Tierschutzgesetz - Haben Tiere Rechte ?

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L.auR.a

L.auR.a

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Hallo,
ich arbeite gerade an einem Englisch-Referat mit dem Thema: Haben Tiere Rechte?

Dabei möchte ich die juristische und die ethisch/moralische Seite ausarbeiten...
Nun habe ich mir das Tierschutzgesetz
teilweise durchgelesen.
Der Anfang klingt ja ganz nett; es soll Verantwortung für das Tier übernommen werden und natürlich soll es artgerecht behandelt werden.
Doch wenn man weiterliest, steht dort, dass das Bundesministerium bemächtigt ist, 'insbesondere Vorschriften' zu machen.

Das heißt doch, dass sie sich alles zurechtlegen können, um für das Töten von Tieren zur 'Lebensmittelherstellung', das Stopfen und Rupfen von Gänsen, Tierversuche und alle anderen schrecklichen Dinge nicht belangt zu werden.

Ich persönlich denke, dass das eine ziemliche Verar**he ist.

Was haltet ihr davon?
 
28.05.2012
#1
A

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Guest

Kennst du schon die Warehouse Deals? Amazon bietet hier zurückgesandte und geprüfte Ware deutlich billiger an.
Dort gibt´s das auch speziell nur mit interessanten Dingen aus dem Haustierbedarf. Was haltet ihr davon?
Pewee

Pewee

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Huhu,

soweit ich den Büchern, die ich gelesen habe, vertrauen kann, ist beispielsweise die "Forschungsfreiheit" höher angesetzt als der Schutz des Tieres. Damit sind die meisten Tierversuche erlaubt. Wobei es neulich irgendwo hieß, dass Versuche an bestimmten Affenarten in Deutschland wohl verboten werden sollen. Leider hab ich bisher noch nicht die Zeit gehabt, da genau zu recherchieren.

Im Prinzip ist es so, dass das Tierschutzgesetz schon ziemlich löchrig ist. Es gibt viele Dinge, die reine Auslegungssache sind. Ich denke aber nicht, dass man mit allem durchkommt, dafür ist das Thema in Deutschland schon zu präsent, wobei natürlich immer noch Vieles möglich ist. Andererseits will ich das Tierschutzgesetz hier auch nicht verteufeln. Es geht zwar besser, aber auch wesentlich schlechter, wenn man sich mal andere Länder anschaut. Worüber ich mich eher aufrege, ist die Durchsetzung. Zu viel Tierquälerei, die offensichtlich eine ist, findet noch keinen Kläger und dann gibt es auch keinen Richter. Und wie gesagt, sobald es um Stützpfeiler des Landes geht - wie die Forschung - ist man sich für nix mehr zu schade.

Ob damit aber das Rupfen und Stopfen von Gänsen erlaubt ist... gute Frage. Was sollte es für Vorschriften geben, die das erlauben könnten, die NICHT fadenscheinig sind? Mir ist zumindest nicht bekannt, dass es noch in Deutschland gängig betrieben wird, aber da kenn ich mich um ehrlich zu sein auch nicht gut aus.

Ich denke nicht, dass es eine ganz große Lüge ist. Das Tierschutzgesetz ist einfach furchtbar alt und wurde in den Grundzügen vor zich Jahren mal entwickelt. Damals lief alles noch ganz anders - auch was das Bewusstsein der Tiere angeht. Es bräuchte mal eine Runderneuerung auf dem neusten Stand.

Darf ich fragen, welche Literatur du für dein Referat verwendest? :)
 
*Collie*

*Collie*

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Huhu,

diese Seite dürfte ganz interessant für dich sein: http://www.tierimrecht.org/index.php Klick dich dort einfach mal rum ;).

Auch das Töten von Tieren zur Lebensmittelgewinnung unterliegt (strengen) Auflagen, so gilt es beispielsweise unnötiges Leid zu vermeiden. Inwieweit das zutrifft, ist dann allerdings eine andere Sache. Lebendrupfen ist in Deutschland soweit ich weiß schon lange verboten, für das Stopfen gilt ähnliches.

Tierversuche sind so eine Sache:roll:, aber auch hier ist eben nicht alles erlaubt.
 
