Kann ein schulpferd einem jemals vertrauen?

Diskutiere Kann ein schulpferd einem jemals vertrauen? im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Hallo zusammen, Ich habe jetzt seit 7monaten einen 21jährigen Wallach. Er lief früher jahrelang im schulbetrieb mit. Die frühere Besitzerin hat...
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Daisy01

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Hallo zusammen,
Ich habe jetzt seit 7monaten einen 21jährigen Wallach. Er lief früher jahrelang im schulbetrieb mit. Die frühere Besitzerin hat ihn verkauft, weil sie ihm was gutes
tun wollte und deshalb hat Sie ihn mir verkauft. Er steht immer noch im selben Hof. Jetzt habe ich gelesen, dass ein Pferd das im schulbetrieb gelaufen ist nicht wirklich vertrauen zu den Menschen fassen kann. Was meint ihr dazu?? Stimmt das?? Merkt er überhaupt das er jetzt mir gehört?? Immerhin steht er schon seit er 3 Jahre alt ist auf diesem Hof??
Hat jemand auch ein ehemaliges schukpferd gekauft und kann mir seine Erfahrungen berichten und mir Tipps geben???
 
02.03.2011
#1
A

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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Susanne zu werfen. Vielleicht hilft dir das ja weiter?
Lilly_79

Lilly_79

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Hi,

ich denke, dass jedes Pferd vertrauen fassen kann.
Je nach Vorgeschichte geschieht dass mehr oder weniger und auch mal schneller mal langsamer.

Bei "Schulis" die nicht toal verkracht sind geht das aber meistens eher schnell, wenn sie merken, dass sie jetzt nur noch eine Person haben die sich gut und konsequent um sie kümmert.

Gibt es denn Probleme, so dass du daran zweifelst, ob dir dein Pferd vertraut?
Hast du eine bestimmte Erwartung, die es (noch) nicht erfüllt?

LG Lilly
 
Seeley

Seeley

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Hey,

kann mich meiner Vorschreiberin nur anschließen und möchte noch etwas hinzufügen:
Bei uns aufm Hof stehen zu 90% Pferde die KEINER haben wollte, die unreitbar waren, oder so verkorkst etc. dass sie abgeschoben wurden, (fast) beim Metzger gelandet sind..... und alle haben sie gelernt den Menschen wieder zu Vertrauen! Bei manchen hat es länger gedauert, bei einigen (wo wir dachten dass es ein langer Weg wird) ging es fast schon rasend schnell!

Wichtig ist ein sanfter und liebevoller (aber immernoch konsequenter) Umgang mit deinem Pferd. Versuche ihm so viel Sicherheit wie du kannst zu geben! Nicht aufgeben, mit Geduld und Verständnis weitermachen - dein Pferd wird es dir danken!

LG
 
*Daisy*

*Daisy*

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Hallo Daisy01,

ich kann mich den Beiden auch nur anschließen.

Ich selbst habe ein Schulpferd, er war 13 als wir in zu uns holten. Er lief seit er 3 Jahre war im Schuldbetrieb. Stand immer in der Box, fing dadurch mit koppen an. Nach 10 Jahren Schulbetrieb fing er mit lahmen an und kam in die Box. Es kam keine besserung also sollte er zum Schlachter...wir nahmen ihn auch auf die Gefahr hin das er niemals reitbar sein wird. Er kam zu uns und hörte auf zu lahmen. Heute ist er 23 Jahre alt und bis auf leichte Athrose geht es ihm sehr gut. Er lebt im Offenstall und koppt dadurch weniger. Und trotzdem hat er immer Vertrauen zu mit gehabt. Er geht mit mir überall hin und überall durch. Er läuft mir überall hinterher.

