Praktikum in einer Klinik für Vögel und Reptilien

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Laura

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Hallo Foris,

hier komme ich also mit meinem zweiten Praktikumstagebuch angerauscht.
Noch mal zur Erinnerung, hier findet ihr den Bericht über meine Zeit in der Kleintierklinik Bockenheim.

So, dieses Mal schaue ich in der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische in Gießen hinter die Kulissen, vielleicht kennt der ein oder andere sie ja aus Menschen, Tiere&Doktoren oder so.

Mein erster Tag begann grau und regnerisch und damit, dass ich erst mal recht verloren an einer der vielen Kliniken, die es da in der Ecke gibt, stand und versuchte, einen Standortplan zu entziffern. Glücklicherweise hat mir ein Mitarbeiter geholfen und mich erst mal in eine ganz andere Ecke geschickt, wo ich dann zwar das richtige Gebäude, nicht aber den Eingang gefunden habe. Also wieder jemanden gefragt und tatsächlich irgendwann angekommen. *stolz*
Mein erster Eindruck der Klinik ist durchwachsen, da ich noch ziemlich stark das Bild der Kleintierklinik in Bockenheim im Kopf hatte und die wesentlich größer und heller ist. Aber offen für alles Neue habe ich mich durch die Räume führen lassen, was so grob nach dem Schema "Da hinten ist das und hier ist das und dort das" ablief und mich schließlich an meine erste Aufgabe gemacht: Bei den Reptilien auf Station die Zeitung wechseln. Deutlich in der Überzahl waren hier die Bartagamen, an zweiter Stelle kamen Landschildkröten, dann waren noch eine Wasserschildkröte und ein Leguan da. Diese Bartagamen sind ganz schön stachelig :mrgreen:
Dann kam ich wieder in den Behandlungsraum und stellte fest, dass ich nicht die einzige Praktikantin bin, was ich zuerst ein bisschen doof fand. Im Laufe der Stunden habe ich aber mit den vier Studis das ein oder andere Wort gewechselt und da wir ja heute alle neu gekommen sind und noch nicht so wissen, wie's da läuft, arrangieren wir uns doch ganz gut. Außerdem können wir uns so anfallende Arbeiten teilen, also Spritzenkästen auffüllen, Behandlungswerkzeuge wegräumen und so'n Kram. Und das Beste: Die stehen genauso doof wie ich in der Gegend rum, wenn grade nichts zu tun ist. *g*
Kurz drauf ging's dann mit der Behandlung der Stationstiere los. Eine unwillige Bartagame, zwei Schildkröten mit weichem Panzer, ein kleiner Papagei und der wohl spannendste Patient: Ein Waldkauz
mit gebrochenem Flügel. Der musste auch noch gefüttert werden, weil er nicht selbstständig frisst.
Ist schon interessant, wie unterschiedlich das zwischen Vogel oder Reptil und Hund und Katze ist. Vor allem mit dem Spritzen und natürlich Zwangsfüttern, das schaut bei einem Patienten mit Kropf doch ganz anders aus. Ich bin auf jeden Fall jetzt schon froh, dass ich mir beides angucken kann.
Nach einer kleinen Pause, in der mir schon der Gedanke kam, wie sehr ich es mag, mir die Beine in den Bauch zu stehen, kam dann der erste Patient: Ein Elfenblauvogel. Auch noch nie von gehört, kennt den wer von euch? Wir haben auf jeden Fall erst mal gegoogelt. :lol: Nun ja, sind auf jeden Fall hübsche Vögel, auch wenn's für mich als Papageienfan nicht so der Fall wäre.
Besagter Elfenblauvogel hatte struppiges, dünnes und stumpfes Gefieder, was auch total verklebt war, hatte sich weder gemauster, noch kamen neue Federn nach und fliegen konnte sie auch nur schlecht. Von der Ernährung könne es laut Besitzer nicht kommen und so hat man erst mal eine Kotuntersuchung gemacht. Dabei hat die Ärtzin eine einzige Kokkzidie gefunden und deswegen vorsichthalber was dagegen mitgegeben. Korvimin und eine trinkwasserersetztende Lösung aus der Apotheke gab's noch für das Kerlchen und ein Bluttest wurde gemacht. Da kamen erhöhte Nierenwerte bei raus, wogegen besagte Lösung verschrieben wurde.
Nachdem der hoch gestresste und total fertige Elfenblauvogel also wieder entlassen wurde, kam ein Karton voll Kücken zum Impfen. Meiii, war das ein Gewimmel und Gepiepse da drin :mrgreen: Total niedlich die Kleinen, jedes sah anders aus, gelb, braun, schwarz gefleckt... alles dabei. Die Ärtzin hat die erste Ladung gespritzt, eine der Studis die zweite und die anderen haben ein Kücken nach dem anderen hingehalten. Das hörte gar nicht mehr auf, um die 40 Stück waren es.
