Wie werde ich Rudelführer?


  1. #1
    Mirbax

    Wie werde ich Rudelführer?

    Hallo zusammen!

    Ich habe ein Problem! Momentan ist es noch klein....aber ich habe angst, dass es ernsthaft wird!
    Habe mir vor 7 Wochen einen Welpen geholt. Es ist eine Hündin und die ersten zwei Wochen liefen sehr gut. Sie war sehr schnell stubenrein, hört gut auf "Sitz", "Platz",....kann eine Stunde alleine bleiben, kann sogar schon Tricks und läuft schon recht gut an der Leine. Versteht sich super mit allen anderen Tieren, Kindern, Babys und Erwachsenen. Akzeptiert sogar räumliche Grenzen (darf nicht in das Kaninchenzimmer) und geht auch nicht bei offener Tür rein. Auf dem Hundeplatz ist sie eine Streberin und ist laut Trainer auf dem Stand eines Junghundes (hört super
    auf mich....und führt alles gut aus). Sie ist ein extrem selbstbewusster Welpe (so etwas habe ich noch nie erlebt) und auch extrem schlau (leider)! und
    jetzt kommt das große ABER:
    Mein Welpe nimmt mich nicht ernst! Ich hatte vorher schonmal einen Hund, den ich mit 8 Wochen bekam. Es gab nie Probleme.
    Dieses mal sieht die Sache etwas anders aus.....Seit ein paar Wochen merke ich, dass ich ihr völlig egal bin! Sie bekommt ihr Futter nur aus dem Futterbeutel/ der Hand, ich übe jeden Tag mit ihr oder mache gemeinsame Ausflüge und spiele, um die Bindung zu stärken. Es ist leider so, dass sie schon öfter nach mir geschnappt hat (meistens in Situationen, wenn ihr etwas nicht passte). Bisher hatte ich ihr immer contra gegeben in Form von Körpersprache und "NEIN!" (was sie im übrigen auch mit motzen = sie kläffte mich an) quittierte. Heute gab es eine Situation (wir waren bei meinen Eltern zu Besuch und sie ist an das Katzenfutter gegangen), in der ich sie wegbringen wollte. Bin dummerweise in die Hocke gegangen und sie hat mir (ohne Vorwarnung = Knurren) mitten ins Gesicht geschnappt! Es tat schon ziemlich weh! In dem Moment habe ich mich total erschrocken, weil ich mir sie schon in ein paar Monaten vorgestellt habe und sie dann richtig beißt. Jetzt ist das Verhältnis etwas zerrüttet (ich darf auch nicht in die Nähe, wenn sie einen Knochen hat. Sie rennt dann immer vor mir weg). Ich habe ehrlich gesagt auch heute zum ersten Mal angst vor ihr bekommen. Und Angst, dass sie doch auch einmal andere Menschen (z.B. Kinder) beißt, wenn ihr was nicht passt.... oder mich mal später ernsthaft verletzt, wenn sie mich nicht ernst nimmt. Noch habe ich ja gute Chancen bei ihr erzieherisch Einfluss zu nehmen....
    Kann mir jemand helfen? Ich weiß mir langsam nicht mehr zu helfen. Die Züchterin meinte nur, ich mache etwas falsch (aber was???) und ihre Hunde machen das nicht

    Liebe Grüße
    Mirbax

  2. Anzeige
    Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.



  3. #2
    Knopfstern
    Hey

    Wie alt ist der Hund jetzt und was für eine Rasse?

    Für mich klingt das nach extrem viel Programm für einen jungen Welpen... Zu viel...

    Und das Thema Rudelführer...schau dich mal im forum um. da gibt es ein nettes Thema dazu.
    Halte dich bitte nicht an dem...wie werde ich rudelführer . fest.

  4. #3
    Midoriyuki
    Hey,

    wenn du schon Angst hast kann man dir jetzt ganz viele tolle Dinge raten, aber ich finde, dass du dir dringend einen guten Trainer suchen solltest.
    Angst ist keine gute Basis mit der man arbeiten kann- das heißt jetzt nicht, dass da Hopfen und Malz verloren ist, aber grundsätzlich ist es einfach doof, wenn man dann irgendwelche Ratschläge, die in genau dieser Situation bei genau diesem Hund absolut nach hinten losgehen, weil wir die Gesamtsituation einfach nicht beurteilen können.

    Was sagt denn deine aktuelle Trainerin so solchen Anwandlungen?

    Wichtig ist bei einem Welpen übrigens nicht möglichst viel Input in möglichst kurzer Zeit rein zu bekommen, sondern die Basics möglichst stabil.
    Tricks usw. usf. sind einfach noch nicht wichtig in so einem kurzen Hundeleben

    Generelle Frage:

    Wie viel machst du denn so jeden Tag mit ihr?
    Hunde, gerade junge Hunde, brauchen viel Ruhe - locker 17-20 Stunden.
    Gerade überforderte Junghunde neigen durchaus mal zu Überreaktionen.

    Aber wie gesagt- was genau da jetzt Sinn macht kann am Besten ein guter, positiv arbeitender Trainer vor Ort beurteilen.
    Ferndiagnosen sind einfach schwierig.

