Barhuf- richtige Umstellung

Diskutiere Barhuf- richtige Umstellung im Reiterstübchen Forum im Bereich Pferde Forum; Hallo =) Habe einen 12 Jährigen Andalusier - Wallach, der bislang immer Eisen drauf hatte. Nun habe ich aber den Stall gewechselt und dort kommt...
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LinaBina

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Hallo =)

Habe einen 12 Jährigen Andalusier - Wallach, der bislang immer Eisen drauf hatte. Nun habe ich aber den Stall gewechselt und dort kommt er auch immer raus und steht von morgens 10 bis abends 6 auf dem Paddock (...im Sommer koppel). Jetzt hab ich gesehen, dass bei mir am Stall mehrere Pferde barhuf stehen. Hat mich
total fasziniert, da es viel natürlicher ist und die Hufe nicht so durchlöchert wie ein Beschlag...

Aber dann kamen meine Bedenken:

1.
Ich reite viel und oft aus, mache viel Boden- und Longearbeit, kurz: es gibt KEINEN Tag, an dem mein Pferd nicht gefordert wird. --> ist es da überhaupt gesund, ihn auf barhuf umzustellen?

2.
Können die Hufe nicht schneller einreißen beim Ausritt (...ich galoppiere gerne und trabe viel!!) oder kann er mit Barhufen schneller ein Hufgeschwür bekommen???

3.
Ich hab keine Lust, meine langen und intensiven Ausritte dann NUR NOCH mit Hufschuhen zu machen, weil sonst die Hufe kaputt gehen, also: Wie lange müsste ich die Dinger denn draufhaben? Im Moment lässt das Wetter nur Spaziergänge und Paddock zu (..haben keine Halle), daher hätte er ja noch ein bisschen Zeit, sich einzugewöhnen...

4.
Wie lange dauert es in etwa, bis sich der Huf vollständig regeneriert hat?
(... und ich gar nicht mehr auf Hufschuhe angewiesen bin?

Ich hoffe, dass ihr mir helfen könnt, meine Zweifel zu beseitigen... Und vor allem mir klar zu machen, wie ich mein Pferd richtig umstellen muss.

GLG

Selina
 
02.01.2011
#1
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Isabel2490

Isabel2490

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Also schon mal vorweg - Barhuf klappt nicht bei jedem Pferd ;)

zu1. Bei einem Pferd, das für Barhuf geeignet ist, ist das kein Problem. Es kommt aber dabei auf den Boden an. Ist dieser zum Beispiel sehr hart, oft Asphalt, steinige Wege,... dann ist Barhuf bei vielen schlecht.

zu 2. Ja man kann ein Pferd auch relativ schnell "platt" reiten ... Bei meiner hast du das innerhalb von 2-3 Tagen geschafft.

zu 3. welche Dinger?
 
LinaBina

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Dinger --> Hufschuhe ^^
 
Askan

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Das ist etwas, was ich an deiner Stelle mal sehr ausgibig mit deinem Schmid besprechen würde! Der kennt ja die Hufe deines Pferdes schon bissl und wird dir da Tipps geben können! Es kommt auch auf die beschaffenheit der Hufe an. Meine Stute reite ich täglich auch über asphalt und ihre hufe sind tip top! der Schmied muss sogar kürzen! da läuft sich dann halt weniger ab, die Hufe bei ihr sind sehr hart! aber stabil ;)
 
Isabel2490

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Ja ich denke auch, dass dein Hufschmied am Besten weiß, ob das klappen könnte.

Kann es sein, dass zur Zeit so viele Pferde barhuf gehen, wegen dem Schnee? So ist das nämlich bei uns ;) Da lassen die meisten die Eisen abmachen über den Winter und im Frühjahr kommen sie dann wieder dran.
 
Tiernärrisch

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Bei uns gehen alle barhuf :)
Und kommen mit klar. Im Sommer, gibts schon manchmal doofe Stellen mit viel
Steinchen, aber meist gibtsn ausweg dran vorbei oder sie stapfen sturr durch.
Ich denke dein Hufschmied kann dir da am besten sagen was er für richtig hält.
 
