Das größte Geschenk im Leben, ist noch ein mal "leben" zu dürfen...

Diskutiere Das größte Geschenk im Leben, ist noch ein mal "leben" zu dürfen... im Regenbogenbrücke Forum im Bereich Tier Ecke; first ... denn das wichtigste, der vielen Dinge, die "Peanut" unvergesslich machten, war der Ausdruck in seinen Augen, als der Glanz darin wieder...
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grinsekatze

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denn das wichtigste, der vielen Dinge, die "Peanut" unvergesslich machten, war der Ausdruck in seinen Augen, als der Glanz darin wieder kam und das Leben in ihn zurück kehrte...! Das so erleben zu dürfen war sein Geschenk an mich zurück:
... Peanut war ein American Staffordshire mit erdnuss-braunem Fell. Er mochte keine anderen Rüden aber sonst fand er alles und jeden prima. Außer Bäume ausreißen und Zäune im Wattenmeer auseinander nehmen, konnte der Hunde-Opa keiner Fliege was zu leide tun. Was, wäre es anders gewesen, man ihm nichtmal hätte verübeln dürfen. Denn sein Alter, die fehlenden Zähne, der zu spät behandelte Kreuzbandriss und das leichte Übergewicht waren nur die kleineren Übel... Die ersten seiner Jahre kannte niemand, aber volle 8 Jahre seines Daseins hat Peanut im Tierheim verbracht!! Seine "liebsten" Freunde bzw. Menschen im Leben waren zeitweise ein nicht ganz bodenständiges Paar, das ihn ausführte und meistens regelmäßig übers Wochenende mit nach Hause nahm. Obwohl gut gemeint, machte es natürlich alles noch viel schlimmer. Denn ganz für ihn entscheiden wollten oder konnten sie sich nie. Peanut lernte alles über Ablehnung und Einsamkeit. Zwar kannte er auch die Freude, die er immer in sich hatte, wenn er die beiden wieder sah, aber gerade die schlug mehr und mehr ins Gegenteil um sobald er wieder alleine war. An den Wochenenden, an denen sie nicht kamen, fraß er nichts, er wartete nur...
Irgendwann sollte er aber doch noch Glück haben und nach seinem achten Jahr hinter Gittern entschied sich eine Dame mittleren Alters dazu, genau IHN mit zu nehmen. Geschafft, sollte man meinen. Doch es war genau die Art von Dame, die man als trockene Alkoholikerin bezeichnen musste, die immer alleine ihre kleinen Einkäufe machte und den Rest des Tages oder der Woche vor dem Fernseher auf der Couch verbrachte. Schön (also zu) warm war es in ihrer Wohnung auch immer. Zu essen gab es auch genug, auch für den Hund, ihm sollte ja an nichts fehlen. Das tat es offensichtlich auch nicht: Peanut bekam endlich was auf die Rippen, es gab einen Garten und er mochte sein neues Frauchen, sie brachte ihn ja auch nicht wieder zurück ins Tierheim. .. Leider waren aber nicht nur ihre Einkäufe klein. Weil sie den Rüden kaum halten konnte, wenn er andere Hunde sah, war jeder Spaziergang nur ein Mini-Spießroutenlauf. Das war wohl auch der Grund, warum ihr seine Verletzung nicht auffiel und er somit rund ein Jahr mit angerissenen Kreuzbändern rum laufen musste. .. Bald darauf, wie lange genau er bei ihr war weiß ich nicht, hatte sie das Arbeitsamt im Nacken. Sie sollte sich Arbeit suchen bzw. eine Umschulung wahrnehmen. Da der Kontakt zu einer Mitarbeiterin des Tierschutzes immer aufrecht gehalten wurde, wandte sie sich auch an diese. Allen war klar, eine Rückkehr ins Tierheim würde Peanut vermutlich nicht verkraften. Das war auch der Dame bewusst und das wollte sie ihm auch nicht antun. So bekam die gute Frau vom Tierschutz zu hören: "Ich kann ihn nicht behalten, er wäre dann den ganzen Tag oder tagelang alleine. Du musst ein neues zu Hause für ihn finden. Wenn sich in zwei Wochen keines gefunden hat, muss ich ihn einschläfern lassen." ! ... Die Reaktion am anderen Ende der Leitung kenne ich nicht. Aber ich weiß der guten Frau vom Tierschutz lag viel an diesem Hund und demnach sind auch die Aushänge mit herzzerreißendem Text und passendem Foto entstanden.
Als ich einen dieser "Neues-Zu-Hause gesucht-Flyer" gelesen hatte, welcher mich wirklich traurig machte, war mein erster Gedanke, dort anzurufen. Mein Unterbewusstsein wusste allerdings wohl schon vor mir, dass ich einen neuen Hund bekommen werde: den Flyer hatte ich nämlich direkt mitgenommen. .. Durch den war mein damaliger Partner dann auch direkt überzeugt und ein Telefonat und einen Tag später lernte ich meine "Erdnuss" kennen. Er wurde von der Besitzerin zusammen mit der Frau vom Tierschutz gebracht. Nachdem es mit ihm und unseren Hündinnen nach einem Park-Spaziergang überhaupt keine Probleme gab, entschieden wir gemeinsam, dass der kleine auch direkt über Nacht bleiben kann. Gesagt, getan. Widererwarten konnte sein altes Frauchen nicht ganz ohne Tränen gehen. .. Am nächsten Tag wollte ich ihn natürlich nicht mehr her geben. Er hatte, neben mir auf dem Sofa liegend, eine Art, so langsam und vorsichtig näher zu kriechen wobei er seinen Kopf unter meinen Arm schob, dass man meinte er wolle damit etwas sagen, ja es schien, als wolle er sagen: "Dann kann mein Leben ja jetzt beginnen".
