Schulhund: Kromfohrländer oder welche Rasse?


  1. #31
    Knopfstern
    Offtopic:

    Muss trotzdem noch kurz was zu deinem vorigen Text sagen: Meine Klasse ist unglaublich lieb und ruhig (geworden), da ich sehr diszipliniert, ruhig und liebevoll unterrichte. Personen, die bei uns ins Zimmer kommen, sind immer "schockiert", wie ruhig es bei uns ist. Trotz Kindern mit massiven Verhaltensauffälligkeiten, "diagnostizierten Störungen", schwierigem familiären Hintergrund und 17 verschiedenen Sprachen/Kulturen im Klassenzimmer. Der Hund hätte auf jeden Fall seine Ruhe. Aber es müsste halt auch ein gelassener Hund sein. Ein Hund, der einen starken Bewacherinstinkt hat, hat sicher Schwierigkeiten zur Ruhe zu kommen. Aber es gibt ja eben auch - rassenspeziisch - Hunde, die von Geduld und Gelassenheit geprägt sind.
    Bedenke bitte, das du deine Klasse nicht für immer behalten wirst.
    Du wirst auch eine neue Klasse bekommen und diese kann durchaus Aktiver und unruhiger sein, als
    deine jetzige.
    Ich weiss, wovon ich da spreche. Meine erste Vorschulklasse war ein Traum. Die Klasse danach...Chaos. Meine Kollegin, welche in meinem ersten und zweiten Semester mit mir zusammen gearbeitet hatte, hatte danach echt zu kämpfen mit der neuen Klasse.
    Dies nur als "im Kopf behalten."

    Ich finde Schulhunde bzw Therapiehunde ein ganz Wichtigen Teil in der Pädagogik.
    Wenn du magst, kann ich dir sehr gute Bücher darüber Empfehlen. Ich habe meine Facharbeit über einen autistischen Jungen und meinen Hund, welcher uns im vierten Semester begleitet hat, geschrieben. Es ist wirklich interessant.
    Jedoch darf man, so wie Mido es bereits erwähnte, das Thema ruhe und zu viel Arbeiten nicht unterschätzen.

    Ich bin im Assistenbedarf mit Hund. Und ich kann dir sagen, es ist für so ein Tier wirklich enorm anstrengend. Auch wenn es gar nicht so aussieht.

    Mein Hund ist ein sehr offener und freundlicher Kerl, kommt aus sehr schlechten Verhältnissen und ich habe lange mit ihm gearbeitet um dort zu sein, wo Ich nun bin mit ihm.
    Er sucht gezielt nach Kontakten wenn er z.B. RolliFahrer sieht oder Leute die am Stock oder einer Gehhilfe laufen. Das merkt man richtig. Ansonsten ist jeder sein Freund.
    Ich will dir damit nichts schlecht reden, ich finde es super, wenn es mehr eingesetzt wird, jedoch sollte der Hund nicht jeden Tag dieser Arbeit ausgesetzt werden.
    Ich habe meinen 1-2 mal, in sehr seltenen Fällen 3 mal die Woche dabei.
    Und dann eine Woche mal nicht. Ich habe 1 Kids um mich rum gehabt. Und das hat meinem dann auch gelangt.

    Wir haben übrigens keine Ausbildung.
    Unsere Chefin war dem ganzen einfach aufgeschlossen und hat mir da freie Hand gegeben, so das ich mich austesten und probieren konnte und meinen Hund mit dem jungen autisten arbeiten konnte. So, wie ich es am besten fand und was dem jungen gut tat.
    Jedoch musste ich vorher wegen allergien und religionen abklären, ob das auch alles Ok geht.
    Nein, eine Ausbildung ist keine Pflicht.


    Nun aber zur Rasse. Ich kenne Elos als sehr sehr sehr sehr aktive Hunde.
    Ich halte einen Aussie, wenn dieser ein eher ruhiger gefährte ist und in dem Job passt, auch für Ok. Was machst du jedoch, wenn der Hund nicht für deinen Plan geeignet ist?
    Ich kenne einige Aussies, die im Pädagogikbereich tätig sind.

    Oder man schaut nach einem Mischling. Meiner ist ja auch einer.
    Es hat einfach zu 100% gepasst.

    Ich finde deine Idee, einen Schulhund einzusetzen, jedenfalls super.

    Übrigens, 3 Hunde in einer Schule, welche einer Person gehören, finde ich persönlich unverantwortlich und sollte meiner Meinung nach nicht genehmigt werden.
    Irgendwann langt es auch. Ein Hund und Kinder sind schon sehr viel Verantwortung. Lass da nur einmal was schief gehen...

