Versagen in Prüfungen - Studium abbrechen, wechseln, oder weitermachen?

Diskutiere Versagen in Prüfungen - Studium abbrechen, wechseln, oder weitermachen? im Smalltalk Archiv Forum im Bereich Smalltalk; Hi ihr. Kurz zur Vorgeschichte: Ich habe 2008 ein 1,6 Abi in Bayern mit links hingelegt, dann ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Jugendhilfe...
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Hi ihr.

Kurz zur Vorgeschichte: Ich habe 2008 ein 1,6 Abi in Bayern mit links hingelegt, dann ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Jugendhilfe gemacht und studiere jetzt seit 2 Semestern Psychologie auf Bachelor. An meiner Uni kann man Klausuren wiederholen, wenn man sie beim ersten versuch nicht bestanden hat, aber man kann nur einmal im kompletten Studium eine Prüfung wiederholen um die Note aufzubessern. Bisher haben wir von den Inhalten her eher methodische Fächer gehabt (Statistik, Datenanalyse, Forschungsmethoden usw.), die "richtigen" Psychologie-Veranstaltungen stehen also noch vor mir.
Nun habe ich das Problem, dass ich in meinen bisherigen Klausuren fast nur schlechte Noten schreibe. Ich habe bisher vier Noten bekommen, darunter waren drei Vierer und eine glatte Zwei. Heute habe ich eine Klausur absichtlich nicht bestanden, um sie nachschreiben zu können. Eine andere Klausur aus diesem Semester habe ich bereits auf nächstes Jahr verlegt (mich also dieses Jahr nicht angemeldet). Die bisherigen vier Noten machen ungefähr 16% meines Gesamtschnittes im Bachelor aus.
Woran die schlechten
Noten liegen? Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Ich kann den Stoff, habe die Zusammenhänge verstanden. Mein Freund und meine Freunde an der Uni, mit denen ich schon zusammen gelernt oder gearbeitet habe, sagen auch, dass ich vom Wissen und Interesse her fit bin. Nur irgendwie kann ich das anscheinend in den Prüfungen nicht rüber bringen. Ich weiß aber, dass ich immer dann wenn es ans sture Auswendiglernen geht, keine richtige Motivation mehr finde, auch wenn mich der Stoff interessiert.
Das Studium an sich interessiert mich wirklich, ich möchte auch einen Master und eine Therapeuten-Ausbildung machen und dann als Therapeutin arbeiten. Das Doofe ist nur, dass niemand so wirklich weiß, wie die Zugangsvoraussetzungen für den Master aussehen. Ich kann also nicht abschätzen, welchen Notenschnitt ich im Bachelor brauche um zum Master zugelassen zu werden.
Ich werde mich heute oder morgen auch an die Studienberatung wenden mit meinem Problem, allerdings muss ich eigentlich diese Woche auch die Studiengebühren fürs nächste Semester überweisen, und ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung, ob sich das überhaupt noch lohnt. Was bringt mir mein Wissen und mein Interesse an meinem Studiengang, wenn ich in den Prüfungen ständig versage? Wenn ich dann aufgrund meines schlechten Bachelors keinen Masterplatz bekomme? Wenn ich dann im Ausland meinen Master mache und keinen Job bekomme, weil ich ins Ausland ausweichen musste? Wenn sich die schlechten Noten im Master fortsetzen und der Schnitt dann genauso schlecht ist?
Nebenbei leidet natürlich auch auf lange Sicht meine Motivation unter den schlechten Noten. Warum noch lernen, wenns doch nur wieder ne Vier wird? Gestern hatte ich einen ziemlichen Zusammenbruch, hab nur noch geheult und heute wars auch nicht besser. Kann man so noch ordentlich lernen?
Mein Studium wird von meinen Eltern finanziert, das heißt, länger studieren ist nur ein Problem, das ich mit ihnen abklären muss (wahrscheinlich würde es auf eine Kürzung der Finanzen hinauslaufen, so dass ich dann halt jobben muss, ist für mich auch kein großes Problem).
Ich bin gerade voll durch den Wind, habe keine Ahnung wie ich weiter machen soll, ob ich überhaupt zum Akademiker geeignet bin... Soll ich allein aufgrund meiner Intelligenz (ich sag das jetzt mal einfach so: Ich bin schlau genug, um die Inhalte zu verstehen) und meines Interesses am Fach das Studium fortsetzen? Soll ich wegen der schlechten Noten abbrechen? Wenn ich abbreche, soll ich dann einen anderen Studiengang probieren, oder lieber gleich eine Ausbildung anfangen? Soll ich an eine andere Uni wechseln, aber weiter Psychologie studieren? Können die Noten überhaupt noch besser werden, oder setzt sich die Vierer-Strähne jetzt fort bis zur Bachelor-Arbeit?
Ich bräuchte einfach mal ein paar Erfahrungswerte von Studenten, die durch ähnliche Probleme gegangen sind, und die wissen, was man mit einem schlechten Bachelor noch anfangen kann... Vielleicht ist hier ja jemand, der mir Tipps geben kann?
Ich weiß, dass die Entscheidung letztendlich bei mir liegt, aber ich kann sie nicht treffen, ohne vorher die Sicht von Anderen gehört zu haben.

Sorry für den Roman, ich musste das einfach mal niederschreiben.
 
