sind Rassekatzen wünschenswert?

Diskutiere sind Rassekatzen wünschenswert? im Katzenkörbchen Forum im Bereich Katzen Forum; Hi zusammen, ich möchte mal eine Diskussion anregen um die Züchtung von Rassekatzen und hierzu ein paar Thesen in den Raum stellen, die durchaus...
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CoffeeCup

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Hi zusammen,

ich möchte mal eine Diskussion anregen um die Züchtung von Rassekatzen und hierzu ein paar Thesen in den Raum stellen, die durchaus gewollt kontrovers und provokant sind. Mich würden alle Argument pro und contra interessieren. Hier geht es ausschließlich um die so genannte seriöse und verantwortungsbewusste Zucht.

Ich würde mich über eine angeregte Diskussion freuen :)

LG, Coffee

These 1

Die Zucht von
Rassen führt auf lange Sicht zu unerwünschten und die Tiere belastenden Fehl- und Extremzuchten. Bei Katzen ist diese Entwicklung noch nicht so schlimm wie bei Hunden. Es zeigt sich aber schon, wo das hinführt (siehe z.B. Perser).

These 2

Durch die Zucht wird das genetische Potenzial drastisch eingeschränkt. Da lediglich bestimmte Eigenschaften selektiert werden (die vom Menschen als selektionswürdig identifiziert werden) und wiederum andere Eigenschaften bewusst ausselektiert werden, ist eine normale evolutionsgesteuerte Entwicklung unmöglich. Zudem wird das genetische Potenzial auf (relativ betrachtet) wenige Zuchtlinien und Stammbäume reduziert. Eine Durchmischung, wie sie die Evolution vorsieht, wird verhindert.

These 3

Rassenzucht ist eine besondere Ausprägung des Speziesismus. Wenn Menschen bestimmte Rassen züchten, so ist dies ein besonders auffälliges Zeichen dafür, dass sie Tiere als nachrangige Objekte betrachteen, die sie nach ihren Vorlieben gestalten und 'nutzen' können: Zum Essen, zu Unterhaltungszwecken, als Rohsteofflieferant, als Statussymbol und ähnlichem.

These 4

Rassepräfenrenzen sind generell falsch. Bei Menschen genauso wie bei Tieren. Sie zeugen davon, dass derjenige, der solche Präferenzen hat, sich von sekundären und nebensächlichen Merkmalen leiten lässt. Wesentliche Merkmale, nämlich charakterliche Eigenschaften, werden ausgeblendet oder wenigstens als zweitrangig betrachtet.
 
Zuletzt bearbeitet:
15.05.2011
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Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Gerd zu werfen.
Die 7 M´s

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Interessante Thesen. Leider kann ich absolut nichts dazu sagen, weil ich von Genen, Vererbungslehre usw. von Rassekatzen absolut keine Ahnung habe!:eusa_shhh:

Ich weiss nur soviel: mein Merlin (reinrassiger Perser) , den ich zusammen mit Max als Notfall-Doppelpack aufgenommen hatte, war gesundheitlich übel dran. :( Filzplatten, tränende Augen und Näschen, die ich täglich säubern musste, Schnarchen, Röcheln, Atemnot ..und eines Tages hat er hier wohl einen Herzanfall erlitten und er ist mir innerhalb von 10 Minuten verstorben:(

Ich wollte nie einen Perser und würde auch nie einen beim Züchter kaufen. Aber Merlin war halt ein Notfall und mit Max (normale Hauskatze mit "irgendwas langhaarigem drin" laut meiner TÄ) zusammen abzugeben. Von daher war es mir egal, ob er reinrassig und "white-cream" oder sonstwas ist....Merlin und Max waren 2 Kater in Not, nur das hat für mich in dem Moment gezählt. Dass Merlin "zufällig" ein Perser war, war für mich zweitrangig.
 
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Ich finde die Thesen sehr interessant, vor allem, da das bei Hunden ja immer ein sehr großes Thema ist - Rassenerhalt vs. Überzüchtung und kleiner Genpool. Komischer Weise interessieren sich bei Katzen weniger Leute dafür als bei Hunden (zumindest in meiner Umgebung). Ich kenne mich mit Katzenrassen an sich nicht so gut aus wie beim Hund, ich habe zwei ganz normale Hauskatzen.^^

Aber mal zu These 1: Wenn ich von Rassen lese, die keinen Schwanz haben, oder die wie der Perser in die Richtung eines Mops gehen (Atemwege), macht mir das schon Sorgen. Auch scheint die Lebenserwartung mancher Rassekatzen geringer zu sein. Es geht dabei ja nicht nur um mangelhafte Zuchtkontrollen was Erbkrankheiten betrifft, sondern auch um die optische Zucht wie oben genannt, bei der Merkmale gezüchtet werden, die der Mensch hübsch findet, die aber, wenn man es genau nimmt, nicht natürlich sind und auch keinerlei Nutzen für das Tier haben, manchmal aber Risiken bergen.

Zu These 2: Surviving of the fitest klappt bei unseren Stubentigern ja schon lange nicht mehr so, wie es die Natur einmal vorgesehen hat ;) Allerdings schränkt eine Rassezucht den Genpool schon ein, das sieht man auch bei Hunden. Ab wann aber ein Genpool zu klein oder eine Katze zu nah mit der anderen verwandt ist, ist eine kaum zu beantwortende Frage. Wie viele Katzen muss denn ein gesunder Genpool umfassen? Und ist eine Verwandschaft über fünf Stammbaumzweige zu nah (als Beispiel, weiß gerade nicht, wie nahe das wäre^^)? Ein größeres Problem sehe ich in der Verhinderung oder gezielten Förderung von Mutationen. Mutationen sind willkürlich, naturgegeben und nicht immer zu bewerten, ob gut oder schlecht. Manche Mutationen setzten sich über Generationen durch, andere nicht. Hier greift bei einer Zucht der Mensch ein, inwieweit dies nun zum Vor- oder Nachteil geschieht, sei dahingestellt.

Zu These 3: Das ist ein extremes Problem der Tieranschaffung: Der Kauf einer Katze als Dekorationsmaterial oder Statussymbol, aus Gruppenzwang oder einer Laune heraus - und dann muss es natürlich gleich eine Rassekatze sein. Und ja, Menschen, die schon fast phanatisch von der Rasse ihrer Tiere und deren Seltenheit, Überlegenheit und Besonderheit besessen sind, zeigen einen gewissen Rassismus, der sich vielleicht auch in anderen Lebenslagen wiederspiegelt. Nur sollte man auch keine Rassekatze abwerten, nur weil sie gezüchtet wurde ;) Aber seien wir doch realistisch: Die Nachfrage bestimmt das Angebot, manche Menschen wollen eben eine Rassekatze, vielleicht einfach nur, weil sie die Rasse schön finden, vielleicht als Statussymbol, das kann man nicht wissen. Nur sollte das Wohl das Tieres dabei wieder im Vordergrund stehen, sowohl in Betracht auf den Grund der Anschaffung, als auch in Betracht auf die Zucht, aus der ich mir meine Rassekatze hole.

