Kater verstehen sich immer noch nicht


  1. #1
    Julatschka

    Frage Kater verstehen sich immer noch nicht

    Hallo,

    ich habe einen 3jährigen Kater, Maddox. Vor einem Jahr habe ich ihm einen kleinen "Bruder", Dexter, dazugeholt, weil ich so viel arbeite, damit er jemanden zum Spielen hat. Ich hatte mich informiert und nach langem hin und her mich für einen Kater, keine Katze entschieden.
    Beide Kater sind Freigänger und kastriert.
    Der Kleine hat sich auch super eingelebt - allerdings ist er ziemlich frech und ärgert meinen Großen
    die ganze Zeit. Ich habe die beiden in Ruhe gelassen, weil ich dachte, die klären das miteinander. Der Große war sehr schmusig, aber der Kleine noch mehr - und jetzt kommt der Große gar nicht mehr zu mir zum schmusen.
    Ich dachte das gibt sich mit der Zeit, aber jetzt ist 1 Jahr rum und irgendwie verstehen die sich nicht. Es ist nicht so, dass sie die ganze Zeit kämpfen (oder gar sich blutig kratzen) - es ist ein "nebeneinander" leben. Der Kleine will immer wieder mit dem Großen spielen, aber der faucht und knurrt und verzieht sich dann.
    Ich habe anfangs den Großen bevorzugt, damit er nicht beleidigt ist, aber er wollte gar nicht mehr zu mir. Er lässt sich von mir auch nicht mehr hochheben oder kommt nie zum Kuscheln. Streicheln geht gerade so, wenn der Kleine nicht im Raum ist.
    Ich will den Kleinen auch nicht dauern wegstoßen - er braucht ja auch Liebe Aber ich vermisse meinen Großen schon total und ich wollte ja, dass die sich gut verstehen...

    Habt ihr irgendwelche Tipps, oder ist das halt manchmal so und lässt sich nicht ändern?
    Sogar wenn die nicht beste Freunde werden - wie kann ich meinen Großen wieder an mich annähern?

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    Frage

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  3. #2
    Simpat
    Da spielen viele Faktoren eine Rolle, ob dass jetzt mit der Zeit noch besser wird, kann dir keiner vorhersagen. Du könntest probieren, möglichst viel positive Erlebnisse in Gegenwart des anderen zu schaffen. Spielst du regelmäßig mit den beiden? Wie wäre es mit Clickertraining und Leckerlis gibt es auch nur, wenn beide sich gut vertragen.

    Was weißt du denn über die Sozialisierung als Kitten der beiden? Weißt du wie lange die jeweils bei der Katzenmutter und den Geschwistern aufgewachsen sind?

    Wie lange war dein Kater allein bei dir bis der Kleine dazukam? War er da schon Freigänger? Wie alt war Maddox als der Kleine eingezogen ist und wie alt war Dexter als er eingezogen ist? Wie hast du die Zusammenführung vorgenommen?

  4. #3
    Julatschka
    Hallo!
    Maddox habe ich mit 11 Wochen bekommen - er war dann ab 6 Monaten Freigänger. Ich musste ihn etwas früher holen, weil seine Mutter angefangen hat ihn stark zu beißen.
    Als Maddox 2 Jahre alt war, habe ich Dexter geholt - er war leider erst 9,5 Wochen alt. Das war in meinen Augen zu früh, allerdings wollten die Leute die Babys sofort loswerden und nicht warten.
    Die Zusammenführung habe ich versucht so unkompliziert wie möglich zu gestalten - es war schwierig, weil ich in einer WG gelebt habe. Als ich Dexter geholt habe war er ca. 1 Tag alleine und dann habe ich Maddox einfach dazu gelassen. Maddox hat sich auch voll gefreut - er war schon immer ein sehr sozialer Kater (deshalb auch die Idee mit dem Zuwachs). Anfangs haben die sich zwar ab und an gerauft, aber auch viel gekuschelt, zusammen geschlafen und so.
    Und dann ist es schlimmer geworden - Dexter ist sehr wild beim Toben (er beißt sehr stark und kratzt, zwar aus Liebe, aber ich denke er hat nie gelernt seine Kräfte zu zügeln). Dexter war dann auch 6 Monate bis zur Kastration zu Hause und dann habe ich die zusammen rausgelassen. Hat auch gut funktioniert anfangs... aber es wurde immer schlimmer.
    Seit 4 Monate wohne ich woanders und hier ist es noch weniger gut - die kuscheln gar nicht mehr, nur noch ignorieren oder knurren.
    Maddox kuschelt jetzt viel mit meiner Mama, mit mir gar nicht mehr.
    Vielleicht klärt das etwas auf?!

