Die wichtigsten Grundlagen- ein mal Zusammengefasst

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Ivy-maire1

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Grundlagen der Aquaristik

Das Aquarium

Es gibt verschiedene Arten von Aquarien. Je nach Nutzung, Größe und Gewicht gibt es Glasaquarien, Plastikaquarien und Glasaquarien mit Rahmen.

Hier mal eine Liste mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Aquarienarten:

Glasaquarium:

Vorteile:

  • Gibt es in fast allen Größen und Formen
  • Zerkratzen nicht so leicht
  • Man bekommt sie in den meisten größen (meist bis 1,5m länge) ohne Probleme im geschäft

Nachteile:

  • Sie sind schwer
  • Zerbrechlich
  • Man kann an ihnen nichts verändern (z.b zugänge für filteranlagen schneiden)

Plastikaquarium

Vorteile:

  • Sie sind leicht

Nachteile:

  • Sie zerkratzen sehr schnell
  • Sie sind nicht immer formstabil
  • Es gibt sie nur in relativ kleinen Größen

Glasaquarium mit Rahmen

Vorteile:

  • Wie bei den normales Glasbecken

Nachteile:

  • Im Rahmen setzt sich Schmutz ab
  • Wenn der Rahmen nicht zu 100% passt kann das Becken platzen
  • Sie sind meist noch schwerer als die reinen Glasbecken


Jeder muss für sich selbst entscheiden, welche Art von Aquarium er haben will. Doch Plasik und Glas mit Rahmen sind meist schwer zu bekommen.


Die Größe hängt auch vom Besatz ab, oder besser gesagt der Besatz von der Größe. Für Fische eignen sich erst Becken ab einer Kantenlänge von 60cm.

Doch so ein Aquarium kann natürlich nicht überall raufgestellt werden. Macht euch Gedanken WO ihr es haben wollt, und worauf es stehen soll. Ein kleines Becken bis 60cm Kantenlänge kann man gut auf ein Sideboard oder eine Kommode Stellen solang diese stabil ist.

Für größere Becken brauch ihr einen Unterschrank. Da gibt es wieder einige Möglichkeiten, wie Selber bauen, kaufen, oder auch eine Maßanfertigung.

Selber Bauen:

Für alle Handwerklich Begabten gibt es die Möglichkeit sich einen schönen Unterschrank selber zu bauen. Doch dies ist auf jeden Fall eine Arbeit die keinen pfusch duldet (oder ihr habt das Becken in Scherben am Boden liegen!)

Für die weniger Begabten, und die bei denen es nicht so Toll aussehen muss: man nimmt Betonplatten, stapelt diese so dass sie etwas breiter und tiefer als das Becken selber sind auf passende Höhe. Darauf kommt eine Holzplatte, und dann das Becken.

Kaufen:

Es gibt inzwischen viele verschiedene Unterschränke für alle möglichen Größen von Aquarien. Diese sind nicht ganz so billig wie der Kasten von Ikea, aber dafür zu 100% stabil genug um das Gewicht des Beckens zu halten.

Maßanfertigung:

Als schöner Blickfang kann man das Becken auch auf einen maßangefertigten Unterschrank stellen. Diesen kann man sich von jedem Tischler anfertigen lassen.

Doch muss man meist mehrmals anmerken dass der Schrank ein gewisses Gewicht halten muss, und man sollte sich die fertigen ein mal innen ansehen um zu wissen wie der Schrank innen aussehen sollte.

Die Technik

Man kann ein Aquarium natürlich ohne Technik betreiben, doch dies empfiehlt sich nicht für Anfänger. Deshalb hier eine kleine Übersicht, was man an Technik wirklich braucht, und was nicht.

Der Filter

In jedes Aquarium gehört ein Filter. Je nach Wunsch und Beckengröße gibt es verschiedene Arten von Filtern. Diese sollten nicht zu stark, aber auch nicht zu schwach sein.

Hier stelle ich euch die häufigsten Filterarten vor:

Innenfilter

Innenfilter werden, wie der Name schon sagt, IM Aquarium an einer Scheibe angebracht. Es gibt sie in verschiedenen Größen, wobei sie sich für sehr große Becken meist nur noch bedingt eignen.

Sie verursachen meist eine Strömung, die man aber mit dem richtigen anbringen minimieren kann. Die Saugkraft ist relativ hoch, was für junge Fische, Fische mit großen Flossen und andere Jungtiere (Garnelen) im Becken gefährlich sein kann.