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    Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.



  3. #32
    Kompassqualle
    Ich denke man macht es sich zu einfach, wenn man davon ausgeht, dass einfach alles "Erziehungssache" ist.
    In einem Wurf Welpen ist jeder Hund anders, obwohl sie alle die gleiche Herkunft haben. Natürlich erzieht man seinen Hund nach bestimmten Vorstellungen, allerdings lernt nicht jeder Hund alles gleich gut und dass hat nicht nur was mit Rasseeigenschaften zu tun, sondern auch schlicht und einfach mit dem persönlichen Charakter des Hundes.
    Einen Hund der in seiner Grundanlage zurückhaltend, vorsichtig und eher unsicher ist wird man kaum dazu erziehen voller Eifer und Freude auf jede laute Kinderhorde zuzuspringen um sich von allen knuddeln und streicheln zu lassen.

    Bedenke, dass egal wie viel Zeit und Aufwand du in die Ausbildung eines Hundes steckst, trotzdem die Möglichkeit besteht, dass der Hund am Ende trotzdem nicht für den Job geeignet ist. Wäre das dann ein Problem für dich, oder könnte der Hund dann auch Zuhause bleiben?

    Letztendlich glaube ich, dass ein Hund für so eine Aufgabe Dinge mitbringen muss, die man einem Hund weder als Welpen ansieht, noch ihm in jedem Fall anerziehen kann.
    Ich kenne zum Beispiel einen alten Staffordshire Terrier der für so eine Aufgabe durchaus geeignet wäre. Er liebt alle Menschen, will mit jedem Fremden Freundschaft schließen, hat eine Reizschwelle die wohl auch das nervigste Kind nicht überstrapaziert bekommt und ist dazu noch ein wenig alterstaub, so dass ihn auch Lärm nicht sonderlich stören würde. Er lässt sich von jedem streicheln, schmiegt sich an und wedelt immer mit dem Schwanz.
    Dieser Hund ist allerdings etwa 11 Jahre, hat eine unbekannte Vergangenheit (wurde aus schlechter Haltung beschlagnahmt), diverse Alterswehwehchen und verträgt sich auf keinen Fall mit anderen Rüden.
    Dazu kommt noch, dass er nicht sonderlich hübsch aussieht (er hat nicht mehr überall Fell) und als "Kampfhund" natürlich ein schlechtes Image hat.
    Niemals würde man nach so einem Hund für eine Schulklasse suchen und dennoch wäre er von den vielen, vielen Hunden die ich kenne wohl derjenige bei dem ich keine Bedenken hätte, wenn er mal einen Tag in einer Kindergruppe verbringt.

    Im großen und ganzen schließe ich mich also Midoriyuki an, es ist nicht so einfach eine bestimmte Rasse zu wählen und dann davon auszugehen, dass dieser schon seine Aufgabe macht und dabei auch noch glücklich ist, wenn man ihn einfach nur entsprechend "erzieht".

  4. #33
    smoona
    Danke für Deine Antwort, Knopfstern. Ja, Du hast absolut recht - vielleicht hätte ich noch mehr erläutern sollen: meine Klasse war zu Beginn sehr schwierig und es hat einige Kinder, die sehr verhaltensauffällig sind. Aber da ich Klassenlehrerin und eben sehr diszipliniert bin, mein Unterricht sehr ritualisiert ist, hat es nach ca. einem halben Jahr härtester Arbeit geklappt. Auch die Beziehungsarbeit mit den Kindern hat sehr geholfen. Bei den Fachlehrpersonen, die die Kinder nur 1-2 Stunden pro Woche sind, ist es absolut chaotisch, die Klasse ist laut und kaum zu bändigen (so wird es mir erzählt - ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen bei meinen SchülerInnen... es ist und bleibt ein Phänomen). Wenn ich eine neue Klasse übernehme, könnte mir auch vorstellen, den Hund zunächst nicht mitzunehmen, bis die Klassenführung klappt. Die ersten 3-4 Monate sind einfach ausschlaggebend mit einer neuen Klasse...

    DAs klingt toll, was du mit deinem Hund auf die Beine gestellt hast!!! ))

    Ich finde es einfach unheimlich schwierig mit der Hundesuche. Mir ist absolut klar (@kompassqualle), dass es ein Risiko ist und keiner kann mir 100% sagen, welche Rasse und welcher individuelle Welpe dann wirklich der Richtige wäre. Ich kann mir aber irgendwie nicht vorstellen, einen erwachsenen Hund zu nehmen. Im Privaten könnte ich es mir schon vorstellen, aber im Beruflichen wäre es mir einfach zu riskant, da man ja oft nicht weiss, was der Hund alles erlebt hat. Höchstens vielleicht eine Familie, die den Hund schweren Herzens abgeben muss. Aber da leidet ja der Hund unglaublich... also ich kanns mir einfach nicht vorstellen. Bei einem Welpen kann ich ihm positive Erfahrungen von fast Anfang an schenken.