  5. #4
    Simpat
    Beide Kater sind unzureichend als Kitten sozialisiert worden, vor allem Dexter, dass macht sich natürlich bemerkbar. Auch hatte Maddox ja bereits Freigang als Dexter eingezogen ist und war nicht immer da, dass wäre gerade für ein schlecht sozialisiertes Kitten sehr wichtig gewesen. Wenn Katzenmütter anfangen ihre Kitten zu beißen, verletzen sie diese nicht, sondern meist handelt es sich auch nicht um Aggressionen, sondern um ganz normale Katzenerziehung. Katzenmütter sind sehr fürsorglich, aber auch streng und es ist wichtig, dass die Kitten Grenzen lernen und dass man nicht immer alles darf, genau dass hat Dexter nur unzureichend gelernt.

    Ist alles nicht so glücklich gelaufen, auch sind Freigänger in meinen Augen keine adäquaten Spielkameraden für Kitten, weil sich die meisten Freigänger doch hauptsächlich draußen ausleben und auspowern und daheim eher ihre Ruhe möchten, aber die Kitten müssen ja die ersten Monate oder zumindest bis zur Kastration noch drinnen bleiben. Da sind die Erwachsenen Freigänger dann oft genervt, wenn sie von draußen reinkommen und dann daheim ein einsames Kitten sitzt, was dann natürlich sich über den Artgenossen freut und ganz viel mit ihm spielen möchte.

    Ein zweiter gut sozialisierter Kater im Alter von 1-3 Jahren bereits kastriert, wäre vermutlich eine deutlich bessere Kombi gewesen.

    Du kannst es nur probieren weiterhin etwas zu forcieren, in dem du beiden ganz viel Aufmerksamkeit und Liebe schenkst und "positives Verhalten" belohnst, also wenn sie friedlich mit einander umgehen. Füttere sie am besten immer zusammen in einem Raum mit recht geringem Abstand, gib ihnen Leckerlis immer wenn der andere dazu kommt, versuch es mit gemeinsamen Clickertraining und spielen, du musst Dexter viel auspowern, damit er Maddox nicht so nervt.

    Wenn Dexter bei dir Krallen und Zähne einsetzt, dann musst du jedes Spiel, Streicheln usw. immer sofort unterbrechen und ihn ignorieren, zeig ihm, dass es Konsequenzen hat, wenn man so grob ist, dass hättest du ihm von Anfang abgewöhnen müssen.

  6. #5
    Julatschka
    Vielen Dank für deine Tipps. Ich hätte gerne beide etwas später geholt, aber das ist leider nicht immer die Entscheidung des "Empfängers".
    Beide werden schon immer gleichzeitig direkt nebeneinander gefüttert. Ich mache fast täglich mit beiden Tricks mit Leckerlies und Spielchen und so.
    Dexter habe ich die ersten 6 Monate viel ausgepowert, jetzt macht er das ja selber
    Ich habe Dexter nie ermutigt grob zu spielen - sobald er Krallen einsetzt, höre ich mit dem Spielen auf.
    Das ist ja mein Problem: ich habe das Gefühl eigentlich alles richtig gemacht zu haben (außer der größere Altersunterschied, aber da hingen noch andere Dingen zusammen, so dass ich darauf keinen wirklichen Einfluss hatte).
    Ich hoffe einfach, dass Maddox mit der Zeit merkt, dass er genau so geliebt wird und seinen Platz in der Familie hat...