21.07.2010
#1
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Kennst du schon die Warehouse Deals? Amazon bietet hier zurückgesandte und geprüfte Ware deutlich billiger an.
Dort gibt´s das auch speziell nur mit interessanten Dingen aus dem Haustierbedarf. Was haltet ihr davon?
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SusanneC

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Ich glaube du solltest eher an dir was ändern. das abi ist dir in den schoß gefallen, aber jetzt musst du dir extra viel mühe geben - und schon schwindet die lust.

das machen die meisten schon in der schule durch, die eben wirklich viel für ihr abi arbeiten müssen und mit sehr guten noten in drei fächern die schlechte note in mathe ausgleichen, und mit mühe eine 2,5 am ende haben.

dir fehlen da jetzt etwas die lernstrategien, wenn es hart wird, und du willst nach nur zwei seemstern und ein paar vierern alles hin schmeißen.

ganz ehrlich: dafür sind Studienplätze in Psychologie zu selten, andere die sich zwar durch die schule quälen mussten und nur mittelmäßiges Abi haben würden sich für den platz den rechten arm abschneiden, kriegen ihn aber wegen der abinote nicht, also häng dich bitte richtig rein!

ausbildung heißt, dass du in jedem Vorstellungsgegspräch der nächsten 40 jahre gefragt wirst, warum zumteufel du mit dem abi nicht fertig studiert hast, außerdem kommst du so rüber als jemand, der bei schwierigkeiten schnell aufgibt und dem der Biss fehlt.

Beißt du dich trotz nicht so toller noten durch zeigt das, das du dich von schwierigkeiten nicht entmutigen lässt! macht sich viel besser.

sind ja nur noch 4 semester bis zum Bachelor, also häng dich rein.
 
guusama

guusama

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2 Jahre sind 2 Jahre, das ist keine kurze Zeit.

Du schreibst, der Stoff sitzt, aber bei den Prüfungen nicht, hast du dir die Klausuren mal angucken können? Falls es daran liegen sollte, dass du vor dem Prüfungsblatt sitzt und alles ist weg, kannst du es mit Enspannungsübungen versuchen. Ich denke, der Begriff Blackout sollte bekannt sein. Du solltest klären, woran es liegt, dass du trotz Wissen die schlechten Noten bekommst. Eventuell können dir da die Professoren weiterhelfen. Vielleicht sitzt das Wissen, aber du kommst mit den Prüfungsfragen einfach nicht zurecht?

Es ist immer schwer als Aussenstehender zu sagen, mach weiter oder hör auf. Im Grunde genommen ist es dir immer selber überlassen, was du wirklich als das richtige ansiehst. Weiterstudieren, den Hintern zusammenbeissen und sich durchkämpfen, es schaffen oder daran zugrunde gehen? Oder vielleicht wechseln, ein einfacheres Fach wählen, was nicht wirklich der Traumberuf ist, Abstriche machen, dafür sich seelisch besser fühlen?

Ich hab nach 3 Jahren mein Studiengang gewechselt. Meine Noten sind jetzt nicht der Hit, aber definitiv besser und ich gehe wieder mit Freude in die Uni, ich hab zwar immer noch Schiss vor den Klausuren, aber immerhin kann ich mit dem Gefühl aus ihnen rausgehen, dass ich doch nicht so blöd bin, wie ich immer das Gefühl hatte ;)
Einige sagen zwar immer noch, ein bissle mehr lernen, dann hättest du es auch geschaft, aber wenn ich mir meine Freunde im alten Studiengang jetzt angucke, wie die stellenweise ein nervliche Frack sind, bin ich ganz froh, da nicht mehr zu sein.
 
Summer_xD

Summer_xD

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ist wirklich deine entschleidung. nur solltest du dir halt sicher sein, es nachher nicht zu berreuen ;)
ich hab jetzt gerade meinen realabschluss gemacht (haupt dann 2 jahre BFS) und ich bin zufrieden mit mir, weil ich in mathe die 4 wieder wegbekommen habe auf eine 3, womit ich selbst nicht gerechnet hätte. meine lehrerin sagt zwar ich hätte das besser gekonnt, aber ich bin zufrieden.
und das ist das wichtigste. versuch einfach unverkrampft an die sache ranzugehen und dir nicht schon im vornherein zu denken: wird ja eh wieder nur ne vier. das ist die komplett falsche einstellung.
 
_cassandra_

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Also erstmal: Danke für die Antworten.

@Susanne: Ich persönlich hatte bisher nicht den Eindruck dass ich mir keine Mühe geben will. Ich lerne, übe, und recherchiere so lange, bis ich meine, den Stoff verstanden und einigermaßen im Gedächtnis zu haben.
Allerdings weiß ich auch, dass ich gerne mal faul bin und dass ich Auswendiglernen HASSE. Die Faulheit kann ich manchmal, nicht immer, überwinden, aber ich schaffe es meistens so, dass meine Zeitplanung zwar kanpp, aber eben doch hinhaut. Wenn ich etwas auswendig kann, habe ich das dadurch gelernt, dass ich mich damit beschäftige und nicht durch 100 mal durchlesen und abfragen lassen.
Um mich aber abzusichern und eventuell fehlende Lernstrategien nachzuholen, werde ich mich an die Psychosoziale Beratungsstelle der Uni wenden.
Du hast zwar Recht, dass Studienplätze in Psychologie selten sind, aber ich habe ja das Problem, dass ich mit meinem Bachelor (auf den ich mit meinem jetzigen Studienplatz hinarbeite) noch relativ wenig anfangen kann. Es geht einfach nicht ohne Master, und dafür muss man sich wieder völlig neu bewerben. Die Masterplätze sind noch seltener (mengenmäßig ungefähr 2/3 der Bachelorplätze). Und so wie es momentan aussieht steuere ich geradewegs auf diese Sackgasse zu: Bachelor geschafft, aber nicht gut genug, um einen Master zu machen.
Klar kann ich mich durchbeißen, aber was ist, wenn ich dann am Ende mit nem besch*ssenen Studienabschluss (möglicherweise auch noch nur Bachelor) da stehe? Sieht das so viel besser aus in Bewerbungsgesprächen als eine Ausbildung?
Die Tatsache, dass es nur noch 4 Semester bis zum Bachelor sind, beruhigt mich nicht wirklich. Das heißt für mich nämlich letztendlich: Nur noch 4 Semester um den Schnitt aufzubessern.
Ich WILL definitiv nicht alles hinschmeißen, ich habe nur den Eindruck, dass es für mich und meine Zukunft besser wäre jetzt schon alles hinzuschmeißen, statt das Elend noch 2 Jahre weiter hinauszuzögern.

