Wie Paraden geben?



  1. #1
    zora87

    Wie Paraden geben?


    Hallo, hoffentlich gibt es das Thema nicht schon!?
    Ich hab mal ein paar Fragen zum Paradengeben, also speziell um ein Pferd am Zügel gehen zu lassen(ich weiß, dass da noch andere Hilfen wie z.B. Kreuz- u. Schenkelhilfen nötig sind): während des Reitunterrichts wurde mir immer gesagt, den äußeren Zügel anstehen lassen und innen Paraden geben!? Kann man das so sagen? Hab mal bei einem Lehrgang zugesehen, da meinte der Trainer, auch mal außen einen Parade zu geben. Kennt ihr auch den Begriff Riegeln? Ich kenne das so, dass man dann abwechselnd Paraden gibt, das Pferd nimmt dann den Kopf runter und man hat es runtergeriegelt, was nicht gut ist. Stimmt das? Was ist, wenn man spielerisch abwechselnd Paraden gibt?
    Kann hier jemand Klarheit reinbringen, bitte. Wie gibt man am besten Paraden, wann ist es Riegeln?
    Während der letzten Rietstunden ging das Pferd imer am Zügel, hab mich beim Paradengeben eher auf mein Gefühl verlassen und auch mal außen eine Parade gegeben.
    LG


  2. #2
    Silberfeder
    Hi!

    Ich werd' wahrscheinlich getreten, wenn ich das jetzt schreibe, aber ich habe es einst wie folgt gelernt:
    Innen Paraden geben.
    Auf meine Frage "Wann", hieß es "bei jedem zweiten Schritt"
    In meiner letzten Reitstunde vor 2 Monaten musste ich allerdings außen Paraden geben, ausschließlich. Gab man innen Paraden hat das Pferd nämlich schlicht einfach den Kopf eingebogen, sonst nix.
    Zudem war sie der schlichte Renner, d.h. wenn man nicht außen ständig Paraden gibt, meint sie, sie dürfe losrennen (vermurkstes Schulpferd halt..).
    Ich persönlich reite ja sowieso nach Gefühl und nicht nach Lehrbuch, da man ja häufig in Situationen kommt, in denen ein Pferd ebenfalls das "Wie reite ich richtig" gelesen hat
    Bin damit bisher immer prima hingekommen.
    Für gewöhnlich gebe ich allerdings relativ wenig Paraden, damit das Pferd am Zügel geht, meistens bieten die das schon von selbst an und man muss sich dem nur noch annehmen.
    Hatte auch Pferde, da reichte es dann, den Zügel nur einen Milimeter einzudrehen (Milimeterparade ), dann gingen Sie schon so wie man wollte.
    Bietet sich dein Pferd denn an?
    Wenn man ein Pferd einfach runterriegelt, bewirkt man teilweise genau das Gegenteil von dem, was man will. Pferd hat zwar den Kopf unten und scheint ganz nett auszusehen, aber meist wird falsch abgeknickt oder der Rückenweggedrückt, weswegen es wichtig ist, dass das Pferd von "selbst" in diese Anlehnung geht, als das es gezwungen wird.
    So wurde es mir beigebracht.

    Liebe Grüße
    Federchen

  3. #3
    zora87
    Wie bietet sich denn ein Pferd an, also die beiden, die ich letztens geritten bin, bei denen brauchte ich nur leicht anfangen, die Zügel aufzunehmen und sie senkten schon den Kopf oder nickten so, als würden sie am Zügel gehen wollen, also es anbieten, oder!?
    Was mache ich dann? Hab wie gesagt auch mal außen Paraden gegeben, möchte aber nicht riegeln. Hab auch innen mal nachgegeben, nachdem das Pferd nachgab, soll man doch als Belohnung machen, aber dann soll man doch weiterhin Paraden geben, oder?
    Stimmt die Frage "Wann" könnte man auch klären? Da die Hände nie komplett ruhig sind, gibt man doch im Takt Paraden, ok, da ist wohl kein Zusammenhangaber gibt man sie nicht trotzdem im Takt des Pferdes?

