Vom Ordnungsamt angezeigt - was heißt das für meinen Hund und mich? HILFE!

Diskutiere Vom Ordnungsamt angezeigt - was heißt das für meinen Hund und mich? HILFE! im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo an Alle, ich wende mich an euch, da ich momentan sehr verunsichert bin. Wir wurden angezeigt, da unser Hund gemäß eines Paragraphen...
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Balu2002

Balu2002

Registriert seit
04.01.2009
Beiträge
38
Reaktionen
0
Hallo an Alle,

ich wende mich an euch, da ich momentan sehr verunsichert bin. Wir wurden angezeigt, da unser Hund gemäß eines Paragraphen eventuell aggressiv sein soll...aber ich erzähle besser erst mal die Geschichte:
Polo, ein Labrador-Cane Corso-Mix/11Monate, ist ein wahnsinnig lieber, eher ängstlicher und devoter Hund. Er lebt zusammen mit einem 16jährigem Kater, der sein Chef ist, und 2 Kaninchen, bei denen er gerne mit im Gehege liegt. Polo liebt es Körperkontakt zu haben und liegt daher am liebsten neben einem auf der Couch, gaaaaaanz fest angedrückt. Wir bekamen ihn im Alter von 3 Monaten von einer jungen Familie, deren Kind eine Allergie gegen den Hund habe. Naja, dies grob zu seinen Charakterzügen und der Vorgeschichte.

In letzter Zeit vermehrt sich bei ihm aber "aggressives" Verhalten gegenüber unkastrierten Rüden. Es gab schon ein mal die Situation, dass er sich aus meienr Hand riss (ich war grade abgelenkt) und sich
auf einen kleinen Hund stürzte, der ihn anbellte. Ich war so schockiert, ich kannte dieses Verhalten von unserem vorherigen Hund gar nicht. Polo hatte den Kleinen am Genick gepackt und ich bekam ihn kaum von dem anderen hinunter. Dem Kleinen schien aber nichts weiter passiert zu sein. Noch heute treffen wir ihn und sein Frauchen und er bellt und knurrt Polo an. Polo läuft nun an ihm tonlos vorbei, doch stellt er die Nackenhaare.
Nun ergab sich Anfang der Woche die Situation, dass mein Freund Abends mit Polo rausging. Er traf im Dorf eine Bekannte mit einem Hund, die ihn bat, dass die beiden doch spielen könnten. Mein Freund leinte Polo ab und die beiden spielten auf einer Wiese. Auf einmal rief ihm von hinten Jemand die Frage zu " ist da ein Rüde dabei". Mein Freund drehte sich um, um zu gucken, wo die Stimme her kam. Sah ein Pärchen mit einem kleinen Hund an der Leine, der schon knurrte und bellte. In dem Moment war Polo schon losgerannt und hatte ordentlich den Hund in der Mangel. Der Besitzer trat auf Polo ein und drohte meinem Freund mit einem "Totschläger" (was immer das ist), den er jetzt von zu Hause holen würde. Mein Freund erkundigte sich nach dem BEfinden des kleinen Hundes. Er hatte nichts davongetragen. Da wir die Leute kennen (sie wohnen 2 Häuser unter uns), bat er sie, falls der Hund doch eine Verletzung hat, sich zu melden, wir sind ja versichert.
Tja, heute hatten wir eine Anzeige vom Ordnungsamt im Briefkasten. Mein Hund hätte den anderen angefallen und verletzt, und wir müssten vorab schon Mal eine Stellungnahme geben und haben nun Leinenzwang. Zudem traf ich eine Bekannte, die aufgefordert wurde, als Zeugin auszusagen, dass mein Hund hoch aggressiv sei. Sie sagte, dass sie nur aussagen könne, dass Polo nur ihm gegenüber aggressiv sei. Sie selbst hat eine Hündin, mit der Polo regelmäßig spielt. Ich fragte sie dann, ob der Hund denn wirklich verletzt sei. Sie sagte, dass er einen Kratzer am Bauch wohl habe, den er sich aber durch die Hecke, in die er wohl geflüchtet sei, zugezogen habe.
Ich wende mich an euch, da ich überhaupt nicht weiß, was ich mit dem ganzen jetzt anfangen soll. Polos Kastrations Termin wird die nächsten Tage stattfinden. Wird sich dadurch sein VErhalten denn ändern? Ist mein Hund denn überhaupt aggressiv? Er verletzt ja keinen Hund. Und was hat die Anzeige denn für eine BEdeutung? Was wird Polo jetzt geschehen? Ich habe im momentan echt richtig Angst... Ich weiß ja, dass wir schuldig sind, da er nicht angeleint war, aber was kann denn nun geschehen?
Bitte gebt mir doch ein paar Auskünfte...
Vielen lieben Dank
Katrin und Polo
 
