Wer sollte einen Hund halten?


  1. #1
    Tuuli

    Wer sollte einen Hund halten?

    Hallo,

    ich bin neu hier und habe mich angemeldet, weil ich mich mit dem Gedanken trage, mir einen Hund anzuschaffen. Ich bin auch auf diesem Gebiet absoluter Neuling, da ich noch nie einen selbst gehalten habe. Ich hatte in den letzten 20 Jahren zwei Katzen, die letzte - mein geliebter Kater - ist im Winter mit 16 Jahren an Krebs gestorben. Der Verlust ist immer noch groß, aber mittlerweile weiß ich, dass ich nicht ohne Tier leben möchte. Allerdings kann ich mir so gar nicht vorstellen, nach 16 gemeinsamen Jahren einfach einen "Ersatz" für mein Katerchen zu besorgen. Stattdessen nährt sich immer mehr der Gedanke, mir einen großen Wunsch aus Jugendtagen zu erfüllen: einen Hund. Nun lese ich viel,
    besuche Züchter und Seminare und versuche auf Tuchfühlung zu gehen, indem ich Hundewanderungen mitmache oder mit meiner Freundin und ihrem Hund Gassi gehe. Ich will mir mit der Anschaffung Zeit lassen. Ins Haus käme der neue Wegbegleiter nicht vor nächstem Jahr.

    Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich einem Hund das bieten könnte, was er braucht. Und vielleicht könnt ihr mir aus eurem reichen Erfahrungsschatz berichten oder einschätzen, wie ihr das beurteilen würdet.
    Also kurz zu mir und meiner Lebenssituation:
    Ich bin Ende 30 und lebe allein, habe also keine Kinder, und mein Freund lebt in einer eigenen Wohnung. Ich habe eine 2-Zimmer-Wohnung (55 m²) im Erdgeschoss in einem kleinen Mietshaus am Stadtrand mit schönem Gartengrundstück dran. Die Umgebung ist fast schon ländlich geprägt mit vielen Feldern, einem Fluss und mehreren Seen in direkter Nähe. Die nächste Hauptverkehrsstraße ist mindestens einen Kilometer entfernt. Ich habe eine halbe Stelle und bin nebenher noch selbständig tätig. Das heißt: Ich arbeite an zwei Tagen in der Woche in Vollzeit (8 Stunden), einen weiteren halbtags (4-5 Stunden). Die anderen beiden Tage arbeite ich von zu Hause aus im Homeoffice. Ins Büro könnte ich den Hund allerdings aus verschiedenen Gründen nicht mitnehmen. Bedeutet, dass er an drei Tagen in der Woche mehrere Stunden allein bleiben müsste. Besonders Kopfzerbrechen machen mir die beiden Tage, an denen er wirklich lange auf sich gestellt wäre. Das Schöne wäre allerdings, dass ich endlich ein Tier hätte, das ich auf meine ausgedehnten Streifzüge in Wälder und Landschaft mitnehmen könnte, die ich so liebe. Im Grunde halte ich mich fast in jeder freien Minute irgendwo in der Natur auf, sei es am See oder im Wald, und liebe stundenlange Wanderungen und Foto-Touren. Am Wochenende findet man mich entsprechend so gut wie nie zu Hause. Ich bin also der geborene "Streuner", was dem Hundewesen ja total entgegenkommt, denn Hunde lieben es, herumzuziehen.

    Was denkt ihr? Wären drei Tage die Woche stundenlang zu Hause alleine lassen noch vertretbar, wenn man sich trotzdem auch an diesen Tagen ausreichend Zeit für morgendliche und abendliche Spaziergänge nimmt? Wie ist die Lebenssituation anderer Hundehalter so? Danke für eure Ratschläge. Liebe Grüße, Tuuli
    Geändert von Tuuli (11.07.2017 um 11:48 Uhr)

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    Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.



  3. #2
    Michse89
    Huhu und willkommen
    Was meinst du wie die meisten Leute sich ihren Hund finanzieren? Mit arbeit ^^
    Ich finde, was du schreibst klingt absolut gut in Bezug zur Hundehaltung.