Später kam dann ein kleiner Papagei, der ein bisschen schlapp war, nicht so recht fliegen konnte, obwohl er wollte und allgemein einen recht müden Eindruck machte. Ein furchtbar zahmes Tier war das, so lieb. Vom Löffel trinkt er, kriegt immer ein Schlückchen Apfelsaft. :) Sowas ist natürlich furchtbar praktisch, wenn es um Medikamente geht, damit werden die wohl wenig Probleme haben. Bei ihm wurde ein Röntgenbild gemacht, auf dem eine veränderte Niere zu erkennen war. Wusstet ihr, dass man die Nieren bei einem gesunden Vogel eigentlich gar nicht erkennt? ^^
Auch er bekam die Lösung aus der Apotheke zum Nierenspülen und dazu Baytril.
Dann passierte erst mal eine Weile nichts, zwischendurch kam noch mal eine Ladung Kücken, ich habe schnell 10Minuten Pause gemacht und mich dann wieder zu den ebenfalls wartenden Studis in den Behandlungsraum gestellt. Zwei Helferinnen waren noch da, haben sich unterhalten, ab und an kam die Ärtzin, fragte in den Raum was man mit uns anstellen sollte, erhielt aber keine Antwort, rein, raus, wir von einem Bein auf's andere gewechselt... Joa... Das fand ich natürlich ziemlich blöde, bin ja nicht gekommen, um die Schafe draußen zu beobachten und die Studis sicher auch nicht, aber was soll man machen, wenn keine Patienten kommen? Die Stationstiere waren versorgt, geputzt wurde schon, aufgeräumt war auch...
Unsere Rumsteherei wurde von einer kleinen Schlange unterbrochen, die eine Frau auf ihrem Schreibtisch gefunden hatte. Die war urniedlich, vielleicht 20cm, ein richtiges Würmchen xD Zum Glück fehlte ihr nichts, die Finderin wollte nur die Art wissen. Nachdem die Schlangenexpertin zu Rate gezogen wurde, definierten wir das kleine Schlängelchen als Schlingnatter, womit sie eine einheimische, ungiftige Art ist und später wieder in die Natur entlassen werden sollte.
Dann zog sich die Zeit wieder, es entstanden kleine Gespräche, man fragte ein paar Sachen, machte das Fenster auf, machte das Fenster zu....
Letztendlich kam doch noch mal ein sehr spannender Patient: Ein Graupapagei, der Rasierklingen zerschreddert hatte. Das war schon vor einer Woche, aber da es ihm bis vor zwei Tagen gut ging, kam die Besitzerin erst jetzt... Das Tier selbst lag sehr teilnahmslos in seinem Pappkarton und sah überhaupt nicht gut aus. Rasch wurde geröngt und tatsächlich, es befanden sich Metallstückchen im Muskelmagen. Damit war die Ursache klar: Der arme Kerl hatte eine Schwermetallvergiftung. Zusätzlich musste das Zeug natürlich aus seinem Körper raus, aber einfach abführen war sehr risikoreich, da man ja nicht sagen konnte, wie scharf die Stückchen noch waren, und eine OP - in diesem Zustand undenkbar. Noch weiter: Den Muskelmagen aufzuschneiden und die Teilchen rauszusammeln ist ein sehr gefährliches und schwieriges Unterfangen. Zusätzlich konnte man auf den Röntgenbild deutlich verdichtete und vergrößerte Nieren erkennen. Es stand also ziemlich schlecht um den Vogel. Die Ärtzin hat lange und oft erläutert, wie man vorgehen könnte und hat die Besitzerin schließlich noch davon abgebracht, das Tier schon gehen zu lassen. Sie tat mir wirklich leid, als hat sie versucht abzuwägen, ob er es schaffen könnte oder ob es nur Quälerei wäre. :? Schließlich hat sie zugestimmt, den Grauen stationär aufzunehmen und er wurde sofort mit allen möglichen Medikamenten und Mittelchen versorgt. Was ich noch sehr bemerkenswert fand: Sie wollte grob den Preis der ganzen Sache wissen und bekam dann die Auskunft, irgendwas zwischen 200 und 300€ und während ich schon da stand und ordentlich schluckte, winkte die Frau einfach nur ab. Sie winkte ab, als wäre das nichts und meinte noch, sie hätte mit 2000€ oder so gerechnet. Wow, das fand ich super. Ich denke nicht, jeder würde so viel Geld zahlen (es kommen ja nocht Behandlungen, Stationkosten etc. dazu) für einen Vogel, der sowieso schlechte Aussichten hat. Ich hoffe ich komme morgen hin und es geht ihm besser. Wenn er sich stabilisiert, wird er operiert. Ich muss ehrlich sagen, so ganz glaube ich nicht, dass er's schaffen wird, aber das bleibt abzuwarten.
Dann war es viertel nach 1 und da ich ja nur eine kurze Pause gemacht hatte, war ich nun fertig. Außerdem gingen die Mitarbeiter jetzt alle bis halb 4 oder 4 in die Pause und so gab es jetzt eh nichts mehr zu gucken. Da habe ich auch nicht schlecht geguckt, in meiner letzten Klinik hatte jeder nur eine Stunde Pause und nie alle auf einmal. Es liefen ständig Behandlungen usw. Naja.
Es ist eben ein bisschen blöde, dass die meisten Patienten erst Nachmittags kommen, wenn ich schon lange wieder weg bin. Bleibt zu hoffen, dass die nächsten Tage auch morgens was kommt.

