Zahn-OP bei alter CNI Katze



  1. #1
    -Melody-

    Frage Zahn-OP bei alter CNI Katze


    Hallo,
    ich mache jetzt doch mal einen neuen Thread auf. Hatte bereits im Thread "Das leidige Thema Zahngesundheit" etwas geschrieben, aber das war ja mehr als Info-Thread gedacht und ich habe doch viele Fragen.
    Dort schrieb ich:

    "Ich muss mich jetzt auch mal an euch wenden, bin grade ziemlich verzweifelt..
    Melody ist jetzt 17 Jahre alt, hat CNI und immer wieder andere Wehwehchen.
    Nun war ich heute mit ihr beim Tierarzt, weil ich dachte sie hat eine Erkältung, seit Montag schnieft sie immer mal wieder, allerdings nur aus dem rechten Nasenloch. Allgemein war sie die letzten 1-2 Wochen nicht so fit, hat ab und zu mal am Essen gemäkelt und ein paar Tage mit Übelkeit zu kämpfen.

    Nachdem das Schniefen mit Engystol, Traumeel und Pulmostat Saft nicht besser wurde bin ich heute zum TA.
    Und die Tierärztin meinte, ziemlich wahrscheinlich kommt das Schniefen von ihrem Mäulchen, es ist das rechte Nasenloch aus dem es rauskommt (mittlerweile schon ganz wund), beim Linken ist garnichts. Und links oben hat Melody auch keine Zähne mehr. Rechts oben hat sie aber noch den großen Fangzahn und der ist total entzündet. Zahnstein haben wir schon länger nicht mehr entfernen lassen, da sie fast keine Zähnen mehr hat und wir ihr als alter Katze mit CNI keine Narkose mehr zumuten wollten. Doch der Zahn rechts oben sieht wirklich böse aus, das Zahnfleisch ist ritzerot und die Tierärztin meinte vermutlich ist die Wurzel entzündet und das könnte der Grund für das Reagieren der Nase sein. Wäre wohl beispielsweise bei Kaninchen ziemlich häufig, dass Zahnprobleme bei denen auf die Nase/Augen hochziehen.

    Ich bin jetzt total überfordert und fix und fertig. Sie meinte eigentlich muss der Zahn sofort raus. Narkose ist natürlich ein großes Risiko. Vorallem in ihrem Alter und mit ihrer CNI.. Habe große Angst, dass sie die OP nicht überlebt oder danach ein Nierenversagen wegen der ganzen Medikamente bekommt..

    Sie hat jetzt erstmal Schmerzmittel und Antibiotika gespritzt bekommen und am Samstag morgen habe ich nochmal einen Termin und wir entscheiden. Im Zweifel am Montag Zahn raus unter Narkose.. Sie meinte, es kann zwar sein, dass es jetzt erstmal besser wird mit dem AB, aber ist halt keine Dauerlösung. Melody hatte ja schon immer wiederkehrende Probleme mit den Zähnen. Im Nachhinein ärger ich mich, dass wir ihr nicht alle Zähne haben ziehen lassen, als sie noch fit war, aber damals haben wir an sowas nicht gedacht..

    Hat irgendjemand Erfahrungsberichte oder kann mir sonst wie Mut machen, ich weiß gerade echt nicht weiter.
    Die Vorstellung meine Melody, mein Ein und Alles, nächste Woche zum TA zu bringen und nicht zu wissen ob ich sie lebendig oder tot wieder abhole, macht mich grade so fertig "

    Ich habe jetzt auch im Internet mal nach Zahnspezialisten für Katzen gesucht und finde es sooo unglaublich schwer, eine Entscheidung zu treffen, zu welchem Spezialisten ich gehen könnte. Vorallem weil hier ja nicht nur ein Zahnspezialist gefragt ist, sondern es auch gilt mit der Narkose richtig umzugehen, wegen ihrer Niereninsuffzienz und ihrem Alter.. Ich habe momentan wirklich Angst die falsche Entscheidung zu treffen. Ich weiß, dass Melody alt ist und mit ihrer Erkrankung auch nicht mehr ewig bei mir sein wird, aber ich will nicht, dass sie stirbt, weil ich beim falschen Tierarzt war und sie die Narkose nicht überlebt oder danach ein Nierenversagen bekommt.

