Über den Sinn und Unsinn von "Aus"/"Nein"

Diskutiere Über den Sinn und Unsinn von "Aus"/"Nein" im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo, ich stell ja gern mal was in frage und mache mir über Sinn und Unsinn in der Hundewelt so meine Gedanken. Heute ist ein Kommando dran...
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Fini

Fini

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Hallo,
ich stell ja gern mal was in frage und mache mir über Sinn und Unsinn in der Hundewelt so meine Gedanken.
Heute ist ein Kommando dran, schon lange frage ich mich wie viel Sinn es eigentlich macht. Jetzt werden die ersten denken, "so`n Quatsch, Aus ist wichtig." Verstehe ich erst mal.
Ich sehe aber letzter Zeit den Sinn in diesen Kommando nicht mehr.

Nur um das klar zustellen ;) : das der Hund etwas hergibt bzw. loslässt was er im Maul hat, finde ich nach wie vor absolut wichtig! Keine Frage, das benutze ich auch und brauch es auch!
Aber das typische Abbruchkommando, dass in der Theorie den Sinn hat das der Hund eine Aktion sein
lässt - macht für mich immer weniger Sinn je länger ich drüber nach denke.

Warum?
1. Die Art wie es oft angelernt wird, hat für mich wenig mit dem letztlich gebrauchten Kommando zu tun. Das gilt für fast alle mir bekannten Möglichkeiten. Man kann das Kommando fast nie so anlernen, wie es später gebraucht wird.
"Aus" bzw., "Nein" wird oft sogar in sämtlichen und (für den Hund) völlig unterschiedlichen Situationen angewendet. Von daher denke ich nicht, dass der Hund so stark generalisieren kann, dass er das Abbrechen in jeder Situation kennt. Hunde können u.U. gut generalisieren, aber das ist hier kaum möglich.
Vielleicht irgendwann mal, wenn er alt ist und irgendwann gelernt hat, dass "Aus" so vieles heissen kann, weil er alles schon einmal durchgemacht hat.

2. Wann wird denn "Aus" verwendet? Ja richtig, wenn der Hund etwas macht, was er nicht soll. Davor waren wir ruhig. Nun macht der Hund was verbotenes und wir überhäufen ihn mit Aufmerksamkeit. Ok, vielleicht ist nicht jeder Hund so "Aufmerksamsgeil", aber viele Hütehund (wie auch Kira) finden das geradezu grandios ;) und lernen Blitz schnell wie sie das für sich verwenden können und schon wird Fehlverhalten unbewusst bestärkt. Nicht in allen Fällen! Aber sicher öfter als man denkt.

kann ich unerwünschtes Verhalten nicht anders umgehen bzw. gar nicht erst heraus fordern? Muss ich bei einem pöbelnden Hund nicht an grundlegenden Ursachen arbeiten, als "Nein" zu rufen?

3. Wie oft klappt "Aus"? Ganz ehrlich?
Ich kenne nicht viele bei denen "Aus" a.) vom Hund tatsächlich verstanden wurde, b.) auch wirklich klappt. Viele sagen beim Welpen schnell, der hört bei Aus auf. Richtig, erst mal ist er verblüfft und schaut was der Mensch denn möchte, und unterlässt kurz das was er tut, aber später wird das nicht mehr klappen.

Für mich sind Punkt 1 und 2 die Hauptkritikpunkte. Ich muss auch sagen, dass ich so ein Abbruchkommando bei Kira auch nicht mehr benutze, schon länger nicht mehr. Ich brauche es nicht, ich wüsste nicht in welchen Situationen?
"Nein" haben wir auch als Kommando! Allerdings bedeutet das nur: heraus geben/fallen lassen (und dann gibts was besseres). ;)

So... uiuiui, jetzt war ich aber sehr kritisch. :mrgreen: Jetzt könnt ihr eure Meinung sagen. Mich würde interessieren:

1. Wann verwendet ihr "Nein"/"Aus"?
2. Was bedeutet es bei euch genau?
3. Wie habt ihr es beigebracht?
4. Bringt es euch was?