Insgesamt war mein erster Tag also ganz ok, es könnte ruhig mehr zu tun geben und ich fände es schön, wenn man mir etwas aufgeschlossener begegnen würde, aber vielleicht gibt sich das ja noch. Ich habe immerhin zwei Wochen Zeit, mich einzuleben. ;)
 
04.04.2011
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Kennst du schon die Warehouse Deals? Amazon bietet hier zurückgesandte und geprüfte Ware deutlich billiger an.
Dort gibt´s das auch speziell nur mit interessanten Dingen aus dem Haustierbedarf. Was haltet ihr davon?
kleiner Falke

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Ein Waldkauz mit Flügelbruch.... Herrlich... :) Ich habe ja seit 3 Wochen auch einen Kauz in Pflege, einen diesjährigen. Allerdings, zum Glück, ohne Flügelbruch. Ist Eurer auch von diesem Frühling?
 
Laura

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Puh, das kann ich dir gar nicht sagen :eusa_think:
Wenn sich die Gelegenheit ergibt, kann ich mich ja mal erkundigen.
 
kleiner Falke

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schon gut... Kein Stress wegen mir. Dachte nur, weil Du schreibst, er fresse nicht alleine.... Weil Altvögel fressen normalerweise alleine...
 
Laura

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Tag 2

Mein zweiter Tag begann etwas chaotischer. Ich sag euch: Gießen ist groß und nicht gut beschildert :mrgreen: Ich dachte eigentlich, der Weg vom Bahnhof zur Klinik sei nicht so schwer, bei Google Maps sieht er auf jeden Fall total easy aus. Wenn man aber nicht weiß, dass man über diese kleine, versteckte Brücke da muss... Nun ja xD
Nach einigem Umhergeirre kam ich also an und wurde prombt erst mal allein da sitzen gelassen. Ich streifte mein Kittelchen über, schnappte mir einen Flyer und las ihn durch, packte ihn ein und wartete weiter. Spazierte mal in den Behandlungsraum, auf die Station, wieder zurück... Dass sich da keiner um mich gekümmert hat, fand ich schon tierisch blöd. Mein einziger Leidensgeselle war irgendein unbekanntes Etwas, das in einer Plastikbox voll mit Papiertüchern saß und vor sich hin raschelte.
Das Etwas enpuppte sich, als dann endlich mal wieder jemand kam, als winziges schwarz-weißes Babykaninchen. Seine Mutter hatte keine Milch gehabt und notgedrungen wurde es in der Klinik aufgenommen. Die Geschwister sind schon alle tot. Ich durfte den kleinen Kerl halten, während seine Box frisch gemacht wurde. Er war so süß, hat sich gleich in meine Hände gekuschelt und das Köpfchen vergraben... *herz* Hoffentlich wird er groß und stark und bekommt mal ein tolles Zuhause.
Danach kam eine zweite Helferin, mit der ich die Stationstiere versorgt habe und dann habe ich mich wieder im Behandlungsraum eingefunden, wo schon die Sachen für die Patienten vorbereitet wurden. Die Studis trudelten ein, bald drauf kam die Ärtzin und dann ging's los.
Der einen Schildkröte mit weichen und so wie's aussieht teilweise sogar offenem Panzer (also da, wo die Platten aufeinander treffen) wurde ein neuer Klebeverband gemacht, die anderen bekamen ihre Medis gespritzt, der Waldkauz wurde gefüttert und der Graupapagei von gestern versorgt. Er hat sich prima erholt, ein ganz anderer Vogel heute :)
Wegen des Kauzes habe ich auch mal gefragt, weshalb er nicht selbst frisst, aber eine klare Antwort habe ich nicht bekommen... So wie ich das jetzt verstanden habe, wollen sie demnächst probieren, ob er nicht vielleicht doch alleine frisst, also scheinbar ist das nicht so ganz sicher :eusa_think: Weiß auch nicht so recht, hatte dann auch keine Lust, als noch nachzuhacken.