14.07.2012
#1
A

Anzeige

Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.
*Mischling*

*Mischling*

Moderator
Registriert seit
21.01.2011
Beiträge
17.094
Reaktionen
3
Hallo,

Um mal die einfachen Fragen zuerst zu behandeln:
  1. Eine Kastration hilft in solchen Sachen nichts. Manche Hunde entwickeln zwar ein Ausweichverhalten wie Jagdverhalten o.ä., aber verträglich ist davon wohl noch keiner geworden.
  2. Dein Hund scheint weniger aggressiv als schlichtweg genervt. Manche großen Hunde tolerieren kleinere, wenn sie kläffen, andere empfinden das als starke Provokation und reagieren entsprechend so wie deiner. Das macht den Hund aber noch nicht insgesamt aggressiv, zumal er sich ja teils auch mit Artgenossen zu verstehen scheint.


Was aber die Anzeige angeht kann ich nur zu äußerster Vorsicht raten. Dein Freund hat nicht aufgepasst, der Hund war frei und der kleine angeleint, das ist eine ganz schlechte Situation.
Prinzipiell wird man euch jetzt erst einmal um eine Stellungnahme bitten, das Formular dazu hast du ja schon bekommen.
Dann wird entschieden, ob ihr mit einem Verwarngeld (bis 35 Euro) abgemahnt werdet, ob der Hund nun Leinenpflicht/Maulkorbpflicht auferlegt bekommt oder ob ihr zum Wesenstest antanzen müsst.
Da das alles recht "schwammig" ist und im Prinzip willkürlich je nach Beamtem und Region gehandhabt wird würde ich an eurer Stelle zum Anwalt gehen, das dürfte der sicherste Weg sein.
Außerdem solltet ihr unter allen Umständen freundlich zu den Leuten bleiben, die das gemeldet haben, und von euch aus nicht den Kontakt suchen.
Die Stellungsnahme auf dem Formular würde ich erstmal verweigern (hängt da schon ein Bußgeldbescheid an?).

Liebe Grüße und viel Glück!
 
Balu2002

Balu2002

Registriert seit
04.01.2009
Beiträge
38
Reaktionen
0
Oh mein Gott, das ist ja furchtbar. Ich kann mir meinen Hund ewig an der Leine nicht vorstellen. Er liebt Fresbee spielen und einfach nur rennen. Er ist so agil! Dass ich ihn im Dorf nicht laufen lassen darf, ist mir klar. Aber wenn er jetzt noch nicht mal mehr im Feld rennen darf...ohje...
Ich sehe es genauso. Wir sind schuld. Und das ist eine ganz schlechte Ausgangssituation :). In dem Schreiben hing kein Formular und kein Bußgeldbescheid an. Nur, dass wir Leinenzwang haben und eine Stellungnahme geben müssen. Von schriftlich stand da auch nichts. Vllt. gehe ich am besten mal persönlich beim Ordnungsamt vorbei? Oder wäre das unklug? Habe ich denn irgendeine Chance gegen den Vorwurf anzuegehen? Mein Hund hat den anderen ja nicht verletzte - bis auf einen Kratzer, der nicht sicher auf meinen Hund geschoben werden kann. Kann ich tierärztliche Dokumente als Beweis für den Vorwurf anfordern? Das würde ja beweisen, dass sie noch nicht mal beim TA waren (es war ja auch nichts). Oh man...was ein Mist...
Ich hatte die Hoffnung, dass die Kastration dieses eventuell ja sexuell stimulierte Verhalten begrenzt. Mit Weibchen ist er ja sehr lieb und mit kastrierten Rüden. Kann man da was mit Hundeschule machen? Das Problem ist ja auch, das meiner nicht zurückknurrt, sondern direkt startet...also, keine großen Vorzeichen gibt.

