"Braucht Deutschland Entwicklungshilfe in Sachen Tierschutz?"

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Pewee

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Ich habe heute mittag einen interessanten Artikel gelesen. Dieser Artikel wurde von einer Tierhilfe geschrieben, die ihren Schutz hauptsächlich in Spanien (und Ungarn/Polen) betreiben, mittlerweile aber auch vermehrt noch in Deutschland helfen.

Ich muss dazu
sagen, dass ich hier kein pro und contra Auslandstierschutz beginnen möchte. Allerdings finde ich es wirklich gut, wie kritisch sich eine (eigentlich) Auslandsorga mit dem Auslandstierschutz auseinandersetzt. Für alle, die sich gerne mal ein Tier aus dem Ausland holen wollen, zeigt es eigentlich sehr gut, worauf man zu achten hat.

Hier mal der Auszug:

Im deutschen Tierschutz ist ein Wandel eingetreten. Braucht Deutschland nun selbst Entwicklungshilfe in Sachen Tierschutz? In den letzten 10 Jahren wurde Deutschland von allen Seiten der anliegenden Länder und sogar weit entfernter Länder um Hilfe gebeten. Groß ist das Tierelend dort. Unendliche Tierquälereien finden statt. [...]
Warum treffen sie dort ein? Meist nicht aus Tierliebe, um sie zu retten, sondern weil man sie von der Straße kriegen will. Und der Hauptgrund dafür ist ... Tourismus! Die Touristen - oftmals Haupteinnahmequelle, gerade der ärmeren Länder - sollen sich nicht am Anblick des Tierelends auf den Straßen, gestört fühlen. So werden gerade dort große Fangaktionen durchgeführt und viele Tiere müssen sterben, wo viele Touristen hinkommen. So schnellen Tötungsaktionen von unendlicher Grausamkeit in die Höhe, wenn ein Land ein Ereignis zu bieten hat, welches von vielen Touristen besucht wird (wie z. B. Olympiade, Winterspiele, Fußballweltmeisterschaft...). Rasch müssen die Straßen dann von den "lästigen" Tieren "gereinigt" werden. Mit Knüppeln erschlagen, mit Giften gefüttert, vergast, ersäuft...! Mit möglichst wenig Geld will man die Tiere dann schnell loswerden, damit Touristen nicht schreien "Infektionsgefahren durch kranke Tiere... wir fühlen uns belästigt von bettelnden Straßenkötern... u.s.w."
Kein Wunder, dass mehr und mehr Tierfreunde, die auf Urlaub waren oder auswanderten, Anstoß an diesen Verhaltensweisen nahmen. Die Folge war und ist, dass Hilferufe in das fortschrittlichere Deutschland geschickt wurden und werden. Tiere aus allen umliegenden Ländern benötigten Hilfe. Tierschutzvereine im In- und Ausland schossen aus dem Boden, wurden über Nacht gegründet und man versuchte dem Elend Herr zu werden. Doch Deutschland ist ein - zwischen vielen Tötungsländern - liegendes Land. Von allen Seiten kamen die Hilferufe. Von allen Seiten wurde Tiere importiert, um sie im - ach so "tierfreundlichen" Deutschland - zu vermitteln. Die Vermittlungen bekamen immer schlechtere Qualität. Schnell, schnell raus ins neue Zuhause. Dabei bleiben immer mehr Vorkontrollen und Beratungen der interessierten Familien im Vorfeld aus, werden die Tiere immer schlechter geimpft, werden Papiere unzureichend erstellt, werden Tiere geschmuggelt, ohne die EU-Importvorschriften einzuhalten.