  7. Adbot

  8. #6
    seven
    Nuja, jetzt kann man wieder viel in diese oder jene Richtung argumentieren und diskutieren.
    Grundsätzlich ist der Altersunterschied zunehmend weniger relevant - ok, ja, am Anfang war er für den Optimalfall tatsächlich zu groß, inzwischen dürfte er sich relativiert haben - auch ein 3jähriger ist durchaus noch verspielt und kommt mit einem 1jährigen sicher gut zurecht.
    Jetzt kann man weiter argumentieren, was Freigänger, VG etc. betrifft...
    Das mag mit dem Freigänger sogar tatsächlich zutreffen - klar, wenn ein Freigänger ständig draußen ist, kann er sich schlecht an den neuen Kumpel gewöhnen, der ja noch "Stubenarrest" hat - und dann nervt der Kleine natürlich, wenn der Große nach Hause kommt und sich erstmal ausruhen will

    Aber: Ich würde erstmal die Ruhe bewahren! Je älter die beiden werden, und v. a., da Maddox ja jetzt auch Freigänger ist, denke ich, dass sich das Ganze wirklich relativiert (man könnte meinen, dass das mein Lieblingswort ist )

    Es gibt auch Katzen, die werden in ihrem Leben keine wirklichen Freunde. Die tolerieren sich, leben nebeneinander her.
    Ich hab´ hier so ein Trio. Die sind allerdings alle schon deutlich älter.
    Dinah und Netty (Netty ist definitiv 17 Jahre alt, Dinah geschätzt ähnlich) können sich nicht leiden - da wird auch schon mal reichlich gefaucht. Dinah verbringt den Tag auf meinem Schoß.
    Netty und Kater Poldi (der so um die 10 Jahre sein dürfte, vielleicht auch schon 1-2 Jahre älter) hingegen verbringen die Nacht bei mir im Bett - Freunde sind sie nicht, sie tolerieren sich - Pold liegt an meiner Seite, Netty an meinem Kopfende... und sie schnarchen um die Wette
    Und Poldi und Dinah - beide zusammen aus dem Tierheim hier eingezogen - joar... die Dinah faucht nicht mehr wirklich, aber in ihre Nähe darf der Pold trotzdem nicht...
    Und so leben hier quasi drei Einzelkatzen, bei denen ich aber trotzdem der Meinung bin, dass es gut ist, dass sie noch andere Katzen um sich haben - ich glaube, es würde ihnen allen was fehlen, wenn sie nicht noch was zum Beäugen, Beobachten oder eben auch Anfauchen hätten

    LG seven

  9. #7
    Audrey
    Es ist ja schon viel gesagt worden - eben was in der Sozialisierung falsch lief, daß der Altersunterschied damals nicht gepaßt hat usw. ... Und dann eben das was Seven meinte: es kommt vor, daß man einfach nebeneinander her lebt. Ähnlich hab' ich's hier auch, wobei meine beiden viel miteinander agieren, aber nie miteinander kuscheln oder spielen würden.

    Und dann kommt noch dazu: es kann auch sein, daß der Charakter und die Vorlieben nicht zueinander passen. Bei Dir lese ich raus, daß der Kleine gern spielen will auf Katzenart, was der Große nicht mag (vermutlich, weil er es als Kitten selber so kaum kennengelernt hat?). Deswegen mal so ein ganz vorsichtiger Gedanke: wäre denn eine verspielte dritte Katze in ähnlichem Alter wie der Kleine eine Option?

  10. #8
    A-Fritz
    Hallo,
    natürlich kann man immer irgendwelche Vermutungen haben, warum sich Deine beiden Tiere nicht freundschaftlich verbunden fühlen,
    auch wenn hier viele Menschen um jeden Preis immer Katzen/ Kater vergesellschaften wollen,
    entspricht dieses nicht dem natürlichen Verhalten solcher Tiere, insbesondere nicht bei den männlichen Vertretern dieser Spezies.
    Wie auch bei anderen Tierarten, sind allerdings degenerierte Haustiere und sogar auch Männchen, wenn diese kastriert wurden,
    viel weniger aggressiv zu den gleichgeschlechtlichen Angehörigen ihrer Art,
    nur darum ist es manchmal möglich, mehrere adulte Kater gemeinsam zu halten.