H

Hundenase

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Wir in Deutschland haben im Europavergleich ein gutes Tierschutzgesetz (wirklich besser sind eigentlich nur die Schweiz und Österreich). Lebendrupfen und Stopfen ist in Deutschland schon länger verboten, ohne wenn und aber.
Tierversuch ist nicht gleich Tierversuch. Das gibt es große Unterschiede und jeder muss vor einer Ethikkommission vertreten und genehmigt werden. Dafür muss man einen einige Seiten langen Bericht schreiben, in dem aufgefasst wird, warum man den Versuch macht, jedes Detail des Versuches, was mit den Tieren während des Versuches passiert und natürlich auch wie der Versuch für die Tiere endet und auch die Unterbringung der Tiere während des Versuchs. Es können auch einzelne Passagen geändert werden müssen etc. und dann bekommt man einen festgelegten Rahmen, was man machen darf und was nicht und wie lang der Versuch maximal dauern darf.
Kurzum: nur weil man ein Labor und Tiere hat und schon 100.Versuche durchgeführt hat, darf man nicht einfach loslegen und den nächsten Versuch durchführen.

Das Tierschutzgesetz wird ständig erweitert, z.B. seit diesem Jahr ist die Käfighaltung von Legehennen verboten.
 
E

EPetras

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Hallo, Du hast vollkommen Recht - es ist eine Ver....sche.

Genaue Informationen dazu findest Du z. B. bei der Organisation "Menschen für Tierrechte" www.tierrechte.de oder auch bei dem Verein, wo ich mitarbeite, dem "Politischen Arbeitskreis für Tierrechte in Europa (PAKT) e. V." www.paktev.de. Bitte mach Dir ein Bild, urteile selbst, ob Dich die Fachbeiträge dort überzeugen oder die Statements von Forschern oder Nutztierhaltern, die das Leiden der Tiere leider sehr oft zu verharmlosen versuchen.

Einige Fakten: Das Gänsestopfen ist in Deutschland zwar verboten, nciht aber der import von Stopfleber. Es gibt diese also weiterhin in Geschäften zu kaufen.

doch auch Puten und Mastgeflügel, so genannte "Hähnchen leiden extrem in der in Deutschland üblichen Haltung, die in der Regel in Mastställen mit tausenden von Tieren erfolgt. Bei Puten müssen sich fünf 9-kg-Tiere 8weiblich) oder 2-3 20-kg-Tiere (männlich) einen m2 Teilen. Eine neue große Studie der Universität Leipzig (2009/2010), die im großen Umfang Putenmastbetribe unter die Lupe nahm, zeigte: Fast 100% der Puten haben kaputte, oft entzündete Füße, die z. T. schwere Läsionen aufweisen - durch das ständige Stehen im eigenen Kot!

Zusätzlich leidet ungefähr ein Viertel der männlichne Tiere sogar an Brustblasen, weil diese Tiere oft nicht einmal mehr aufstehen können, weil sie unter dem ihnen angezüchteten schweren Gewicht zusammenbrechen - und dann mit entzündeter Brust im eigenen Kot liegen!

Ähnlich sieht es bei Hähnchen aus, die gar keien Hähnchen sind, sondern Mastküken beiderlei Geschlechtes, die nur 35 Tage alt werden, in dieser zeit aber extrem unter Hitz, verbogenen knochen, Fußschäden und anderem leiden...

Schweine leiden wegen er üblichen Spaltenböden besonders unter Gelenkschäden. Von Forschern, die an Schweinelungen forschen, weiß ich, dass sei kaum Schweinelungen finden, die keine Entzündugnen aufweisen - fast alle Lungen sind zumindest teilweise kaputt - wegen der Güllegase, die ie Tiere druch die Spalten hindurch einatmen müssen. Schweine haben superfeine Nasen! Sie sind keine Dreckschweine, sondern suhlen sich im Schlamm (nicht im Kot!) zur Körperpflege! Sie brauchen eine Suhle oder Dusche, veränderbares Material und Anregung zum Spielen und Bewegung, vor allem aber die Trennung zwischen Kot- und Fress/Liegeplatz. Alles dies haben sie in der Massentierhaltung nicht. Dennoch kommt fast alels Schweinefleisch und fast alles Geflügelfleisch aus Massentierhaltung.
Tierversuche: Sogar Forscher geben zu, dass man auf viele verzichten könnte! Für weitere ist Ersatz da, für weitere könnte Ersatz entwickelt werden, bei anderen ist die Frage offen, ob der Zweck wirklich die Mittel rechtfertigt. Muss es wirklich Mittel wie Viagra geben? Dennoch wurden für die Entwicklung Hunde auf grausamste Weise gequält!

