Leinenpflicht nur auf dem Papier?


  1. #1
    cherry-lein

    Leinenpflicht nur auf dem Papier?

    Hallo!

    Wir wohnen ja in der Stadt, zwar am Stadtrand aber trotzdem eben Stadt und hier herrscht laut Stadtverordnung für Hunde eine Leinenpflicht. Da unsere Hündin ohnehin noch nicht so gut hört und die Stadt nicht gewöhnt ist bleibt sie bei den Gassirunden sowieso an der Leine und darf dann anschließend bei uns im abgezäunten Garten oder beim Pferd auf den Wiesen ohne Leine laufen und rennen.
    Mir fällt jetzt, wo ich selbst hier Hundehalter bin, auf wie viele Hunde trotzdem ohne Leine "geführt" werden. Wenn die Hunde zuverlässig hören würden würde mir das ja nichts ausmachen aber ganz oft kommt ein bellender und/oder knurrender Hund auf uns zu gerannt, vom Besitzer entweder weit und breit
    keine Spur oder man hört den Besitzer von weitem Rufen (wo der Hund aber meistens nicht drauf reagiert) oder, und das sehe ich am häufigsten, wird einfach gar nicht reagiert und der bellende/knurrende Hund darf schalten und walten wie er will. Wenn ich den Besitzer dann bitte seinen Hund an die Leine zu nehmen ernte ich eigentlich immer verständnislose Blicke oder werde gefragt warum der Hund denn an die Leine soll oder meine Bitte wird gänzlich ignoriert.
    Mich ärgert das immer ziemlich denn es könnte ja sein das die Hunde sich eben mal nicht verstehen und eine Beißerei losgeht, unsere Hündin könnte Läufig sein oder krank sodass Hundekontakt gerade einfach ungünstig ist aber da scheine ich mit meinen Bedenken allein auf weiter Flur zu stehen
    Erst letztens kam ein kleiner wild bellender Hund auf uns zu gerannt, vom Besitzer keine Spur. Der Hund rannte kreuz und quer über die Straße und kam dann direkt auf uns zu gerannt. Irgendwann kam dann die Besitzerin mit ihrem Cityroller vorbeigefahren und rief so nebenbei nach ihrem Hund, der natürlich nicht hörte, diese Frau kam nicht mal auf die Idee den Hund einzufangen und anzuleinen. Die Gefahr das ihr Hund von den vorbeifahrenden Autos überfahren werden könnte wenn der einfach auf die Straße springt oder das mein Hund unverträglich sein könnte schien sie nicht zu interessieren.
    Zum Glück ist unsere Labbi Dame ein liebenswerter Tropf der alles und jeden mag sonst hätten wir bestimmt schon oft ein Knäuel aus 2 Hunden gehabt

    Ich kann ja verstehen das man seinem Hund auch mal Freilauf gönnen möchte aber ich finde dann sollte der Rückruf einfach sitzen und wenn das nicht der Fall ist gibt es ja die Möglichkeit den Hund mit Schleppleine laufen zu lassen sodass man im Notfall noch eingreifen kann.

    Wie seht ihr das? Sehe ich das zu streng? Und vor allem wie reagiert ihr wenn euch sowas passiert?
    Ich bin immer sehr unsicher wie ich mich bei so einer unfreiwilligen Hundebegegnung verhalten soll, vor allem dann wenn ich den fremden Hund nicht kenne und nicht einschätzen kann.

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  3. #2
    Michse89
    Offtopic:

    wir haben hier ein ähnliches Bild.
    Aber zum Thema Schleppleine, die ist bei uns zB verboten. Hier darf die maximal Länge der Leine zwei Meter nicht überschreiten. Ich habe mit Schleppleine schon Ärger bekommen und hätte fast ne Strafe zahlen müssen. Als sie mich Mal gesehen haben mit Hund ohne Leine kam nur ein Kommentar das ich ihn anleinen soll.
    'mit so einem Lasso darf ich hier nicht laufen" ^^

  4. #3
    demona
    Hi,

    nach meinen Erfahrungen gibt es genau zwei Typen Hundehalter, die ihre Hunde trotz bestehender Leinenpflicht immer frei laufen lassen.
    - Typ 1 ist der Typ, scheißegal. Der Hund braucht Freilauf und das auf Biegen und Brechen, egal ob er hört, egal ob er andere Leute belästigt, das Schatzipupsi muss sich entfalten können und das ohne Rücksicht auf Verluste. Andere Hundehaltern sollen sich nicht so anstellen wenn Schatzipupsi "Hallo" sagen kommt und wenn der angeleinte Hund böse wird, ist es ein aggressiver Köter und gehört mit Maulkorb gesichert. Autofahrer haben Bremsen und wenn doch ein Hund angefahren wird, war das garantiert ein Hundehasser. Mütter sollen ihre Kinder vom Spielplatz nehmen damit Schatzipupsi bequem im Sandkasten buddeln kann. Und die Leine hängt nur dekorativ um den Hals weil ihre Farbe so schön zur Hose passt.

