Angsthunde

Diskutiere Angsthunde im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo an alle Kurz zu mir ich heiße Michael seit letztem Samstag ist nun Balko bei mir. Balko ist ein 4,5 Monate alter Schäferhundrüde. Zu...
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
M

Micha_und_Balko

Registriert seit
12.01.2011
Beiträge
2
Reaktionen
0
Hallo an alle

Kurz zu mir ich heiße Michael seit letztem Samstag ist nun Balko bei mir. Balko ist ein 4,5 Monate alter Schäferhundrüde.
Zu Balko. Balko kommt als Strassenhund aus Moskau wurde dort eingefangen und aus einer Tötungsstation herraus geholt.
Balko ist wenn ich mich richtig belesen habe ein "Angsthund".
Dazu noch nicht Stubenrein, womit ich in seinem
Alter nicht ein wirkliches Problem habe.
Seine Angst zeigt sich bei allem neuen was sich gibt wenn er es mehr mals gesehen hat. Er braucht tagsüber z.b. nur ein plötzliches Geräusch zu hören dann ist es mit dem Gassi gehen vorbei er macht dann nicht mehr , will nur noch nach Hause. Klar ich versuche es dann kurze Zeit später wieder und bei entsprechendem Glück klappt es dann auch.
Schlimm wird es Nachts wenn ich mit ihm gehe, was ja auch sein muss und soll.
Geräusche lassen ihn zusammen fahren und reißaus nehmen.
Hunde die einem entgegen kommen lassen ihn streiken er will dann nicht weiter.
Ganz schlimm wird es mit Menschen die einem z.b. auf waldwegen entgegen kommen.
Das komische bei alle dem ist das er selbst nach solch kurzer Zeit auf seinen Namen reagiert.
Ich kann ihn sogar laufen lassen wenn er sich sicher fühlt und kann ihn dabei jeder Zeit wieder zurück rufen.
Ich brauche nun Tips und Ratschläge von euch, da ich bei ''Balko nichts verkehrt machen möchte.
danke im Vorraus Michael
 
12.01.2011
#1
A

Anzeige

Guest

Schau mal hier: Angsthunde . Dort wird jeder fündig!
Kasary

Kasary

Registriert seit
24.08.2009
Beiträge
3.080
Reaktionen
0
hallo Michael,

erstmal Glückwunsch zum Neuzugang! :)
Was genau verstehst du denn unter einem "Angsthund"? Ich kann mit dem Begriff jetzt irgendwie nicht viel in Verbindung bringen, ausser der Bedeutung der Teilwörter...

Du beschreibst ja, dass du Balko erst seit Samstag hast. Das ist natürlich noch keine lange Zeit und von daher kann es auch gut sein, dass sich seine Unsicherheit und Schreckhaftigkeit im Laufe der Zeit noch legt. Er muss ja nun auch erstmal verstehen, dass du sein Freund bist, das er dir vertrauen kann und du vorrausschauend Gefahren von ihm abwenden kannst, auch wenn ihm die Situation merkwürdig erscheint.

Was machst du denn zum Bindungsaufbau?
Und wie reagierst du, wenn er sich vor fremden Dingen erschreckt?

Dein Hund kommt ja nun aus bitteren Umständen und wird vermutlich so gut wie nichts kennen gelernt haben. Als Straßenhund lernt man maximal vor allem und jedem auf der Flucht zu sein und sein Leben nur dann schützen zu können, wenn man schüchtern und scheu bleibt. Diese Angst gilt es nun zu nehmen und das ist natürlich eine harte Nuss, denn das was ein Tier in der Prägephase (also etwa 8-14/15 Wochen) lernt, dass ist schon recht fest im Kopf verankert.
Aber unmöglich ist es nicht, wenn du nicht unbewusst seine Ängste verstärkst.