Welche Länder sind das? In erster Linie bitten die Tierschützer südlicher Länder um Hilfe, wie Spanien, Türkei, Jugoslawien, Griechenland, Ungarn, Tschechoslowakei, Italien, doch auch Polen, Russland, Frankreich - überall gibt es Tötungsanordnungen für Tiere, die nicht innerhalb weniger Tage vermittelt werden können. Inzwischen bitten sogar auch Thailand, China, Japan, Ägypten, Zypern, Grönland um Hilfe und täglich kommen neue Hilferufe aus aller Welt hinzu. Viele dieser Länder sind nicht in der EU - für diese Tiere sind noch strengere Einfuhrbestimmungen zu beachten, die mangels Zeit oftmals nicht eingehalten werden. Der ungewollte "Import" von Staupe, Parvovirose und sogar in einem Fall Tollwut blieben also nicht aus - Krankheiten, die hier aufgrund regelmäßiger Impfungen fast in Vergessenheit geraten waren.

Zwar wurden die Tiere nach diesen Hilferufen nicht mehr alle erschlagen, aber per Internet angeboten. Traurige Fotos von geschundenen Katzen und Hunden überzeugten Menschen, die eigentlich gar keine Tiere halten können, davon, dass sie unbedingt ein solches Tier aufnehmen müssten. Nach den Augen des Tieres im Internet ausgesucht, der Fellfarbe und Felllänge wurde der Traumhund ausgesucht, ohne auf Rasseeigenschaften und genetische Vorprägungen, der oft den Interessenten unbekannten Rassen, zu achten oder die Verhaltensfolgen jahrelanger Tierquälereien zu beachten.

Dies musste nach hinten losgehen, es ging nach hinten los und es geht leider immer noch nach hinten los. Mehr und mehr - vorher im Ausland geschundene - Tiere kamen in Familien, die viel zu wenig über die Tiere und ihre Lebensweise und Charaktereigenschaften wussten. Der Umgang mit den Tieren überforderte und überfordert viele Menschen. Ein niedlicher kleiner Plüschteddyhund wird ausgesucht nach einem Foto und anschließend wundert man sich, dass er mal 60 Kilo Körpergewicht bekommt und die Familie knurrend vom Sofa oder Auto abhält. Ein hübscher, langfelliger Hütehund wird ausgesucht und anschließend wundert man sich, dass die eigenen Kinder nicht spielen dürfen, weil der Hütehund sie - in die Hacken beißend - zusammentreibt, nur weil er seinen Erbanlagen folgt. Elegante, schnelle Windhunde wurden adoptiert und anschließend wundern sich die Halter, dass der Hund nur noch an der Leine marschieren kann, weil er draußen seine geliebte Familie vergisst und in rasendem Tempo hinter Rehen herhetzt. Hundeschulen, die bisher nur mit deutschen Hunderassen zu tun hatten, waren plötzlich überlaufen von Tieren mit denen ihre Halter nicht mehr klarkamen. Tierärzte waren plötzlich überfordert mit ausländischen Krankheiten von denen sie oftmals NULL!!!! Ahnung hatten, weil sie von diesen Krankheiten im Studium und in der Praxis über Jahre nichts hörten.

Seriöse Tierschutzvereine sind daher rasch umgestiegen auf Hilfe VOR ORT im Ausland und berieten mehr und mehr zu Krankheiten und Haltungsanforderungen der Tiere. Sie förderten eine bessere Unterbringung der Tiere IM AUSLAND, unterstützten mit Geld und Baumaßnahmen, Patenschaften und Sachspenden und halfen so den Tieren im Ausland, ohne eine Problemverlagerung nach Deutschland zu betreiben. Sie brachten ihre Erfahrungen im Ausland ein und halfen den ausländischen Tierschützern ihre Probleme selbst in den Griff zu kriegen und Tierschutzarbeit im eigenen Land voranzutreiben durch Werbung, Aufklärungsarbeit und vieles mehr.

Doch unseriöse und dumme Tierschützer machten und machen weiter mit unkontrollierten Importen. Sie setzen noch heute Direktvermittlungen von Tieren - gleich aus dem Flieger oder aus dem LKW - fort. Und da ja in kürzester Zeit die nächsten Tiere nachgeholt werden, nehmen sie natürlich auch nicht die Tiere zurück, die durch den Transport völlig durch den Wind sind und den unerfahrenen neuen Besitzer mit ihren Schockreaktionen wie in die Wohnung pinkeln, knurren, beißen, Mobiliar zerstören und vieles mehr zu schaffen machen. Doch dies wollen die wenigsten Menschen hinnehmen und bringen entsetzt diese "bösen Tiere", die sich nur normal verhalten bei dem, was sie mitgemacht haben und noch mitmachen, zu seriösen Tierschützern, die nun keinen Platz mehr für ihre eigenen Notaufnahmen haben.