Ich wohne ja in Hessen, wo die "Hunderegeln" ja relativ lasch sind. Vllt kommt mir das ja zu Gute???
 
Nephilim

Nephilim

Registriert seit
24.02.2010
Beiträge
956
Reaktionen
2
Hundeschule ist immer anzuraten.
Ein Anwalt allerdings auch.
Ich sehe leider in Problem darin, dass dein Hund ein Cane-Corso Mix ist. Wenn mich nicht alles taeuscht steht die Rasse in gewissen Bundeslaendern auf der Liste. Das koennte zu Schwierigkeiten fuehren.

Geh am besten in eine Hundeschule, und wenn moeglich kann es auch nicht schaden, wenn du dir ein Gutachten erstellen laesst, was dir bestaetigt, dass dein Hund nicht wahrlos aggressiv ist.

Mach alles, was du kannst um auf der sicheren Seite zu stehen.
Als erstes jedoch eine HuSchu kontaktieren und dringend einen Anwalt.
Ich hab leider in letzter Zeit zuviele Schauergeschichten gelesen.

Liebe Grueße
 
Balu2002

Balu2002

Registriert seit
04.01.2009
Beiträge
38
Reaktionen
0
Oh Gott, das ist ja alles so furchtbar. Habe ich denn durch meine Hundeversicherung Rechtsberatung oder so? Ich kann mir einen Anwalt im mom net leisten. Ich weiß was das kostet, da meine Eltern grade in der Scheidung sind...BEratung kostet schon 300Euro. Ich bin momentan noch im Studium zur Ergotherapeutin. Das kostet ein schom immens...Oh man...ich könnte heulen.
 
Amicara

Amicara

Registriert seit
19.06.2012
Beiträge
311
Reaktionen
0
Oje das ist ja ein wirklicher Mist der euch da passiert ist.

Ich würde

1. Einen Anwalt einschalten
2. Widerspruch gegen die Anzeige einlegen
3. Beweise der (Biss)Verletzungen anfordern

Ansonsten liegt halt das was auf dich zu kommt, wie andere hier schon schrieben, leider in der hand dees jeweiligen OAs.
 
Winchester

Winchester

Registriert seit
29.12.2010
Beiträge
764
Reaktionen
0
Du studierst??
Geh zum AStA deines Studiengangs. In vielen Studiengängen (meinem eingeschlossen - Soziale Arbeit) kann man vom AStA einen Schein für eine kostenlose Rechtsberatung erhalten! Gerade weil Studierende kaum Kohle haben, ist das eine faire Sache, die von unseren Studiengebühren finanziert wird!
 
Suppenschüssel

Suppenschüssel

Registriert seit
10.01.2012
Beiträge
321
Reaktionen
0
Kann man einen Hund überhaupt als aggressiv abstempeln wenn er nur anderen Hunden gegenüber so ein Verhalten zeigt? Also bei uns ist das so, solange ein Hund keinen Menschen verletzt kümmert sich da keiner drum da kannst du auf Ämter rennen wie du lustig bist.