    Mein Hund muss auch alleine bleiben, schließlich will er was zu Fressen, Versorgung und das ein oder andere spieli. Ich gehe ebenfalls halbtags arbeiten, muss aber auch Mal länger arbeiten. Solange ich ihm davor eine schöne runde biete und nach der Arbeit Aktion angesagt ist, ist das alles kein Problem für meinen. Und bei dir geht es ja nur um zwei Tage (wieviel Stunden wären es insgesamt mit fahrtweg?)

    Da du dich ja, im Gegensatz zu so einigen, über Hunde informierst und es eh erst in geraumer Zukunft geplant ist, kannst du ja auch schonmal schauen, vielleicht findest du für die paar Tage ja eine nette Freundin, Nachbarin etc PP die den Hund in der Zeit ausführen oder in den garten lassen kann.
    Noch hast du ja Zeit

    Aber denke dran, das auch grade junge Hunde viel Möglichkeiten zum Schlafen und ruhen benötigen, da musst du dann anfangs wahrscheinlich zurück stecken und nicht die ganze Zeit unterwegs sein, weil das Pensum an Bewegung und Einflüssen wohl noch zu hoch sei.

    Ansonsten finde ich es Klasse das du dir solche Gedanken machst und dich schon so gut bildest.
    Hast du schon ein ungefähren hundetyp im Blick, was denn einziehen soll?

    Grüße

  4. #3
    Tuuli
    Hallo Michse, schön, dass du antwortest.

    Naja, also an den beiden Vollzeittagen kann sich das Alleinbleiben dann schon mal mit Hin- und Rückfahrt (je 30 Minuten) auf 9 Stunden belaufen. Und wenn mal ein Spättermin ansteht, sogar mal bis zu 10 oder länger, aber das wäre sicher die absolute Ausnahme. Und zu solchen Terminen könnte ich den Hund dann vielleicht auch wieder mitnehmen. Nur ins Büro geht halt nicht. Das ist so, weil wir mit sozial schwachen Menschen arbeiten, deren Hunde bei uns aus Gründen des Platzes und der Hausordnung keinen Zutritt haben. Wenn ich da meinen Hund mitbringen würde, würde das den Hausfrieden vermutlich erheblich stören

    Was die Rasse betrifft, habe ich mich noch gar nicht entschieden. Im Grunde favorisiere ich vom Wesen her Eurasier oder Elos. Und auch optisch gefallen mir diese Hunde gut. Allerdings habe ich bei den Elos durch Kontakt zu einigen Haltern erfahren, dass sie häufig Bewegungsmuffel sind und z.B. auch Wasser gar nicht mögen. Nun habe ich aber so viel Wasser ringsrum und bin in meiner freien Zeit selbst eher jemand, der in der Natur viel auf Achse ist. Der Hund sollte also auch schon mal ein paar Kilometer am Stück mitlaufen oder auch neben dem Fahrrad herrennen können und wollen. Daher bin ich mir halt nicht so ganz sicher, ob ein Eurasier oder Elo wirklich die richtige Rasse wäre. Der Hund sollte möglichst vom Wesen her ausgeglichen, ohne oder mit wenig Jagdtrieb, aber trotzdem bewegungs-, dafür aber weniger bellfreudig sein (ich wohne zur Miete). Und er sollte Wasser mögen

    Was die Ruhephasen gerade für junge Hunde betrifft, hast du natürlich völlig recht. Und da versteht es sich auch von selbst, dass man anfangs mehr Zeit für Erziehung und Eingewöhnung aufwendet als für ausgedehnte Streifzüge. Das kommt dann sicher mit der Zeit. Und ganz so wild ist es ja bei mir auch nicht. Ich mache ja keine ganztägigen Gewaltmärsche Meistens wandere ich ein paar Kilometer und halte mich ansonsten mehr oder weniger zur Entspannung und zum Fotografieren in der Natur auf.
    Geändert von Tuuli (11.07.2017 um 13:32 Uhr)

  5. #4
    Alekta
    Ich finde, da würde sich ein Eurasier gut machen.

    Wir haben einen. Er ist total ausgeglichen, bellt kaum.

    Er fällt zu Hause kaum auf. Da liegt er immer auf der faulen Haut.