Oft sind es die bestehenden Strukturen, die zu Tierversuchen führen. Es gibt leider mittlerweile eine Lobby, die davon profitiert - und leider auch genügend Forscher, die das, was sie jahrelang taten, nicht in Abrede stellen wollen und auch ihre Studenten davon zu überzeugen versuchen. Es gibt aber auch immer mehr Studien, die belegen, wie wenig Tierversuche eigentlich bringen, wei unsicher die Ergebnisse sind. Contergan war z. B. intensiv im Tierversuch geestet worden - und den größten Tel der nebenwirkungen entdeckt man auch jetzt erst am Menschen. Würde man die zur Verfügung stehenden Gelder in Alternativmethodne und deren Erforschugn stecken, könnte die Forschugn sogar besser, effektiver und günstiger werden. Leider wird immer noch das allermeiste Geld in Tierversuche gesteckt, weil es nun mal diese vielen Versuchsinstitute gibt, anstatt neue Wege zu beschreiten.
Mehr dazu erfährst Du bei:
www.aerzte-gegen-tierversuche.de

Ein Verbandsklagerecht wäre nötig, denn die Tiere können nich tklagen, uns Tierschützern aber wird gesagt, wir wären ja ncih beroffen. Die Tierquäler dagegen oder die Versuchsgesellschaften dürfen klagen. Das verzerrt die Rechtslage udn auch die Genehmigungspraxis, denn die ehörden müssen ja nur von einer eite mit klage rechnen - und wie entscheiden sie dann wohl, um sich Ärger zu ersparen? Die Tierschtuzkommissionen sind leider in der Mehrzahl mit leuten besetzt, die selbst Tierversuche machen, dagegen sind die Tierschützer, die da drinsitzen in der Minderheit, sie müssen also leider unterliegen.

Es ist nötig, dass sich etwas tut und Tierrechte etabliert werden, die auch unseren Mitgeschöpfen ein Leben ohne menschengemachte Qual und Leiden ermöglichen!
 
E

EPetras

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Die Ethikkommissionen sind vor allem mit Menschen besetzt, die selbst Tierversuche machen, diese also nicht infrage stellen. Es ist durch Studien erwiesen, dass solche Forscher das Leid der Tiere oft geringer einschätzen, als es tatsächlich ist, oft ist da wohl der Wunsch er Vater des Gedankens. Tierschützer sind in diesen Kommissionen in der Minderheit. Zudem kann nur die Forscherseite klagen, Tierschützer können höchstens Strafanzeige stellen, was aber leider meist folgenlos bleibt. Das Tierschutzgesetz erlaubt in Bezug auf Versuche fast alles, sofern es nur dem Zweck des Versuches dient. Eben dieser Zweck wird kaum hinterfragt. Rechtfertigt wirklich jeder Lebensmittelzusatzstoff das Leiden von Tieren? Rechtfertigt überhaupt ein Lebensmittelzusatzstoff das Leiden von Tieren? Zudem sind die Versuche schlecht übertragbar und ineffizient. Krebs ist bei Mäusen vielfach heilbar - bei Menschen aber leider nicht.
Es stellt sich auch die Frage, ob es nicht effizienter und dem Menschen nützlicher gewsen wäre, andere Wege in der Forschung zu gehen und auch entsprechend finanziell auszustatten. Jetzt haben sich Strukturen etabliert und die Besitzstandswahrung macht es schwer, diese wieder in Frage zu stellen, auch wenn es Studien gibt, die die mangelnde Aussagekraft von Tierversuchen anprangern. so hat z. B. die Angst beim Handling der Mäuse einen großen Einfluss auf das Ergebnis und die Inzucht ist ein weiteres Problem. Die Tiere werden aus Streilitätsgründen auch oft nicht artgerecht gehalten, was die Bildung von Stresshormonen auslöst.

Was aus einer stärkeren Ausrichtugn auf tierversuchsfreie Forschung herauskäme, weiß niemand. Aber einen Versuch wäre es wert, schritweise, bei immer stärkerer Umschichtung der Fördermittel - Stück für Stück!
 
L.auR.a

L.auR.a

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Erstmal danke für alle Antworten : )
Hab mich gefreut, dass es Anklang findet.


Huhu,

Darf ich fragen, welche Literatur du für dein Referat verwendest? :)

Bisher habe ich diese Internetseite zu Rate gezogen: http://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/BJNR012770972.html

und von der Johannes Gutenberg Universität in Mainz habe ich mir ein Referat über Carl Cohens Auslegung zum Thema 'Haben Tiere Rechte?'
angesehen.

Mit Büchern habe ich mich jetzt noch nicht direkt beschäftigt, denn ich habe noch ziemlich viele Flyer von der Veggie-Messe, die mir dabei gut helfen : )
 
Pewee

Pewee

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Ansonsten kann ich das Buch "das Tier in der Moral" von Ursula Wolf und evtl. auch die Praktische Ethik von Peter Singer empfehlen. Die bringen den Status des Tieres in unserer Gesellschaft sehr zentral auf den Punkt und sind auch recht einfach zu lesen. Vor allem erstere hat einen tollen Schreibstil. Da sind auch ordentliche Quellen angegeben, die ich auf Flyern und Internetseiten meist vergeblich suche ;)
 
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Tierschutzgesetz - Haben Tiere Rechte ?

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