Haltung Weißkopfpapageien



  1. #1
    Bernd B.

    Haltung Weißkopfpapageien

    Hallo ins Forum,

    ich halte seit kurzem zwei junge Weißkopfpapageien. Zwar habe ich aus früheren Zeiten einige Sittich- und Papageienerfahrung, doch dies liegt schon lange zurück, und ich bin auch komplett unerfahren gegenüber dieser Art. Daher habe ich einige Fragen an eventuell erfahrenere Forumsmitglieder:

    1) Es gibt bei meinem Futterlieferanten ein spezielles Kleinpapageienfutter sowie ein Diätfutter. Das Kleinpapageienfutter enthält alle Saat-/Getreidesorten, die auch im Diätfutter vorhanden sind, darüber hinaus noch weitere, ist aber einiges teurer. Kann ich meine Tiere unter Zugabe von Obst mit dem
    Diätfutter (Zutaten: Dari, Milo, Buchweizen, Hanf, Hafer, Gerste gestutzt, Weizen, Paddyreis und Kardi) vollwertig ernähren? Muss ich – was vielfach behauptet wird – bei Pionus-Arten überhaupt auf fettreiche Saaten wie Sonnenblumenkerne verzichten?

    2) Gibt es irgendwelches Obst oder Gemüse (Kohl, rohe Kartoffeln?), das Papageien nicht vertragen oder kann ich alles, was auch wir Menschen an Rohkost verzehren, auch an die Tiere verfüttern? Geht auch aufgetaute Tiefkühlkost wie Erbsen oder Beeren?

    3) Wie schaut´s aus mit Kalkzusatz – ein Kalkstein, oder gibt´s was, was man unters Körnerfutter mengen sollte?

    4) Die Voliere hat zwei Schubladen mit den Grundmaßen 80x80 cm. Sand macht eine ganz schöne Sauerei in dem Zimmer, in dem die Tiere untergebracht sind. Kann ich stattdessen Pappe nehmen oder gar Zeitung? Oder würden die Tiere Schaden nehmen, wenn sie daran knabbern würden?

    5) Kann ich – außer Ästen von Nadelbäumen und mit Grünspan bedeckten – grundsätzlich alle Äste von Bäumen und Sträuchern aus der Natur den Tieren zum Knabbern und als Sitzstangen anbieten?

    6) Eines der Tierchen zeigt etwas merkwürdige Verhaltensweisen: Im „Ruhezustand“ hängt der Kopf sehr weit nach hinten und der Kropf wölbt sich weit vor. Sollte ich da mal einen Tierarzt den Kropf untersuchen lassen? Des Weiteren schläft er trotz reichlichem Stangenangebot bis auf Weiteres immer nur auf dem Metallrand eines Futternapfes. Kann dies auf Dauer den Krallen schaden… und was sollte ich dann dagegen tun?

    Ich weiß – viele, viele Fragen, und wahrscheinlich kommen noch weitere dazu. Für alle hilfreichen Antworten und weitere Haltungsvorschläge wäre ich auf jeden Fall sehr dankbar.

    Bernd B.



  2. #2
    Laura
    Hallo Bernd,

    solche Papageien sind nicht unbedingt mein Spezialgebiet, aber auf einen Teil der Fragen kann ich dir trotzdem antworten.

    Zu 2): Hier findest du eine Liste mit Frischfutter, das für Vögel verträglich ist. Gemüse und Obst
    Aufgetautes Frischfutter geht auch, solange es sich um Sorten handelt, die Vögel fressen dürfen.

    3) Kalk sollte in irgendeiner Form angeboten werden, bei einem Kalkstein können die Vögel sich je nach Bedarf selbst versorgen und den Schnabel wetzen, sofern sie ihn annehmen, ansonsten ist Kalk im Vogelsand enthalten und es gibt diverse Mineralpräparate, die über das Futter gestreut werden können. Meine Vögel haben einen Stein, Grit und bekommen zusätzlich während der Mauser ein Pulver über's Futter.

    4) Vogelsand brauchst du nicht zwingend, du kannst auch Küchen- oder Zeitungspapier verwenden oder, wenn es optisch etwas ansprechender sein soll, diverse Einstreuarten aus dem Kleintierbereich. Dann musst du allerdings eine Schale mit Grit anbieten, da die Vögel die kleinen Steinchen für die Verdauung brauchen.

    5) Nein, ebenso wie beim Frischfutter sind auch längst nicht alle Strauch- und Baumarten ungiftig und tatsächlich gehören Nadelhölzer nicht unbedingt zu den Arten, von denen man die Finger lassen muss. Vögel reagieren auf viele Gifte ganz anders als Menschen Hier findest du eine Liste, welche Sorten du nehmen kannst.

