Wenn es Zeit ist, Abschied zu nehmen...

Diskutiere Wenn es Zeit ist, Abschied zu nehmen... im Sonstige Haustier & Tiere Forum Forum im Bereich Tiere Allgemein; Hallo ihr Lieben, aus gegebenem Anlass wollte ich mal fragen, ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt oder wie ihr mit dem Verlust eines...
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Kasary

Kasary

Registriert seit
24.08.2009
Beiträge
3.080
Reaktionen
0
Hallo ihr Lieben,

aus gegebenem Anlass wollte ich mal fragen, ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt oder wie ihr mit dem Verlust eines geliebten Tieres umgeht.
Ich habs in dieses Forum gepackt, weil ich dachte, es ist unwichtig um welche Tierart es sich handelt, wenn ein Hund, eine Katze oder ein Kleintier zur Familie gehört, dann ist der Abschied immer furchtbar schwer.

Ich habe gerade eine kleine Frettchendame Zuhause, die schon seit
1,5 Jahren mit Bauchspeicheldrüsenkrebs lebt. Sie bekommt täglich Medikamente und hat ihre prognostizierte Lebenserwartung mit der Erkrankung schon um ein halbe Jahr überlebt. Jetzt geht es aber scheinbar doch mit ihr zu Ende und ich sitze da, hab so oft darüber nachgedacht, so oft mit mulmigem Gefühl das Zimmer betreten und ich fühle mich dennoch so furchtbar überrumpelt.

Meine kleine ist nurnoch Haut und Knochen, macht seit einigen Tagen keinen guten Eindruck mehr. Sie frisst und geht noch auf Toilette, läuft auch herum, allerdings mehr torkelig als alles andere. Gestern Nacht saß ich bin 3 Uhr in der früh mit ihr im Frettchenzimmer, hatte ein fast lebloses Mäuslein auf dem Bauch und dachte schon, dass ihr letztes Stündchen geschlagen hat. Doch immer wenn ich Richtung Türe ging, wurde sie wach und wollte neugieren. Solange sie keine Schmerzen hat und noch einigermaßen fit ist, möchte ich sie nicht erlösen.

Aber ich hab große Angst davor, den richtigen Zeitpunkt zu verpassen.
Niemals könnte ich es mir verzeihen, wenn ich zu früh entschieden hätte, sie gehen zu lassen, aber genauso schlimm wäre es, wenn sie leiden müsste.

Ich weiß einfach nicht, was gerade richtig ist und musste mir das mal von der Seele schreiben. Vielleicht habt ihr ja ähnliches erlebt und könnt davon berichten.

Traurige Grüße
Sabrina
 
15.01.2011
#1
A

Anzeige

Guest

Hast du schon mal einen Blick in den Ratgeber geworfen? Vielleicht hilft dir dieser ja weiter?
Tompina

Tompina

Moderator
Registriert seit
03.09.2009
Beiträge
6.005
Reaktionen
71
Hallo,

so eine Situation ist immer beschissen...:(
Bei mir war es vor Weihnachten ein Meerimädel, bei dem ich den Schritt gehen musste. Sie hatte einen Zahn gezogen bekommen aufgrund eines Abzesses. Zwei Tage lang ging es ihr nach der OP wirklich gut, sie hat gefressen und Eiter kam auch kaum welcher nach...leider hat sie dann Durchfall bekommen, das Antibiotikum wurde abgesetzt, es ging ihr sehr schlecht. Dann wieder eine kurze Erholung, kein Durchfall und ein bisschen Lust auf Fressen. Naja, das hielt auch nur zwei Tage, dann lag sie eigentlich nur noch unter der Rotlichtlampe, sie mit Päppelbrei zu füttern war für uns beide eine Quälerei, alleine hat sie gar nicht mehr gefressen. Einzige Option wäre eine OP gewesen, bei der ihr ganzer Kiefer offen gelegt werden sollte und offen bleiben sollte, was gehießen hätte wochenlang auf Handtüchern, wochenlang jeden Tag an ihrer Wunde herummachen, wochenlang zufüttern und noch nicht mal eine 50% Chance, dass es wirklich was gebracht hätte...ich hab ihr einfach am Morgen des entscheidenden Tages in die Augen gesehen und gewusst, dass es nicht mehr geht...ich habe Nächte lang nicht geschlafen, hin und her überlegt, ob ich zu früh aufgebe, ob sie nicht doch eine Chance hat, aber irgendwie habe ich es ihr dann doch plötzlich einfach angesehen...es ging nicht mehr, sie sah mich an und ich wusste, sie hält sich nur noch so wacker auf den Beinen, weil es ihr Instinkt es ihr sagt und nicht weil sie wirklich will...