Manche Fische schwimmen auch hinter den Filter und verklemmen sich dort. Vor allem wenn der Abstand vom Filter zum Glas zu groß ist.

Ihr Vorteil: Sie können nicht undicht werden
Ihr Nachteil: man kann sie nur schwer transportieren, und man sieht sie im Becken

Außenfilter

Außenfilter stehen meist unter dem Becken, und das Wasser wird mit Schläuchen aus und in das Becken befördert.
Meist haben sie eine höhere Durchflussgeschwindigkeit als Innenfilter, was sie für große Becken geeigneter macht.

Es gibt viele verschiedene Modelle mit diversen Extras. Ob sich diese lohnen muss man selber entscheiden. Als Beispiel sei da der Außenfilter mit Heizung erwähnt. Das Wasser wird bereit IM Filter erwärmt, und kommt warm ins Becken hinein.

Ihr Vorteil: Man kann sie leichter reinigen, ohne ins Aquarium greifen zu müssen, sie haben einige Interessante Extras
Ihr Nachteil: sie sind teuer, können undicht werden (dann fließt das ganze Wasser statt ins Becken zurück auf den Boden)


HMF (Hamburger Mattenfilter)

HMF sind eine alternative für kleine Becken, mit geringem Besatz (Garnelen, Kampffische). Sie verursachen kaum Strömung.

Man braucht einige Vorbereitungen, und nachträglich einen HMF einbauen ist schwer. Deshalb sollte man sich vorher überlegen welchen Filter man nutzen will.

Ihre Vorteile: sie verursachen kaum Strömung und saugen nicht allzu stark
Ihre Nachteile: man kann sie nicht nachträglich einbauen, sie sind etwas schwieriger zu reinigen

Lufthebefilter

Lufthebefilter arbeiten ähnlich
wie HMF, sie verursachen nur wenig Strömung und saugen nicht allzu stark.

Vor allem geeignet für Becken mit kleinen Bewohnern.

Ihre Vorteile: wie beim HMF
Ihre Nachteile: sie sind meist sehr groß, und manche haben Öffnungen an ungünstigen stellen wo Aquarienbewohner reinschwimmen/klettern/kriechen können.




Wer mehr lesen möchte kann auf diese HP schauen, da sind noch viel mehr Filterarten beschrieben:
http://www.ibdoerre.com/aqua/norbert/technik/filtertechnik/uebersicht/uebersicht.html

Die Heizung:

Sehr viele Aquarienbewohner kommen aus warmen Gewässern. Deshalb ist eine Heizung unumgänglich.

Auch da gibt es viele verschiedene Arten, die meisten davon sind aber für ein Gesellschaftsbecken oder ein Hobby-Becken zu teuer und zu kompliziert.

Am besten eignen sich sowohl Heizstäbe als auch integrierte Heizungen im Filter. Bei ersterem bitte darauf achten dass die Wattanzahl für die Literanzahl geeignet ist.

Der Heizstab sollte in der Nähe des Filterauslaufes angebracht werden, um das Wasser optimal zu erwärmen.

Die Beleuchtung:

Im Handel werden inzwischen Unmengen an Leuchtmitteln für Aquarien angeboten. Da fällt die Wahl nicht leicht.

Doch sollte die Beleuchtung immer den Pflanzen und dem Besatz angepasst werden. So werden sich Fische die es eher dunkel haben möchten nicht über eine 60Watt-Röhre freuen.

Viele Aquarien haben bereits im Set eine Abdeckung dabei. Diese kann man beruhigt nutzen. Ansonsten sollte man sich eine kaufen oder selber bauen. Beim selber Bauen bitte VORSICHTIG SEIN. Immerhin ist es ein Stromkreis der sich nahe am Wasser befindet! Im Zweifelsfall immer einen Profi um Rat fragen.

Die Co2-Anlage:

Hier scheiden sich die Geister, ob eine Nötig ist oder nicht. Es hängt sehr vom geplanten Aquarium ab, von den Pflanzen, und von der Beleuchtung.

Bevor man sich eine teure CO2-Anlage anschafft sollte man ausprobieren ob eine nötig ist. Und sich genau erklären lassen wie sie funktioniert sollte eine nötig sein.

Es gibt Anlagen die mit Druckflaschen arbeiten, welche die mit Tabletten arbeiten oder auch welche mit Pulvern. Lasst euch da beraten, welche am besten für euch wäre.

