Warum verstehen sich Kinder und Eltern immer weniger?

Diskutiere Warum verstehen sich Kinder und Eltern immer weniger? im Smalltalk Archiv Forum im Bereich Smalltalk; Hallo an alle :) Es ist ein ernstes Thema wie ich finde. Denn ich verstehe mich gar nicht mit meinen Eltern und es wird jeden Tag immer...
Ngoci

Ngoci

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Hallo an alle :)

Es ist ein ernstes Thema wie ich finde. Denn ich verstehe mich gar nicht mit meinen Eltern und es wird jeden Tag immer schlimmer...
(Allmählich werde ich eine Therapie machen, sonst werde ich noch verrückt. :roll:)
Wenn ich so zurück denke, dann wünsche ich wirklich keinem dieses
Leben, das ich gerade im Moment führe und ich bin einfach nur fassungslos wie wenig meine Eltern auch noch wahr nehmen wie schlecht es mir geht.
Dann wundern sie sich auch noch warum ich mit 18 schon ausziehen will. :roll:
Ich rede hier nicht von Kleinigkeiten wie: Das ich zu faul bin für Hausarbeiten bin oder viel unterwegs mit Freunden bin...
Das hier alles aufzulisten wäre einfach viel zu viel!
Ich werde später wohl auch den Kontakt zu ihnen abbrechen. Sie machen einem total fertig...ich bin schon sehr nahe am Abgrund. ;)


Wie ist es bei euch?
Ist es überhaupt möglich, dass die Liebe und Zuneigung zu den Eltern nach einer Zeit verblassen???
Warum ist es so, dass wir uns so oft streiten?
Gibt es eine Familie wie im Bilderbuch?
Was müsste man tun um diese Konflikte zu übergehen?
Ist es in der Pubertät ausgeprägter?
Würdet ihr etwas ändern wollen wenn ihr könntet?
 
29.11.2011
#1
A

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Guest

Kennst du schon die Warehouse Deals? Amazon bietet hier zurückgesandte und geprüfte Ware deutlich billiger an.
Dort gibt´s das auch speziell nur mit interessanten Dingen aus dem Haustierbedarf. Was haltet ihr davon?
seven

seven

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Huhu Ngoci,

Da Du jetzt rein gar nichts über die Hintergründe schreibst (was natürlich auch Dein gutes Recht ist), kann man Deine Situation natürlich auch nur schwer beurteilen....
Mit Sicherheit ist es auch so, dass die Pubertät da eine wesentliche Rolle spielt ;)
Du entwickelst Dich, Deine Hormone spielen verrückt, Du hast Stress in der Schule etc....
In der Pubertät ist man einfach auch massiv auf Krawall gebürstet - alles, was die Eltern sagen, wird erstmal als Kritik verstanden und man reagiert extrem empfindlich...
Das ist der eine Punkt...

Der andere Punkt kann natürlich wirklich sein, dass es durchaus auch an den Eltern liegen kann, die einen nicht ernstnehmen, die meinen, man wäre immer noch das kleine Kind, das ungefragt alles tut, was man ihm sagt...

Das ist eine Gratwanderung, und wie gesagt, ohne genauere Infos Deinerseits kann man wohl auch nur solche allgemeinen Infos geben....

Mein Tipp wäre:
Wenn Du nicht öffentlich drüber reden willst (wie gesagt, absolut verständlich!) - dann mach für Dich selbst mal schriftlich eine Liste (mir hat damals Tagebuchschreiben immer unheimlich gut geholfen) - und vielleicht kannst Du da die wichtigsten Punkte separat notieren und Deine Eltern mal um ein Gespräch bitten oder aber ihnen auch einen Brief schreiben, wenn Du mit ihnen nicht so gut reden kannst....

Ich konnte mit meinen Eltern nie gut reden, aber mein Tagebuch hat Seite um Seite um Seite geschluckt.... das hat mir zumindest schon mal ein Stück weit geholfen....
Dann der Austausch mit Freunden - die z. T. ähnliche, z. T. aber auch ganz andere Erfahrungen gemacht hatten....

