Frühkastration beim männlichen Meerschweinchen

Diskutiere Frühkastration beim männlichen Meerschweinchen im Meerschweinchen Gesundheit Forum im Bereich Meerschweinchen Forum; Hallo zusammen, aus gegebenem Anlass will ich euch einfach mal teilhaben lassen an meiner Erfahrung mit dem Thema Frühkastration. Am Donnerstag...
Tompina

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Hallo zusammen,

aus gegebenem Anlass will ich euch einfach mal teilhaben lassen an meiner Erfahrung mit dem Thema Frühkastration.
Am Donnerstag rief mich ein Bekannter an und meinte er habe ein Meerschweinchenwaise von Freunden bekommen.
3-4 Wochen alt und männlich. Ich bin natürlich sofort hin und habe den Kleinen geholt.

Leopold, so heißt er nun, wiegt 260g und ist putzmunter.
Ich füttere ihn momentan noch mit einer 50:50 Mischung aus Cimilac und Critical Care zu,
aber er frisst auch schon wie ein Scheunendrescher am Frifu und am Heu. :D

Ich bin gleich mit ihm zum TA, mit dem Gedanken im Hinterkopf,
dass es eine Frühkastration jetzt noch möglich sein müsste.
laut Literatur und Internet, sollten die Jungs um die 3 Wochen alt sein, bzw. 250-300g wiegen. Mein TA war zunächst kritisch,
aber da der Kleine wohl auf und quietschfidel war, hat er mir gleich für Freitag einen Termin gegeben.

Dank Inhalationsnarkose war der kleine Mann dann am Freitagmorgen schon binnen 3-4min eingeschlafen.
Die Hoden "rutschten" in Position, zwei kleine Schnitte, Hoden raus, schnipp und ab.
Maske runter und nach 10min auf Wärmekissen und unter ständiger Beobachtung saß Leopold schon wieder aufrecht.

Er hat schon eine halbe Stunde nach der OP wieder gefressen, gepullert und geköttelt wie ein Weltmeister
und durfte dann nach einer Nacht auf Handtüchern heute Morgen zu meiner Bande ziehen.

Wenn der TA weiß was er tut, Inhalationsnarkose verwendet und von Meeris Ahnung hat, ist die Frühkastration
ein super Weg für ungewollten/verwaisten Nachwuchs, den man dann so bei der Mutter/den Schwestern und "Tanten"
belassen kann, die kleinen Kerle wachsen in einem Gruppengefüge auf, lernen das Wichtigste fürs Leben, können auch
noch bis zur 5. Woche bei Mama trinken (wenn diese sie denn lässt...;)) und müssen nicht auf der Stelle und sofort
vermittelt/einzeln gesetzt werden!

Leopold war sichtlich erschrocken über die Schar neuer Mitbewohner (er hatte wohl ne Mama und ein Geschwisterchen, die aber
beide gestorben sind...:(), aber meine Herzensschweinchen waren angemessen nett zu ihm und Laviana und Valerie haben nun
Verstärkung im Kindergarten bekommen, was sie sehr zu freuen scheint, zumindest rasten sie heute Nachmittag zu Dritt buckelnd
und popcornend durchs Gehege und lagen dann einträchtig nebeneinander im Heu. :D

Zwar scheiden sich manchmal grade in TA-Kreisen die Geister beim Thema Frühkastration,
ich finde jedoch es ist, zumindest mit Gasnarkose, ein vertretbares Risiko.

Vielleicht hat ja jemand von euch auch schon Erfahrungen sammeln können auf diesem Gebiet?
*neugierig in die Runde guck*
 
18.02.2012
#1
A

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Guest

Hast du schon mal einen Blick in Heimtier und Patient von Birgit geworfen? Natürlich ersetzt dies keinen Besuch beim TA, aber vielleicht hilft dir das ja dennoch weiter?!
Chrissii89

Chrissii89

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Ich habe auch meinen B.A. kastrieren gelassen.
Das war in der ehemaligen Tierklinik kein Problem.
Nur hatten die dort nicht wirklich verstanden, dass er frühkastriert werden sollte und auch abgetastet wurde dort, wo die Hoden mal sein sollten.
Da wurde gesagt, dass die ziemlich klein sind. Also müssen die wohl schon in seinem jungen Alter abgestiegen sein.
Das war ziemlich verwirrend.