    Mein Eurasier lebt nach dem Motto: Hauptsache dabei, dann gehts mir gut.

  6. #5
    cherry-lein
    Ich finde auch das es bei dir gut passen könnte. Für so sehr lange Tage kannst du dir ja einen Hundesitter organisieren, das haben wir derzeit auch weil unsere Hündin noch nicht alleine bleiben mag und irgendwo muss ja das Geld herkommen
    Ich finde für deine Vorlieben passt der Labrador perfekt. Unsere Hündin ist auch ein Labbi, die liebt Wasser und findet jeden Tümpel, See, Bach etc von ganz allein, selbst welche von denen ich noch gar nix wusste Unsere ist noch jung deswegen laufen wir noch keine großen Wanderungen aber man merkt schon das sie gut Power hat und auch gerne läuft, wenn wir Zuhause sind ist sie dann aber auch zufrieden und schläft oder beschäftigt sich mit ihrem Spielzeug. Bellen ist zum Teil auch eine Erziehungssache, unsere hat anfangs viel gebellt wenn jemand durchs Treppenhaus ging (da war sie auch noch ganz frisch hier und sehr unsicher) aber das haben wir ihr mittlerweile abgewöhnt weil wir auch im Mietshaus wohnen, jetzt bellt sie drinnen eigentlich gar nicht mehr und auch draußen macht sie es nur beim Spielen mit anderen Hunden.
    Labbis sind allerdings Jagdhunde die zur Entenjagt gezüchtet wurden, das merkt man manchmal schon aber auch das lässt sich (bei unserer zumindest) trainieren sodass der Gehorsam über dem Jagdtrieb steht, klappt bei uns noch nicht immer so super gut aber wir haben sie auch noch nicht lange, dafür ist es schon deutlich besser geworden.
    Ich mag das die Labbis so intelligent sind, unsere lernt so schnell neue Dinge und das macht es uns als Anfängern auch leichter mit der Erziehung, die Hundeschule ist uns da eine riesen Hilfe und es macht auch echt mega Spaß ihr neues beizubringen.

  7. Adbot

  8. #6
    Tuuli

    Lächeln

    Hallo Alekta und Cherry-lein, danke für eure Antworten!

    Also Eurasier finde ich halt auch total schön, und vom Wesen her ziemlich gut passend. Daher würde ich ihm auch den Vorzug vor dem Labbi geben - auch wenn die Labbis wunderschöne Hunde sind. Allerdings mag ich Hunde, die sich ein Stückchen ihren eigenen Kopf bewahren und nicht zuuuu anhänglich sind. Kommt vielleicht auch, weil ich so lange Katzen-Mama war. Und die "Rasis" sind ja schon manchmal kleine Dickköpfchen ;-) Allerdings habe ich halt von den Eurasiern zuletzt häufiger gehört, dass sie Wasser nicht so mögen und auch nicht gern schwimmen. Das wär doch aber echt schade, wo ich von so viel Wasser umgeben bin.
    Eine Rasse steht noch auf meiner Liste, auch wenn die relativ selten in Deutschland ist: Der Stabijhoun (sieht dem kleinen Münsterländer sehr ähnlich) ist eine sehr alte holländische Jagdhundrasse, die aber zuletzt hauptsächlich als Familienhund gehalten wird, wodurch der Jagdtrieb heute nicht mehr so stark ausgeprägt sein soll. Er ist sehr kinderlieb und anhänglich, dazu leichtführig, intelligent und gelehrig - aber eben auch durchaus unabhängig. Und: ER LIEBT WASSER" :-D

    https://www.google.de/search?q=stabi...w=1252&bih=582

  9. #7
    Alekta

    Wer sollte einen Hund halten?

    Also mein Eurasier ist mit Wasser zwiegespalten.

    Wir wohnen an der Donau. Er steht regelmäßig im Wasser zum Trinken.

    Geschwommen ist er bis jetzt nicht. Das hat ihm allerdings auch noch keiner gezeigt. Ich glaub der weiß gar nicht, dass er schwimmen kann.

    Was er allerdings gar nicht leiden kann, ist Spritzwasser.

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