Askan

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Ja jetzt im Winter wenn es glatt ist, machen viele die Eisen runter, die Pferde rutschen sonst sehr stark. Haben bei uns im Stall nur noch eine Einstellerin, die alle 4 Eisen drauf hat, aber die ist auch nicht von dieser Welt..... :silence:
 
LinaBina

LinaBina

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Okay mach ich dann mal.

Meiner hatte bisher eig. kein Problem im Winter mit der Glätte... Der war das ja auch von Anfang an gewohnt. Von daher...


Danke für den Tipp und die Antworten :)
 
Lillium

Lillium

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Hi

Also meine Stute geht auch barfuß. Ich mache mit ihr lange Ausritte auch Wanderritte und sie braucht dazu keine Hufschuhe.

Ich trabe auch gernund galoppiere viel mit ihr, da ist das alles kein Problem. Ihre Hufe reissen auch nicht aus.

Wie einige richtig erwähnt haben, der Hufschmied weiß das am Besten. Es kommt nämlich auf den Härtegrad der Hufe an. Mein Wallach zb hat weichere Hufe, geht auch barfuß, aber er macht die Wanderritte nicht mit auch wird mit ihm vorsichtiger gearbeitet, zwecks einer anderen Krankheit am Bein, deshalb reissen seine Hufe auch nicht aus. Würde ich ihn so reiten wie meine Stute, dann wären seine Hufe allerdings nicht mehr so schön, man müsste ihn beschlagen.

lg
 
S

Sandfloh

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Wenn ich ein Pferd Barfuß stellen möchte rede ich zuerst mit meinem Schmied. Dann vereinbaren wir einen Termin, etwas über der regulären Zeit damit die Hufe etwas länger sind. Zur Absicherung sollte der Schmied in der Woche nach dem Termin noch in der Nähe zu tun haben um schneller nochmal zu kommen.
Ich nehme immer erstmal nur hinten runter, und beobachte dann wie das Pferd in den nächsten Tagen damit zurechtkommt. Falls es nicht geht muß der Schmied kommen und Eisen wieder drauf machen. Experiment gescheitert.

Falls das Pferd so laufen kann mache ich bis zum nächsten Schmiedtermin alles so wie bisher. Beim nächsten Termin nehmen wir vorne runter und da habe ich schon Pferde gesehen die dann bis zum wieder draufmachen in der Box standen.

So weiß ich aber dann genau ob ich, (das Pferd) auch mit zwei Eisen zurecht kommt. Wenn alle vier sofort runter sind, weiß ich nicht ob die Hufe hinten das vielleicht doch durchhalten.

Das mache ich nicht nur im Winter.

Ich hatte auch mal einen den habe ich im Winter immer Barfuß gestellt, alle vier sofort der hatte da kein Problem.
Ein anderer brauchte vorne Grip und hinten blieb der Barfuß, bei Hallenturnieren brauchte ich keine Stollen, der Schmied war billiger und der Dicke konnte auf den Auslauf und ins Gelände.

Viel Erfolg
 
H

HüLotte

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Wenn Du auf barhuf umstellen willst, brauchst Du zuallererst einen guten Hufschmied oder Huforthopäden - und die sind leider nicht so reichlich vorhanden...

Jedes Pferd kann barhuf laufen ( ich favorisiere es ), allerdings - je nach momentanem Zustand der Hufe, kann das bis zu einem Jahr dauern, bis der Huf sich vollständig erholt hat. Dazu musst Du eventuell auch bereit sein, die Hufe übergangsweise mit Hufschuhen zu schützen.

Gegen einen zeitweisen guten Beschlag habe ich nichts einzuwenden, gesünder ist es aber meiner Meinung nach auf Dauer barhuf.