Gute Vermittlungsplätze sind längst übervoll. Immer schwerer wird es versierte Tierhalter zu finden, die den Tieren wirklich ein gutes Zuhause bieten können, auf diese eingehen und ihnen das Einleben im neuen Land, unter neuen Bedingungen, erleichtern wollen. Doch immer noch schwappen Wellen von Importtieren über Deutschland. Längst ist auch die finanzielle Lage in Deutschland schlecht geworden. Inflationsrate und Arbeitslosigkeit beuteln das Land. Das Geld ist mehr als knapp und wo das Geld knapp wird, leiden Tiere meist zuerst. Viele Menschen in Deutschland müssen Tiere abgeben, deren Unterhalt und Tierarztkosten sie nicht mehr finanzieren können. Doch es ist kein Platz da, diese Tiere aufzunehmen. Zu viele sind es, die da auf einmal abgegeben werden sollen. Es ist auch kein Geld da all diese Tiere in Not vernünftig zu betreuen, denn wo das Geld knapp ist, da gibt es leider auch viel zu wenig Spender und Sponsoren, die diese - meist ehrenamtliche Arbeit - finanzieren.

Viele, nette, kleine, possierliche Katzenbabys wurden vermittelt, aber wer kümmert sich darum, dass diese auch kastriert werden, bevor die Halter sie draußen laufen lassen und sie sich unendlich fortpflanzen? Wer sorgt dafür, dass sie geimpft werden, um keine Krankheiten zu verbreiten? Viele nette Hundewelpen wurden vermittelt, aber wer zahlt die Tierarztkosten, wenn sie alt oder krank werden? Wer bringt die Tiere unter, wenn sie aus Überforderung abgegeben oder ausgesetzt werden?

40 - 280 Katzen haben deutsche Tierheime, jeweils nach Größe der Anlagen, untergebracht - überfüllt sind alle mit Katzen! Ein Desaster, was nur noch mit politischen Lösungen in den Griff zu kriegen ist und purer Stress für die tierischen Einzeljäger, die kaum Chancen auf Vermittlungen haben und schneller rein kommen als sie je vernünftig vermittelt werden könnten, zumal fast alle Interessenten nur Katzenbabys haben möchten - die älteren und vor allem scheuen Tiere bleiben hocken mit null Chance. Voll mit schlecht vermittelbaren Hunden sind die Tierheime.



So stehen viele Tierheime und Tierschutzvereine inzwischen vor dem finanziellen AUS! Die Gebäude marode, Baugenehmigungen werden aus den hirnrissigsten Gründen verweigert, kein Geld für Futter, die hohen Personalkosten fressen die Vereine und Gemeinden auf, doch was nicht fließt, sind die Spenden für all das, was finanziert werden muss. Was mehr und mehr zusammengestrichen wird, sind die behördlichen Zuschüsse für tierheimähnliche Einrichtungen. Tierarztkosten werden immer höher, immer mehr Versicherungen fallen an, Vorschriften der Amtsveterinäre und der Tierschützer über Haltung und Pflege sind einzuhalten, doch für die notwendigen Anschaffungen ist kein Geld da. So gibt es immer noch viele, viele Tierheime in DEUTSCHLAND, in denen nicht mal eine artgerechtere Haltung in Gruppen für Rudeltiere wie Hunde möglich ist - wie das Tierschutzgesetz sie schon längst fordert. So gibt es immer noch viele, viele Tierheime in Deutschland - JA, auch in DEUTSCHLAND -, wo im Winter die Tiere frieren, weil nur unbeheizte Hunde-, Katzen- und Kleintierhäuser oder verrottete Notcontainer für die Tiere zur Verfügung stehen. So gibt es immer noch viele, viele Tierheime in DEUTSCHLAND, die Katzen und Hunde aus Kostenersparnis ungechipt, unkastriert und mit unzureichendem Impfschutz und fehlenden Gesundheitstests vermitteln.

