Welpenerziehung (Deutscher Schaeferhund)


  1. #1
    Chica&Sam

    Welpenerziehung (Deutscher Schaeferhund)

    Liebe Mitglieder,

    vor wenigen Wochen ist Sam bei mir eingezogen. Sam ist ein deutscher Schaeferhund und er stammt aus einer Hobbyzucht. Laut Papieren ist er nun 12 Wochen alt. Man vermutet jedoch stark, dass man mit dem Alter geschummelt hat, um die Welpen frueher abgeben zu koennen. Die "Zuechterin" (und die Rede war nur von meinem Welpen) meinte, dass Sam unterentwickelt sei; zu klein und zu leicht fuer sein Alter. Vor der Abgabe (im Alter von angeblichen 8 Wochen) wurde er geimpft. Ich muss
    ehrlich gestehen, dass, als ich ihn abgeholt habe, noch 2 seiner Geschwister vor Ort begutachten konnte und diese waren nicht wesentlich groesser oder schwerer als er - von insgesamt 7 Welpen, waren am Tag nach der Impfung Mittags um 12 also nur noch 3 da. Wie dem auch sei... Ahnungslos wie ich bin, habe ich der Zuechterin vertraut und habe Sam mit nach Hause genommen.

    Bereits nach ein paar Tagen fing er an nach mir zu schnappen. Was ich Anfangs ziemlich suess fand. Inzwischen ist es jedoch so heftig, dass ich leider zugeben muss, dass ich ihn nicht unter Kontrolle habe/bekomme und ziemlich ueberfordert mit der Situation bin. Somit wende ich mich als Anfaengerin an Erfahrene Welepenbesitzer und bitte die Mitgleider in diesem Forum um Hilfe. Denn alles, was ich moechte, ist, dass Sam ein toller Begleiter meines Lebens wird. Mit kommt alles andere in den Sinn als ihn deswegen loszuwerden. Ich habe mich der Verantwortung gestellt und moechte sie auch durchziehen. Aber alle Massnahmen ihn vom beissen in meine Haende, Arme, Beine und Fuesse zu beissen fruchten nicht - ganz im Gegenteil. Wenn ich laut AUA quiecke, spornt ihn das noch mehr an. Er laesst von mir ab um dann nochmal Anlauf zu nehmen und heftiger zuzubeissen. Ihn ignorieren faellt mir wirklich schwer, weil es mich ziemlich frustriert und auch teilweise wuetend macht, wenn er mich so feste beisst. Aber woher soll er auch wissen, dass er mir wehtut? Ich sage streng NEIN! und wiederhole mich, aber auch das bringt nichts...


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    Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.



  3. #2
    Simpat
    Hat er einen Stammbaum, weil du von Papieren sprichst oder hast du nur einen Impfpass bekommen? Schade, dass du dich nicht vorab besser informiert hast, weil sonst ist wäre die Züchterin deine beste Ansprechpartnerin. Sie kennt ihre Tiere und könnte dir mit ihrer Erfahrung auch am besten weiterhelfen und dich beraten und unterstützen.

    Ganz wichtig, Welpen brauchen viel zum beißen und kauen, hat er genügend Spielzeug was nicht splittert und/oder schnell kaputt geht, auf dem er rumkauen kann.

    Du musst da sehr konsequent sein, sobald er die Zähne einsetzt sagst du nicht nur deutlich NEIN, du unterbrichst auch sofort jegliches Spielen, Streicheln oder was auch immer und lässt ihn notfalls auch kurz allein im Zimmer, er soll merken, dass er damit einen Spielkameraden verliert. Du solltest dich auch gleich in einer Welpenschule anmelden, Kontakt mit anderen ist jetzt ganz wichtig, dabei lernen sie so etwas am besten und gerade bei dem Verdacht, dass der zu früh abgegeben wurde, ist dass auch für die Sozialisierung unheimlich wichtig.

  4. #3
    Chica&Sam
    Hallo Simpat, danke fuer deine Antwort!

    Nein, einen Stammbaum hat er nicht, da es sich um eine Hobbyzucht handelt. Ich habe lediglich dem Impfpass und den Kaufvertrag aus dem hervorgeht, wann die Welpen geboren wurden. Die Zuechterin hat mir geraden ihm die Schnaze zu zuhalten. Allerdings ist es mir wirklich unangenehm zu solch drastischen Mitteln zu greifen. Das ist ein Baby und ich habe Angst ihm wehzutun. Ich habe auch das ausprobiert, jedoch beisst er direkt wieder zu.

    Er hat sehr viel Beiss-Spielzeug und auch Knabberreien. Leider schein ich in jeglicher Hinsicht interessanter zu sein. Ob er aufdreht oder nicht.
    Wir sind bereits in einer Welpengruppe angemeldet, die startet allerdings erst im Januar. Momentan besuchen wir gut erzogenene bereits ausgewachsene Hunde einer Bekannten. Die verstehen sich gut untereinander, aber den Eindruck, dass es die Beisshemmung trainiert habe ich nicht. Auch wenn ich ihn streicheln moechte reisst er sofort sein Maeulchen auf...