Die Membranpumpe:

Hier wieder, nicht unbedingt notwendig. Wer einen Lufthebefilter benutzen will braucht auf jeden Fall eine. Und wer Probleme mit dem Sauerstoffgehalt im Wasser hat (vorher sollten aber mehr Pflanzen ins Becken, meist liegt es nämlich daran).


Sonstiges wichtiges Zubehör:

Natürlich braucht man auch andere Dinger außer der Technik für sein Aquarium. Auch hier gibt es sehr viel verschiedenes, das eigentlich absolut unnötig ist. Aber auch Dinge ohne die man im laufe der Zeit nicht auskommt.

Sehr wichtig ist:

  • Ein Netz um die Fische umzusetzen
  • Eine Pinzette um Schmutz zu entfernen oder auch Pflanzen einzusetzen
  • Eine saubere Schere (diese darf dann nicht mit Chemikalien in Berührung kommen!) um die Pflanzen zurechtzuschneiden
  • Ein sauberer Schwamm um die Scheiben zu reinigen
  • 2-3 Schläuche für Wasserwechsel
  • 2-3 Eimer für Wasserwechsel

Brauchen könnte man:

  • Ein Sieb für Futter (da sowohl Frostfutter als auch Lebendfutter abgespült werden muss), es gibt verschiedene Größen und verschiedene Maschenweiten
  • Gummihandschuhe (wenn ein Fisch krank ist sollte man nicht mit bloßen Händen ins Wasser greifen)

Unnötig ist:

  • Diverses Reinungungszubehör wie Mulmglocken, Scheibenkratzer, und ähnliches


Zudem braucht man als Aquarienbesitzer einige Chemikalien, welche selbstverständlich NICHT in Kinderhände gehören:

Der Wassertest:

Ein Aquarium ist eine sensible kleine Welt für sich. Und damit darin alles reibungslos abläuft muss man auch wissen was da so passiert.

Für absolute Anfänger empfehle ich das Googeln der Begriffe „Nitritpeak“ und „Nitrifikation“.

Und um diese Vorgänge zu verstehen und vor allem zu sehen braucht man Wassertests.

Diese gibt es in Streifenform, oder als Tröpfchen.

Die Streifen sind nicht empfehlenswert, da sie ungenau sind. Als gröbster Überblick sind sie ok, aber wenn man genaue Werte braucht (wie für den Besatz) dann bitte NUR Tröpfchentests.

Zwingend braucht man diese Tests:

  • NO2
  • NO3
  • pH
  • gH

Als kleiner Tipp: leider gibt es genau diese wichtigsten Tests nicht als Set, nur in einem größeren Set mit anderen Tests die man meist nicht braucht. Mit der Zeit sind dann sowieso nur noch NO2 und NO3 wirklich wichtig, oder besser gesagt nutzt man sie öfter. Deshalb laufen die unwichtigen Tests ab (werden ungenau oder zeigen irgendwas an), und die wichtigen kauft man immer wieder nach.

Also kauft gleich nur die 4 oben genannten, solltet ihr wieder erwarten doch andere brauchen kauft diese erst dann.

Für wichtige Notfälle:

Sollte ein Fisch doch krank werden, braucht ihr einige Dinge. Und nein, damit meine ich keine Medikamente. Oft kann man kleinere Sachen ganz ohne Chemie behandeln. Welche Wirkungen Medikamente auf das Wasser und das Gleichgewicht im Becken haben werde ich später noch weiter ausführen.

Was braucht ihr nun?

  • Seemandelbaumblätter „SMBB“(diese wirken Antiseptisch durch ihre Gerbstoffe)
  • Erlenzapfen (wirken wie SMBB)
  • Seemandelbaumrinde (Wirkt wie die Blätter)
  • Salz (jodfrei, ohne irgendwelche Zusatzstoffe)


Einführung ins Leben der Aquarianer:

So, habt ihr alles an Zubehör? Steht das Aquarium bereit? Könnt ihr es kaum erwarten?

Ok, dann könnt ihr loslegen.

Als erstes müsst ihr euch Gedanken machen, wie das Becken eingerichtet werden soll. Um das zu entscheiden messt ihr am besten die WASSERWERT des Wassers aus eurer Leitung. Welchen pH habt ihr? Welchen gH? Und welchen kH?

Wenn ihr das wisst, könnt ihr schon ein mal die Auswahl der Fische eingrenzen.