Es gibt kein Patentrezept für solche Situationen, leider...ich musste schon so oft entscheiden und manchmal habe ich auch das Gefühl gehabt falsch entschieden zu haben...aber woher soll man das im Nachhinein wissen...
 
Cidre

Cidre

Registriert seit
25.12.2010
Beiträge
398
Reaktionen
0
Als ich 5 war, kam ein Kater in unsere Familie, der sich jedoch sehr schnell zu "meinem" Kater entwickelte, weil ich mich komplett um ihn kümmerte.

Nun, 13 Jahre später, bin ich 18 - und er tot.

Das alles fing anfang Dezember 2010 an, er humpelte, wir gingen zum TA, alles halb so schlimm. (Den Mittelteil erspare ich euch.) Es stellte sich dann aber raus, dass er einen Walnussgroßen Lungentumor hat und chronische Niereninsuffizienz im sehr fortgeschrittenen Stadium.

Mein innerer "Kampf" streckte sich über 9 Tage: Wann ist der richtige Zeitpunkt ihn zu erlösen?

Meine Mutter wollte es gleich am 1. Tag, ich fühlte mich überrumpelt und überhaupt nicht bereit dazu. Dem Kater gings den Umständen entsprechend gut.

Ganze 8 Tage sah mein Tag so aus:
  • aufwachen und hoffen, dass er in der Nacht von selbst gegangen ist (hoffnung wurde nicht erfüllt)
  • In der Schule den entschluss fassen, nachmittags den TA anzurufen
  • Nach hause kommen, freudig vom kater begrüßt zu werden
  • den plan mit dem TA verwerfen
  • so viel Zeit wie möglich mit dem Kater zu verbringen
  • gemeinsam mit dem kater schlafen gehen und ihn anflehen und zu hoffen und zu beten, dass für immer einschläft.
Und das ganze immer wieder und wieder und wieder von vorne.

Mir war bewusst, er wird unweigerlich von uns gehen, und so konnte ich mich von ihm verabschieden und mich sozusagen darauf einstellen, aber als er am letzten tag wieder aufwachte und ich nun handeln musste, ging es mir elendig schlecht.


Er ist dann auf meinem Schoß zuhause mit tierärztlicher Hilfe engeschlafen und am nächsten Tag bei uns beerdigt.


Ich weiß es war die beste, die vernünftigste Entscheidung, aber dennoch mache ich mir Vorwürfe, und habe trotzdem das Gefühl, dass es falsch war.


Das ist mittlerweile 1,5 Monate her, aber der Verlust macht mir noch immer sehr zu schaffen.
 
Sternlein

Sternlein

Registriert seit
09.12.2009
Beiträge
834
Reaktionen
0
Hallo Kasary,

das Deine Frettchendame so krank ist und es dem Ende zugeht, tut mir total leid für Dich. Ich weiß selbst wie schmerzlich solch eine Zeit ist und wünsche Dir viel Kraft für diese und die kommende Zeit.

Ich stand schon oft vor der Frage ob ich den "richtigen" Zeitpunkt zur Erlösung erwische. Bei einem meiner Tiere (Ratte) war ich in der gleichen Situation wie Du jetzt. Das Tier war schon lange krank, über die Lebensprognose hinaus und ich machte in diesem Zeitraum hier im Forum einen Thread mit den gleichen Gedanken. Täglich fragte ich mich: "Quäle ich mein Tier wenn es noch am leben bleibt? Wäre eine sofortige Erlösung vielleicht doch zu früh? Würde ich meinem Tier einige Tage einfach so nehmen wenn ich eventuell verfrüht erlösen lassen würde?"
Eines abends ging ich dann zum Käfig. Meine Ratte kam nicht -wie gewöhnlich trotz sehr schlechter Verfassung- zum fressen raus. Sie lag einfach nur da, teilnahmslos und so schwach das sie nicht mehr laufen konnte. Sie blickte mich an, ich blickte sie an (*heul* da muss ich jetzt noch weinen wenn ich dran denke) und da wusste ich das der Zeitpunkt gekommen war. Wir fuhren zum Nottierarzt.