Zu These 4: Ach ja, das Thema mit der Oberflächlichkeit... Das findest du aber nicht nur bei Rassetieren. Wenn man ins TH gehen, um sich eine Katze auszusuchen, was sieht man zuerst? Die Optik. Die Sympathie, die man seinem auserwählten Tier gegenüber empfindet, diese Liebe auf den ersten Blick, gründet zum Großteil aus einer oberflächlichen Betrachtung. Dieser erste Eindruck lässt sich aber auch nur schwer wieder ändern, das ist beim Menschen aber auch nicht anders. Gedanken mache ich mir dann, wenn jemand hergeht und sagt: Die wäre mir sympathisch, aber da fehlt ein halbes Ohr, die Fellfarbe passt nicht zu meinem Teppich oder die ist nicht zuchttauglich. Die meisten Sorgen machen mir die Menschen, die sich gegen eine ihnen sympathische und charakterlich passende Katze entscheiden, weil sie nicht genug Wert als Statussymbol hat oder andere vielleicht nicht sofort ihre Schönheit und Seltenheit bewundern würden. Wir hatten hier doch den Fall, bei welchem die Freundin ihren kleinen Hund wieder abgab, weil sich Fremde angeblich über ihn lustig gemacht und über sie getuschelt hatten. Kurz später holte sie sich einen Schäferhund. Und genau das sollte nicht passieren, tut es aber, bei Rasse- und Nichtrassekatzen.

Ich hoffe mal, das war so in etwa das, was du dir vorgestellt hast :mrgreen: Und nicht zu viel Text^^
LG
 
Valeforia

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Coffee Ich muss sagen, das, was du angesprochen hast, kann ich nur unterschreiben....
Ich hab auch mal nen Thread bezüglich Rassetieren aufgemacht, konnte mich aber aus Rage von kurz vor gelesenen unzähligen "Aber das ist doch keine Rasse!! O___O"-mäßigen Posts nicht so gut und klar strukturiert ausdrücken xD

Von meiner Seite VIELEN DANK für deinen Beitrag! :038:
 
Ina4482

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ich möchte mal eine Diskussion anregen um die Züchtung von Rassekatzen und hierzu ein paar Thesen in den Raum stellen, die durchaus "sind. Mich würden alle Argument pro und contra interessieren. Hier geht es ausschließlich um die so genannte seriöse und verantwortungsbewusste Zucht.
Aufgrund dieser Einleitung habe ich mir jetzt wirklich lange überlegt, ob ich überhaupt zu dem Thema etwas sagen sollte. Grade die Ankündigung "gewollt kontrovers und provokant" und die Aussage
"so genannte seriöse und verantwortungsbewusste Zucht" erwecken für mich persönlich ein wenig den Eindruck, dass das Ganze sowieso eher als "Anti-Zucht-Thread" oder so etwas in der Art dienen soll. Allerdings finde ich auch, dass man einige Sachen nicht völlig unkommentiert stehen lassen sollte. Also versuche ich mich mit meinem rudimentären Züchterwissen mal daran ;).

These 1

Die Zucht von Rassen führt auf lange Sicht zu unerwünschten und die Tiere belastenden Fehl- und Extremzuchten. Bei Katzen ist diese Entwicklung noch nicht so schlimm wie bei Hunden. Es zeigt sich aber schon, wo das hinführt (siehe z.B. Perser).
Das hat ja mal rein gar nichts mit der oben so schön beschriebenen "so genannten seriöse und verantwortungsbewusste Zucht" zu tun, sondern geht in Richtung Qualzucht bzw. verantwortungsloser Vermehrer. Eine seriöse Zucht beruht natürlich auf Selektion, aber doch mit dem Hauptziel, die Rasse zu erhalten und das natürlich ohne gesundheitliche Schäden / Folgen. Deswegen züchtet ein seriöser Zucht ja auch nicht mit HCM positiv geschallten Tieren beispielsweise.

These 2

Durch die Zucht wird das genetische Potenzial drastisch eingeschränkt. Da lediglich bestimmte Eigenschaften selektiert werden (die vom Menschen als selektionswürdig identifiziert werden) und wiederum andere Eigenschaften bewusst ausselektiert werden, ist eine normale evolutionsgesteuerte Entwicklung unmöglich. Zudem wird das genetische Potenzial auf (relativ betrachtet) wenige Zuchtlinien und Stammbäume reduziert. Eine Durchmischung, wie sie die Evolution vorsieht, wird verhindert.
Ich bin da absolut kein Fachmann und weiß nicht, in welchem Maße die Reduzierung der Zuchtlinien tatsächlich so ist. Deswege enthalte ich mich dazu.

These 3

Rassenzucht ist eine besondere Ausprägung des Speziesismus. Wenn Menschen bestimmte Rassen züchten, so ist dies ein besonders auffälliges Zeichen dafür, dass sie Tiere als nachrangige Objekte betrachteen, die sie nach ihren Vorlieben gestalten und 'nutzen' können: Zum Essen, zu Unterhaltungszwecken, als Rohsteofflieferant, als Statussymbol und ähnlichem.
Das ist eine Frage der Ethik, gell? Und außerdem eine Frage des eigenen Blickwinkels. Meine Katzen kommen zwar vom Züchter, aber dienen natürlich keinem der von dir genannten beispielhaften Zwecke; die dürfen einfach Katzen sein und ihr Leben genießen, so artgerecht wie ich ihnen das ermöglichen kann.

Und da stellt sich mir doch glatt noch eine andere Frage: beinhaltet Speziesismus nicht auch, dass man eben gar keine Haustiere hält? Tante Wiki sagt dazu folgendes:
Als Konsequenz der Ablehnung des Speziesismus wird der Veganismus betrachtet, einschließlich der Ablehnung der Haltung von Haus- und Reittieren.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Speziesismus).

These 4

Rassepräfenrenzen sind generell falsch. Bei Menschen genauso wie bei Tieren. Sie zeugen davon, dass derjenige, der solche Präferenzen hat, sich von sekundären und nebensächlichen Merkmalen leiten lässt. Wesentliche Merkmale, nämlich charakterliche Eigenschaften, werden ausgeblendet oder wenigstens als zweitrangig betrachtet.
Wesentliches Merkmal in den Zuchten, die ich kenne, ist natürlich die Gesundheit. Allerdings werden dort charakterliche Eigenschaften nicht ausgeblendet: natürlich ist das Wesen der Tiere ein sehr wichtiger Aspekt und mit absolut ängstlichen oder unumgänglichen Tieren wird kein seriöser Züchter Babys ohne Ende produzieren. Im Endeffekt würde er dafür nämlich früher oder später die Konsequenzen spüren: keiner würde mehr Katzen von ihm wollen.

Fazit des Ganzen für mich: alles über einen Kamm scheren funktioniert einfach nicht. Und warum hier nun über den Sinn der so abfällig bezeichneten "so genannten seriösen und verantwortungsbewussten Zucht" diskutiert werden soll, anstatt dass die Wurzel (Vermehrer und verantwortungslose Halter unkastrierter Freigänger) gepackt und davor gewarnt wird, erschließt sich mir leider nicht.
 
blackcat

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*grummel*
Leider stürzt mein Internet mal wieder dauernd ab und jetzt war Ina schneller, aber will ich doch nochmal was dazu sagen.


Interessantes Thema.
Allerdings für meinen Geschmack ein bisschen zu provokativ und zu wenig auf Diskussion ausgelegt.
Es ist leicht, alle Züchter und Rassekatzenfreunde über einen Kamm zu scheren und etwas ganz anderes, sich mit der Realität und der Praxis außeinander zu setzen.

Vor allen Dingen stört mich die unterschwellige Beschuldigung, Züchter/Rassekatzenhalter wären Rassisten oder zumindest nahe daran.

Hier geht es ausschließlich um die so genannte seriöse und verantwortungsbewusste Zucht.
Züchtet ein verantwortungsbewusster Züchter Tiere, die irgendwie in ihrer Freiheit oder Gesundheit eingeschränkt sind?
Betreibt ein verantwortungsbewusster Züchter massiv Inzucht oder behandelt seine Tiere wie Dinge?