    - Typ 2 ist der Typ, Rücksicht. Der Hundehalter, der mit seinem Hund trainiert, teilweise mühsam einen Rückruf erarbeitet. Der den Hund von Passanten, anderen Hunden, Joggern, Radfahrern und was da noch so kreucht und fleucht abruft und anleint oder im Kommando vorbei führt. Der seinen Hund nicht im Unterholz rumstöbern lässt, egal ob Brut und Setzzeit oder nicht. Der seinen Hund nicht auf dem Spielplatz buddeln lässt, oder Kindern den Fussball klauen. Also der Typ Hundehalter, den man am liebsten begegnet.

    Ich bin ehrlich, die Kröte läuft ca. 95 % der Zeit frei, egal ob Leinenpflicht oder nicht. Lediglich an der Straße, in der Stadt und in Geschäften ist sie angeleint aber auch nur, weil es für mich bequemer und entspannter ist und ich dann nicht ständig nach dem Hund sehen muss.
    Mein Hauptgassigebiet ist die Isar. Rein technisch (!) gesehen überall Landschaftsschutzgebiet und damit Leinenpflicht. Wenn ich mich daran halten würde, könnte Bella nie frei laufen oder halt an der Schlepp/Flexi - wenn man in den Fluss mit dem Hund will, ist Beides keine gute Idee. Daher setze ich mich bewusst über die Leinenpflicht hinweg. Allerdings nicht ohne Rücksicht auf Verluste.

    Wenn der seltene Fall eintritt, dass die Kröte an der Leine ist und uns ein freilaufender Hund entgegen kommt, rufe ich genau ein einziges Mal - "Den Hund bitte nicht her lassen."

    Egal welche Antwort kommt, danach reagiere ich und hindere den Hund daran her zu kommen. Mir egal ob Schatzipupsi etwas tut oder nur "Hallo" sagen will, er kommt nicht her und fertig. Ich diskutiere nicht ob, wann und warum wir jetzt keinen Kontakt wollen, es gibt keinen, fertig. Dann wird halt geblockt, groß gemacht, mal ein lautes "AB" oder ein Ausfallschritt - bis jetzt ist noch jeder Hund umgedreht und ich wurde als asoziale Irre hingestellt, die dem armen Hund keine Sozialkontakte ermöglicht.

    Andersherum lasse ich Bella auch nicht an angeleinte Hunde hin, egal ob der Besitzer das will. Haben wir auch schon oft gehabt. Bella frei, anderer Hund angeleint aber soll unbedingt "Hallo" sagen. Ähm, nein, ist nicht. Die Kröte geht dann ganz schnell mit mir weiter.

    In dem Fall, dass beide Hunde frei laufen, gucke ich auf die Körperhaltung beider Hunde. Wenn die Kröte schon auf der STirn stehen hat "Du, Opfer, ich mach dich platt", dann bleibt sie bei mir und geht mit mir weiter - in fast allen Fällen weichen die anderen Hunde dann freiwillig aus. Da ist dann sowieso kein Kontakt erwünscht, zumindest vom Hund aus, die Besitzer sehen das öfters mal anders.
    Zeigt Bella an, "Oh, der ist mir nicht geheuer." bleibt sie freiwillig hinter mir und ich bremse den anderen Hund erst mal aus. Wenn genug Platz da ist - Wiese oder ähnliches - weicht Bella oft weiträumig aus und bis jetzt hat es noch jeder Hund akzeptiert.

    Im Normalfall wird kurz geschnüffelt und dann weiter gegangen. Aber die Kröte ist auch sehr unkompliziert, was Hundebegegnungen angeht, da gibt es garantiert Hunde, die da mehr Probleme mit haben. Da habe ich sehr, sehr viel Glück.