Nachdem die Stationstiere versorgt waren, war ein Stockentenerpel dran, der von der Feuerwehr gebracht worden war und schon eine Weile in seinem Karton wartete. Als er rausgenommen wurde, sah er soweit noch okay aus. Eindeutig nicht in Ordnung, keine Gegenwehr, Blut am Schnabel, laufen konnte er auch nicht. Die TÄ stellte fest, dass er auch Blut im Auge hatte. Er wurde zum Röntgen gebracht und nun ja, als er zurück kam war er über die Regenbogenbrücke gegangen. :( Auf dem Röntgenbild waren dann zahlreiche Brüche im Schulterbereich zu erkennen und wegen des verletzten Schnabels vermuten wir jetzt, dass er vielleicht angefahren oder getreten wurde. Wie auch immer, er hat auf jeden Fall ordentlich eins abbekommen. Hab viel Spaß auf der anderen Seite kleiner Entenmann!
Wie es in diesem Beruf eben so ist, es geht trotzdem weiter. Kurz drauf kamen sechs Brieftauben, bei denen Abstriche von Kropf und Kloake gemacht wurden. Da war soweit alles in Ordnung und die Vögelchen konnten wieder nach Hause.
Dann wurde eine stationär aufgenommene Schildkröte abgeholt und dann ging's in den OP. Juhuuu :D Alle bekamen ein grünes Kittelchen und ein Häubchen und reihten sich in dem ziemlich kleinen Raum um den OP-Tisch. Patient war eine riesige Wasserschildkröte mit Abzess im Ohr. Als sie endlich so mehr oder minder narkotisiert war, fing die TÄ an. Erst hat sie nur ein bisschen Eiter rausgelöffelt, aber dann hat sie ein paar mal gedrückt und... ich denke ihr könnt's euch vorstellen. Keine Ahnung, woher das alles kam, so groß ist der Schildkrötenkopf ja nun auch wieder nicht gewesen. Da entstandene Loch wurde am Rand ein bisschen genäht und dann wurde noch endoskopiert um zu gucken, ob eine Verbindung zur Mundhöhle bestand. War aber anscheinend nicht so. Die Riesenschildi hat ihre OP super weggesteckt und war schon kurz drauf wieder fit und munter.
Danach sind wir Praktikanten alle wieder in den Behandlungsraum, wo grade ein Monsterkoi behandelt wurde. Ein ganz schön großer Fisch sag ich euch :mrgreen: Auf jeden Fall sah er aus wie ein Tannenzapfen, die Schuppen standen ihm ganz doll vom Körper ab und er sah auch nicht so... glücklich aus (sofern ein Fisch das kann). Der Grund dafür war schnell gefunden: Er hatte Würmer, Einzeller und Bakterien auf der Haut. Also wurde losgerechnet, welches Medikament nun in welcher Dosierung passen würde - da was für einen 23.000l Teich zu finden, war gar nicht so einfach. Schließlich war Fischi versorgt und es ging in die nächste OP: Der Graupapagei von gestern, der die Rasierklingen geschreddert hatte. Sein Zustand hatte sich merklich verbessert und so stand der Narkose nichts im Wege. Zuerst wurde es mit dem Endoskop über den Schnabel probiert, aber das ging nicht. Also wurde der Kropf aufgeschnitten. Dadurch kam man schon weiter rein, aber nicht bis in den Muskelmagen, wo sich die Metallstückchen befanden. Schließlich wurde der Chefarzt gerufen, der feststellte, dass da irgendwo ein Loch war und es leicht in die Bauchhöhle blutete. Der Graue wurde sofort aufgeschnitten und lag dann mit riesigem Loch im Bauch da. Erstaunlich, dass man sowas überleben kann. Der Muskelmagen wurde rausgefischt und nachdem man das Loch ausfindig gemacht und geschlossen hatte, aufgeschnitten. Lauter grünes Zeug war da drinne, hatte er wohl Salat zum Frühstück gehabt? *g* Die TÄ hat alles sorgfältig rausgelöffelt und den Papagei nach und nach wieder zugeknöpft. Ich bin gegangen, als sie grade dabei war, die Bauchhöhle zu nähen. Bis dahin ging es dem Kerlchen gut und ich glaube auch, dass er's geschafft hat. Viel länger ging die OP ja dann nicht mehr. Ob alle Rasierklingenstückchen entfernt wurden, erfahre ich dann morgen.

Soweit, so gut. Ich hoffe, morgen ist man sich meiner etwas mehr bewusst und lässt mich nicht einfach irgendwo blöd rumsitzen. Wenn ich wenigstens eine kleine Aufgabe kriege, bin ich ja schon zufrieden. Mal sehen.
 
