Stute beginnt zu Koppen!

Diskutiere Stute beginnt zu Koppen! im Pferde Verhalten Forum im Bereich Pferde Forum; Hallo! Mir fällt in letzter Zeit auf das meine Stute hin und wieder ansetzt und koppt! Mache mir nun natürlich Sorgen, ich kann es mir aber nicht...
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Julez30

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Hallo!
Mir fällt in letzter Zeit auf das meine Stute hin und wieder ansetzt und koppt!
Mache mir nun natürlich Sorgen, ich kann es mir aber nicht erklären.
Habe seit über 20 Jahren mit Pferden zu tun, mir ist bisher nur ein Pferd aus artgerechter Haltung unter die Augen gekommen welches koppte.
Bei schlechter Haltung ist das ja nachvollziehbar, aber nun zu meiner
Stute: Sie lebt in einer Herde mit 14 Pferden zur Zeit auf wirklich großen Weiden, es ist sehr weitläufig, überall Baumgruppen, zusätzlich zur Weide mehrere Heuraufen damit alle Pferde ans Futter kommen!
Lediglich im Winter ist sie einige Stunden nachts in einer großen Außenbox mit Fenster zur Stallgasse und nach draußen. Da es umgebaute Boxen sind sind sie mind. 2-3 x so groß wie eine Standartbox.
Dort steht sie auch nicht wirklich lang, denn unser Stallwirt bringt sie morgens um ca. 5 Uhr! schon wieder raus. Rein kommen sie auch immer recht spät!
In der Box jedoch koppt sie gar nicht, nur draußen an den Heuraufen. Sie ist 10 Jahre und ein englisches VB, sie scheint auch total glücklich im Herdenverbund zu leben. Sie wird 2-3 mal die Woche gearbeitet. Ich kanns mir echt nicht erklären! Bei ihr bin ich fast täglich.
Hat jemand eine Idee? ( Ihr früheres Leben war Rennbahn, Fohlen ziehen und viel in der Box stehen- das Los vieler Rennpferde) Ich habe sie vor fast 2 Jahren gekauft und die Haltung in die jetzige umgestellt!
LG
 
02.10.2010
#1
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Machtnix

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Hört sich schwierig an, da das Pferd draußen koppt und nicht in der Box - oder hat das in der Box nur noch niemand gesehen, da sie ja nur nachts drinnen ist.

Da das Pferd früher nicht gekoppt hat und jetzt wohl damit erst beginnt -so wie du schreibst- würde ich erstmal die Box sehr gründlich nach Aufsetzstellen absuchen.
Koppt eines der anderen Pferd in der Herde?
Wo koppt das Pferd? Es kann ein Mineralmangel vorliegen, der anfangs durch lecken an bestimmten Dingen oder Fressen von Erde/Sand/Kot etc. vom Pferd versucht wird auszuglieichen. Viele Pferde kommen dann auf den 'Geschmack', der Weg zum Koppen ist dann kurz.
Auf jeden Fall daher ein Blutbild machen lassen.

Eine weitere Möglichkeit ist Stress. Dieser kann durch die Herde verursacht werden - auch wenns harmonisch aussieht, man ist ja nicht immer da. Stress kann aber auch durch Allergien oder bestimmte Fliegen/Mücken/Pilz... ausgelöst werden. Das Pferd sollte also sehr genau unter die Lupe genommen werden, was Scheuerstellen, Stiche, Bisse, wunde Haut oder Fellprobleme angeht.
Stress kann auch beim Reiten aufgebaut werden, der sich dann erst später entläd. Gerade Blüter geraten schnell unter Stress, da sie sehr menschenbezogen sind, finden sich hier häufig Pferde, die den Stress quasi in sich hineinfressen und dann später entladen. Stressanzeichen beim Reiten sind z.B. Beißen auf dem Gebiss, Schweifschlagen, Klemmigkeit, extremer Vorwärtsdrang, fester Rücken, vollkommene Teilnahmslosigkeit (das immer superbrave Pferd), etc. Jedes Pferd hat da seine eigene Art, dieses zu zeigen. Der Reiter muss schon sehr gut in sich und seinen Pferdepartner 'reinhören'.
Zum Stressabbau gehört auch das Hinzuziehen eines Sattlers, Ostheopathen, Zahnarztes und die Kontrolle der Lage des Gebisses (einfach Maul öffnen und nachschauen, ob das Gebiss an irgendwelchen Zähnen anschlagen kann).
Das Training des Pferdes sollte sich einige Zeit auf ruhiges Lösungsreiten und Geländeritte beschränken, bis die Ursache gefunden ist.
Wenn alles nichts bringt, würde ich das Pferd aus der Herde nehmen und in eine andere Herde integrieren - zur Not sogar Stallwechsel.
 