LG
 
20.01.2011
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Hast du schon mal die Tipps vom Hundeflüsterer gelesen? Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem!?
Smykke

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1. Wann verwendet ihr "Nein"/"Aus"?
Ich verwende "nein", wenn sie z.B. nicht zu einem anderen Hund rennen soll. Über die Straße oder anderweitig "gefährlichen" Situationen. Oder wenn Stella etwas hat, was sie nicht haben darf. Schuhe, meine Plüschtiere usw.
Mit "aus" habe ich, wie in einem anderen Thema geschildert, meine Not. Ich weiß nicht, wie ich es Stella beibringen soll.
2. Was bedeutet es bei euch genau?
"Nein" bedeutet, dass sie etwas nicht darf. Und "aus" soll heißen [wenn ich's überhaupt mal gebacken kriege, es ihr beizubringen :eusa_doh::roll:], dass sie still sein soll. Weil ich nicht möchte, dass sie andere Hunde, Personen ankläfft. Oder bellt, wenn jemand an der Wohnungstür ist.
3. Wie habt ihr es beigebracht?
"Nein" habe ich ihr wie folgt beigebracht: Zu allererst habe ich Stella beigebracht, überhaupt auf ihren Namen zu reagieren. Ich verwende das Kommando gemeinsam mit ihrem Namen ;)
Tja und "aus"? Wie bringt man das bei? :uups:
4. Bringt es euch was?
Ja, ich denke schon. Stella rennt nicht einfach so über die Straße - also Gefahrenverhütung, die ja sekundär ist.
 
Pewee

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Mhh also nach langem Grübeln muss ich sagen: Ich verwende dein kritisiertes "aus" gar nicht mehr wirklich :eusa_think:
Früher habe ich es als "pfui" vor allem in der Welpen- und Junghundphase meiner beiden benutzt, da sie in der Zeit besonders "verfressen" waren. Aber bei Jerry habe ich es seit bestimmt 5 Jahren nicht mehr benutzt und bei Hanna brauche ich es schon seit ein paar Monaten nicht mehr wirklich.

Das "aus" verwende ich für das Fallenlassen von Arbeitsgeräten, sprich Dummy und Spielzeug.
Wirkt zunächst recht identisch mit dem Pfui, aber irgendwie kannten sie den Unterschied. Bei den Arbeitsgeräten waren sie viel aufmerksamer (gab halt auch Spiel und Spaß), bei "pfui" ist man einfach weiter gegangen, oder ließ es fallen und ging weiter.

Dann gibt es bei mir noch das "lauf". Wenn sie z.B. mit Hunden spielen und ich möchte irgendwann weiter, rufe ich den Namen und das Kommando dazu. Ist jetzt die Frage, inwiefern das ein Abbruchsignal ist :eusa_think: Zumindest hole ich sie aus der Situation raus.

Ich finde es lustig, dass mir gerade klar wurde, dass ich unerwünschtes Verhalten meist gar nicht erst zulasse, oder zumindest ignoriere. Zum Beispiel in Hannas Pöbelphase kam mir auch nie ein "nein" über die Lippen, ich bin halt einfach weiter gegangen.
Bevor sie auf die Idee kamen, etwas so zu fixieren, dass sie kurz davor sind, es zu fressen, hole ich sie schon aus der Situation raus. Das war mich irgendwie gar nicht so bewusst, denn das Wörtchen "pfui" liegt dennoch in meinem Wortschatz.

Zur ersten Kritik: Vielleicht kann der Hund die Situationen nicht generalisieren, aber meinst du nicht, er versteht an sich, was das Kommando besagt? Wird der Hund nicht wissen "ok, Frauchen sagt "aus", also sollte ich umgehend mit dem aufhören, was ich tue"?