Laura

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Tag 3

Der heutige Tag war schon etwas besser und ich denke, ab jetzt wird's noch weiter aufwärts gehen, denn ich komme nicht mehr um 8 Uhr morgens, sondern erst um 2 Uhr mittags. Da beginnt die Sprechstunde und so sehe ich endlich mal ein bisschen mehr als nur die Behandlung der Stationstiere und die ein, zwei Patienten, die vor 12 Uhr kommen. Außerdem kann ich ausschlafen :mrgreen:
Nun ja. Als ich heute ankam, wurde mir wenigstens gleich gesagt, dass ich schon mal die Stationstiere machen kann. Das habe ich dann auch gemacht. Der Riesenschildkröte von gestern geht es prima, nur das Wasser vermisst Fetti bestimmt. Nachdem alle versorgt waren, wurde unser Käuzchen gespritzt, dann besagte Schildkröte.
Als nächstes wurde eine Elster behandelt, die wegen eines hängenden Flügels gebracht wurde. Ansonsten war das Kerlchen aber fit und munter und hat auch fleißig gebissen. Die Röntgenaufnahme war dann allerdings weniger erfreulich: Der Vogel war im Schulterbereich von einem Schuss getroffen wurden. Das Ding steckte noch im Flügel drin. Vermutlich ist die Kugel nur nicht weiter durchgegangen, weil sie direkt auf den Knochen getroffen ist. Allerdings war deswegen auch alles von Grund auf zerschmettert. Da war nichts zu machen, sie hätte nie wieder fliegen können und das als Wildvogel... Sie wurde eingeschläfert. :(
Auch der folgende Patient bekam keine so arg vielversprechende Prognose: Eine Brieftaube, die schlapp war und nichts mehr fraß. Es wurden Abstriche gemacht und vor allem das Stäbchen, das wieder aus dem Kropf kam, war ganz gelb. Das Röntgenbild zeigte eine enorm vergrößerte Leber, die schon die Luftsäcke eindrückte und für die zusätzliche Atemnot des Tieres verantwortlich war. Mit Antibiotikum wurde das Kerlchen wieder Heim geschickt.
Dann wurde ein Graupapagei endoskopiert, bei dem Verdacht auf Aspergillose bestand, aber da war alles gut. Wir haben noch ein bisschen die Behandlungsmöglichkeiten besprochen und uns Röntgenbilder dazu angeguckt.
Apropos Graupapagei: Unser Patient, der die Rasierklingen gefressen hatte, hat ein paar Stunden nach der OP seine letzte Reise angetreten. Die Röntgenbidler sahen soweit ganz gut aus, es war sogut wie alles entfernt worden, nur ein paar ganz winzige Stückchen, die noch im Drüsenmagen geblieben waren, wurden nicht mit rausgeholt. Dennoch hat er es leider nicht gepackt. Hoffentlich bist du drüben gut angekommen!
Als nächstest wurde der Kauz in Narkose gelegt, um den Verband neu zu machen. Wie ich erfahren habe, war es gar kein Knochenbruch, sondern ein "Weichteilschaden", wie der eine Studi es nannte. Allerdings sah der Flügel deswegen nur umso schlechter aus, denn er konnte gar nicht richtig gestreckt werden. Jetzt muss das arme Kerlchen jeden Tag in Narkose und Krankengymnastik machen. Hoffentlich kriegen sie den Flügel wieder hin *daumen drück*
Nach dem Kauz kam ein kleiner Königspython, der wirklich wirklich wirklich schlecht aussah. Das arme Reptil war nur noch Haut und Knochen. Die Schlange war so extrem abgemagert, dass die Haut riesige Falten bildete - war ja nichts da, was sie füllen könnte. Dazu kam, dass er völlig dehydriert war und vermutlich auch was mit dem Calciumhaushalt nicht in Ordnung war. Vermutung einer Blutvergiftung bestand auch. Und dann noch das Problem, weswegen der Halter eigentlich kam: Sie konnte sich nicht gescheit häuten und hatte sogar schon offene Stellen. Kein Wunder bei dem Zustand. :| Laut dem Kerl der da war, hatte er die Schlange vor zwei Wochen von einem Freund übernommen und sie erst mal mit vier Babymäusen zwangsgefüttert. Aber aufgrund des schwachen Stoffwechsels hatte die Schlange nicht abgekotet und nun Verstopfungen sowie Gas im Darm. Sehr schlechte Aussichten für das arme Tier. Immerhin erwartet es ein besseres Zuhause, falls sie es schafft. Sie bekam erst mal Infusionen und etwas für die Verdauung. Mal gucken, wie's morgen um sie steht.
Dann waren die Behandlungen soweit schon wieder vorbei und obwohl es noch vor meiner Zeit war, durfte ich schon gehen. Gab ja nichts mehr zu tun...
Ab morgen komme ich dann wie gesagt erst nachmittags zur Sprechstunde, da wird dann hoffentlich ein bisschen mehr los sein. :D
 
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Tag 4 + 5

Tag 4 (Kurzfassung)

Den gestrigen Beitrag habe ich leider vergessen und ich gebe ehrlich zu, ich bekomme kaum noch was zusammen. Ich weiß noch, dass ein wunderschöner Wellensittich da war, aber nicht mehr warum. Eine trächtige Bartagame, eine Schildkröte mit aufgegastem Bauch, mehrere Graupapageien, eine Laufente...
So unterschiedlich sind die Behandlungen ja nicht und etwas überaus Spektakuläres gab es auch nicht, das wäre mir sicher gleich eingefallen xD
Belassen wir's also dabei.