@guusama: Ich habe bisher keine der Klausuren angeschaut, im ersten Semester habe ich noch gedacht, dass ich einfach nicht genug gelernt habe oder mich noch eingewöhnen muss. Dieses Semester werde ich sie mir mal anschauen. Ich habe nicht den Eindruck, einen Black Out zu bekommen in der Prüfung, eigentlich gehe ich immer ganz zufrieden aus den Prüfungen raus. Das böse Erwachen kommt später, wenn ich dann die Note bekomme. Wahrscheinlich liegt es tatsächlich daran, dass ich die Fragen falsch verstehe. Aber auch das werde ich beim Termin in der Psychosozialen Beratungsstelle ansprechen.
Nur: Wenn ich tatsächlich irgendwie die Fragen nicht verstehe oder so, dann zeigt das für mich ziemlich eindeutig, dass ich ungeeignet bin, Prüfungen in meinem Studiengang zu schreiben. Was dann ja wieder zum Wechsel führen würde.

@Summer: Klar weiß ich, dass die Einstellung "wird eh wieder ne vier" nicht gerade toll ist... Nur wie loswerden? Und unverkrampft kann ich mit dem schlechten Schnitt auch nicht mehr wirklich sein. Sollte ich weiter Psychologie machen, werde ich ab jetzt immer mehr den Druck haben, eine richtig gute Note zu schreiben, schließlich muss ich mich dann noch mit dem Zeugnis bei anderen Unis bewerben... Argh.
 
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SusanneC

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das Blöde am abbrechen oder wechseln ist: das steht für immer in deinem Lebenslauf. das wirkt wankelmütig und nach leichtem aufgeben, da haben die zukünftigen Arbeitgeber schon Sorge, dass du dem druck nicht stand hälst, wenn es richtig stressig wird.

wenn du dagegen mit einem halbwegs vorzeigbaren Bachelor in die Wirtschaft gehst hast du weitaus bessere chancen.

ich denke, Du steckst gerade in der Phase, in der die unis aussieben. der Sinn einer Schule ist es, möglichst alle schüler erfolgreich zum Abschluss zu bringen. eine Uni dagegen will nur die Studenten zum Abschluss bringen, die es auch wert sind. je nach studiengang gehen unterwegs mehr oder weniger verloren, deswegen fängt man ja bei psycholigie mit statistik und ähnlich doofem kram an, bevor es zu den interessanten themen geht - um diejenigen, denen der Biss fehlt, zu entmutigen.

Wenn du diese ersten semester aber hinter dir hast sieht es ganz anders aus.

Versuch vor allem auch mal deine Klausuren nochmal anzuschauen und nachzufragen, was denn eigentlich fehlt. Ich denke du bist vielleicht einfach nur auf einige Punkte nicht genug eingegangen, man erwartet eben wirklich herausragende Leistungen. Eine vier sagt ja nur, dass Du eben ausreichende Leistung gezeigt hast - aber eben nur ausreichend, nicht gut.

geb dir wenigstens noch ein bisschen zeit und versuch nachzuvollziehen, wie es zu diesen noten gekommen ist.
 
N

nule

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also bei deinem Lebenslauf brauchst du dir nun wirklich keine sorgen zu machen, es gibt unzählige Studenten die nach 1-2 jahren ihr Studium abbrechen, weil sich viele erst im Studium klar werden was sie werden wollen und wie sie ihr Leben gestallten wollen. Außerdem kann sich zB. ein abgebrochenes BWL Studium durchaus gut in deinem Lebenslauf machen, wenn du zB. später ein Master of *Wirschaftsingenieur* bist ;) Du solltest halt nur nicht mehrere Studien abbrechen, das könnte sich dann schon negativ auswirken.

Also ich habe nach fast 2 Jahren Studium auch abgebrochen, weil mir klar wurde, dass ich niemals in meinem Studienfach arbeiten wollte, allerdings hät ich nicht abgebrochen wenn es nur um die Leistungen gegangen wäre und ich später gerne in diesem Beruf gearbeitet hätte ;)

Wenn du also als Psychologin später arbeiten möchtest, dann würde ich dir eher empfehlen mit deinen Professoren zu reden und rauszufinden warum du so schlechte Ergebnisse erzielst und daran arbeiten, denn wenn du nicht weist warum du so schlecht bist, kannst du das dann ja auch im eventl. nächsten Studium nicht ändern!

lg
 
_cassandra_

_cassandra_

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So... Ich nochmal.
Also, ich war in der Studienberatung und zwei handfeste Ergebnisse sind rausgekommen: 1. dass es sich definitiv nicht lohnt dieses Semester schon aufzuhören und 2. dass ohne Master nichts geht in der Psychologie. Einige weniger handfeste Ergebnisse sind, dass ich ungefähr eine 2,5 im Bachelor brauche, um einen Master zu machen (das sind die aktuellen Begebenheiten in Deustchland, da kann sich noch einiges ändern, und Ausland ist ja auch eine Option), dass eine Ausbildung wenn dann nur der letzte Anker sein sollte (weil ich "Potential" zum Studieren habe) und ergo eher ein verwandter Studiengang als Alternative zum weiterstudieren gesehen werden kann, und dass ich theoretisch meinen Schnitt noch aufbessern kann.
Ich werde also auf jeden Fall das nächste Semester und wahrscheinlich auch noch das übernächste machen und mir dann noch mal meine Leistungen anschauen. Wenn es weiter bergab geht, werde ich noch einmal in die Beratung gehen und dann herausfinden, ob ich was anderes studieren oder für den Master ins Ausland gehen will.