    Mein Freund und ich sind zurzeit ein wenig am Planen, was wir machen könnten, wenn dem Hund 4 Stunden in der Schule zu viel sind. Dass er ihn evtl. nach 2 Stunden abholen könnte. Aber wenn der Hund absolut ungeeignet wäre für die Arbeit, dann wüsste ich auch nicht weiter. Ich kann ihn ja schlecht von 7:30 bis ca. 14:00 Uhr Zuhause lassen (und das will ich auch auf keinen Fall). Und mein Freund kann ihn nicht den ganzen Morgen mitnehmen. Also meine Idee wäre schon, dass ich der Hauptpartner des Hundes wäre. Und irgendwie muss es doch möglich sein einen Hund zu finden mit dem man ein super Team sein kann? Andere Leute schaffen das ja auch?

    Naja, auf jeden Fall bin ich jetzt total verunsichert von den ganzen Antworten und habe das Gefühl, dass ich nie einen passenden Hund finde bzw. alles in einer Katastrophe endet. Supi! Ich werde mal weiter recherchieren, welche Rassen noch in Frage kämen. Aber soooo viele mittelgrosse Rassen gibt es ja dann auch wieder nicht. Ach herrje!

    Hast Du, Knopfstern, denn einen Hund gesucht für die Arbeit oder hast Du Dir den Hund fürs Private geholt und dann darauf hin gearbeitet? Ich frage mich einfach, ob die Menschen das andersrum angehene: zuerst Hund und dann per Zufall drauf kommen, dass er den passenden Charakter für die Arbeit hat? Gehe ich das völlig falsch an? Ich möchte ja schon den Hund fürs Private... aber eigentlich unter der Voraussetzung, dass ich ihn in der Schule einsetzen kann.

  5. #34
    smoona
    Danke, Kompassqualle. In meiner Antwort an Knopfstern stehen auch Antworten an Dich.

  6. #35
    Kompassqualle
    Aber wenn der Hund absolut ungeeignet wäre für die Arbeit, dann wüsste ich auch nicht weiter. Ich kann ihn ja schlecht von 7:30 bis ca. 14:00 Uhr Zuhause lassen (und das will ich auch auf keinen Fall). Und mein Freund kann ihn nicht den ganzen Morgen mitnehmen.
    Ein Welpe könnte am Anfang gar nicht allein sein, später wenn es gelernt es allerdings schon stundenweise. Von 7:30 - 14:00 wäre es 6,5 Stunden, das fände ich für einen erwachsenen Hund durchaus vertretbar.

    Wie soll es denn in der Anfangszeit laufen, zuerst ist der Hund ja noch klein, ab etwa 1- 1,5 Jahren kann man, je nach körperlicher und geistiger Reife des Hundes, intensiv mit einer Ausbildung anfangen (davor würde man natürlich schon vieles spielerisch üben). Bis Kommandos und Verhaltensweisen so sicher sitzen, dass man sich darauf verlassen kann, dass es (fast immer) klappt ist der Hund etwa 3 Jahre alt (erst mit etwa 3 Jahren kann man sicher sein, dass der Hund geistig ausgereift ist, keine Pupertätsphasen mehr zu erwarten sind und er eine stabile Persönlichkeit entwickelt hat).

    Auch bis der Hund fertig ausgebildet ist (nehmen wir mal an, das klappt alles so, wie du es dir wünscht), vergehen also 2-3 Jahre, was wäre in dieser Zeit mit ihm, wenn ihr beide bei der Arbeit seid?

  7. Adbot

  8. #36
    smoona
    @Kompassqualle Also ich dachte mir Folgendes: in den ersten paar Monaten müsste er noch nicht mitkommen (also nur besuchsweise zum Eingewöhnen). Mein Freund kann flexibel arbeiten, allerdings nicht für immer und ewig sondern wirklich nur solange der Hund klein ist und es braucht. Und wenn er dann etwa 6-7 Monate alt ist, möchte ich ihn dann schon zur Schule mitnehmen. Wie gesagt, überlegen wir, ob es am Anfang nur 2h wären und erst später 4 Stunden.