Das war vor einem Jahr und es geht ihm prächtig mit den anderen Mädels zusammen
 
Kendra

Kendra

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Ich war davon noch nicht betroffen, und bin mir auch nicht sicher ob meine (ansonsten sehr gute) TA das machen würde.
Interessant finde ich zu dem Thema den Artikel http://www.sos-meerschweinchen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3447 von Wildkätzchen. Ganz unten gibt es dann noch einen Link wo man sich das Ganze sehr genau angucken kann. http://www.tierklinik-achim.de/Fruehkastration_eines_Meerschweinchenboeckchens.pdf

Vll. ist das auch mal ein Thema das man bei seinen TAs ansprechen könnte??
 
O

oioioink

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also ich hab das einmal machen lassen, und hatte auch den eindruck, dass die ganze sache sehr unproblematisch für mein böckchen war. der war innerhalb kürzester zeit wieder fit, und die wunde war so klein, die hat man kaum gesehen. meine ta hat auch nicht genäht, weil grade junge meerschweinchen anscheinend eine sehr gute wundheilung haben.
risiken der narkose kann ich natürlich nicht abwägen, aber ich habe mir gedacht, wenn man so kleine tiere wie mäuse oder hamster narkotisieren kann, sollte das bei einem 250g-meerschweinchen auch einigermaßen sicher sein.
ich würde das auf jeden fall auch wieder so machen, weil mein böckchen dadurch bei seiner mama und schwester bleiben konnte, und jetzt als herr im hause in meinem gehege residiert :)
allerdings hat er, wie ich finde, keinen sehr ausgeprägten "sexdrive", und ist auch relativ schmächtig. inwiefern das von der frühkastration kommt, kann ich aber nicht sagen, er war schon so ein würstchen als er auf die welt gekommen ist (~50g)..
 
Tompina

Tompina

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Ich denke das Narkoserisiko ist schon etwas, was man nicht verdrängen sollte,
aber ich sehe nun auch wie schön Leopold in der Gruppe aufgenommen wurde.
Er hat Nepomuk als "Vaterfigur" und Gonzo (3 Monate) als weiteres "Vorbild".
Und trotzdem noch Weibchen um sich herum.

Gonzo ist zwar kein Frühkastrat im eigentlichen Sinne, er war schon geschlechtsreif,
aber er war sicher auch jünger als die meisten Böcke bei ihrer Kastra sind und
bisher kann ich nicht sagen, dass er mickerig wäre...er hat schon über 700g...:shock:

Ich hoffe ja auf einen reinen Mädchenwurf bei Katinka, da ich dann gar nicht kastrieren müsste
und mich auch nicht trennen müsste...*hust* Aber bei einem Geschlechterverhältnis von
50:50 sind meine Hoffnungen eher unrealistisch...;) Und ich finde es schön zu wissen,
dass die Kleinen dann bei Mama bleiben können und auch noch trinken können etc.
was ja bei Trennung und Vergesellschaftung mit einem erwachsenen Bock nicht gegeben ist.

Ich denke wichtig ist auch ein in Bezug auf Meeris narkoseerfahrener TA und die Gasnarkose,
mit Injektionsnarkose ist für mich eigentlich jede OP am Schweini ein No-Go, aber bei
so einem Winzling noch drei Mal mehr, zumal das Gas ja super wirkt bei so einem Wichtel.

@Kendra: Die Artikel hab ich meinem TA auch schon gezeigt. Ich denke, es ist wie mit allen
Themen, an denen sich die Geister scheiden ohne eigene Erfahrungen, ist es schwer etwas
dazu zu sagen...
 
Tompina

Tompina

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Sodele, Frühkastrationskanidat Nummer zwei hat am Donnerstagmorgen meine persönliche Statistik erweitert...:D

Konstantin kam mit auf den Tag genau 3 Wochen und einem Gewicht von 225g unters Messer.