Mehr und mehr deutsche Tiere kommen in unsere Vermittlung, mehr und mehr ausländische Tiere von Vereinen, die sich einen Dreck um ihre einst vermittelten Tiere kümmern, kommen hinzu. Mehr und mehr Tiere aus In- und Ausland kommen in die Vermittlung, für die die Halter den Unterhalt nicht mehr bezahlen können. Mehr und mehr Tierarztkosten haben wir für diese Tiere, die oft unzureichend geimpft oder unkastriert bei uns abgegeben werden.
Wer meint, dass es in Deutschland aber wenigstens keine Misshandlungen von Tieren gibt, wie im "bösen" Ausland, der hat sich geschnitten. Wo im Ausland vielleicht eher offensichtlich - auch auf der Straße - roh misshandelt wird, da vegetieren eine Unmenge gehoardeter, gestapelter, missbrauchter und vernachlässigter Tiere hinter Wänden in Deutschland heimlich vor sich hin bis aufmerksame Bürger oder Tierschützer sie entdecken und das Elend aufdecken. Vermilbt, verdreckt, verzottelt, verfilzt, verzeckt und verfloht stapeln sie sich in Ecken von Häusern und Höfen der Menschen, die vorgeben diese Tiere "RETTEN" zu wollen. Da werden kleine Hunde wie Puppen behandelt, gar nicht mehr erzogen, werden an der Leine hinter sich hergeschleift, auf dem Arm von Kindern herumgeschleppt, die sie dann gelegentlich fallen lassen, werden Hunde nicht mehr mindestens dreimal täglich ausgeführt, sondern an Heizungen und Treppengeländern angebunden, weil sie "stören". Vegetieren immense Katzenansammlungen auf Schränken vor sich hin und können sich nicht artgerecht bewegen und nicht mal aus dem Weg gehen, pinkeln kleine Hunde nur noch in Katzenclos, werden große Hunde auf engen Balkonen, Schuppen und Kellern gehalten, damit sie keinen Schmutz in die Wohnung bringen.
Quelle: http://tierhilfelid.de/Deutschland.htm

Achtung: Ich habe Auszüge aus dem Text genommen und dabei Passagen, die nicht für jedermanns Gemüt sind, nicht rauskopiert. Des Weiteren habe ich auch die Bilder der Seite nicht entnommen. Daher meine Warnung: Wer den Originalartikel lesen will, muss darauf gefasst sein, dass grauenhafte Bilder und Beschreibungen erfolgen.


Solche Tierhilfen, wie die Verfasser des Textes, machen es m.E. richtig. Der Fokus liegt nicht auf der Vermittlung der Tiere, sondern der Hilfe vor Ort. Gerade solche Tierhilfen verdienen wirklich Hilfe und Respekt. Ich hoffe, es öffnet manchen die Augen und es wird mehr geholfen statt wirklich nur ein Tier aufzunehmen. Man darf nicht zulassen, dass auch Deutschland irgendwann dem Problem nicht mehr Herr werden kann.
Jeder hier weiß, dass ich absolut für den Auslandstierschutz bin, aber muss richtig betrieben werden. Die jetzige Entwicklung kann so nicht fortgeführt werden.
 
24.07.2011
#1
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*Mischling*

*Mischling*

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Ich habe mir jetzt aus Interesse mal den Originalartikel durchgelesen und finde das echt gut und gleichzeitig traurig! Gut finde ich, wie diese Orga versucht aufzuklären und zu informieren und wo sie den wahren Einsatzbereich des Auslands- und Inlands-TS sehen. Traurig finde ich, wenn man mal gesammelt vor Auegn geführt bekommt, wie es in Deutschland selbst um die Tiere steht. Dass auch hier nicht jeder Tierfreund ist und es nicht jedem Tier optimal geht weiß ich selbst, ich bin ja nicht blind, aber wenn man es dann noch einmal so geballt liest, trifft es einen doch.