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Julez30

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Ohje, nein, ein anderes Pferd koppt nicht, die Idee kam mir auch...
Mineralmangel kann ich mir fast nicht vorstellen, sie hat Salz und Minerallecksteine und bekommt auch Mineralbricks.
Tja, wirklich schwierig. Werde mal abchecken lassen ob sich was zeigt von den Dingen die du beschrieben hast! Dank dir.
 
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Machtnix

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Tja, mehr fällt mir auch nicht ein.
Manchmal sind Koppen und Weben auch einfach nur ganz blöde Angewohnheiten, dann hat man echt verloren.
 
J

Julez30

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naja, habe vorhin mit jemandem aus meinem Stall gesprochen, sie sagte es gäbe beim Befüllen der Heuraufen schon Unruhe und leichte Machtkämpfe bzw. Kloppereien, sie ist nicht sonderlich ranghoch und kommt auch erst als eine der letzten an die Raufen, also quasi erst wenn alle befüllt sind. Es ist jedoch genug Platz zum Ausweichen da, und auch in der Natur gibt es nun einmal ranghohe und rang niedere Tiere, wäre das schon als Stressauslöser möglich? Es ist nicht so das sie sich permanent jagen oder kloppen, meist stehen sie alle friedlich zusammen.
Hin und wieder Klärung der Rangordnung oder Futterneid finde ich nicht gerade ungewöhnlich.
Die Option wäre sie in die andere kleine Herde zu stellen, dort stehen nur 4 Pferde, 2 alte und 2 die Sehnen bzw. Hufrollenprobleme haben.
Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Diese Weide ist allerdings nicht so groß wie ihre jetzige.. aber wahrscheinlich wäre es einen Versuch wert. Geritten wwird sie eher Freizeit, viel Gelände, jedoch auch Platz und longenarbeit und ein paar kleine Sprünge. Aber ihr wird keine Hochleistung abverlangt.
Ja, sie ist sehr auf mich fixiert. Folgt mir auf Schritt und Tritt, ist sehr zutraulich und wenn sie könnte würd sie wohl am liebsten auf den Arm. Als ich sie kaufte war sie total durchgeknallt und unruhig, hat dann aber recht schnell Vertrauen zu mir aufgebaut. Wenn sie mal liegt bleibt sie auch liegen wenn ich zu ihr gehe und mich zu ihr setze! Schwierig schwierig.... Wie hoch ist denn die Gefahr das Komplikationen durch Koppen entstehen?
 