  5. #4
    Roli2190
    Hallo!
    Wie reagiert er bei den erwachsenen Hunden, beißt er diese auch? Und wenn ja, wird er von ihnen zurecht gewiesen? Ob das allerdings darauf Einfluss hat dass er es bei dir macht, kann ich nicht sicher sagen. Junge Hunde können viel von gut erzogenen erwachsenen Hunden lernen, das finde ich gut dass ihr das so macht. Hast du schon versucht, ihn kurzfristig bei seinem Platz oder so anzubinden bis er sich beruhigt hat wenn er auf dein Nein nicht reagiert? So kann er sich erst mal deinen Wirkungsbereich nicht entziehen und dich nicht weiter beißen. Weiß der Hund bei "Nein" in anderen Situationen, was von ihm erwartet wird? Gerade da er noch sehr jung ist könnte es auch sein, dass er noch nicht wirklich weiß, was dieses Signal wirklich bedeutet und dass man es nicht ignoriert.

  6. #5
    A-Fritz
    Zitat Zitat von Chica&Sam Beitrag anzeigen
    Liebe Mitglieder,

    Bereits nach ein paar Tagen fing er an nach mir zu schnappen. Was ich Anfangs ziemlich suess fand. Inzwischen ist es jedoch so heftig, dass ich leider zugeben muss, dass ich ihn nicht unter Kontrolle habe/bekomme und ziemlich ueberfordert mit der Situation bin. Somit wende ich mich als Anfaengerin an Erfahrene Welepenbesitzer und bitte die Mitgleider in diesem Forum um Hilfe.

    Hallo,
    obwohl momentan die antiautoritäre Erziehung auch bei Hunden propagiert wird,
    denke ich, man sollte die Form der Erziehung an das Verhalten der Hunde anpassen
    und wer Angst vor seinem Hund hat, muß sich eben mit Hilfsmitteln, wie Maulkorb und der gleichen begnügen,
    um gegen die Aggressionen seines Hundes vorzugehen.

    Doch bei so jungen Welpen, wird wohl auch ein resolutes Auftreten und wenn nötig, auch ein beherzter handgreiflicher Einsatz
    dem Hund zeigen, dass sein aggressives Auftreten unerwünscht ist.

    Wichtig ist es vor allem, jedes unerwünschte Verhalten möglichst innerhalb von 3 Sekunden zu unterbinden,
    damit der kleine Hund den Zusammenhang zwischen seinem Fehlverhalten und den korrigierenden Reaktionen seine Besitzer erkennt.
    Dieser Zeitrahmen gilt gleichfalls für eine positive Bestätigung und Belohnung, als auch im negativen, so bald einen Verhaltensfehler
    bestraft oder unterdrückt werden muß. Hunde können nur in diesem begrenzen Zeitraum, ihr Handeln mit den Reaktionen seiner Pfleger verknüpfen.

    Ich würde, sobald Dein Hund bei Dir, oder einem Fremden seine Zähne einsetzen möchte und auch zuschnappen will ,
    ihm entschlossen entgegen treten und wenn er sich Durch Deine Drohhaltung und Stimmlage nicht bremsen läßt,
    zugreifen und den Hund eine weile so festhalten, bis dieser sich beruhigt hat.
    Deine Maßnahmen, sollten nicht Übergebühr hart sein,
    sondern immer im angemessenen Verhältnis zu den Verhalten des Hundes bleiben.
    Der Hund soll keine Angst bekommen, nur Respekt zeigen.

    Von der Methode, zu jammern, sobald der Hund zubeißt und dabei zu hoffen,
    daß dieser irgendwann merkt, daß sein Verhalten große Schmerzen verursacht
    und es darum sein Verhalten ändert, halte ich für wenig realistisch.
    Nach meiner Beobachtung, wird bei einem Streit, nur der überlegende Hund respektiert
    aber dem quiekenden Verlierer wird dann keine Beachtung mehr geschenkt.

    So etwas wie Mitleid unter Hunden , konnte ich noch nicht erkennen.

    Fritz.

  7. Adbot

  8. #6
    Chica&Sam
    Hallo Roli2190! Bei erwachsenen Hunden zeigt er den noetigen Respekt. Er spielt lediglich mit denen. Konnte jedoch nicht beobachten, dass er diese beisst. Er knappt sie eventuell, jedoch mit viel Vorsicht hin und wieder. Und falls den grossen Hunden die Hektik, die er macht, da er ja noch sehr verspielt ist, zu viel wird, wird er auch auch von denen zurecht gewiesen indem sie ihm "bescheid sagen" und bellen. Das versteht er auch und zieht sich zurueck. Bei Katzen genauso. Er ist sehr neugierig und aufgeschlossen anderen Tieren gegenueber. Als er letzte Woche Katzen kennenlernen durfte, hat eine von denen ihn angefaucht, nach dem Motto "Komm mir nicht zu nah" Diese Warnung hat er auch wahrgenommen. Wenn er so aufdreht und es mir zu viel wird, leine ich ihn an Zuhause, bis er sich beruhigt hat. Leine ich ihn ab, hat er wieder Narrenfreiheit. Er lernt sehr viele Sachen sehr schnell. Er kann schon Pfoetchen geben auf Kommando und macht auch Sitz, jedoch bringt mir das im Alltag nicht viel. Das sind nur Spielereien. Ein Nein will er hingegen nicht akzeptieren. Egal in welcher Tonlage.
    Geändert von Chica&Sam (21.12.2017 um 14:19 Uhr)

  9. #7
    Roli2190
    Hast du das "Nein" einfach in der Situation verwendet oder vorher aufgebaut?