Hier noch ein kleiner Exkurs in die Welt der Wasserwerte, was sie bedeuten und warum sie so wichtig sind damit es euren Aquariumbewohnern gut geht:

Der pH-Wert:

Vom pH-Wert werdet ihr schon gehört haben… Es gibt werte von 0-14, wobei 7 genau die Mitte ist.

Ist der pH-Wert kleiner als 7 ist das Wasser SAUER
Ist der Wert höher ist das Wasser ALKALISCH (Basisch)

Warum ist das wichtig? Die Kiemen der Fische, den pH-Wert immer auf 7 regulieren. Dies funktioniert aber nur in eine Richtung (also saurer ODER basischer).

Der gH-Wert:

Der gH zeigt die Gesamthärte des Wassers an. Dieser wird in °dH angegeben. Also ob das Wasser „weich“ oder „hart“ ist. Es gibt Fische die fühlen sich nur in weichem Wasser wirklich wohl, andere bevorzugen eher hartes.

Aber ab wann ist Wasser weich, und ab wann hart?

Von 0-4 °dH ist das Wasser SEHR WEICH
Von 4-8 °dH ist es WEICH
Von 8-15 °dH ist es MITTELHART
Von 15-20 °dH ist es HART
Ab 20°dH ist es SEHR HART

Der kH-Wert:

Der kH-Wert dient im Aquarium als Puffer für den pH-Wert. Er verhindert starke Schwankungen und Veränderungen die die Kiemen der Fische verätzen könnte.

Wer mehr zu den Wasserwerten, aber auch der Nitrifikation und dem Nitritpeak lesen will kann sich hier schlaumachen:
http://www.andy-blackjack.de/fibel/alt3wasserchemie.html


Nun wissen wir alles über das Wasser, und kennen die Werte unseres Leitungswassers. Diese werden sich im Aquarium nicht mehr besonders verändern.

Doch nun kommen die ersten Entscheidungen: wie will ich mein Aquarium einrichten?
Schaut euch auf dieser Seite die Fische an, die euch gefallen würden und sich bei euren Wasserwerten wohlfühlen würden. (beachtet dabei auch die Beckengröße!)

www.zierfischverzeichnis.de

Der Bodengrund:

Der Bodengrund ist sehr wichtig, darin wurzeln die Pflanzen, und auch Bakterien finden sich darin.

Doch welchen nehmen? Es gibt ja tausende Arten….

Zu allererst gibt es ein mal SAND. Sand ist vor allem geeignet wenn man gründelnde (den Boden umwühlende) oder sich im Bodengrund versteckende Fische haben will. Er ist weicher als Kies.

Es eignet sich Quarzsand, aber auch einfacher Sandkastensand aus dem Baumarkt. Bei zweiterem muss man darauf achten dass keine Zusätze wie Fungizide oder ähnliches darin sind.



Dann gibt es KIES. Diesen gibt es in verschiedenen Rundungen und Größen. Zudem gibt es ihn in natur oder auch gefärbt.

Oft findet man in den Handlungen Kies in allen möglichen und unmöglichen Farben. Doch dieser ist einfach nur mit Kunststoff ummantelt, welcher bei viel Reibung und Bewegung im Bodengrund abgeht und dann im Wasser ist.

Je nach Fischen ist aber die Wahl einer Farbe wichtig. Fische die sich eher im Dunklen wohlfühlen werden von hellem Sand nicht begeistert sein, dieser reflektiert sehr viel Licht. Das Becken wirkt sehr hell, und Dunkle Fische kommen gut zur Geltung. Oft schimmern sie dabei aber nicht mehr so toll.

Dunkler Bodengrund wirkt bei schimmernden Fischen, und in Becken die allgemein nicht sehr hell sein sollten.

Die Pflanzen:

Es gibt hunderttausende Arten von Wasserpflanzen. Schnell wachsende, schwimmende, welche mit großen Blättern, welche mit kleinen und welche die eher die Fäden aussehen.

Viele Arten sind beim Wasser nicht sehr anspruchsvoll, jedoch haben sie ein gewisses Bedürfnis an LICHT und NÄHRSTOFFEN.

Als Anfänger sollte man auf pflegeleichte Arten zurückgreifen. Je nach zukünftigem Besatz sollte man sich für andere Arten entscheiden.

