Kein Durchsetzungsvermögen?

Diskutiere Kein Durchsetzungsvermögen? im Pferde Verhalten Forum im Bereich Pferde Forum; Halli Hallo =) Ich habe mit 3 1/2 Jahren angefangen zu voltigieren, dann kamen normale Reitstunden und ich bin geritten bis ich 12 war. Dann war...
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Lari13

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Halli Hallo =)

Ich habe mit 3 1/2 Jahren angefangen zu voltigieren, dann kamen normale Reitstunden und ich bin geritten bis ich 12 war.
Dann war ich auf so einem Reithof in den Ferien, wo ich nen Unfall hatte. Die Reitlehrerin wollte mich damals nicht selbst satteln lassen und komischer weise waren dann die Ausbinder viel zu kurz.
Als ich stoppen wollte ist mir das Pfer hochgegangen, hat das Gleichgewicht verloren, nach hinten übergekippt und auf
mir gelandet.
Ich bin dann mit dem Kopf gegen der Bande gelandet, Kiefer war gebrochen etc.
Danach wollte meine Mutter nicht, dass ich wieder reite, habe dann gewartet bis ich 18 bin und nehme seit letzten Oktober wieder Reitstunden.
Ich habe ein Schulpferd, was sich echt komisch benimmt, und ich dachte es liegt an mir, weil ich mich vllt nicht richtig durchsetzen kann. Er erst trabt er nicht an, wenn er dann trabt geht er gleich in den Gallopp über und rennt quer durch die Halle.. Alle Versuche ihn außen zu halten bringen nichts.
Merkt er vllt, dass ich noch ein wenig Angst habe und mich nicht richtig durchsetzen kann? Er reißt halt auch immer so seinen Kopf nach hinten, worauf ich dann natürlich voll die Panik bekomme.

Ein Vorfall vor meiner letzten Stunde hat mich allerdings leicht stutzig gemacht.
Meine Reitlehrerin war nicht da und deshalb wollte irgendein Mädel den Satteln, die hat es nicht hinbekommen weil er voll rumgebockt hat und sich nicht trensen wollte. Also hat sie ihm mehrmals mit der Hand und der Trense gegen den Kopf gehauen.. Kann sein komisches Verhalten vllt mit solchen Vorfällen zusammen hängen?

Vllt habt ihr ja Tipps für mich, weil ich wirklich gerne wieder reiten würde, aber bei sowas ziemliche Panik schiebe und das ja weder dem Tier als auch mir wenig bringt.. :)
 
06.01.2011
#1
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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Susanne zu werfen. Vielleicht hilft dir das ja weiter?
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Sandfloh

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Hallo,
erstmal, Hut ab!

Wer als Kind/ Jugendliche einen solch schweren Unfall hatte möchte Pferde nur noch vom Boden aus sehen.

Nun zu Deinem aktuellem Problem,
warum das Pferd sich beim Satteln so aufgeführt hat lässt sich nur schwer sagen, aber ich kenne Schulpferde die absolute Ekel sein können. Ich habe öfters erlebt das Schulpferde nur mit zweimal Kopfwackeln Reitschüler aus der Box getrieben haben. Wenn wir vom Personal dann die Boxentür geöffnet haben, schaute uns ein etwas motzig schauender Kopf an und ließ sich brav das Halfter überstreifen.
Diese Pferde waren dann aber meistens unterm Reiter die besten.
Warum die so sind liegt an den Leuten die beim öffnen der Tür schon ein Lecker oder Apfel reinreichen, oder auch an denen die mit ihrem Auto vorsichtiger umgehen, aber da kann man auch kein Halfter ins Auge ziehen oder den Gurt direkt bis zum Anschlag ziehen

Nun zu Dir,
ich denke Du hast noch Angst (verständlich), weiß Dein RL von dem Unfall?
Wie klappt das Antraben und im Trab bleiben an der Longe?
Was machst Du mit Deiner Atmung auf dem Pferd? Zwing Dich richtig auszuatmen, wenn Du die Luft nicht rausläßt verkrampfst Du Dich unbewust.
Das merkt auch das Pferd und verkrampft und rennt dann weg.

Ich denke mal du brauchst immer mal noch einen "Rettungsring", z.B. immer wieder mal die Longe ans Pferd. Ein völlig braves Pferd. Und viel Zeit und Ruhe, ohne Angst die Gruppe aufzuhalten, weil es (mal wieder) nicht klappt, wenn Du dann hektisch wirst, geht gar nichts mehr.

Erzähl mal mehr über den Ablauf einer Reitstunde.
 
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Lari13

Guest
Also danke schonmal für die Tipps =)

Ich habe EInzelstunden, reite also nicht in der Gruppe. Anfangs bin ich an der Longe geritten, meine RL meinte aber ich bräuchte keine Longe, weil ich es gut alleine hinbekommen würde.
Sie weiß von dem Unfall, ist da aber nicht wirklich drauf eingegangen...