Ein Pferd merkt das es im Mittelpunkt steht und sich jetzt auf eine Person einlassen kann. Du musst geduld haben und dem Pferd Zeit geben sich umzugewöhnen.

lg
Anni
 
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Daisy01

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Danke leute für eure antworten! Es tut gut so etwas zu lesen!
Ohje wir zwei haben schon einige Probleme. Beim reiten war er super, nur im Umgang nicht ;( er ließ eine zeitlange nicht sein neues Halfter anziehen(bis ich gemerkt habe, dass es falsch eingestellt war-zu groß) und er wollte zeitweise auch nicht mit aus der Box. Er blieb einfach stehen u schaute mich doof an und im Gelände hat er mehrmals versucht umzudrehen, blieb stehen od lief sogar rückwärts! Ihr seht der junge hat mich schon oft verarscht. Beim spazieren gehen muss ich mich immer fragen:"hat er heute Lust od bleibt er einfach wieder stehen u bewegt sich keinen Schritt mehr nach vorne???"
 
Lilly_79

Lilly_79

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Hi Daisy01,

also erstmal, ein Pferd 'verarscht' einen in der Regel nicht, es testet aus wo es in der Rangordnung steht um rauszufinden welche Entscheidungen es selber treffen muss und welche du für es triffst.
Entscheidungen sind immer dein Part, du bestimmst was wann wo wie gemacht wird ;) Denn nur dann lernt dein Pferd, dass es dir Vertrauen kann - so in etwa: "die" weiß was sie tut und sie sagt mir auch was ich tun soll und dabei gehts mir immer gut, mir passiert nichts.
Das fängt schon bei Kleinigkeiten an, Hufe geben, aus der Box führen lassen in dem Tempo das du angibst etc setzt sich natürlich beim reiten fort.
Wichtig ist, dass du ruhig bleibst und die Situation beherrschst.
Je weniger man sich kennt, umso wichtiger sind feste Abläufe (Rituale). Zb dass wirklich nur auf dein Kommando angehalten wird oder auch getrabt etc.
Ein Pferd vertraut in der Regel dem am meisten, der im Rang oben steht, es fühlt sich da sicher.

LG Lilly
 
MiniPiccolina

MiniPiccolina

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Hey, ich schliess mich auch allen andern hier an,
ich selber reite ein Schulpferd und er ist wirklich
immer froh mich zusehen, er wiehrt dann auch,und
alle am Stall sagen auch immer ja dein Pferd unso .. :)

Lg <3
 
Nana19588

Nana19588

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Ich schließe mich auch an.
Leider sind viele Schulpferde verkorkst, aber es sind auch Pferde. In dem Verein wo ich mal geritten bin, war eine Stute (Fjord) die sehr schwierig war. Sie hat alle heruntergeschmissen. Später wollte sie niemand mehr reiten weil angst hatten. Fjordis sind ja sowieso für ihre Sturheit bekannt. Vor der Kutsche war sie ein Top-Pferd.
Jedenfalls hat sie mich auch mehrmals abgeschmissen, doch Übung macht den Meister und nach einiger Zeit wusste ich schon vorher, dass sie gleich durchdreht und konnte mich vorbereiten, Nach mehrmaligen Versuchen mich abzuschmeissen die missglückt sind, hat sie es nie wieder versucht
 
S

shutterfly1

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Hy!
Also ich habe auch ein ehemaliges Schulpferd, also um genau zu sagen ein Niederländisches Sportpony, die früher auch viel im Schulbetrieb geritten wurde gekauft.
Ich habe sie jetzt seit einigen Monaten und ich muss sagen es klappt ganz gut mit uns, es hat natürlich Zeit gebraucht, bis sie gemerkt hat das sie jetzt Privatpferd ist, aber das wird schon mit der Zeit wirst sehen. Ich bin so zimlich jedenTag zu ihr gegangen und habe auch viel Bodenarbeit mit ihr gemacht um das Vertrauen und auch gleichzeitig zu regeln wer der Chef von uns beiden ist und das hat sehr gut geklappt und sie vertraut mir jetzt Tag für Tag immer mehr, natürlich bin auch geritten und spazieren gegangen mit ihr:D:D. Das wird schon und viel Glück und Spass mit deinem Pferd, ich denke er ist ganz froh das er nicht mehr im Schulbetrieb laufen muss oder? LG:D
 
