Hütehund, aber welcher?


  1. #1
    Azra

    Hütehund, aber welcher?

    Hallo zusammen!

    Ich mache mir jetzt schon länger Gedanken darum, welche Hunderasse es denn werden soll und irgendwie bleibe ich immer bei Hütehunden kleben
    Ich habe mich jetzt schon etwas eingehender mit folgenden drei Rassen beschäftigt - die auch bisher meine Favoriten sind:
    Weißer Schweizer Schäferhund
    Appenzeller Sennenhund
    Australian Shepherd

    Ich habe leider keine Chance gehabt bisher eine der drei Rassen live zu erleben; die meisten sagen mir, ich solle Kontakt zu Züchtern aufnehmen. Bisher ist mir dies aber aufgrund von fehlender Mobilität nicht persönlich möglich und per Mail bekomme ich einfach nicht die richtigen Worte zusammen. Wahrscheinlich auch, weil es mir viel um den
    Vergleich der drei Rassen geht...

    Zu meiner Person:
    Ich bin täglich sowieso 2-3 Stunden spazieren, auch bei Shitwetter muss ich an die frische Luft. Es ist für mich einfach ein echter Ausgleich. Bisher hatte ich noch nie einen Hund. Haustiere waren immer nur Meerschweinchen und Kaninchen. Ich plane die Aufnahme eines Hundes nicht sehr bald, weil erstmal Ausbildung und Wohnungssuche vorgehen, aber dennoch beschäftige ich mich gerne mit dem Thema und hätte das, was man im Vorfeld klären kann gerne schon geklärt.
    Ich wäre bereit den Hund mit Sport auszulasten: Am meisten sagen mir da vom anlesen Longieren, Treibball, Obedience, Agility, Dummytraining und ManTrailing zu. Aber ich bin natürlich auch für alles andere sportliche offen, schließlich muss es dem Hund-Mensch-Team Spaß machen und nicht nur einem Part. Ich habe keine Kinder und plane eine Einzelhundehaltung. Vermutlich wird es eine Etagenwohnung in einem Mietshaus werden. Tja, was gibt es sonst noch für wichtige Infos die ich noch nicht aufgelistet habe? Ach ja, die Umgebung: Ich leben in einem Vorort und plane auch nicht bei meinem Umzug etwas an dieser Tatsache zu ändern. Wälder und Wiesen sind in der Nähe, Seen sowie Teiche. Auch in die Innenstadt ist es nicht weit um das Tierchen wenigstens etwas an die Hektik der Stadt zu gewöhnen, falls es Mal aus beruflichen oder anderen Gründen bei Freunden unterkommen muss, die in der Innenstadt wohnen. Meine Familie ist zum Thema Hund sehr zwiegespalten: Meine Mutter möchte mit dem Tier absolut nichts zu tun haben, Vater und Bruder haben mir aber schon zugesichert hin und wieder Mal einzuspringen wenn ich zB zum Arzt muss ö.ä. Dennoch plane ich die anderen so wenig wie möglich und so viel wie nötig ein.

    Joa, in diesem Sinne bin ich Mal gespannt auf Einschätzungen zur Kompatibilität von mir und den Rassen und Erfahrungsberichte zu den Drei genannten Vertretern.
    Grüßis ~



  2. #2
    Leika01
    Huhu,

    Oh wie schön! .. Hunde sind was ganz tolles
    Hab schon seit Kleinkind immer Hunde um mich herum gehabt.

    Ich möchte daher ein paar Zeilen schreiben da ich seit sehr vielen Jahren selber Hütehundbesitzer bin und ebenfalls großer Fan bin.

    Das wichtigste was du dir bei den Hütenhunden merken solltest ist, mach nicht zuviel! Leider leider glauben immernoch ganz viele Leute das Hütehunde den ganzen Tag Beschäftigung, Bespaßung und 3x die Woche Hundeplatz brauchen.
    Allerdings lernen Hunde 1 Sache dabei nie.. und das ist eigentlich das wichtigste.. nämlich Ruhe.