Zur zweiten Kritik: Fände ich nur konsequent, wenn ein Hund das ausnutzt. Das ist auch eine Situation, die der Rütter sehr oft anspricht und ich glaube, gerade bei Hanna wäre es schwierig, wenn ich ständig auf ihre Dinger eingegangen wäre.
 
silbermond

silbermond

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1. Wann verwendet ihr "Nein"/"Aus"?
"nein" ist bei mir ein abbruchstkommando. ich verwende es wenn er das was er gerade im begriff zu tun ist sein lassen soll
"aus" verwende ich wenn er etwas hergeben soll was er im mund hat

2. Was bedeutet es bei euch genau?
siehe oben

3. Wie habt ihr es beigebracht?
mittels leckerli
das "nein" haben wir mittels ablenkung gelernt, also "nein" gesagt und ihn dann mit einem leckerli dazu "gezwungen" das was er gerade tun wollte sein zu lassen

beim "aus" haben wir tauschgeschäfte gemacht, ebenfalls mit leckerli

4. Bringt es euch was?

natürlich
 
Valkyrja

Valkyrja

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Ich finde es gut, dass du das mal hinterfragst!

1. Wann verwendet ihr "Nein"/"Aus"?
"Nein" habe ich bei meinem Pflegehund z.B. verwendet, wenn er aufs Bett wollte, da er das nich durfte. "Aus" benutze ich bei meinem jetzigen eigenen Hund z.B., wenn er den Ball fallen lassen soll. "Nein" scheint er von seiner Vorbesitzerin nicht zu kennen, ist auch nicht notwendig, da ich bei ihm mit Ablenkung arbeite.

2. Was bedeutet es bei euch genau?
"Nein" bedeutet für mich, dass ein Hund dadurch mit unerwünschtem Verhalten aufhört. Unter "Aus" verstehe ich, dass ein hund das, was sich ins einem Maul befindet, fallen lässt (nicht negativ behaftet).

3. Wie habt ihr es beigebracht?
"Nein" habe ich ihm zum Einen direkt beigebracht, indem ich ein Leckerli in die Hand genommen habe und "Nein" gesagt und ihn immer, wenn er nicht versucht hat, an dasLeckerli zu kommen, mit Stimme gelobt und ihm dann das Leckerli gegeben habe. Wobei es sicher bessere Methoden gibt, die für den Hund eindeutiger sind, die ich da aber nicht kannte. Und beiläufig hat er es dadurch gelernt, dass, z.B. wenn er auf's Bett springen wollte, ich "Nein" gesagt, ihn vom Bett geschoben und kurze Zeit ignoriert habe.
"Aus" hat seine Vorbesitzerin meinem Hund beigebracht.

4. Bringt es euch was?
"Nein" hat mir, wie gesagt, insofern etwas gebracht, als dass er nicht mehr aufs Bett gegangen ist ;) . Für andere Situationen habe ich Ablenkungsmanöver gebraucht, bzw. gebrauche ich immernoch, mein jetziger darf nämlich aufs Bett.
"Aus" bringt mir jedesmal, dass ich mit meinem Hund enspannt Ballspielen und Co. kann. Auch kann ich ihn dadurch am Stöckchensammeln und -zerkauen hindern.


Allgemein finde ich, dass es äußerst wichtig ist, sich darüber im Klaren zu sein, wofür man welches Kommando genau gebraucht. Ein "Aus" macht keinen Sinn, wenn es fürs Fallenlassen als auch fürs Unterlassen von unerwünschtem Verhalten gebraucht wird. Da muss man sich schon entscheiden. Hunde sind ja keine Hellseher.

Auch ist ein Abbruchsignal für mich nicht gleich Abbruchsignal. "Nein" bedeutet für mich das Unterlassen von unerwünschtem Verhalten. Also von einem Verhalten, das dem Hund grundsätzlich nicht erlaubt ist. Für Verhalten, dass erlaubt ist, nur in dem Moment nicht mehr gewünscht wird (z.B. weiterspielen, weiterbellen etc.) würde ich ein anderes Signal gebrauchen, wie z.B. "Schluss".