    Links zu TÄ entfernt

    Ich weiß wirklich nicht was für eine Entscheidung ich treffen soll. Die erste Adresse ist zudem auch ca 1 Stunde Autofahrt von mir entfernt. Die anderen beiden Adressen nur 20-30 Minuten. Zudem habe ich von keiner der drei Praxen Erfahrungsberichte die ich kenne.. Kennt jemand von euch eine der Praxen oder kann mir irgendwie helfen, wie ich meine Entscheidung treffen kann? Ich bin wirklich überfordert momentan
    Bin dankbar über jede Hilfe!
    Geändert von Ina4482 (25.12.2016 um 08:13 Uhr) Grund: Links zu TÄ entfernt



  2. #2
    -Melody-
    Okay, da sich noch keiner gemeldet hat, und meine Frage vlt auch etwas zu speziell ist, als dass es hier Leute mit Erfahrungen dazu gibt, möchte ich trotzdem nochmal eine andere Frage stellen.

    War heute nochmal bei meiner Tierärztin. Die Entscheidung wie/wo es gemacht wird ist noch nicht getroffen.
    Melody hat nur noch 3 Fangzähne, der oben muss ja auf jeden Fall raus, deswegen ja die OP. Unten ist das Zahnfleisch um die Eckzähne auch entzündet, aber nicht so schlimm wie oben.

    Nun meinte die TA, dass angenommen wir würden es bei ihr machen, würde sie erstmal nur den Zahn oben entfernen um die Narkose so kurz wie möglich zu halten, da gerade bei so einer alten Katze mit CNI das Narkoserisiko immer mehr steigt, desto länger die Narkose dauert. Wenn der Zahn locker sitzen sollte könnte das ne Sache von 10 Minuten sein und sie braucht vlt garkeine lange Inhalationsnarkose.

    Nun bin ich in dem Punkt überfragt was ich für besser halten soll. Unabhängig davon ob ich es jetzt doch in einer Klinik machen lasse. Kurze Narkose und nur der eine schlimme Zahn raus. Oder längere Narkose und dafür alle drei Zähne raus und dann komplett zahnlos, aber eben auch mit 3 Wunden im Maul statt nur einer.

    Weiß nicht wie ich das beurteilen soll im Hinblick auf ihre CNI.. Würde nur der eine Zahn rausgemacht, der die schlimmsten Probleme macht, dann wär das Narkoserisiko geringer und auch die Schmerzen und das Infektionsrisiko nach der OP aufgrund der Wunde. Aber es besteht halt die Möglichkeit dass irgendwann die anderen auch raus müssen. Und dann würde das bedeuten eine zweite Narkose und wieder Belastung durch Medikamente. Keine Ahnung was da das kleinere Übel ist..
    Egal wo ich hingehe, ich will auf jeden Fall, dass die letzten drei Zähne wegen möglicher FORL geröngt werden, dann würde wohl eh keine Alternative bestehen, als alle drei auf einmal raus?

  3. #3
    Ina4482
    Hallo Melody,

    es tut mir leid, dass dir noch keiner (mich eingeschlossen) geantwortet hat.
    Hast du mittlerweile eine Entscheidung getroffen?

    Ich würde mir in Hinblick auf die Narkose auf jeden Fall eine zweite Meinung einholen und würde in dem Fall auch wirklich zu einem Fachtierarzt tendieren. Hast du denn irgendwelche Unterlagen (Röntgenbilder wären sehr hilfreich), die du einem anderen TA vorlegen könntest?

  4. #4
    -Melody-
    Hallo Ina,

    War ja auch eine sehr spezielle Frage und leider die Antwort auch nicht leicht.
    Wird jetzt auch ein etwas längerer Text.

    Ich hatte mir wirklich den Kopf zermartert tagelang mit der Frage, was das Beste ist. Habe dazu auch nochmal zwei Freundinnen befragt, die eine hat ein Jahr beim Tierarzt gearbeitet und die andere ist bei der gleichen Tierärztin wie ich. Beide haben gesagt, sie würden es eher bei der Haustierärztin machen lassen und so habe ich es auch getan.