  4. #4
    phachilufy
    also ich glaube (bin mir nicht sicher) das paraden nicht oft gegeben werden dürfen, weil wenn man zum bsp. sein pferd angaloppieren will, muss man es gut drauf vorbereiten, dann gibt man eine äusere parade damit das pferd bescheid weiß.
    paraden sind ja keine bestrafungen (sollten sie zumindest nicht sein)

    wenn das falsch ist dann erklärt es richtig. so hab ich es gelernt und wende es auch so an.

  5. #5
    Pferdefriend
    sry wenn ich jetzt dumm frage, aber sind Paraden nicht eigendlich die, die man zum Gangwechsel brauch? und nicht um das Pferd an den Zügel zu bekommen? oder liege ich da falsch???

    ALso zu der Frage welche Zügelhilfe, kann ich nur sagen, dass es viele Reitlehrer unterschiedlich beibringen...

    Der eine meinte zu mir, ich sollte mit dem Zügeln "spielen" (er hat den kopf gesenkt, dannach den inneren Zügel lockerer gemacht) ... ihr meint aber das ist riegeln...

    Ein anderer meinte zu mir, ich sollte den äußeren stehen lassen und mit dem inneren spielen bzw zupfen.... (aber nur, wenn es nötig ist)

  6. #6
    ShiGi
    Paraden braucht man für fast alles: um das Pferd aufmerksam zu machen, für Tempo- und Gangartenwechsel, zum Halten,...

    Wie genau man Paraden macht ist schwer zu erklären.
    Man muss aber nicht so viel mit dem Zügel machen, sondern eher mit dem Gewicht.
    Um eine Parade zu geben, macht man sich schwerer und "sitz gegen". D.h. die Hüfte geht leicht nach vorne. So gibt man fast automatisch einen Impuls mit den Zügeln.

    Die Paraden sind aber immer (außer wenn das Pferd nciht reagiert) gleichstark.
    Also nicht z.B. zum aus dem Trab Halten eine stärkere Parade geben, als zum Schritt machen.
    Man gibt dann mehrere "halbe Paraden".

    Wenn du die Parade nur mit Zügeln reitest kann es sein, dass das Pferd im Hals abknickt und nur den Kopf nach hinten macht, ohne sonst etwas zu verändern. Also genau das Gegenteil, von dem was man eigentlich will, weil das Pferd so auf der Vorhand läuft.
    Andere Pferde reagieren nicht auf Paraden, die nur mit dem Zügel gegeben werden.

    Damit das Pferd am richtig am Zügel geht, muss es mit der Hinterhand untertreten. Wenn man dann eine Parade gibt (also leicht gegensitzt) und das Pferd gleichzeitig vortereibt gibt es nach (vorausgesetzt, dass es gut ausgebildet ist und das schon kann).

  7. #7
    Jini
    Hallo,
    ich habe ne Rb und das is nen Hafi. Die esi reitet ihn immer mit Sporen und etwas schärferem Gebiss. Ich reite ihn ohne Sporen und mit nem doppelt gebrochenem Gebiss.
    Bei meiner Besi läuft er total schön durchs Genick. Ich finde aber das sieht sehr gequält aus. Ich bekomme es eifach nicht hin, dass er bei mir am Zügel läuft. Ich gebe Parraden, gebe nach, treibe mit dem Schenkel und habe es auch schon mal mit Gewicht und Becken probiert. Aber er reagiert gar nicht. Ich habe das Gefühl er hat gar kein Gefühl mehr im Maul dadurch, dass die Besi ihn immer mit schafrem gebiss reitet. Selbst ein Mädchen das mit ihrem Pferd richtig gut Dressur geht hat es mit meinem Gebiss nicht hinbekommen, dass er am Zügel geht. Könnt ihr mir vllt. helfen ??
    Jini

  8. #8
    zora87
    @ShiGi: genau so kenne ich das auch, also mit dem Treiben und die Hinterhand aktivieren... Ebend mehrere Hilfen sind nötig, aber wenn das Pferd dann am Zügel geht, gebe ich mal nach und dann wieder Paraden? Das Pferd braucht doch immer neue Impulse zum Vorwärtsgehen, oder? Also Treiben und Gewichtshilfen, somit auch Zügelhilfen. Oder soll man eher nicht so viel mit den Zügeln machen, also wie oft?
    @Jini: kann dir leider keinen Tipp geben, zumindest ist die Theorie mit den Hilfen und so immer leichter als die Praxis. Reitet die Besi ihn auch mal einem anderen Gebiss?
    LG

  9. #9
    ShiGi
    @Zora
    Du gibst nur so oft Paraden wie unbedingt notwendig.
    Solange das Pferd nachgibt, machst du nichts und sobald es etwas verändert, musst du eben auch etwas verändern, damit es so geht wie davor. Normalerweise merkt man es dem Pferd schon an, bevor es aufhört nachzugeben, und kann dem schnell genug entgegenwirken.