Optimal ist es, wenn der Untergrund auf dem das Pferd läuft, dem Untergrund ähnelt, den Du auch draußen hast. Unser Pferde stehen auf Beton, Sand, Wiese und Stroh. Der Abrieb ist dort deutlich höher als wenn sie nur in der Box oder auf der Wiese stehen. Der Huf passt sich mit der Zeit in seinem Wachstum und der Härte dem erhöhten Abrieb an und ist somit bestens gerüstet, um auch im Gelände und Straße ohne Probleme geritten zu werden. Alles in Maßen natürlich, Kutschpferde, die jeden Tag Stunden auf Asphalt laufen, sind sicherlich nicht unbedingt für barhuf geeignet...

Wenn ein Pferd sehr fühlig läuft ( nach dem Eisen abnehmen ist das allerdings die ersten ein-zwei Tage normal ), ist das oft ein Zeichen für einen kranken Huf. Mit einem Eisen behandle ich zwar das Symptom, nicht aber die Ursache.
 
S

Sandfloh

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Jedes Pferd kann barhuf laufen ( ich favorisiere es ), allerdings - je nach momentanem Zustand der Hufe, kann das bis zu einem Jahr dauern, bis der Huf sich vollständig erholt hat. Dazu musst Du eventuell auch bereit sein, die Hufe übergangsweise mit Hufschuhen zu schützen.

Kinder laufen öfters barfuß als Erwachsene und bewältigen daher auch Strecken die recht schwierig sind. Ich kann mich noch gut daran erinnern das ich als Kind unglaublich viel barfuß unterwegs war.
Nun trage ich schon ewig Schuhe, wenn ich nun versuche barfuß zu laufen verändere ich so meine Bewegungen das mir recht schnell nicht nur die , zu empfindlich gewordenen Füße weh tun sondern auch die Knie und die Hüfte.


Gegen einen zeitweisen guten Beschlag habe ich nichts einzuwenden, gesünder ist es aber meiner Meinung nach auf Dauer barhuf.

Wenn ein Pferd dauerhaft auf ebenem Untergrund gehalten und geritten wird funktioniert es ohne Eisen bestimmt recht problemlos.

Optimal ist es, wenn der Untergrund auf dem das Pferd läuft, dem Untergrund ähnelt, den Du auch draußen hast. Unser Pferde stehen auf Beton, Sand, Wiese und Stroh. Der Abrieb ist dort deutlich höher als wenn sie nur in der Box oder auf der Wiese stehen. Der Huf passt sich mit der Zeit in seinem Wachstum und der Härte dem erhöhten Abrieb an und ist somit bestens gerüstet, um auch im Gelände und Straße ohne Probleme geritten zu werden.

Es gibt nur leider nicht überall das ideale Ausreitgelände, es gibt in Deutschland viel Orte an denen ein Pferd nicht dauerhaft ohne Eisen laufen kann.

Wenn ein Pferd sehr fühlig läuft ( nach dem Eisen abnehmen ist das allerdings die ersten ein-zwei Tage normal ), ist das oft ein Zeichen für einen kranken Huf. Mit einem Eisen behandle ich zwar das Symptom, nicht aber die Ursache.
Mein Pferd ist sofort lahm wenn er vorne ein Eisen verliert, er steht dann mit Schmerzen in der Box und wartet auf den Schmied.
Seine Hufe sind gesund, sein Züchter ist sogar Hufschmied und er hat dem Pferd damals recht früh Eisen draufmachen müssen um eine Fehlentwicklung auszuschließen, da dieses junge ungearbeitete Pferd schon fürchterlich fühlig war.

Sei mir bitte nicht böse aber ich glaube Du hast einfach noch kein Pferd kennengelernt welches nicht ohne Eisen auskommt. Hufschuhe sind für mich keine Lösung, da ein Pferd mit Schmerzen in den Hufen (wegen fehlenden Eisen) nicht sofort wieder Schmerzfrei ist wenn es die dann anbekommt. Nach einem neuen Beschlag dauert es auch etwas bis der sich wieder einläuft.

