Igelüberwinterung

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Amalie

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Hallo Igelfreunde :D

Ich kann supergut verstehen, wenn jemand den niedlichen Gesellen helfen will. (Bin ja nicht aus Stein ) Es ist auch sicher nichts dagegen zu sagen, wenn das eine oder andere Tier mit massiverer menschlicher Hilfe überwintert wird, als so rein wissenschaftlich betrachtet sinnvoll wäre.

Das Problem ist: Ihr glaubt nicht, wie sehr das Überhand genommen hat! Alle Igelstationen sind alle Jahre wieder rammelvoll. Hinzu kommen die unzähligen "privat" überwinterten Igel. Na und dann gibt es noch dazu unglaublich viele "Igel-Lebensretter" die es dermaßen übertreiben, dass einem
schummerig wird: Igel, die im Frühling so verfettet sind, dass sie kaum laufen können, Igel die im September in´s Haus geholt werden und im Juni immer noch drinnen sind, Igelbabys die in´s Haus geholt werden, obwohl die Mutter noch da ist und die Babys noch säugt und betreut . . . seufz . . .

Ich möchte hier aufklären, um Verständnis werben und den Blick ein wenig vom einzelnen Igel auf die komplexen Zusammenhänge richten!

Bevor sich jemand aus übertriebener bzw. falsch verstandener Tierliebe entschließt, einen Igel zur Überwinterung aufzunehmen, sollter er diesen Schritt sehr gut überlegen.

Anfangen möchte ich mal mit einer Pressemitteilung der internationalen Tierärzteorganisation animal health online aus Herbst 2002:
Unna (aho) - Der Igel ist ein Wildtier.
Daran sollten nach Meinung von Sigrid Schmiedel-Köster vom Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Unna, alle denken, die einen der stacheligen Gesellen finden und ihn zur Überwinterung in Haus oder Wohnung aufnehmen wollen. Zwar ist solche Unterstützung gut gemeint, aber "der Natur ist wenig geholfen, wenn einzelne, alleine nicht lebensfähige Tiere durch menschliche Hilfe über den Winter kommen," betont Kreis-Mitarbeiterin Sigrid Schmiedel-Köster. Sie erinnert an die biologisch wichtige Auslesefunktion der kalten Jahreszeit, die zur Gesunderhaltung der Population und damit zur Artenerhaltung notwendig sei.

Wer Igeln helfen wolle, müsse vor allem seine Lebensräume erhalten und
verbessern. So könne das Nahrungsmittelangebot durch den Verzicht auf den
Einsatz von Pflanzenbehandlungsmitteln in Garten und Park verbessert werden. Reisig-, Laub- und Komposthaufen böten Igeln zudem den für sie in der Winterzeit notwendigen Unterschlupf."
Das Problem:

Leider kursiert allenthalben das Gerücht, Igel seien vom Aussterben bedroht, weil so viele im Straßenverkehr ihr Leben lassen müssen. Falsch und Falsch. Sie sind nicht vom Aussterben bedroht, sondern nur regional leicht gefährdet! Das auch nicht wegen des Straßenverkehrs sondern wegen fehlender naturnaher Lebensräume (Zu aufgeräumte Gärten!)

Igel gleichen die Verluste im Straßenverkehr leicht durch ihren Nachwuchs wieder aus. In Wirklichkeit ist die Überwinterungshilfe durch den Menschen die Hauptgefährdung für den Igel! Die Tiere, die vom Menschen aufgenommen werden, sind in der Hauptsache von der Natur ausgesonderte Tiere: zu klein, krank usw. Diese werden teils mit Tierärztlicher Hilfe über den Winter gebracht und im Frühling wohlgenährt und frei von Parasiten ausgesetzt. Dadurch haben sie gegenüber ihren allein überwinternden Kollegen einen "künstlichen" Vorteil. Dieser Vorteil führt wiederum dazu, dass genau diese, genetisch "schwächeren" Exemplare nur durch die menschliche Hilfe gepuschten Tiere zur Fortpflanzung gebracht werden. Letztlich führt die menschliche Hilfe also zu einer Verschlechterung des Gen-Pool´s der Igel!


Meine Empfehlung:

Keine Häuschen im Garten aufstellen, sondern natürliche Überwinterung möglich machen: Reisig- und Laub- und Komposthaufen bieten Schutz. Keine Gifte im Garten einsetzen. Nur in absoluten Notfällen, bei deutlich unterernährten Tieren mit Katzenfutter zufüttern (niemals Milch!) Geschwächte Tiere vom Tierarzt von Parasiten befreien lassen. Mehr nicht!

Keine Tiere aufnehmen und "künstlich" über den Winter puschen!




Gruß + Kuß
AmalieSchüppenstiel
 
15.10.2006
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