Zweithund

Diskutiere Zweithund im Hunde Haltung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo, ich habe nun seit ca 5 Jahren einen quirligen, eigentlich immer gut gelaunten, aber nicht grad unkomplizierten Mischlingsrüden...
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elli1006

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Hallo,

ich habe nun seit ca 5 Jahren einen quirligen, eigentlich immer gut gelaunten, aber nicht grad unkomplizierten Mischlingsrüden (kastriert).
Nun bin ich mit ihm auf einem Erziehungslevel angelangt, wo ich
mich fast immer darauf verlassen kann, dass er auf das hört, was ich von ihm möchte.

Für mich stellt sich die Frage, wie wäre es wohl mit einem Zweithund (Hündin) wäre?
Wie würde es sich auf meinen jetzigen Hund auswirken? Würde er sich vielleicht vom Charakter/ Wesen verändern? Und welche Vorteile bzw. Nachteile bringt ein Zweithund für meinen Ersthund, für mich und für den Zuwachs mit sich?

Ich hoffe ihr könnt mir sagen, was ihr für Erfahrungen gemacht habt, als ihr Hundezuwachs bekommen habt :)

Viele liebe Grüße

Elisabeth und Feivel
 
19.04.2011
#1
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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.
*Mischling*

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Hi

Wir hatten nun das dritte Mal eine Zusammenführung, zuerst H-R, dann R-R und R-R, aber der Zweithund war immer ein Welpe. Bei uns hat das immer super geklappt, weil der kleine so zu sagen reingewachsen ist.

Die Vorteile für deinen ersten Hund ist einfach die Gesellschaft. Ich weiß nicht, wie viel er jetzt alleine ist, aber auch schon beim spazieren gehen ist das für deinen Hund natürlich toll. Daraus ergibt sich aber auch das Problem, dass nicht alle Hunde gerne teilen und nicht jeder Hund will immer einen Kumpel um sich haben. Auch die Erziehung des Zweithundes ist schwerer, da du weniger Einzelzeit mit ihm haben wirst. Dafür solltest du etwas Extratraining einplanen. Mit etwas Pech vergisst der Ersthund in einer gewissen Phase auch etwsa von der Erziehung. Auch im Haus sollten beide genug Platz haben, dass sie sich notfalls ausweichen können, also eigener Schlafplatz, Spielzeug, Fressstellen usw., allerdings kommt das Besitzverhalten stark auf den Charakter der beiden Hunde an.

Für dich ist es dann eben eine (nicht ganz) doppelte finanzielle Belastung, aber ich denke Mal, da kennst du dich aus ;). Wenn die Chemie zwischen beiden stimmt, ist es für beide bestimmt eine Bereicherung :D
 
elli1006

elli1006

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Danke für deine Antwort!

Ist es denn deiner Meinung nach vorteilhafter, wenn der Ersthund ein gewisses Alter erreicht hat oder ist das egal? Mein Hund ist ja sowieso keiner von der ruhigen Sorte.
Mit dem teilen weiß ich nicht so genau, wie meiner das findet.... Wir hatten schon ein Paar mal eine Hündein aus der Hundeschule zu Besuch. Die hat gerne mal Dummheiten gemacht. Wenn wir da geschimpft haben, hat sich unser Feivel das immer gleich angenommen. Aber ich denke dass das auch daran liegen könnte, dass er nicht gewohnt ist, dass jemand anders ausgeschimpft wird, weil er ja sonst allein ist und da nur er gemeint sein kann!? Aber Probleme hatte er eigentlich nicht, dass ein anderer Hund mit da war. Er drängt sich so oder so gern in den Vordergrund.
Wenn der Hund von meinen Eltern zu Besuch ist, versucht er ihn immer frech wegzuschubsen oder in den Hintern zu zwicken, wenn er mit uns kuscheln will.
Also prinzipiell akzeptiert er andere Hunde gut bei uns zu Hause, er behauptet sich nur gerne, aber das macht er auch in der Hundeschule.;)
Ich würde mit beiden getrennt zur Hundeschule gehen und so könnte ich auch gut einzeln mit dem Zweithund trainieren.

LG
 
*Mischling*

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Ich würde mal sagen, der Ersthund sollte aus der Pubertät raus sein und seine Erziehung sollte gefestigt sein. Ansonsten kommt es einfach nur darauf an, dass beide sich mögen, also deiner den Zuwachs auch kennen lernt, bevor dieser einzieht. Auch der Charakter beider Hunde sollte ähnlich sein.

Ich fand es immer einfacher, einen Welpen dazuzuholen, kenne aber auch Leute, bei denen es mit einem etwas älteren Hund noch gut geklappt hat. Da ist aber die Sympathie noch entscheidender und da werden sich die Hunde auch vorher besser kennen lernen müssen.