Du hast schon recht mit der Kritik, dass es manchen Hunde bloß die gewollte Aufmerksamkeit gibt, wenn man sie mit dem "Nein" anspricht. Bei solchen Hunden macht sowas natürlich nicht so viel Sinn. Ich denke, jeder muss schauen, ob es für seinen Hund passt oder nicht. Und wenn es passt, würde ich es nicht auf sämtliche Situationen beziehen, denn ich sehe das genauso wie du, dass es die Hunde verwirrt.
In so einer Stuation, wie mit dem über die Straße rennen, wie Smykke es z.B. beschrieben hat, würde ich den Hund eher Fuß gehen lassen.
 
nudl

nudl

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hmmm, also bei uns gibt es "nein" und "aus".

"aus" bedeutet lass sofort fallen, was du gerade verspeisen möchtest:D

"nein" dedeutet soviel wie "halt die klappe" sprich, hör auf zu bellen/jaulen.
das kommt erstens zu einsatz, wenn andere Hunde angepöbelt werde zum anderen, weil Miro ein sehr "gesprächiger" Hund ist. Er fängt gern mal an zu quängeln, wenn er was haben möchte oder ihm etwas nicht schnell genug geht:roll:

ansonsten gibt es noch "stop" als abbruchkommando, was bedeutet "bleib stehen". Also wenn der Hund gerade in eine richtung rennt, die mir nicht gefällt oder auch an der leine wenn wir an eine Straße kommen.


Also haben bei mir alle komandos nur eine ganz bestimmte bedeutung. Alles andere halte ich für recht sinnlos.

"Aufmerksamgeil" sind meine Hunde aber gewiss nicht. manchmal finde ich das sehr schade:mrgreen:
 
Loscampesinos

Loscampesinos

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Bei mir ist es genauso wie bei Silbermond.
1. Wann verwendet ihr "Nein"/"Aus"?
"nein" ist bei mir ein abbruchstkommando. ich verwende es wenn er das was er gerade im begriff zu tun ist sein lassen soll
"aus" verwende ich wenn er etwas hergeben soll was er im mund hat
Und es klappt momentan mehr als super und ich bin total stolz, dass wir das geschafft haben.
Da Loulou alles in den Mund nimmt was auch irgendwie so aus sieht als könnte es in den Mund genommen werden, ist es oftmals schwierig das vorher abzubrechen. Deswegen haben wir "aus" perfektioniert und mittlerweile klappt es bei allem.
Wir haben "aus" machen mit ihrem Bällchen geübt, leider mussten wir es des öfteren mit Pfederäpfeln usw. üben, aber es hat funktioniert. ;)

"Nein" ist auch eins unserer wichtigsten Kommandos. :mrgreen: Ich verwende es immer dann wenn sie grade im Begriff ist was zu tun, was nicht getan werden soll.
Geht sie zB zu einer auf der Straße rumflatternden Tüte (heute so erlebt) oä. hin und möchte es in den Mund holen und Frauchen sieht das, kommt ein "nein".
Geht sie zu einer auf der Straße rumflatternden Tüte hin, holt diese in den Mund und Frauchen sieht es erst dann, kommt ein "aus". :mrgreen:

Wenn sie dann die Tüte fallen lässt (aus) oder erst gar nicht mehr weiter hingeht (nein), gibt's als Belohnung ein leckerschmecker Leckerchen.

Für stehen bleiben usw. gibt's andere "Befehle".
Loulou ist ja aber auch noch klein und wer weiß wie sich das noch entwickeln wird ;).
 
deutzia

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Nein verwende ich warnend, wenn ich sehe, was mein Hund gerade für einen Unsinn vorhat, also profilaktisch. Aus wenn es nicht geklappt hat...;) Nein Spaß beiseite, Aus heißt, daß sie damit aufhören soll, was sie gerade tut z.B. buddeln, also als "Aktionsabbruch".