Er scheint ein "echter Kerl" zu werden, denn er kämpfte ungewöhnlich lange gegen die Narkose der kleine Stinker...immer wieder ging das Köpfchen wieder hoch, er schüttelte sich und wehrte sich mit allem was er hatte gegen das doofe Einschlafen "in der Röhre"...:roll: Leopold ist dann wohl ein echtes Weichei, den hat es schließlich schon nach wenigen Minuten "umgehauen"...*pfeif*

Narkoseverlauf und Kastration waren unauffällig, binnen 10min war schon wieder alles verschlossen und der kleine Mann konnte sich ans Aufwachen machen. Da hat er dann für einen kleinen Herzstillstand meinerseits gesorgt, als er kurzzeitig (maximal 20s, aber es kommt einem vor wie eine Ewigkeit...) aufhörte zu atmen, zumindest hatte ich den Eindruck und meine Kollegin beim TA auch...nach einem kurzen Schütteln war er dann aber wieder da und biss mich dann auch gleich in den Finger nach dem Motto "Hast du sie noch alle?"...*puuuuh*

Innerhalb von weiteren 10min war er dann schon wieder so wach, dass er seine Schwester drangsalieren konnte und nach Mama brüllen, sodass ich auch bei Klein-Konstantin sagen kann: Alles gut gegangen! :D

Er fraß und trank auch gleich wieder wie ein Scheunendrescher und Mama Katinka hat sich sogar dazu herabgelassen ihn nochmal nuckeln zu lassen (obwohl sie sie eigentlich nicht mehr wirklich an die Zitzen lässt...naja Kara-Lina will auch gar nicht mehr, aber der kleinen Herr ist halt ein echtes "Mamasöhnchen"...:lol:), was ihn ganz glückselig machte und er daraufhin erstmal ne Runde popcornend durchs Gehege raste, nur drei Stunden nach der OP...mal schauen wie lange Katinka ihn noch lässt, da er ja nun bei ihr bleiben kann, wird er es vermutlich noch ne ganze Weile versuchen...;)
 
Kendra

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Ach das kleine Kerlchen! Schön das er es so gut gepackt hat. :clap:
 
Tompina

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So, nun habe ich hier den lebenden Beweis in zweifacher Ausführung, dass Frühkastraten trotz allem "echte Kerle" werden können!
Katinka und Serafina sind beide gerade brommselig und wer versucht die Damen zu beglücken? ;)

Nein, nicht Mister Bombastic alias Nepomuk und nein, auch nicht Mister Macho alias Gonzo, sondern:
Klein-Leopold und Klein-Konstantin! :lol:

Und wie sie das machen, zu herrlich! Wackeldackelgang, tiefes Gurren und dann hinterrücks mit Schwung ab auf die Ladys...:shock: Wobei Konsti sich Sera vorgeknöpft hat und Leopold sich an Katinka versucht - ich schmeiß mich hier echt grad weg...:082:
 
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Nino87

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Also seit Donnerstag sind meine beiden Meeries auch kastriert. Die beiden sind 5 Monate alt und haben auch alles gut überstanden. Die haben auch die ganz normal Narkose bekommen und danach eine Spritze um Wach um wach zu werden. Ging eigentlich schnell, musste sie um 8 uhr da hin bringen und um 16 Uhr durfte ich sie nach Hause mitnehmen. Die haben zwei Kleine Narben und Fäden jeder zwei. Ansonsten waren sie den Tag sehr ruhig und den anderen Tag auch, danach ging es denen wieder sehr gut. Aber sie haben sofort gegessen und getrunken.
Die erste Nacht haben sie auf Decken geschlafen und jetzt wieder im normalen Kleintierstreu. :)
 
Tompina

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So, auch hier ein weiteres Update.