Ich bin ja auch für den Auslandstierschutz und habe selbst einen Hund aus Italien. Aber gerade diese Erfahrung hat mich auch gelehrt, wie viel da geschummelt wird. Die Orga war zwar seriös, ich wurde auch nach Erfahrungen in der Hundehaltung usw. befragt, aber der Impfpass meines Hundes war mehr als verdächtig und auf eine Kontrolle wurde verzichtet, weil bei uns schon vor 6 Jahren eine gemacht wurde. Die Leute waren einfach froh, dass die Tiere herkommen konnten, mehr nicht. Man muss dazusagen, dass sie sich auch um Tiere vor Ort kümmern und das auch gut, aber sobald es an die Vermittlung hierher geht, läuft vieles aus dem Ruder.

Und wenn ich mir das Ausmaß an Problemen vorstelle, wenn sämtliche Länder ihr Tierproblem hierher verlagern, um es bei sich vor Ort nicht lösen zu müssen, wird mir richtig Angst. Wir brauchen bald 5 mal so viele THs wie wir schon haben, 20 mal so viele Orgas usw, alleine für die heimischen Tiere.

Das mit den Krankheiten war mir allerdings neu, da ich das Problem bei meiner TA und meinem Hund zum Glück nicht hatte, aber mir war gar nicht so bewusst, dass auch das ein Thema wird, so wie auch die Hundeschulen. Ich werde mit meinem Hund ja auch schon blöd angeschaut, wenn ich sage "Mama Maremmanno", allerdings habe ich mich auch zuvor, unter anderem beim deutschen Rasseclub dazu, über die Rasse informiert. Daher kenne ich inzwischen auch den Unterschied zwischen Hüte- und Hirtenhund, der ja nicht zu verachten ist, über den ich mich bei meiner Hundeschulentour aber mit fast jedem Ausbilder gestritten habe, weil jeder davon ausgeht, mein Hund sei ein etwas größerer BC. Und wenn ich mir jetzt durch den Artikel angeregt mal überlege, was passiert, wenn dann jemand mit so einem Hund kommt und Probleme hat, die eben rassebedingt sind, komme ich zu dem Schluss: Der Mensch geht ohne eine Lösung wieder heim.... Außerdem gibt es im Ausland immernoch Rassen, die hier kaum einer halten und auch auslasten kann.

PS: Die "Modetierarten" sind auch so eine Sache, die ich gar nicht leiden kann. Ich hätte auch gerne einen Wüstenfuchs, weil die so putzig sind, aber bitte: Wie und Wo denn?! Das arme Tier....

LG
 
Pewee

Pewee

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Mischling, mir geht es auch so. Ich neige ja auch gerne dazu zu sagen, dass es den Tieren in Deutschland (mal die Nutztiere nicht eingeschlossen) noch besser geht als den Perrerahunden, wenn man mich fragt, wieso ausgerechnet nur Auslandstierschutz (was ja nicht einmal stimmt).

Meine Eltern und ich haben, seitdem wir Hunde besitzen (bei meinem Vater über 40 Jahre) nicht einmal eine Kontrolle mitbekommen. Die Hunde konnten direkt am selben Tag mitgenommen werden. Sogar Jerry, den wir durch seine Krankheit erst noch 3 Wochen beim TA gelassen haben. Das waren sowohl deutsche Tierheime als auch ausländische als auch Privathaushalte. Lediglich Hannas Vorbesitzerin kam noch einmal, das war aber weniger wegen Kontrolle als lediglich um Hanna noch einmal zu sehen. Entweder wirkten wir besonders vertrauenserweckend (wir schickten ja auch immer Fotos unserer Lieben), oder alle scherten sich nicht :(

Dass mit den TAs habe ich schon oft gehört, allerdings hatte ich das Problem sehr selten, da sich meine TA bisher alle auch privat um eine Weiterbildung mit den Krankheiten im Ausland gekümmert haben. Die Problematik mit den Tierheimen sehe ich aber täglich. Ich kenne kaum eine Tierheimseite, die nicht wenigstens noch ein paar Vermittlungsseiten für Auslandstiere bereitstellt oder gar welche aufnimmt. Damit ist es nicht geholfen, ich hoffe, das wissen sie :?