    Wenn du Sport machen möchtest, alles super aber denk daran nicht 5 Sachen zu machen sondern nimm das was dir und deinem späteren Hund am meisten zusagt, was Spaß für euch bedeutet und kein Stress für den Hund.
    Wenn dein neuer Hund ein Welpe sein soll, gebe ich dir den Tipp ihn erstmal Baby sein zu lassen, die Welt zu erkunden, Schritt für Schritt Regeln kennenzulernen UND Ruhe zu lernen.
    Was mir besonders bei Welpen immer sehr wichtig ist, ist das sie von klein auf lernen sich auf seinen Menschen zu verlassen, ihren Menschen als Schutz anzusehen und zu wissen das sein Mensch ihm in jeder Situation hinter ihm steht, ihn lesen kann in seiner Sprache.

    Es gibt viel zu viele Hunde ( Rasse unabhängig) die von ihren Menschen Missverstanden werden, nie gelernt haben auf ihren Menschen zu achten und ihn bei unangenehmen Situationen als Schutz wahrzunehmen.
    Daher würde ich dir empfehlen, nimm Kontakt zu einem richtig guten Hundetrainer ( und das ist er nicht wenn er ankommt mit Welpenspielstunde oder sonst so ein Quatsch) auf, und lass dir von ihm einfach ein paar Dinge in der Welt der Hundesprache zeigen.
    Glaub mir, dir wird das später bei deinem Hund enorm helfen.

    Ansonsten zu deinen Wunschrassen.. naja es ist halt wie gesagt immer einfacher Kontakt zu Züchtern aufzunehmen, sie zu besuchen und sich die Hunde in ihrer Art anzuschauen.. besonders als Laie der noch nie ein Hund hatte, wäre dies sehr ratsam.
    Lesen im Internet und Live sehen sind 2 versch. Welten.

  3. #3
    Schweinemama
    Ich würde mir ein Zusammenleben mit einem Hütehund erst einmal vorsichtig Probeweise mal ansehen.

    Diese Tiere sind mitunter auf "Haus und Hofhund" getrimmt, haben aber durchaus die genetische Komponente, dass sie ständig rumlaufen - suchen und ständig versuchen die Menschen die sie liebgewonnen haben - auf einem Platz zu bekommen (und dann darf man aber auch nicht mehr aufs Klo), dann aber die Panik haben - dass ihr Tageswerk wieder in ihren Pfoten zerläuft. Diese Tiere sind dann sehr arm, weil sie nie und nimmer Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen - sondern ständig wie getrieben herumlaufen und aufgaben (nicht das behüten - sondern das hüten als zusammentreiben) suchen.

    Deshalb würde ich mir das sehr genau anschauen - ob so ein Tier überhaupt ins Lebenskonzept passt. Natürlich sind das auch agile Tierchens - nur die "Bremse" bei diesen Powerhunden muss man erst einmal finden, und diese Ruhe musst du auch ausstrahlen können - sonst reibt ihr euch gegenseitig aneinander auf und es herrscht Chaos.

  4. #4
    Foss
    Hallo Azra,

    Die weißen Schäferhunde in der EU sind aktuell sehr auf "Wochenend-Hunde" gezüchtet. Bisschen Ballspielen, bisschen Gassi...aber irgendwie nichts richtig. Man packt sie am Wochenende aus, macht eine nette Wanderung oder sonst etwas und dann geht es wieder heim.
    Auf den Plätzen wird man mit einem Weißen oftmals noch mit Verachtung gestraft weil "ist ja nur ein Abklatsch vom DSH, der eh nix kann" - gerade von den "alten DSH-Fans hört man sowas oft.
    Sie können vieles, aber irgendwie nichts sonderlich gut. Viele wirken bei der Arbeit oder im Spielen eher "halbherzig".

    Die WSS die ich hier im Ort kenne machen nichts anderes als dem Besitzer nachzutrotten und wirken dabei irgendwie lethargisch.

    Entsprechende Leistungslinien gibt es wohl in Deutschland 1-2, in der USA hingegen schaut diese Rasse sportlicher aus, da findet man sie auch noch desöfteren bei der Polizei oder beim Militär.