Ist dir bewusst, dass ein großer Teil der heute bestehenden Katzenrassen natürlich entstanden ist und durch Zucht vor dem Aussterben bewahrt wird?
Die Türkisch Van geht zum Beispiel auf Katzen am Vansee zurück, die dort relativ isoliert über eine lange Zeit wild lebten und sich dadurch perfekt an die herrschenden Bedingungen anpassen konnten. Durch die Besiedelung des Gebietes vermischen sie sich heute zunehmend mit Hauskatzen und sind in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht.

Ist Arterhaltung etwas, das verurteilt werden sollte?
Sind Zuchtprojekte in Zoos, die zur Arterhaltung dienen, im Grunde versteckter Rassismus, weil Kreuzungen mit anderen Arten vermieden werden?

Hast du dich über Zielsetzungen der Katzenzucht informiert?
Ich stimme dir zu, dass die Zucht ihre negativen Seiten hat. Ich bin ein Gegner jeder Art von Qualzucht und zähle dazu alles, das eine Katze auch nur im Entferntesten beeinträchtigt.
Aber das Thema Qualzucht betrifft einen verschwindend geringen Teil der Katzenzucht.

These 2 ist Unsinn: in der Natur entstehen neue Arten oder Unterarten durch Isolation und nicht durch ständiges Durchmischen des Genpools.
Im Gegensatz zur Natur wird in einer seriösen Zucht auch darauf geachtet, dass der Genpool groß genug ist und bleibt. Deshalb werden zum Beispiel bei Rassen, die vom Aussterben bedroht sind, immer wieder andere Rassen eingekreuzt.

Bei solchen Behauptungen frage ich mich, ob du dich überhaupt irgendwie mit dem Thema Zucht beschäftigt hast, bevor du diese Thesen aufgestellt hast.

Zu 3 und 4:
Netter Ansatz, leider aber in meinen Augen völlig daneben.
Einmal die Gleichsetzung von Menschen und Tieren und einmal die Behauptung, dass Züchter oder Rasseliebhaber ein Rassetier als wertvoller erachten (in welcher Hinsicht auch immer) als einen Streuner.

Es gibt sicher Leute, auf die das zu trifft, aber hier darf auf keinen Fall verallgemeinert werden!

Sucht sich jemand von euch seine Katzen nach dem Zufallsprinzip aus?
Hat nicht jeder irgendeine Vorstellung, wie seine Katze zu sein hat?

Das muss nicht gleich Rassekatze bedeuten, ich meine einfach irgendwelche Motive bei der Auswahl wie "ich will eine große Katze", "die Chemie muss stimmen" oder "meine Katze soll ein Streuner sein".
Das sind im Grunde genau die gleichen Kriterien wie "meine Katze soll blaue Augen haben" und "meine Katze soll einen Stammbaum haben".

LG
by blackcat
 
Smoothie

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Ich sehe hier keine Positiven Thesen aufgelistet. Rassezucht erhellt die Art.
Rassezucht deckt Fehlbildungen auf, die mit Misch Masch Katzen vielleicht nie rausgekommen wären.
Sauber geführte Linien minimieren die Gefahr von Gendefekt geplagten Tieren.

Ich finde es sehr Provokant formuliert und da ich ein beführworter der Sauberen, verantwortungsbewussten Zucht bin, steige ich hier wieder aus. Den allein der Erste Post schmeißt mit Steinen nach den Rassezüchter bzw. Liebhaber von Rassetieren.

(Und nein ich habe nix gegen Mischlinge...)
 
Kompassqualle

Kompassqualle

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Auch ich finde das Thema spannend, ich komme zwar aus der Hundeecke aber äußere mich trotzdem mal dazu :)

Ich finde man kann das Thema Rassezucht durchaus in Frage stellen, denn, auch wenn man Zucht verantwortungsvoll und ohne Qual betreiben kann, bleibt am Ende doch die Frage, welchen Nutzen sie für das Tier hat. Den Katzen ist es mit großer Sicherheit egal ob es sie in unterschiedlichen Farbvarianten, Größen und Felllängen gibt, damit ist jedwede Zucht auf bestimmte Phänotypen (also äußere Erscheinungsbilder) am Ende nur menschliche Eitelkeit.
Ich denke deswegen muss man bei der Zucht immer bedenken wo man selbst die ethische Grenze sieht, sieht man sie bereits und grundsätzlich da, wo der Mensch ein Lebewesen nach seinen Wünschen züchtet (lehnt also Zucht grundsätzlich ab), oder erst dort, wo dem Tier dadurch ein Nachteil entsteht (Qualzuchten)?


Ist Arterhaltung etwas, das verurteilt werden sollte?
Jein, verurteilen würde ich es nicht, aber es macht in vielen Fällen auch nicht wirklich Sinn. Nämlich immer dann, wenn eine Art nur gezüchtet wird um in Gefangenschaft weiterzuleben (das betrifft z.B. Arten die nicht mehr ausgewildert werden können, weil ihr natürlicher Lebensraum so gut wie zerstört ist).

Im Gegensatz zur Natur wird in einer seriösen Zucht auch darauf geachtet, dass der Genpool groß genug ist und bleibt. Deshalb werden zum Beispiel bei Rassen, die vom Aussterben bedroht sind, immer wieder andere Rassen eingekreuzt.
Ich weiß nicht viel von Katzenzucht, aber das finde ich sehr gut und löblich. In der Hundezucht ist das leider nicht unbedingt die Norm, viele Zuchtvereine verbieten sogar die Einkreuzung von reinrassigen Tieren anderer Vereine. So etwas führt am Ende unweigerlich zur Verringerung des Genpools, zu genetischen Flaschenhälsen und damit zu rassetypischen Krankheiten. Bei den Hunden gibt es Rassen die durch solche Probleme im Grunde verloren sind (so sind z.B. angeblich bis zu 90% der Cavalier King Charles Spaniel bereits genetische Träger der Syringomyelie, einer schlimmen Erkrankung des Rückenmarks die zu neurologischen Schäden führt).
Verantwortungsbewusste Zucht bedeutet für mich deswegen, auch immer wieder (rasse-)fremde Blutlinien zur Gesunderhaltung einzukreuzen, selbst wenn es bedeutet, dass sich dadurch der Phänotyp verändert. Leider scheint sich eine solche Mischlingszucht mit den Prinzipien vieler (Hunde-)Zuchtvereine zu widersprechen, sie legen Wert auf lange, einheitlich Blutlinien und einheitliches Erscheinungsbild (auch auf Kosten der Gesundheit), was ein Grund ist, warum ich der Hundezucht auch zum Teil kritisch gegenüberstehe.

in der Natur entstehen neue Arten oder Unterarten durch Isolation und nicht durch ständiges Durchmischen des Genpools
Nur kurz, als wichtigste Evolutionsfaktoren gelten neben der Isolation auch noch die Mutation und Rekombination der Gene, sowie die Selektion durch Umweltfaktoren. Ohne durchmischen des Genpools ist keine genetische (Weiter-)Entwicklung möglich. Gene wollen kaum etwas anderes als sich durchmischen, vor der geschlechtlichen Vermehrung werden die Chromosomen per Zufallsprinzip halbiert um dann möglichst vielschichtige Neukombinationen mit dem halben Chromosensatzes des Partners zu ermöglichen. Während der Vereinigung der Chromosen vermische sich diese dann auch noch mal untereinander (Crossing-Over) um noch mehr Vielfalt zu ermöglichen.