Da Ihr ein ideales Gelände habt ist es bestimmt einfach Pferde die gutes Hufwachstum haben barfuß zu lassen.

Aber es wachsen auch bei den Menschen nicht bei allen die Fingernägel und Haare so schnell und fest wie bei anderen.

Du wirst verstehen was ich meine wenn Dir mal ein Pferd begegnet bei dem dann §1 des Tierschutzgesetzes eher zieht als Augen zu und durch.
Die Folgen durch die Schmerzen in den oberen Gelenken sind katastrophal.
 
Isabel2490

Isabel2490

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Ich finde es auch quatsch, dass jedes Pferd barhuf gehen können soll ... Die meisten Pferde haben einfach nicht die passenden Hufe dazu. Meine bekommt im Winter die Eisen ab, wenn der Schnee extrem wird. Sobald der Schnee aber weg ist, muss ich schnellstmöglich wieder die Eisen drauf machen lassen, weil sie spätestens ne Woche später auf ihrem Strahl läuft ... Und ich denke, da weiß jeder Pferdebesitzer, dass das mit Schmerzen verbunden ist und übel ausgehen kann.
Ich kenne KEIN Pferd, dass bei uns barhuf bleiben konnte. Selbst die, die jahrelang barhuf gegangen sind, und dann zu uns in den Stall kamen, mussten zwangsläufig Eisen drauf machen lassen, weil es einfach nicht geht ;)
 
H

HüLotte

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Achso, ein Pferd kann also nur ohne Eisen laufen, wenn es dauerhaft auf ebenem Untergrund geritten wird? Na, dann sind meine Pferde und die Pferde von vielen vielen Bekannten wohl Wunderpferde...
( Wenn Du schon Kommentare in meinen Text schreibst, wäre es nett, wenn Du diese irgendwie markierst, sonst wird das verwirrend. Danke )

Aber ich gebe Dir recht, da in der Zucht heutzutage nicht mehr so sehr auf das Gesamtpaket geachtet wird, gibt es sicher Pferde, die ohne Beschlag nicht laufen können, weil einfach die Hufqualität nicht in Ordnung ist. Mit Beschlag laufen sie dann, fragt sich nur, ob das besser ist und das Pferd dadurch länger gesund bleibt...

Auch habe ich geschrieben, daß es Situationen gibt, wo man um einen Beschlag nicht herumkommt, ganz klar. Wir haben auch bei den Turnierpferden immer zum Herbst die Eisen abgenommen und keines hatte Probleme damit.
Da ich aber nur aus meinen unbedeutenden Erfahrungen sprechen kann und seeeehr penibel bin was Hufe und Hufbearbeitung angeht, liege ich sicher falsch.
 
Isabel2490

Isabel2490

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Aber ich gebe Dir recht, da in der Zucht heutzutage nicht mehr so sehr auf das Gesamtpaket geachtet wird, gibt es sicher Pferde, die ohne Beschlag nicht laufen können, weil einfach die Hufqualität nicht in Ordnung ist. Mit Beschlag laufen sie dann, fragt sich nur, ob das besser ist und das Pferd dadurch länger gesund bleibt...
Wie würdest du das denn ansonsten machen? Dem Pferd keinen Beschlag verpassen, aber dafür dann in Kauf nehmen, dass es halt nach einem Monat schon so platt ist, dass es nicht mehr laufen kann vor lauter Schmerzen?
Da lass ich mein Pferd lieber ordentlich beschlagen. Wieso ist ein Beschlag denn deiner Meinung nach SO schlimm fürs Pferd? Findest du Korrekturbeschläge etc auch totalen Quatsch? Ich lasse mich ja gern eines besseren belehren :)
 
H

HüLotte

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Nein, das ist Unsinn, und ich habe auch nie behauptet, daß ein Pferd Schmerzen leiden soll.
Aber zum Beispiel auf ein Pferd, das akut Hufrehe hat, Eisen draufzunageln finde ich auch mehr als fragwürdig.
Und manchen Pferden wäre einfach schon geholfen, wenn es nicht permanent auf der Vorhand geritten würde, dann gäbe es auch weniger
Hufrollenerkrankungen und ein Korrekturbeschlag wäre überflüssig.