Wie gesagt - schieb´ nicht alle Schuld auf Deine Eltern - schieb´ auch einen Teil Schuld auf Deine Hormone - es ist eben wirklich eine schwierige Zeit und eine Zeit der Missverständnisse und der Reibereien...
Aber wenn Du wirklich das Gefühl hast, dass es ganz extrem ist - kannst Du Dir vielleicht auch Hilfe beim Vertrauenslehrer oder beim Jugendnotruf oder so suchen....

Verabschiede Dich vom Traum der Bilderbuchfamilie - die gibt es nicht ;) Es gibt Familien, die nach außen den Schein wahren wollen, aber wie´s dann hinter den Kulissen aussieht, ist ´ne ganz andere Nummer ;)

Nur Mut, Du schaffst das!

LG, seven
 
Sofia-Lusia

Sofia-Lusia

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da muss ich jetzt auch mal was zu schreiben. Also früher als ich so in deinem Alter war oder auch noch jünger da hatten wir also meine eltern und ich nicht so ein gutes verhältniss. Wir lebten aneinander vorbei und sahen uns als selbstverständlich. Jeder ging so seinen Weg. Ich wollte auch immer mit 18 raus. einfach nur weg. Ich muss sagen wenn ich so zurück blicke möchte ich mich nicht als Tochter haben in der Pupertät. Ich war zickig und trotzig und konnte ja alles besser. Naja gut. Mein Vater mochte ich nie. ich hatte immer angst vor ihm weil er mir oft eine geknallt hat oder mal am kragen packte und aufs bett geworfen hat als ich kleiner war.
Ja letztes Jahr im Feb. sagte Papa aufeinmal das Mama sich wohl von ihm trennen wollte. Aufeinmal war diese Familie kaputt. Ich war nie wirklich glücklich aber es war eben normal für mich so ein umgang. Papa hat sich viel bei mir ausgeweint und mir dinge erzählt die ich nicht unbedingt wissen sollte.
Der ganze Höhepunkt kam dann als wir mama beim Fremdgehen erwischten. Also Papa und ich. Ich weiß nicht ob ihr euch das vorstellen könnt. Da wird man überrollt und der Boden wird weggezogen und man hat das Gefühl man fällt nur noch. Als dann alles zusammen gekommen ist, kam es dann soweit das ich Magersüchtig wurde. Sicher kam das nicht nur davon sondern es wurde dadurch auch zum teil einfach ausgelöst.
Aber gut. Ich zog dann im Juli aus und fing meine Ausbildung an in einer anderen Stadt letztes Jahr.
Aber ihr könnt euch nicht vorstellen wie es sich verändert hat. Alle fangen aufeinmal an jeden zu schätzen und meine eltern haben sich auch nach langer zeit wieder zusammen gerauft und viel miteinander gesprochen. Mitlerweile ist es so das ich unheimlich gerne wieder zuhause einziehen möchte. Einfach die nähe meiner eltern genießen. Jetzt wo sich alles so zum positiven geändert hat. Ich möchte damit sagen das sich immernoch was ändern kann am verhältniss zwischen dir und deinen eltern. Ob ich meine Ausbildung zuende mache weiß ich noch nicht weil es mir gesundheitlich noch nicht so wirklich besser geht und durch das heimweh wird es nicht wirklich besser. Aber auf der anderen seite könnte ich sie einfach nicht enttäuschen wenn ich jetzt abbreche. Zumal die ausbildung ne menge geld kostet und das dann alles weg wäre.
 
kleiner Falke

kleiner Falke

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Hey

Ja, diese Probleme kenne ich. :D Nicht nur von mir sondern von vielen anderen in dem Alter.