Zum Speziesismus:
Im Grunde müsste man jedwede Haustier- und Nutztierhaltung ( inklusive Zucht und Tötung) ablehnen um wirklich nicht speziestistiisch zu handeln. Damit aber nicht genug, wenn man diesen Gedanken zu ende denken möchte müsste man Tieren die gleichen Rechte zuschreiben wie Menschen, am Ende würden wir dann in einer Welt leben, in der einem Rechtsstrafen drohen, wenn man versehentlich auf ein Insekt tritt (oder eine Bakterie einatmet?). Letztendlich wird es niemandem möglich sein zu leben ohne dass es das Leben anderer Lebewesen kostet. Als einziger Ausweg bliebe dann nur noch der Selbstmord und damit wäre dann jeder Mensch ein Speziesist der noch am Leben ist, denn er stuft sein eigenen Leben als so wichtig ein, dass er weiterlebt, obwohl er damit das Leben anderer Lebewesen bedroht ;)

Ich finde am Ende ist die ethische Grundsatzdiskussion über Rassezucht immer schwierig, denn dort legt jeder seine Grenze anders fest.
Ich persönlich sehe das Ganze zugegeben auch ziemlich eng, denn für mich ist die ethische Grenze schon dort erreicht, wo durch zu kleinen Genpool Probleme auftauchen können und zumindest in der Hundezucht sind leider sehr, sehr viele Rassen von dadurch entstandenen "rassetypischen" Krankheiten betroffen.
 
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CoffeeCup

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Grade die Ankündigung "gewollt kontrovers und provokant" und die Aussage
"so genannte seriöse und verantwortungsbewusste Zucht" erwecken für mich persönlich ein wenig den Eindruck[...]
Ja, ein bisschen Provokation gehört schon dazu, nur seichte Thesen, die jeder unterschreibt, bringen kaum kontroversen Gesprächsstoff. "So genannte" steht dort in erster Linie, weil sich einfach kein ordentlicher Begriff eines seriösen Züchters definieren lässt, dass erkennt man schon an den wenigen (aber sehr interessanten) Beiträgen, die bis jetzt eingeflossen sind. So genannte seriöse Züchter soll also den Kreis von Züchtern umschreiben, der weitgehend akzeptiert ist und wohl auch von sich aus keine Probleme hätte, seine Maxime der Zucht wahrheitsgemäß darzustellen. Ich hoffe, das genügt als Definition.

Das ist eine Frage der Ethik, gell? Und außerdem eine Frage des eigenen Blickwinkels.
Ersteres: ja klar :), zweiteres: nicht zwangsläufig, viele ethische Grundprinzipien sind so weit akzeptiert, dass man sie schon als allgemeines Gesetz betrachten kann. Aber im speziellen Fall handelt es sich tatsächlich um einen nicht allgemein akzeptieres ethisches Prinzip. Das allgemein akzeptierte Gleichheitsprinzip wird zwar weitgehend akzeptiert, endet aber in seiner Akteptanz an der Speziesgrenze.

Fazit des Ganzen für mich: alles über einen Kamm scheren funktioniert einfach nicht. Und warum hier nun über den Sinn der so abfällig bezeichneten "so genannten seriösen und verantwortungsbewussten Zucht" diskutiert werden soll, anstatt dass die Wurzel (Vermehrer und verantwortungslose Halter unkastrierter Freigänger) gepackt und davor gewarnt wird, erschließt sich mir leider nicht.
Über letztere bräuchten wir nicht zu diskutieren, da herrscht ja auch Einvernehmen :) Die Thesen betreffen eben die Zucht, nur deshalb nicht darüber zu diskutieren, weil es auch andere Themen gibt, ist eher ein schwaches Argument.

Vor allen Dingen stört mich die unterschwellige Beschuldigung, Züchter/Rassekatzenhalter wären Rassisten oder zumindest nahe daran.
Oups, wo liest Du das? Das ist nicht Sinn dieses Beitrags - und um Anschuldigungen geht es auch nicht. Es sollte sich also niemend in dieser Art angesprochen fühlen.

Ist Arterhaltung etwas, das verurteilt werden sollte?
Zugegeben, das hätte man als These formuliert auch mit aufführen können. Meine Meinung hierzu ist differenziert: Das Erhalten von Arten um des Erhaltens willen (z.B. in Zoos) ist verurteilenswert. Das Schaffen einer Umwelt, in der das Erhalten von Arten möglich wird, halte ich für zielführend und förderwürdig.

Bei solchen Behauptungen frage ich mich, ob[...]
Es geht ja eben um Thesen und nicht um Theorien - und es ermöglicht die Teilnahme von jedem, der hierzu eine Haltung vertritt ohne sich mit den wissenschaftlichen Aspekten vollumfänglich beschäftigt zu haben. Das ist ja das Schöne, dass man sich bei der Diskussion um Thesen nicht ausschließlich in einem Kreis von Spezialisten befindet, die ja oft das Manko haben, ausschließlich aus einer begrenzten Innensicht zu argumentieren. Die besten Anregungen bekommt man doch, wenn jemand von "außen" argumentiert. So stelle ich auch geschäftlich meine Teams zusammen - und die Außenseiter sind meist die, die verkrustete Prozesse aufbrechen und die entscheidenden Fragen stellen...

Zu 3 und 4:
Netter Ansatz, leider aber in meinen Augen völlig daneben.
Einmal die Gleichsetzung von Menschen und Tieren[...]
Bei Tierrechtenim Sinne des Speziesismus geht es nicht um Gleichsetzung sondern um einen Vergleich und um die Beachtung von Interessen. Menschen und Tiere sollen nicht gleichgesetzt werden, es geht vielmehr darum, die Interessen der von einer Entscheidung betroffenen Invividuen zu beachten - und diese Berücksichtigung von Interessen endet eben nicht an der Grenze unserer Spezies.

Zum Speziesismus:
Im Grunde müsste man jedwede Haustier- und Nutztierhaltung ( inklusive Zucht und Tötung) ablehnen um wirklich nicht speziestistiisch zu handeln.
Was ja nicht ausschließt, dass sich irgendjemand um den bestehenden Bestand kümmern muss. Die anderen Schlussfolgerungen gehen mir ein wenig zu weit, da es suggeriert, dass man, wenn man nicht alles Leid verhindern kann, es gar nicht erst zu versuchen braucht. Zumal es ein Unterschied ist, ob ich etwas bewusst unterlasse, was ich nicht muss (ethisch begründeter Vegetarismus oder Veganismus) und es mir demzufolge nur relativ wenig abverlangt; ich etwas tue, um zu überleben (Fischfang der Eskios) oder ob ich etwas unbewusst tue (Treten auf Insekten). Darüber verlangt auch die Tierrechtsidee eine schlüssige Begründung der Grenzziehung (hier: Fähigkeit zum Empfinden von Leid).

Ich finde am Ende ist die ethische Grundsatzdiskussion über Rassezucht immer schwierig, denn dort legt jeder seine Grenze anders fest.
Ein Grund mehr, die Argumente auszutauschen. Schließlich geht es im Inividuen und eine Diskussion um den Umgang mit ihnen kann nicht schaden.

LG, Coffee
 
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blackcat

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Oh, sehr schön.

Eine ernst zu nehmende Diskussion basiert auf Argumenten für und wider - nicht auf Angriff, Provokation und Gegenangriff.

Dann versuchen wir es mal mit einem neuen Ansatz.