Irgendwie war es bei all meinen Tieren immer so das ich mir zuvor viele Gedanken machte und der "richtige" Zeitpunkt letztlich dann doch immer ersichtlich und spürbar war.

Ich muss zugeben das mir die richtigen Worte fehlen. Gibt es in solch einer Situation überhaupt die "richtigen" Worte die einem den Schmerz erleichtern? Ich glaube eher das es diese nicht gibt.
Manchen hilft es in solch einer schwierigen Phase (und auch später) zu reden und zu schreiben was das Zeug hält. Sich immer und immer wieder zu wiederholen und sich immer wieder mit zu teilen, hilft vielen zumindest ansatzweise.
So versuche auch ich mit schwierigen Zeiten (seien es sehr kranke Tiere oder die Zeit danach) um zu gehen.

Liebe Grüße,
Sternlein
 
Nienor

Nienor

Registriert seit
04.11.2008
Beiträge
37.472
Reaktionen
104
Die Entscheidung, wann der letzte Weg richtig ist, ist immer schwer ..
Wenn die Tiere sichtbar leiden, ist es eindeutig, aber ist es dann nicht schon zu spaet ?
Haette man ihnen das Leiden nicht ersparen koennen ?
Persoenlich habe ich bisher erst einmal die Entscheidung treffen muessen (die 2 Katzen im Kindesalter zaehlen nicht, da entschied meine Mutter bzw der Tierarzt). Und ja, auch ich hoffte jeden Abend, dass sie doch von allein gehen mag, in Gesellschaft ihres Rudels .. aber sie kaempfte. Kaempfte jeden Tag aufs neue - offensichtlich fuer uns .. sie zeigte kaum, dass es ihr schlecht ging ..
Dann verweigerte sie einen Abend das Futter .. also sagten wir, wir lassen sie morgen gehen .. am naechsten Morgen war sie wieder agil, frass, lief rum .. zeigte sich froehlich .. wir liessen sie trotzdem gehen .. es gab keine Chance mehr, dass es ihr besser geht. Es war nur eine Frage der Zeit, dass es ihr wieder so schlecht wie am Vortag geht, sie jegliches Fressen verweigerte und nur noch da war .. das wollten wir ihr ersparen, dann in Leiden zu gehen ..
Tiere leben im Hier und Jetzt, ein Tier weiss nicht, dass es vllt noch 2-3 Tage gelebt haette .. es weiss aber, wie es sich im Moment fuehlt. Ob es etwas leidet oder extrem - wobei sich vor dem richtig extremen Leiden anscheinend koerpereigene Mechanismen einstellen, die den Tod ertraeglicher machen .. aber sollte man so lange Warten, bis es absolut nicht mehr geht ? Oder lieber dem Tier das Leiden ersparen und es gehen lassen, wenn das Leiden da, aber noch ertraeglich ist aber nicht besser werden kann ?

Ich lasse meine Tiere besten Gewissens auch mal 2-3 Tage zu frueh gehen, damit sie in Wuerde gehen koennen. Das bin ich ihnen schuldig, nicht zu warten .. Es tut zwar ein wenig mehr weh .. aber wenn der Schmerz der Trennung langsam nachlaesst, fuehlt man, dass es richtig war, dem Tier die absehbaren Schmerzen zu ersparen ..

Das bezieht sich aber eher nur auf kranke Tiere, deren Zustand sich in absehbarer Zeit - und zwar wenigen Tagen - akut verschlechtern wird .. aber gluecklicherweise ist nicht allen Tieren dieses Schicksal bestimmt, sodass es auch Tiere gibt, die friedlich zuhause entschlafen, ein Tod, der der Euthnasie sicher vorzuziehen ist, wenn es wirklich ein friedlicher und kein leidvoller Tod ist ..
 