Frühkastrations-Kanidat Nummer 3, hat es diese Woche hinter sich gebracht, die "Eierchen" zu lassen.
Mein TA ist inzwischen vollkommen begeistert vom Thema Frühkastration, trotz anfänglicher Zweifel beim Anblick der Winz-Schweine und der Super-Mini-Eierchen...:mrgreen:

Die kleinen Kerle sind drei Mal so schnell fit nach der Narkose wie ein adulter Bock, die Wunde ist schon am zweiten Tag praktisch verschlossen und zu. Die Fäden können meistens schon nach 5-6 Tagen raus, anstatt nach 10-11 Tagen. Und die Zwerge fressen schon kurz nach der OP wieder wie normal, rennen rum und sind fidel.

Also, wenn ein TA das Narkosemanagement beherrscht, ist das echt ein Kinderspiel.
Auch wenn es für den TA ein "Gefummel" ist, weil alles so klein ist...:lol:

Nächste Woche ist dann mit Elias, mein Kanidat Nummer 4 am Start und mein TA darf weiter üben. ;)
 
Kendra

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Mal eine Interessensfrage, hat dein TA Erfahrung mit Wundkleber?? Ich finde das nach wie vor eine tolle Idee die Kastrawunden mit Kleber zu verschließen weil sie da nicht an die Naht können.
 
Tompina

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Also er hat das wohl mal eine zeitlang in einer anderen Klinik (bei der er extern mitgearbeitet hat) kennengelernt, ist aber nicht so begeistert davon...:roll: Er meint, dass er die Erfahrung gemacht hat, dass gerade bei kleinen, agilen Tieren wie Nines und Meeris alleine durch den Bewegungsablauf wohl so manche geklebte Wunde wieder aufging...

Er macht bei ner Bockkastration auch pro Seite nur einen Knoten quasi, mit ganz feinem Faden. Bisher hat sich da noch keiner meiner Böcke die Wunde wieder aufgemacht, lediglich den Fall, dass nach drei Tagen beide Fäden rausgezogen waren hatte ich schon. Allerdings war da die Wunde trotzdem noch zu und es nichts weiter passiert...auch Kastrationsabzesse oder Ähnliches hatte ich bei jetzt schon *rechen, rechen, rechen* 16 Bockkastrationen bei diesem TA nur einmal, und das in sehr schwacher Form - drei Tage AB und Spülen und gut war's.
 
Kendra

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Ist gut zu wissen, ich find den Wundkleber ja gut, aber das mit dem einen Faden klingt auch gut. Ich weiss auch das manche nur die Wundränder zusammenpressen und auch das scheint zu funtionieren. ;) Im Grunde wärs dir ja wohl lieber wenn du erst gar nicht soviele Kastras hättest. :mrgreen:
 
Tompina

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Och, mein TA bekommt durch mich komplette Routine, was Bockkastras und Trächtigkeitsvor- und nachsorge angeht...ist doch auch was...:roll:
Und dank der interessanten Erkrankungen, die sich die Terroristen sonst so ausdenken, meinte er letztens sogar: Dank Ihnen werde ich wohl spätestens nächstes Jahr ein Fachbuch über Meerschweinchen schreiben müssen...:mrgreen: Ich meinte nur: Ja, sehr gerne! :cool:

Das mit den Wundrändern zusammen drücken, macht man wohl gerade bei jungen Böckchen, da die eine "saugute" Wundheilung haben, was ich nur bestätigen kann. Mein TA geht aber dann doch auf Nummer sicher und knotet es einmal zu. Ich hatte auch bei größeren Nähten (Talgdrüsen ex, Abszesse ex etc.) bisher bei meinen Meeris - Gott sei Dank - noch keine knabber- und fadenfressverrückte Rosine dabei...bei den Nines hatte ich nach fast jeder Kastra (zumindest bei den Mädels) den "Spaß", dass etwas offen war...
 