    Ich weiß, eigentlich wird einem immer geraten hier zu einem Fachtierarzt zu gehen. Und ich habe auch ganz lange überlegt ob ich es mache. Mein ganz großes Problem ist aber "Blindes Vertrauen" und es ist nun mal so, dass ich keinen Fachtierarzt für Zähne persönlich kenne oder bereits Erfahrungen mitgeteilt bekommen habe, im Internet findet man immer gute und schlechte Rezensionen, das hilft einem bei der Entscheidung dann auch nicht weiter. Zahnheilkunde schreibt sich quasi jede zweite Tierarztpraxis aufs Schild, da kann ich nicht erkennen, ob die mehr drauf haben als meine Tierärztin und ansonsten blieb nur die Tierklinik. Ich stand auch schon mit einer in Kontakt, bei Ihnen wäre es so abgelaufen, dass Melody einen Tag vorher kommen müsste zu Infusionen und nach der OP auch noch eine Nacht für Infusionen. Klingt sorgfältig, für meine sensible Katze Melody klingt das aber auch nach Horroraufenthalt und die Kompetenzen von den Ärzten kann ich trotzdem nicht einschätzen. Ein zusätzlichen Problem war ja, dass es Wochenende war und ich quasi am Montag entscheiden musste. Bei einem anderen Tiearzt/Tierklinik hätte ich montags erstmal einen Vorbesprechungs Termin ausmachen müssen, damit sie sie anschauen. Und danach erst den OP-Termin, das hätte ja auch nochmal Zeit gekostet und jetzt kamen ja auch die Feiertage.

    Ich habe mich also entgegen aller Ratschläge aus dem Internet auf mein Bauchgefühl verlassen und entschieden es bei meiner Haustierärztin zu machen. Zum Einen schätze ich sie als sehr kompetent ein und vertraue ihr. Zum Anderen musste Melody so nicht tagelang in Kliniken/Praxen verbringen.
    Wir haben ganz ganz genau besprochen wie alles ablaufen soll und ich habe ihr hunderte Fragen gestellt die sie mir alle in Ruhe beantwortet hat.

    Donnerstag kam die Diagnose Zahn raus, dann war ich samstags nochmal da und habe dann übers Wochenende die Entscheidung getroffen. Ab Montag habe ich Melody dann zuhause Infusionen gegeben um die Niere "vorzubereiten", Melody durfte bis 23h Fressen und ich habe sie Dienstag morgen zur TÄ gebracht, dort kam sie auch schnell dran. Ich saß zuhause auf heißen Kohlen und war mit den Nerven fix und fertig, weil ich gebetet und gehofft habe, dass sie es schafft! Um 11h kam dann der Anruf dass sie die Narkose gut vertragen hät und wach wird und der Zahn oben raus ist. Er war allerdings schon mit dem Zahnfach verwachsen, also die Wurzel am Knochen fest. Das war wohl garnicht so leicht den rauszubekommen. Unten wollte sie dann noch den einen Eckzahn ziehen, leider war der so fest und der Kiefer von Melody war zu instabil. Sie erklärte mir das so, dass der Kiefer unten aus zwei Teilen besteht und mit einer Symphyse verbunden/zusammengewachsen ist. Beim Raushebeln der Zähne kann hier der Kiefer brechen, weswegen sie meinte dass sie auf keinen Fall beide Eckzähne unten ziehen wird. Der erste hat wohl schon so große Probleme gemacht, dass sie ihn garnicht erst gelockert hat sondern die OP abgebrochen, da Melodys Kiefer unten begann instabil zu werden.

    Abends um 17h konnte ich Melody abholen, sie hatte in der Praxis noch Infusion bekommen und ich habe ihr dann abends auch nochmal welche zuhause gegeben. Am nächsten Tag waren wir dann nochmal zur Wundkontrolle da und es sieht alles gut aus. Hier habe ich aber gemerkt, dass es für Melody angesichts des Stress die richtige Entscheidung war es hier machen zu lassen. Sonst fährt sie immer total entspannt Auto, an dem Tag nach der OP war sie so wild entschlossen aus der Transportbox rauszukommen, hat richtig randaliert. Sie hatte also richtig Schiss, dass sie wieder beim TA bleiben muss. Nachdem wir dann nach einem kurzen Termin wieder im Auto zurück saßen, war alles wieder gut. Und auch vorgestern bei einem erneuten Kontrolltermin war sie wieder ruhig.

    Melody geht es soweit gut, sie ist fit, man merkt ihr an, dass sie froh ist, dass der böse Zahn raus ist und sie hat auch abends wieder sofort angefangen zu fressen. Jetzt müssen wir nur noch die Daumen drücken, dass alles gut verheilt und die Niere nicht zu viel Schaden genommmen hat. Vor der OP wurde noch Blut abgenommen und am Mittwoch wird dann wieder welches abgenommen und dann schauen wir. Sie kriegt jetzt zuhause von mir jeden Tag Infusion und wir hoffen das Beste.