Kasary

Kasary

Registriert seit
24.08.2009
Beiträge
3.080
Reaktionen
0
Huhu,

vielen Dank für eure Beiträge.
Ich hab Zoe am 18.01 gehen lassen müssen und es war tatsächlich so, das ich an diesem Tag das Gefühl hatte, jetzt sei der Moment gekommen.
Am Abend zuvor kam meine Schwiegermutter extra nochmal runter und verabschiedete sich von ihr, da ich ja eigentlich stündlich mit ihrem Ableben gerechnet hab. Meine kleine Maus lief kurz herum, suchte dann aber sofort den Körperkontakt und verkroch sich im Schlafanzug meiner SchwiMu. Und trotzdem saß ich ganz ratlos da und wusste nicht, wann ich die Entscheidung treffen sollte.

Am nächsten morgen, als ich ins Zimmer kam und wie die letzten Tage gehofft hatte, sie läge bereits tot in der Ecke, vielleicht eingekauert zwischen den Anderen Frettchen, da fand ich sie nahezu lethargisch in der Box. Sie konnte sich nichtmal mehr zusammenrollen und als sie mich mit leerem Blick ansah, da wusste ich, jetzt muss es sein. Ich rief den Tierarzt an und wir bekamen einen Termin für den Mittag.
Zusammen mit einer Freundin und allen anderen Frettchen fuhren wir hin.
Die Lethargie war zwar verschwunden, vielleicht war das ihre Bitte an mich, aber von einem neugieren, frechen Frettchen war nichtsmher zu erkennen. Recht teilnahmslos saß sie in meinem Pulli und schaute die Fahrt nur starr nach vorne. Sie hatte mit sich selbst schon abgeschlossen...

Beim Tierarzt durften die anderen ein letztes Mal zu ihr. Sie bekam die Narkosespritze und kletterte mit in die Box, wo sie dann unter, bzw. zwischen ihren Frettchen einschlief. Für die endgültige Spritze nahm ich sie dann wieder heraus und hielt sie im Arm. Es war alles unendlich friedlich und für mich ehrlich gesagt auch sehr erleichternd.
Abends wurde sie dann im Garten beigesetzt.

Sie fehlt sehr, aber ich weiß, das es die richtige Entscheidung war.
Schmerzen hatte sie keine, das hat mir die TÄ nochmal bestätigt. Sie war lediglich schlapp und teilnahmslos und aufgrund ihres Tumors nichtmehr in der Lage die Erkältung selbstständig auszukurieren.

Liebe Grüße
 
B

Bartagame18

Registriert seit
01.02.2011
Beiträge
4
Reaktionen
0
Vor ca 5 Stunden ist das Bartagamen männchen Jason von uns gegangen.
Der Kleine hatte laut TA einen Herzfehler.
Heute morgen lag er ziemlich schwach auf seinem
"Lieblingsfels" TA meinte abwarten aber er würde
es warsch nicht schaffen. Er hatte mir schon
vor einem Jahr gesagt das Jason nicht mehr lange leben
würde da sein Herz nicht richtig arbeite.

Jason ist nur 3 Jahre alt geworden.:(

Ihm gings nie so gut wie Freddy er war immer etwas mager.
Trotz guter Fütterung. Und war auch ansich viel langsamer
aufgrund seines Geburtsfehlers.

Ich erinner mich noch an den Tag als ich den kleinen
zusammen mit Freddy meinem zweiten Mänchen bekommen
habe. Ich konnte die Nacht davor nicht schlafen habe immer wieder
kontrolliert ob die Werte im Terra stimmen etc.
Und dann voller Freude zum Züchter und die Kleinen abgeholt.
Ich saß stundenlang vom terra und habe zugesehen, wie er
sich verhielt.
Ich habe Ihn eine ganze Zeit begleitet aber den letzten Weg
musste er alleine gehen.

Und nun ist er fort ich werde Ihn morgen beerdigen.
Ich hoffe da wo er jetzt ist gehts ihm gut.