    Persönlich finde ich 6 1/2 Stunden alleinsein doch ziemlich viel für einen erwachsenen Hund. Unser früherer Hund war grundsätzlich auch selten mehr als 2 Stunden am Stück alleine. Er war eigentlich überall dabei. Er war einfach ein vollwertiges Familienmitglied. Wurde übrigens 19 Jahre alt - Wahnsinn!

  9. #37
    Roli2190
    Hallo!
    Bei diesen Anforderungen sollte es ein Hund sein, der Kinder kennt, sicher im Wesen ist sowie vielleicht ein eher ruhiges Gemüt.
    Was hältst du von den Rassen Labrador und Golden Retriever?
    Ich finde, die würden gut auf die Beschreibung was du suchst passen.
    Aber auch hier gibt es Arbeitslinien und Showlinien, man sollte es finde ich immer nach dem einzelnen Hund entscheiden.
    Nette Grüße

  10. #38
    Arolec
    Zitat Zitat von smoona Beitrag anzeigen
    Wow, das überrascht mich echt, Arolec. Aber super, wenn das so klappt. Ich könnte mir durchaus vorstellen, auch Hundesport zu machen. Lg
    Das klappt super.
    Meine Hunde sind ausgeglichene Gesellen, die gut Gas geben können aber genauso gut auch faul sein können und dürfen.
    Der Alltag ist oft schon anstrengend genug, wenn ich eine halbe Stunde mit denen durch den Park laufe und Alltägliches übe, sind die danach platt.
    Ich würde auch gerne Hundesport machen, sehr gerne sogar, leider scheitert es hier an einem Verein.
    Achso, mit meinem Rüden fahre ich Dogscooter, allerdings in Eigenregie und nach Lust und Laune.

  11. #39
    smoona
    Danke Roli2190! Ich liebe Labradore und Golden Retriever. Allerdings sind sie mir zu gross. Ich suche einen mittelgrossen Hund zwischen 38-48cm. 48cm wäre aber obere Grenze. Es gibt ja da auch die sogenannten Hybridhunde (springt mir bitte nicht an die Gurgel). Z.b: mini Labradoodle. Ich weiss allerdings (noch) nicht, was ich von diesen Hybrid-Zuchten halte...

  12. #40
    smoona
    Das klingt super, Arolec! Wünsche Euch 4 weiterhin viel Spass!

  13. #41
    A-Fritz
    Hallo,
    bei der Suche nach dem geeigneten Hund für den Schuldienst, mit Kindern, sind kleinere Hunderassen wohl immer benachteiligt,
    da diese Hunde sich meist leichter verunsichern lassen und dann überreagieren können.
    Natürlich ist jeder Hund anders und ganz individuell, doch gibt es bei jeder Hunderasse auch besondere, selektive Anlagen,
    nach denen man eine Vorauswahl treffen kann.
    Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, die genetischen Anlagen eines Hundes sind nur ein Aspekt,
    der verantwortlich für das Wesen und den Charakter eines Hundes ist,
    wichtiger ist aber wohl immer die Prägung, durch Ausbildung und Sozialisierung.

    Ich habe mich bei meiner Suche, um einen geeigneten Hund zu finden, nach einem Hundespaziergang mit den Kromfohrländern,
    gegen diese Rasse entschieden, diese Hunde erschienen mir ziemlich mutig,
    manchmal schon frech und auch mit einem großem Selbstbewusstsein,
    ähnlich wie bei den Terriern , welches ich nicht als so gut empfand.

    Danach habe ich mich für das Kooikerhondje entschieden, diese Hunderasse kann aber durch seine sensibel und zurückhaltende Art
    Fremden gegenüber, manchmal sehr distanziert und misstrauisch reagieren.

    Da ich als Märchenerzähler mit dem Hund in unterschiedlichen Einrichtungen unterwegs war,
    habe ich mit meiner Kooikerhündin eine Besuchshunde - Ausbildung gemacht,
    doch war dieses, eigentlich nur aus formalen Gründen nötig.

    Es ist wohl immer wichtig, möglichst früh schon im Welpenalter, durch ein gezieltes Training
    damit zu beginnen, alle Schwächen seines Hundes auszugleichen.
    Unklug wäre es zu glauben, daß man sich dabei schon vorab auf eine Vorgehensweise festlegen kann.

    Ich habe 3 Enkelkinder, aber auch einen Kater, meine 92 jährige Schwiegermutter lebt mit der Familie meines Schwagers im Nebenhaus
    und so war es immer selbstverständlich, daß meine Hündin ein gutes Verhältnis zu allen fremden Menschen und Tieren haben mußte.
    In einem Hundeverein, habe ich mit meiner Hündin die Begleithundeprüfung gemacht,
    doch auch der häufige Besuch in Kindergärten und Altenheimen, hat natürlich die Toleranz meiner Hündin geprägt,
    die ein Besuchshund haben sollte, obwohl dieses nicht unbedingt ein Wesenszug der Kooikerhondje ist.