Ich werde jetzt erstmal meine Arbeitsmoral und Lerntechniken (wieder) aufbauen müssen. Herausfinden, wo die Vierer herkommen... Ich bin mir nicht sicher, ob da das Reden mit den Professoren so viel bringt. Immerhin waren die bisherigen Klausuren ja tatsächlich Statistik, Forschungsmethoden und Computergestützte Datenanalyse. Diese Bereiche sind in sich geschlossen, die muss man verstanden haben, um selber Versuche zu planen und auszuwerten und um Veröffentlichungen zu verstehen. Aber meine (fehlende) Fähigkeit in diesen Bereichen gute Noten zu schreiben wirkt sich meiner Meinung nach weniger auf meine Fähigkeit in Anwendungs- und Grundlagenfächern gute Leistungen zu bringen aus. Ich habe schon Berichte über Experimente, die wir selber (mit Unterstützung) durchgeführt und statistisch analysiert haben, geschrieben, die vom Professor als gut oder sehr gut bewertet wurden (keine Note, die in den Durchschnitt einfließt, aber immerhin etwas). Das zeigt (für mich), dass ich die Prinzipien verstanden habe...

@susanne: Ja, ich verstehe deinen Punkt gegen das Wechseln. Trotzdem ist es einfach so, dass ich auch mit einem "halbwegs vorzeigbarem" Bachelor in Psychologie, gesetzt dem Fall, dass der immer noch schlechter als 2,5 ist, keine Chance auf dem Arbeitsmarkt habe, egal ob das nun freie Wirtschaft oder sonstwas ist. Das ist einfach bei Psychologie ein Fakt, in anderen Fächern ist das natürlich anders, aber ich brauch den Master schon. Ob ich den Master dann schaffe, ist mit einem schlechteren Schnitt als 2,5 unklar, kann man einfach nicht so genau abschätzen.
Ich bin mir auch bewusst, dass die Studenten momentan ausgesiebt werden. Die Frage, die bleibt, ist, ob ich nicht zu Recht ausgesiebt würde, wenn ich aufhöre, z.B. weil ich nicht intelligent, motiviert, oder fleißig genug für ein Studium bin.
In den Klausuren bisher ist es so gewesen, dass schon kleine Fehler große Auswirkungen hatten. So wurde beispielsweise bei einem Rundungsfehler in Statistik schnell mal 1 Punkt von den 60 möglichen abgezogen. Da kann man sich dann drüber streiten, ob so was die Leistung weniger herausragend macht, aber ändern kann ichs mittlerweile sicher nicht mehr.

@nule: Mit den Professoren zu reden, wäre eine Möglichkeit, wenn mir das Wissen denn was bringen würde. Ich habe allerdings den starken Verdacht, dass ich aus den Fehlern, die ich in Statistik gemacht habe, nicht viel lerne für Aufgaben z.B. in Entwicklungspsychologie. Was bringt mir es, zu wissen, dass ich einmal einen falschen Test angewendet habe oder einen Rundungsfehler gemacht habe, wenn ich in anderen Fächern ganz andere Sachen wissen muss, die mit Statistik im besten Fall nur mittelbar zu tun haben?
zum abgebrochenen Studium stimme ich dir zu, ich glaube auch nicht, dass 4 Semester Psychologie so nachteilig sind, wenn ich z.B. beim zweiten Studium in Richtung Soziale Arbeit oder so gehe.
 
Adraste

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Mach dir um deinen Lebenslauf wirklich keine Sorgen, der Großteil der Studenten wechselt das Studienfach oder bricht ab. Mit mir zusammen haben knapp 300 Studenten das Studium angefangen, schon nach zwei Semestern waren wir nichtmal mehr die Hälfte (übrigens auch in Osnabrück, nur ein anderes Fach;)). Manchmal stellt man eben fest, dass das Studium doch ganz anders läuft als man es sich vorgestellt hat und auch ein gutes Abi ist kein Garant für gute Leistungen im Studium, da die Art des Lernens und der Prüfungen eine ganz andere ist. Du solltest wirklich herausfinden, woran die schlechten Noten liegen. Und bevor du abbrichst, solltest du am besten schon einen Ausbildungsplatz sicher haben oder genau wissen, welches Fach du ansonsten studieren möchtest. Hauptsache, du machst am Ende etwas, mit dem du zufrieden bist. Ich glaube, fast jeder Student spielt zeitweise mit dem Gedanken, abzubrechen und etwas anderes zu machen. Immerhin dauert so ein Studium sehr lange und nicht immer läuft alles nach Wunsch.
Kannst du dich noch so sehr für das Fach begeistern, wie zu Beginn oder hast du es dir eigentlich ganz anders vorgestellt? Ich habe ein wenig den Eindruck, als fehlt es dir ein wenig an Motivation. Diese solltest du nicht zu sehr von deinen Noten abhängig machen.

Drei Vieren sind auch kein Drama, wenn es ab jetzt etwas besser läuft. Ich kenne eure Durchfallquote nicht, aber gerade am Anfang gibt es ja oft Fächer, bei denen man glücklich sein kann, wenn man nur besteht. Und wenn man das überstanden hat, läuft es meist besser. Ich hatte einige Kommilitonen, die gerade am Anfang regelmäßig erst beim letzten Versuch die Prüfungen bestanden haben und letztendlich doch ihren Abschluss erfolgreich geschafft haben.

Auch ein schlechter Bachelor muss nicht gleich das Ende bedeuten. Manchmal haben die Unis zu wenig Bewerber für Masterplätze, dann klappt es mit dem schlechteren Schnitt (eine Bekannte von mir hatte eine wesentlich schlechtere Note im Bachelor, als für den Master gefordert wurde. Sie wurde dann von der Uni angeschrieben, ob sie nicht doch gerne den Master machen möchte- wollte sie aber nicht, da sie schon im Ausland einen absolut genialen Studienplatz ergattert hatte).
Oder man wechselt nach dem Bachelor das Fach. Mit dem Bachelor stehen dir bestimmt auch einige mit deinem Fach verwandte Masterstudiengänge offen, die nicht zulassungsbeschränkt sind. Und wenn tatsächlich alle Stricke reißen, kann man auch nach dem Bachelor noch eine Ausbildung machen.