D

Daisy01

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Danke für die tollen antworten :) Ja man merkt schon dass er jetzt glücklich ist. Ich bekomm es oft von Leuten vom Hof zu hören die ihn auch von früher kennen. Immerhin hat er jetzt mehr reitfreie Tage. Was für bodenarbeit hast du genau gemacht?? Kannst fu mir da viellt Tipps geben?lg:)
 
MiniPiccolina

MiniPiccolina

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Spazieren gehen, longieren, frei laufen lassen in der Halle,
Kuscheln, ueber Planen ect gehen lassen zum Vertrauensaufbau,
ueber kleine Cavalettis gehen lassen diese dabei sehr abwechlungsreich
hinlegen, und wenn er Spass drann hat auch mal frei springen lassen :)
Mehr faellt mir jetzt spontan nicht ein.

Lg
 
F

Freaky like me

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Also ich kann nur aus eigener erfahrung sprechen mein hannoveraner war lange im schulbertrieb und jetzt vertrauen wir uns blind versuche es einfach mit dem horesemanship prinzip viel glück
 
***jacqueline***16

***jacqueline***16

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hallo

also ich habe eine quarterstute und einen araberwallach die schulpferde waren , mein wallach wurde ziemlich mishandelt was alle sin einem thrad steht er schien ein hoffnungsloser fall weshalb er verkauft wurde er war höchstengrades aggresiv weil er angst vorm menschen hatte , er hat nur desahlb noch gelebt weil man mit ihm so viel erfolg hatte , dann kam er zu uns.in jahr lang konnte man ihn nicht reiten oider mit ihm richtig arbeiten als es dann mit dem reiten langsam ging waren da noch haufenweise andere probleme er hatte angst vor allem und allen auch wenn ein grashalm höher geachsen war als die anderen . es war ein 3 jähriges täglichees training und man muss sagen das war ein härte fall und das ist deiner ja nicht und er geht wieder im schulbetrieb und ist das liebling aller kunden und auch meiner, es gibt selten ein pferd dem man so viel vertrauen schenken kann und von dem man so viel liebe bekommt wie von ihm , ich kann alles mit ihm machen wirklich alles u. ein pferd kann verstehen wer sich um ihn kümmert wer sein freund ist und ihn liebt und wer nur da ist um reiten zu lernen , kümmer dich einfach am anfang viel um ihn und wenn du ihn nur putzt oider im stall ein bisschen krauls und streichelst , einem pferd geht es nicht darum das man mit ihm arbeitet , klar es gehört dazu , aber das wichtigste ist das er merkt das du für ihn da bist und ihn liebtst und nicht nur hast damit du reiten kannst .

sorry für den langen text

lg
 
K

Kitty:*

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hay,
ich habe auch ein pferd. bei der war das so: stand in schlechter haltung und wurde misshandel, wurde dann für kurze zeit in ein schulbetrieb untergebracht, nur der konnte nichts mit ihr anfangen das sie sehr schwer zu reiten war, dann ist sie zum hufschmiedt gekommen (hat sich nicht soo viel um sie gekümmert, wegen der arbeit, hatte es aber sonst gut da), der hat sie dann wieder an einem anderem schulbetrieb verkauft, nur der schulbetrieb ist pleite gegangen und musst wieder verkauft werden und nun ist sie bei mir :D (das ist alles in 2-3 jahren passiert!!). es hat nicht lange gedauert bis sie mir vertraut hat, ich kann jetzt alles mit ihr machen, selbst wenn sie etwas nicht kenn macht sie nichts. jedes pferd kann ein menschen vertrauen egal welche vorgeschichte, bei einigen dauert es dann ein bisschen länger aber man kann es schaffen.


sorry für langen text:D
 
M

Machtnix

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Es kommt sehr auf die Geschichte des Pferdes an. Pferde vergessen nicht und lernen jeden Tag und jede Stunde für ihr Leben.
Pferde haben ein ein-Schritt-Denken.
Ein Pferd, dass misshandelt wurde, macht dieses an diesem einen Menschen oder genau dieser Situation fest.
Ein Schulpferd, das über einen längeren Zeitraum von mehreren Schülern Schlechtes erfahren hat (unpassender Sattel, permanent in den Sattel plumpsenden Reiter...) wird mit der Zeit die Vertrauensbasis zu allen Menschen verlieren.