  10. #8
    Chica&Sam
    Ja, ich versuche ihm das taeglich zu zeigen und verstaendlich zu machen, aber irgendwie will er das nicht verstehen. Ich moechte, dass er gar nicht beisst, oder seine Zaehne einsetzt - Das koennte sonst spaeter zu einem Problem werden. Ich wende mich an dieses Forum, weil mir bewusst ist, dass man in der Hundeerziehung sehr viel falsch machen kann...

  11. #9
    Midoriyuki
    Hi,

    ganz ehrlich:

    Such dir einen kompetenten Trainer.
    Wir können dir hier jetzt alles Mögliche empfehlen (Anbinden und über Handgreiflichkeiten "Respekt" erzwingen gehören übrigens nicht zu den wirklich guten Empfehlungen), aber ob das was bringt, ob du es richtig machst oder nicht kann von uns aus absolut niemand beurteilen.

    Ich will dir damit wirklich nichts Böses, aber wenn dich das Schnappen eines 12 Wochen alten Welpens bereits an deine Grenzen bringt solltest du dir wirklich dringend professionelle Hilfe organisieren.
    Hunde werden nicht zwingend einfacher und weniger herausfordernd, wenn sie älter werden und Fehler, die man am Anfang aus Unwissenheit oder Unsicherheit macht ließen häufig vermeiden, wenn man einfach entsprechende Hilfe hätte.

    Ein guter Trainer "repariert" dir übrigens nicht den Hund, sondern arbeitet vorrangig mit dir damit du damit zurecht kommst
    Welpengruppe ist da übrigens durchaus schon gut, da gibt es dummerweise aber auch einige Hürden- sollte der Satz "Die machen das unter sich" o.ä. fallen würde ich da direkt verschwinden.

    Das "Nein" würde ich mir davon abgesehen auch erstmal komplett schenken.
    Wie reagierst du denn außer mit "Nein"?

    Lautes Rufen und weitere Zuwendung (wenn auch im Versuch den Hund von seinem Verhalten abzubringen) haben nämlich genau den gegenteiligen Effekt- die fordern mehr oder minder dazu auf weiter zu machen.


    Ich verlinke dir nochmal kurz was zu Trainern:

    https://www.tierforum.de/t175806-gut...smerkmale.html

    - - - Aktualisiert - - -

    Edit: Wie versuchst du ihm das verständlich zu machen?

    Mal davon abgesehen, dass es auch nach "Erklärung" nicht fluppt, weil er das erstmal in leichten Situationen beherrschen können muss um es in der nächsten auch zu können

  12. #10
    Roli2190
    Was spricht gegen kurzzeitiges anbinden?
    Nur anbinden allein ist wahrscheinlich sinnlos, ich habe es eher als einen Teil des Trainings gesehen und nicht als alleinige Lösung, man muss dem Hund ja trotzdem zeigen was man möchte, hätte ich dazu sagen sollen. Aber es stimmt schon, ein Trainer wäre hier wahrscheinlich besser, da der die Situation sieht und somit besser beurteilen kann. Ich möchte natürlich nicht, dass ich jemandem Ratschläge gebe, die dann nach hinten losgehen.

  13. #11
    Midoriyuki
    Weil beim Anbinden einfach ne Menge schief gehen kann.
    Ein 12 Wochen alter Welpe überdreht dir eher als sich zu beruhigen insbesondere, wenn man eh schon unsicher ist.

    Dann fängt er noch an die Leine anzukauen, "Nein" hilft nix, noch mehr Stress als vorher,Ableinen geht auch nicht, weil Schnappi schnappt...^^

    Anbinden baut man im Optimalfall als Ruhesignal auf und nicht als Strafe- und die meisten Hunde betrachten das ohne entsprechenden Aufbau durchaus Strafe, gerade Welpen.

    Kann einem auch gern mal ne ganz miese Verknüpfung mit der Leine bescheren und dann hat man einen Hund, der schon unter Strom steht, wenn er die Leine nur sieht.

  14. #12
    Roli2190
    Okay, so gesehen ist es wahrscheinlich wirklich besser es in diesem Fall nicht zu empfehlen, zumindest nicht ohne Trainer.

Diskussion zum Thema Welpenerziehung (Deutscher Schaeferhund) im Forum Hunde Verhalten und Erziehung bzw. Hauptforum Hunde Forum:
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