    Ihre große Stärke ist wohl die Nasenarbeit, es gibt sehr viele die hier in Österreich als geprüfte Lawinensuchhunde unterwegs sind, Mantrailen oder Fährten.
    Wenn du also gerne und oft Suchspiele machst - gerne auch auf Prüfungsniveau - wirst du mit einem WSS wahrscheinlich ziemlich glücklich werden.

    Gesundheitlich geht bei Weißen sehr oft die typischen Schäferhund-Krankheiten einher, jedoch sind die Weißen besonders anfällig für Magen/Darm-Erkrankungen, Futterunverträglichkeiten oder Allergien.
    Da muss man dann mit viel Pech schon in jungen Jahren mit speziellem und teurem Futter anfangen.

    Von den Züchtern hört man verschiedenes, einige Exemplare sind total leichtführig und gut erziehbar, andere Exemplare das genaue Gegenteil.

    Wie Leika schon schrieb, nimm am besten Kontakt mit Züchtern auf, schau dir die Hunde persönlich an, geh auf Messen, rede dort mit Züchtern und Besitzern oder schnupper in die diversen Facebook-Gruppen rein.

    Solltest du eine Empfehlung bei den Weißen bezüglich Arbeitslinie (falls es eine werden sollte) brauchen, melde dich einfach

    LG Foss

  5. #5
    Slate-blue
    Ich denke von deinen drei Favoriten ist der weiße Schäferhund eher sensibel und menschen-bezogen.

    Mein Prinzesschen ist ein halber Weißer Die Mutter war ein US Import (Vater US Collie).
    Wir machen zusammen Dummy Arbeit. Er ist zwar nicht der Schnellste bei den Aufgaben, aber sehr intelligent.
    Andere lassen sich oft austricksen. Meine Rocky bekommt fast alles mit und es gibt nur wenige, die seine Merkfähigkeit übertreffen.

  6. Adbot

  7. #6
    Arolec
    Huhu,

    ich kenne von allen 3 Rassen Vertreter

    Von den Weißen Schäferhunden kenne ich zwei Hündinnen, beide ruhig und sensibel, beide nicht wirklich Pfeffer im Hintern. Sie gehen mit Frauchen Joggen, wären aber denke ich auch nicht böse, wenn es nicht so wäre xD
    Beide sind leichtführig, gut zu erziehen, verträglich mit Fremdhunden.

    Dann kenne ich eine Appenzellerhündin.
    Sie kommt vom Bauernhof und wird in ihrem Zuhause nicht vernünftig erzogen und ausgelastet, darum weiß ich nicht wie aussagekräftig das ist.
    Sie ist bedingt verträglich mit Fremdhunden, macht lieber ihr eigenes Ding, ist dadurch auch nicht so leicht zu erziehen. Ich finde den Hund anstrengend, sie kläfft sooooo viel xD

    Ich selber habe 2 Aussies und kenne noch eine ganze Menge weiterer Aussies.
    Mein Rüde ist ein entspannter, leichtführiger Kerl, arbeitet toll mit, ist lieb und nett, verträglich mit den meisten Hunden, wir machen Zughundesport, Obedience und Agility, er ist ein grandioser Bursche

    Meine Hündin - seine Tochter - ist ein anderes Kaliber. Sie ist auch verträglich, erwartet aber Respekt von anderen. Sie arbeitet auch mit, allerdings nur solange sie Lust hat. Sie hat deutlich mehr Hummeln im Hintern, ist vom Kopf her aber auch klarer als der Rüde.
    Ske ist erst 8 Monate, bei der kommt in der Entwicklung noch einiges.

    Vielleicht hilft es dir ein bisschen.
    Zum Aussie kann ich dir am ehesten Fragen beantworten

  8. #7
    Azra
    Hey ihr alle!
    Freut mich wirklich das ich ein paar hilfreiche Antworten bekommen habe.