@CoffeCup:

1. Gibt es auch irgendetwas, das du an der Katzenzucht positiv siehst?

2. Was genau soll das Ziel dieser Diskussion sein? Die Frage klären, ob Rassekatzen wünschenswert sind?
Wenn ja, sind sie es für dich?

3. Falls du ein strikter Gegner jeglicher Zucht und Selektion bist - danach klingen deine Beiträge - wie genau stellst du dir die Zukunft der Katzen vor?
Wohnzimmervermehrung ohne jedes Hintergrundwissen zu Genetik und Ahnen? Würdest du Katzen mit Erbkrankheiten ausselektieren?

4. Definiere den Begriff "verantwortungsbewusster und seriöser Katzenzüchter" - ohne eine genauere Definition ist der Begriff offensichtlich nutzlos und laut deinem ersten Beitrag scheinst du ja zum Beispiel auch Züchter von Qualzuchten etc. als verantwortungsbewusst und seriös zu betrachten.
 
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Die Definition eines seriösen Züchters finde ich äußerst schwierig, bei Hund und Katze gleichermaßen.
Eine seriöse Zucht setzt für mich erst einmal solides Wissen und Erfahrung in der Katzenhaltung seitens des Züchters voraus. Dazu kommt die nötige Ausstattung, eine katzengerechte Umgebung (nicht nur Wurfkiste sondern auch gesicherte Fenster usw.) und Zeit, um die ersten Lebenswochen der Katze möglichst optimal gestalten zu können (was vorraussetzt, lange Urlaub zu haben oder zu Hause arbeiten zu können). Die Tiere sollten natürlich geimpft und gechipt werden und auch vom TA sorgfältig untersucht werden.

Die Zucht selbst sollte wohl überlegt, die Elterntiere gesundheitlich, aber auch dem Wesen nach geprüft sein. Je weitläufiger die Ahnentafel ist und je genauer die Krankheiten aller verwandten Katzen bekannt sind, desto besser kann man eine Auswahl treffen. Auch sollte darauf geachtet werden, dass sich die Ahnentafeln nicht "überschneiden". Die Elterntiere sollten sich möglichst natürlich paaren können, das heißt kennen lernen können und hier sollte auch auf die Sympathie der Katze Rücksicht genommen werden. Auch sollten die Tiere ein gewisses Alter weder über- noch unterschreiten. Während der Trächtigkeit ist die Katze natürlich regelmäßig zu untersuchen und gut zu überwachen.

Die Vermittlung gehört ebenfalls zu einem seriösen Züchter: Mehrmalige Besuche der Interessenten beweisen nicht nur deren Interesse, sondern ermöglichen auch, diese besser kennenzulernen und im Umgang mit den Tieren zu beobachten. Einen Hausbesuch, auch wenn der nie alles aufdeckt, erachte ich für sinnvoll, ebenso eine Nachkontrolle nach einigen Wochen. Das Abgabealter sollte meiner Meinung nach ein Alter von 12 Wochen nicht unterschreiten. Ein guter, alles abdeckender Tierschutzvertrag sollte auch geschlossen werden, in welchem sich der Züchter das Rücknahmerecht bei Abgabe sichert und das Recht, Nachkontrollen durchzuführen, sowie über ein Versterben der Tiere informiert zu werden. Auch eine Klausel zu eventuell doch auftretenden Erbkrankheiten sollte enthalten sein, nach welcher der Züchter über diese informiert werden muss, sodass er ggf. reagieren kann.

Ich hab bestimmt was vergessen :p Aber da sieht man mal, wie viel Text so eine Definition in Anspruch nimmt und wie aufwendig die Katzenzucht ist, wenn man es richtig machen will.
PS: Falls das so geklungen hat: Ich bin keinesfalls strikter Gegner der Zucht, ich glaube nur, dass auch dort, wie bei allen anderen Dingen auch, so manches schief läuft oder nicht genug beachtet wird.

LG
 
Ivy-maire1

Ivy-maire1

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Die Definition eines seriösen Züchters finde ich äußerst schwierig, bei Hund und Katze gleichermaßen.
Eine seriöse Zucht setzt für mich erst einmal solides Wissen und Erfahrung in der Katzenhaltung seitens des Züchters voraus. Dazu kommt die nötige Ausstattung, eine katzengerechte Umgebung (nicht nur Wurfkiste sondern auch gesicherte Fenster usw.) und Zeit, um die ersten Lebenswochen der Katze möglichst optimal gestalten zu können (was vorraussetzt, lange Urlaub zu haben oder zu Hause arbeiten zu können). Die Tiere sollten natürlich geimpft und gechipt werden und auch vom TA sorgfältig untersucht werden.

Die Zucht selbst sollte wohl überlegt, die Elterntiere gesundheitlich, aber auch dem Wesen nach geprüft sein. Je weitläufiger die Ahnentafel ist und je genauer die Krankheiten aller verwandten Katzen bekannt sind, desto besser kann man eine Auswahl treffen. Auch sollte darauf geachtet werden, dass sich die Ahnentafeln nicht "überschneiden". Die Elterntiere sollten sich möglichst natürlich paaren können, das heißt kennen lernen können und hier sollte auch auf die Sympathie der Katze Rücksicht genommen werden. Auch sollten die Tiere ein gewisses Alter weder über- noch unterschreiten. Während der Trächtigkeit ist die Katze natürlich regelmäßig zu untersuchen und gut zu überwachen.

Die Vermittlung gehört ebenfalls zu einem seriösen Züchter: Mehrmalige Besuche der Interessenten beweisen nicht nur deren Interesse, sondern ermöglichen auch, diese besser kennenzulernen und im Umgang mit den Tieren zu beobachten. Einen Hausbesuch, auch wenn der nie alles aufdeckt, erachte ich für sinnvoll, ebenso eine Nachkontrolle nach einigen Wochen. Das Abgabealter sollte meiner Meinung nach ein Alter von 12 Wochen nicht unterschreiten. Ein guter, alles abdeckender Tierschutzvertrag sollte auch geschlossen werden, in welchem sich der Züchter das Rücknahmerecht bei Abgabe sichert und das Recht, Nachkontrollen durchzuführen, sowie über ein Versterben der Tiere informiert zu werden. Auch eine Klausel zu eventuell doch auftretenden Erbkrankheiten sollte enthalten sein, nach welcher der Züchter über diese informiert werden muss, sodass er ggf. reagieren kann.

Hey,

ich würde noch etwas hinzufügen- denn es stimmt zwar alles was du aufgezählt hast, allerdings gibt es einen haken. die schönste und beste aufzucht nützt nichts wenn man körperlich und geistig "eingeschränkte" katzen züchtet (perser ohne nasen, katzen ohne schwanz oder diese komische rasse die so verunstaltet ist dass sie nicht springen kann).

also fehlt der punkt:

ein guter, verantwortungsvoller züchter züchtet auf keinen fall rassen die in ihrer lebensqualität eingeschränkt oder gar behindert sind.


ich muss zugeben, es gibt einfach fellfarben und auch staturen bei katzen die mir besser gefallen als andere (auch wenn ich eher weniger der katzenmensch bin), da gehört die main coon dazu, die siam und abessiner.

und auch blackcat hat etwas wichtiges angesprochen- gänzlich ohne zucht gäbe es sehr bald keinerlei tiere mehr bei denen man (zu 99%, ganz ausgeschlossen ist ja nie etwas) sagen kann dass sie keinerlei erbkrankheiten haben. nur weil kitten gesund sind heißt es ja nicht dass die nächste generation dies auch noch ist- und das bedenkten "vermehrer" nicht. man weiß nicht was da vererbt werden könnte und verstreut unerwünschte krankheiten erst recht wie wahnsinnig.