S

Sandfloh

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Kopper können, müssen nicht, zu vermehrten Koliken neigen oder sie verwerten ihr Futter schlechter.
Ich kannte ein Pony der lief bis Kandaren M und hat einen super Job gemacht. Selbst im Gnadenbrot hatte er nie Probleme.
Die Besitzer hatten auch ein Pferd der bist S ausgebildet war und auf den man ständig aufpassen mußte weil er wöchentlich eine Kolik hatte. Dieses Pferd sollte dann noch einen Sommer auf die Weide. Die Besitzer des Hofes wo er dann stand haben ihn nur aus dem Eimer gefüttert und getränkt, die Box und die Weide so gestaltet das er nirgendwo aufsetzen konnte. Er hat mehr als nur einen Sommer bekommen, sogar noch ein Mädchen die mit ihm ausgeritten ist und Geschicklichkeitsturniere gewonnen hat. Er konnte hinterher in einer normalen Box stehen.
Es gibt eine OP- Möglichkeit die diesen Muskel außer Betrieb setzt und das Pferd kann nicht mehr koppen. Oder einen Kopperriemen, der blockiert diesen Muskel.
Wenn er keine gesundheitlichen Einschränkungen hat würde ich den sogar koppen lassen.
Es ist wie Fingernagel kauen, die Pferde merken es auch nicht wirklich, wollen damit aber auch etwas sagen.
Du hast super Bedingungen geschaffen, vielleicht ist so viel geregeltes Leben dann auch schon Streß. Auch Kinder die wissen das Ihre Eltern immer sofort ausflippen sind völlig verunsichert wenn ein anderer dann das Gespräch sucht und Verständniss zeigt. Damit können die nicht umgehen.
Sei weiter lieb zu Deinem Pferd und höre auf den Rat von Machtnix mal ein paar Untersuchungen zu machen, sicherheithalber.
 
J

Julez30

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Ja, danke für die Antworten!
Klar, bin zu allen meinen Tieren lieb ;)
Bin nur ein bissel ängstlich weil mein erstes Pferd an einer sehr schweren Kolil in der Klinik eingeschläfert werden mußte! Das war so furchtbar, das ish dachte das schaff ich nicht nochmal....
Bei meiner neuen füttere ich alle 2 Tage Kleie, zusätzlich zum Hafer, regelmäßig Mash und Leinsamen aufgekocht, da ich einfach so eine Panik habe das so etwas nochmal passieren könnte. Einmal hat sie bereits eine leichte Kolik gehabt, da war aber ein ganz extremer Wetterumschwung der vermutlich verantwortlich dafür war... Zur der Zeit hat sie auch noch gar nicht gekoppt. Seitdem ich so füttere ist alles gut - klopf auf Holz - hoffe es bleibt so! Werde weiter beobachten und abchecken lassen ob gesundheitlich alles ok ist!
 
meeris08

meeris08

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Alsoo meine RB koppt auch und im Winter,wenn er nachts im Stall steht und mehr koppt,muss man echt aufpassen dass er keine Kolik kriegt.
Man kann den Pferden das koppen nicht abgewöhnen oder?
Warum meine RB koppt weiß auch keiner so genau,körperlich ist er fit,Stress hat er (unserer Ansicht nach) auch nicht...
LG
 
J

Julez30

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@meeris08: hatte er denn schon Koliken in Verbindung mit dem Koppen?
Wie beugt ihr vor?
 
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Machtnix

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Koppen würde ich auf jeden Fall immer sehr ernst nehmen.
Meist kann man den Pferden diese Angewohnheit nicht mehr abgewöhnen. Selbst drastische Mittel wie Kopperriemen mit Stacheln der KopperOP's sind lt. mehrerer Kliniken (die entsprechende Erhebungen gemacht haben) für die Pferde mehr quälend als helfend.

Des Weiteren zählt Koppen zu den erblichen Erkrankungen. Fohlen von koppenden Stuten koppen sehr viel häufiger als Fohlen nichtkoppender Stuten. Selbst wenn die Fohlen sehr früh von ihren Müttern getrennt wurden und die Mütter in der Zeit, in der sie mit dem Fohlen zusammenwaren nachweislich nicht gekoppt haben.
Auch Nachkommen von koppenden Hengsten koppen sehr viel häufiger als Nachkommen nichtkoppender Hengste.