Achja und mach dich auf Spießrutenlaufen gefasst, wenn dein Hund einmal den Ruf als "Beisser" weg hat werdet ihr ihn schwer wieder los :/
 
Winchester

Winchester

Registriert seit
29.12.2010
Beiträge
764
Reaktionen
0
Kann man einen Hund überhaupt als aggressiv abstempeln wenn er nur anderen Hunden gegenüber so ein Verhalten zeigt? Also bei uns ist das so, solange ein Hund keinen Menschen verletzt kümmert sich da keiner drum da kannst du auf Ämter rennen wie du lustig bist.
Das geht leider ganz schnell.
Was ich eigentlich auch gut finde. Es gibt genug Hunde, die einfach gefährlich gegenüber anderen Hunden sind. Der Goldi eines Freundes wurde von einem aggressiven Bernhardiner ins Gesicht gebissen und ihm wurde der Kiefer gebrochen!!!
Gab auch eine Anzeige und Co. Allerdings kam da nicht mehr bei raus, als dass der Bernhardinerbesitzer die TA Kosten zahlen musste.
 
*Mischling*

*Mischling*

Moderator
Registriert seit
21.01.2011
Beiträge
17.094
Reaktionen
3
Kann man einen Hund überhaupt als aggressiv abstempeln wenn er nur anderen Hunden gegenüber so ein Verhalten zeigt? Also bei uns ist das so, solange ein Hund keinen Menschen verletzt kümmert sich da keiner drum da kannst du auf Ämter rennen wie du lustig bist.
Es kommt darauf an, welche Politik das Bundesland und die Ämter in der Sache verfolgen. Bei uns würde auch kein Hahn danach krähen, da wäre wahrscheinlich noch nicht einmal Post vom Amt gekommen.
Dennoch wäre ich bei so etwas immer vorsichtig, gerade wenn es um Sachen wie Leinenpflicht, Maulkorbzwang und Wesenstest geht. In manchen Gemeinden bekommt man das schneller auferlegt, als man gucken kann. Bei manchen soll es schon gereicht haben, wenn ein Hund einen Jogger kurz angesprungen hat, ohne ihn zu verletzen.
Das Problem ist auch, dass erst einmal nicht interessiert, woher der Hund den Kratzer hat, ihr Hund ist dennoch "Schuld" daran.
Zu so etwas würde ich nie Stellung beziehen, da reitet man sich nur noch tiefer rein, zumal ihr ja wirklich Schuld seit.
Die Leinenpflicht wird nur auferlegt, bis die Sache geprüft ist. Gerade um die aber loszuwerden wäre ein Anwalt sicher gut.
Wie gesagt - bei sowas immer auf Nummer sicher gehen, Mund halten und ab zum Anwalt.

LG
 
kleiner Falke

kleiner Falke

Registriert seit
20.12.2010
Beiträge
1.185
Reaktionen
0
es kommt Dir wohl zu Gute, dass Dein Hund zwar bisher 2 mal andere Hunde angegangen, sie aber NICHT verletzt hat. Sonst hättest Du wohl wirklich ein Problem...
Aber auch so kann es natürlich sein, dass die anderen Hunde zwar keine körperlichen, aber seelischen Wunden davongetragen haben. Ich kenne einige Hunde, die wegen genau solcher Vorfälle Leinenaggressiv geworden sind. Und sowas ist nicht schön und auch nicht einfach zu therapieren. :?

Fakt ist, dass der Hund 2x (zumindest wie hier geschrieben) nicht kontrollierbar war, 2x andere Hunde (ob die gebellt oder provoziert haben, spielt keine Rolle, ein wesenfester, gut erzogener Hund darf sich durch sowas schlicht nicht reizen lassen) unfreundlich angegangen hat. Zu Eurem Pech waren (wenn ich das richtig gelesen habe) beide Male die anderen Hunde auch an der Leine. Was die Sache auch nicht besser macht, denn Hundeknigge-mässig gehört ein Hund, wenn ein anderer "on line" daher kommt, eh sofort an die Leine...

Da ich in der CH lebe und hier einiges anders läuft, würde ich auf jeden Fall raten, einen guten Hundetrainer (nicht eine Hundeschule, die sind damit überfordert) sondern einen GUTEN Privattrainer zu suchen, mit dem Du das anschauen kannst. Damit hast Du dann vielleicht auch bessere Chancen, wenn Du zeigen kannst, dass der Hund in erfahrenen Händen trainiert wird.