Ansonsten habe ich festgestellt, daß ich mit dem Hund nicht mit üblichen Befehlen arbeite, sondern mit ihr "rede". Sie rennt ja immer ohne Leine, also sage ich ihr "Warte" wenn sie sofort stehen bleiben soll, was sie auch macht.
Ich wundere mich, daß sie partou nicht "Platz" macht, das aber das sofort tut, wenn ich sage "Leg dich hin". Und das paradoxe ist, daß mir das selber nicht mal aufgefallen ist. Mein Mann sagte mir nur neulich " Was beklagst du dich, wenn du die richtigen Begriffe nie verwendest. Und deswegen denke ich, daß es doch letztlich ganz egal ist, was man für Begriffe verwendet, wenn es immer die gleichen sind. Ach ja, wenn sie bellt, sage ich eigentlich immer nur "Halt die Klappe"...
 
DyingDream

DyingDream

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...

1. Nein/Aus verwende ich, um ein Verhalten im Vorfeld zu unterbinden oder als Abbruchsignal.
2. Nein = Allgemeingültig um den Hund darauf aufmerksam zu machen, dass sein Verhalten in die falsche Richtung geht. (Will der Hund also etwas aufnehmen gibt es das Nein, bevor etwas aufgenommen wird.)
Aus = verwende ich lediglich, wenn der Hund etwas aus dem Maul herausgeben soll.
3. Nein = durch häufiges Anwenden und dem praktischen unterbinden. Aber auch ganz direkt, indem ich ein Leckerli vor die Schnauze gehalten habe und wenn der Hund es sich nehmen wollte gab es ein ‚Nein’ und die Hand wurde geschlossen. Hielt er beim ‚Nein’ Abstand, durfte er das Leckerli mit einem ‚nimms’ nehmen. Dazu verschiedene andere Übungen.
Aus = Spielerisch mit Tauschgeschäften oder ggfl. dem kurzen Öffnen des Mauls.
4. Ja. Beide ‚Kommandos’ bringen uns relativ viel. Es kann immer mal sein, dass der Hund etwas aufnimmt was er nicht soll. Da haben meine Hunde auch aus der Entfernung schnell zu reagieren. Was das ‚Nein’ betrifft halte ich es hier ja relativ allgemeingültig. Es ist schon praktisch – aber im Grunde genommen könnte ich die Hunde auch einfach mit dem Namen ansprechen, was auch oft reichen würde. ;)

Und wie oft das ‚Aus’ klappt? Beim einen Hund zu 95% und beim anderen zu 99%. Ich bin also durchaus zufrieden damit.
Klar, wenn der Hund es schon runtergeschluckt hat, dann ist es natürlich zu spät. ;D
[FONT=&quot]~§~[/FONT]
 
Engelchen09

Engelchen09

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1. Wann verwendet ihr "Nein"/"Aus"?
aus wird nur verwendet, wenn er etwas aus dem maul fallen lassen soll.
nein ist ein präventives abbruchsignal, z.b. wenn er anstalten macht, einem vogel hinterher zu rennen oder wenn er versucht, essen auf dem tisch anzulecken.

für dinge, die er bereits tut, z.b. papier zerfleddern oder was weiß ich, habe ich noch das wort "schluss".

alle drei befehle betone ich anders.

2. Was bedeutet es bei euch genau?
s.o.

3. Wie habt ihr es beigebracht?
aus über tauschgeschäfte, und nein und schluss beruht auf hundeseite irgendwie auf erfahrungswerte, das hat sich irgendwann einfach manifestiert.