Der neue Besitzer sollte also die Situation erst einmal völlig verändern. Dazu gehört, dass beim Kauf der Stall gewechselt wird, Material neu angeschafft wird und due gesamte Lebenssituation des Pferdes sich komplett ändert.
Dann kann das Pferd neu anfangen, Pferde können das - selbst in höherem Alter.
Sobald sich jedoch die alte Situation wieder einstellt oder das Pferd gründlich gelernt hat, wie es sich erfolgreich entziehen kann, wird es altes Verhalten wieder abspulen.

Erst einmal würde ich einen guten Physiotherapeuten/Akkupunkteur und Ostheopathen (alles in einer Person) hinzuziehen um alte Verspannungen und Blockaden zu lösen.
Was dann oft hilft, ist Bodenarbeit. Schulpferde haben damit naturgemäß keine Erfahrungen und lernen also neu.
Also erstmal vom Pferd runter bleiben und am Boden arbeiten. Die Zeit sollte man sich nehmen, es lohnt sich.
Die Bodenarbeit darf ruhig anstrengend für das Pferd sein, Kopfarbeit und neue Impulse sind gefragt. Das muss nicht langweilig sein, sondern macht Mensch und Pferd enormen Spaß, sobald sich die ersten Erfolge einstellen -geht sehr schnell- und man einen wirklichen Plan davon hat, was man tut. Man muss dafür keinem der sog. Gurus folgen.
1-2 Wochen am Boden reichen normalerweise aus, wenn das Pferd nicht total gestört ist.

Sobald man danach mit dem Reiten beginnt, sollte dieses erst einmal völlig anders sein als im Schulbetrieb.
Viele Medien (Pylonen, Stangen, Autoreifen, Ball, was sonst noch einfällt) sind hier erlaubt.
Ehemalige Schulpferde könne super Lehrpferde und tolle Kumpel sein, wenn man sich auf das Pferd einlässt und nicht versucht das Pferd zu brechen - wie es leider so oft im Schulbetrieb gemacht wird (das Pferd muss sich einfügen).
Plötzlich stellt sich heraus, dass das Pferd einen lustigen und selbständig denkenden Charakter hat, auf den der Reiter eingehen kann.

Abwechslungsreiches Training, Bodenarbeit und Ausritte werden von ehemaligen Schulpferden meist gern angenommen. Dann klappts auch mit dem Reiten. Die aktive HH kann man beispielsweise auch beim Longieren mit der Doppellonge oder mit Körperband (wer DL nicht beherrscht) herstellen. Ganz locker und ohne Zwang gegen die Hand.
Genauso beim Reiten: Es gibt genügend Übungen, die das Pferd dazu bringen die HH besser einzusetzen ohne es gleich gegen das Gebiss zu reiten.

Jede Übung die das Pferd durch Arbeit und Mühe schafft und die entsprechend vom Reiter honoriert wird, fördert das Vertrauen und die Arbeitslust des Pferdes.
Ehemalige Schulpferde, sind da dankbare Kandidaten.
 
P

Pferdeloverin

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Ich denke auch dass ein Schulpferd nach und nach vertrauen aufbauen kann. Dauert vielleicht hald länger als bei einem nicht-Schulpferd ...
Ich wollte mir auch mal ein Schulpferd kaufen- bin aber jetzt froh dass ich es nicht getan hab :)
 
KANARi 1

KANARi 1

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Hallo dein Pferd wird dir auf jeden Fall Vertrauen schenken wenn du es gut pflegst und dich wirklich viel Zeit für ihn nimmst :D
 
