Dänemarks Hundegesetze!!!


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    ellora

    Dänemarks Hundegesetze!!!

    Über die Grenzen gesehen

    Dänemarks Hundegesetz

    Ferienhausgebiet auf Romo. Hunde sollten unbedingt Informationen am Halsband tragen, die eine Kontaktaufnahme mit dem Halter erlauben.

    Dänemark gilt als hundefreundlich, was unzählige Urlauber aus Deutschland mit ihren Vierbeinern anzieht. Doch kaum jemand weiß, was dort droht, wenn der Hund verloren geht. (Ruth M. Schmidt mit Fakten und hilfreichen Tips).

    Jährlich besuchen Hunderttausende deutsche Touristen die dänische Westküste und wohnen in Ferienwohnhäusern. Viele bringen ihre Hunde mit, da Vierbeiner in Dänemark ohne Probleme und zusätzliche Kosten überall hin mitgenommen werden können. Offensichtlich besteht aber unter anderem eine Informationslücke bezüglich des dänischen Hundegesetzes und des Umgangs der dortigen Behörden mit Fundtieren. Es wäre zum Wohl des Hundes, wenn diese Lücke hiermit geschlossen werden könnte.

    Die Drei-Tage-Regel
    Zu Beginn soll der wohl wichtigste Abschnitt (§ 3) des dänischen Hundegesetzes (Gesetz Nr 164) in bezug auf Fundtiere auszugsweise zitiert werden:"............Wenn der Eigentümer nicht innerhalb von drei Tagen nach Veröffentlichung der Suchanzeige den Hund gegen Erstattung der Kosten abgeholt hat, kann die Polizei den Hund veräußern oder einschläfern lassen..."
    (Orginalsuchanzeige der dänischen Polizei.)

    Das ein Hund bereits nach drei Tagen eingeschläfert wird, wenn sich niemand für ihn interessiert, ist für deutsche Tierfreunde sicherlich schwer zu verstehen, in skandinavischen Ländern aber aus ökonomischen Erwägungen heraus durchaus üblich. Ein Tierheimsystem wie in Deutschland gibt es in dieser Form nicht. Es finden sich allerdings private Pensionen und vom Tierschutz geführte Heime, die Tiere aufnehmen. Diese werden ausschließlich durch Spenden finanziert.
    Eine der beiden größten Tierschutzorganisationen Dyrenes Beskyttelse mit ca. 75 000 Mitgliedern, stellt insgesamt 15 Tierheime (dänisch: Internate) landesweit zur Verfügung. Hier werden entweder Hunde oder nur Katzen oder eine Kombination aus beidem betreut. Dies kostet Dyrenes Beskyttelse im Jahr ca. 4 Millionen Kronen (ca.544 ooo Eur). Aufgenommen werden z.B. Tiere aus Zwangsräumungen und Abgabetiere. Jährlich können von diesen Tieren ca. jeweils 1000 Hunde und Katzen an neue Familien weitervermittelt werden.

    Stufen der Haltersuche
    Wird ein herrenlsoer Hund aufgefunden, sind die dänischen Behörden selbstverständlich bemüht, ihn dem Eigentümer wieder zuzuführen. Hierfür wird folgendes unternommen:

    Das Fundtier wird üblicherweise bei der Polizei eingeliefert. Hier sucht man nach eventuellen Markierungen (Tätowierung, Chip, Halsband), um gegebenenfalls den Besitzer zu ermitteln.
    Ist dies erfolglos, wird in der lokalen Presse eine Suchanzeige geschaltet. Bei Hunden, die offensichtlich aus dem Ausland stammen, wird die entsprechende ausländische Polizeidienststelle informiert und eventuell hier eine zusätzliche Suchanzeige in der Presse geschaltet.
    Zwischenzeitlich wird das Tier in einer privaten Hundepension unterbracht und versorgt. Allerdings nur für die drei Tage, gemäß § 3 des Hundegesetzes.

    Hunde Einheimischer:
    Das dänische Hundegesetz schreibt außerdem unter anderem für in Dänemark
    lebende Tiere vor (§ 1, Zitat auszugsweise): ",,,,Der Besitzer eines Hundes hat dafür Sorge zu tragen, daß der Hund vom vierten Lebensmonat an markiert und registriert ist und weiterhin ein Halsband mit einem Schild trägt, aus dem der Name und die Adresse des Besitzers hervorgeht..." (Empfehlung des Tierschutzvereins: Besser auch noch die Telefonnummer darauf notieren)! Damit ist in fast allen Fällen sichergestellt, daß ein aufgegriffener Hund dänischer Herkunft umgehend an den Besitzer zurückvermittelt werden kann. Dem deutschen Urlauber ist somit dringend zu empfehlen am Halsband seines Tieres deutlich die Anschrift und Telefonnummer des Heimat- und Urlaubsortes anzubringen. Das heißt natürlich auch, daß der Hund tatsächlich außerhalb des Feriendomizils immer dieses Halsband tragen muß.
    Der Tierschutzverein Dyrenes Beskyttelse weist in diesem Zusammenhang darauf hin, daß die vielen Registrierungsstellen für Hunde in Deutschland es für die Behörden im Ausland fast unmöglich macht, über die Chip- bzw. Tätonummer zum Besitzer zu finden.
    Aus diesem Grund ist ein Halsband mit allen oben genannten Informationen unbedingt erforderlich, ja vorgeschrieben.