Was ich damit sagen will: Wenn du dich trotz einiger Rückschläge immer noch für dein Fach begeistern kannst, dann würde ich es soweit durchziehen, wie es geht und mir nicht jetzt schon Gedanken um das Masterstudium machen. Bis dahin kann noch viel passieren und oft ist es gar nicht so hoffnungslos, wie es zunächst erscheint;)



Edit: Zu spät...das passiert, wenn man erst schreibt, dann mit dem Hund rausgeht und dann erst abschickt;)
Ich finde es gut, dass du nicht gleich aufhörst, sondern erst schaust, wie es sich entwickelt:)
 
lychee1988

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Drei Vieren sind auch kein Drama, wenn es ab jetzt etwas besser läuft. Ich kenne eure Durchfallquote nicht, aber gerade am Anfang gibt es ja oft Fächer, bei denen man glücklich sein kann, wenn man nur besteht.
Das ist bei uns auch so.Bei uns wird ordentlich ausgesiebt. Ich studiere ja Jura und da ist es so dass eigentlich grundsätzlich 30-40% durchfallen, ein weiteres Drittel schreibt ne Vier und der Rest ist darüber. Wobei nur 0,5 % ne 1 bzw 1-2% ne 2 schreiben. Hast du denn einen Durchschnitt von den Klausuren bekommen? Weil daran siehst du ja auch,ob du unter dem Durchschnitt liegst oder nicht. Also ich würde auf jeden Fall jetzt mal noch die nächsten 1-2 Semester abwarten und dann kannst du ja immer noch entscheiden ob du weitermachen willst. Aber ich kann dich verstehen.Ich find es auch frustierend wenn man gut für eine Klausur gelernt hat und der Meinung ist man kann es.Und dann kommt doch nur ne 4 raus :/
 
_cassandra_

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Hmm... Also im Durchschnitt liege ich mit meinen Noten nicht. Die zwei war leicht überdurchschnittlich (Schnitt war 2,2). Die vierer waren aber durchgehend unterduchschnittlich. Ich denke das liegt zum Teil auch daran, das meine Mitstudenten bei einer Prüfung besser einschätzen können, wie gut oder schlecht sie sind, und daher eher mal leer abgeben (das fließt dann nicht als Note in den Durchschnitt ein, weil es nur als Nicht bestanden und nicht als Sechs gilt). Das ist aus dem Grund sinnvoll, dass man dann nach einer gewissen Zeit (oft mehrere Monate) die Klausur wiederholt, dadurch hat man natürlich nochmal Zeit zu lernen und kann sich gezielter vorbereiten, weil man schon den Schwierigkeitsgrad der Fragen kennt.
Wir hatten auch schon einige Abbrecher, aber genauso haben wir sehr viele extrem leistungs- und zielorientierte Studenten, die permanent am Lernen, nachbereiten und vorbereiten sind. So bin ich einfach nicht. Ich brauche meine Freizeiten.
Ich bin prinzipiell schon motiviert. Ich will einen guten Abschluss, will einen Master, will Therapeutin werden. Allerdings knabbert die Prüfungsordnung schon sehr an meiner Motivation: Ich finde viele Regelungen komplett sinnlos (z.B. Anwesenheitspflicht in Vorlesungen oder die Regel, dass man nur eine Note im kompletten Studium aufbessern kann). Dadurch gehe ich in einige Vorlesungen schon mit schlechter Laune rein, obwohl ich das Fachgebiet eigentlich interessant finde. Außerdem kann ich bezüglich meiner Lernmotivation beobachten, dass ich mir zwar viele Vorsätze mache und auch motiviert bin, sie einzuhalten - in dem Moment wo ich mich dann aber wirklich hinsetzen will um zu lernen, sinkt die Motivation wieder ganz schnell, und andere Dinge sind interessanter. Ich weiß nicht genau, wie ich das ändern kann, werde mal schauen was die PSB dazu sagt...
 
Winniegirl

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Die Entscheidung kann dir niemand abnehmen. Ich kann dir höchstens erzählen, wie's bei mir war.

Ich hab nach dem Abi auch erstmal angefangen zu studieren und zwar, weil ich sonst keine Ahnung hatte, was ich machen soll. Ich hab mich während der Schulzeit nicht wirklich für meine Zukunft interessiert... hauptsache erstmal Abi machen... dann schaun mer mal ;)
Tja, dann kam das mit dem Abi doch schneller als erwartet bzw. die Zeit ist wie im Flug vergangen und ich stand da ohne irgendwas in der Hand zu haben. Und für nen Ausbildungsplatz war es definitiv zu spät.
Also an der Uni eingeschrieben für Anglistik und Französisch auf Lehramt. Nach 4 Wochen wurde mir dann folgendes klar:

  1. Ich wäre kein guter Lehrer. Mir fällt es schwer, Dinge verständlich zu erklären und ich hab absolut keine Geduld mit Leuten, die die, für mich vollkommen logisch erscheinenden, einfachsten Dinge nicht verstehen. Solche Lehrer hatte ich selbst, und als Schüler war das der absolute Horror.
  2. In Anglistik kam ich in kein Seminar rein, da alles total überfüllt war und man sich für 2 Semester im Voraus hätte anmelden müssen (was ich nicht wusste).
  3. Ich hatte absolut keine Lust darauf, das Latinum nachzuholen.
Also hab ich das Studienfach gewechselt und mit Anthropologie und Kulturanthropologie angefangen. Das war alles unheimlich spannend und hat auch Spaß gemacht, allerdings war vor allem Anthropologier total überlaufen und bereits 1 Semester später wurde ein NC eingeführt. Und auch hier wieder: man musste sich für die einzelnen Veranstaltung bereits im Voraus anmelden... den Letzten beißen die Hunde.
Auf jeden Fall kam ich auf keinen grünen Zweig und hab mich dann, nach weiteren 4 Semestern dazu entschlossen, das Studium komplett abzubrechen.