Tag 5

Heute habe ich mir erst mal einen McFlurry mit Smarties gegönnt, bevor ich zum Praktikum bin. Jumjumjum :D
Als ich dann da war, stellte ich fest, dass wohl irgendwie noch nichts mit Sprechstunde war. Ich bekam die Aufgabe, im Kühlschrank die Medikamente zu kontrollieren und aufzuschreiben, von was nur noch wenig oder nichts mehr da war. Hach, diese ganzen Namen da. Kann man denen nicht einfach Bezeichnungen geben? xD Irgendwann hatte ich auf jeden Fall alles beisammen, habe meine Liste abgegeben und gewartet... Gewartet... Dem Babykaninchen etwas Gesellschaft geleistet - dem geht's übrigens ganz gut - und gewartet....
Schließlich war's dann 3 und endlich kamen Patienten. Als erstes ein Hahn, der auf einem Bein lahmte, aber das war nicht das Problem. Die anderen Hühner hatten sich auf ihn gestürzt und angefangen, ihn aufzupicken. Er hatte eine riesen Fleischwunde an der Hüfte, Muskelgewebe völlig futsch, Sicht bis auf den Knochen, keine Haut zum Nähen. Das sah wirklich nicht schön aus. Da man ja nicht mal an Fleisch da hatte, konnte man auch keine Kunsthaut drauflegen, worauf hätte die festwachsen sollen. Bis das ganze von selbst verheilt wäre, hätte es Wochen gedauert und ob es überhaupt geklappt hätte, war auch fraglich. Und dann kam ja noch die Sache mit dem Bein dazu, vermutlich was am Oberschenkelknochen, da hat das Hähnchen beim Abtasten immer geschrieen. Das arme Tier hatte Schmerzen (bei dem Loch kein Wunder!) und wurde dann erlöst :( Viel Spaß im Hühnerhimmel, hübscher Kerl!
Nach einem kurzen Päuschen kam ein großer, grüner Leguan, der aus schlechter Haltung stammte. Ein gutes Stück Schwanz fehlte ihm, wurde vom Hund der Vorfamilie abgebissen... *kein Kommentar* Außerdem hatte er überall kleine Blessuren, die wie ehemalige Verbrennungen aussahen. Eigentlich war er aber wegen einem Abzess an der Wange da. Ein bisschen Eiter hat die TÄ schon rausgedrückt, aber dem armen Kerl hat das offensichtlich sehr wehgetan, obwohl er ganz lieb war. Er kommt am Monatg zur OP wieder.
Als nächstes kam eine Schildkröte, die nach dem Winterschlaf nicht so recht laufen und fressen wollte. Der Grund dafür waren wahrscheinlich Schmerzen im Mäulchen, ganz dicke Beläge hatte sie auf der Zunge. Sie wird jetzt auf Herpes und Bakterien getestet.
Dann waren zwei Nymphensittiche da, wobei einer von beiden nur seelische Untersützung bot. *g* Der andere hatte einen dicken, blutigen Federkiel am Flügel, an dem er auch als rumknabberte, der ihm in einer raschen Narkose schnell gezogen wurde. Vielleicht eine Polyoma-Geschichte, aber könnt auch was anderes sein.
Zum Schluss kam eine Gelbstirnenamazone, die aus einem Notfall stammt und vor ihrer Weitervermittlung auf Krankheiten getestet werden sollte. Außerdem sollte das Geschlecht bestimmt werden. Dem Vogel wurden ein paar Federn rausgerupft zum Wegschicken und schon konnte es wieder nach Hause gehen.
Damit war die Sprechstunde auch schon wieder beendet und ich konnte gehen.

Ein ziemlich kurzes Praktikum mache ich hier, zumindest was den Tagesablauf betrifft. Aber naja, ich sehe ja trotzdem viele Dinge und dass ich nichts Putzen oder Aufräumen muss, ist ja eigentlich doch ganz nett. :eusa_shhh:
 
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Tag 6 + 7

Schon wieder einen Eintrag vergessen... :mrgreen:

Tag 6

Nun, die neue Woche startete mit dem bisher wohl ereignislosesten Tag. Ich kam wieder um 2, jedoch begann die Sprechstunde erst um 4. Es hieß also warten, warten, warten. Nach einer Weile bin ich mit raus, wo sich schon ein paar Helfer in der Sonne niedergelassen hatten und da haben wir unseren Hoppelmann ein bisschen rennen lassen. Der wächst echt wie im Flug, er futtert schon ein bisschen Gras. :)
Naja um 4 kam dann der erste Patient, ein gerupfter Graupapagei mit schiefem Schnabel. Der wurde ihm rasch zurecht gefeilt und dann konnte er wieder gehen.
Der zweite Patient war eine Schildkröte, die abgegeben werden sollte udn deswegen auf ansteckende Krankheiten getestet wurde.
Das waren auch schon alle Termine und ich konnte gehen. Wie gesagt, ein sehr ereignisreicher Tag...