Und das tat es. .. Er war bereits 13 oder 14 Jahre alt als er zu mir kam und seine Augen waren leer, völlig glanzlos, denn dahinter war alles Licht erloschen, keine Erwartungen mehr die es hätten Leuchten lassen können. .. Doch von nun an muss jeder Tag wie ein Jahr für ihn gewesen sein. .. Denn eine einzige Woche später war er nicht wieder zu erkennen. Wenn man ihn jetzt ansah, war genau das zu sehen, was vorher fehlte, es hinterließ nicht mehr diese Leere in einem selbst wenn man ihn erblickte. Denn da war Leben! In seinen Augen war ein wahres Funkeln zu sehen. Noch immer sehe ich ihn so vor meinem geistigen Auge und freue mich mit ihm.
Auch die Tierschützerin konnte diesen raschen Wandel kaum glauben und war froh ihn so zu sehen.. Seine ehemalige Besitzerin durfte weder Kontakt mit uns aufnehmen noch den Hund wiedersehen. Es stellte sich sogar heraus, dass sie keine Umschulung machte, sondern lediglich an einer Maßnahme des Arbeitsamtes teilnehmen musste, die nur wenige stunden täglich dauerte. Somit halfen ihre Beteuerungen, weinend am Telefon, dass sie Peanut doch so vermissen würde und ihn doch nur noch ein mal wieder sehen wollen würde, der Tierschützerin gegenüber erst recht nichts mehr.
Für unsere "Erdnuss" konnte jetzt nur noch alles besser werden. So begann auch sein Fell zu glänzen, sein Appetit normalisierte sich und durch angebracht viel Bewegung nahm er ab und sah nach einigen Wochen aus wie ein gesunder "fitter" Hund. Möglicherweise verlor er auch noch 2 oder 3 Zähne und das Zufüttern eines Zusatzfutters für seine Gelenke blieb auch nicht aus, aber Peanut genoss das Leben und wurde von allen ins Herz geschlossen.
Zudem zog ich wenige Monate später samt ihm und meiner Hündin zurück in mein Elternhaus, was für die Hunde ein großes Haus und ein riesiges Grundstück bedeutete. Umso schöner wurde der noch vor uns liegende Frühling, ebenso unser 2. gemeinsamer Sommer, der sich mit seinem Ende erstaunlich lange Zeit lies. Mein Verlobter und ich nutzten diesen um in unsere erste gemeinsame Wohnung zu ziehen. Für Peanut war das alles eine aufregende Sache, selbstverständlich, denn er war ja dabei - er gehörte dazu. Da ließ sich nicht mehr dran rütteln. Wir wussten das und gaben ihm so viel Sicherheit, wie er brauchte. Und ich hatte noch in kein zufriedeneres Hundegesicht gesehen. ..
Doch als bald der Herbst sich zu verabschieden begann, war es nicht nur das Wetter, dass sich trübte... Peanut hatte schon etwas abgenommen und er fror draussen schnell, als er es eines Tages nicht mehr bis raus aus der Tür oder gar bis zur Tür schaffte und plötzlich dort pinkelte wo er grad stand - erst noch nur im Flur, später auf dem Sofa... "Und ich bitte dich, Peanut, verzeih!" Es tut mir noch immer so unendlich leid, anfangs geschimpft zu haben. Das es eine Blasenentzündung sein könnte, haben wir nicht bedacht. .. Nur (!) eine Blasenentzündung. Er überstand diese und wartete mit uns auf unseren 2. gemeinsamen Winter. .. Leider nahm er seither kein Gramm mehr zu. Doch wenn er nicht gerade mit seinem Mäntelchen draussen zitternt in der Kälte stand, sah er uns noch immer mit leuchtenden Augen an. Auf dem Sofa kuschelte er sich weiterhin "unbemerkt" aber fest an uns an - nun aber immer öfter - und er war zufrieden, müde, aber zufrieden... Als er noch eine Blasenentzündung bekam, wurden meine Sorgen in mir ganz laut... Das so unbemerkt bereits ein ganz langsames Organversagen eingesetzt haben könnte, konnte niemand ahnen.. .außer ihm selbst... schließlich hatte er ja bereits begonnen sich ganz langsam von uns zu verabschieden...
Am 03.01.2012 war sein dritter Todestag, der leider doch früher kam, als wir uns alle für ihn gewünscht hatten... Gedankt hat er uns mit jedem Moment in dem er bei uns war und es war wundervoll ihn gekannt zu haben. Es war eine schöne Zeit und eines der besten Dinge, die ich je getan habe! Und ich würde sowas jederzeit wieder auf mich nehmen!