    6) Wie lange hast du die Tiere denn schon? Macht er das von Anfang an? Ist der Vogel sonst auffällig? Manche Vögel haben merkwürdige Ruhe- und Schlafpositionen, vor allem in der Eingewöhnungsphase. Ich würde es beobachten und bei weiteren Aufälligkeiten zum Tierarzt gehen.

  3. #3
    Bernd B.
    Hallo Laura,

    Vielen Dank für die informativen Antworten - ich werde versuchen, alles so gut wie möglich in die Praxis umzusetzen. Falls sich noch weitere Fragen oder Probleme ergeben, hoffe ich, mich wieder an dieses Forum wenden zu können, jetzt muss ich aber wieder vom Laptop weg, da mich Bert & Muck (so heißen die beiden) im Augenblick doch ganz schön in Beschlag nehmen!

    Bernd

  4. #4
    Bernd B.
    Hallo noch mal,

    nach 2 Wochen mit Bert & Muck sind noch ein paar weitere Fragen bzgl. der Ernährung aufgekommen...

    ...1.: Die Akzeptanz von Obst und Gemüse ist bei meinen beiden Zöglingen ein wenig... eingeschränkt! Beim Obst wird eigentlich nur Apfel gern genommen, beim Gemüse sind´s immerhin Paprika und Tomate. Soll ich andere Sorten beharrlich weiter ausprobieren, soll ich die oben genannten einfach mal weglassen - damit quasi andere Sorten "aufzwingen", - soll ich´s mit dem Obst-/Gemüse-Mix anders handhaben als bislang (Sie kriegen 2x täglich einen Mix aus verschiedenen Sorten in einem Top), sprich, mehrere Näpfe anbieten?

    ...2.: Eine Extra-Schale mit Grit bleibt unangerührt, der Mineralienstein wird lediglich als Schlafplatz "missbraucht" (in sehr eigenwilliger Körperhaltung). Soll ich nicht besser doch eine Löffelspitze Grit auch - wie das Mineralienpulver - unter das Körnerfutter oder vlt. auch Obst mischen? Oder ist es überflüssig, wenn sie´s nicht anrühren?

    Das war´s erst mal für heute,
    Bernd B.

  5. #5
    Laura
    Hallo Bernd B.,

    manche Vögel sind etwas eigenwillig, was das Frischfutter angeht. Hier hilft Geduld und ausprobieren. Vielleicht kannst du die Sachen mal in den Käfig hängen, anstatt sie kleinzuschneiden, sodass die Vögel daran knabbern können. Es gibt auch so extra Obstspieße (ohne Spitze unten), auf die man das Frischfutter stecken und dann aufhängen kann. Manche mögen für den Anfang auch lieber blättrige Sachen wie Salat, Petersilie, Löwenzahn. Wenn die beiden zahm sind kannst du auch versuchen, es ihnen als Leckerlie schmackhaft zu machen und direkt in den Schnabel zu geben, wenn sie es dann wieder ausspucken macht ja nichts, aber vielleicht probieren sie so auch mal neue Sachen aus.

    Wenn den Tieren Grit zur Verfügung steht (und sie wissen wo), werden sie dran gehen, wenn sie es brauchen. Vögel nehmen das instinktiv und gezielt für die Verdauung auf. Ich glaube ich habe keinen meiner Vögel je an der Gritschale richtig fressen sehen, sie haben mehr Spaß daran, sie runterzuschmeißen Auf Röntgenaufnahmen hatten aber bisher alle meiner Piepser Gritteilchen im Drüsenmagen, also nehmen sie es schon auf. Aber man sitzt ja auch nicht den ganzen Tag vor'm Käfig und schaut, was die Piepser machen.

  6. #6
    Kathi68
    Hast du das Gemüse bisher in einem Napf angeboten, so könntest du es ja mal mit einer Futterkugel ( ich glaube ,die gab es eigentlich für die Nager) versuchen. Jetzt wirst du dich sicher fragen ,warum ?! Ich hatte mal irgendwo gelesen, dass es für Vögel interessanter ist, wenn die ein bisschen turnen müssen , um ans Obst, Gemüse zu kommen. Übrigens sind meine Pipser ganz vernarrt in Äpfel, grüner Salat ; Mohrrübe und Petersilie. Kalksteine hatten wir schon einige verschiedene. Aber nicht jeden mögen sie. Weiß aber jetzt nicht ihre Namen. Meine Vögel sind mit den schon genannten Obst/ Gemüse voll zufrieden. Vom Grosssittischfutter suchen sie sich nur bestimmte Sonnenblumenkerne aus, alles andere an Körnern lassen sie einfach liegen. Sehr zu meinem Verdruss. Aber Kolbenhirse, die fressen sie sofort bis zum letzten Korn, obwohl sie so klein sind.