Viel Glück!

Und: halte Dich auf jeden Fall an den Leinenzwang, sonst könnte das böse Folgen haben. Wie wäre es mit Radfahren? Da kann er sich auch an der Leine gut auspowern. :eusa_shhh: Oder vielleicht hat jemand ein umzäuntes Gelände, wo Du ihn laufen lassen und mit ihm spielen kannst. Ich denke, wenn Dir ein guter Hundetrainer hilft, wirst Du ihn in einigen Wochen soweit im Griff haben, dass es auch wieder möglich sein wird, ihn laufen zu lassen. Da kann Dir ja vielleicht auch der Hundetrainer beim Amt helfen, dass dies klappt.
 
Wyssky

Wyssky

Registriert seit
22.06.2012
Beiträge
51
Reaktionen
0
Mann ich krieg doch echt die Pimpernellen. Da geht ein Hund auf einen anderen Hund los. Wär das euer Hund gewesen der da von einem anderen Hund angegangen wird würden hier nicht Tips kommen wie "Geh zum Anwalt".

Du schreibst dein Hund ist devot und ängstlich und andererseits aggressiv. Macht keinen Sinn aber auch egal. Ihr hattet bislang offensichtlich den Hund nicht ganz unter Kontrolle, einmal passiren weil man nicht damit rechnet ok aber danach sorge ich dafür das mein Hund zu 100% unter Konrolle ist bis ich das Problem im Griff habe. Ihr hättet schon nach dem ersten mal reagieren müssen und es nicht als Ausnahme abtun. Schon zu dem Zeitpunkt hätte Hund bei mir nicht mehr von der Leine gedurft, allerhöchstens an gut übersichtlichen Stellen und nur mit Schleppleine und mit einem wachen Auge meinerseits und nicht vertieft im Gequatsche mit einem anderen Hundefreund. Ich seh das immer wieder Mensch labert und labert und Hund entfernt sich immer mehr und kann mehr oder weniger machen was er will. Haltet euch an den Leinenzwang. Sucht euch schnellstens einen kompetenten Hundetrainer. Das Ordnungsamt wir euch nicht sofort den Hund wegnehmen.
Es ist egal ob der andere Hund einen Kratzer hat oder nicht, es ist egal ob dein Hund zugebissen oder nur verwarnt hat. Fakt ist das nächste mal könnte es nicht so glimpflich ablaufen, gerade kleine Kläffer sind empfindlicher und nicht so robust da kann schnell mehr passieren wenn ein Großer in den Nacken packt.
Und wenn dein Hund ob provoziert oder unprovoziert auf andere Hunde losgeht ist das eine Form von Aggression.

Allerdings stellt sich mir eine Frage. WARUM habt ihr euren Hund nicht zurückgerufen sobald er durchgestartet ist? Er hört ja offensichtlich sonst wär er ja nicht von der Leine? Oder???
 
Balu2002

Balu2002

Registriert seit
04.01.2009
Beiträge
38
Reaktionen
0
Hallo meine Lieben,

ich möchte mich einfach nur mal ausheulen...
Polos Leinenzwang wurde aufgehoben und wir sind bei einer Tierärztin mit dem Zusatz: Verhaltenstherapie Hunde und nehmen Einzelstunden (1-2x die Woche).