    Lg Demona

  5. #4
    cherry-lein
    Ich finde es auch total in Ordnung Freilauf zu gewähren wenn man einen Hund hat der ohne Leine hört und abrufbar ist bzw wenn es sein muss auch ohne Leine beim Herrchen/Frauchen bleibt. Wenn ich mir den Hund unserer Trainerin anschaue, die hört wie ne eins und auch noch aufs erste Wort. In der letzten Stunde hat sie einige Dinge für die Begleithundeprüfung mit ihrem Hund vorgeführt um zu zeigen was die Hunde da können müssen und da war ich ehrlich gesagt schon ziemlich neidisch Die hat einmal "Fuß" gesagt und der Hund ist in allen Geschwindigkeiten und allen Winkeln einfach quasi an ihr "kleben" geblieben, hat sie "Platz" gesagt lag der Hund da, egal wie weit sie weg war und egal wer da um den Hund rumgetanzt ist und selbst als sie den Hund zu sich gerufen hat und dann auf halber Strecke einmal Platz gesagt hat hat der Hund sich sofort hingelegt und dort an Ort und Stelle brav gewartet bis sie ihn zu sich geholt hat. Das war schon sehr beeindruckend und ich hoffe sehr das ich das mit meiner Maus auch mal so hin bekomme. Wer so einen toll erzogenen Hund hat braucht ja im Grunde keine Leine mehr.
    Hier läuft auch ab und zu ein älterer Herr mit einem Puli durch den Park und der hat auch nie eine Leine dran aber der Hund hört auch wunderbar, an jeder Straße setzt der sich von allein Hin und wartet bis Herrchen sein ok zum Überqueren gibt und der läuft auch auf Kommando sofort brav bei Fuß, bleibt stehen wenn sein Herrchen sich mal unterhält, läuft nicht ohne okay vom Herrchen zu anderen Hunden usw. so sollte es sein finde ich. Aber so ein gut erzogener Hund ist hier echt die Ausnahme, wie gesagt die meisten die hier frei laufen hören halt absolut gar nicht und da wird auch nicht gehandelt und das stört mich.

    Mir würde es nie in den Sinn kommen meine Hündin frei zu lassen wenn ich weis das sie nicht hört außer natürlich es ist ein abgegrenzter Bereich wo ich weis das nix passieren kann, irgendwie muss man den Rückruf auch außerhalb der Schlepp ja mal üben. Wir üben ja schon fleißig seit sie hier ist, sie konnte ja noch gar nicht an der Leine laufen weil sie das nie gelernt hat und an bei Fuß gehen war gar nicht zu denken Wir üben jetzt seit gut 2 1/2 Wochen und sie kann jetzt schon auf Kommando bei Fuß gehen selbst wenn Radfahrer oder Fußgänger an uns vorbei gehen, zwar noch mit Hilfe eines Leckerlie aber ohne Ablenkung oft klappt es auch schon ohne
    Ich frage mich immer wie es einem Halter egal sein kann das der Hund nicht hört, da muss doch irgendwo eine Motivation da sein den Hund erziehen zu wollen oder nicht?
    Mich spornt das total an zu sehen wie gut ein Hund hören kann und ich freue mich wie ein Keks wenn wir eine Übung das erste mal richtig hinbekommen und man Erfolge sehen kann.

  6. #5
    A-Fritz
    Hallo,
    die Leinenpflicht, die jetzt häufig in den Städten und Gemeinden vorgeschrieben wird,
    kann man bestimmt nicht als hundegerecht bezeichnen
    und ist wohl nur aus einer allgemeinen Verunsicherung den Hunden gegenüber und einer politischen Entscheidung entstanden.

    Ich kann mich noch daran erinnern, wie in der Presse jeder Vorfelle mit einem Hunden aufgegriffen wurde
    und für die Begründung neuer Hundegesetze aufgeführt wurden, bis dahin liefen noch überall die Hunde ohne Probleme frei und auch alleine herum.
    Im Augenblick sieht man kaum noch Meldungen über Hunde welche gebissen haben,
    dieses Thema ist wohl nicht mehr interessant, oder sind die Hunde heute tatsächlich weniger gefährlich ?

    Ich denke, möchte man seinem Hund auch in der Stadt ein seiner Art entsprechendes Leben bitten,
    kann man sich kaum nach den üblichen Vorschriften richten, die überall eine Leinenpflicht für Hunde vorschreiben.

    Fritz.
    Geändert von A-Fritz (20.06.2017 um 18:03 Uhr)

Diskussion zum Thema Leinenpflicht nur auf dem Papier? im Forum Hundehütte bzw. Hauptforum Hunde Forum:
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