    Vielsagende Fallbeispiele:
    Folgende Beispielfälle, die sich in einem der vielen Touristenzentren an der dänischen Westküste zugetragen haben, sollen die Situation fortgelaufener Hunde verdeutlichen:
    Fall 1: Labrador Retriever
    Im Sommer 2002 wurde von Bewohnern ein junger Labrador Retriever aufgegriffen, der völlig orientierungslos zwischen den Autos auf der Hauptstraße herumgelaufen war - ohne Kennung am Halsband. Die Polizei wurde verständigt und bat, den Hund, wenn möglich, vorerst privat unterzubringen. Am nächsten Morgen wurden sämtliche Ferienhausagenturen im Ort verständigt, mit Erfolg: Die deutschen Eigentümer konnten Oskar noch am gleichen Vormittag abholen.

    Fall 2: Irish Wolfhound
    Im Frühjahr 2004 fand ein Bewohner durch seinen aufmerksamen Kuvasz an einem Seitenweg einen völlig erschöpften Irish Wolfhound, der umgehend zum Tierarzt gebracht wurde. Nur über persönliche Kontakte des Finders und mehr als glückliche Umstände wurde die Eigentümerin ermittelt, die schon lange wieder in Deutschland war. Der Hund war 4 Wochen lang herumgeirrt und hatte eine Strecke von über 50 km zurückgelegt. Die überglückliche Besitzerin holte ihren Hund umgehend ab und schrieb später einen Brief: "Mein Hund hat sich wieder gut erholt. Am Anfang hatte er einige Schwächeanfälle, auch Wasser in der Lunge und über hundert Zecken am Körper. Aber nun ist alles vergessen. Ich möchte mich nochmals herzlich bei Ihnen und Ihrem Hund für die schnelle Hilfe bedanken...."

    Fall 3: Irish Setter
    Im Oktober 2004 war einer Anzeige in der dänischen Tagespresse zu entnehmen, daß ein älterer Jagdhund mit Halsband aufgegriffen worden war. Auf dem Halsband stand unter anderem "Stadt Dresden" und eine Steuernummer. Trotz aller Bemühungen und Telefonate mit der Hundesteuerstelle in Dresden konnte nichts erreicht werden, da die Steuernummer am Halsband offensichtlich frei erfunden war."Dies kommt leider öfter vor", bestätigte der Dienststellenleiter in Dresden. Der Hund wurde nach drei Tagen eingeschläfert, weil er als erschöpft, krank und bissig eingeordnet war.

    Fall 4: Streuner
    Ein Bericht von Tierschützern Silvia und Dirk Uschpalt aus Eynatten, Belgien:
    Impressionen von dänischen Blaavand Bruno (Fundhund)

    "Während eines Ferienhausurlaubes in Blaavand/Dänemark stand eines Vormittags ein Hund vor der Tür unseres Hauses. Er war sehr zutraulich, wollte aber wieder nach draußen. Dies führte uns zu der Annahme, der Hund gehöre zu Leuten aus einem Haus der näheren Umgebung und war zum Gassigehen einfach laufen gelassen worden. Dies ist bei verantwortungslosen Touristen mit Hund hier eine gängige Praxis, konnten wir es über die Jahre hinaus doch immer wieder beobachten. Am nächsten Tag stand der Hund wieder vor der Tür. Nach näherer Untersuchung fanden wir ein Halsband mit dem Namen Bruno und einer Telefonnummer, die offensichtlich aber nicht stimmte. Rückfragen bei Ferienhausagenturen und Einheimischen brachten uns nicht weiter. Da unser Urlaub so gut wie zu Ende war, lieferten wir den Hund bei der örtlichen Polizeiwache ein. Ungewöhnlich fanden wir, daß wir zu keinem Zeitpunkt etwas unterschreiben mußten bzw.auch unsere Personalien nicht festgehalten wurden. Wir vertrauten darauf, daß der Hund in guten Händen war. Zu unserem großen Bedauern haben wir nie erfahren, was aus Bruno geworden ist und ob er seine Menschen je wiedergefunden hat.