Ich denke, in dem Alter wird man erwachsen und hat irgendwie keinen Bock mehr, auf die "Alten " angewiesen und sein und das "Kind" zu bleiben. Mit 16 ist man doch schon erwachsen, man kennt schon viel, man weiss schon viel. Und dennoch sind immer noch die Eltern, die einen sagen, was man tun und lassen soll----und das nervt einfach.

Dazu kommt noch, dass man dann gerne seine eigenen Wege gehen will, seine eigene Wohnung, sein eigenes Reich, mit Freunden abmachen, wann man will, keiner kontrollert, wann man nach Hause kommt und Jungs kann man auch mitbringen, ohne dass die Eltern reklamieren. Wäre da nicht die blöde Sache mit dem Geld. In dem Alter, noch in der Schule oder bei uns in der Schweiz meist in einer Lehre, hat man einfach noch kein Geld, um wirklich auszuziehen und sich eine eigene (kleine) Wohnung zu leisten. Und ich denke, genau dieser Zwiespalt, diese Abhängigkeit, die macht einen total fertig.

Tja, was kann man raten? Gespräche sind sicher immer gut. Tagebuch finde ich ne klasse Idee. Und vorallem: Distanz. Nicht aufeinander oben sitzen sondern seine eigenen Wege gehen. So gut das halt geht.

Falls Du natürlich ne wirklich gute Freundin hast, die ähnliche Probleme hat, könnt Ihr Euch auch eine Wohnung nehmen. Aber da müsste sie fast 18 sein, ich glaube, mit 16 würdest Du noch keine kriegen. Und das Geld müsste halt auch reichen... :roll:
 
Selii__

Selii__

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Ich habe mit meiner Mutter keine Probleme. NUr mit meinem Vater:roll:
Es gibt keinen Tag ohne Streit mit ihm....ich mache immer was falsch.
Egal was (einmal vergessen meine Türe zu zumachen) es kann die kleinste Kleinigkeit sein die ihm zum ausrasten bringt.
Mittlerweile kann ich auch nicht mehr und ich versuche ihn so gut wie möglich in solchen Situationen zu ignorieren.
Aber das ist echt schwer....manchmal da könnte ich brbrbrbrrbrb:evil:
 
ida22

ida22

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Hallo,

ich muss mich den anderen anschließen und finde es "normal", dass man in diesem Alter Probleme mit den Eltern hat.

Da kommen so viele Dinge zusammen ... Es ist eine Art Abnabelungsprozess - für beide Seiten. Die Hormone spielen verrückt, man fühlt sich erwachsen - ist aber immer noch von den Eltern abhängig, man möchte frei sein - die Eltern wollen (und müssen oft ;)) aber noch Kontrolle haben, man denkt, man weiß alles (und zwar besser) - umgekehrt behandeln Eltern ihre Kinder eben noch als Kinder ...

Nun zu Deiner Frage, wie es bei uns war:

Ich war mit 16 mit meiner Mutter alleine, meine älteren Geschwister waren aus dem Haus und mein Vater starb, als ich 15 war. Wir hatten einerseits ein sehr gutes Verhältnis, andererseits aber auch diverse Probleme ... Es ging um Dinge wie Lebensplanung, Schule, Freunde, Ausgehen, Geld usw. Reden konnte ich lange nicht gut mit meiner Mutter, weil sie mich einfach nicht verstand (zumindest dachte ich das damals) und andere Pläne für mich hatte als ich ...

Mit 21 bin ich ausgezogen - aus beruflichen Gründen und das große Elend fing an ... Gottchen, was hatte ich Heimweh, jeden Abend wurde mit Mama telefoniert, am WE bin ich meist nach Hause gefahren. Auf einmal hatte ich aber auch mein eigenes Leben, mußte Entscheidungen treffen und mit den Konsequenzen leben und meine Mutter hat gesehen, dass ich "groß" war und ja, wir haben uns wieder gut verstanden - bis zum heutigen Tag.