 
29.01.2012
#1
A

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Guest

Kennst du schon die Warehouse Deals? Amazon bietet hier zurückgesandte und geprüfte Ware deutlich billiger an.
Dort gibt´s das auch speziell nur mit interessanten Dingen aus dem Haustierbedarf. Was haltet ihr davon?
Knopfstern

Knopfstern

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ich sitz hier grade und weine.
Du hast das so schön berührend geschrieben.
Es tut mir so leid, das er nicht länger bei euch sein durfte.
Aber ihr habt ihr gezeigt, was liebe ist.
Die schönste Zeit, seines lebens.
Jeder Hund sollte so ein Leuchten haben, jeder.*seufz*

Hast du bilder von ihm?
Ich würde so gerne in Bild sehen.

Traurige grüsse, Sanni. :(
 
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grinsekatze

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DANK DIR ... und .. ich musste, während ich das hier schrieb, 2 Pausen machen...
das waren dann auch wieder mehr als nur ein paar Tränen ...

hier eine kleine Auswahl:


pea.jpgpea_.JPGpeanut.JPG

"I will never forget you, peanut!"
 
Knopfstern

Knopfstern

Moderator
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wow, danke für die Bilder.
Ich mag solche Hunde.
Breiter Kopf, breite Schulter...eben diese"Kampfschmuser".
Ein Traumhaft hübscher Kerl.

Ruhe in frieden.
Und passe immer auf deine Mama auf.

traurige grüsse, Sanni.:(
 
Zworgli

Zworgli

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hach... das ist wirklich wunderschön geschrieben, grinsekatze..
und danke für die bilder, die hab ich mir auch gerade gewünscht, als ich den text fertig gelesen hatte..
machs gut lieber peanut.. du hattest ein trauriges schicksal, doch zum glück hat es sich doch noch zum guten gewendet..
ruhe in frieden! :059:

mein beileid grinsekatze, aber du hast dein bestes getan, und diesem wunderschönen kerl ein schönes zuhause gegeben! :clap:
 
Willi-M

Willi-M

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Auch von mir noch mein Beileid und Peanut alles Gute im Regenbogenland.
Deine Geschichte bzw. die Geschichte von Peanut war wirklich berührend.
Du wirst Peanut immer in Deinen Erinnerungen und in Deinem Herzen weiterleben lassen.

LG

Willi

Man lebt zweimal: das erste Mal in der Wirklichkeit,
das zweite Mal in der Erinnerung.
(Autor: Honoré de Balzac)
 
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grinsekatze

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Ich danke euch allen ... und in Peanuts namen auch "Danke!" !
 
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