Tompina

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So, auch hier nochmal ein Update:
(für die nächste Zeit dann hoffentlich das letzte...:roll: *auf die Bockansammlung in meinem Gehege schiel*)

Elias war letzte Woche dran mit Eier ab und auch bei ihm - alles paletti! :D
Das Ganze war ne Sache von einer knappen Stunde - hingebracht, kurz Gassi mit den Hunden, Schwein wieder abgeholt, zu den anderen gesetzt und nach zwei Stunden rannte das kleine Eli-Monster schon wieder fröhlich kreischend im Kreis und ging seinen Schwestern auf die Nerven...:mrgreen:
 
Kendra

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Es schon auch gut so, das wenigstens bei den Kastras immer alles gut läuft. bei der Menge die du hast. :mrgreen:
 
Tompina

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Ich dachte, hier ist es auch mal wieder Zeit für einen Zwischenstand, da mein "ältester" Frühkastrat Konstantin, ja in ein paar Tagen 1 Jahr alt wird. :D

Ich kann bei allen drei Frühkastraten Konstantin, Elias und Elvis weder eine eingeschränkte Entwicklung, noch unnormales Verhalten oder Ähnliches beobachten. Vielmehr kann ich sagen, dass die Frühkastration bei allen drei das Beste war, was ich machen konnte, da sie bei Muttern bleiben konnten, in der Gruppe groß geworden sind und nun schon als Vierer-Kastraten-Gruppe (1 Altkastrat, 3 Frühkastrat plus momentan 9 Mädels, bald 13) immer noch friedlich zusammenleben, obwohl man nicht behaupten kann, dass aus den kleinen Rackern keine "echten Männer" geworden sind. ;)

Ich pinne das Thema jetzt mal oben an und hoffe auf weitere Erfahrungsberichte, nützliche Links etc., damit möglichst viele kleine Schweinejungs die Chance bekommen auch noch mit 6 Wochen bei Mama zu trinken und auch noch mit 8 Wochen mit Schwestern und Brüdern zu flitzen um dann gut sozialisiert und fürs Leben gewappnet in ein neues Zuhause zu ziehen, sofern schon ein Kastrat in der Gruppe vorhanden ist. :)
 
~Tigerente~

~Tigerente~

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Hallo,

hier würde ich mich gerne mal einlinken. Hoffe das passt auch hier rein, wenn nicht entschuldigt bitte :uups:

Ich vor zwei Wochen ein Gespräch über Frühkastrationen bei Meeris mit meiner TÄ hatte. Sie musste einen Hausbesuch machen, da meine Hündin einen Herzinfarkt hatte (andere Geschichte) dann sah sie das Meeri Gehege und den kleinen Wolke. Wolke habe ich im Oktober von Privat als Frühkastrat übernommen. Er wurde damals von der Vorbesitzerin mit Haferflocken zugefüttert da er ziemlich wenig wiegt. Wolke ist bisher immer noch der dünnste, allerdings auch jüngste in meiner Truppe. Er wiegt gerade etwas über 800g und ist für einen Kastraten auch sehr klein wie ich finde. Er ist jetzt 6 Monate alt.
Da ich selber in meinem Bekannten/Freundeskreis keinen habe der ebenfalls Meeris hält bzw. einen Frühkastraten hat, weiß ich nicht ob das bei denen normal ist oder ob Wolke da einfach eine Ausnahme ist.

Meine TÄ sagte sie hat die Erfahrung gemacht, dass die meisten Frühkastraten klein bleibend sind und weniger wiegen als normal kastrierte. Sie sagte das sei auch nicht ungewöhnlich da durch eine Frühkastration die komplette Entwicklung des Tieres gestoppt wird. Sie selber macht deswegen die Frühkastrationen ungern und hält auch nicht viel davon.

Welche Erfahrungen habt ihr mit euren Frühkastraten? Sind sie normal entwickelt für ihr Alter? Stimmt Größe und Gewicht annähernd zu des eines normal kastrierten Bock?

Freue mich auf Antworten.

Grüße
Kathrin
 
Tompina

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Hallo,

natürlich wird die Entwicklung gebremst, aber sicher nicht komplett gestoppt.
Testosteron und andere "männliche Hormone" werden nämlich bei allen Säugetieren nicht nur in den Hoden produziert, sondern auch z.B. in den Nebennieren, sodass dem Körper zwar weniger "Männlichkeit zufließt" und damit sicher keine 1,5kg Böcke am Ende herauskommen, aber die Böcke sollten sich ansonsten vollkommen normal entwickeln!