    Die Idee, einen kleineren Hund für den Einsatz als Schulhund, würde ich an Deiner Stelle noch einmal gründlich überdenken.

    Ich denke ein größerer Hund, z.B. wie der Golden Retriever, oder auch als Hybridhund,
    hat es wesentlich leichte in einer Umgebung von unruhigen, lauten Kindern immer die nötige Souveränität zu zeigen.

    Mit einem kleiner Hund, der sich schon aus rein physischer Unterlegenheit ständig bedrängt fühlen muß,
    benötigt man bestimmt einen großen Arbeits- und Trainingsaufwand,
    der manchmal, bei einigen Hunden gar nicht zielführend sein muß .

    Um Schwächen zu kompensieren, muß das Vertrauen bei einem kleinen Hund mühsam in solchen Situationen aufzubauen werden,
    welches in diesen stressigen Situationen bei den Hunden dazu dringend erforderlich ist,
    um auch immer Ruhig bleiben zu können.

    Fritz
    Geändert von A-Fritz (10.09.2017 um 19:39 Uhr)

  14. #42
    smoona
    Vielen Dank für Deine sehr hilfreiche und aufschlussreiche Antwort. Vom Kromfohrländer bin ich mittlerweile schon weg und bin eher beim Elo gelandet. Hatte in der Zwischenzeit auch schon mit verschiedenen Elo-Haltern Kontakt. Allerdings ist es beim Elo anscheinend auch eine Frage vom Glück. Da ich eine Hündin möchte, stehen die Chancen beim Elo angeblich besser, ein geeignetes Tier zu finden...

    Ich gebe Dir recht, dass kleine Hunde ungeeignet sind. Aber ich möchte ja nicht einen kleinen sondern einen mittelgrossen Hund (38-48cm). Kooikerhundje hatte ich auch schon einmal überlegt. Aber die sind ja nach Deiner Überlegung auch zu klein mit ihren 35-40cm?

    Golden Retriever und Labradore kommen für mich auch weniger in Frage wegen dem Thema Treppensteigen. Und wenn das Tier mal krank ist oder ein Problem hat, ist es ganz schön schwierig es jeden Tag mehrmals hoch und runter zu tragen. Ich denke einfach, dass ein mittelgrosser Hund ein guter Kompromiss wäre, da ich auch in einer Wohnung lebe. Oder meintest Du wirklich, dass mittelgrosse Hunde eher ungeeignet seien?

    Ich werde es mir auf jeden Fall weiter überlegen, aber ich tendiere stark zum Elo und werde demnächst schauen ob in der Nähe mal ein Elo-Treffen stattfindet. Der grosse Elo ist übrigens zw. 45-60cm gross. Wäre allenfalls also noch ein bisschen grösser... Der kleine Elo wäre 35-45cm gross.

    Liebe Grüsse
    smoona

  15. #43
    Midoriyuki
    Kurz zu kleinen Hunden:

    Meine Rehpinscher-Hündin war trotz diverser kleinerer "Macken", die sie von den Vorbesitzern mitgebracht hat ein absoluter Knaller in der Arbeit mit emotional-auffälligen Kindern.

    Eben gerade durch ihre geringe Größe hatte kaum ein Kind Angst vor ihr und gerade mit grenzüberschreitenden Kindern konnte ich da sehr sehr gut arbeiten, weil sie sich bei einem Zuviel einfach in ihre Box zurück gezogen hat und dadurch den Kindern sehr klar aufgezeigt hat, dass etwas gerade zu viel wurde.

    Insbesondere Dinge wie eben auf dem Schoß liegen/auf den Arm genommen werden funktioniert eben nur mit kleinen Hunden.

    Zum Punkt den Hund mit 6-7 Monaten mitzunehmen- da fangen die gerade herrlichst an zu pubertieren.
    Egal wie lieb der Hund vorher war in genau diesem Zeitfenster fangen sie an aufmüpfig zu werden.

    Dazu, dass man wie Fritz schrieb früh die "Schwächen des Hundes ausgleichen sollte"- jede Schwäche ist auch eine Stärke.
    Das so defizitär zu sehen finde ich durchaus suboptimal.

    Nicht der perfekt und für immer und ewig erzogene und gehorchende Hund ist in dieser Form von Arbeit mit dem Hund Gold wert, sondern der, der sich auf seinen Menschen verlässt, klar kommuniziert und auch selbstständig den Kontakt sucht.

