Hallo,
na ja, der Begriff " der Tierschutz " ist immer so ein umgangssprachlicher Oberbegriff, wirklich aktiv werden kann und darf da nur das zuständige Veterinäramt. Sollten jetzt Mitarbeiter eines Tierschutzvereins sich die Sache ansehen, müssten sie das also ans Veterinäramt weiterleiten.
Züchten darf man alle Papageienvögel in Deutschland nur mit einer amtlichen Zuchtgenehmigung, die wiederum der zuständige Amtsveterinär nach einer Begutachtung der Örtlichkeiten und einer schriftlichen sowie mündlichen Prüfung erteilt. Hier bei uns würde man in einer Mietwohnung mit Sicherheit keine ZG erhalten, weil vor allem wegen der Psittacose ein gekachelter, gut zu desinfizierender, nicht im Wohnbereich liegender Quarantäneraum gefordert wird. Andere Veterinärämter in anderen Bundesländern und sogar Städten sehen das aber auch lockerer, insofern müsste der Amtstierarzt wirklich prüfen, ob eine ZG vorliegt - falls nicht, kann das allerdings sehr teuer werden, mehrere tausend Euro sind da durchaus "drin".
Und wenn das wirklich die einzige Behausung für die Vögel ist, die Deine Schwester da gesehen hat ( vermutlich durchs Fenster ? ) ist das natürlich viel, viel zu klein und Rundkäfige sind überdies schon lange als tierschutzwidrig eingestuft.
Aber : Seid Ihr Euch sicher, dass das wirklich der einzige Lebensraum der Vögel war und nicht nur zum Spielen gedacht ? Ich habe z.B. einen kleinen Krankenkäfig, der steht mit geöffnetem Türchen immer auf der Fensterbank, damit er für die Vögel nicht mehr fremd ist, wenn wirklich mal einer separiert werden muss.
Die Vögel nutzen diesen kleinen Käfig auch ausgiebig zum Spielen und turnen, schlüpfen rein und raus, mancher verbringt sogar seine Mittagspause freiwillig und gerne darin - natürlich haben sie aber den ganzen Tag Freiflug und eine große Voliere. Wenn aber jemand, der uns nicht kennt, jetzt diesen Minikäfig mit Vögeln drin auf der Fensterbank stehen sieht, möchte ich nicht wissen, was der dann denkt.
edit : Zu Deiner letzten Frage, wie gesagt, der Tierschutzverein muss bei vorgefundenen Missständen das Ganze sowieso ans Veterinäramt weiterleiten, das kann also alles schon etwas dauern. Ihr könnt vielleicht durchs Fenster noch mal Fotos machen und die dem Veterinäramt zuschicken, das beschleunigt alles etwas, wenn man Glück hat.
Und wegen dem Nachfragen, es kann gut sein und ist sogar die Regel, dass Euch das Veterinäramt keine Auskunft erteilt, dazu ist es nicht verpflichtet. Es kommt da etwas auf den guten Draht zum Amtstierarzt an, wenn man schon öfter mit dem zusammengearbeitet hat, bestehen natürlich größere Chancen.