Hier ein kleiner Überblick über pflegeleichte Pflanzen für Anfänger:
Schnell wachsende: Hornkraut, Wasserpest (beide Arten kann man einpflanzen, sie gedeihen aber auch als Schwimmpflanzen wunderbar), Haarnixe, Brasilianischer Wassernabel, Hornblatt

Schwimmende: Wasserlinsen (vorsicht, die werden sehr schnell mehr, man wird sie nicht mehr los wenn man welche hat), Hornkraut, Wasserpest, Teichlebermoos,

Große Blätter: Javafarn, Amazonaspflaze

Feine Blätter: Haarnixe, Hornblatt, Javamoos, Wasserpest

Zudem gibt es verschiedene Arten von Gräsern, Moosen und anderen Pflanzen die sich im Aquarium wohlfühlen.

Letztlich seien die Mooskugeln erwähnt. Diese sind kein Moos, sondern eine Algenart. Vor allem kleine Fische, aber auch Garnelen haben Freude daran.

Die Wurzeln und andere natürliche Deko:

Mit natürlicher Deko meine ich alles was nicht aus Plastik ist.

Da gibt es Steine, Wurzeln, Äste, Kokosnüsse und anderes.

Gerade wenn man plant Welse zu halten ist eine Wurzel nicht wegzudenken, die Fische brauchen diese für ihre Verdauung. Zudem kann man auch Pflanzen darauf festbinden, diese wachsen dann an.

Steine und Steinaufbauten sind für manche Fische wichtig (einige Barscharten), doch sie machen das Wasser härter. Wenn das Wasser schon grenzwertig ist sollte man überlegen ob gerade diese Fischart dann das richtige ist.

Steifaufbauten müssen FEST stehen, dürfen nicht kippen und nicht zusammenbrechen können. Am besten klebt man Steinaufbauten mit Aquariensilikon zusammen. Vorsichtig auch mit der Anbringung im Becken, nicht dass die Bodenscheibe platzt! Vorsicht auch mit scharfen Kanten, daran können sich Fische verletzen.

Kokosnüsse und ähnliche Höhlen am besten ein mal abkochen, dann finden sie viele Fische toll.


Künstliche Deko:

Künstliche Deko ist alles was nicht aus der Natur kommt, wie Plastik oder auch Blumentöpfe.

Blumentöpfe ergeben tolle Höhlen. Einfach einen Eingang hineinbrechen, etwas anschleifen damit sich die Fische daran nicht wehtun können und ins Becken legen.

Ob man nun auch noch Plastik als Deko haben will sei jedem selber überlassen, aber bitte darauf achten dass das Plastik keine Schadstoffe ans Wasser abgeben kann.



Die Vorbereitungen:

Nun haben wir wohl alles Zuhause, Technik, Einrichtung und alles andere an Zubehör. Und euch brennt es unter den Nägeln anzufangen?

Gut, nun geht es los:

Als Erstes stellt ihr das Aquarium auf. Also auf den fixen Standplatz, mit der Schutzmatte darunter. Vorher empfiehlt es sich das Becken auszuwaschen. Dabei KEINE Chemikalien verwenden, nur Wasser und einen sauberen Schwamm. Abtrocknen müsst ihr danach nur die Außenseite.


Der Standplatz ist sehr wichtig, macht euch da Gedanken darüber. Direkte Sonneneinstrahlung ist nicht gut, damit steuert ihr mit ziemlicher Sicherheit auf ein Algenproblem zu.

Vor oder über einer Heizung ist genauso schlecht, das Wasser wird zu warm und die Heizkosten steigen ins unermessliche.

Und bedenkt die Tragekraft des Bodens. Ein 100-Liter Becken wiegt immerhin gut und gern seine 150kg! Nicht dass ihr dann das Aquarium im Keller habt weil es durchkracht.

Danach wird der Bodengrund gewaschen. Da klebt Staub dran, und der muss ja nicht mit ins Becken, oder?

Also wird ein Eimer zu max. ¼ mit dem Bodengrund gefüllt. Dann lasst ihr Wasser in den Eimer laufen, dabei immer wieder umrühren… wenn das Wasser im Eimer klar ist könnt ihr diese Portion gleich ins ausgespülte Becken kippen.

So verfahrt ihr mit dem Ganzen Bodengrund, bis der im Aquarium vorne ca 5cm hoch ist, und nach hinten auf gut 10-12cm ansteigt. Ja, diese Menge braucht ihr, damit die Pflanzen darin gut wurzeln können. Solltet ihr Steinaufbauten benutzen bringt diese noch VOR dem Bodengrund ein.

Irgendwelche speziellen Bodengrund-zusätze wie Nährboden oder ähnliches braucht ihr nicht. Das ist nur eine Erfindung um mehr Geld zu machen.