    Am erfolgreichsten entsteht eine anhaltende, tiefe Freundschaft und ein gegenseitiges Vertrauen bei noch sehr jungen Tieren,
    die gemeinsam aufgewachsen sind, bei älteren Tieren ist so eine Verbindung, kaum mehr möglich.
    Bei Katzen, die nur im Haus bleiben müßen, entsteht mehr oder weniger eine gegenseitige Duldung,
    hier kommt es auf die gegenseitige, individuelle Sympathie der einzelnen Tiere an,
    wie, oder ob diese sich vertragen.
    Katzen mit Freilauf haben große Reviere, welche sie mit Markierungen versehen. Manchmal überschneiden sich die Gebiete
    verschiedener Katzen,die Reviere der Kater sind so groß, daß darin noch unterschiedliche Katzen leben können.

    Bei Deinen Katern, hat sich der 1. Kater im Außenbereich ein Revier gesucht, der Jüngere hat wohl mehr das Haus besetzt.
    Vielleicht könnte man die beiden Kater zu einer engeren Kooperation zwingen, wenn man sie über längere Zeit in einem begrenzten Bereich
    zusammen hält, dann wären sie gezwungen mit einander näher auf Tuchfühlung zu gehen und sich zusammen zu raufen.

    Es sind ja leider überall viele Katzen gezwungen, wenn sie in engen Verhältnissen, irgendwo in Wohnungen willkürlich zusammengesetzt werden,
    ohne daß ihnen ein Ausweichen möglich wäre.
    Manchmal hilft es den Katzen so die Langeweile und triste Umgebung in einer Wohnungshaltung
    zu vergessen, wenn noch ein weiteres Tier ihr eintöniges Leben teilen muß,
    auch wenn dieses häufig mit großem Streß und Ängsten verbunden sein kann.

    Es gibt aber Berichte von Katzenhaltern, nach denen es gelungen ist,
    daß unter solchen engen Haltungsbedingungen, in gewißen Zeiträumen, sich tatsächlich ein relativ ruhiges miteinander
    bei den unterschiedlichsten Katzengemeinschaften eingestellt hat,
    zu dem es natürlich nicht gekommen wäre, wenn die Tiere, wie im Freilauf,
    eine Möglichkeit zum Ausweichen gehabt hätten


    Fritz.

  11. #9
    seven
    Offtopic:

    Julatschka, bevor Du auf A-Fritz´ Beitrag hörst, lies Dir bitte einfach diverse weitere Beiträge von ihm durch, damit Du das richtig einschätzen kannst... und sei mir nicht böse, dass ich nicht mehr dazu schreibe, wir alle haben uns diesbezüglich schon Blasen an die Finger getippt...
    Katzen sind KEINE Einzelgänger, es sei denn, sie werden dazu gemacht. Punkt. Mehr gibt´s dazu nicht zu sagen. Mal wieder. A-Fritz wird´s aber leider nicht mehr lernen....
    Sorry, das musste jetzt dann doch noch sein...

  12. #10
    Audrey
    Zitat Zitat von seven Beitrag anzeigen
    Offtopic:

    Julatschka, bevor Du auf A-Fritz´ Beitrag hörst, lies Dir bitte einfach diverse weitere Beiträge von ihm durch, damit Du das richtig einschätzen kannst... und sei mir nicht böse, dass ich nicht mehr dazu schreibe, wir alle haben uns diesbezüglich schon Blasen an die Finger getippt...
    Katzen sind KEINE Einzelgänger, es sei denn, sie werden dazu gemacht. Punkt. Mehr gibt´s dazu nicht zu sagen. Mal wieder. A-Fritz wird´s aber leider nicht mehr lernen....
    Sorry, das musste jetzt dann doch noch sein...
    Offtopic:

    Danke Seven, das erspart mir die Schreibarbeit...

  13. #11
    seven
    Offtopic:

    Audrey, bitte gern

    @Julatschka, schau doch einfach auch mal hier:
    Da haste ´ne Weile was zu gucken
    https://www.tierforum.de/t45910-zeigt-her-katzenschmusefotos.html



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