H

Horse-Fan

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Ich hatte ca 1,5 Monate ein ehem. Schulpferd zur Pflege, dass seit ca 2 Wochen aus dem Schulbetrieb raus war und geschlachtet werden sollte, aber die "Retter" konnten es so schnell noch nicht aufnehmen. Erst stand er eine Zeit lang nur auf der Weide um sich etwas zu erholen, dann hab ich ihn täglich geholt, geputzt, Bodenarbeit gemacht und mich nach ca 3 Wochen auch das erste mal mal raufgesetzt. Auf dem Platz war er unterm Reiter faul und wollte nicht mal antraben, aber bei einem Ausritt, der eig. gemütlich habe ich sein wahres Temperament kennengelernt, da habe ich ihn kaum wieder in den Schritt bekommen und er hatte richtig Spaß. Am Ende hat er sich immer total gefreut wenn ich gekommen bin und ist wiehernd über die Weide zu mir gerannt.
Ich glaube es kommt sehr auf das Pferd an, aber dieses Pferd schien einfach nur glücklich und dankbar zu sein, dass sich jemand mit ihm wirklich liebevoll beschäftigt. Seinen jetzigen Besitzern weicht er gar nicht mehr von der Seite.
 
M

Machtnix

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Ich hatte ca 1,5 Monate ein ehem. Schulpferd zur Pflege, dass seit ca 2 Wochen aus dem Schulbetrieb raus war und geschlachtet werden sollte, aber die "Retter" konnten es so schnell noch nicht aufnehmen. Erst stand er eine Zeit lang nur auf der Weide um sich etwas zu erholen, dann hab ich ihn täglich geholt, geputzt, Bodenarbeit gemacht und mich nach ca 3 Wochen auch das erste mal mal raufgesetzt. Auf dem Platz war er unterm Reiter faul und wollte nicht mal antraben, aber bei einem Ausritt, der eig. gemütlich habe ich sein wahres Temperament kennengelernt, da habe ich ihn kaum wieder in den Schritt bekommen und er hatte richtig Spaß. Am Ende hat er sich immer total gefreut wenn ich gekommen bin und ist wiehernd über die Weide zu mir gerannt.
Ich glaube es kommt sehr auf das Pferd an, aber dieses Pferd schien einfach nur glücklich und dankbar zu sein, dass sich jemand mit ihm wirklich liebevoll beschäftigt. Seinen jetzigen Besitzern weicht er gar nicht mehr von der Seite.
Sehr gut beschrieben :!:

Es kommt auf das Pferd an. :tier1:
Es gibt solche und solche Schulpferdhaltungen. Ich kenne genügend, die wirklich klasse sind.
Ein Pferd, das jedoch SEINE Bezugsperson braucht, wird auch bei bester Haltung im Schulbetrieb kreuzunglücklich sein.

Bei bestmöglicher Haltung von Schulpferden (mind. 10 Std. Freizeit mit Sozialkontakt zu mehreren Pferden -Herde) unterscheide ich mehrere Pferdetypen:

Typ 1
Braucht den Menschen und seine Bezugsperson. Ist leicht motivierbar. Verzeiht seiner Bezugsperson so gut wie alle Fehler und arbeitet gern mit. Kommt aus der Herde, sobald der Mensch auftaucht und ist beleidigt bis hocherfreut, wenn dieser nach längerer Abstinenz (Urlaub) wiederkommt. Läuft freundlich aber matt und antriebslos unter anderen Reitern.
Dieses Pferd ist für einen Schulbetrieb ungeeignet, ist meist entweder ein braves Anfängerpferd (hat aufgegeben) oder ein nervöses oder fälschlicherweise als hochsensibles Fortgeschrittenenpferd eingesetzt. Nach längerem Einsatz werden diese Pferde oft schwierig, da sie duch ständig wechselnde Reiter Stress haben und werden nach Kauf tolle Privatpferde, wenn der Käufer sich das Vertrauen des Pferdes erarbeitet hat. Dieses kann unter Umständen etwas dauern, da diese Pferde schnell traumatisiert sind. Sie brauchen sehr viel Zuwendung. In den richtigen Händen später oft absolute Leistungsträger, Showpferde oder Verlasspferde, je nachdem was der geliebte Mensch fordert.