Ich habe dann eine Ausbildung als Buchhändlerin (für mich nach wie vor der absolute Traumberuf - auch, wenn ich mittlerweile keinen Job mehr finde und deshalb eine Umschulung mache - aber sobald ich im Lotte gewinne, eröffne ich meine eigene Buchhandlung ;)) gemacht. Und in meiner Berufsschulklasse waren lauter Uniabbrecher. Mein Ausbilder meinte immer "der Buchhandel ist das Auffangbecken für gescheiterte Studenten" (dazu muss man sagen, dass ich 3 Ausbilder hatte und alle 3 irgendwann mal ein Studium begonnen aber nie abgeschlossen haben ;)).

Rückblickend bin ich heilfroh, dass ich den Schritt gemacht habe, auch wenn es natürlich gerade am Anfang ein bisschen Knatsch mit den Eltern gab (mein Vater hat in Gedanken schon Visitenkarten mit "Prof. Dr. Dr. Winniegirl (ich nenne natürlich nicht meinen realen Namen ;))" gedruckt). Aber ich bin definitiv nicht für ein Studium geboren... dieser lockere Umgang mit Vorlesungen etc. ist nichts für jemanden wie mich, der den sprichwörtlichen Tritt in den Hintern braucht.
 
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SusanneC

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die Anwesenheitspflicht ist natülich doof, hat aber ihre berechtigung. es gab eben vor 10 jahren noch massig Studenten, die zwar eingeschrieben waren, aber schon seit 5 Semestern die Hörsäle nicht betreten haben. das waren nicht nur ein paar deppen, sondern in nahezu jedem Studiengang mindestens 30.

die haben Studienplätze besetzt gehalten, die dann per NC für motivierte Leute blockiert waren, und das ganze nur um die nächten 5 jahre von ihren eltern finanziert zu werden, bafög zu bekommen und nicht ernsthaft arbeiten zu müssen. ohne jede aussicht nach mehreren jahren Studienpause ohne einen einzigen Schein zu machen, jemals fertig zu werden. es gab eben echt viele diplomstudenten mit 20 und mehr Semestern am Buckel.

also die traumlösung wars auch nicht...
 
_cassandra_

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die Anwesenheitspflicht ist natülich doof, hat aber ihre berechtigung. es gab eben vor 10 jahren noch massig Studenten, die zwar eingeschrieben waren, aber schon seit 5 Semestern die Hörsäle nicht betreten haben. das waren nicht nur ein paar deppen, sondern in nahezu jedem Studiengang mindestens 30.

die haben Studienplätze besetzt gehalten, die dann per NC für motivierte Leute blockiert waren, und das ganze nur um die nächten 5 jahre von ihren eltern finanziert zu werden, bafög zu bekommen und nicht ernsthaft arbeiten zu müssen. ohne jede aussicht nach mehreren jahren Studienpause ohne einen einzigen Schein zu machen, jemals fertig zu werden.
In Seminaren, Praktika, Übungen und Tutorien, in denen die Mitarbeit der Studenten unabdingbar für das Gelingen der Veranstaltung ist, sehe ich die Anwesenheitspflicht ja auch ein. Da finde ich sie in manchen Fällen sogar sinnvoll, wenn nämlich die Veranstaltung so aufgebaut ist, dass man den Stoff ohne persönliche Anwesenheit nicht ausreichend erfassen kann, um dann noch seinen Abschluss zu machen.
Allerdings sehe ich nicht ein, warum man in Vorlesungen ständig anwesend sein sollte. Meines Erachtens nach kann man in vielen Vorlesungen den Stoff effektiver alleine erarbeiten, als durch das Hören einer Vorlesung. Das kann man z.B. machen, indem man die angegebene Literatur liest, die Präsentationsfolien oder das Skript versteht, indem man den Stoff mit anderen Studenten diskutiert und ihn sich allgemein einfach verinnerlicht. Das alles muss man eigentlich immer auch dann machen, wenn man in der Vorlesung anwesend war, da man sonst kaum die Prüfung bestehen kann - vielleicht hat man dann einen leichten Vorsprung, weil man es eben schon einmal gehört hat, aber es ist nicht essentiell für den Lernerfolg.
Für mich persönlich ist die Anwesenheit in Vorlesungen sogar hinderlich: Ich muss zu früh aufstehen und bin dann den Rest des Tages nicht wirklich fit. ich wiege mich in der falschen Sicherheit, dass ich ja zugehört habe und deswegen weniger lernen muss. Meine Motivation leidet extrem, teilweise entwickle ich richtige Hassgefühle gegen Dozenten und Fächer, die mich eigentlich bis auf die Anwesenheitspflicht nicht stören, ja, die ich sogar ganz toll fände. Es ist einfach zum kotzen.
Anwesenheit bei Veranstaltungen ist für mich des weiteren kein Garant für aktives Studieren. Man kann sich auch in eine Vorlesung reinsetzen, die Anwesenheitsiste unterschreiben, und dann die restliche Zeit komplett abschalten, dann war das genauso effektiv wie gar nicht hingegangen zu sein. Oder alternativ andere unterschreiben lassen, sich Atteste ausstellen lassen usw.
Nebenbei hast du ja eben Studenten beschrieben, die eigentlich kein Interesse an einem Abschluss oder einem kurzen Studium haben. Diese Studenten (sollte es sie denn trotz des sehr teuren Studiums immer noch geben) werden halt in Zukunft die Veranstaltungen mit Anwesenheitspflicht dauerhaft meiden. Dadurch verschwinden sie aber nicht aus den Akten, nein, sie blockieren immer noch die Studienplätze. Man wird ja nicht exmatrikuliert, wenn man eine Veranstaltung "nach hinten schiebt" oder gar nicht macht, man kann halt nur noch keinen Abschluss machen.
Fazit: Anwesenheit in Vorlesungen verkürzt das Studium nicht, erleichtert die Vorbereitung auf Prüfungen nur wenig, für mich persönlich mindert sie den Lernerfolg sogar. Letztendlich sind die Anwesenheitslisten nichts anderes als "Prüfungen", die man "bestanden" haben muss, um seinen Abschluss zu machen. So wie jede andere Prüfung kann man sich entscheiden, sie später oder gar nicht zu machen, die Auswirkungen auf den Abschluss sind die gleichen wie bei einer nicht bestandene Klausur. Der Unterschied ist aber, dass letztendlich nur stupides Rumsitzen zum Bestehen dieser Prüfung gefordert wird, und was hat das eigentlich noch mit studieren zu tun?
 