    Gefährliche Fahrlässigkeit:
    Viele Hundebesitzer sind in dem Glauben, daß ein Hund immer zum Ferienhaus zurückfindet. Oft wird der Hund tagsüber oder auch abends bei Dunkelheit noch mal schnell vor die Ferienhaustür geschickt. Ohne Aufsichtsperson und ohne Halsband. Das kann schlimme Folgen haben. Schnell kann der Hund die Orientierung verlieren. Die dänischen Feriengebiete sind rießengroß und dem Hund völlig fremd. Häuser, manchmal mehrere tausend, und Gegenden gleichen sich. Zudem finden an vielen Stellen der Westküste Militärübungen statt, auch während der Hauptsaison, und vor allem nachts. Da nicht jeder Vierbeiner "schußfest" ist, besteht die Gefahr des panischen Weglaufens, wenn der Hund nicht angeleint ist. Ihn dann während der Urlaubszeit wiederzufinden, ist ein Wettlauf gegen die Zeit.
    Die riesigen Heidegebiete der Umgebung sind zudem ein Paradies für Wildtiere. In einzelnen Gebieten leben viele tausend Hirsche und Rehe. Das Rotwild hat feste Routen, auch zwischen den Ferienhäusern hindurch und auch zum Strand. VIele hundert Jahre hat das Wild diese alten Pfade nie geändert. Welcher Jagdhund würde nicht gerne die Fährte aufnehmen und sich zu einem Ausflug verleiten lassen? Und findet er dann tatsächlich zurück?
    Leider liest man immer wieder Berichte der dänische Presse, daß Rotwild von Hunden verfolgt, gehetzt und auch gerissen wird. Das verfolgte Wild flüchtet häufig an den Strand und sieht die Flucht ins Meer als letzte Rettung. Hier verenden die Tiere elendig vor Erschöpfung oder müssen vom zuständigen Forstamt aufgrund von Verletzungen getötet werden. Eine traurige Wahrheit.

    Vorbeugen und handeln
    Verhindern sie all dies, indem Sie vorbeugen - sich selbst, Ihrem Hund und den Wildtieren zuliebe! Erklären sie auch Ihren Kindern nachdrücklich, was "ihrem" Hund alles passieren kann! Die Info-Tafeln in den Supermärkten sprechen für sich selbst. Denn hier finden sich oft verzweifelte Hilferufe von Tierbesitzern, die nach ihrem Hund oder ihrer Katze suchen.
    Was ist zu tun, wenn es doch passiert und der Hund verschwunden ist?

    Nehmen Sie sofort Kontakt zu lokalen und umliegenden Polizeistationen auf, zu Tierärzten, Tierheimen und zu Falck (dänischer Rettungsdienst)
    Stellen Sie ein Plakat her mit allen wichtigen Daten über den Hund, ein Foto des Tieres und ihre Telefonnummer. Fotokopieren Sie das Plakat und hängen Sie es an belebten Stellen auf, z.B. in Supermärkten, an Kiosken, Schulen, Sporthallen, Ferienhausagenturen, Touristeninformationen. Notieren Sie sich die Orte, an denen Sie ein Plakat aufgehängt haben, zusätzlich auch die Telefonnummer!
    Lassen Sie durch Familie, Kinder usw. am Ort nach dem Tier suchen.
    Geben Sie noch am gleichen Tag eine Suchanzeige in der lokalen Zeitung auf.
    Jedes Gebiet hat eine lokale Radiostation. Bitten Sie hier um einen entsprechenden Aufruf.
    Setzen Sie eine Belohnung aus.
    Sorgen Sie dafür, daß Sie ständig telefonisch erreichbar sind.
    Halten Sie sporadischen Kontakt zu den involvierten Stellen.
    Informieren Sie alle Stellen und entfernen Sie alle Plakate, wenn der Hund gefunden wurde! Haben Sie keine Angst vor sprachlichen Problemen. Viele Dänen sprechen auch deutsch, aber bitte reden Sie nicht zu schnell und sprechen Sie deutlich. Außerdem helfen Ferienhausagenturen und Touristeninformationen sicherlich weiter.

    Aktueller Tierschutzerfolg
    Es zeichnet sich ein erster kleiner Erfolg für die Tierschützer in Dänemark ab. Wie die Tageszeitung Jydske Vestkysten Ende März 2005 mitteilte, hat der dänsiche Tierschutzverein Dyrenes Beskyttelse mit dem Kennel Hafran/Hjordkaer, Ostdänemark, aufgrund verschiedener Presseberichte nun folgende Einigung erlangt:
    Ab sofort werden dort als herrenlos eingelieferte Hunde an das Tierheim in Gram, geführt von Dyrenes Beskyttelse, weitergeleitet. Dort werden sie nicht mehr eingeschläfert, sondern gehen in die Vermittlung! Jährlich betrifft dies zwar nur ca. 20 bis 30 Fundhunde für diesen Bezirk, aber der Anfang scheint gemacht zu sein. Eine Initiative entgegen des Hundegesetzes, ein anerkennenswerter erster Schritt!


    Die Autorin diiese Artikels: Frau Ruth M. Schmidt mit ihrem Kuvasz


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    Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.

Diskussion zum Thema Dänemarks Hundegesetze!!! im Forum Hundehütte bzw. Hauptforum Hunde Forum:
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