Requiescat in pace
Rest in Peace
Ruhe in Frieden kleine Bartagame
 
seven

seven

Registriert seit
24.12.2006
Beiträge
33.870
Reaktionen
10
Kasary und Bartagame, das tut mir sehr Leid :(

Ich kann mich eigentlich nur Nienor anschließen - es ist immer sehr schwer, ein geliebtes Tier gehen zu lassen....
Wir hatten ja ein paar Jahre lang Mäuse und Ratten - die haben von Natur aus eine ziemlich kurze Lebenserwartung, außerdem sind sie noch ziemlich krankheitsanfällig, v. a. Tumore sind da gern gesehen *seufz*

Wir haben daher ziemlich oft Abschied nehmen müssen, und wir haben es so gehalten, wie Nienor gesagt hat: Die Tiere zeigen ihr Leid meist erst sehr spät. Eigentlich schon zu spät. Und sie leben im Hier und Jetzt, sie wissen nicht, dass sie vielleicht noch ein paar schöne Tage hätten haben können (und wer will beurteilen, ob diese Tage wirklich schön gewesen wären, wenn man so einen Tumor mit sich herumschleppt oder sich das halbe Fell weggefressen hat...)
Durch die Mäuse und Ratten mit ihrer Kurzlebigkeit haben wir unsere Einstellung überdacht... Da ging´s dann nicht mehr darum, den Tieren möglichst LANGE ein schönes Zuhause zu bieten - sondern den Tieren möglichst lange ein SCHÖNES Zuhause zu bieten... Und das bedeutete dann eben auch, sie gehen zu lassen, wenn es an der Zeit war... Natürlich haben wir oft genug Rotz und Wasser geheult, wenn wir mal wieder zum Einschläfern in der TA-Praxis standen. Aber am Ende waren wir dann doch erleichtert, dass die Tiere nicht (weiter) leiden mussten. (Was jetzt nicht heißt, dass wir bei jedem Pups sofort zum Einschläfern gerannt sind - wir haben natürlich schon geschaut, wie es dem Tier geht, wie es sich verhält etc..... aber wir haben nach 2 unheilbaren Kratzmäusen, die sich selber quasi aufgefressen haben und wo wir viel herumexperimentiert haben, bei der 3. Maus mit den gleichen Symptomen eben schneller gehandelt und diese ganzen Strapazen der Maus eben einfach nicht mehr zugemutet, weil es aus Erfahrung eben leider nix gebracht hat außer Schmerzen....)

Unsere Katzen sind derzeit allesamt fit und munter - und ich denke, das wird dann ein noch schwererer Gang, eben weil sie ja auch viel länger leben und einen schon eine lange Zeit im Leben begleiten - aber auch einer Katze möchte ich unnötigen Schmerz und Leid ersparen und hoffe, dass ich, wenn es mal so weit ist, den "richtigen" (den gibt es wohl nie) Zeitpunkt treffe, sie erlösen zu lassen... Davor graust´s mir allerdings auch jetzt schon sehr....

LG, seven
 
*Mischling*

*Mischling*

Moderator
Registriert seit
21.01.2011
Beiträge
30.953
Reaktionen
3
Ich habe meinen Hund durch einen Unfall sehr plötzlich verloren vor einem Monat und weiß immernoch nicht so recht, wie ich damit umgehen soll. Es kam sehr plötzlich und ich gebe mir auch die Schuld dafür, egal wie oft man mir sagt, ich könne nichts dafür, um mich zu trösten. Ich denke, man braucht hauptsächlich Zeit. Zeit, um sich mit dem was passiert ist abzufinden und es zu verarbeiten, Zeit um sich an die neue Situation zu gewöhnen und schlussendlich auch Zeit, um den Abschied so zu sagen zu vergessen und sich nur noch an die schönen Dinge zu erinnern.
Ich habe in letzter Zeit die Erfahrung gemacht, dass es besser wird, wenn man sich langsam immer mehr an die schönen Dinge zu Lebzeiten des Tieres erinnert, und schließlich will man das ja auch nie vergessen. Es tut irgendwann sogar gut, sich fröhlich an die schönen Momente zu erinnern, etwas nostalgisch zu sein und wenn man an diesen Dingen festhält, wird einem bewusst, was für ein schönes Leben das Tier hatte und auch wenn es gehen musste lebt man in der Gewissheit, dass es bis dahin die schönstmögliche Zeit hatte und man dem Tier alles gegeben hat. Irgendwann kann ich vielleicht wieder ruhig schlafen und denke nur daran, dass er ein erfülltes Leben hatte und auch wenn er den Tod nicht verdient hatte bin ich im Moment so weit einzusehen, dass es wenigstens schnell ging, denn ein leidiges Dahinsichen wünscht man keinem Tier. Auch wenn der Abschied schwer und viel zu früh war, war er wenigstens nicht mit Schmerzen verbunden.