Koppen kann -wie viele andere Erkrankungen auch- niemals einem Pferd schaden. Leider ist der Anteil der Pferde mit Problemen bei Koppern einfach höher. Zu diesen Problemen gehören
Koliken (gerade ältere Pferde, die weniger Bewegung haben als voll gerittene),
Mangelernährung (zu dünn, Mineralhaushalt durchenander, Fettstoffwechsel durcheinander)
Magengeschwüre mit entsprechenden Problemen (wird meist erst bemerkt, wenn schwere Rittigkeitsprobleme auftauchen)
Zahnprobleme (durch aufsetzen teilweise komplettes Fehlen der oberen Schneidezähne)
Fehlerhaft ausgebildete Halsmuskulatur mit entsprechendem Rittigkeitsproblem.

Dazu kommen dann noch die alltäglichen Probleme mit einem Kopper:
- Es gibt Ställe, die nehmen keine Kopper auf (man muss im Einstellvertrag bestätigen, dass das Pferd weder Koppt, noch Webt oder andere schwerwiegende Stalluntugenden hat)
- In anderen Ställen werden Kopper ans letzte Ende der Stallgasse, möglichst ohne Nachbarn, verfachtet, da viele Pferdebesitzer Angst haben, ihr Pferd könnte das Koppen nacharmen.
Dabei ist man sich noch immer nicht sicher, inwieweit Koppen durch Zusehen von Pferden übernommen wird.
Ich persönlich würde kein junges Pferd neben einen Kopper stellen, ein ältere, ausgeglichenes Pferd kann selbstverständlich jahrelang genau gegenüber einem Kopper stehen (eines meiner Pferde stand 7 Jahre neben einer koppenden Stute, die er sehr liebte. Er hat zeitlebens nie gekoppt)
- Permanentes Angesprochenwerden von anderen Leuten
- Permanentes 'schräg-angeguckt-werden' so nach dem Motto 'hält die ihr armes Pferd auch richtig'.
Mit einem Kopper ist man in vielen Ställen schon etwas ausgegrenzt.
 
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Julez30

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Puh, da hab ich aber Glück mit meinem Stall, dort hat keiner ein Problem damit!
Sind da Gott sei Dank alle sehr locker!
 
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Machtnix

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Na ja, aber die Gefahr möglicher körperlicher Probleme bleibt.
 
meeris08

meeris08

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@Julez30
Jaa er hatte schon ein paar Koliken in Verbindung mit dem koppen.Meistens im Winter,wenn die Pferde über Nacht drinne bleiben.
Bei ihm kann man das koppen einfach nicht verhindern,auf der Wiese koppt er an der Tränke(da so an der Seite,wir haben schon extra keine Holzzäune),am Putzplatz koppt er an der Mauer sobald man ihm den Rücken zudreht...
 
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Julez30

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So häufig ist es ja nicht, es fällt nur ab und zu mal draußen an einer der Heuraufen auf.
Ja, vor den gesundheitlichen Risiken hab ich auch am meisten Angst. Trotzdem ist es schön eine Stallgemeinschaft zu haben die einen Kopper nicht ausschließen!
Vllt. besteht ja auch die Chance das sie es sich wider abgewöhnt?
Wenn es bleibt werde ich die Herde wechseln. Es sei denn es würden vom TA Ursachen gefunden!
 
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Machtnix

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Vielleicht ist eine so drastische Maßnahme wie kompletter Wechsel der Herde gar nicht notwendig - sollte es an der Herde liegen.
Bei einer entsprechend großen Weide reicht es oft aus, mit ein paar Steckpfählen und weißem Band ein paar Hindernisse einzubauen (darauf achten, dass diese von beiden Seiten umrundet werden können, das also kein Pferd in eine Sackgasse getrieben werden kann). Hinter diesen Hindernissen kann sich ein rangniederes Pferd gemeinsam mit einem Freund in Sicherheit bringen, wenn der Ranghohe mal wieder schlechte Laune hat.
Genauso sollte dann auf eine Heuraufe verzichtet werden, besser verschiedene Fressplätze, die entsprechend weit auseinanderliegen (evtl. auf beiden Seiten des Zaunhindernisses). So können alle Pferde gleichzeitig fressen und der Rangniedere muss nicht abwarten und dann schnell schlingen um den Anschluß an die Herde nicht zu verlieren.
 