Ich überlege mir wirklich nach dem letzten Vorfall beim Satteln eien anderen Stall zu suchen, da ich es unter aller Sau finde, einem Pferd das Zaumzeug ins Gesicht zu hauen, nur weil es bockt... Ich habe es dann letztendlich selbst gemacht, indem ich ruhig mit dem Pferd gesprochen habe. Aber dennoch hat es wahrscheinlich gemerkt, dass ich ein wenig in Panik geraten war, was sich dann immer verschlimmert, wenn ich drafusitze und er von alleine wie ein wilder galoppiert, bockt und mich dabei halb runterwirft. Und dieses Kopf-Hochziehen macht mir besonders Angst und ich traue mich dann natürlich nicht "härter" durchzugreifen.

Zu dem Ablauf der Stunde:
Also ich denke, es ist eigentlich wie bei jeder Stunde, erst ein paar Runden Schritt, dann Trab dann Angaloppieren dann wieder Trab, dazwischen ein paar Figuren. Ja, so läuft das eig immer ab.
 
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Rabenfeder

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Ich kann mich Sandfloh nur anschließen. Wir haben in unserem Reitstall auch zahlreiche Schulpferde mit den seltsamsten Macken. Die eine geht unterm Reiter direkt nach dem aufsteigen in den Trab und lässt sich nur über Achten und Volten bändigen, der andere legt grunsätzlich erstmal die Ohren an und droht, wenn man ihn aus der Box holen will. Die meisten Schulpferde lernen im Laufe der Zeit ihre ganz eigenen Tricks wie sie sich den Schülern entziehen können. Da hilft tatsächlich nur durchgreifen und klarstellen, dass du der Boss bist.
Gewalt darf dabei natürlich keine Rolle spielen. Einem Pferd mit einem Gegenstand schlagen geht sowieso schonmal gar nicht. Aber statt den Stall zu wechseln könntest du deine Reitlehrerin darauf aufmerksam machen. Ist ja nicht gesagt, dass sie es gut finden, wenn man ihre Pferde mit der Trense schlägt (Solche Sachen sind einer der Gründe warum Schulpferde sich so sonderbar benehmen).

Ich glaube, deine Angst, die natürlich auch das Pferd bemerkt, steht vor allem dir selbst im Wege. Versuch dich auf dem Pferd zu entspannen, Spaß am Reiten zu haben. Ich kann mir vorstellen, dass es nach solch einem Unfall nicht leicht ist, aber um so verkrampferter du reitest, um so mehr testet dich dein Pferd.
 
Lilly_79

Lilly_79

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Hi Lari13,

ohne auf die anderen Probleme einzugehen, würde ich wirklich raten wechsele den Stall, vorallem aus einem Grund:
eine RL die nicht auf so einen massive Sturz eingeht (ich nehme mal jetzt an, dass du niemand bist der da ein 'Mödchen' drauß macht) geht gar nicht!
Dazu kommt, dass die Reitschüler wohl unbeaufsichtigt mit den Pferden umgehen, was ich auch nicht in Ordnung finde (wegen dem Schlagen), zudem frage ich mich, wo das Mädel sich das abgeguckt hat.
Alles in allem macht das keinen guten Eindruck.

Du kannst aber auch nochmal versuchen mit deiner RL reden, ich weiß es ist teils schwer, aber als Reitschüler ist man KUNDE und als solcher sollte man auch behandelt werden!
Ich möchte ernstgenommen werden mit meinen Anliegen und Problemen, nicht ignoriert.
Leider fällt mir das in vielen Ställen immer wieder auf, dass die Reit'lehrenden' sich oftmals mehr wie 'gönnerhafte Lehrer' (Liebe Lehrer, dass bitte nicht falsch verstehen!) verhalten, denn wie jemand den man bezahlt damit man etwas vermittelt bekommt - ich mein würde man so eine Haltung bei zb einem Fitnesstrainer tolerieren?

So, dass mal zur 'lehrtechnischen Seite'.

Das du noch Angst hast, finde ich verständlich und da muss man darauf eingehen.

LG Lilly
 
SoylentGreen

SoylentGreen

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Hey an deiner Stelle würde ich auch den Stall wechseln. Es sollte auf dich und deine ganz persönlichen Ängste und Nöte eingegangen werden, gerade beim Einzelunterricht ! Ich hatte immer sehr tolle Lehrerinnen, die viel über mein Pferd und mich erfahren wollten und darauf aufbauend Unterricht gegeben haben. Sie haben sich sehr nach meinen Wünschen orientiert und auch nach der Reitstunde konnten wir nochmal ein wenig quasseln über Pferde oder auch Privates (letzteres muss ja dann nun nicht unbedingt sein...). Aber so sollte es sein. Reitlehrer sind Dienstleister, die mit Kunden arbeiten. Es gibt keine Musterstunde, sondern eine individuelle Stunde und die solltest du auch verlangen.
Auch ein Pferd sollte deinem Können angepasst ausgewählt werden. Du brauchst keinen bockigen oder ängstlichen Gaul, sondern erstmal ein ruhiges, ausgeglichenes, unkompliziertes Pferd. Du hast ja noch Angst, verständlicherweise, und die wird doch nicht verschwinden, wenn du ein Pferd hast, dass dir ständig "droht" und die Leitposition für sich beansprucht und meinetwegen noch zich andere Macken hat.
 