4. Bringt es euch was?
joa :)
 
Nienor

Nienor

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"Aus" bzw., "Nein" wird oft sogar in sämtlichen und (für den Hund) völlig unterschiedlichen Situationen angewendet. Von daher denke ich nicht, dass der Hund so stark generalisieren kann, dass er das Abbrechen in jeder Situation kennt. Hunde können u.U. gut generalisieren, aber das ist hier kaum möglich.
Vielleicht irgendwann mal, wenn er alt ist und irgendwann gelernt hat, dass "Aus" so vieles heissen kann, weil er alles schon einmal durchgemacht hat.
"Nein" habe ich ihm zum Einen direkt beigebracht, indem ich ein Leckerli in die Hand genommen habe und "Nein" gesagt und ihn immer, wenn er nicht versucht hat, an dasLeckerli zu kommen, mit Stimme gelobt und ihm dann das Leckerli gegeben habe. Wobei es sicher bessere Methoden gibt, die für den Hund eindeutiger sind, die ich da aber nicht kannte.
Bei Lesen dieser Saetze erinnerte mich an die Lektuere der Clickertheorie.
Dort wird neben den positiven konditionierten Verstaerkern (Click, Clickwort) auch ein Signal fuer eine falsche Handlung erwaehnt, die man einfuehren kann und dem Hund signalisiert, dass er auf dem falschen Weg ist und so keine Belohnung bekommt.

Wenn der Hund also scheinbar generaliesiert hat, das "Nein" (alternativ auch "Aus" oder meinetwegen "Kaesebroetchen" :003:) in allen Situationen ein sofortiges Aufhoeren bedeutet, hat er das wirklich als "Kommando" wahrgenommen und weiss, dass er durch sofortiges Stoppen belohnt wird - wie auch immer, und sei es durch Umgehung einer "Strafe" ?
Oder merkt der Hund durch das konditionierte Signal, dass sein Verhalten falsch/nicht erwuenscht ist, er so nicht an die Belohnung kommt und deshalb stoppt ?

Ist es also richtig, das "Nein" als "Kommando" anzusehen ?

Das ist jetzt reine Begrifflichkeit, aber ich bezweifle ebenso wie Fini, dass ein Hund das wirklich so extrem generalisieren kann, vor allem, wenn man es nicht explizit so uebt und der Hund es trotzdem scheinbar selbststaendig auf eine komplett andere Situation uebertraegt ..
 
Escaflown

Escaflown

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1. Wann verwendet ihr "Nein"/"Aus"?
Ich verwende diese Worte wenn ich meine Inflagranti dabei erwische wie sie Pampersstibizen will oder Kopfüber in der Mülltonne/Tüte steckt.
Wenn sie beim Spielen etwas hergeben soll (Ball) heist es bei mir: Gib!

2. Was bedeutet es bei euch genau?
Es bedeutet bei uns für den Hund folgendes Abbruch einer MIR underwünschten tat und beim ertönen eines scharfen AUS geht Ginger gleich auf Platz.

3. Wie habt ihr es beigebracht?
Vom Welpe an wenn sie Blödsinn Baut kam ein AUS und Hund wurd auf Platz gebracht. Danach wurd sie Ignoriert während ich die Untat wech räumte.

4. Bringt es euch was?
Mhh den Blödsinn macht sie eigentlich immer wenn ich zu blöde bin und die Pämpers net sofort wech räum oder ich etwas für sie Mega Interessantes im Müll werfe. *grübel*
Also in der Hinsicht bin ich es schuld das sie Scheisse baut.
 
*Collie*

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1. Wann verwendet ihr "Nein"/"Aus"?
"Drop", bzw. "Aus" nehm ich für Apportier- und Suchspiele; "Nein" für Sachen, die er lassen soll oder wo er nicht hingehen soll
2. Was bedeutet es bei euch genau?
"Drop" bedeutet den Gegenstand herzugeben, bzw. ihn auf den Boden fallen zu lassen; "Nein" dient mehr als sofortiges Abbruchsignal, das notfalls auch mal etwas unfreundlicher gesagt wird
3. Wie habt ihr es beigebracht?
Gute Frage ;) Das "Drop" hieß vorher "Aus", aber mein Vater hat ihm das so mies beigebracht, dass er gar nicht verstanden hat, was es bedeutet. Deswegen hab ich dann das englische Kommando eingeführt. Am Anfang hab ich's so gemacht, dass ich mit ihm gezerrt hab und nach dem Kommando das Spiel abgebrochen hab...hat er das Spielzeug dann hingelegt, hab ich's genommen und wieder mit Ole gespielt; das "Nein" hat sich eher so ergeben...
4. Bringt es euch was?
"Nein" wird nur selten gebraucht, ich find's trotzdem wichtig. "Drop" wird täglich mehrmals verwendet (viele Apportier- und Suchspiele)
 