    @Jini
    Hast du schonmal mit der Besi gesprochen?
    Du hast ja eigentlich keine Chance, dass es besser wird. Selbst wenn du es einmal schaffst, dass das Pferd besser reagiert, musst du immer wieder von vorne anfangen, sobald die Besi es geritten ist.

  10. #10
    Jini
    Ja ich hatte mal ne kurze Zeit auch das andere Gebiss benutzt und da ging es dann auch etwas aber dann hat sie mich angemeckert und gesagt, dass ich doch mein eigeens Gebiss habe und nicht ihres nehmen soll. Und dann hat sich das auch schon erledigt. Ich werde es weiterhin versuchen vllt. schaffe ich es ja i-wann mal. Wenn nicht reite ich halt locker.

    Jini

  11. #11
    ShiGi
    Hast du auch mal gefragt, ob sie das andere Gebiss benutzen kann?
    Und ihr auch erklärt warum...

  12. #12
    krümelchen
    Hey ihr lieben.

    Ich habe noch nie gehört, das man Paraden regelmäßig geben soll
    Wie schon gesagt, ich habe gelernt, das man Paraden gibt um das Pferd aufmerksam zu machen, das heißt Gangarten wechsel, Handwechsel, Hufschlagfiguren, übergänge, ect. aber auch bevor man eine Ecke durchreitet (weiß nicht obs stimmt so hab ich es allerdings gelernt)

    Man brauch ja auch nicht immer ganze Paraden geben, du kannst auch halbe geben einfach das Handgelenk ein wenig eindrehn.
    Wenn das pferd nicht am zügel geht, bzw, kernig auf die Hilfen (schenkel, gewichts, kreuz-, hilfen reagiert, gibt es den ausdruck "Am gebiss spielen" damit sind auch leichte paraden gemeint. Einfach das Pferd ein bisschen vorne beschäftigen

    Und zu dem das die Hände nie ganz still gehalten werden.
    Du sollst dich an den zügeln ja weder hochziehn, noch festhalten, und auch nicht lenken, das heißt die zügel sind nicht sooo stramm. Sie sollten eine gerade linie bilden, nicht durchhängen aber sie sind nicht stramm, das heißt , da ein reiter die arme ja so ruhig wie möglich halten solltest, spürt das pferd das nicht. jedenfalls nicht genauso stark wie eine parade.
    Eine parade ist ja auch kein ziehen im maul. Bei einer parade sollst du die hand auch nicht zurückziehn, es ist einfach nur ein leichtes eindrehen der hand.
    Also mach dir keine sorgen, dass du deinem Pferd zu oft eine parade gibst.
    ich hoffe das war so weit alles richtig, was ich gelernt habe
    Liebe Grüße Krümelchen

  13. #13
    Jini
    Nein das habe ich noch nicht gemacht. Mal schauen werde sie dann das nächste mal darauf ansprechen wenn ich sie sehe.

  14. #14
    zora87
    @krümelchen: genau das meinte ich, am gebiss spielen.
    Danke für eure Infos, haben mir schon weiter geholfen. Das mit den Händen nie still halten war auch doof ausgedrückt von mir.

  15. #15
    ShiGi
    Nur mal so zur Verständigung:
    Ganze Parade = Parade zum Halten. Eine ganze Parade besteht aus mehreren halben Paraden.

    Eine Parade ist deutich mehr als Handeindrehen.
    Sie besteht hauptsächlich aus Gewichtshilfen. Man geht, wie gesagt, mit der Hüfte leicht nach vorne, macht sich schwer und lässt dabei die Zügel anstehen (anstehen nicht nach hinten ziehen!). Meistens hilft es, sich vorzustellen, man schiebt das Pferd mit dem Gewicht in Richtung Gebiss.
    Eine Parade dauert immer nur ganz kurz, niemals länger als 1-2Sekunden. Danach muss man sofort wieder nachgeben.

