zitat von niktor Beitrag anzeigen
    das gespräch bezüglich eines artgenossen verlief überraschend gut. meine mutter findet die idee gut, allerdings wird es noch ne zeit dauern bis ich sie soweit hab das wir auch einen zweiten anschaffen. aber der anfang ist getan, an dieser stelle danke schonmal. von allein wär ich nicht auf die idee gekommen sie darauf anzusprechen
    Das finde ich ganz super von dir / euch!

  19. #18
    Laura
    Zitat Zitat von niktor Beitrag anzeigen
    das gespräch bezüglich eines artgenossen verlief überraschend gut. meine mutter findet die idee gut, allerdings wird es noch ne zeit dauern bis ich sie soweit hab das wir auch einen zweiten anschaffen. aber der anfang ist getan, an dieser stelle danke schonmal. von allein wär ich nicht auf die idee gekommen sie darauf anzusprechen
    Das finde ich auch einen sehr positiven Anfang. Ein Papagei ist kein Haustier, dass man sich mal eben schnell anschafft, das will gut durchdacht und nicht übereilt sein. Bis es letztendlich so weit ist, dass ihr konkret daran denkt, einen Partner dazu zu holen, könnt ihr die Zeit ja nutzen, euch ausführlich mit den Ansprüchen, dem Verhalten und dem Thema Vergesellschaftung auseinander zu setzen. Das will ja auch getan sein

  20. #19
    Mariama
    Hallo Niktor,

    das ist doch schon mal ein guter Anfang.

    Du könntest ja schon mal mit deiner Mutter besprechen, wie man den zweiten Versuch einer Vergesellschaftung am besten angeht. So einfach einen gegengeschlechtlichen Partner dazu setzen wird nämlich wieder nicht funktionieren.

    Euer Vogel hat als Handaufzucht nie das richtige Sozialverhalten gelernt. Er würde wie ein Mensch, der als Säugling vom Wölfen aufgezogen wurde und als Erwachsener plötzlich zu anderen Menschen kommt, gar nicht mit Artgenossen kommunizieren können. Ideal wäre, wenn er vorübergehend in einer Auffangstation in eine Gruppe käme, dort langsam das passende Sozialverhalten lernt und sich schließlich dort selbst einen Partner/eine Partnerin wählt.

    Dann nehmt ihr das glückliche Paar zu euch nach Hause.

    Magst du dich schon mal umschauen, ob es in eurer Nähe eine passende Auffangstation gibt? Die könntest du schon besuchen und dich mit den Leuten unterhalten.

    Sollte diese Lösung nicht realisierbar sein, hängt die zweitbeste Alternative davon ab, wie eng die emotionale Beziehung des Vogels zu euch ist. Betrachtet er euch als seinen Schwarm, sollte eine Verpaarung lieber nicht in seiner gewohnten Umgebung versucht werden.

    Ist auch dies nicht möglich, müsst ihr zuhause besondere Bedingungen schaffen um den Erfolg einer Vergesellschaftung wahrscheinlich werden zu lassen. Darüber können wir dann später hier gerne weiter reden, falls es die einzige Alternative bleiben sollte.

    Wie Laura dir schon schrieb, wäre der erste Schritt aber, das Geschlecht des Tier von einem Facharzt für Ziervögel herausfinden zu lassen. Solche Ärzte findest du hier: www.vogeldoktor.de
    In den Bewertungen findest du Hinweise auf Kompetenz und Schwerpunkte der jeweiligen Tierärzte.

    Möglicherweise weiß der Tierarzt sogar von derzeit zu vermittelnden Graupapageien in eurer Region und kann bei der Vergesellschaftung helfen.

Diskussion zum Thema umgang mit graupapagei im Forum Papageien Forum bzw. Hauptforum Vogel Forum:
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