    Natürlich hätte es sein können, dass ein Zahnspezialist anders mit der Situation am Unterkiefer umgegangen wär und es da vlt anders gelaufen wär. Kann man immer drüber nachdenken, trotzdem denke ich, dass es für Melody erstmal die Beste Lösung war, denn die Wirkung von Stress auf den Körper sollte man meiner Meinung nach auch nicht ignorieren. So war Melody nur knapp einen Tag weg, die Infusionen vorher und nachher konnte ich stressfrei zuhause machen und sie konnte bis abends vorher fressen und am Abend der OP auch gleich wieder. Ich bin mir zu 100% sicher, dass meine sensible Melody, die nur an einem ganz bestimmten Platz in der Küche aus einem ganz bestimmten Napf frisst, in einer Tierklinik wenn sie 3 Tage dort hätte sein müssen, 3 Tage nichts gefressen hätte. Und so eine zarte Katze von nicht ganz 3kg braucht ihre Kräfte!
    Mal davon abgesehen, dass ich die Vorstellung furchtbar gefunden hätte, wenn sie da schon einen Tag sein müsste bevor sie in Narkose kommt und die dann wohlmöglich nicht überlebt hätte. Dann wären die Stunden vorher der pure Horror und Stress für sie gewesen. Wahrscheinlich hätte ich mir da auch wesentlich größere Vorwürfe gemacht, dass ich zu einem fremden Arzt gegangen bin.
    So hatte Melody am wenigsten Stress und ich habe für mich die Entscheidung getroffen, die ich mir im Nachhinein, wäre es schiefgegangen, am Wenigsten vorgeworfen hätte. Muss ehrlich sagen, dass war die schwerste Entscheidung die ich in meinem noch jungen Leben treffen musste.

    Bin jetzt erstmal sehr erleichtert und es war gestern an Heiligabend so schön sie da zu haben, ich bin so unglaublich dankbar!
    Hoffentlich haben die Nieren es auch einigermaßen verkraftet.

    Langer Text und es war quasi noch die Kurzversion..

  5. #5
    -Melody-
    So Melody geht es momentan wirklich soweit ganz gut, frisst wie immer und das Antibiotika verträgt sie auch super, das bekommt sie nämlich bis morgen immernoch, weil sie ja noch die Fäden drin hat, die werden dann hoffentlich morgen gezogen.

    Infusionen gebe ich weiterhin täglich, weil es wirklich einfach super effektiv ist.
    Am 20.12. hatte sie ihre Op und da wurde in Narkose auch Blut abgenommen und ihr Crea-Wert lag da bei 3,4 und Harnstoff bei irgendwas um die 150. Dann nach der Op habe ich ja fleißig Infusionen gegeben und ihr wurde am 29.12. nochmal Blut abgenommen um zu schauen wie die Niere das alles verkraftet hat. Und da lag ihr Crea-Wert sogar wieder bei 3,1 und der Harnstoff bei irgendwas um die 140. 3,1 ist auch der Wert, den sie im September bei der Kontrolle hatte.

    War so erleichtert, dass die Nieren es anscheinend gut verkraftet haben

    Jetzt Daumen drücken, dass die Zähne unten sich nicht bald auch entzünden, bis jetzt sieht da alles gut aus.

  6. #6
    -Melody-
    Melody geht es immernoch prima! Ich hoffe das bleibt weiter so. Sie bekommt seit diesem Jahr jetzt jeden Tag eine Infusion, aber dafür weniger als vorher alle zwei Tage. Sie macht alles gut mit und denke so ist es sinnvoller.
    Daumen drücken dass die beiden letzten Zähne unten noch lange von einer Entzündung verschont bleiben!

  7. #7
    Apfelblüte
    Shön,dass esdeiner Katze gut geht. Ich stand vor einem ähnlichen Problem. Die Katze meiner Mutter hatte extremen Zahnstein, fraß kaum noch und roch sehr aus dem Mäulchen. Ich hatte aber auch Angst wegen der Narkose ( 16 Jahre ) und sie ist der moralische Halt meiner Mutter ( 87 Jahre ). Aber in der Praxis wurde auf Anraten vorher ein Blutbild gemacht, um die Narkose optimal zu gestalten. Ich habe großes Vertrauen in diese Praxis auch durch meinen Kater. Endeffekt: 10 Zähne mussten raus, die Fangzähne hat sie noch, sie frisst wieder gut und ist zu mir extrem anhänglich, so nach dem Mtto, endlich hast du was machen lassen. Also alles richtig. Ich wünsche dir und deiner Katze alles Gute und hoffentlich noch eine lange schöne gemeinsame Zeit.

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