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Julez30

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Hallo Machtnix! Es sind bei uns 5 Raufen, damit auch alle Pferde gleichzeitig ans Futter kommen. Nur wird eben eine nach der anderen befüllt und sie muß warten bis eben die letzte oder vorletzte befüllt ist! Also einige Minuten nur. Trotzdem findet ein hin und her wechseln zu Beginn doch recht häufig statt! Die letzten 2 Tage habe ich gar kein Koppen beobachtet. Aber ich stehe ja auch nicht permanent daneben!
Eine Bekannte meinte ob ein Kopperriemen eben ganz zu Beginn noch helfen würde, bei Pferden die schon ewig koppen würde es nicht mehr helfen.
Ich bin mir unsicher was ich davon halten soll. Du sagtest ja auch das es oft gar nicht hilft! Erstmal werden jetzt alle möglichen Dinge abgeklärt.
Die Angst vor Kolik ist bei mir wahnsinnig groß, da mein erstes Pferd an einer schweren Kolik in der Klinik gestorben ist. ( Die Ursache wurde nie wirklich gefunden, vermutet wurde Sand als Mitursache, er stand zu der Zeit in Offenstallhaltung - Spätsommer)
Hast du noch einen Tip wie man Koliken noch zusätzlich vorbeugen könnte? Sie ist ja so gesehen mehr gefährdet als die anderen Pferde!

LG
 
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Machtnix

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Ich kenne auch Kopperriemen, die funktionieren. Nur wollte ich sie dir nicht vorstellen. Diese Riemen bestehen aus stabilem Leder und haben unten am Kehlkopf ein Metallteil mit ca.5cm langen leicht angespitzten (oben dann abgerundet) Dornen. Diese stechen dem Pferd recht schmerzhaft in den Kehlkopt, sobald es zu koppen beginnt. Die Riemen helfen auch bei Freikoppern und bei Pferden, die schon einer KopperOP hatten (und daher jetzt wieder aufsetzen können, weil ja ein Muskel gezogen wurde).
Ich kenne selber eine Dame, die diesen Riemen bei ihren beiden chronischen Koppern eingesetzt hat. Sie hat die Riemen jedoch nach 1/2 Jahr wieder entfernt und lässt die Pferde seitdem eben koppen. Die Pferde taten ihr zu leid.

Gegen eine mögliche Kolik kannst du natürlich etwas machen. Präventive Maßnahmen sind sicher keine Garantie, dass das Pferd keine Kolik bekommt - so was hat man nie.
1. Bewegung
Gerade, wenn du bemerkst, dass dein Pferd beim Reiten gern oder vermehrt 'pupst', solltest du ihm viel Bewegung (muss nicht unbedingt Arbeit sein), verschaffen. Viele Pferde mit verlangsamter Darmtätigkeit Pupsen immer dann, wenn sie sich lösen. Die verlangsamte Darmtätigkeit muss nicht krankhaft sein, sondern kann an der Zusammensetzung der Nahrung, Menge der Nahrung, Verspannungen oder Aufregung liegen - aber eben auch am Koppen.
Solche Pferde flott vorwärts und locker reiten.

2. Blähende und gärende Nahrungsmittel meiden
Dazu gehört neben Kohl etc. (was Pferde sowieso nicht sollen) das Birnchen zwischendurch. Birnen blähen!
Genauso sollte Silage (Heulage) und Heu nicht gemeinsam gefüttert werden. Lt. Kliniken kommen hier bei Koliken die häufigsten Darmrisse vor, da die Silage/Heulage gärt und das Heu dann im Darm auch zu gären beginntm, was zusätzlich Luft im Darm ergibt.
Kein Fallobst oder überaltertes Obst. Dieses Obst gärt eben auch. Apfelbäume auf Weiden sind bei Pferden ja sehr beliebt. Auch auf die Gefahr hin, dass man sich bei den Ponys unbeliebt macht, Fallobst täglich absammeln.