  16. #44
    A-Fritz
    Tatsächlich habe ich wären, der Besuchshunde-Ausbildung gesehen,
    wie unbekümmert gerade Labrador, oder Goldenretriever reagierten , wenn sie von allen Seiten umringt
    und überall, ungestüm befummelt wurden.

    Bei meiner Hündin konnte ich, in gleicher Situation dieses nur dadurch erreichen,
    wenn ich dieses zu einer Gehorsamsübung gemacht habe,
    welches für einen Hund natürlich sehr unangenehm ist und nach Möglichkeit
    bei solchen Einsätzen vermieden werden muß.


    Den Elo kenne ich nur von Hundespaziergängen und aus der Nachbarschaft.

    Mir scheint, diese Hunderasse ist noch wenig einheitlich, vom Äußeren und im Wesen.
    Auch können diese Hunde mit ihre innere Ruhe, Ausgeglichenheit und ihrer hohen Reizschwelle,
    auch recht stur und phlegmatisch sein.
    Vielleicht, wenn man so einen Hund nur als Schmusetier verwenden möchte, ist dieses Gut und vorteilhaft,
    aber mir ist so ein Verhalten zu wenig.


    Ein Arbeitshund, z.B. wie der Australian Shepherd, entspricht da eher meinen Vorstellungen.
    Es gibt jetzt auch einen Miniature American Shepherd . https://de.wikipedia.org/wiki/Miniat...rican_Shepherd
    Wenn diese Hunde nicht gerade aus einer Arbeitslinie stammen, können sie auch ohne eine eigene Schafherde leben
    und sind weniger anspruchsvoll, was ihre Beschäftigung betrifft.

    Sie sind aber eine leichtführige Hunderasse und vielseitig einsetzbar, Hunde mit "Will-to-Please".
    Doch können sie auch reserviert gegen über Fremden sein
    und brauchen sehr lange zum Aufzutauen bei einem Erstkontakt,
    wenn man diesem nicht bei der Sozialisierung entgegen wirkt .

    Allerdings, der Australian Shepherd ist gerade im Trent
    und man muß bei der Anschaffung dieser Hunde sehr auf Erbfehler und Gendefekte achten.
    Besonders auch der Merle-Faktor ist noch ein unnötiges Problem.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Merle-Faktor

    Fritz
    Geändert von A-Fritz (10.09.2017 um 22:05 Uhr)

  17. #45
    Kompassqualle
    Ohne Zweifel sind Retriever freundliche Hunde mit mittlerem Activitätslevel und einer Menge Will-to-Please, aufgrund ihrer hohen Reizschwelle eigenen sie sich sicher auch gut für Familien mit Kindern.
    Als Nachteil für die Arbeit mit einer größeren Gruppe Kindern sehe ich aber auch ihre Größe, gepaart mit ihrer meist ausgeprägten Distanzlosigkeit. Retriever halten oft nicht viel von einem Sicherheits- oder Höflichkeitsabstand und schmeißen sich auch bei fremden Menschen (und fremden Hunden) nicht selten direkt ran. Klar, die Kinder in der Schule sollen Kontakt haben zu dem Hund und es ist daher erwünscht, dass er sich auch problemlos streicheln lässt, nur kann ich mir vorstellen, dass es da schnell Probleme geben kann mit ängstlichen Kindern die keine Hunde kennen oder schon mal schlechte Erfahrungen gemacht haben, wenn dann so ein 35kg Hund ungebremst auf sie zugelaufen kommt und sich gleich ans Bein drückt (natürlich meint der Hund es nett, aber wer Angst hat und keine Hunde kennt, dem wird bei sowas sicher schnell mulmig).

    Wenn überhaupt würde ich daher auch am ehesten einen mittelgroßen Hund in Erwägung ziehen und denke weiterhin individuelle Veranlagung ist dabei wichtiger als eine bestimmte Rassewahl. Der Hund sollte mittelgroß sein, ein mittleres Temperament haben, eine hohe Reizschwelle, er sollte angstfrei aber nicht dominant sein, er sollte sich problemlos von Fremden berühren lassen aber ohne gleich auf wild auf jeden zuzuspringen. Das sind alles keine Eigenschaften auf die eine bestimmte Rasse selektiert wurde, einen Hund mit so einem Charakter mag es unter jeder Rasse oder kunterbunten Mischung geben.
    Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, die genetischen Anlagen eines Hundes sind nur ein Aspekt,
    der verantwortlich für das Wesen und den Charakter eines Hundes ist,
    wichtiger ist aber wohl immer die Prägung, durch Ausbildung und Sozialisierung.
    "Nature or nurture" (Natur oder Erziehung), die ewige Frage der Verhaltensbiologie. Ich glaube die Aspekte der genetischen Veranlagung werden bisweilen unterschätzt, ein im Grundwesen unsicherer Hund (oder auch Mensch) wird wohl niemals ein totaler Draufgänger. Ich denke, Erziehung kann Grundveranlagungen fördern oder abschwächen, aber in letzter Konsequenz nicht verändern.