Tag 7

Heute war schon etwas mehr los und ich habe eine Menge neuer Dinge erfahren. Die TÄ hatte drei 20minütige Studentenführungen auf Englisch und ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, da zu lauschen. *g* Interessant fand ich, dass der Klinik Proben und so'n Kram aus der ganzen Welt (!) zugeschickt werden, z.B. aus dem Loropark. Wow, da war ich baff. Dass die ein großes, sehr eigenständiges Labor haben, wusste ich ja, aber von der ganzen Welt.... Respekt. Dann habe ich noch was von einem Fischkeller mit über 100 Aquarien erfahren, wusste ich bis dato auch nicht.
Vor den Führungen habe ich noch die Stationen gemacht und während der Führungen kamen etliche Kücken zum Impfen.
Dann habe ich heute besagten Fischkeller gezeigt bekommen, weil ich geholfen habe, ein paar neue Futterkrebschen anzusetzten. Unmengen von Guppys und einige andere Fische tummeln sich da, werden erfolgreich gezüchtet und für Projekte wie z.B. die Entwicklung eines Impfstoffes benutzt.
Joa... heute haben wir außerdem unsere Riesenschildkröte versucht mit kleinen Fischen zwangszufüttern, aber der Gute war nicht so begeistert und hat alles wieder ausgespuckt. Ihm wurde nach langen hin und her also was mit der Kanüle eingegeben, wovon er die Hälfte ebenfalls ausgespuckt hat. Nun ja.
Bei der Frühbehandlung ist uns leider ein Welli verstorben, das war so das traurige Ereignis heute...
Ansonsten war eine Bartagame mit einem halb abgestorbenen Schwanzteil da, was später noch operativ entfernt wurde und eine gelbe Wellidame, die wegen übermäßigen Bruttriebs jetzt eine Hormontherapie bekommt.
Nun, ich bin gespannt auf den morgigen Tag, es hat sich eine 13kg schwere Schildkröte angekündigt *g*
 
Laura

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Tag 8

So, der heutige Tag war so weit ganz gut. Endlich war mal ein Patient nach dem anderen dran und langes Warten und Rumstehen war nicht angesagt. Ich bin sogar eine Stunde länger geblieben, als eigentlich Sprechstunde war ^^
Nun, als erstes war eine riesengroße Spornschildkröte da, der es offensichtlich nicht sehr gut geht... Sie ist ziemlich teilnahmslos. Das Röntgenbild hat gezeigt, dass die Lunge massiv verschattet ist und wahrscheinlich hat sie auch Nierenprobleme. Mal gucken, ob sie sich berappelt. Eine kleine griechische Landschildkröte war noch dabei, die immer mal wieder trübe Augen hat. Von beiden Tierchen wurden verschiedene Tupfer für Pilze und Bakterien genommen und die Große haben wir stationär aufgenommen.
Heute war auch endlich mal das Reptil da, auf das ich schon lange gewartet habe: Ein Chamäleon :D Es hatte schon mehrfach Häutungsprobleme am Schwanz gehabt und jetzt nach einem Bad waren die Stellen ganz dunkel und krustig geworden. Auch bei dem Kerlchen wurden Proben zum Untersuchen genommen.
Ein weiterer interessanter Fall war eine ziemlich schlappe Laufente, eine ganz hübsche sogar. Sie war furchtbar unterernährt, konnte nicht mal mehr stehen und sich gescheit putzen. Sie wurde mit Infusionen und so weiter versorgt und auf Station gebracht. Das Röntgenbild zeigte ein sehr großes Herz, aber die genaue Diagnose steht glaube ich noch nicht... :eusa_think:
Zwischendurch wurde auch noch der verstorbene Welli von gestern abgeholt, auf seinen Röntgenbildern konnte man eine riiiiesige Leber erkennen, die sogar die Luftsäcke schon weit verdrängt hatte. Viel Spaß im Regenbogenland Kleine...
Unsere große Wasserschildkröte wurde wieder mit Fischchen zwangsgefüttert, dann kam noch ein Kücken mit schiefem Schnabel. Sein Oberschnabel ist leicht krumm und der Unterschnabel total schief und außerdem viel zu lang. Morgen wird das ganze versucht, operativ zu richten, aber mit 10 Tagen ist sie Wahrscheinlichkeit, dass das dauerhaft klappt, schon nicht mehr so hoch und naja... gucken, ob's überhaupt die OP übersteht. Ansonsten wird es später nicht fressen können.
In einer kurzen Pause habe ich mich auch mal nach dem Waldkauz erkundigt, den ich gar nicht mehr gesehen hatte. Auch dieser hübsche Mann ist über die RBB gegangen. Die Muskulatur in seinem Flügel war einfach futsch, er konnte ihn überhaupt nicht ausstrecken und wäre wohl für immer flugunfähig geblieben. *traurig seufz*
Dann kam noch ein echter Notfall rein und zwar eine Graupapageiendame mit Legenot. Auf dem Röntgenbild war das Ei prima zu erkennen, doch der Vogel war schlapp und saß nur noch apathisch auf dem Boden. Niemals hätte sie das Ding alleine raus bekommen. Alles, was man versuchen konnte, war das Ei aufzupixen, nach außen ablaufen zu lassen und dann die Schale rauszuziehen. Wenn das nicht klappte, musste sie aufgeschnitten werden und die Chancen, dass sie das überlebt hätte, wären gleich Null gewesen. Sie kam also sofort in den OP und die TÄ hat es wirklich geschafft, das Ei komplett zu entfernen. Ecklige Angelegenheit, als die ganze Sutsche da raus lief... xD Es hat ewig gedauert, bis die Kleene wieder aus der Narkose aufgewacht ist, normal geht das bei Inhalationsnarkose ganz flott.... Ich dachte schon, sie schafft's nicht. Aber sie ist wieder fit geworden und hat eine der Intensiv-Boxen auf der Station bezogen. Heute und Morgen sind nun noch mal kritisch. Ich hoffe, sie schafft es. Als Handaufzucht ist sie den Besitzern sehr ans Herz gewachsen und die Frau hat heute schon geweint gehabt... *daumen drück*
Wir haben auch noch einen weiteren Grauen, eine Amazone und ein Huhn neu auf Station.
Also, ziemlich was los gewesen im Vergleich zu den letzten Tagen. Morgen darf ruhig wieder spannend werden :D
 