3. Beim geringsten Anzeichen Colosan geben. Colosan ist ein pflanzliches Mittel, das eigentlich für Kaninchen gegen Trommelsucht und Blähsucht ist. Schon vor längerer Zeit hat sich herausgestellt, dass es bei Pferden ganz hervorragend wirkt. Der Hersteller hat jetzt auch Colosan für Pferde auf den Markt gebracht.

Falsch machen kann man mit dem Zeug nichts, denn es wurde eigentlich als Leberpflegemittel für Pflanzenfresser entwickelt - ist also noch gut für die Leber. Nach Behandlung sollte das Pferd gehen, nach ca. 20-30 Min. hat es durst. Nach 30 Min. sollte der Spuk vorbei sein oder es dem Pferd schon drastisch besser gehen. Ansonsten sofort TA rufen.

Hier der Beipackzettel:
Colosan-Lösung zum Eingeben für Tiere
Zulassungsnummer: 8–00287
Zulassungsinhaber: Vana, Wien.
Hersteller: Gebrüder Schätte, Bad Waldsee, Deutschland
Zusammensetzung
100 g Lösung enthalten: Anisöl 1 g, Fenchelöl 1 g, Kümmelöl 1 g, Kassiaöl 2 g, Schwefel 2,6 g, Kamillenöl 1 g, Leinöl ad 100 g.
Eigenschaften und Wirksamkeit
Die in Colosan enthaltenen Naturwirkstoffe beeinflussen die Verdauungsorgane in vielfältiger Weise. Die ätherischen Öle von Kassiazimtrinde,Fenchelsamen und Kamillenblüte lösen Verkrampfungen im Pansen- und Magenbereich. Das sulfurierte Leinöl wirkt zusammen mit Kassiazimtöl, Kümmelöl und Fenchelöl stark wachstumshemmend auf Gärungsbakterien und -pilze und stoppt somit unkontrollierte Gärungen im Pansen und Darm schnell.
Das Kamillenöl wirkt darüber hinaus auch entzündungshemmend auf Magen- und Darmschleimhäute. Ferner fördern die ätherischen Öle die Tätigkeit von Leber und Galle.
Anwendungsgebiete
Unterstützende Behandlung bei Störungen des Magen- Darm-Kanals, besonders bei Futterblähungen aller Art und Trommelsucht der Kaninchen. Colosan fördert ferner die Lebertätigkeit und verhütet dadurch leberbedingte Stoffwechselstörungen.
Ebenso können entzündliche Durchfälle, vor allem der Kälber, durch die Regulierung der Darmtätigkeit positiv beeinflußt werden.
Art der Anwendung
1.) Colosan ist in der Portionsflasche bereits fix und fertig für die Anwendung. Dadurch wird der oftmals notwendige rasche Einsatz des Präparates bestens
ermöglicht.
2.) Als Konzentrat erfolgt die Eingabe stets unverdünnt.
3.) Die Eingabe von Colosan ist einfach: Bei den meisten Tieren wird Colosan direkt aus dem Fläschchen seitwärts an der zahnlosen Stelle zwischen Schneide- und Backenzähnen auf die Zunge gegeben. Meist genügt eine einmalige Anwendung.
Einige Zeit nach der Eingabe lauwarmes Wasser geben.
4.) Bei stark schaumigen Blähungen kann 1 Portionsflasche Colosan mit ½ bis 1 l Speiseöl gut vermischt eingegeben werden.
Dosierung
Rinder, Pferde: 1 Portionsflasche Colosan.
Kälber, Fohlen, Schweine, Ziegen, Schafe: ca 1/2 Portionsflasche Colosan.
Lämmer: je nach Größe einige Tropfen bis 1/4 Portionsflasche Colosan.
Kaninchen und andere Kleintiere: einige Tropfen Colosan. In schweren Fällen Wiederholung der Eingabe nach 1 bis 2 Stunden.
Etwa 30 Minuten nach der Eingabe ist dem Tier Tränkwasser zur Verfügung zu stellen.
Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Präparates.
Packungsgrößen: 20 ml Glasflasche mit Tropfeinsatz, PET-Flasche: 100 ml, 250 ml, 500 ml.
Haltbarkeit: 36 Monate.
Lagerungshinweise: Nicht über 25° C lagern. Lichtschutz erforderlich, Arzneimittel daher in der Außenverpackung aufbewahren.
Abgabe: Rezeptfrei, apothekenpflichtig.
Zulassung: 1. Juli 1996.
 