Gegen verantwortungsvolle zucht habe ich absolut nichts, und mich würde es auch sehr freuen wenn es die menschheit mal so weit bringt dass es nur noch verantwortungsvolle züchter gibt und es keine tiere mehr in den heimen gibt die aus hirnlosen vermehrungen stammen und krank sind.
 
lucian

lucian

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Die Definition eines seriösen Züchters finde ich äußerst schwierig, bei Hund und Katze gleichermaßen.
Eine seriöse Zucht setzt für mich erst einmal solides Wissen und Erfahrung in der Katzenhaltung seitens des Züchters voraus. Dazu kommt die nötige Ausstattung, eine katzengerechte Umgebung (nicht nur Wurfkiste sondern auch gesicherte Fenster usw.) und Zeit, um die ersten Lebenswochen der Katze möglichst optimal gestalten zu können (was vorraussetzt, lange Urlaub zu haben oder zu Hause arbeiten zu können). Die Tiere sollten natürlich geimpft und gechipt werden und auch vom TA sorgfältig untersucht werden.

Die Zucht selbst sollte wohl überlegt, die Elterntiere gesundheitlich, aber auch dem Wesen nach geprüft sein. Je weitläufiger die Ahnentafel ist und je genauer die Krankheiten aller verwandten Katzen bekannt sind, desto besser kann man eine Auswahl treffen. Auch sollte darauf geachtet werden, dass sich die Ahnentafeln nicht "überschneiden". Die Elterntiere sollten sich möglichst natürlich paaren können, das heißt kennen lernen können und hier sollte auch auf die Sympathie der Katze Rücksicht genommen werden. Auch sollten die Tiere ein gewisses Alter weder über- noch unterschreiten. Während der Trächtigkeit ist die Katze natürlich regelmäßig zu untersuchen und gut zu überwachen.

Die Vermittlung gehört ebenfalls zu einem seriösen Züchter: Mehrmalige Besuche der Interessenten beweisen nicht nur deren Interesse, sondern ermöglichen auch, diese besser kennenzulernen und im Umgang mit den Tieren zu beobachten. Einen Hausbesuch, auch wenn der nie alles aufdeckt, erachte ich für sinnvoll, ebenso eine Nachkontrolle nach einigen Wochen. Das Abgabealter sollte meiner Meinung nach ein Alter von 12 Wochen nicht unterschreiten. Ein guter, alles abdeckender Tierschutzvertrag sollte auch geschlossen werden, in welchem sich der Züchter das Rücknahmerecht bei Abgabe sichert und das Recht, Nachkontrollen durchzuführen, sowie über ein Versterben der Tiere informiert zu werden. Auch eine Klausel zu eventuell doch auftretenden Erbkrankheiten sollte enthalten sein, nach welcher der Züchter über diese informiert werden muss, sodass er ggf. reagieren kann.

Ich hab bestimmt was vergessen :p Aber da sieht man mal, wie viel Text so eine Definition in Anspruch nimmt und wie aufwendig die Katzenzucht ist, wenn man es richtig machen will.
PS: Falls das so geklungen hat: Ich bin keinesfalls strikter Gegner der Zucht, ich glaube nur, dass auch dort, wie bei allen anderen Dingen auch, so manches schief läuft oder nicht genug beachtet wird.

LG

Ich persönlich finde es noch wichtig, dass im Schutzvertrag die Kastration der abgegeben Tiere verpflichtet wird.

Seh es leider gerade in meiner Umgebung und find es einfach nur verantwortungslos.


Ich persönlich hab nichts gegen Zucht, so lange sie Verantwortungsvoll ist und es keine Qualzucht ist.

Ich bin der MEinung die Zucht von Rassekatzen hilft sogar anderenn Katzen denn Züchter lassen ihre Tiere auf KRankheiten, die auch nicht Rasseabhängig sind, untersuchen und so können Krankheiten besser erforscht werden.
 
*Mischling*

*Mischling*

Moderator
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also fehlt der punkt:
ein guter, verantwortungsvoller züchter züchtet auf keinen fall rassen die in ihrer lebensqualität eingeschränkt oder gar behindert sind.
Wusst ich doch, dass was fehlt. Das kann ich absolut unterschreiben, für jede Tierart.

Ich persönlich finde es noch wichtig, dass im Schutzvertrag die Kastration der abgegeben Tiere verpflichtet wird.
Das ist die Frage. Manchmal kaufen auch Züchter von anderen Züchtern, zumindest bei Hunden. Die Schwestern unseres Hovis wurden alle drei an Züchter verkauft, die neues Genmaterial haben wollten, was ja in dem Sinne auch nicht verwerflich ist. Allerdings finde ich, besteht nicht von vorn herein die Zuchtabsicht sollte man die Kastra fordern. In TS-Verträgen steht das ja auch meistens drin, soweit ich weiß. Sogar beim Hund (nur bei meinem Leolein haben sie es vergessen :eusa_shhh:). Ansonsten hast du aber völlig Recht. Man lese nur mal hier von "habe trächtigen Streuner gefunden" :?
 
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CoffeeCup

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[...]
Eine ernst zu nehmende Diskussion basiert auf Argumenten für und wider - nicht auf Angriff, Provokation und Gegenangriff.
Nun, eine These ist ja noch kein Frontalangriff. Es können doch alle Forennutzer Argumente für und wider einbringen. Es spricht mE auch nichts gegen eine These, die polarisiert. Deswegen habe ich auch extra den Begriff 'These' bemüht und nicht 'achtung, hier kommt die Wahrheit' drangeschrieben. Meine persönliche Meinung spielt da auch eine untergeordnete Rolle und hat daher im Eingangsposting nichts zu suchen.

1. Gibt es auch irgendetwas, das du an der Katzenzucht positiv siehst?
Ich persönlich? Nein, bislang nicht sehr viel. Aber ich bin ein lernbegeisterter Mensch und offen für gute Argumente. Das ist ja Ziel dieses Threads - Standpunkte auszutauschen. Nichts ist besser dazu geeignet als eine gute kontroverse Diskussion. Ich habe bisher z.B. bisher gelesen:
Rassezucht erhellt die Art.
Rassezucht deckt Fehlbildungen auf, die mit Misch Masch Katzen vielleicht nie rausgekommen wären.
Sauber geführte Linien minimieren die Gefahr von Gendefekt geplagten Tieren.
Das ist noch in der Argumentation etwas dünn, aber beinhaltet doch Diskussionsstoff, oder?

2. Was genau soll das Ziel dieser Diskussion sein? Die Frage klären, ob Rassekatzen wünschenswert sind?
Wenn ja, sind sie es für dich?
Ziel ist es (steht so im Eingangsposting) pros und contras auszutauschen. Aber ich bin nicht so vermessen zu glauben, dass man im einem kontroversen Thread eine Zielvorstellung unbeeinflusst vom Verlauf durchhalten kann. Die Beitragsschreiber beeinflussen den Thread durch inhaltlich gute Beiträge und drehen Inhalte und Verläufe nur allzuoft. So, wie Du jetzt gerade die Diskussion eher darauf drehst, ob man solche Thesen in dieser Form überhaupt zur Diskussion stellen darf und ob man das ohne eine klare Stellungnahme durch den Eröffner tun darf. Damit muss ich leben, obwohl mir die Diskussion als solche schon wichtiger wäre ;)

Aber ich beantworte die Frage gerne: Ich halte die Frage, ob es bestimmte Rassekatzen gibt, nicht für relevant. Ich halte deren Zucht durch den Menschen nicht für wünschenswert. Zumindest ist das meine Meinung, die ich mir bislang gebildet habe.

