Thema des Monats: Die EU will, dass zahlreiche Arten verschwinden



  1. #1
    Mod-Team

    Thema des Monats: Die EU will, dass zahlreiche Arten verschwinden


    Waschbären, Grauhörnchen und Co. sind in Europa nicht mehr willkommen, geht es nach dem Willen der EU. Diese hat im Juli eine Negativliste veröffentlicht. Und wer darauf steht, soll aussterben. Halter von Arten der Negativliste müssen dann dafür sorgen, dass diese sich nicht mehr fortpflanzen. Ebenso verboten sind Import und Verkauf. Für Zoos bliebe nach dem Tod der Bestandstiere nur, Tiere im eigenen Land einzufangen, wenn sie die Art weiter zeigen wollen. Eine Alternative sind vielleicht noch Tiere, die von Tierschützern aus der Natur entnommen werden mussten, weil sie verwaist waren und per Hand aufgezogen werden mussten oder verletzt aufgefunden wurden. Eine Wiederauswilderung von Neozoen ist nämlich nicht erlaubt.
    Die Intention hinter dem Ausrottungswunsch? Naturschutz. Denn auf der Liste stehen invasive Arten, die die hiesigen Ökosysteme bedrohen. Wie allerdings mit den Tieren in freier Wildbahn umgegangen werden soll, die ja das eigentliche Problem sind, wird nicht EU-weit geregelt. Das können die einzelnen Länder selbst bestimmen. EU-weit soll nur unterbunden werden, dass Tiere aus Menschenhand in die Natur entkommen.

    Was haltet ihr davon? Meint ihr, ein Aussterben dieser Arten in menschlicher Obhut hilft dabei, die invasiven Arten zurück zu drängen? Oder ist das nur ein Tropfen auf den heissen Stein?

    Wie steht ihr generell zu Waschbär und Co.? Meint ihr, die gehören schon hier her und sollen bleiben? Oder sollten wir schauen, dass sie wieder verschwinden?
    Wenn Letzteres, welche Massnahmen sind für euch ok, welche ein No-Go?



  2. #2
    jamie<3
    Ich bin gegen die neue EU Verordnung.
    Besonders im Bezug auf Waschbären.

    Gründe kann man hier nachlesen

    edit: Link zu Petition entfernt.
    Geändert von Nienor (03.09.2016 um 20:38 Uhr) Grund: Petitionen nach Absprache mit dem Mod-Team einstellen, die sich auf seriösen Plattformen (z. B. deutscher Bundestag) befinden

  3. #3
    McLeodsDaughters
    Ich seh das so ein bisschen zwiegespalten.

    Wenn die Tierarten die einheimischen vertreiben, dann sollte da schon was gemacht werden.

    Auf der anderen Seite sind die meisten Tiere irgendwann hier eingeschleppt worden, meistens auch noch bewusst.

  4. #4
    Elkecita
    Es gibt schon viele Probleme aufgrund eingeschleppter nicht-heimischer Tierarten. Ein gutes Beispiel dafür ist auch der amerikanische Flusskrebs, der dazu führt, dass der europäische Flusskrebs praktisch am Aussterben ist. Auch bei den Grauhörnchen habe ich ähnliches gehört, nämlich, dass sie grösser und stärker als die heimischen roten Eichhörnchen sind und diese zurückdrängen. Auch Waschbären finde ich, gehören nicht nach Europa. Die Riesenschwärme von Sittichen und Papageien, die sich unkontrolliert vermehren und die ganze Städte unsicher machen, sind sicher auch ein gutes Beispiel dafür, denn sie verdrängen ebenso heimische Vogelarten.

    Ich finde es gut, dass da kontrolliert wird. Allerdings ist es ja gerade bei Vogelarten so, dass die Fortpflanzung durch verantwortungsvolle Züchter nicht unterbunden werden sollte, woher sollte man den sonst Sittiche, Papageien, Kanarienvögel und sonstige Vögel bekommen. Da müssen genaue Richtlinien her, damit nicht alles über einen Kamm geschert wird.

    Ein nicht ganz einfaches Thema.

  5. #5
    Kiwi
    Habt ihr zu dem Thema noch eine verlässliche Quelle?