Ich denke mal, jeder geht mit seiner Trauer anders um, manchen hilft es, sich auf etwas neues zu konzentrieren, andere brauchen erst einmal Abstand von allem. Keines von beiden heißt, dass man sein Tier nicht geliebt und geehrt hat, sondern nur, dass man versucht, mit seiner Trauer fertig zu werden und dann schließlich sein Tier in freudiger Erinnerung behält, wie er oder sie das auch verdient hat und sich für seinen Halter bestimmt gewünscht hätte.
 
90Jenny06

90Jenny06

Registriert seit
01.01.2010
Beiträge
1.568
Reaktionen
0
Ich weiß auch wie das ist.
Man Sitz da vor seinem Tier und bitte um ein Zeichen, um ein Zeichen, welches Sagen soll "Erlöse mich, bitte".
Ich habe meine erste Erlösung (zum Glück) erst spät vollziehen müssen.
Da war ich etwa 15 oder 16 Jahre alt gewesen.
Es war ein Wellensittich, aber es war mein erster Alleiniger Welli gewesen und so hatte ich mit ihm eine ganz besondere Beziehung.
Er musste schon ziemlich früh in seinem Leben leiden, aber als ich dachte, er habe es überstanden (er hatte auslaufendes Kammerwasser), kam es natürlich ganz anders.
Ca. 3 Monate nach seiner OP, welche ihm eigentlich sehr geholfen hatte und ich dachte er habe es nun endgültig überstanden, kamen dann erst die eigentlichen Folgen des auslaufenden Kammerwassers zum Vorschein. Er bekam Krämpfe und konnte sich nicht mehr bewegen, da er mich auch nicht mehr ansah, hatte ich den Entschluss gefasst, ihn erlösen zu lassen.
Es war schwer nach über 2 Jahren Kampf mit dem Kammerwasser, wo man dachte, er habe es überstanden, ihn im endeffekt doch wegen dieser Verletzung gehen lassen zu müssen.
Aber da habe ich auch den größten Fehler meines bisherigem Lebens gemacht (bin fast 21).
Ich war aus dem Behandlungszimmer gegangen und war bei seinem letzten Weg, über die Regenbogenbrücke, nicht dabei gewesen.
Das werfe ich mir heute immer noch vor und fange immer an zu weinen an, wenn ich daran denke, mir die Krankheitsgeschichte durch lese (auf eine sehr bekannten Wellensittich Seite) oder darüber wie jetzt schreibe.
Meine anderen Wellensittiche sind (auf einer Art und weise zum Glück) bei mir in der Hand verstorben, sie hatte sich bei mir immer erst verabschiedet, hatten sogar gewartet würde ich sagen, bis ich aus der Schule kam, um sich zu verabschieden um dann in meinen Händen über die Regenbogenbrücke zu gehen.

Aber sollte ich irgendwann mal wieder vor einer Einschläferung stehen, werde ich bei meinem geliebten Tier dabei bleiben!
Den Fehler würde ich nie, aber wirklich nie wieder machen und in diesem Zusammenhang, benutze ich bewusst das Wort "Nie" auch wenn man niemals sagen sollte, aber in diesem Punkt bin ich mir so sicher, dass ich es ruhig bedenkenlos benutzen kann!


@Kasary & Bartagame18
Es tut mir sehr leid, ich fühle mit euch, fühlt euch getröstet!