Tompina

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1. Wann verwendet ihr "Nein"/"Aus"?
Um unerwünschtes Verhalten abzubrechen, wobei das bei mir "Schluss jetzt" heißt, gilt für übermäßiges Bellen bei Türklingeln, zu dolles Herumgetobe in der Wohnung, Unmutsbekundungen bei Katzen/anderen Hunden, ins Bett krabbeln wollen, wenn ich gerade aber keine Lust habe etc.

2. Was bedeutet es bei euch genau?
Puh, genau? Naja, der Hund soll aufhören laut oder hibbelig zu sein, also sowas wie "Halt die Klappe", "Lass mich in Ruhe" und/oder "Hör auf zu zappeln"...genau ist das nicht, oder? :roll:

3. Wie habt ihr es beigebracht?
Also ich denke, das meine beiden eher auf meine Stimmlage reagieren, als auf ein bestimmtes Kommando (ich komme auch mit "Aufhören", "Nein" und "Aus" zum Erfolg, wenn ich die richtige Tonlage anwende). Ich spreche dann immer sehr "scharf" (also in Richtung zischen) oder "knurrig" (mit einem Grummeln), sodass es ihrerseits ein "Meideverhalten" dieser Stimmlage gegenüber ist, da ich sofort "Fein" oder "Super" in einer hohen "singenden" Stimmlage sage, wenn sie wirklich mit dem Verhalten aufhören.

4. Bringt es euch was?
Da ich es nicht als Kommando ansehe, also nicht in einer Folge mit "Sitz", "Platz", "Bleib" und Co und es bei mir eigentlich meistens (in 95%) funktioniert, würde ich sagen: JA. :D
 
Valkyrja

Valkyrja

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Wenn der Hund also scheinbar generaliesiert hat, das "Nein" (alternativ auch "Aus" oder meinetwegen "Kaesebroetchen" :003:) in allen Situationen ein sofortiges Aufhoeren bedeutet, hat er das wirklich als "Kommando" wahrgenommen und weiss, dass er durch sofortiges Stoppen belohnt wird - wie auch immer, und sei es durch Umgehung einer "Strafe" ?
Ich denke schon, aber das ist für mich nicht der Sinn von einem "Nein", sondern von "Schluss"

Oder merkt der Hund durch das konditionierte Signal, dass sein Verhalten falsch/nicht erwuenscht ist, er so nicht an die Belohnung kommt und deshalb stoppt ?
So sehe ich das. Das ist für mich der Sinn von "Nein", was aber, wie gesagt, nicht bei allen Hunden Sinn macht.




Ist es also richtig, das "Nein" als "Kommando" anzusehen ?

Das ist jetzt reine Begrifflichkeit, aber ich bezweifle ebenso wie Fini, dass ein Hund das wirklich so extrem generalisieren kann, vor allem, wenn man es nicht explizit so uebt und der Hund es trotzdem scheinbar selbststaendig auf eine komplett andere Situation uebertraegt ..
Es kommt natürlich darauf an wie man es ihm beibringt, damit es später das für ihn aussagt, was der Hund bei dem Wort darunter verstehen soll. Ich finde sowieso, dass man ein "Nein" nur für bestimmte Situationen verwenden soll und nicht für alle möglichen Dinge, die er nicht soll. Das ist schon verwirrend. Deswegen verwende ich es auch nicht mehr. Wenn der Hund im Begriff ist, etwas zu tun, dass er nicht soll, lenke ich ihn lieber ab. Aber wenn ein Hund etwas tut, das man nicht mit Ablenkung verhindern kann, da es immer wieder vorkommt und sich nicht durch z.B. bei Fuß gehen lassen verhindern lässt, wie z.B. aufs Bett springen, kann man mit dem "Nein" Verbote deutlich machen.
In sofern ist das "Nein" streng gesehen eigentlich kein richtiges Kommando, denn wenn der Hund es begriffen hat, wie hier, nicht aufs Bett zu dürfen und es nicht mehr versucht, wird es eh überflüssig.
Wenn man mal richtig drüber nachdenkt, konditioniert man den Hund mit dem "Nein" eigentlich auf jede unerwünschte Handlung hin immer wieder neu. Denn auch wenn durch das "Nein" verstanden hat nicht aufs Bett zu dürfen, wird er nach einmal "Nein" sagen, beim Schuhklau z.B. es sicher noch ein paar mal probieren ;) das ist das Problem der Hunde mit der Generalisierung.
 