    Anbei noch zwei Threads, die dir vllt. schon mal weiterhelfen:
    https://www.tierforum.de/t118024-so-rudelchef.html
    https://www.tierforum.de/t175806-gut...smerkmale.html

  5. #4
    Mirbax
    Vielen Dank für Eure schnellen Antworten!
    Sie ist jetzt 16 Wochen alt und ein Collie.
    Meine Trainerin meint man kann es in den Griff bekommen allerdings meint sie, dass ich zu nett zu meinem Welpen wäre. Im übrigen hat sie auch schon nach der Trainerin geschnappt mit 12 Wochen, als diese sie zum abrufen kurz festhalten wollte. Klar, konsequent bin ich und das ist nicht das Problem aber sie meint ich muss präsenter auftreten. Da bin ich auch am üben.
    Ich mach am Tag normalerweise nur 3-4 Stunden was mit ihr (natürlich nicht am Stück), ansonsten schläft sie. Und auch nicht jeden Tag Tricks. Möchte alles richtig machen. Das merkwürdige ist einfach, dass sie zum Beispiel bei meiner Mutter (die passt 4 Stunden am Tag auf sie auf, wenn ich arbeiten bin) nicht so aufmüpfig ist und sie akzeptiert.
    Ich werde mir diesen Artikel mal durchlesen!

  6. #5
    Midoriyuki
    Okay, für einen 16 Wochen alten Collie ist das definitiv zu viel.
    Schraub´ruhig mal runter auf so 1-2 Stunden

    Faustregel sind bei Spaziergängen z.B. 1 Minute pro Lebenswoche.
    Wenn du also 15-20 Minuten mit einem Welpen mit Schnüffeln, Spielen etc. unterwegs warst reicht das durchaus.
    Die Welt ist irre aufregend und interessant für so ein Baby.

    Dass sie nach der Trainerin schnappt- ja, würde ich auch als Hund, wenn mich ein fremder Mensch einfach anfassen und dann auch noch festhalten will.
    Das hat nichts mit Abruftraining zu tun und ist extrem veraltet.

    Der Hund lernt nämlich nur "Wenn mich jmd. festhält laufe ich schnell zur Mutti, da gibts dann was", sonst nichts.

    Collies sind ja nun generell auch nicht mit dem unfassbar stabilsten Nervenkostüm gesegnet, gerade da würde ich wirklich für ganz ganz viel Ruhe sorgen.

    Aber wie gesagt- für das Schnappen etc. solltest du dir wirklich einen kompetenten Trainer suchen.
    Man kann nämlich ausgesprochen nett zu seinem Hund sein- warum sollte er etwas für mich tun, wenn ich ihm unfreundlich begegne?

  7. Adbot

  8. #6
    Mirbax
    "Man kann nämlich ausgesprochen nett zu seinem Hund sein- warum sollte er etwas für mich tun, wenn ich ihm unfreundlich begegne?"

    Wie meinst Du das?

    - - - Aktualisiert - - -

    Die Artikel fand ich im übrigen sehr gut! Hat mir geholfen! Ich schaue mich jetzt mal nach einem kompetenten Hundetrainer um (was ja leider gar nicht so einfach ist).

  9. #7
    Midoriyuki
    Wörtlich

    Man muss nicht besonders streng und "hart" zu seinem Hund sein.
    Man kann auch ganz freundlich mit seinem Hund sprechen, wenn man etwas von ihm möchte

    Ich habe das nur dazu gesagt, weil leider in vielen Hundeschulen/Hundeplätzen die Grundannahme vorherrscht ein "Sitz" müsse möglichst konsequent und streng klingen- das ist Quatsch. Hunde reagieren auf Tonfall und Stimmung und wenn ich ihnen sage, dass sie etwas tun sollen mit einem Tonfall, der ihnen sagt, dass ich eig. nicht will, dass sie mir zu nahe kommen bringt sie das nur durcheinander.

    Sofern mein Hund nicht gerade drauf und dran ist mit Anlauf in den nächsten Misthaufen zu springen muss man nicht unfreundlich werden

  10. #8
    Balthasar
    Hallo.
    ich finde du verlangst ganz schön viel von deinem Welpen, denk dran das ist quasie ein Kleinkind.
    Googel mal Trainieren statt dominieren, das ist eine Initiative zur gewaltfreien Hundeerziehung.

    Diese vollständige Fütterung aus der Hand oder Futterbeutel halte ich für falsch, fördert nicht die Bindung, sondern bringt den Hund in Abhängigkeit und suggeriert Mangel. Was draus wird, sieht man an dem Beispiel mit dem Katzenfutter. Lass den Hund in Ruhe seine täglichen Mahlzeiten fressen, dann muss er sein Futter auch nicht verteidigen.

    Zum ohne Vorwahrnung schnappen, möchte ich sagen. Beim Hund gibt es mehrere Eskalationsstufen, bis zum Beissen, über Körpersprache, Knurren usw. Ignorriert man diese oder bestraft sie sogar, erreicht man lediglich das der Hund sie nicht mehr zeigt und im schlimmsten Fall ohne Vorwahrnung zubeißt.
    Für solche Situationen solltest du dir Strategien überlegen, wie du die Situation auflöst ohne das der Hund drohen muss, z.B. Ablenkung durch ein Spiel oder besseres Leckerchen.

    Könnte es sein das du deinen Hund aus Angst etwas falsch zu machen, zu viel reglementierst, bei einer Mutter verhält er sich ja anders.

    Vielleicht hilft dir ja dieser Gedanke, wir Menschen sind nicht der Rudelführer, sondern sollten wie Eltern für unseren Hund sein.
    Ein Wolfsrudel setzt sich zusammen aus Elterntiere und ihrem Nachwuchs. Die Eltern sind nicht Anführer, weil sie Macht und Gewalt ausüben, sondern auf Grund ihrer grösseren Lebenserfahrung.

Diskussion zum Thema Wie werde ich Rudelführer? im Forum Hunde Verhalten und Erziehung bzw. Hauptforum Hunde Forum:
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