Laura

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Tag 9 + 10

So, hier noch der etwas verspätete Nachtrag meiner letzten beiden Tage ^^

Tag 9

Der erste Patient war eine recht große Landschildkröte, bei der Blut genommen und die auch stationär aufgenommen wurde, weil was mit ihrer Verdauung nicht stimmte. Was oben rein ging, kam unten unverändert wieder raus und sie trank enorm viel. Also vielleicht auch eine Nierengeschichte...
Danach kamen zwei Landschildis, die vorige Woche noch auf Station waren, weil sie beide extrem weiche Panzer hatten und die größere auch offene Stellen. Bis auf eine Stelle bei der Kleineren hat sich die Sache aber prima entwickelt, die Große bekam noch mal einen neuen Klebeverband und sie durften wieder heim. Sowas kommt bei raus, wenn die Armen zu warm und zu feucht überwintert werden und das bei einem "Züchter".
Nach den Schildis wurde ein Graupapagei mit ganz doll entzündeten Nieren endoskopiert, richtig dunkelrot waren die. /:
Und letztendlich haben wir unsere große Wasserschildkröte wieder gefüttert. Der Behandlungsraum stinkt wahrscheinlich immer noch nach Fischbrei :mrgreen:

Tag 10

An meinem letzten Tag habe ich viel Zeit damit verschwenden müssen, eine Pflegerin mit Fragen für meinen Praktikumsbericht zu löchern. Lehrer wollen komische Sachen wissen :roll: Dann habe ich mich noch bei einer der Studentinnen über das Studium in Österreich erkundigt und noch ein paar wichtige Infos und Tipps, wie z.B. frühzeitig um eine Studentenwohnung kümmern, mit auf den Weg genommen.
An Patienten waren zwei Wellensittich da, von denen einer ein Geschwür am Flügel hatte. Es war zwar schon so groß, dass es nicht mehr operiert werden konnte, aber immerhin war es harmlos und bereitete dem Kerlchen (noch) keine Schwierigkeiten.
Es war auch jemand da, bei dem ich mich die ganze Zeit gefragt hatte, wer es ist, und der unsere Wasserschildkröte mal genauer unter die Lupe genommen hat. Er hat sie röntgen lassen und dabei kam dann raus, dass der ganze Darmtrakt aufgequollen ist, weswegen da auch so viel aus dem Panzer hervorluckt... Auf jeden Fall soll der Patient jetzt Schildkrötenjoghurt zu mampfen kriegen, mit lebenden Bakterienkulturen, da scheinbar seine gesamte Darmflora hinüber ist. Soweit sich über das Wochenende nichts geändert hat, darf der liebe Kerl morgen wieder nach Hause.
Naja kommen wir mal zum Fazit....

Alles in Allem fand ich das Praktikum zwar nicht sehr aufregend, weil die Tage meistens doch etwas schleppend waren, aber trotzdem interessant. Ich denke es ist lohnenswert, sich die Unterschiede zwischen Hund und Kaninchen und Schildkröte und Papagei anzugucken, denn da läuft doch vor allem von den Diagnosetechniken einiges anders. Bei den Kleintieren wird z.B. fast immer abgehört, Fieber gemessen, bei den Vögel dagegen wird sehr oft geröngt und lauter Abstriche genommen. Ein Stetoskop habe ich in den ganzen zwei Wochen nicht einmal gesehen.
Ich habe auf jeden Fall einige gut zu wissenede Dinge mitgenommen und werde auch den ein oder anderen Ratschlag auf meine eigene Haltung anwenden können und vor allem weiß ich, an wen ich mich verlässlich wenden kann, wenn meine Geierchen oder Kröten mal was haben sollten.
Auf jeden Fall haben die 10 Tage mich nicht davon abgebracht, den Wunsch des Vetmed-Studiums weiter zu verfolgen oder zumindest irgendetwas in diese Richtung zu machen. :)
 
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