Sicherlich war sie auch ein Stück weit froh, dass sie nicht mehr die Verantwortung hatte. Sie hat angefangen, wieder ihr Leben zu leben und nicht mehr nur Rücksicht auf uns Kinder zu nehmen. Ich denke, zu sehen, dass die Kinder groß und selbstständig werden, ist auch für Eltern einerseits schön aber andererseits auch schlimm. Ich mag gar nicht daran denken, wenn meine Jungs in ein paar Jahren abends mit der Freundin auf Rolle gehen ... :?

Spätestens als mein erstes Kind auf die Welt kam, hat sich mein Verhältnis zu meiner Mutter nochmals geändert. Ich kann heute als Mutter vieles verstehen, was ich mit 16 oder 20 noch nicht verstanden habe ... Auch habe ich heute ein wirklich gutes Verhältnis zu meiner Mutter; sie kommt für mich gleich nach meinen Kindern und meinem Mann (manchmal auch vor meinem Mann :eusa_shhh:), uns trennen 100 km, wir sehen uns ca. einmal im Monat und telefonieren täglich (oft mehrmals ...).

Ich denke nicht, dass die Zuneigung zu den Eltern grundsätzlich verblasst - sie wird aber sicherlich anders. Man merkt eben oft erst später, was Eltern falsch gemacht haben oder was richtig war. Sowas braucht einfach auch Zeit.

Ich denke auch nicht, dass man diese Konflikte übergehen kann. In meinen Augen ist es ein Entwicklungsschritt, den beide durchmachen müssen; der zum Erwachsenwerden genauso dazugehört, wie zum Eltern sein. Wichtig ist nur, wie man die Konflikte austrägt ... eine gewisses Maß an Respekt und Toleranz sollte auf beiden Seiten selbstverständlich sein. Mir hat es damals geholfen, mich mit Freundinnen über meine "schreckliche" Mutter auszutauschen, denen ging es ja schließlich genauso ...

Ob es eine Bilderbuchfamilie gibt, weiß ich nicht. Jedenfalls kenne ich keine ... ;) In allen Familien, die ich kenne, gibt es irgendwelche Probleme, Streitigkeiten oder sonstwas; mal ist es ausgeprägter, mal sind es nur Kleinigkeiten; mal wird es an die Öffentlichkeit getragen und mal im stillen Kämmerchen ausgemacht ...

Ich wünsche Dir jedenfalls viel Mut und Kraft und dass Du Deinen Weg findest.

LG Ida
;)
 
S

SusanneC

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Hallo!

als Kind liebt man seine Eltern in jedem Fall, auch wenn sie einen schlagen, vernachlässigen etc. - man ist von den Eltern abhängig und liebt sie bedingungslos.

Wenn man dann langsam älter wird, weniger abhängig ist, kommt eine differenziertere Sichtweise, man erkennt Fehler an den Eltern, entfernt sich, nabelt sich ab. Das ist auch sehr wichtig, schließlich will man ja nicht mit 40 noch an Mamas Rockzipfel hängen.

Noch dazu ist die Pubertät eine schwierige Zeit, einfach weil sich dabei auch das Gehirn weiter entwickelt und da einfach zeitweise etwas hinterher hinkt in der Entwicklung. Natürlich wissen auch Teenies, dass sie sich in der Schule anstrengen müssen, Streit mit der besten freundin oder Liebeskummer kein Grund für Selbstmord sind und so weiter - nur gehört es einfach zu der Entwicklung in der Pubertät dazu, dass man dieses "keiner versteht mich, keiner liebt mich, es wäre viel besser wenn ich gar nicht da wäre"- Gefühl hat. Auch Selbstmordgedanken haben so gut wie alle Teenager zeitweise.

Das kann jetzt mehr oder weniger schlimm sein, und ich weis auch, dass es total scheiße ist, wenn man gerade eben selber da drin steckt, aber: es geht vorbei. Ist wirklich so, es geht von ganz alleine wieder vorbei, nur selten kommen da noch mehr Probleme dazu die einen wirklich zu einer Therapie zwingen - die meisten Teenies schaffen es auch ohne irgendwann erwachsen zu werden.