suno

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Huhu

1. Wann verwendet ihr "Nein"/"Aus"?
2. Was bedeutet es bei euch genau?
3. Wie habt ihr es beigebracht?
4. Bringt es euch was?

Wir unterscheiden Nein und Aus ganz klar:
Aus bezieht sich auf Objekte:
AUS heißt alles- egal was - SOFORT aus dem Maul fallen lassen. Und mich anschauen.
Lernmittel: Tauschgeschäfte - Lieblingsspielzeug gegen noch viel tolleres Fleisch(bröckchenen)

Nein bezieht sich auf Handlungen.
Nein bedeutet eine gegenwärtige Handlung zu unterlassen (z.B. bellen) oder eine zukünftige gar nicht erst ausüben (z.B Sturm nach fixieren...).

Setzt voraus, daß man seinen Hund lesen kann und dies auch tut...und sich mit dem Tier sehr intensiv beschäftigt....vor allem draußen.
Lernmittel: unerwünschtes Verhalten mit NEIN kurzfristig unterbinden (passiert weil der Hund in dem Moment mir seine Aufmerksamkeit schenkt) im gleichen Moment dafür (für das Unterlassen) belohnen...Sekunden Timing - Dauertraining.

Was es brigt?
Ein friedliches gesundes Zusammenleben.

Kein Schlucken abartiger Dinge..kein bunkern unerwünschter Objekte....kein jagen...kein auf andere Hunde / Menschen zustürmen....kein Leute belästigen.....kein unerwünscht auf fremde Sofas gehen.....kein betteln....kein unerlaubtes ins Auto oder aus dem Auto springen.....kein rum nerven,kein Dauerbellen....

Selbstverständlich verknüpft mein Hund mit Nein nicht 3000 verschiedene nicht erwünschte Handlungen -sondern nur einen einzigen Befehl mit diesem Wort:
Was immer ich jetzt gerade mache oder machen wollte ist (mein Chef kann wohl hell sehen??...Jepp) nicht erwünscht -also entspannen und meinen Chef angucken - gleich macht der was cooles mit mir..!

Daß es das Wort NEIN ist macht MIR das Leben leichter....könnte auch Mata Hari heißen - wäre aber etwas schwierig für mich....
 
*Mischling*

*Mischling*

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1. Ich verwende "Nein" als eine Art Bellstop, also eigentlich als "Ruhe". "Aus" ist wie schon öfter geschrieben das Fallenlassen von egal was gerade im Maul ist.

2. s.o. :D

3. "Nein" habe ich meinem Hund situationsbedingt beigebracht... immer wenn er gebellt hat, habe ich nein gesagt, am Anfang immer wenn er sowieso kurz vor dem ruhig sein war, später einfach mittendrin und sobald er ruhig war gabs ganz schnell ne Belohnung.
"Aus" habe ich zu Beginn mit Spielzeug trainiert, dass ich ihm dann die ersten paar mal unter dem Kommando aus einfach aus dem Mund genommen habe, irgendwann hat er dann von selbst aus gelassen.

4. Also mir hat es das Leben sehr erleichtert, gerade wenn es um ruhig sein oder "friss das bloß nicht" ging....
 
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