Die Folgen der Einzelhaltung - Ein Erfahrungsbericht

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Sina

Sina

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Da ich vor kurzem ungewollt eine Farbmaus in Einzelhaltung hatte, möchte ich hier kurz über meine Erfahrungen damit berichten. Ich gehe dabei chronologisch vor.

1. April 2011: Da die alten Omis Anni und Ginny in der großen Gruppe gemobbt wurden, ziehen sie aus. Gerade für die chronische Schnattermaus Anni ist das eine große Erleichterung. Dass eine Zweiergruppe nicht optimal ist, ist uns klar. Wir wollen warten, bis Anni aufgrund ihrer Krankheit über die Regenbogenbrücke gegangen ist und Ginny dann neu vergesellschaften. Wenn alle Stricke reißen, sollen
Tiere aus der großen Gruppe zu ihr ziehen, sie war in der Gruppe deutlich besser akzeptiert als Anni.

Ende April 2011: So langsam zeichnet sich ab, dass Ginny vor Anni gehen wird. Sie ist zwar nicht krank, aber sie wird ruhiger und ruhiger. Wir begeben uns auf die Suche nach neuen Mäusen, die noch vor dem Tod einer der beiden zu ihnen ziehen soll en. Wie es so ist: Wenn man welche braucht, gibt es keine.

1. Mai 2011: Ginny liegt tot im Laufrad. Sie scheint einfach beim Laufen umgefallen zu sein. Anni ist völlig verstört. Die fieberhafte Suche nach Mäusen beginnt.

2. Mai 2011: Anni ist krank. Sie bekommt Baytril verordnet. Die Suche verläuft bisher erfolglos.

3. Mai 2011: Anni geht es schlechter. Ich werde endlich fündig. Zwei Tage später sollen vier neue Damen einziehen.

4. Mai 2011: Anni geht es sehr schlecht. Ich überlege, mit Ihr zum TA zu fahren, um sie erlösen zu lassen. Ich entscheide mich dagegen, weil sie nicht alleine sterben soll. Ich flehe sie an, zumindest durchzuhalten, bis die neuen Mäuse da sind.

5. Mai 2011: Vier neue Mäuse ziehen zu Anni. Erst ist sie verstört, dann kuschelt sie mit ihnen, lässt sich putzen.

6. Mai 2011: Annis Zustand stabilisiert sich.

16. Mai 2011: Anni schnattert weiterhin, aber das hat sie vorher schon getan. Sie hat zugenommen und sieht deutlich gesünder aus. Sie atmet nicht mehr in die Flanken. Die Vergesellschaftung mit den anderen ist schwierig, aber das Gruppenleben tut Ihr sichtlich gut.


Ich denke, dieses Beispiel zeigt recht eindrucksvoll, was Einzelhaltung für eine Maus bedeutet.
 
16.05.2011
#1
A

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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Alexandra zu werfen. Vielleicht hilft dir das ja weiter.
blackdobermann

blackdobermann

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Schön dass du dies dokumentiert hast.
Und für Anni freue ich mich.
 
seven

seven

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Sina, das ist ein eindrucksvoler Bericht!
Wir sind zum Glück nie in die Situation gekommen, eine einzelne Maus vergesellschaften zu müssen.
Aber wir hatten unsere Einzelratte Chiqui.... Als rattenunverträglich aus dem TH übernommen, trotzdem probiert - und siehe da, Chiqui lebte auf....
Ich kann Deinen Beitrag daher nur GANZ DICK UND FETT unterschreiben - Einzelhaltung für Mäuse oder Ratten geht gar nicht.... Als Chiquis Partnerin starb, verkroch sich Chiqui deprimiert in die untere Käfigetage, die sie eigentlich nur ganz am Anfang, als sie ihre 2 oder 3 Tage hier in Einzelhaft verbringen musste, mal aufgesucht hatte... Diese vorwurfsvollen Augen werde ich auch nie vergessen..... "Ihr lasst mich schon wieder allein?" schienen die zu sagen.... und als die beiden Kleinen einzogen, blühte Chiqui richtig auf.... Und was diesbezüglich für Ratten gilt, gilt definitiv auch für Mäuse....

LG, seven
 
Lepanuma

Lepanuma

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Danke für diesen Beitrag Sina :)

Ein solches Beispiel habe ich auch an einer meiner Rennmäuse erlebt.
Als ihre Partnerin starb dauerte es einige zeit lang, bis ich die passenden neuen Partner gefunden hatte, in dem Fall zwei noch recht junge Mäuse. In der Zwischenzeit, magerte die Rennmaus ab, bekam struppiges Fell, wurde bissig und begann damit tagein / tagaus am Gitter zu nagen.
Im ersten Moment der Vergesellschaftung konnte sie ihren Augen nicht trauen, dass dort tatsächlich andere Mäuse saßen. Ganz still hockte sie da und beobachtete die beiden, bevor sie auf sie zu rannte und sie umwarb und umwarb, ihnen überall hinfolgte, sich nach einer Zurückweisung sofort ans neue annähern wagte und nicht aufgab.
Es war die problemloseste RennerVG die ich jemals hatte, ihr Fell wurde wieder gut, sie nahm ordentlich zu, sie wurde wieder etwas zahmer und hörte bald mit der Gitternagerei auf. :)
 
licia_of_spades

licia_of_spades

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Ich hatte hier auch so eine Kandidatin sitzen... ursprünglich als Futtermaus gedacht, von einem gut meinenden Menschlein "gerettet". Sie hat sich nur nachts aus dem Häuschen getraut, wenn sie sich unbeobachtet fühlte. Dann rannte sie blitzschnell zum Futter und Wasser, packte so viel sie tragen konnte und rannte wieder zurück ins sichere Haus. Wenn ich da war, ist sie gar nicht herausgekommen. Aber sie hatte nicht mit meiner Webcam gerechnet ;)

Seit die zwei Binis da sind, ist Enya vollkommen verändert. Sie wird nachmittags und morgens schon mal wach, kommt raus, nimmt sich einen Happen FriFu oder TroFu und verzehrt ihn seelenruhig in der Ecke. Ich darf ihr auch dabei zusehen, ja sogar reden und mich bewegen. Das war vorher undenkbar. Abends tobt sie mit Mina und Maple durch den Käfig, als hätte sie nie etwas anderes getan. Zu dritt liegen sie mittags im Häuschen, alle auf einem Haufen zusammengekuschelt. Sie ist zwar immer noch sehr schreckhaft, aber das ist gar kein Vergleich zu vorher...
 
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