lychee1988

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Ich halte die Anwesenheitspflicht in Vorlesungen auch für Schwachsinn. In meinem Studiengang gibt es das zum Glück nicht.Ich persönlich gehe auch nicht immer zur Vorlesung. Es ist eben teilweise wirklich effektiver sich daheim ne Stunde übers Lehrbuch zu setzen und den Stoff damit durchzuarbeiten. Natürlich trifft das nicht auf jede Vorlesung zu. Und wenn ich mich im Hörsaal so umschaue, seh ich genug Leute die gerade mit dem Psychothriller von xy beschäftigt sind oder im studivz surfen, anstatt dem Prof zuzuhören :D Dafür fliegt man aber wenn man keine Prüfungen macht. Wir müssen eine Zwischenprüfung, die aus mehreren Klausuren + Hausarbeit besteht machen. Wer die nach dem 4. Semester net hat fliegt. Und ich behaupte einfach mal wer bei Jura die Zwischenprüfung schafft hat auch ein ernsthaftes Interesse daran sein Staatsexamen zu machen :D
 
_cassandra_

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Ich habe auch den Eindruck, dass das Ganze bei uns besonders ungünstig geregelt ist. Es soll sich wohl auch noch Einiges ändern, immerhin sind wir ja erst der 2. Jahrgang, der hier auf Bachelor studiert. Aber das bringt mir natürlich nicht viel. Es ist so traurig, dass die Rahmenbedingungen mich so belasten, dass ich teilweise überhaupt keine Lust mehr habe weiterzumachen.
 
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Auch wenn dieser Thread schon etwas älter ist, wollte ich doch der Vollständigkeit halber mal beschreiben, was bei meinen diversen Beratungen so rausgekommen ist: Ich werde jetzt mindestens das nächste Semester machen, schauen dass ich bessere Noten bekomme, und sollten sie nicht besser werden, entweder direkt zum Sommersemester (also März 2011) oder dann eben in einem Jahr wechseln.
Um die Noten auf Vordermann zu bringen, habe ich angefangen meine Wochen durchzuplanen, so dass ich jeden Tag ungefähr 6 Stunden für die Uni arbeite. Auch wenn ich diese Pläne nicht immer durchhalte, schaffe ich es mittlerweile besser, mein Lernpensum zu erfüllen. Erste Erfolge haben sich bereits gezeigt: in der Klausur, die ich absichtlich nicht bestanden hatte, um beim Nachholtermin antreten zu können, habe ich eine 1,3 bekommen. Des weiteren habe ich mit einer Dozentin über eine meiner Vierer verhandelt, so dass sie mir einen Punkt weniger gegeben hat, was mich auf eine 5 runterholte, und mir somit die Gelegenheit gibt, die Note noch mal zu machen.
Ich bin so weit ganz zufrieden, hoffe, dass sich meine Noten weiterhin bessern, so dass dann der Master doch nicht mehr so unerreichbar scheint wie noch vor 2 Monaten.
 
S

SusanneC

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Das klingt ja super!

falsches zeitmanagement ist wirklich einer der hauptgründe, warum ein Studium nicht klappt. Und es sind eben ein paar Jahre mit richtig viel arbeit - aber eine Ausbildung ist da auch nicht besser, da hockt man von 8 bis 17 uhr im betrieb, wo man arbeitet, kommt dann endlich heim und muss irgendwann nebenher noch für die Berufschule lernen, so ganz ohne zutun geht das auch nicht.Vor allem wenn man Abi gemacht hat und in Sachen rechnungswesen null ahnung hat.

Sollte man sich vielleicht auch mal vor augen führen, dass die Ansprchsvolleren Ausbildungsberufe auch sehr viel zeit erfordern in Sachen lernen.
 
T

Teufelshuhn

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Einser-Schüler haben es tatsächlich meistens recht schwer im Studium. Ganz einfach, sie sind an die Schule gewöhnt und sehr stark an das Lernen da angepasst, ferner haben sie große Probleme, einmal einen Rückschlag wegzustecken.

Das ganz große Problem ist dabei die Einstellung. Du musst einsehen, dass das Abi Dir keine Garantie für Intelligenz liefert, dass Du auch nicht intelligenter bist als der Typ neben Dir, der mit Ach und Krach es ins Studium geschafft hat, und dass im Studium berufsbildende Fähigkeiten wichtiger sind als in der Schule, in der es langsam einem vorgekaut wird. Das Zauberwort heißt Eigenständigkeit. Auch nicht auf das Urteil anderer verlassen, sondern selbst immer daran arbeiten.

Habe auch vor einem Jahr meinen Master gemacht. Im Bachelor haben 26 angefangen, 6 haben den Bachelor auch geschafft. Das waren nicht zwingend die mit Einser-Schnitt, die Abi-Note hatte rein gar nichts damit zu tun, wie der Bachelor aussah, war alles bunt durchmischt. Im Master waren wir aus diesem Studienjahr sogar nur drei. Und mein Abi war sehr schlecht.

Du musst auch zusehen, dass Du besser wirst. Der Master muss besser werden als das Abi, aus einem ganz einfachen Grund: Stell Dir vor, es bewerben sich zwei auf einen Arbeitsplatz, beides Master mit je 2.0 im Schnitt. Abi- und Bachelor-Zeugnis müssen ebenfalls vorgelegt werden. Der eine hatte eine 1.0 im Abi, eine 1.5 im Bachelor und die 2.0 im Master, der andere eine 3.0 im Abi, eine 2.5 im Bachelor und eine 2.0 im Master. Genommen wird dann der letztere, auch wenn erster im Schnitt bessere Noten hatte: während der zweite sich immer weiter verbessert hat, hat der erste sich verschlechtert. Der kommt dann als ausgepowert herüber, oder falsche Fachrichtung für ihn gewählt.