    Das Hütehunde nicht überfordert werden sollen - wie jede andere Rasse auch - habe ich schon ein paar Mal gelesen. Ich denke dafür entwickelt man mit der Zeit ein Gefühl wenn man frisch einen Hund hat. Vieles lese ich mir schon an zum Thema Hundesprache, aber die Realität wird alles nochmal auf den Kopf stellen.
    Wegen den Züchtern/Messen, die müssen wohl noch ein bisschen Warten, da es wie gesagt gerade an Mobilität fehlt. Aber der Punkt steht auf jeden Fall auf meiner Liste. Ich hab auch schon zwei, drei Mal im letzten Monat einen Hundeplatz besucht und mich dort ein bisschen mit Haltern unterhalten und den Hunden beim Training zugesehen was mir wirklich gut gefallen hat und mir auch weitergeholfen hat.

    Wochenendhunde … Eigentlich nicht das was ich suche, aber ich hab ja auch schon gehört das wohl jede Rasse für das geeignet ist was ich vor habe. Ich möchte nicht an wirklichen Wettkämpfen teilnehmen oder super hyper ambitioniert Sport treiben. Der Sport soll einfach nur da sein als Ausgleich und Spaßfaktor für Hund und Mensch. Um die Bindung zu stärken und Neues zu erleben.

    Zu WSS fühle ich mich gerade wegen ihrer sensiblen und eher ruhigen Art hingezogen. Sie scheinen eher friedfertig zu sein und "leicht" zu erziehen, da es ein Stocki werden soll würde ich mich natürlich auch über die wenige Fellpflege freuen. Und die Hunde sollen wohl auch eher nicht so gesprächig sein, was Bellen und Jaulen angeht.
    Appenzeller scheinen hingegen robust zu sein und etwas mehr mit dem eigenen Kopf zu denken, sodass man auch mal etwas mehr Kontra geben muss und die Erziehung nicht so schleifen lassen darf bzw. dass sie einen weniger verzeihen. Sie stelle ich mir irgendwie immer als sehr fordernd vor, was die körperliche Auslastung angeht.
    Und den Aussie erlebe ich von Erzählungen her immer als wunderbaren Allrounder, der sowohl das eine als das andere gut kann, aber er ist auch der Hund über den ich die meisten Horrorgeschichten gehört/gelesen habe.

    Ich werde wohl wirklich warten müssen bis das Auto wieder heile ist und dann Züchter und Messen abklappern, um live mehr zu erleben und Unterschiede festzustellen.

  9. #8
    Leika01
    wie ich das lese hast du dich schon echt gut vorbereitet

    Ich kann nur sagen, hör auf dein Herz und auf dein Gefühl um die richtige Entscheidung zu treffen.
    Man sagt ja auch immer gerne "man bekommt den Hund, den man braucht.." .. es ist wirklich was wahres dran

  10. #9
    Foss
    da es ein Stocki werden soll würde ich mich natürlich auch über die wenige Fellpflege freuen.
    Das denken sich viele, ist aber meistens der umgekehrte Fall. Stockis Haaren bei den WSS meistens viel schlimmer als die Langstock. Hier ist im Fellwechsel - oder auch einfach mitten unterm Jahr alles weiß.
    Schwarze Sachen kann man vergessen. Hund streicht nur einmal kurz vorbei, die ganze schwarze Dienstkleidung ist für den Arsch weil der halbe Hund (ohne Übertreibung) daran klebt. Selbst jetzt nach dem Fellwechsel habe ich hier bei zwei Tagen ohne Staubsaugen handgroße Fellbüschel durch die Wohnung rollen und laufen. Da wird dann beim Saugen alle 2 Tage ein ganzer Stausbauger voll.

  11. #10
    Muhri
    Auch beim BBS gibt es schwierige Hunde - Schäferhunde sind sie eben doch. Meine würde ohne eine Aufgabe und regelmäßige Kopfarbeit eingehen, "nur" Joggen und Co wäre nicht genug.

    Sie ist zickig, dickköpfig, Arbeit gerne aber ist im Alltag keinesfalls leicht.
    Familien- und Alltagstauglich eher bedingt. Für mich der perfekte Hund, aber:
    Der BBS ist so durchgemischt - auch abhängig von Zucht und Linie - dsss man mit Allem rechnen muss.

Diskussion zum Thema Hütehund, aber welcher? im Forum Hunderassen bzw. Hauptforum Hunde Forum:
...

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