  16. #16
    zora87
    Achso ist das, also halbe und ganze Paraden kenne ich und das Pferd in Richtung Gebiss schieben hab ich auch gemacht, zwar eher nach meinem Gefühl, aber geklappt hat es ja gut.
    So und nun hatten wir die Sache mit dem Gebiss zu spielen. Ab wann ist es denn dann riegeln? Und ist es immer positiv, wenn das Pferd kaut beim Reiten?

  17. #17
    ShiGi
    Es ist ja auch richtig wenn du es nach Gefühl machst. Wenn es die richtige Wirkung hatte, kann es ja nicht falsch gewesen sein

    Ich würde es als riegeln bezeichnen, sobald das Pferd den Kopf hin und her bewegt.
    Soviel ich weiß, gibt es aber keine festgeschriebene Grenze, ab wann es Riegeln ist.
    Es darf dem Pferd aber nicht weh tun. Das am Gebiss spielen ist eher ein Anbieten des Gebisses.

    Ich halte es aber grundsätzlich nicht für gut, das Gebiss im Maul zu sehr zu bewegen (eben weil es zum Riegeln verleitet und ich es mir auch nicht besonder angenehm vorstelle, wenn ein Eisenteil sich die ganze Zeit in meinem Mund umherbewegen würde).
    Ich würde das Pferd eher langsam abwechelnd links und rechts stellen. Hier ist der Unterschied zum Riegeln, dass das Pferd langsam gestellt wird (mit Nachgeben!) und nicht einfach herumgezogen wird.

    Ja, Kauen ist ein positives Zeichen. Es zeigt, dass das Pferd im Genick nachgibt (ich kann das nicht genau erklären, dazu fehlt mir das anatomiche Wissen, aber wenn das Pferd im Genick nachgibt, wird es gleichzeitig zum Kauen angeregt).
    Wenn dein Pferd nur wenig kaut, ist das aber auch kein negatives Zeichen. Es gibt eben Pferde, die weniger kauen als andere, und manche, die extrem viel kauen.

    Man muss aber das Kauen von dem fast agressiven Herumbeißen auf dem Gebiss unterscheiden. Das tun aber zum Glück nur sehr wenige Pferde (ich kenne nur eins, das dasganz selten macht)

  18. #18
    ebbynici
    De Praden zu geben ist eigentlich garnicht so schwer man sollte halt auch darauf achten das man sie nicht zu hart gibt denn bei druck arbeitet das Perd immer gegendruck ist uf dauer auch nicht so gut,wie schon oben gesagt mit gefühl reiten und auch darauf achten das das pferd locker ist.

  19. #19
    sammys_mama
    hey,

    @Shigi: das pferd wird zum kauen angeregt wenn es im genick nachgibt, weil etwas (ich glaube die ganaschen) auf die ohrspeicheldrüse drücken. diese produziert speichel der das pferd zum kauen und schlucken anregt, was wiederrum locker macht. das ist als wenn man einen kaugummi kaut. so zummindest hat es mir meine rl erklärt.

    Ich würde sagen Riegeln beginnt wenn man nicht nur mit der hand "den schwamm ausdrückt" sondern das gesamte handgelenk eindreht oder sogar die arme zurückzieht. obwohl das wahrscheinlich auch wieder subjektiv ist. also vielleicht besser: wenn man einfach das pferd zwingt den Kopf herunterzunehmen. (hmm...ist auch irgendwie nicht so ne super erklärung)

  20. #20
    arabermerlin
    ich hab das so gelernt, das der unterschied zwischen "das pferd herunterreiten" oder "herunterspielen" und riegeln ist, dass riegeln einfach nur noch brutales anreißen am zügel mit abwechselnden händen ist, aber beim herrunterspielen übt man fast gar keinen druck aus, eben damit das pferd von sich aus anbieten kann, dass es den hals wölbt und herunternimmt! bei mir hat das jedenfalls bis jetzt immer gewirkt! kommt allerdings noch dazu, dass jedes pferd ein bisschen andere hilfen braucht!
    gruß

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