Ich kann nicht ausschließen, noch einmal einen Hund aus dem Ausland zu nehmen, denn prinzipiell ist es mir egal, ob der hilfebedürftige Hund aus Polen, Spanien oder Deutschland kommt. Aber ich hoffe, dass die Leute, die helfen wollen, ihre (Sach-)spenden vor allem für Projekte der Öffentlichkeitsarbeit und medizinischen Versorgung abgeben.
 
Loscampesinos

Loscampesinos

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Ich habe nur den von Pewee eingestellten Artikel gelesen (Ich muss sagen, ich beschäftige mich momentan so viel mit Tierschutz, sehe so viele grausige Bilder, dass ich mir das jetzt einfach mal ersparen wollte. :/).

Ich finde den Artikel sehr gut und kann auch in den meisten Punkten zustimmen.
Meiner Meinung nach ist das ganze aber auch ein allgemeines Problem. Es gäbe nicht so viele Tierschutzprobleme, wenn wir Menschen sie nicht machen würden.
Leider müssen wir am Tierschutz arbeiten, genauso sollten aber eben die Menschen zuhause sich mal mehr Gedanken machen. Es müssten hier nicht so viele Tiere im Tierheim sitzen, wenn die Menschen sie nicht hingeben würden.
Ich weiß das ist ein weinig "Wunschdenken": Wir könnten alle glücklich zusammen leben, wenn jeder nur ein bisschen was tun würde... blublabli.
Leider ist dafür das Ansehen eines Tieres zu gering und leider gibt es dafür noch zu viele Idioten, denen andere Lebewesen egal sind.
Und so sitzen hier immer mehr Tiere im Tierheim und im Ausland immer mehr Tiere in einer Tötungsstation.
Die Arbeit vor Ort ist also sinnvoll und die Menschen sollten sich einfach mal bewusst machen, dass es sich hier um Lebewesen handelt! (Aber wir Menschen machen ja nicht mal vor uns selbst halt)
Wenn jeder nur mal ein bisschen helfen würde (Und zwar nicht dadurch, dass er jedes x- beliebige Tier aufnmmt, von dem er nicht mals Ahnung hat), dann könnte die Situation schon ganz anders aussehen.

Wegen den Krankheiten sagt mein Tierarzt auch immer: Ein Tierarzt der sich im Bezug auf Auslandskrankheiten nicht weiterbildet, ist kein guter Tierarzt.
Sehe ich auch so!

Alles in allem finde ich meinen Beitrag gerade ziemlich verwirrend, aber ich hoffe, dass er trotzdem zu verstehen ist. :uups:
 
Pewee

Pewee

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Ich fand alles verständlich ;) Was du kritisiert hast, kam auch in diesem Artikel vor, ich habe ihn allerdings gekürzt, weil es mir vor allem um die Arbeit vor Ort im Ausland ging. Dein angesprochenes Problem, dass sie Leute einfach bewusster werden müssen, was Tiere angeht, wurde dort auch durchgekaut. Allerdings ist der Artikel recht lang (die Bilder sind zwar grausaum, aber ich habe bei weitem schlimmere gesehen - wollte sie aber dennoch außen vor lassen, da sie ja doch den Fokus der Aufmerksamkeit auf sich ziehen :() und ich wollte ihn nicht komplett kopieren, da ihn sonst keiner mehr durchgelesen hätte *lach*

Schlimm, dass man Menschen erst begreiflich machen muss, dass Tiere auch schützenswert sind.
 
