Vertrauen aufbauen - aber wie?

Diskutiere Vertrauen aufbauen - aber wie? im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hi! Wir haben unsere Hündin Julia, sie kommt aus einer Tötungsstation in Spanien, seit Mitte April diesen Jahres. Sie hat sich unheimlich...
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Seniorina

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Hi!

Wir haben unsere Hündin Julia, sie kommt aus einer Tötungsstation in Spanien, seit Mitte April diesen Jahres. Sie hat sich unheimlich schnell an ihr neues zu Hause gewöhnt. Mittlerweile ist
sie auch stubenrein und kann die ersten Kommandos. Alles total super.

Aber: Wenn wir draussen spazieren gehen und sie hört irgendein Geräusch, das ihr Angst macht (Tür knallt, Luftballon platz - alles was Ähnlichkeit mit einem Schuss hat) dann ist sie so voller Panik und würde am liebsten bis zum Südpol laufen.

Wie kann ich ihr denn nur beibringen, dass diese Geräusche keine Gefahr für sie darstellen - oder besser noch - wenn sie Angst hat, das sie zu mir kommt und ich sie vor allem Bösen beschütze.

LG
Seniorina
 
08.06.2010
#1
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Guest

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Hundkatz

Hundkatz

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Es gibt im Handel eine CD oder DVD wo Geräusche z.B. Silvester ect. droben sind .
Damit kann man langsam den Hund an bestimmte Geräusche gewöhnen.
Vertrauen allgemein durch Handfütterung.
 
DyingDream

DyingDream

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...

Wie bist du denn bisher vorgegangen?


Ansonsten kann ich dir nur berichten, wie ich bei meiner Tacka vorgegangen bin.
Ich hatte sie mit 5 Monaten übernommen und vorher kannte sie eben bis auf schlechte Erfahrungen nichts.
Es wurde ein 20 Meter Bogen um jeden Menschen oder Hund gemacht und bei fremden Geräuschen oder Situationen war sie von oben bis unten unsicher.

Nach der ersten Eingewöhnungszeit habe ich versucht ihr so viel wie möglich zu zeigen. Immer nur ganz kurz. Es ging also erst mal zu unserem Dorfbahnhof. Einmal hin und gleich wieder zurück. Beim nächsten Mal blieben wir einige Meter entfernt als ein Zug einfuhr und abfuhr. Dabei habe ich Tacka ignoriert und bin ganz ruhig im Bogen weiter gegangen. War der Zug vorbei und mein Hund etwas entspannter gab es ein kurzes Lob und Leckerli.
Nun habe ich die Entfernung Schritt für Schritt verkleinert.

Das selbe bei allen anderen Situationen. Die Reizschwelle habe ich immer nur ganz langsam gesteigert.

Angst vor Menschen - Hier habe ich sie erst mal mit Leckerli-Bestätigung an mich, dann an meine Eltern gewöhnt. Danach Schrittweise auch an andere Menschen.
Dabei war es immer wichtig, dass der Hund von sich aus auf den Menschen zugeht und sie von niemanden bedrängt wird. Sah ich, dass es meinem Hund zu viel war habe ich Kontaktaufnahmen unterbrochen, indem ich sie zu mir rief oder mich zwischen sie und fremden Mensch/Hund stellte.

Fremde Geräusche wurden von ihr angeknurrt oder auch mal böse angebellt.
Wenn wir zu Hause waren schickte ich sie in ihre (sichere) Ecke und ignorierte ihr Verhalten weiterhin. War sie ruhig, bzw. entspannt gab es wieder nur ein kleines Lob.

Waren wir auf Spaziergängen und mussten nun irgendwo 'durch', wo Tacka noch Angst hatte, ging ich ganz selbstbewusst voran und hatte Tacka an der Leine, die (auf der sichereren Seite) mitgenommen wurde.

Wichtig war bei allem was wir taten, dass ich ihr vermittel: Es ist ganz normal, dass da ein Kind eine Puppe in der Hand hat, dass da ein Frau Fahrrad fährt, dass ein alter Mann einen Handstock hat und und und ...

Keine beruhigenden Worte, keine Streicheleinheiten und keine eigene Unsicherheit zeigen.