Ein Eisen verändert den Hufmechanismus, das Pferd kann ohne Eisen besser fühlen, wo es hintritt - jetzt in der letzten Zeit bei dem vielen Eis ein enormer Vorteil. Der Huf dient auch als Blutpumpe und als Stoßdämpfung, diese Eigenschaften gehen mit Beschlag verloren oder werden stark eingeschränkt. Die Hufform verändert sich über die Zeit zum Negativen...

Und ich habe wohl auch deutlich gesagt, daß ich kein Problem mit fachmännisch angebrachtem Beschlag über Zeit habe.
Bei mir gibt es nicht nur schwarz und weiß, sonder auch noch grau ( und manchmal auch rosa :mrgreen: ).
Leider machen es sich aber viele Leute zu einfach. Wenn ihr Pferdchen immer nur auf Wiese und in der Box auf weichem Boden steht, zu 90% in der Halle oder auf dem Platz gearbeitet wird und dann auf etwas steinigem Untergrund nicht laufen mag, muss man sich einfach nicht wundern. Alle acht Wochen kommt dann der Schmied und schneidet aus, oder nagelt eben neue Eisen drauf, auch wenn die eigentlich nur alle zwei Wochen für einen Ausritt "gebraucht" werden. Aber anstatt sich mal Gedanken über die Haltung und die Hufbearbeitung zu machen, warum das Pferd evtl. fühlig läuft, freut sich der Schmied, daß er viel Geld verdient.

Mir soll's recht sein.

Vielleicht erwarte ich auch zu viel, aber ich übernehme die Verantwortung für ein Lebewesen. Ohne Huf kein Pferd, der Spruch sollte wohl jedem geläufig sein.

Wir haben gerade die Stute einer Reitschülerin auf Barhuf umgestellt, weil der Beschlag kaum noch hielt, die Hufe viel zu lang und flach waren und die Stute vorne auffällig kurz lief. Der Schmied sagte, die wird nie ohne Eisen laufen können. Und die Hufe waren auch schon besser (!) als zu dem Zeitpunkt, wo sie das Pferd gekauft hatte. Als sie merkte, daß die Eisen aber auch nicht der Weisheit letzter Schluß sind, hat sie das Risiko, ihr Pferd ein paar Monate nicht reiten zu können in Kauf genommen. Die Huforthopädin ( die schon so einige Pferde wieder zum Laufen gebracht hat ) hat erst mal Röntgenaufnahmen machen lassen, um sicher zu gehen, daß keine ernsteren Veränderungen vorliegen. Sie hat die Hufe vorn die ersten zwei Tage mit einem Polsterverband versehen und kam nach ein paar Tagen zur Kontrolle. Dann ist sie die erste Zeit alle zwei bis drei Wochen gekommen, um den Huf vorsichtig und kontinuierlich in die richtige Form und Winkelung zu bringen. Nach eineinhalb Monaten konnte die Stute wieder auf weichem Boden langsam angearbeitet werden, jetzt, nach vier Monaten ist sie wieder voll reitbar und hat auch kein Problem mit Asphalt oder leicht steinigem Boden. Mit Hilfe der Osteo und vernünftiger Gymnastizierung sind inzwischen auch die Blockaden und Verspannungen verschwunden und das Pferd ist viel freundlicher und ausgeglichener. Darüber freue ich mich sehr, denn MIT Eisen, so wie es war, wäre sie über kurz oder lang platt gewesen. Und zwar für immer, wegen der Schäden am Bewegunsapparat.
So eine Beratung und verantwortungsvollen Umgang mit der Sache findet man leider nicht bei jedem Hufbearbeiter.

Jedes Pferd und jeder Fall muss individuell betrachtet werden. Es gibt keine pauschale Lösung, das ist wie beim Reiten. Wäre ja sonst auch zu einfach...