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist es, den Hund in einer ungewöhnlichen Situation beruhigen zu wollen. Das ist aber mehr als kontraproduktiv, denn der Hund versteht dich nicht. Er weiß nicht, das du es gut meinst, er merkt nur, dass du ebenfalls anders als sonst reagierst und das veranlasst ihn dazu, seine Angst zu bestärken: "Oh, Herrchen ist merkwürdig, dann ist meine Angst und Unsicherheit ja berechtigt" (so oder so ähnlich denken Hunden vermutlich)

Zieh deinen Hund nirgendwo hin, wenn er nicht möchte. Gib ihm auch die Möglichkeit auszuweichen, aber sei ganz du selbst. Schau dir "die Gefahr" von Weitem an, dreh dann am besten den Rücken hin, schreib auf deinem Handy, les ein Buch oder tu sonst irgendwas ruhiges. Beachte den Grund der Erregung garnicht und lass den Hund eine Weile links liegen. Sicherlich kannst du ihn streicheln, wenn er deine Nähe sucht, aber nicht anders wie sonst auch. Dein Hund richtet sich in seinem Verhalten auch immer ein ganzes Stück nach dir und so plaziert der Halter viele unerwünschte Verhaltensweisen oder Ängste unbewusst in seinen Hund. Ständig umzudrehen und der drohenden Gefahr aus dem Weg zu gehen ist keine gute Idee. Denn du signalisierst deinem Hund damit nur, dass dir dir Sache ebenfalls ungeheuer ist und ihr daher gemeinsam die Flucht antretet. Das schürt aber vermutlich mehr, als es hilft.

Des Weiteren würde ich dir raten, dir eine Hundeschule zu suchen.
Balko sollte lernen, dass fremde Menschen und fremde Hunde nichts Schlechtes sein müssen, im Gegenteil. Spielen und Toben fördert das Vertrauen, das Wohlbefinden und lindert die Angst. Zeitgleich ist es eine tolle Therapie, weil der Hund während dem Spielen Umweltgeräusche und dergleichen wahrnehmen kann, ohne direkt davon "belästigt" zu sein. So lernt er z.B das das Brummen der Autos normal ist, dass Menschengerede oder auchmal ein lauter Knall kein Grund zur Sorge sind.

Wichtig ist aber natürlich, dass du ganz behutsam vorgehst. Eine Schock oder Konfrontationstherapie bringt sicher nicht allzuviel. Das Thempo gibt Balko vor, du musst nur ein Gespür dafür entwickeln, wie du ihn langsam aber doch kontinuierlich an die unterschiedlichsten Dinge heranführst. Sowas nennt man dann Umweltsozialisation und das ist eine der besten Grundlagen für einen souveränen, umgänglichen Begleiter.

Liebe Grüße
 
M

Micha_und_Balko

Registriert seit
12.01.2011
Beiträge
2
Reaktionen
0
Hallo Casary

Erst mal vielen dank für deine schnelle und ausgiebige Antwort.
Der Begriff "Angsthund" wird benutzt für Hunde die aus Asylen kommen nichts kennen und auch schlechte Erfahrungen gemacht haben.
Als erstes muss ich sagen das ich Kraftfahrer bin und Balko den ganzen Tag bei mir ist. Bitte sei nicht erschrocken über den "kraftfahrer" , weil ich fahre nur hier bei uns um die "Milchkanne" ich habe genügend Zeit manchmal sogar zu viel um für Balko da zu sein wir gehen viel spazieren während meiner Arbeitszeit was kein Problem darstellt.
Ich denke das ich so ein gutes Verhältniss zu ihm bekomme.
Gefahrensituation / Angstgefühl
Erst habe ich versucht ihn zu beruhigen , aber wie gesagt erst nun ist mehr so wie du es sagst, dass ich mit ihm (es geht dann zwar immer nur meter weise) auf die Gefahr zugehe. das sieht dann so aus das er sitz macht ich warte und dann geht es wieder einen meter weiter.
Menschenmengen sind zwar auch ein Problem aber schlimmer ist es wenn ein Mensch alleine auf uns zukommt. da kommt es uns zu gute das er noch Welpe ist und man ihn gerne streicheln möchte. Ich hocke mich dann neben ihn dann lässt er die Streicheleinheiten zu. Danach ist es dann ok. Am schnellsten geht das wenn das gegenüber eine Frau ist. Bei Männern auch wenn sie ein Leckerchen anbieten geht gar nichts ohne meine Überzeugungskraft.
Wenn er von Fremden überhaupt ein Leckerchen nimmt dann nur vom Boden nie aus der Hand.
Bei Hunden reagiert er weniger ängstlich da ist es wahrscheinlich nur (auf welcher Stufe stehe ich in der Rangordnung oder werde ich weg gebissen) wenn all das nicht ist spielt er gleich. Aber sobald die Hand des Herrchens oder Frauchens seines Spielkammeraden kommt klemmt er seine Rute ein und versteckt sich dann hinter mir. Bis ich mich hin hocke. Dann ist wieder alles ok.
Heute habe wir eine Gruppe von einem privaten Hundeplatz beim Spazierengehen getroffen. Die waren ca 200 Meter hinter uns da fing die Angst schon an. Wir haben dann einfach gewartet. Als sie dann endlich da waren war nach kurzem Rute ein kneifen und schnüffeln alles in Ordnung solange niemand Leckerchen verteilen wollte.
Nun ich hoffe das ich dir einen kleinen Eindruck über die Problematik geben konnte.