Bzgl. der Knallgeräusche - das haben übrigens relativ viele Hunde, dass sie auf 'Schüsse' panisch reagieren. ...auch hier würde ich den Hund natürlich nicht für seine Ängstlichkeit bestätigen, sondern ruhig weiter gehen und das Geräusch ignorieren.
Zu Hause kannst du die Geräusche vielleicht langsam steigern. Vielleicht reagiert sie, wenn du die Geräusche aufnimmst und dann anfangs leise und dann immer lauter abspielst. Dann kannst du ihr z.B. beibringen, dass dieses 'Knall'-Geräusch etwas Tolles ist.
Kassette läuft also. Knall kommt und ehe sie reagieren kann gibt es ein Leckerli. Bleibt sie ruhig kommt gleich wieder das nächste Knallgeräusch ein klein bisschen lauter und wieder gibt es sofort danach ein Leckerli.
Nicht länger als 5-10 Minuten am Stück. Beenden mit einem Spiel oder Futter-Jackpot.
Diese Übung kann man aber nur machen, wenn die Geräusche voraussehbar sind und auch nicht wie z.b. ein Zug eine halbe Ewigkeit anhalten.

Vertrauen baust du desweiteren mit gemeinsamen Erlebnissen auf. Und da ist jeder Spaziergang (mit neuen Eindrücken) schon ein kleines Abenteuer für deinen Hund.
Ebenso geht auch die Liebe und damit Vertrauen durch den Magen. Eine Handfütterung ist also nur von Vorteil.
Wenn du ihr weiterhin verschiedene Sachen mit positiver Bestätigung beibringst werdet ihr mit der Zeit zu einem kleinen Team.

Wichtig ist auch, dass du ihr ganz viel Zeit gibst bei allem und selber dabei natürlich auch eine extra Portion Geduld hast. :)

Sind also zwei Möglichkeiten, die ich bei meiner angewendet habe.

Mehrere Woche oder sogar Monate solltest du aber einplanen, bis dein Hund dir bei all den seltsamen und so gefährlichen Geräuschen vertraut.
~§~
 
Seniorina

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Wie bist du denn bisher vorgegangen?

Aaalsoo:

Ich habe ihr ca. eine Woche ihr Futter in einem Napf gegeben - zur Gewöhnung. Danach habe ich sie nur noch aus meiner Hand gefüttert.

Dabei haben wir auch schon die ersten Kommandos geübt. Und wenn sie draußen Pippi machte hat sie natürlich auch etwas zur Belohnung bekommen. So wurde sie auch stubenrein.

Wir gehen jeden Tag mindestens 30 Minuten Gassi oder fahren zusammen Rad - ich kann halt nicht so schnell rennen wie sie - Puusst.

Aber wenn wir unterwegs sind und es kommt so ein Geräusch, dann kann man gar nicht einfach so weiter gehen. Sie ist fast hysterisch und will nur noch zurück nach Haus auf ihre Decke.
 
DyingDream

DyingDream

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...

Wie alt ist sie eigentlich? *neugier*


Wenn es aktuell noch nicht wirklich mit 'weitergehen' klappt, versuche einfach stehen zu bleiben und sie zu ignorieren. Stelle dich notfalls auf die Leine, um da Ruhe reinzubringen. Sie darf sich gerne unter oder hinter dir 'verstecken', aber ansonsten singe lieber der Luft ein Lied vor als auf ihre Angst weiter einzugehen.


Manchmal hilft es auch dem Hund zu zeigen woher das Geräusch kommt. Aber lange nicht allen Hunden.


Hat sie 'nur' bei Schießgeräuschen Angst oder auch bei anderen Geräuschen und Situationen?

~§~
 
Namenlose

Namenlose

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du musst deiner kleinen Zwit lassen, ist sie vllt. ein Jagdhund (oder mix)?
Falls ja, kenne ich die ursache für die angst:
Jäger schiesen, und kümmern sich nicht um die Hunde, also bringt sie einen knall immer mit dem Jäger in verbindung.
Wenn sie so reagiert, einfach ignorieren und stur weitergehen, auch wenn sie sich sträubt, wenn sie weiss:
frauchen hat keine angst, dann lernt sie, ebenfalls keine angst zu haben ;)
Von welchem verein, wurde sie euch denn vermittelt?
 
Dogma

Dogma

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Du solltest dich aber trotz aller Bemühungen und Trainingseinheiten innerlich auch auf den Fall einstellen, dass sich diese Angst nie geben wird. Schließlich kannst du nicht wissen, woher diese Angst rührt und wie stark sie manifestiert ist.

Einer meiner Hunde war absolut schussfest. Nicht einmal die Kanonenböller eines Schützenfestes konnten ihn schocken. Ein paar Jahre später aber hatten ihm Jugendliche kurz vor Silvester ein paar Chinaböller genau vor die Füße geschmissen. Seitdem hatte mein Hund die schlimmste Panik bei jeder Art von Knall. Selbst ein zertrampeltes Trinkpäckchen machte aus ihm ein zitterndes Wrack, von Gewittern und Feuerwerken ganz zu schweigen. Dieses Erlebnis saß so tief, dass es sich auch nie wieder gegeben hat, es halfen nicht einmal Tabletten zu Silvester. Erst, wenn die ganze Knallerei vorbei war, schlief mein Hund vor Erschöpfung ein. Ansonsten hatte mein Hund grenzenloses Vertrauen zu mir, aber in diesen Momenten legte sich irgendein Schalter um und er war komplett von der Rolle.