Schattenseele

Schattenseele

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Ich habe auch nur Pewees Artikel gelesen.
Ich möchte mich auch Mischling anschließen.
Der Mensch hat in den vielen Jahren viel falsch gemacht.
Vielleicht schon zuviel.
Und leider ist da kein Ende in Sicht. Meiner Meinung mal.
Ich denke man könnte den Tierheimen viel Arbeit und Leid abnehmen wenn man hier wenigstens aufhören würde,
Tiere, egal welcher Rasse, sinnlos zu vermehren.
Wenn das einfach ein für alle Mal die Aufgabe von Züchtern wäre.
Von Menschen die Ahnung haben, Liebe und Herzblut dabei haben.
Und vor allem, wenn es endlich gelingen würde diesen "Billigwelpenhandel" zu zerschlagen... *Wunschdenken*
Ich weiß nicht ob ich sagen kann das ich im Tierschutz aktiv bin, denn ich denke- Aktiver geht immer.
Dennoch unterstütze ich ein Tierheim in meiner Region mit einer Patenschaft über eine Hündin finanziell und auch hin und wieder mit Sachspenden.
Ich würde mir einfach mehr Unterstützung wünschen. Egal ob hier oder im Ausland.
Und gleichzeitig weiß ich, dass das ein Wunsch bleiben wird..
 
*Mischling*

*Mischling*

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Ich weiß nicht, ob ich die Zucht alleine Züchtern bestimmer Rassen zuschreiben würde, denn viele Rassen sind auch aus Mischlingen heraus entstanden und ich für meinen Teil bin ja absoluter Mischlingsfan *lach*. Aber einfach mal die Hunde zu verpaaren, um zu schauen, was dabei herauskommt, oder es einfach auf eine Vermehrung ankommen zu lassen empfinde ich als sträfliche Vernachlässigung von Tierschutzbelangen und auch als Gefährdung der Tiere.

Ich wäre dafür, "Mischlingszüchter" ebenfalls eintragen zu lassen, auch dort die Elterntiere zu untersuchen, die Züchter auf ihre Qualifikation zu überprüfen, regelmäßige Gesundheits- und Wesenstests einzuführen, ein Mindest- und Höchstalter für die Zucht festzusetzen, aber auch die Menge der Zucht zu kontrollieren, sodass nicht hunderte Tiere im Jahr zur Welt kommen. Aber das ist wohl auch reines Wunschdenken, denn noch nicht einmal alle Rassezüchter nehmen ihre Aufgabe derart ernst.

Ich weiß aber nicht, ob ich noch einmal einen Hund aus dem Ausland holen würde. Vom Prinzip her ist es bei mir so, dass ich den Hund nach dem Charakter und - wenn wir ehrlich sind - auch nach dem Aussehen aussuche, nicht nach der Herkunft. Aber Züchterhunde umgehe ich eher, da ich denke, dass diese so oder so einen Besitzer finden, bei dem sie gut aufgehoben sind. Allerdings liegt mir auch am Herzen, was Pewee schon zu den Kontrollen schrieb: Es kann nicht sein, dass bei Rassehunden keine objektiven oder überhaupt keine Kontrollen durchgeführt werden, es kann aber auch nicht sein, dass der TS diese Aufgabe vernachlässigt, um Hunde möglichst schnell loszuwerden. Mir ist klar, dass da auch einfach Personalmangel herrscht, aber dafür muss doch Zeit sein, sonst sitzt der vermittelte Hund/das vermittelte Tier ein halbes Jahr später wieder im gleichen TH-Zwinger. Das kann doch auch nicht wünschenswert sein, dass ein Hund in seinem Leben 2, 3, 4 oder 5 Mal das zu Hause wechselt?!