Bei sowas finde ich immer das Beispiel des früheren Hundes meines Vaters toll. Eine Mischung aus einem Polizeischäferhund, Rotti und noch einem Listenhund, über 70cm groß, gut 50kg schwer. Er kam aus schlechter Haltung und machte sehr früh eine schlechte Erfahrung und hat seitdem jeden Hund gebissen (und damit meine ich nicht gezwickt), der auf ihn zu kam (selbst ist er nicht hin), einmal hat er sich gegen zwei Rottis gleichzeitig durchgesetzt (der Besitzer lies die eindeutig aggressiven Hunde auf ihn zurennen, in der Annahme, seine würden eh gewinnen, nicht dass man hier was falsches denkt ;)). Er war Menschen gegenüber sehr skeptisch und lies niemanden ins Haus oder die Nähe meines Vaters. Allerdings holte mein Vater, als der Hund knapp zwei war, einen zweiten aus dem TH dazu, Westimix, unausstehlich und nicht gerade hübsch, frech und nicht erzogen, aber er tat meinem Vater leid. Der Kleine war ca. ein Jahr. Die beiden wurden einander einmal vorgestellt, dann zog der Kleine ein - und es gab nie auch nur das kleinste Problem, ganz im Gegenteil. Der große verteidigte den Kleinen, ließ ihm aber jede noch so dreiste Frechheit durchgehen.

Du siehst, es kann also durchaus gut gehen, solange man sich bei der Wahl des Zweithundes nach seinem Ersthund richtet und die beiden vor allem am Anfang stets wachsam im Auge hat :D
 
DyingDream

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Für mich stellt sich die Frage, wie wäre es wohl mit einem Zweithund (Hündin) wäre?
Wie würde es sich auf meinen jetzigen Hund auswirken? Würde er sich vielleicht vom Charakter/ Wesen verändern? Und welche Vorteile bzw. Nachteile bringt ein Zweithund für meinen Ersthund, für mich und für den Zuwachs mit sich?
Puh... Deine Fragen sind gar nicht so einfach zu beantworten, weil das alles eben sehr auf euren Ersthund, den neuen Hund, euch selbst und sonstigen diversen Situationen ankommt.

Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass ein Zweithund schon sehr viel in meinem Alltag und im Alltag meines Ersthundes verändert hat.
Der Charakter und das Wesen haben sich bei meinem Ersthund aber nicht geändert. Sie war ja schon 10 Jahre als der Zuwachs hier gekommen ist. Die beiden Akzeptieren sich mehr so wie Tante und Nichte und sind nun nicht die engsten Kumpels. ;) Sie arbeiten gut miteinander und akzeptieren sich in so ziemlich allen Situationen - und mir persönlich kam es auch nur darauf an.

Seitdem der zweite Hund bei mir, empfinde ich die Spaziergänge noch viel spannender als vorher. Und auch im Alltag ist noch viel mehr los mit den beiden als mit einem allein.
Ich mag es zuzusehen, wie sie miteinander kommunizieren. Ich finde es spannend mit zwei Hunden gemeinsam zu arbeiten, zu spielen - kurz gesagt zu leben.
Der Nachteil sind in meinen Augen die doppelten Kosten die man hat. Die Steuer für den zweiten Hund ist meistens teurer. Auch Versicherung und Futterkosten verdoppeln sich.
Ist ein Hund krank, steckt sich der zweite oftmals mit an und es ist eine doppelte Behandlung nötig.
Nun liegen bei meinen beiden auch ca. 10 Jahre zwischen den Hunden und die beiden haben ganz unterschiedliche Ansprüche. Irgendwann wird es nicht mehr so gut gehen mit beiden zusammen los zu gehen und es wird alles etwas komplizierter werden. Ebenso, wenn ein Hund krank ist und der andere Hund Aktion haben will - da ist man dann teilweise ganz schön hin- und hergerissen.
Zeitlich kostet ein zweiter Hund mich ungefähr ein Drittel mehr Zeit. Hatte ich mich vorher also 2 Stunden am Stück mit dem Hund beschäftigt, sind es jetzt 3 Stunden für zwei Hunde. Grade in den ersten Monaten kannst du aber gut noch mehr Zeit einkalkulieren, bis die Erziehung vom zweiten halbwegs gut klappt.
Positiv war in diesem Bezug, dass mir mein Ersthund bei der Erziehung geholfen hat. So hat die Neue sehr schnell auch Grenzen kennen gelernt und hat sich fast alles vom Ersthund abschauen können. Grade, was den Rückruf betrifft ist es wahnsinnig hilfreich mit nem Ersthund, der zuverlässig kommt. :)