einen felligen Gruß zurück Micha:D
 
Kasary

Kasary

Registriert seit
24.08.2009
Beiträge
3.080
Reaktionen
0
Huhu Micha,
mit dem Begriff hab auch ich was gelernt, denn das war mir bisher neu. ;)

Ich würde dir dringend raten mit der Konfrontationstherapie aufzuhören.
Du meinst es sicherlich gut und ich glaube dir auch, dass du versuchst deinen Hund langsam an alles Ungewöhnliche heran zu führen, aber die gesamte beschriebene Reaktion von Balko zeigt eher, dass es ihm viel zu schnell geht. Er kennt ja noch nichtmal dich richtig, weiß noch nichtmal, dass er dir 100% vertrauen kann und daher setzt du ihn auch mit den eigentlich gut gemeinten Heranführensweisen unter Druck.

Ich würde dir empfehlen dem Hund die Möglichkeit zu geben, das Tempo zu bestimmen. Eine gute Übung wäre, mit Balko an einen Platz zu gehen, an dem viele Leute mit ihren Hunden angeleint spazieren gehen. Setzt euch in entsprechener Entfernung hin und beobachtet gemeinsam das Treiben. Wenn ihr weit genug entfernt seid, dann wird sich Balko auch ganz sicher entspannen. Er muss noch keinen Hundekontakt haben und er muss auch keine Leckerchen von Fremden nehmen. Nach deinen Beschreibungen ist das einfach zu früh für ihn. Und vorallem denke ich, er lässt es lediglich über sich ergehen, von Wohlfühlen oder gar Angst abbauen ist da leider keine Rede. Also lass das fürs Erste. Du machst es damit vermutlich nicht besser...

Wenn ihr ein paar Mal diese oben beschriebene Übung gemacht habt und ihr gemeinsam einfach nur beobachtet habt (kein beruhigendes Reden, max. feste Streichelstriche über die gesamte Körperlänge) und du siehst, dass er sich in dieser Situation entspannt, d.h hinsetzt, hinlegt, am besten die Ohren wegklappt und nichtmehr mit eingezogenem Schwanz dortsitzt, dann könnt ihr immernoch versuchen Kontakt zu anderen zu suchen. Wobei ich ihm auch dann immernoch zugestehen würde, nicht von jedem gestreichelt werden zu müssen. Lass die Leine lang und gib ihm die Möglichkeit selbst zu entscheiden, wann er schnuffeln und Kontakt aufnehmen möchte. Das gibt Sicherheit und Selbstvertrauen.

Und wenn ihr im Feld auf andere Besitzer und deren Hunde trefft, geh einen großen Bogen. Ruf vielleicht zu, dass ihr gerade am üben seid.
Meide Hunde, die ihn dominieren wollen oder bei denen er den Schwanz einzieht und Angstzeichen zeigt. Und vorallem: Frag lieber erstmal, ob die Vierbeiner wohl gesonnen sind, bevor sie spielen dürfen, denn er soll ja nicht auchnoch Hunden gegenüber verschreckt werden, weil da ein Kommunikationsproblem besteht. Und die Besitzer sollen die Finger erstmal ganz von ihm weglassen. Ich denke das werden die Meisten sicher verstehen. ;) Du hast da eben ein Sensibelchen was sein Vertrauen in die Menschheit erst erarbeiten muss. Aber das wird bestimmt werden.