3. Falls du ein strikter Gegner jeglicher Zucht und Selektion bist - danach klingen deine Beiträge - wie genau stellst du dir die Zukunft der Katzen vor?
Wohnzimmervermehrung ohne jedes Hintergrundwissen zu Genetik und Ahnen? Würdest du Katzen mit Erbkrankheiten ausselektieren?
Ich vermute, dass die Zunkunft der allermeisten Tiere wohl ganz ohne den Menschen eine bessere wäre. Das ist natürlich eine Hypothese - und eine, die nicht belegt werden kann, der Mensch ist ja nun einmal da. Die kritische Haltung gegenüber der Zucht umfasst natürlich auch die "Wohnzimmervermehrung". Dadurch stellt sich auch die Frage das Ausselektierens von Erbkrankheiten nicht. (ich kenne ein paar Leute, die ganz liebenswerte Ataxiekatzen betreuen...) Möglicherweise müssen wir uns tatsächlich einmal Gedanken um den Arterhalt machen und entsprechende Lebensräume schaffen, aktuell haben wir aber zuviele Katzen. Ein großzügiger Zuchtstopp und eine Kastrationspflicht würde unendlich viel Leid verhindern. Und wenn die Situation sich entschärft hat, müssten wir uns in dieser Gesellschaft Gedanken darüber machen, wie es weitergehen soll. Ein Heimtiergesetz kann da sehr hilfreich sein, von mir aus auch eine kontrollierte Zucht. Im Vordergrund sollte dabei aber das Interesse des Tieres stehen und nicht das des Menschen. Und wer jetzt schon tief Luft holt :) : Ja, solche Gedanken haben viel Visionäres.

4. Definiere den Begriff "verantwortungsbewusster und seriöser Katzenzüchter" - ohne eine genauere Definition ist der Begriff offensichtlich nutzlos und laut deinem ersten Beitrag scheinst du ja zum Beispiel auch Züchter von Qualzuchten etc. als verantwortungsbewusst und seriös zu betrachten.
Dazu hatte ich schon ein paar Worte geschrieben, u.a. "So genannte seriöse Züchter soll also den Kreis von Züchtern umschreiben, der weitgehend akzeptiert ist und wohl auch von sich aus keine Probleme hätte, seine Maxime der Zucht wahrheitsgemäß darzustellen. Ich hoffe, das genügt als Definition." Eine Definition, die allgemein akzeptiert wird, lässt sich wohl nicht finden, das beschreibt wohl eher den kleinsten gemeinsamen Nenner, also "allgemein akzeptiert" und in seinen Methoden "weitgehend transparent".

scheinst du ja zum Beispiel auch Züchter von Qualzuchten etc. als verantwortungsbewusst und seriös zu betrachten.
Nein, dann hast Du das fehlinterpretiert. Es ist nur vielmehr so, dass solche Züchter durchaus als seriös gelten können, die z.B. Perser mit den bekannten Problemen züchten. Und in Hundekreisen sind verschiedene Zuchtlinien auch höchst umstritten ohne dass es sich um eine billige Garagenzucht handeln muss. Das bezeugt umsomehr, dass dei Definition schwerfällt. Daher führen Umkehrschlüsse auch so schnell zu solchen Missverständnissen.

btw: Ganz unmöglich war der Ansatz offenbar aber doch nicht, zumal ja schon einige wirklich interessante Beiträge dazu geschrieben wurden. Thesen sind dazu da, dass man über sie spricht, sie von mir aus auch in Grund und Boden stampft, wenn man ein gutes Argument dafür hat. Eine gute Gelegenheit zudem, Missverständnisse zu klären (wie hier zum Thema Speziesismus, bei dessen Beurteilung oft fälschlicherweise von der Gleichsetzung von Mensch und Tier ausgegangen wird). Ist doch prima ;)

Mir ist schon klar, dass solche Themen die Gemüter aufrühren, aber vielleicht funktioniert es ja doch...

LG, Coffee
 
Die 7 M´s

Die 7 M´s

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Die Definition eines seriösen Züchters finde ich äußerst schwierig, bei Hund und Katze gleichermaßen.
Eine seriöse Zucht setzt für mich erst einmal solides Wissen und Erfahrung in der Katzenhaltung seitens des Züchters voraus. Dazu kommt die nötige Ausstattung, eine katzengerechte Umgebung (nicht nur Wurfkiste sondern auch gesicherte Fenster usw.) und Zeit, um die ersten Lebenswochen der Katze möglichst optimal gestalten zu können (was vorraussetzt, lange Urlaub zu haben oder zu Hause arbeiten zu können). Die Tiere sollten natürlich geimpft und gechipt werden und auch vom TA sorgfältig untersucht werden.
Alles richtig. Und für mich gehört noch ein ganz wesentlicher Punkt dazu: ein verantwortungsvoller Züchter wird nie eine Babykatze alleine, sondern mindestens zu zweit, bzw. zu einer bereits vorhandenen Katze abgeben.;)
 
blackcat

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Gut, das finde ich jetzt interessant.

Sehe ich das richtig, dass deine ideale Katzenhaltung (wenn wir mal davon ausgehen, dass wir nicht die gesamte Menschheit vernichten wollen) die ist, dass die Katzen weitgehend sich selbst überlassen werden und die Natur für eine stabile und gesunde Population sorgt?

[...] eine Kastrationspflicht würde unendlich viel Leid verhindern.
Dem stimme ich zu. Das herrschende Katzenelend kann nur mit einer Kastrationspflicht in den Griff bekommen werden. Zuchtstopp habe ich jetzt absichtlich ausgeklammert, weil ich persönlich eben schon der Meinung bin, dass die meisten Katzenrassen (Qualzuchten ausgenommen) es wert sind, erhalten zu werden.

Katzen sind keine Wildtiere - allerhöchstens verwilderte Haustiere.
Dürfen wir ein Haustier wie ein Wildtier behandeln? Dürfen wir ein Haustier, das sich so weit an uns angepasst hat, dass es großteils nicht mehr in der Lage ist für sich selbst zu sorgen, sich selbst überlassen?
Haben wir als Menschen nicht eine gewisse Verantwortung die wir nicht einfach so abgeben können in Richtung: "Die Natur wird das schon regeln."
 
Ivy-maire1

Ivy-maire1

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Dürfen wir ein Haustier wie ein Wildtier behandeln? Dürfen wir ein Haustier, das sich so weit an uns angepasst hat, dass es großteils nicht mehr in der Lage ist für sich selbst zu sorgen, sich selbst überlassen?
Haben wir als Menschen nicht eine gewisse Verantwortung die wir nicht einfach so abgeben können in Richtung: "Die Natur wird das schon regeln."

da sage ich klar NEIN...

wenn die menschheit schon in der evolution (und selektion) herumpfuscht muss er auch verantwortung dafür übernehmen- seien das katzen, hunde oder ratten.
allein aus dem grund kann man katzen nicht sich selber überlassen.

ich weiß nicht was dann eintreten würde- aber es gibt nur 2 möglichkeiten: 1.) die tiere verwildern wieder und entwickeln sich zu einem problem (sie sind bei uns nicht heimisch- und was passiert wenn man tiere in ein femdes habitat einschleppt sieht man gut in australien die ihrer kaninchen nimmer herr werden) oder 2.) sie sterben aus, wenn die anpassung nicht schnell genug geht.


ich sehe hier ein problem- wir reden hier nicht von wilden tieren. wild ist ein löwe, ein tiger oder ein wolf. Hauskatzen, so ursprünglich sie sein mögen, sind domestizierte tiere.
 
