Pferdekauf, warum nur selten aus dem Tierschutz?



  1. #31
    Trullas
    Zitat Zitat von Marrkus Beitrag anzeigen
    @Trullas:
    Hier ist das so, dass die Pferde von den Ehrenamtlichen ausgebildet werden. Wie gut die Ausbildung ist weiß ich nicht, aber da die Pferde ja durchschnittlich 1-2 Jahre dort bleiben sollte schon eine vernünftige Grundausbildung da sein. Und die Pferde dürften bei Weitem wesentlich besser ausgebildet sein, als die 4 Jahre alten eingerittenen Pferde vom Bereiter/Züchter....
    Woher nimmst Du diese Annahme? Meine 4 Jährigen zb Gehen ohne Probleme ins Gelände ( alleine und in der Gruppe), haben auf ihren ersten Turnieren durch ihr ruhiges, ausgeglichenes Verhalten gezeigt dass sie absolutes Vertrauen in ihren Menschen haben. Das ist das Ergebnis von einer sehr guten Aufzucht und durchdachter Ausbildung und Pflege der Tiere. Das kann von Leuten gemacht werden die dementsprechend qualifiziert sind und Ja: solche Pferde kosten dann auch Geld und gibt es nicht hinterher geschmissen, aber dann haben die Käufer auch endlich mal das was sie eigentlich wollen und womit sie zurecht kommen. Das würde die Problematik der Spontan- und Fehlkäufe schon immens eindämmen.



    Nach solchen Züchtern habe ich auch schon oft gesucht, aber bis heute so gut wie keinen gefunden. Die paar wenigen die ich finden konnte züchten fast ausschließlich Quarter und nehmen um die 20.000 Euro. Das dürfte nicht im Interesse des durchschnittlichen 75kg Freizeitreiters sein.
    Also hier verstehe ich nicht viel. Seit wann gibt es denn in Deutschland nur Quarter Horse Züchter? Die Warmblüter, allen
    voran der Hannoveraner ist die stärkste Rasse und es gibt viel "Kleine" Züchter mit wenigen Zuchtstuten und guter Haltung. Da findet sich etwas für den kleinen Geldbeutel, wenn es auch roh sein darf.

    Und wo wir hier bei dem Thema sind: Hast Du dir mal durchgerechnet, was ein Pferd den Züchter kostet bis es, sagen wir 4 Jahre ist?

    Das fängt bei der Haltung der Stute an: monatliche Kosten: Stroh, Heu, Kraftfutter+Mineralien, Schmied, Impfungen, Entwurmung. Für das Projekt "Fohlen" dann noch Tupfern, besamen ( Je nach Hengst ab 1.500 Decktaxe bei Warmblut), Trächtigkeitsuntersuchung vom Tierarzt.
    Nach dem Abfohlen, dann wieder Impfung/ Entwurmen, Futter, GGF Unterstellkosten wenn das Fohlen nicht Zuhause aufgezogen werden kann ( um die 200 im Monat mit Glück) und die Stute kostet auch immer noch Geld.
    Da die meisten Züchter keinen Bereiter am Hof haben, geht es zum anreiten, und ggf wenn nicht vorher verkauft, zur weiteren Ausbildung von einem Jahr auch auswärts. Und das kann auch mal einen tausender Pro Monat sein, wenn es zu den sehr guten, sehr gewissenhaften Leuten gehen soll.

    ich rechne zB mit Kosten von 15 000 bis sie 4 Jährig sind ( viertes Quartal). Da müssen sich die Leute mal Gedanken machen. Das Pferd, welches man günstig bekommen hat, hat entweder eine so günstige Aufzucht erhalten, welche an den Bedingungen zweifeln lässt oder hat jemanden um mehrere tausend Euro erleichtert.

    Veterinäramt, insolvente Reitställe, Züchter die "minderwertige" Fohlen bringen, wo sich eine Aufzucht nicht lohnt, Privatpersonen, die sich finanziell/zeitlich/gesundheitlich nicht mehr kümmern können, Privatleute, welche junge Pferde auf dem Pferdemarkt freikaufen, damit sie nicht zum Schlachter gehen, Privatleute die überfordert sind mit ihrem Pferd, etc.
    Nicht jeder der ein Pferd abgeben muss will damit einen möglichst hohen Gewinn erzielen. Es soll auch noch Leute geben denen das Wohl des Pferdes an erster Stelle steht.
    Hier vertauscht Du leider etwas: Wenn ich dafür sorge, dass mein Pferd welches mit bestem Wissen und Gewissen aufgezogen und gearbeitet wurde an Menschen verkaufe mit der selben Einstellung zum Tier wie ich, dann sehe ich nicht, dass mir das Pferd weniger Lieb ist als jemandem, der Viehmarkthändler aktiv unterstützt in dem er regelmäßig seine Ware kauft. Das ist doch das selbe wie mit den Wühltisch-Welpen. Die Maschine läuft weiter, so lange sie bedient wird.


    Nein hast du falsch verstanden. Jedenfalls denke ich nicht, dass man ein Shetland Pony reitet.
    Aber im weiteren Verlauf gibst Du doch an, dass Pferde bei Euch (wieder) angeritten werden?

    A-Fritz:
    Was soll daran besser sein, wenn das Pferd zum Schlachter kommt? Und für wen soll das besser sein? Für die Spender, welche die Pferde finanzieren? Für die Ehrenamtlichen die ihre Zeit opfern? Nun das soll doch jedem selber überlassen sein, was er mit seiner Zeit und Geld anfängt.
    Klar ist es dumm ein Pferd freizukaufen, aber ganz ehrlich ich kann es verstehen, wenn nun Lieschen Müller mit dem freigekauften Pony vor der Stalltür steht und um Aufnahme bittet, dass man dann niemanden wegschickt. Das Kind ist da ja bereits schon in den Brunnen gefallen und Lieschen Müller hat das Pferd gekauft. Da kann man nur noch aufklären und darum bitten, dass Lieschen Müller eben kein Pferd mehr freikauft. Aber Lieschen Müller dann mit dem Pferd wegzuschicken obwohl sie es ja nur gut gemeint hat und selber gar kein Platz/Geld hat finde ich nun auch nicht richtig.



    Naja selbst das 50 jährige kranke Shetland Pony hat noch einen Zweck, wenn sich jemand daran erfreut, dass so ein Tierchen glücklich hinter dem Haus auf dem Paddock steht und sich seines Lebens freut.
    Aber warum sollte man so einem alten Tier denn noch einen weiteren Umzug zumuten? Mein Ältester wird jetzt 29 und in dem Alter sind die so sehr in ihrem alten Muster drin, dass eine Neuintegrierung nur noch purer Stress wäre, den ich persönlich den Rentnern nicht mehr zumuten möchte. Und man muss da auch mal ehrlich sein: Wenn ein Pferd ein wirklich langes, langes Leben hinter sich hatte, ( und ab einem Gewissen Alter kommen Probleme die sich nicht mehr auflösen und zu einer zu großen Belastung für das Tier wären) sollte man sich tatsächlich eher Gedanken machen das Tier einzuschläfern als noch 3 mal zu vermitteln.



  2. #32
    Kiwi
    Zitat Zitat von Marrkus Beitrag anzeigen
    Wieso? Viel besser als beim Tierschutz kann es ein Pferd doch nicht haben.
    Von was für einem Tierschutz sprechen wir denn hier?

Diskussion zum Thema Pferdekauf, warum nur selten aus dem Tierschutz? im Forum Pferde Forum bzw. Hauptforum Tiere Allgemein:
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