Übrigens als erwachsener ändert sich die Sicht der eigenen Eltern auch wieder... wenn man dann merkt, dass man selber mit 30 auch immer noch ein Mensch mit Problemen, mit Fehlern und Dummheiten ist, dann versteht man, dass die eigenen Eltern eben auch kein Stück weit perfekte Übermenschen sind, sondern genauso versucht haben irgendwie zu leben und dabei eben auch mal falsche Entscheidungen getroffen haben.
 
Saphi09

Saphi09

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und ich bin einfach nur fassungslos wie wenig meine Eltern auch noch wahr nehmen wie schlecht es mir geht.
Vielleicht wissen sie auch nicht mehr wie sie an dich rankommen sollen? Das fällt vielen Eltern -was ich so mitbekomme von Mitschülern- sehr schwer. Sie haben ihre "Kinder" kaum unter Kontrolle, weil in Vergangenheit vermutlich einiges schief gelaufen ist und jeder so nebeneinander her lebt. Ich hab keine Erfahrungswerte in der Richtung, kriege es aber tagtäglich in der Schule mit, wie wenig die Eltern sich noch kümmern (können). Sicherlich wünschen sich deine Eltern auch ein gutes Verhältnis zu dir, schließlich glaube ich nicht dass du ihnen egal bist. Ich würde an deiner Stelle einen Brief schreiben und dabei darauf achten keine Beschuldigungen rein zu packen, sondern Verbesserungsvorschläge oder wie du denkst und fühlst. Vielleicht wird es dann auch möglich sein mit ihnen ein ordentliches Gespräch zu führen und es ändert sich was an deiner Lage?
 
S

SusanneC

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Eltern nehmen das einfach auch nicht so ernst.

Selbstmordgedanken hatten sie selber in dem Alter auch, ne Phase an der Grenze zur Esstörung haben auch viele Mädchen durchgemacht, manche auch jenseits der Grenze. Mobbing gab es früher auch schon, nur wurde es eben nicht im internet veröffentlicht - trotzdem wusste die ganze Schule, wer der Prügelknabe war.

Entsprechend haben viele Eltern ganz ähnliche Sachen durch gemacht, und denken irgendwo "ich bin ja trotzdem groß geworden" - und sie können nicht erkennen, wie viel normal ist und ab wann die Grenze überschritten wird, wo normale Pubertät aufhört und ernste Depressionen anfangen. auch einfach was sich von alleine verwächst und wo eingegriffen werden muss.

Die Teenies ihrerseits stecken aber auch tief im Weltschmerz und nehmen an, nur ihnen geht es mies und keiner will sie verstehen, und wissen gar nicht, dass es allen anderen in dem Alter genauso geht. sie sehen auch nicht, dass Todessehnsüchte einfach dazu gehören - das wichtige ist nur, dem nicht nachzugeben sondern ein paar Jahre durchzuhalten, danach ist das leben auf einmal wieder echt super. zumindest bei allen, die nicht wirklich psychisch krank sind, sondern nur "Pubertät haben".
 
S

Sunny259

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Eltern nehmen das einfach auch nicht so ernst.
Das ist aus meiner Erfahrung heraus der Knackpunkt.
Wenn Kinder in die Pubertät kommen und kleine Erwachsene werden, müssen auch erstmal die Eltern damit klarkommen und die neue Situation akzeptieren lernen.