Ina4482

Ina4482

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Das ist die Frage. Manchmal kaufen auch Züchter von anderen Züchtern, zumindest bei Hunden. Die Schwestern unseres Hovis wurden alle drei an Züchter verkauft, die neues Genmaterial haben wollten, was ja in dem Sinne auch nicht verwerflich ist. Allerdings finde ich, besteht nicht von vorn herein die Zuchtabsicht sollte man die Kastra fordern. In TS-Verträgen steht das ja auch meistens drin, soweit ich weiß. Sogar beim Hund (nur bei meinem Leolein haben sie es vergessen :eusa_shhh:). Ansonsten hast du aber völlig Recht. Man lese nur mal hier von "habe trächtigen Streuner gefunden" :?
Erst mal zum Thema Schutzvertrag/Kaufvertrag bzw. Seriösität: ich habe mal meine drei Verträge rausgekramt, um mal was konkretes zu liefern ;). Unsere Katze stammt von einer entfernt bekannten Züchterin, die beiden Kater von meiner Schwägerin (im Haus), für alle drei habe ich ordnungsgemäße Kaufverträge bekommen. Hier mal ein paar Auszüge, damit ihr euch ein Bild machen könnt:

Zunächst wird natürlich festgelegt wo das Tier hingeht:
Die Katze/ der Kater wird abgegeben [] in die Zucht [] an Liebhaber
Bzgl. Kastration ein Beispiel:
Wird die Katze/der Kater als Liebhabertier verkauft, muss es im Alter von 10-11 Monaten - jedoch nicht später als mit 1 Jahr - kastriert werden. Der Nachweis der Kastration muss dem Züchter vorgelegt werden... Sollte dieser Nachweis nicht bis zum 1. Geburtstag des Tieres erbracht werden, wird automatisch eine Nachzahlung von € 1.000,00 fällig, da davon ausgegangen werden muss, dass entgegen vertraglicher Vereinbarung mit dem Tier gezüchtet werden soll.
(Anmerkung: das verhältnismäßig hohe Alter liegt in diesem Fall an der Rasse: Maine Coons sind in der Regel Spätzünder.)

Weitere Passagen, einfach mal bunt ausgewählt:
Es ist unzulässig, potenten Tieren Freilauf zu gewähren...
Der Käufer verpflichtet sich, dem Tier unter keinen Umständen die Krallen ziehen zu lassen! Eine Zuwiderhandlung wird sofort zur Anzeige gebracht!
Besichtigung durch den Züchter: Der Züchter ist berechtigt, die Tierhaltung ... zu besichtigen und sich persönlich von der artgerechten Haltung zu überzeugen. Sollte der Züchter dabei Missstände feststellen, so kann er das Gutachten einer Fachperson einholen. Bei nachgewiesen schlechter Tierhaltung kann der Züchter das Tier zurückfordern.
Und so weiter... die Verträge sind 2 Seiten lang und da wird wirklich alles mögliche festgelegt und das Ganze mit Vertragsstrafen bis zu 3.000 €. Klar sind die Verträge sich alle ähnlich, aber von einem "Züchter", der nur auf Kommerz aus ist, wird man so ein Dokument nicht erhalten. Da zahlt man seine 200 €, kriegt das Tier mit und gut ist. Caipirinha habe ich damals zwar auch abgeholt, aber nur, weil die Züchterin verhindert war und bei uns eh alles kannte - sie ist ja öfter hier und schaut natürlich immer nach "ihrer" Katze ;).

@CoffeeCup:
Nein, dann hast Du das fehlinterpretiert. Es ist nur vielmehr so, dass solche Züchter durchaus als seriös gelten können, die z.B. Perser mit den bekannten Problemen züchten.
Ich habe das dann ebenso fehlinterpretiert und als eine Art "Angriff" gewertet. Vielleicht war das in der Kombination mit These 1 auch sehr unglücklich formuliert.

Ein großzügiger Zuchtstopp und eine Kastrationspflicht würde unendlich viel Leid verhindern. Und wenn die Situation sich entschärft hat, müssten wir uns in dieser Gesellschaft Gedanken darüber machen, wie es weitergehen soll. Ein Heimtiergesetz kann da sehr hilfreich sein, von mir aus auch eine kontrollierte Zucht. Im Vordergrund sollte dabei aber das Interesse des Tieres stehen und nicht das des Menschen. Und wer jetzt schon tief Luft holt :) : Ja, solche Gedanken haben viel Visionäres.
Ja, sehr visionär ;). Aber durchaus richtig in gewissem Maße. Zuchtverbot/-stop ist nur nicht die Lösung des Problems der zu vielen Katzen. Das muss in die Richtung Kastrationspflicht gehen. Und natürlich müsste es ganz andere strengere Bestimmungen / Auflagen geben, damit die Vermehrer eben keine Chance mehr haben. Und da sind wir dann wieder bei der Definition "seriöser und verantwortungsbewusster Züchter": wer gehört dazu und welche Kriterien müssen dafür erfüllt werden. Nur wenn dies gegeben wäre, was wäre dann mit deiner Aussage
Ich halte deren Zucht durch den Menschen nicht für wünschenswert. Zumindest ist das meine Meinung, die ich mir bislang gebildet habe.
? Und warum genau hältst du dies für nicht wünschenswert? Liegt das jetzt konkret daran, dass es so viele "schwarze Schafe" gibt? Oder liegt das an deiner Sichtweise, dass du Zucht und Vermehrung gleichsetzt
Die kritische Haltung gegenüber der Zucht umfasst natürlich auch die "Wohnzimmervermehrung".?
Das sind nämlich wirklich zwei ganz unterschiedliche Paar Schuhe.
 
blackcat

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da sage ich klar NEIN...

wenn die menschheit schon in der evolution (und selektion) herumpfuscht muss er auch verantwortung dafür übernehmen- seien das katzen, hunde oder ratten.
allein aus dem grund kann man katzen nicht sich selber überlassen.

ich weiß nicht was dann eintreten würde- aber es gibt nur 2 möglichkeiten: 1.) die tiere verwildern wieder und entwickeln sich zu einem problem (sie sind bei uns nicht heimisch- und was passiert wenn man tiere in ein femdes habitat einschleppt sieht man gut in australien die ihrer kaninchen nimmer herr werden) oder 2.) sie sterben aus, wenn die anpassung nicht schnell genug geht.


ich sehe hier ein problem- wir reden hier nicht von wilden tieren. wild ist ein löwe, ein tiger oder ein wolf. Hauskatzen, so ursprünglich sie sein mögen, sind domestizierte tiere.
Danke sehr.

Die Frage ob Zucht nun gut oder schlecht ist hat sich in meinen Augen damit erledigt, da die Alternative wegfällt.
Wenn die Natur nicht selektiert muss diese Rolle der Mensch übernehmen.

Was bleibt ist die Frage nach welchen Merkmalen selektiert werden sollte.

In erster Linie soll das Ziel selbstverstänlich eine gesunde und auf keine Weise beeinträchtigte Katze sein.
Doch was spricht dagegen, in zweiter Linie darauf wert zu legen, verschiedene Rassen, Farbschläge, Katzentypen zu erhalten?

Damit meine ich nicht bloß die klassischen Katzenrassen sondern auch die ganz normale Hauskatze in all ihrer Vielfalt.

Was spricht dagegen?
 
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