Serayla

Serayla

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Gibt es denn kein anderes Pferd das du nehmen könntest bis du dich wieder sicher und wohl im Sattel fühlst? Ich hab damals mit meiner Freundin zusammen Reiten gelernt und die war anfangs auch auf so einem Pferd. Sie hat dann die Reitlehrerin gebeten ein anderes für den Anfang zu bekommen und ist nachdem sie sich im Sattel sicher gefühlt hat wieder zu dem "schwierigeren" Pferd gewechselt um zu sehen ob sie mit ihm zurecht kommt. Hat super geklappt. Ich finde man sollte solang man ängstlich ist immer erst mal ein ruhiges verlässliches Anfänger Pferd nehmen auch wenn du von der Theorie her schon reiten kann musst du erst wieder die Sicherheit aufbauen
 
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Sandfloh

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Also Einzelstunde finde ich schon mal gut, Deine RL könnte sich ganz auf Dich konzentrieren.
Aber, ich denke mal, und Lilly ich verzeihe Dir weil leider viele meiner Kollegen sich für Götter halten, diese RL sitzt die Stunde nur ab.

Wieso wird das Pferd von jemand anderem gesattelt das gehört dazu. Ich habe leider auch häufig keine Zeit gehabt mit meinen Reitschülern selber das Pferd vorzubereiten, aber dafür hatte ich dann immer ein großes Mädel die den Job im Stall übernommen hat und dafür kostenlos im Unterricht reiten durfte. Ich gehöre auch zu den Leuten die mal überraschend um die Ecke kommen und daher wußte ich das ich mich auf die Mädels verlassen konnte.
Aber die sollten nur helfen und zeigen damit der Reitschüler alleine zurecht kommen kann.

Wieso kann das Pferd mit Dir wieder wegjagen und nun auch noch losbuckeln?
Ich hätte das Pferd bei Deiner Vorgeschichte schon mal ablongiert und dann erstmal die Longe dran gelassen bis Du selber mitentscheidest sie abzumachen.

Sei mal erlich wo ist die Reitlehrerin während der Stunde, bei Dir in der Bahnmitte (auch in der Mitte einer langen Seite, ist beim Trainerschein so vorgeschrieben) oder sitzt sie schön gemütlich in einer Ecke trinkt Kaffee und raucht?
Sprich, hast Du das Gefühl die ist immer dicht bei Dir und ist nur auf Dich konzentriert?

Wie hat sie auf Deine Unfallschilderung reagiert?
Nachgefragt und wollte ,keine Blutrünstigen, genaue Schilderungen hören. Wie groß war das Pferd, kanntest Du das Pferd, wieviel Pferde/ Reiter waren in der Bahn, wie ist es genau passiert, Einzel oder Abteilungsreiten usw?
Als Reitlehrer muß ich genau wissen welche Momente bei meinem Reitschüler Verspannung und unbewuste oder bewuste unterdrückte Panik auslösen.
Diese Momente muß ich verhindern oder absichern.

Bei Deiner Vorgeschichte weiß ich nicht ob ein Stallwechsel sinnvoll ist, Du hast so viel erlebt und fühlst dich in dem Stall zwar nicht Zuhause aber dort kennst Du Dich aus und das gibt etwas Sicherheit.

Ist die RL die Chefin dort? Gibt es noch andere RL oder sogar noch einen Vorgesetzten?

Oder
Vielleicht gibt es hier im Forum jemanden der in einer netten Reitschule in Deiner Nähe reitet und da kannst Du dann mit Rückendeckung hingehen und kennst ja schon mal jemanden.

Außerdem habe ich den Verdacht das Du noch nicht mit Deinen Eltern über Deine Reitstunden geredet hast. Oder es gegen den Willen Deiner Eltern machst.
Dadurch hast Du auch noch das Problem, wie erkläre ich es meinen Eltern wenn wieder was passiert!
Mütter sitzen auf ungestümen Pferden und haben Angst das sie nach einem Sturz ihre Kinder nicht mehr versorgen können.
Du machst Dir Sorgen wie groß die Vorwürfe Deiner Eltern sind, das verspannt Dich auch schon.

So wenn Du magst beantworte erstmal alle meine Fragen und dann finden wir hier im Forum schon eine Lösung.
Sprich aber erstmal mit Deiner RL, sie soll die Longe dranlassen, bis Du das Pferd Tempo kontrollieren kannst.
Ach wenn ich schreibe das ich Reitschüler hatte, ich bin mittlerweile nicht mehr in einem normalem Betrieb sondern die festangestellte private Reitlehrerin/ Bereiterin einer Familie mit neun Pferden.
Also ich weiß schon noch wo von ich rede, wenn hier die Tochter (13 Jahre springt A auf Turnier) einen Sturz oder fast Sturz hatte muß ich ihr in kürzester Zeit die Angst nehmen und sie motivieren weiterzumachen.
 
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