Ich weiß nicht ob dir das bewusst ist, aber hier mal ein paar Zeichen, an denen du Angst oder Überforderung deines Hundes noch erkennen kannst:

-eingezogener Schwanz
-hecheln
-aufgeregtes Ohrenstellen/ anlegen
-Gähnen (ganz wichtig! Dein Hund zeigt Überforderung, er ist nicht müde! Zumindest im Feld. ;))
-zittern
-verstecken
-erstarren/ versteifen/ still stehen bleiben und nach vorne starren
-über die Schnauze lecken
-wegschauen

Zeigt dein Hund diese Gesten, dann nimm ihn aus der Situation heraus. Unter Stress lernt man nicht gut, das ist bei Hunden nciht anders.

So, entschuldige den langen Beitrag, aber kürzer bekomme ich es nicht formuliert.
Ich hoffe es hilft trotzdem.

Liebe Grüße
Sabrina
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Thema:

Angsthunde

Angsthunde - Ähnliche Themen

  • Hund reagiert panisch auf andere Hunde

    Hund reagiert panisch auf andere Hunde: Hallo, seit Montag lebt unsere zweijährige Mischlingshündin Ronja bei uns, sie stammt aus Rumänien, hat dort wohl einiges mitgemacht und ist...
  • Angsthund aus Ungarn

    Angsthund aus Ungarn: Hallo Ihr Lieben, Ich melde mich mit einem kleinen "Hilferuf" an euch :-) Mein Name ist Jana ich bin 23 Jahre und komme aus der Nähe von...
  • Ängstlicher Junghund! Frustration! Ich will meinen Hund nicht mehr!

    Ängstlicher Junghund! Frustration! Ich will meinen Hund nicht mehr!: Hallo! Ich weiß schon jetzt, dass mich hier alle hassen werden, ich habe schon andere ähnliche Beiträge gelesen und weiß, was hier für Antworten...
  • Hilfe bei Angsthund

    Hilfe bei Angsthund: Hallöchen =) habe mich bei einer Tierschutzorganisation für eine Pflegestelle beworben. Dann kam wie gewöhnlich auch eine VK zu mir; wir...
  • Hat jemand Erfahrungen Bzw. Tipps zu Angsthunden?

    Hat jemand Erfahrungen Bzw. Tipps zu Angsthunden?: Hallo, und zwar habe ich jetzt seit gut einen Jahr einen sehr, sehr ängstlichen Hund, bin echt langsam am Verzweifeln. Er hatte es wohl nicht...
  • Hat jemand Erfahrungen Bzw. Tipps zu Angsthunden? - Ähnliche Themen

  • Hund reagiert panisch auf andere Hunde

    Hund reagiert panisch auf andere Hunde: Hallo, seit Montag lebt unsere zweijährige Mischlingshündin Ronja bei uns, sie stammt aus Rumänien, hat dort wohl einiges mitgemacht und ist...
  • Angsthund aus Ungarn

    Angsthund aus Ungarn: Hallo Ihr Lieben, Ich melde mich mit einem kleinen "Hilferuf" an euch :-) Mein Name ist Jana ich bin 23 Jahre und komme aus der Nähe von...
  • Ängstlicher Junghund! Frustration! Ich will meinen Hund nicht mehr!

    Ängstlicher Junghund! Frustration! Ich will meinen Hund nicht mehr!: Hallo! Ich weiß schon jetzt, dass mich hier alle hassen werden, ich habe schon andere ähnliche Beiträge gelesen und weiß, was hier für Antworten...
  • Hilfe bei Angsthund

    Hilfe bei Angsthund: Hallöchen =) habe mich bei einer Tierschutzorganisation für eine Pflegestelle beworben. Dann kam wie gewöhnlich auch eine VK zu mir; wir...
  • Hat jemand Erfahrungen Bzw. Tipps zu Angsthunden?

    Hat jemand Erfahrungen Bzw. Tipps zu Angsthunden?: Hallo, und zwar habe ich jetzt seit gut einen Jahr einen sehr, sehr ängstlichen Hund, bin echt langsam am Verzweifeln. Er hatte es wohl nicht...