Wohl gemerkt, ich möchte dich jetzt nicht davon abhalten, mit deinem Hund an seinen Ängsten oder eurer Bindung zueinander zu arbeiten. Doch solltest du dich gedanklich auch mit dem "worst case" auseinandersetzen, damit du nicht irgendwann an dir und dem Hund zweifelst.
 
Seniorina

Seniorina

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Hi,

Sie ist 6,5 Jahre alt und hat folgenden Lebensweg gemacht:

Spanien: 20.08.2003 geboren bei einem Züchter
Dort wurde sie zur "Produktion" neuer Beagle missbraucht. Als sie beim letzen Wurf nicht mehr alle durchbringen konnte, wurde sie "aussortiert".

Dann kam sie anscheinend ins TH um danach in so einer Tötungsstation zu landen. Und dann hat sie der Verein Tierhilfe Spanien gerettet, nach Deutschland gebracht und ich habe sie bei mir aufgenommen.

Sie reagiert auch auf andere Geräusche, aber nicht so extrem.

Das Wort Wrack trifft es schon ganz gut bei einem Schussgeräusch oder ähnlichem.
 
Namenlose

Namenlose

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dann wurde sie wohl auch als Jagdhund benutzt und hat angst vor schüssen...
So ein Knall aus der Pistole ist ja recht laut und der Hund errinert sich daran, wenn sie schlecht behandelt wurde, denkt sie vielleicht immer, das ihr alter Besi in der nähe ist:eusa_think:
 
suno

suno

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Hey,
nunja wenn sie 6,5 Jahre Angst vor lauten Geräuschen hatte und schreckhaft war - kannst du gleich von vorn herein mit mindestens einem Jahr Anti-Schreck Training rechnen und selbst dann wird sie, falls sie wieder erschreckt wird in ihr altes Muster fallen.
Du hast praktisch in der Überschrift schon die Antwort selbst gegeben. Vertrauen aufbauen - ist das beste was du machen kannst.

Auch hier ist Geduld und Liebe und noch mehr Geduld angesagt. Von der "an Geräusche gewöhnen" Methode würde ich das erste Jahr erstmal Abstand nehmen....und lieber an eurem Verhältnis arbeiten.
Von Handfütterung über möglichst viel Zeit miteinander verbringen und sich vor allem mit dem Hund ordentlich und ausgiebig beschäftigen. Beagel sind klug - wenn auch ab und an etwas störrisch (hihihi) aber sie "arbeiten" sehr gerne.

Hunde finden sehr großen Gefallen daran und auch Geborgenheit - wenn man sie erzieht. Grundgehorsam, Unterordnung etc - sind für uns Menschen irgendwie negativ belegte Ausdrücke - allerdings bedeuten sie für den Hund die Erschaffung einer unsichtbaren Leine/ Führung und DAS gibt ihnen die gewünschte Sicherheit, die zum Vertrauen einfach dazu gehört.

Wenn du das nicht alleine schaffst - kannst du auch in eine nette Hundeschule gehen und gemeinsam mit deiner Beagel Dame dort Lernen, Spiel und Spaß haben.
 
Seniorina

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Ok - dann will ich das ganze mal weiter in Angriff nehmen. Das einzige was mir jetzt noch riesige Sorgen macht ist Silvester *graul*

Gibt es eigentlich noch eine andere erfolgreiche Art das Apportieren zu trainieren? Auf Futterbeutel durch die Gegend werfen steht sie überhaupt nicht...
 
suno

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Hey, ich stehe selbst nicht auf Sylvesterkracher und so verziehe ich mich immer mit meinem Sekt und allen Hunden sämtlicher Partygäste in den Keller...dort spielen wir alle zusammen bis das böllern rum ist....

Hast du denn das Gefühl, sie apportiert überhaupt gerne? Manche Hunde mögen das ganz einfach nicht....vielleicht steht sie mehr auf Fährte. das kannst du auch zu Hause mal ausprobieren....Leckerlie oder Lieblingsspielzeug verstecken und suchen lassen....
 
Seniorina

Seniorina

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Sie rennt dem beutel hinterher - aber sie weiß einfach nicht was sie damit tun soll...
Ich probier mal Fährten suchen
 
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Vertrauen aufbauen - aber wie?

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