Vorteil für meine erste Hündin war, dass ich sie selbst ein Stück entlasten konnte, weil ich persönlich sehr aktiv im Hundesport und dem drumrum bin. Es ist für meine ältere Hündin also ganz angenehm, wenn sie mehr Pausen bekommt. Zudem ist sie bei der Arbeit mit mir noch motivierter, wenn sie am Rand mal warten musste und zusehen konnte, dass ich auch mit dem zweiten Hund zusammen arbeite. Man glaubt gar nicht, wie viel eifriger und aufmerksamer der Hund dann ist. ^^
Ebenso ein Vorteil für meine erste Hündin war, dass sie bei Hunde- oder Menschenkontakten (auf die sie verzichten konnte) nun den Zweithund an ihrer Seite hat und die zwei Zusammen natürlich noch etwas sicherer im Umgang mit anderen sind. - Aber hier war es in unserem Fall eher der Vorteil vom Zweithund (Hündin mit schlechten Erfahrungen), weil sie neben mir auch durch den Ersthund viel mehr Sicherheit bekommen hat.
Nachteil für meinen Ersthund ist nach wie vor, dass sie mich nun auch immer wieder mit der anderen Hündin teilen muss. Das sie mitunter von der jüngeren Hündin genervt wird und sich ab und an etwas anstrengend muss, um ihren Willen durchzusetzen und als erstes am Ball zu sein, etc.
Ebenso ein Nachteil ist laut meiner Ersthündin, dass sie seitdem der andere Hund da ist ja wieder noch mehr zwischen anderen Hunden ist und wenn die zu wild sind - da steht sie nicht mehr so wirklich drauf. ;D
Nachteile für den Zweithund gibt es bei uns eigentlich wenig, weil sie es nicht anders kennt als mit der älteren Hündin hier. Klar, hätte sie mich und jegliches Futter gerne mal für sich alleine - aber sie ist es eben von Anfang an gewöhnt mit dem Ersthund auszukommen. Da gibt es also viel mehr Vorteile als Nachteile.

--
Du schreibst, dass dein Mischlingsrüde nicht grade unkompliziert ist. Wo sind denn da noch die Baustellen?
Du musst hier natürlich immer bedenken, dass sich der zweite Hund sehr schnell Verhaltensweisen vom Ersthund abschaut. Und da hat man dann im schlimmsten Fall am Ende ein doppeltes Problem.
~§~
 
elli1006

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Ich fand es immer einfacher, einen Welpen dazuzuholen, kenne aber auch Leute, bei denen es mit einem etwas älteren Hund noch gut geklappt hat. Da ist aber die Sympathie noch entscheidender und da werden sich die Hunde auch vorher besser kennen lernen müssen.
Also wir hatten auf jeden Fall an einen Welpen gedacht, da wir wenn dann diesmal unsere eigenen Fehler machen wollen ;) und nicht die von anderen ausbügeln. Denn bei unserem Ersthund ist in der Anfangszeit anscheinend in der ersten Zeit (wir haben ihn mit 6 Moaten übernommen) einiges schiefgegangen... Er konnte am Anfang gar keine äußeren Reize verarbeiten und stand draußen unter Dauerstress und hat alles angebellt, was für ihn nicht normal war (eigentlich alles).
Naja und das haben wir mittlerweile recht gut im Griff.

@ DyingDream: Das ist auch das, was ich mit nicht gerade unkompliziert gemeint habe.... er ist einfach immer auf Draht und kein Hund der total lässig und entspannt mal neben einem her läuft. Ich bin einfach froh, dass er nicht mehr ausrastet, bei jedem Blatt, was vom Baum fällt-im Gegenteil, die meisten äußeren Einflüsse lassen ihn jetzt kalt. Man muss ihn nur draußen immer ganz genau beobachten und auf seine Körpersprache achten, dass man rechtzeitig handeln kann und seine Aufmerksamkeit hat.
Ich danke dir auf jeden Fall für deine sehr ausführliche Antwort, das hat mir schon weiter geholfen.

Ich hatte auch vor, mal mit meiner Hundetrainerin über das Thema zu sprechen, weil ich denke, dass sie als "unparteiische" Person bestimmt mit am besten beurteilen kann, ob mein Hund und ich dafür geeignet und gewappnet wären. Oder was meint ihr?
 
*Mischling*

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Mit jemanden zu sprechen, der die Entwicklung und den "Wissensstand" deines Hundes kennt, ist bestimmt eine gute Idee. So kann dir ein Außenstehender sagen, ob er in seiner Erziehung reif dafür ist.

Ich hätte mich ehrlich gesagt aus dem selben Grund für einen Welpen entschieden ;)
 
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