Wenn der Bachelor schlechter wird als das Abi ist es noch nicht so schlimm. Aber gewöhne Dich an den selbstständigen Stil des Studiums, dass Du Rückschläge nicht ernst nimmst, und zeige Dir selbst, dass Du es kannst, beweise es Dir in jeder Prüfung.

Zum Lernen: gut, dass Du Dir so viel Zeit nimmst, aber einen Tag vor der Prüfung lerne NICHTS! Ansonsten kommt der Blackout, umso sicherer, wie Du intensiv zuvor gelernt hast. Wichtiger auch als die Zeit ist es, dass Du Dir selbst eine Lerntechnik zurecht legst, die für Dich gut geeignet ist. Wir hatten vier, fünf, sechs Klausuren pro Semester, und mit solchen Prinzipien habe ich es geschafft, jede Klausur im Master auf Anhieb zu bestehen.
 
_cassandra_

_cassandra_

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aber eine Ausbildung ist da auch nicht besser, da hockt man von 8 bis 17 uhr im betrieb, wo man arbeitet, kommt dann endlich heim und muss irgendwann nebenher noch für die Berufschule lernen, so ganz ohne zutun geht das auch nicht.Vor allem wenn man Abi gemacht hat und in Sachen rechnungswesen null ahnung hat.

Sollte man sich vielleicht auch mal vor augen führen, dass die Ansprchsvolleren Ausbildungsberufe auch sehr viel zeit erfordern in Sachen lernen.
Kann ich mir schon vorstellen... Auf der anderen Seite hat man auch mehr Struktur... Naja, egal. Die Entscheidung für eine Ausbildung ist jetzt erstmal hintenan gestellt, da ich wohl selbst wenn meine Noten nicht besser werden im nächsten Semester eher in einen anderen Studiengang wechseln würde, als mich auf einen Ausbildungsplatz zu bewerben.

Das ganz große Problem ist dabei die Einstellung. Du musst einsehen, dass das Abi Dir keine Garantie für Intelligenz liefert, dass Du auch nicht intelligenter bist als der Typ neben Dir, der mit Ach und Krach es ins Studium geschafft hat, und dass im Studium berufsbildende Fähigkeiten wichtiger sind als in der Schule, in der es langsam einem vorgekaut wird. Das Zauberwort heißt Eigenständigkeit. Auch nicht auf das Urteil anderer verlassen, sondern selbst immer daran arbeiten.
Das Interessante ist ja, dass jeder Außenstehende aber genau das Gegenteil sagt: "Du hast doch so ein gutes Abi, da musst du deine Intelligenz doch nutzen, studier was!" So ungefähr hat mir das die Studienberatung gesagt, meine Eltern haben die gleiche Einstellung. Ich selber mache meine - wie auch immer geartete - Intelligenz nicht von Noten abhängig. Weder die Abinote noch meine Noten im Studium. Aber das macht es nicht weniger frustrierend, wenn man gut gelernt und alles verstanden hat und trotzdem schlechte Noten schreibt.

Du musst auch zusehen, dass Du besser wirst. Der Master muss besser werden als das Abi, aus einem ganz einfachen Grund: Stell Dir vor, es bewerben sich zwei auf einen Arbeitsplatz, beides Master mit je 2.0 im Schnitt. Abi- und Bachelor-Zeugnis müssen ebenfalls vorgelegt werden. Der eine hatte eine 1.0 im Abi, eine 1.5 im Bachelor und die 2.0 im Master, der andere eine 3.0 im Abi, eine 2.5 im Bachelor und eine 2.0 im Master. Genommen wird dann der letztere, auch wenn erster im Schnitt bessere Noten hatte: während der zweite sich immer weiter verbessert hat, hat der erste sich verschlechtert. Der kommt dann als ausgepowert herüber, oder falsche Fachrichtung für ihn gewählt.
Du magst zwar Recht damit haben, dass das wichtig ist, aber ich glaube nicht, dass ich meinen Bachelor mit einer besseren Note als 1,6 schaffe. Das ist meiner Meinung nach einfach nicht drin. Ich weiß nicht ob es rein rechnerisch überhaupt noch hinhauen kann, aber ich vermute mal, dass ich dann bis zum Ende des Studiums nur noch 1,3er und 1,0er in Klausuren haben darf, und das kann ich mir nicht realistisch vorstellen. Beim Master weiß ichs nicht.

Zum Lernen: gut, dass Du Dir so viel Zeit nimmst, aber einen Tag vor der Prüfung lerne NICHTS! Ansonsten kommt der Blackout, umso sicherer, wie Du intensiv zuvor gelernt hast. Wichtiger auch als die Zeit ist es, dass Du Dir selbst eine Lerntechnik zurecht legst, die für Dich gut geeignet ist. Wir hatten vier, fünf, sechs Klausuren pro Semester, und mit solchen Prinzipien habe ich es geschafft, jede Klausur im Master auf Anhieb zu bestehen.
Ich lerne auch am Tag vor Prüfungen, ganz einfach weil ich nicht schlafen könnte, wenn ich den Stoff nicht noch mal durchgehen würde, und dann auch noch ein paar Sachen im Kurzzeitgedächtnis gespeichert werden. Aber ich glaube, das ist von Person zu Person unterschiedlich. Ich lerne so, wie ich es am besten kann, das ist aber auch vom Fach abhängig: In Statistik habe ich Übungsaufgaben gemacht und das Skript präpariert und verstanden (-> Note 2,0), in einem anderen Fach dagegen habe ich mir Fakten zum Auswendiglernen aufgeschrieben (-> Note 1,3). Kommt halt drauf an wie der Stoff geartet ist.
 
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