Typ 2
Findet eigentlich alle Menschen klasse und ist freundlich. Braucht eine Bezugsperson, die nur da sein muss (meist der RL, wenn sich dieser gut kümmert). Ist von Jederman leicht motivierbar. Verläst die Herde zögerlich oder wenn es gelockt wird und kommt zu jedem Menschen. Ist auch nach längerem Einsatz als Schulpferd noch sensibel genug um gute Reiter zu fordern und ist bei Anfängern verständnisvoll, da es die Anweisungen des RL kennt.
Diese Pferde sind als Schulpferde sehr gut geeignet und können bei entsprechender Behandlung durch den RL sehr lange motiviert eingesetzt werden.
Brauchen bei Kauf etwas Zeit um sich dem neuen Menschen wirklich anzuschließen. Sind jedoch von Anfang an tolle Privatpferde und die Käufer merken erst nach einiger Zeit ganz schleichend, welches Potential in dem Pferd steckt. Oft leistungsstarke Pferde.

Typ 3
Braucht den Menschen nicht wirklich und macht genau so viel, wie sein Ausbildungsstand locker hergibt damit es keinen Ärger bekommt - macht sich die Arbeit gern leicht und ist oft faul. Fühlt sich in der Herde glücklich und kommt nicht wenn es gerufen wird, lässt sich aber artig holen. Lässt sich schlecht allein in der Bahn reiten und ist bei 'Überstunden' am Anfang eher unmotiviert aber brav.
Strahlt bei entsprechender Behandlung im Beisein der anderen Pferde (Gruppenstunde) viel Ruhe aus. Meist Anfängerpferd oder solide arbeitendes Fortgeschrittenenpferd.
Diese Pferde sind bei entsprechender Behandlung und entsprechender Freizeit in der Herde sehr gute Schulpferde, die einen Anfänger nicht wirklich ernst nehmen aber einen sicheren und guten Job machen. Die Pferde sind dann innerlich sehr ausgeglichen, da sie mit 1-2 Std. Arbeit am Tag gut leben können.
Bei entsprechender Haltung können diese Pferde sehr lange erfolgreich eingesetzt werden und sind meist Lieblinge. Diese Pferde werden auch nach längerem Einsatz nicht schlechter, man sieht sie auch oft mit Schülern auf Turnieren.
Werden nach Kauf solide Privatpferde, die jedoch nach wie vor den Menschen nicht wirklich brauchen. Einige Privatleute sind dann enttäuscht, wenn sich das Pferd nicht fest anschließen will, sondern auch mit der Urlaubsvertretung genauso glücklich ist. Für Freizeitreiter, die nicht unbedingt täglich reiten Traumpferde. Für Reitbeteiligungen ein Traum, da sie nicht erst monatelang um die Gunst des Pferdes buhlen müssen. Hier gibt es zwischen RB und Besi meist keine Eifersüchteleien, da das Pferd ein großes Herz für alle hat.

Typ 4
Findet Menschen doof und total überflüssig. Arbeitet zäh. Kennt die täglichen Anforderungen und absolviert diese eben. Fühlt sich beim Menschen unwohl. Oft ältere Pferde, die sich ihr Leben ohne den Menschen eingerichtet haben. Meist Anfängerpferde, da ihnen der Reiter sowieso egal ist. Sind oft total verfressen und klappen gegen 'Bezahlung (Leckerchen)' auch mal die Ohren nach vorn.
Als Schulpferde gut geeignet, wenn die Reiter im Umgang Hilfe bekommen.
Auch Schulpferdreiter finden dann einen Zugang zu diesen Pferden, wenn sie nach dem Unterricht beispielsweise noch grasen gehen. Bei diesen Pferden geht die Sympathie für den Menschen nur darüber wie viele Annehmlichkeiten er dem Pferd bereitet.
Nach Kauf auch nach längerer Beschäftigung mit dem Pferd kaum Verhaltensänderung, je nachdem wie viel Annehmlichkeiten der Mensch eben bereitet wird er als lästig oder annehmbar oder als Futtermeister gebraucht. In Privathand oft Lernblockaden bis hin zur Widersetzlichkeit. Für Freizeitreiter, die vorwiegend im Gelände reiten (viel Abwechslung und wenig Konzentration auf den Reiter) Superpferde.

Es gibt sicher noch viel mehr Pferdetypen aber in dieses Schema passen die meisten Pferde hinein.
 
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