Als ich 14/15 Jahre alt war, hatte ich ständig Kopfschmerzen. So stark, dass ich oft das Haus nicht verlassen konnte. Ich bin zum Arzt, wurde neurologisch untersucht. Mein Vater sagte damals zu mir, als ich ihm von den Kopfschmerzen erzählt hatte folgendes: "Was soll denn in deinem kleinen Kinderköpfchen schon wehtun?". Erst als ich dann mit dem Befund vom Arzt heim kam und erzählen konnte, dass auch beim CT kein Tumor im Kopf festgestellt werden konnte, erst dann hat mein Vater auch wirklich verstanden, dass ein Teenager andere Probleme hat als a) er damals in dem Alter und b) ein 7-jähriger, dem die Wasserpistole geklaut wurde (was für den 7-jährigen zweifelsohne auch ein riesen Problem ist!).

Ich bin verheiratet und habe 2 Kinder. Und immernoch will meine Mutter mich bevormunden. Egal ob es um mich geht ("Meinst du nicht, dass du zu viel arbeitest? Arbeite doch weniger!") oder um meine Kinder ("Schick den Kleinen doch nicht in einen Waldkindergarten. So oft wie die rausgehen, wird er immer krank sein!") oder um uns als Familie ("Eure Wohnung ist so groß und bestimmt auch teuer. Könnt ihr euch das überhaupt leisten?").
Ich konnte das erst selbst nachvollziehen, als ich Mutter wurde. Da habe ich begriffen, dass das Verantwortungsgefühl von Eltern gegenüber ihren Kindern nicht mit der Volljährigkeit "verfällt". Das wird ein Leben lang halten; das bedeutet Eltern sein. Klingt poetisch, ist aber wahr :)

Du hast deine Gründe nicht geschrieben, aber manche Aspekte wie "später Kontakt abbrechen" kommen sicherlich nicht von Bevormundung oder so. :? Wie schade für euch als Familie...
 
jamie<3

jamie<3

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Ich hatte auch ein total schreckliches Verhältnis zu meiner Mutter.
Als ich ca. 11 war fing alles an.Ich versuchte meinen eigenen Kopf durchzusetzen,hab es nicht mehr eingesehen,auf sie zu
hören,usw.Umso älter ich wurde,um so schlimmer wurde es.
Wir haben uns jeden Tag gestritten;es fing mit Kleinigkeiten an und es endete damit,dass wir uns angeschrien und beschimpft haben.
Sehr oft hab ich Tagelang mein Zimmer außer zur Schule und für Hunderunden mein Zimmer nicht verlassen,weil ich meine Mutter einfach nicht sehen wollte.
Einmal war es soo schlimm,dass sie mich rausgeschmissen hat(da war ich grad mal 12)und ich hab dann ne Woche bei meiner Oma gewohnt,als sie dann wollte,dass ich
wieder zurück kam.Ein paar Tage haben wir uns verstanden,doch dann ging alles wieder von vorne los.
Ich wollte wieder ausziehen,aber inzwischen hatte ich meinen Hund bekommen und ich fand niemanden,bei dem ich mit meinen ganzen Tieren einziehen könnte.
Die Streitereien gingen immer weiter und wurden schlimmer und ich habs kaum noch ausgehalten und mein zu Hause einfach nur gehasst.
Mit meinem Stiefvater hatte ich auch nur Streit,ich hab ihn beschimpft und ihm soo oft gesagt,das er ausziehen soll,usw;was er natürlich nicht tat.
Meinen richtigen Vater interessierte all das nicht,ich interessierte ihn nicht (was immer noch so ist ^^)
Als ich 13 war,war es richtig schlimm.Nachts bin ich abgehauen und blieb die ganze Nacht mit Freunden weg,was meine Mutter auch irgendwann bemerkte.
Verbieten,das Haus zu verlassen konnte sie mir aber nicht,da ich ja mit meinem Hund mehrmals täglich rausmusste,wobei ich mich wieder mit Freunden traf und stundenlang wegblieb.

Aufgehört hat das alles,als ich 14 war.Meine Mutter und mein Stiefvater trennten sich,wir nahmen wieder den Kontakt zu meiner Familie (mütterlicher Seits) im Harz auf und ich lernte endlich,was das Wort Familie überhaupt bedeutete.