Welche Erfahrungen habt ihr mit euren Frühkastraten?
Sind sie normal entwickelt für ihr Alter?
Stimmt Größe und Gewicht annähernd zu des eines normal kastrierten Bock?


Ja sind sie. Die Gewichte liegen bei allen drei zwischen 800g und 990g, die 1000g-Marke hat noch keiner geknackt.
Konstantin ist zwar der älteste der drei Frühkastraten (24.02.2012), aber auch der Körpergrößen "kleinste.
Wobei ich das nicht auf eine verzögerte oder gar gestoppte Entwicklung zurückführe, sondern darauf, dass er im Rang innerhalb der 4 Böcke der Gruppe meines Erachtens nach der Rangniedrigste ist. Elvis (Ende Juni 2012) ist nach Nepomuk auf Platz 2, er "knackt" auch ganz sicher dieses Jahr noch die 1kg-Grenze, Elias (04.07.2012)ist so ein "Mittelding" zwischen Elvis und Konstantin.

Zum Vergleich: meine Vermittlungsjungs, alle nicht frühkastriert, sondern erst mit ca. 3 Monaten, liegen bei ca. 850g bis 1100g und die sind alle Mitte/Ende Januar 2012 geboren, also auch nochmal älter als Konstantin und der liegt gewichtsmäßig definitiv trotz seiner "Mickrigkeit" im Vergleich zu den anderen beiden Frühkastraten auf Augenhöhe mit den Nicht-Frühkastraten.

Je nach Abstammung, Alter der Mutter, genetischer Disposition kann auch ein "spätkastrierter" Bock ein absoluter Mickerling bleiben. Für die Entwicklung spielen nicht nur die Hormone, sondern eben auch der Zustand der Mutter während der Trächtigkeit / Säugezeit, deren Alter, deren Gesundheit, die Fütterung der Jungtiere etc. pp eine wichtige Rolle.

Gerade was das längere Säugen angeht, denke ich hat sich das auf meine drei Jungs sehr psoitiv ausgewirkt, Konstantin hat mit 8 Wochen noch bei Mama ab und an genuckelt und Elias war bis zur 6. / 7. Woche noch am Milchtrinken. Das wäre ohne Frühkastration nicht möglich gewesen! Gibt man natürlich die frühkastrierten Zwerge schon mit 3 -4 Wochen ab oder lässt sie trotzdem nur beim Vater oder nur bei der Mutter aufwachsen, hätte man die Frühkastration den Zwergen auch ersparen können...gerade das Aufwachsen in einer großen Gruppe und die Angabe erst, wenn sie nicht mehr trinken (was von Tier zu Tier sehr unterschiedlich sein kann) sind ja der Grund weshalb ich persönlich die Frühkastration befürworte!
 
S

Stanzerle

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Hallo,

wir haben inzwischen ca. 400 Frühkastrationen durchführen lassen, der kleinste Kerl war 3 Wochen alt und wog 180 Gramm.

Es gab einen Todesfall, der aber nicht in der Kastration bzw. Narkose bedingt war, sondern in der durch Inzucht hervorgerufene Verwachsung der Harnröhre.

Zur Entwicklung ... es gibt keinerlei Unterschied zu Spätkastraten, manche Böcke werden mit acht Weibchen locker fertig (natürlich nicht in diesem Alter und erst nach Erlernen des nötigen Sozialverhaltens), manche sind bei zwei gerade richtig. Eine vernünftige Sozialisierung kann unserer Meinung nach nur im Gruppenleben von Statten gehen, von daher gäbe es für uns keine Alternativen zur Frühkastra und die sind ja auch nicht nötig.

Unsere Stamm-TÄ arbeitet mit Triplenarkose, die Jungs sind 30 Minuten nach der Kastra total fit und man kann sie sofort zurück in die Gruppe setzen.

Viele Grüße
Conny
 
Thema:

Frühkastration beim männlichen Meerschweinchen

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