  7. #7
    Bernd B.
    Danke für die prompten Antworten.

    Den "Obstspießtrick" werde ich mal versuchen; eine Frage noch zum Keimfutter: Ich habe es - wie das spezielle Pionus-Futter - bei Hungenberg (ist quasi bei mir um die Ecke) bestellt, hab etwas Wasser in einer Schale hinzugegeben... aber nach 24 Std. ist nix passiert - keine Keime, keine Veränderung, nur ein etwas muffiger Geruch.

    Was mache ich falsch? Oder: Was wäre eine Alternative zum Keimfutter?

    VG, Bernd

  8. #8
    Laura
    Ich habe selbst schon lange nichts mehr gezogen, aber braucht Keimfutter nicht sowieso 2-3 Tage, statt nur 24 Stunden? Hat es keine Anleitung zu dem Futter, das du hast?
    Dass es ein bisschen riecht ist normal, allzu muffig oder säuerlich sollte es aber nicht sein. Damit das Keimfutter nicht kippt, sollte es alle paar Stunden gespült werden, geht am einfachsten in einem Sieb, da können die Saaten auch gleich wieder drin abtropfen, denn schwimmen sollen sie ja auch nicht.

    Eine ähnliche Alternative zum Keimfutter fällt mir spontan nicht ein. Man kann auch Kolbenhirse keimen lassen, ist ja aber im Endeffekt nichts anderes als "Keimfutter am Stiel". Keimfutter ist sehr gesund und voller Vitamine und Nährstoffe, die könnte man sonst über ein ausgewogenes Frischfutterangebot zuführen oder über spezielle Präparate (letztere sind bei einer vielfältigen und gesunden Ernährung aber eigentlich nicht nötig). Probier es doch einfach noch mal mit dem Keimfutter und nicht wundern, falls die Vögel auch das nicht gleich fressen, meine haben auch eine Weile gebraucht.

  9. #9
    Amber
    Zitat Zitat von Kathi68 Beitrag anzeigen
    so könntest du es ja mal mit einer Futterkugel ( ich glaube ,die gab es eigentlich für die Nager) versuchen. Jetzt wirst du dich sicher fragen ,warum ?! Ich hatte mal irgendwo gelesen, dass es für Vögel interessanter ist, wenn die ein bisschen turnen müssen , um ans Obst, Gemüse zu kommen.
    Hallo,

    wenn du diese Gitterbälle meinst, in denen man das Gemüse hinein stopfen kann, so würde ich davon dringend abraten.
    Ich hatte so eins für meinen damaligen Goldhamster und Killer ist da einmal hinein geklettert und kam nur mit Glück da wieder heraus (das Ding landete direkt in den Müll). Ähnliche Gefahr sehe ich auch für Papageie, wenn sie ihren Kopf zwischen die Stäbe schieben, denn manche stellen sind bei denen doch sehr eng.

    Eine sehr gute Anleitung zum herstellen von Keimfutter findest du, Bernd, in dem Link: http://www.birds-online.de/nahrung/k...keimfutter.htm
    Ich hab damals bei einem kranken Welli das Futter 6 Stunden im Wasser quellen lassen und diesen dann nach gründlichem durchspülen als Quellfutter angeboten. Für das Keimen dann einfach, wie bei Birds-Online beschrieben, weiter, ohne Wasser, aber mit mehrmaligen durchspülen der Saaten, keimen lassen, bis mindestens 24 Stunden geschafft sind.

    Meinen konnte ich an das Futter gewöhnen, in dem ich eine hälfte des Napfes das Quelffutter reichte und in dem selben Napf, neben dem Quellfutter, dann das normale Körnerfutter anbot.
    Der Vogel nahm dadurch dann eher zufällig das ungewohnte Quellfutter auf und fand gefallen daran. Wenig später war es dadurch dann auch kein Problem von Quellfutter auf Keimfutter aufzuwechseln und beides, je nach bedarf, anzubieten.
    Wenn deine also noch kein Keimfutter mögen, versuch es ruhig erst mit Quellfutter, manchmal kann man das als Hilfe nutzen, um die Tiere an Keimfutter zu gewöhnen.

    Dann würde es mich noch interessieren wie viel Freiflug deine Tiere haben?
    Die Voliere ist nämlich für Weißkopfpapageie arg klein, wenn die Tiere nicht genügend Freiflugmöglichkeiten vorfinden.

    Das Verhalten deiner Henne kenne ich jetzt so auch nicht mit diesem Rückstrecken des Kopfes in den Nacken...
    Hast du denn zu Not einen Vogelkundigen Tierarzt zur Hand, dem du die Henne mal zeigen könntest?


    Liebe Grüße
    Amber

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