Lieben Gruß
Jenny
 
_Hasi__

_Hasi__

Registriert seit
25.02.2010
Beiträge
1.825
Reaktionen
0
Ich musste letzten Sommer meine Klopfer (Kaninchen) einschläfern lassen.
Sie war ein Deutscher Riese und mein erstes Kaninchen.
Damals kannte ich mich noch überhaupt nicht mit Artgerechter Haltung aus.
Klopfer lebte bei meinen Opa.
Sie war ab und an in den Ferien bei mir,
und zwischendurch 1 Jahr.
2 Tage bevor sie starb,
waren wir mit Oma und Opa essen,
und ich hatte es geschafft Mama und Papa zu überreden das Klopfer für den Rest der Ferien kommen kann..
Am nächsten Tagholten wir sie also nach dem Frühstück ab.
Ich setzte sie in ein Gehege, setzte mich zur ihr und wollte grad mit ihr kuscheln,
als Papa kam.
Er meinte das Mama und Papa eine Fahrradtour machen und ich mit soll.
Ich protestierte erst, doch dann bin ich freiwillig mitgefahren,
weil ich wusste das ich es eh gemusst hätte.
Als wir am Abend (haben Fahrräder auf Auto gemacht, sind weiter weg gefahren)
wieder kamen war alles wie immer.
Ich hab die Kaninchen gefüttert und hab mich erschöpft ins Bett gelegt.
Am nächsten morgen waren Mama und Papa schon losgefahren,
da Bekannte von uns eine Feier hatten und darum baten,
das Mama und Papa aufräumen helfen.
Ich bin dann halt raus und wollte die Kaninchen füttern.
Klopfer lag unter dem Kratzbaum,
ich wusste gleich das was nicht stimmte.
Ich machte schnell das Futter in den Napf und ging zu ihr.
Sie konnte nicht aufstehen.:(
Mama und Papa kamen natürlich erst zum Mittag nach Hause.
Wir sind dann mit ihr sofort zum TA gefahren.
Ich streichelte sie die ganze Zeit,
denn ich hatte das Gefühl das dass die letzten Minuten sind die ich mit ihr verbringen würde.
Wir wurden nun endlich aufgerufen, gingen in das Zimmer.
Der TA sah sie sich genau an,
an ihren Hinterläufen hatte sie keine Reaktion mehr.
Schließlich wurde sie geröncht.
Ich musste schon weinen als wir das "Rönchzimmer" betraten.
Das Bild war eindeutig Athrose.
Der TA meinte das er keine Heilungsmöglichkeiten mehr sieht...
Ich stellte ihre Transportbox auf den Tisch,
kuschelte sie durch,
sagte ich Liebe dich,
und dann bin ich gegangen.
Ich hätte nicht sehen können wie sie stirbt.

 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Thema:

Wenn es Zeit ist, Abschied zu nehmen...

Wenn es Zeit ist, Abschied zu nehmen... - Ähnliche Themen

  • Mal wieder Kleine-Kätzchen-Zeit

    Mal wieder Kleine-Kätzchen-Zeit: So lieb unsere Luna ausschaut, wenns um Katzen geht (allen ausser Kitty natürlich), wird sie zur Bestie. Am Wochenende lag mal wieder ein totes...
  • Welches Tier bei wenig Zeit

    Welches Tier bei wenig Zeit: Hallo Leute :) Wie man aus meinem Titel schon sicher herauslesen kann suche ich mir ein Haustier welches auch mit wenig Zeit des Halters auskommt...
  • Welches Haustier bei eher wenig Zeit?

    Welches Haustier bei eher wenig Zeit?: Hallo zusammen, ich bin neu hier und wäre froh für Tipps, falls ich was falsch mache:D. meine Frage ist aber: welches Haustier passt zu mir, wenn...
  • Immer um die gleiche Zeit?

    Immer um die gleiche Zeit?: Huhu, füttert ihr eure Tiere immer um die gleiche Zeit? Habt ihr euren Tagesablauf wegen der Tiere irgendwie umstellen müssen? Meine Mäuse...
  • Immer um die gleiche Zeit? - Ähnliche Themen

  • Mal wieder Kleine-Kätzchen-Zeit

    Mal wieder Kleine-Kätzchen-Zeit: So lieb unsere Luna ausschaut, wenns um Katzen geht (allen ausser Kitty natürlich), wird sie zur Bestie. Am Wochenende lag mal wieder ein totes...
  • Welches Tier bei wenig Zeit

    Welches Tier bei wenig Zeit: Hallo Leute :) Wie man aus meinem Titel schon sicher herauslesen kann suche ich mir ein Haustier welches auch mit wenig Zeit des Halters auskommt...
  • Welches Haustier bei eher wenig Zeit?

    Welches Haustier bei eher wenig Zeit?: Hallo zusammen, ich bin neu hier und wäre froh für Tipps, falls ich was falsch mache:D. meine Frage ist aber: welches Haustier passt zu mir, wenn...
  • Immer um die gleiche Zeit?

    Immer um die gleiche Zeit?: Huhu, füttert ihr eure Tiere immer um die gleiche Zeit? Habt ihr euren Tagesablauf wegen der Tiere irgendwie umstellen müssen? Meine Mäuse...