Meine Mutter und mein Stiefvater sind zwischendurch auch nochmal zusammengekommen,sind nun aber wieder seit einem 3/4 Jahr getrennt.Nächstes Jahr ziehen wir in den Harz und ich bin einfach nur froh,dass alles so gekommen ist.
Klar streite ich mich noch manchmal mit meiner Mutter,aber wir haben nun ein super gutes Verhältnis zu einander.Wir erzählen uns wirklich alles,ich zieh es vor,mit ihr auf Partys zu gehen,statt mit meinen Freunden und es tut mir einfach wahnsinnig leid,wie ich "damals" war und wie oft ich sie sehr verletzt habe...

Also,Ngoci,gib die Hoffnung nicht auf,dass es besser wird,auch wenn es schwer zu glauben scheint.Ich hätte damals auch nie gedacht,dass ich mal ein soo gutes Verhältnis zu meiner Mutter haben würde...
 
Barcelos

Barcelos

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Wer kennt das nicht? Wenn ich an die Zeit zurückdenke, dann kann ich mich zu gut daran erinnern, dass meine Mutter und ich uns fast täglich angebrüllt haben. Es liegt aber nicht nur an der Mutter/Eltern. Nur in der Zeit wo man das Problem mit der Mutter/den Eltern hat, sieht man seine eigenen Fehler natürlich einfach nicht. Ging mir ja nicht anders. Für viele Verhaltensweisen der Eltern kriegt mehr erst nach und nach Verständnis, für manche natürlich auch nie, weil man ja ein eigenständiger Mensch mit eventuell anderen Denkweisen ist. Ich hab auch immer gesagt "mit 18 bin ich weg". Ausgezogen bin ich dann letztendlich erst mit 22 (nach der Ausbildung, dann aber sofort), weil die Vernunft (Finanzen etc.) siegte. Kaum war ich ausgezogen, da haben wir uns auf einmal verstanden. Nicht mehr in der gleichen Wohnung zu hängen hat einfach alles verändert bei uns. Was natürlich nicht bei jedem klappt.
Kopf hoch, ich drück Dir die Daumen, dass Dein Verhältnis zu Deiner Familie bald wieder besser wird und wenn es richtig schwerwiegende Probleme sein sollten (wovon ich fast ausgehe, denn niemand schreibt so wie Du, wenn es nur um eine bestimmte Uhrzeit geht um die man daheim sein soll oder dergleichen), dann denk dran, dass es Stellen gibt wo Du Dir Hilfe holen kannst. Im schlimmsten Fall auch bevor Du 18 geworden bist. Gib also nicht auf, auf die ein oder andere Art wird sich Deine Situation auf jeden Fall verbessern.
 
Jucomi

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Ich möchte noch mal ganz pädagogisch antworten, dass das in dem Alter nicht nur normal ist, sondern auch ein Stück weit so sein MUSS, du beschreibst ja nicht, wie schlimm das bei dir genau ist ;)
Stell dir vor, wir wären nicht alle genervt davon, dass unsere Eltern uns ständig bevormunden, alles besser wissen, die Verantwortung für uns behalten wollen. Und stell dir vor, alle würden es toll finden, dass Eltern uns ihre Meinung als einzig richtig verkaufen wollen und uns endlos nerven.

Was gäbe es denn bitte dann für einen Grund, zu Hause auszuziehen? Man hat viel weniger existenzielle Sorgen, um das Wichtigste wird sich schon gekümmert... warum denn ausziehen und ne eigene Familie gründen? Wär doch völlig hirnrissig, wenn man zu Hause im Paradies lebt. Und in 2 Generationen wär die Menschheit ausgestorben, weil alle Kinder auf ewig bei Mama bleiben und den Schritt ins eigene Leben nicht wagen brauchen ;)
Die Pubertät und Abnabelung hat schon seinen Sinn, auch wenn es wirklich schwierig ist...
 
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