Ich habe vor kurzem auch einen Bericht über den Auslandstierschutz gesehen, wo gezeigt wurde, was mit den Hunden während der Abreise und später hier in Deutschland geschieht... Da werden hochdosierte Beruhigungsmittel verabreicht, damit die Kleinen auch schön ruhig sind, kein Wasser und kein Futter gegeben, ein oder zwei Tage zuvor (wie bei meinem, der völlig dehydriert war und sich wie ein verrückter auf das nächste Futter gestürzt hat), damit er kein Wasser lassen muss und keine Stops nötig werden bzw. man die vielen Hunde nicht aus der Box lassen muss. Die Hunde fahren in kleinen Boxen, meist mit "angepassten" Impfausweisen und Gesundheitskontrollen. Meiner war mit seiner Schwester in einer Box, in der er nicht gerade stehen oder sitzen konnte und sich auch nicht hinlegen konnte. Mir ist klar, dass auch da das Geld fehlt, aber dass der Hund mir nie wieder in eine Box geht ist auch klar, er ging zu Beginn ja nicht einmal in den kleinen Eingangsbereich bei meinem Freund, wenn die Durchgangstüre zu war.

Hier angekommen stellt man dann nach kurzer Eingewöhnung meist fest, dass der Hund entweder krank ist und die Kosten das Budget der Familie bei weitem übersteigen, oder der Hund derart verwildert, verängstigt, eingeschüchtert und schlecht sozialisiert ist, sodass die meist unerfahrenen Halter völlig überfordert sind. In beiden Fällen landen die Tiere als fast unvermittelbar im deutschen TH, was entweder Unmengen an Behandlungskosten erfordert, oder einen einzelnen Pfleger für nur einen Hund, weil der sich auch nach Monaten nur von diesem anfassen lässt. Solche Tiere fristen ihr restliches Dasein, vielleicht 10 Jahre, hier in einem Zwinger, in einer notdürftigen "Übergangsunterbringung", denn mehr soll auch ein deutsches TH eigentlich nicht sein. Allerdings muss ich sagen, dass die Orga, von der ich Leo habe, in Italien vor Ort einen solchen "Gnadenhof" für unvermittelbare Hunde hat, um sie dort nicht sterben zu lassen, aber auch nicht einfach blind zu vermitteln. Das ist immerhin mal ein guter Ansatz.

Aber manch deutsches TH trachtet auch nur noch nach dem Geld, wie im Ausland auch, nur dass die Hunde hier noch besser behandelt werden. Da werden Tiere nicht abgegeben, um 250.000 Euro Fördergelder alleine von der Stadt zu kassieren. Gibt es ein Tier weniger als die Mindestgrenze vorschreibt, gibt es auch weniger Geld. Also wird den Tieren die Chance auf ein glückliches zu Hause aus fadenscheinigen Gründen - wie z.B. Zweithund im Haus - verwehrt. Das Wohl weniger wird zum Wohl aller geopftert heißt es, dann muss das Tier eben warten, bis neue nachkommen, dann wird sich schon wieder ein Interessent finden. Doch wie selten sich jemand für diese Tiere interessiert sieht man ja an den "Insassenstatistiken" :roll:.

Doch damit nicht genug: Von dem Geld wurden seit Jahren keine neuen Zwinger gebaut, keine Decken, Spielsachen oder Körbchen gekauft, keine Leinen und Halsbänder angeschafft oder ein Teilzeitpfleger eingestellt. Wo ist so viel Geld hingeflossen? Doch sicher nicht ins Futter für 20 Hunde und 20 Katzen... Der TH-TA arbeitet auch ehrenamtlich.... Aber die Kaffeeküche sieht dafür richtig toll aus, so wie die Lounge im Eingang... Und ein tolles und teures Spaßturnier gibt's auch jedes Jahr... Da sollte auch manch deutschem TH mal gründlich der Kopf gewaschen werden, denn diese Leute haben schon längst vergessen, weshalb sie mal im TS angefangen haben. Da tratscht man fröhlich stundenlang, trinkt Kaffee und schaut ab und an mal nach den Tieren - dass man in der Zeit hätte Gassi gehen können fällt keinem auf. Neuen, engagierten Helfern wird dieses Verhalten auch gleich in den ersten Wochen eingetrichtert, denn Mühe zu investieren lohnt sich für diese Tiere ja eh nicht mehr *Ironie*.

'Tschuldigung, ich weiß das war viel, aber da könnt ich mir immer aufregen, das gibt's nicht....

Liebe Grüße
 
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