Sobald der Bodengrund drin ist füllt ihr das Becken ca zur Hälfte mit Wasser. Nun kommen die Pflanzen dran.

Jede Pflanze wird, wenn ein Töpfchen dran ist, von diesem befreit. Darin sind die Wurzeln meist in eine Art Wolle oder Watte gepackt. Diese muss so gut es geht entfernt werden, denn sie schadet den Fischen.

Danach werden die Wurzeln auf ca 3cm Länge zurechtgeschnitten, und die Pflanze noch mal gründlich abgespült.

Wenn kein Töpfchen dran ist sind die Stängel meist mit einer Metallklammer und Watte zusammengeklammert. Auch diese gehört entfernt und die Pflanze gespült.

Nun könnt ihr die Pflanzen ins Becken setzten. Achtet dabei darauf große Pflanzen wie Farne eher Hinten, und kleine Pflanzen vorne einzusetzen.

Aber auch die Deko kann schon rein. Wurzeln gehören ein mal gründlich ausgekocht, damit sie sich mit Wasser vollsaugen und auch unter Wasser bleiben. Dazu legt ihr die Wurzel in einen großen Topf, begießt sie mit Wasser und lasst das Ganze aufkochen. Das macht ihr so lange bis das Wasser nicht mehr braun (leicht bernsteinfarben ist ok) ist , und die Wurzel nicht mehr schwimmt.

Steine könnt ihr abschrubben und ins Becken geben, genauso den Rest der Deko.


Nun müsst ihr noch die Technik anbringen. Das könnt ihr auch vor den Pflanzen schon machen, oder eben danach.

Der Filter wird angeschlossen, die Heizung auch, und alles andere. Als letztes kommt die Abdeckung mit der Beleuchtung und nun heißt es WARTEN.

Um zu verstehen WIESO man denn nun noch warten muss, denn das Becken schaut doch schon toll aus, hier eine kleine Einführung:

Die Nitrifikation:

Fische verdauen. Damit produzieren sie, wie jedes andere Lebewesen, Ausscheidungen. Diese sind, anhängig vom pH-Wert Ammonium oder Ammoniak.

Dieses wird als erstes von Bakterien, den so genannten Ammoniumoxidierern (Nitrosomonas) zu Nitrit umgewandelt.

Nitrit ist aber sehr giftig, schon kleinste Mengen reichen um Fische und andere Bewohner zu schädigen.

Deshalb gibt es noch die Nitritoxidierer (Nitrobacter). Diese oxidieren das Nitrit zum weniger giften Nitrat um. Nitrat reichert sich mit der Zeit im Becken an, da der Stickstoff nicht mehr weiter oxidiert werden kann. Diesen entfernt man dann mit regelmäßigen Wasserwechseln.

Der Nitritpeak:

In einem neuen Aquarium sind noch sehr wenige Bakterien, sie müssen sich erst vermehren… das tun sie aber erst mit genug Nahrung.

Deshalb steigt in der ersten Zeit sowohl Nitrit als auch Nitrat an, biss es nach 3-4 Wochen einen extrem hohen Wert erreicht. Dieser ist für Fische tödlich…

Nun muss man, um die Fische nicht zu töten, diesen Nitritpeak abwarten. Im Schnitt dauert dies 4-6 Wochen.


Dazu ist nun der Wassertest da. Man muss regelmäßig (am besten alle 2-3 Tage) Nitrit und Nitrat messen und sich die Werte aufschreiben.

Man wird eine Steigerung beobachten, und dann wie der Wert wieder runtergeht. Wenn die beiden Werte nun bei 0 (Nitrit) oder gegen 0 (Nitrat) angekommen sind kann man die ersten Fische einsetzen.




Noch einige wichtige Hinweise:

Nie das Wasser nur im Laden testen lassen und die Aussage „Ist ok“ hinnehmen. Das Wasser KANN NICHT IMMER UND FÜR ALLE FISCHE OK SEIN. Jeder Fisch hat seine eigenen Bedürfnisse.


Später weiter mit:


Fische richtig einsetzen


und


Gesellschaftsaquarium richtig gemacht


------------------------------------------------

etwas vergessen:

ich bitte euch hier NICHT zu antworten, denn niemand möchte sich dann durch seitenlange diskussionen lesen...

solltet ihr fragen haben, bitte eine PN an mich, gegebenenfalls werde ich den text ändern/verbessern
 
Zuletzt bearbeitet:
11.09.2010
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