    Den Elo kenne ich nur von Hundespaziergängen und aus der Nachbarschaft.

    Mir scheint, diese Hunderasse ist noch wenig einheitlich, vom Äußeren und im Wesen.
    Auch können diese Hunde mit ihre innere Ruhe, Ausgeglichenheit und ihrer hohen Reizschwelle,
    auch recht stur und phlegmatisch sein.
    Vielleicht, wenn man so einen Hund nur als Schmusetier verwenden möchte, ist dieses Gut und vorteilhaft,
    aber mir ist so ein Verhalten zu wenig.
    Die meisten Elos die ich bisher getroffen haben waren alles andere als phlegmatisch, sondern eher sehr aktiv und mutig mit einem sehr guten Selbstbewusstsein. Ich würde sogar behaupten, trotz ihres Zuchtziels als perfekter Familienhund gibt es andere Rassen die leichter zu händeln sind für Familien die einen "Anfängerhund" suchen (natürlich sind die handvoll Elos die ich bisher getroffen habe aber auch keine repräsentative Menge ).

  18. #46
    Midoriyuki
    Offtopic:

    Wollte ich auch gerade nochmal gerade rücken im Bezug auf den Elo...Danke, Kompass Fritz, du darfst mich gern mal besuchen kommen, dann dürftest du deine Meinung über allgemein phlegmatische Elos recht schnell revidieren

  19. #47
    Arolec
    Offtopic:

    Zitat Zitat von A-Fritz Beitrag anzeigen
    Allerdings, der Australian Shepherd ist gerade im Trent
    und man muß bei der Anschaffung dieser Hunde sehr auf Erbfehler und Gendefekte achten.
    Besonders auch der Merle-Faktor ist noch ein unnötiges Problem.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Merle-Faktor
    Bei dem ersten Satz stimme ich dir zu.
    Was aber soll das "unnötige Problem" am Merle sein?

  20. #48
    Roli2190
    Hallo!
    Bezüglich des Merle-Gens hab ich gelesen, dass es ein Gendefekt sein soll (ähnlich wie bei "Blue-Line" Hunden) und gewisse Fehlbildungen bei den Augen sowie eventuelle Gleichgewichtsprobleme auftreten können, aber nicht müssen.
    Dürfte aber nicht so schlimm sein wie zB der Gendefekt, der für die Blue-Line Färbung verantwortlich ist (hier treten häufig schwere Allergien auf).
    Bin allerdings kein Genetikexperte und kann auch nur weitergeben, was ich diesbezüglich gehört und gelesen habe.
    Nette Grüße

  21. #49
    A-Fritz
    Hallo,
    ich denke, man sollte Tieren nicht nur wegen einer zusätzlichen farblichen Variante,
    der unnötigen Gefahr einer körperlicher Mißbildungen aussetzen.
    Zucht mit Gendefekten,wie dem Merle-Gen aus rein ästhetischen Gründen,
    halte ich für unnötig und fahrlässig.

    Fritz.

  22. #50
    Arolec
    Das Merle Gen in einfacher Form macht aber nunmal 0 Probleme. Es sind stinknormale Hunde, die genau so gut sehen, hören, riechen und rennen können wie andere Hunde auch.
    Probleme macht es ausschließlich dann, wenn es in doppelter Form vorkommt, ein sogenannter Double Merle aus einer Merle x Merle Verpaarung.
    Darum ist an diesem Gendefekt/der Farbvariante in richtiger Kombination absolut nix gefährlich.
    Mein Tri Rüde hat eine Merle Hündin gedeckt und 8 absolut gesunde Welpen hervorgebracht, eine Merle Tochter lebt bei mir, völlig einwandfrei.
    Also am besten erstmal hinreichend informieren und dann loswettern

  23. #51
    Kompassqualle
    Offtopic:

    Das Merle Gen in einfacher Form macht aber nunmal 0 Probleme. Es sind stinknormale Hunde, die genau so gut sehen, hören, riechen und rennen können wie andere Hunde auch.
    Probleme macht es ausschließlich dann, wenn es in doppelter Form vorkommt, ein sogenannter Double Merle aus einer Merle x Merle Verpaarung.
    Darum ist an diesem Gendefekt/der Farbvariante in richtiger Kombination absolut nix gefährlich.
    Das stimmt so nicht ganz, auch heterozygote Merleträger sind häufiger von bestimmten Defekten betroffen als Hunde mit normalen Fellfarben. Hunde aus Merle x Merle Verpaarungen haben in 25% aller Fälle Defekte am Innenohr und sind einseitig oder beidseitig taub. Bei den Einfach-Merle-Verpaarungen sind es aber auch noch etwa 3,5-4% der Hunde, welche Gehörprobleme haben.
    For single merles (Mm), 2.7% were unilaterally deaf and 0.9% were bilaterally deaf. For double merles (MM), 10% were unilaterally deaf and 15% were bilaterally deaf.
    Quelle:https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/...?dopt=Abstract
    Dies ist auch der Grund, warum das BMELV (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) im "Gutachten zur Auslegung von §11 des Tierschutzgesetzes" (Verbot von Qualzuchten) generell von der gezielten Zucht merlefarbener Tiere abrät.
    Da auch bei heterozygoten Merle-Tigern (Mm), wenngleich weniger häufig und mit geringerem Schweregrad als bei Weißtigern, Veränderungen der Sinnesorgane beschrieben worden sind (s. zitierte Literatur), die Ursache für Leiden sein könnten, sollte generell auf die Zucht mit dem Merlegen verzichtet werden.
    Quelle: http://www.bmel.de/cae/servlet/conte.../Qualzucht.pdf

  24. #52
    Arolec
    Offtopic:

    Joa, da könnte man jetzt hunderte Links dafür und dagegen zitieren.
    Dennoch - rein aus Erfahrungswerten - kann ich nicht sagen, dass Merles in irgendeiner Form eingeschränkt/krank sind.
    Kein Merle den ich kenne hat derartige Erkrankungen die auf die Färbung zurück zu führen sind und aufgrund der Aussiezucht und der Catahoulaszene kenne ich wahnsinnig viele Merlefarbene Hunde.

  25. #53
    karl-käfer
    Pudel!
    Nicht nur weil ich seit 2,5 Jahren absoluter Pudelfan bin, sondern ich würde den Punkt Allergie im Alltag inzwischen für sehr wichtig halten. Prinzipiell gibt es keine Hunderasse, auf die es nicht auch Allergien gibt. Es gibt aber einige Rassen, mit denen Allergiker gut zurechtkommen. Dazu zählen u.a. wenn man mal bei deiner mittleren Größe bleibt der Lagotto Romagnolo, der spanische Wasserhund und der Pudel. Positiver Nebeneffekt aller drei Rassen, sie verlieren kaum Haare, was sich im Haus schon sehr bemerkbar macht. Der Pudel hat kaum Eigengeruch, auch nicht bei Regenwetter. Wichtig wäre es aus meiner Sicht, einen guten Züchter zu finden, der dir bei der Auswahl, des für die zukünftige Aufgabe geeigneten Welpen hilft. Zum Aussehen - der Pudel ist das, was seinem Heerchen gefällt. Wenn du willst, hast du 4 x im Jahr einen neuen Hund - mit Puschel, als Terrier geschoren, Langhaar Wildwuchs.... Auch die Fabpalette hat einiges zu bieten weiß, schwarz, apricot, braun, black&tan, harlekin schw./weiß, harlekin braun/weiß, silber. Sprotliche, freundliche, offene, sensible und sehr lernwillige Kuschelhunde.

  26. #54
    Schweinemama
    Einen solchen Hund kannst du nicht an der Rassebeschreibung dingfest machen. Es Mischlinge die sind als "Therapiehunde" mehr geeignet wie Labradore, die lieben Kinder und mitmenschen über alles und vor allem, können sie sich auf Situationen gezielt einstellen.

    Wichtig ist jedoch für diese Tiere dass sie einen Ausgleich haben, dass sie rumlaufen dürfen, toben dürfen - und auch anstrengend sein dürfen - zu Zeiten wo sie nicht arbeiten. Ein solches Tier darf krank werden, flöhe, Würmer und was dann tun mit so einem Tier, wenn es als Therapiehund für eine gewisse Zeit ausfällt.

    Ich würde mich bei Tierheimen, Züchtern und anderen Personen umhören. Solche Tiere sind nicht leicht zu finden, aber wenn man sie hat sind sie mehr wert als nur als begleiter, Therapiehund oder eine Verbindung zwischen Hund und Kind. Diese Tiere sind unbezahlbar.

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