Ich habe etwas gelernt...

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freake

freake

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...und möchte es mit euch teilen.

Hallo ihr Lieben =)

Ich habe gestern einen TA-Besuch gehabt, aus dem ich gleich mehrere extrem wichtige Lehren gezogen habe, die ich gerne mit euch teilen möchte.

Dazu gibt es erstmal eine Vorgeschichte:
Vor etwas über einem halben Jahr war ich mit Kasper beim TA, weil er wirklich sehr selektiv gefressen hat, und ich den Verdacht hatte, dass mit den Zähnen etwas nicht stimmt. Der TA hat dann tatsächlich auch Verformungen an den Backenzähnen gesehen - sagte er. Also musste Kasper ein bisschen müde gemacht werden, und die Zähne wurden behandelt.
Ach, aber das selektive Fressen ist geblieben. Ich habe eben gelernt, mich auf ihn einzustellen. Der TA sagte, die Zähne sind jetzt alle in Ordnung, wenn er immernoch schwierig frisst, dann rührt es wirklcih daher, dass er in der Vergangenheit sehr falsch gefüttert wurde.
Ein seltsames Gefühl ist geblieben. Doch wenn der TA sagt, es ist alles in Ordnung, dann wird es wohl so sein... Jetzt ist Kasper etwa zehn Monate bei mir, und frisst immernoch mehr schlecht als
recht. Er hat zwar inzwischen mit Mühe und Not ein gesundes und einigermaßen stabiles Gewicht erreicht, aber sein Fressverhalten ist einfach unter aller Kanone.

Dann habe ich - die Spitze des Eisberges - vor Kurzem eine Verfärbung an einem unteren Vorderzahn entdeckt. Also waren wir gestern beim TA, um das ansehen zu lassen. Es ist ein neuer TA, da wir umgezogen sind. Der hat den Kleinen ein bisschen müde gemacht, und in sein Maul geschaut.
Das Ergebnis war verstörend. Als er mir die Bilder gezeigt hat, hätte ich schreien können.
An einem Backenzahn hat er Karies. Der verfärbte Vorderzahn ist abgestorben - bestenfalls weil er im Kieferbereich gebrochen ist, dann wächst er möglicherweise nach, schlimmstenfalls weil die Wurzel chronisch entzündet ist, dann wird er rausgenommen und Kasper muss ohne ihn leben.
Ersteres hat er laut TA aller Wahrscheinlichkeit nach schon von Anfang an gehabt - das wird der Grund für sein Fressverhalten sein. Wie der alte TA es übersehen konnte, ist mir ein Rätsel.
Doch ein Schlag vor den Kopf war folgendes: Er hat mir auch zeigen können, was mein alter TA gemacht hat. Dieser hat nämlich allem Anschein nach die nicht nachwachsenden Backenzähne von Ratten mit den nachwachsendnen Zähnen von Kaninchen und Meerschweinchen verwechselt, und Kaspers linke untere Backenzahnreihe komplett bis auf das Zahnfleisch runtergeschilffen. :eusa_wall: Das heißt defakto, Kasper läuft seither mit einer fehlenden Zahnreihe durch die Gegend, und wird es für den Rest seines Lebens tun.

Nun aber zu meiner Lehre. Es sind gleich zwei.
Das erste geht an alle, die gerne Vitakraft oder Supermarkt-Futter (welches Kasper bei seinen ursprünglichen Menschen bekommen hat) verfüttern, an alle, die denken, "ein bisschen Zucker im Futter oder im Leckerchen ist doch nicht schilmm", und vor allem "meinem Tier geht es gut, wenn was wäre, würde ich es ja merken". Liebe Leute, meine Ratte läuft möglicherweise seit einem Jahr mit Zahnweh durch die Gegend, und ich finde es jetzt erst heraus. Und ich gehöre zu den Leuten, die beim ersten Pieps immer gleich zum TA rennen, ich wurde schon oft belächelt und wieder heimgeschickt, weil ich dazu neige, überzureagieren.
Auch Ratten können Karies bekommen, und ihr müsst es nicht zwangsläufig merken. Und Kaires bei Ratten ist ein absolutes Desaster. Da gibt es kein Bohren und Füllen. Da gibt es nur eines: Ziehen und hoffen, dass die anderen Zähne noch nicht betroffen sind.
Keinem Tier sollte soetwas widerfahren. Daher bitte, bitte, bitte, bitte: Verzichtet auf alles Zuckerhaltige Futter/zuckerhaltige Leckereien, haltet euch mit Milchprodukten zurück, und füttert ausgewogen und sinnvoll - nur so lässt sich eine solche Tragödie verhindern.

Und die zweite Lehre, die wie ich finde jede und jeden von uns betrifft:
Leute, vertraut eurem Gefühl! Wenn der TA sagt, euer Tier ist gesund, und ihr habt das Gefühl, es stimmt trotzdem etwas nicht, hört auf euren Bauch! Ihr kennt eure Tiere, und wenn ihr glaubt, etwas stimmt nicht, dann hat das seinen Grund.
Macht nicht den Fehler, den ich gemacht habe, und lasst euch erzählen, es ist alles ok. Wenn euer Gefühl sagt, etwas stimmt nicht, dann geht dem nach! Oft lesen wir die Zeichen, ohne sie bewusst zu erkennen, und auch wenn wir garnicht genau sagen können, wesshalb wir glauben, dass da etwas im Busch ist, haben wir doch irgendwelche Zeichen gesehen.

Hört auf euer Herz, es weiß mehr, als jeder Tierarzt!

Ich hoffe, der/die eine oder andere kann aus meinem Fehler lernen, und dem eigenen Tier früher helfen, als ich es für Kasper getan habe.

Viele liebe Grüße,
freake
 
17.02.2011
#1
A

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Guest

Hast du schon mal in den Ratgeber von Gerd nachgelesen? Er beantwortet dort alle wichtigen Fragen rund um das Wohlbefinden der quirligen Nager, insbesondere über das Verhalten. Vielleicht hilft dir das ja weiter?
Kulle

Kulle

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Hört auf euer Herz, es weiß mehr, als jeder Tierarzt!
Diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Glücklicherweise war es bei mir andersherum. Zunächst eine schlechte Prognose, die beim nächsten Tierarzt widerrufen wurde.

Nicht nur Rattenbesitzer können sich an Deinem "Fehler" ein Beispiel nehmen.

Sei nicht zu hart mit Dir. Ich kann Deine Vorwürfe Dir selbst gegenüber nachvollziehen. Ich kenne das auch.

Ich hoffe bei Kasper kann noch einiges repariert werden. Ich drücke die Daumen.
 
Inne

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ich kann dir in allen punkten nur zustimmen freake! vorsicht ist besser als nachsicht! meine TÄ denkt sicher auch schon ich hätte ein krankhaftes verhalten! aber ganz ehrlich, besser mein gewissen ist beruhigt weil ich meiner meinung nach nichts unversucht gelassen habe, als dem TA blind links alles ab zu nehmen! auch wenn ich sie nerve, das ist mein recht!

fakt ist: was der von mir hält ist mir egal, es geht immerhin um mein tier! dem es gut gehen soll! und das traurige ist, man muss sie sogar kontrollieren! um fusch od. fehldiagnosen zu verhindern! das kann ich jedem nur raten!
 
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