  6. #6
    Elkecita
    Ich hab zum Beispiel Folgendes gefunden:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...a-1102877.html

    EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

    problematisch sehe ich die Aussage, dass in Zoos keine Nachzucht mehr betrieben werden darf. Aber gerade bei Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind, wie zB Pandabär, ist es doch gerade sinnvoll, diese Tiere in Zoos zu vermehren. Demnach dürften auch keine Raubkatzen (ausser den europäisch heimischen Raubkatzen) mehr vermehrt werden, keine Elefanten, keine Antilopen, etc etc
    Ob das Sinn hat oder ob das reell und zu verwirklichen ist????

  7. #7
    *Mischling*
    Über das Beispiel Waschbär kam neulich was im TV. In den 1920ern(?) nach Deutschland eingeschleppt, um irgendeine andere, unliebsame Art auszurotten, hat er sich bis heute gut hier eingelebt und so stark vermehrt, dass Bauern jetzt den kleinen Kerl selbst zum Feind erklärt haben. Ich bin der Meinung: Irgendwo ist Schluss. Das Tier hat sich hier (wobei 100 Jahre eine sehr kurze Zeit sind) eingelebt und sucht sich nun seinen Platz in diesem Ökosystem. Dass es das muss, hat der Mensch verschuldet. Jetzt wieder einzugreifen, in dem Glauben, man müsse "regulierend tätig werden", halte ich für die falsche Lösung.

    Einfach mal raushalten und die Natur machen lassen ist ein ziemlich radikales Konzept, das weiß ich. Aber einen Versuch wäre es vielleicht mal wert. Sind es nicht die Waschbären, die im Müll wühlen oder die Ernte fressen, sind es Füchse, Wildschweine, Marder, Vögel oder – wenn wir irgendwann alle Tiere ausgerottet haben – die bösen Nachbarn. Die Natur wird immer einen Weg finden, einem die Ernte zu ruinieren o.ä.. Damit muss man bis zu einem gewissen Grad nunmal rechnen.

    Ich habe einfach den Eindruck, dass sich hier Interessengruppen durchsetzen, die in dieser Sache lieber keinen Einfluss haben sollten. Denn schlussendlich geht es bei dieser Sache nicht darum, das Ökosystem zu schützen, sondern das, was dem Menschen lieb und teuer ist.

    Und das hier ist dann eben der Gipfel. Dass Bejagung und Hinrichtung bereits wilder Tiere nicht einmal ausreicht (in Deutschland zumindest läuft es so), sondern dass sogar Zoos ihren Bestand aussterben lassen sollen. Das wäre, als würde man ein Stück Geschichte wegfegen wollen, aus Angst, sie könne sich wiederholen.

  8. #8
    Calimero
    Elke, Zoos sollen doch nur die Tiere auf dieser Liste nicht weiter züchten, dort ist doch nirgendwo die Rede von anderen Tieren, ganz zu schweigen schon bedrohten Arten.

    Ich finde das Thema sehr umfangreich, ich denke, es mag schon Tiere geben, die das Ökosystem gefährden. Wo ich auf jeden Fall Verständnis habe, sind einige Pflanzen. es gibt zum Beispiel giftige Pflanzen, die sich unkrautartig vermehren. Mich würde jedoch für jede auf dieser Liste genannte Spezies eine Begründung interessieren.

  9. #9
    Nienor
    Aber gerade bei Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind, wie zB Pandabär, ist es doch gerade sinnvoll, diese Tiere in Zoos zu vermehren. Demnach dürften auch keine Raubkatzen (ausser den europäisch heimischen Raubkatzen) mehr vermehrt werden, keine Elefanten, keine Antilopen, etc etc
    Arten, die vom Aussterben bedroht sind, sind in der Regel nicht invasiv. Um invasiv zu sein, brauchen die Arten ein enormes Anpassungsvermögen. Das fehlt vielen Arten, die vom Aussterben bedroht sind aber - sonst gänge es den Beständen ja prächtig. Aber ich kann dich beruhigen: Panda und Co. stehen nicht auf der Liste:

    http://eur-lex.europa.eu/legal-conte...LEX:32016R1141

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