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Julez30

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Ja, super! Vielen Dank für den Tipp und die ausführliche Antwort!
Unsere Pferde bekommen neben der Weide und auch im Winter nur gutes Heu, keine Silage da unser Stallwirt da gar nichts von hält...
Große Mengen Äpfel füttere ich auch nicht, mal einen. Birnen gar nicht.
Eher ab und zu Möhrchen.
Naja und eben Kleie, Quetschhafer und Mash. Sowie von Zeit zu Zeit aufgekochte Leinsamen.
Sie ist sehr bewegungsfreudig, bewegt sich recht viel schon von allein. Trotzdem wird sie regelmäßig geritten oder - wenn ich mal wenig Zeit habe - schnell mal longiert. Einfach nur damit sie was tut!
Sie ist sowieso ein Pferd das gern vorwärts geht!
Das mit dem Colosan ist super. Werde gleich mal sehen wo ich das her bekomme!

Hab ja nun auch schon seit ca. 9 Jahren Pferde, bzw. immer eins, aber in so manchen Sachen ist man trotzdem noch ziemlich unbeholfen.
Und nachdem mein lieber Soundi nach 7 Jahren starb wurde ich ein ichtiger Hypochonder was Pferdekrankheiten betrifft! Bis dahin ist nie irgendwas gewesen!

Darum frage ich dann eben noch mal gern nach bei Leuten die vllt. schon in der Hinsicht deutl. bewanderter sind und ein paar mehr Pferde unter den Fittichen hatten!
Möchte einfach so gut wie möglich vorsorgen!

Nein, ich liebe mein Pferd, ich möchte sie nicht mit einem Kopperriemen quälen! Bisher war mir nicht klar das dort Stacheln sind. Sie soll sich ja schließlich wohl fühlen!

Also danke nochmal für Deine Mühe!
 
M

Machtnix

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Normale Kopperriemen haben keine Stacheln, bringen aber auch nix. Die mit den Stacheln sind sehr wirksam aber der Preis, den das Pferd dafür zahlen muss ist hoch.
Was du über die Fütterung schreibst klingt sehr gut. Gute Äpfel und Möhren sind unbedenklich (bei zu viel Möhren den Nitratwert beachten), ab und zu einen Banane rundet den Geschmack schön ab.
Bitte kein Vitamin C oder so etwas füttern, auch nicht im Winter. Pferde brauchen und dürfen das nicht.
Für meinen Geschmack bekommt dein Pferd sogar etwas zu viel des Guten. Kleie, Quetschhafer, Mash und ab und zu Leinsamen ist eigentlich nicht notwendig. Achte daher bitte darauf, dass die Portionen klein sind - eben so wie ein Pferdemagen.
So wie du die Haltung und dein Pferd beschreibst, würde ich mir keine Gedanken über Koliken machen. Gerade weil dein Pferd nicht dauernd Koppt und wohl auch zuvor nicht zu Koliken neigte.

Das ich mich schon ein klein wenig auskenne stimmt, aber man lernt ja immer dazu.
Ich arbeite seit über 30 Jahren mit Pferden. Seit über 10 Jahren bin ich Trainerin und wir züchten auch. Ab und zu tätigen wir Mittleidskäufe, die dann 'gradegezogen' und vermittelt werden. Derzeit haben wir 8 Pferde. 2 gekörte Deckhengste, 4 Stuten, 1 Jährling, 1 Fohlen. 3 der Pferde werden momentan geritten (1 Hengst und 2 Stuten).
 
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