Selina, informiere Dich einfach bei verschiedenen Leuten, die ihre Pferde ohne Beschlag bei Euch im Stall haben können Dir sicher auch die Nummer von ihren Schmieden oder was auch immer geben. Einen guten Schmied oder Huforthopäden zu finden ist nicht so einfach. Lass Dich von verschiedenen Leuten beraten, dann wirst Du die für Dich und Dein Pferd beste Lösung schon finden.
---
EDIT (automatische Beitragszusammenführung):

Oh, und hier für alle Interessierten noch mal ein interessanter Link zum Thema Barhuf: http://www.pro-barhuf.de/
 
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Isabel2490

Isabel2490

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Ja ganz klar - ohne Huf kein Pferd. Ich denke auch, dass es sich viele zu einfach machen. Sie sehen Hufeisen einfach als "normal" an und beim Pferd wird gar nicht versucht, ob es auch ohne Eisen klar kommt und ob sie wirklich nötig sind.
Ich würde mein Pferd auch barhuf gehen lassen, wenn das gehen würde. Aber deine Beiträge haben sich erst so gelesen, als wärst du komplett gegen Eisen und man könnte JEDES Pferd ohne Eisen gehen lassen ;)
 
S

Sandfloh

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Achso, ein Pferd kann also nur ohne Eisen laufen, wenn es dauerhaft auf ebenem Untergrund geritten wird? Na, dann sind meine Pferde und die Pferde von vielen vielen Bekannten wohl Wunderpferde...
( Wenn Du schon Kommentare in meinen Text schreibst, wäre es nett, wenn Du diese irgendwie markierst, sonst wird das verwirrend. Danke )

Auch habe ich geschrieben, daß es Situationen gibt, wo man um einen Beschlag nicht herumkommt, ganz klar. Wir haben auch bei den Turnierpferden immer zum Herbst die Eisen abgenommen und keines hatte Probleme damit.
Da ich aber nur aus meinen unbedeutenden Erfahrungen sprechen kann und seeeehr penibel bin was Hufe und Hufbearbeitung angeht, liege ich sicher falsch.
Zuerst mal sorry, wollte es eigentlich markieren, ist aber untergegangen.

Wir meinen im großen und ganzen wohl das gleiche.

Nun habe ich halt ein Turnierpferd welches vorne nicht "ohne" kann, müßte er aus gesundheitlichen Gründen "vorne ohne" gestellt werden. Müßte ich mir halt etwas überlegen, Verbände, Schmerzmittel, Boxenruhe.

Nun kenne ich aufgrund meiner jahrelangen beruflichen Tätigkeit als Pferdepflegerin und Reitlehrerin mehrere Pferde, Ställe und verschiedene Bodenverhältnisse.
Es gibt genug Pferde für die ein dauerhafter Beschlag, ob nun rundum oder nur vorne besser ist.

Desweiteren solltem man immer noch das Gelände, auf dem das Pferd laufen soll mit beachten, dort gibt es drastische Unterschiede in ganz Deutschland.

Das Thema diesen Threats war es übrigens wie das Pferd umgestellt werden kann.
Ich habe nie abgeraten, nur empfohlen das Pferd in zwei Phasen umzustellen.
Wenn es nur hinten geht, ist es halt so.
Die/ der Ersteller dieses Threats wird wohl nicht monatelang das Pferd wegstellen, um mit Gewalt die Eisen herunter zu nehmen. Da kann der (Teil) Beschlag auch bestehen bleiben.

So wie Du selber sagst, manchmal ist mit Eisen nötig, so sage ich manchmal geht es auch ohne Eisen.
Vielleicht sollte ich noch hinzufügen mein 29 Jahre altes Pony hatte je nach Bodenverhältnissen in und um den Stall wo wir standen, monatelang keine Eisen oder teilweise sogar Rundumbeschlag mit Widiastiften. Ich habe den immer dem Gelände angepaßt. Nun ist er noch in Niedersachsen und seit 10 Jahren Barfuß.
 
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