Nun hat er die zweite Anzeige am Hals. Meine Mutter ging mit ihm und einem Bekannten und seiner Hündin abseits in ein Feld. Sie achteten darauf, dass kein anderer Hund zu sehen ist und ließen die beiden spielen. Aus dem Wald kam auf einmal ein kleiner Hund und besprang meine Mutter. Polo ging diesen daraufhin direkt an (wieder ohne Beißen, aber sehr bedrohlich). Meine Ma nahm Polo an die Leine und die Besitzer des kleinen Hundes kamen und schrien meine Mutter an, dass sie unseren Hund gefälligst schlagen solle und warum dieser Hund überhaupt von der Leine sei, er habe doch Leinenpflicht. Dieses war zu diesem Zeitpunkt ja nicht mehr gegeben. Wir kannten diese Leute auch gar nicht.
Nun haben wir die Auflage einen Wesenstest abzuliefern und bis dahin Maulkorb- und Leinenpflicht (nicht mehr als 2m). Unsere "Therapeutin" meinte, dass dieser Test kein Problem für Polo darstelle, da er nicht aggressiv oder dominant, sondern unsicher, aber ressourcenorietiert sei.
Ich beschwere mich auch nicht. Ich kann die Wut der kleinen Hundebesitzer auch verstehen.
Nun haben wir aber das Problem, dass ich mich ja noch im Vollzeitstudium zur Ergotherapeutin befinde. Ich MUSS täglich von 8-17Uhr zur FH. Fehlstunden führen zum Ausschluss der Zulassung zum Examen. Daher haben wir es immer so gemacht, dass sich meine Ma morgens und mittags um den Hund kümmert und ich abends (so lief es auch schon bei unserem vorherigem Hund).
Da sich Polo aber momentan sehr "impulsiv" zeigt und unfassbare Kräfte aufweist (sogar ich kann ihn kaum halten wenn er abgeht und unser vorheriger Hund hatte 20kg mehr und ließ sich besser stoppen) sieht sich meine Mutter nicht mehr in der Lage mit ihm Gassi zu gehen (sie ist 62 Jahre alt und schafft das körperlich nicht mehr). Auch mit Halti lässt er sich in Notsituationen nicht stoppen.
Nun hat sie für sich die Entscheidung getroffen, dass sie den Hund abgeben will...DIESES ist für mich eine absolute Albtraumvorstellung!!!!!!!Sie sieht keine Erfolge durch die Einzelstunden, nur eine Verschlechterung der Situation...

Ich bin total verzweifelt und heule mir die Augen aus. Auch wenn ich morgens früh und dann nach der FH mit ihm rausgehe, kenne ich keinen, der den Mittagsgang übernehmen könnte. Zudem will meine Mutter einerseits auch nicht aus der Pflicht genommen werden. Sie möchte auch mit dem Hund rausgehen können. Sieht aber mit Polo keine Chance und glaubt nicht daran, dass wir ihn soweit "hinbiegen" können.

Habt ihr irgendwelche Tipps? Irgendwas, wie ich das ganze Übel verhindern kann?
 
*Mischling*

*Mischling*

Moderator
Registriert seit
21.01.2011
Beiträge
17.094
Reaktionen
3
Tut mir sehr leid, das klingt wirklich schrecklich :(.

Zu der Situation kann ich nur sagen, dass ich es einigermaßen unverschämt finde, dass ihr schuld sein sollt. Ich hätte der Dame was gehustet, wäre ihr Hund aus dem Nichts einfach so angekommen, ob groß oder klein spielt da für mich keine Rolle. Ich kann mir lediglich vorstellen, dass man bei euch Maßnahmen ergriffen hat, weil bereits etwas vorlagt, aber normaler Weise sind bei sowas beide schuld und man könnte euch daraus keinen Strick drehen.

Was die Situation mit deiner Mutter angeht:
Ich kann verstehen, dass sie sich das nicht mehr zutraut und sie auch Angst hat, dass wieder etwas passiert. Aber ist sie sich im Klaren darüber, was mit dem Hund passiert, wenn sie ihn jetzt abgibt? Der Hund ist als gefährlich eingestuft, mit etwas Pech wird er im TH gar nicht mehr zur Vermittlung gestellt, falls er überhaupt Interessenten finden sollte.
Ihr seit ja bereits mit ihm am üben, auch mit einer Fachkraft, also seit ihr auf dem richtigen Weg, nur dauert das eben.
Kann sie nicht an der kurzen Leine einfach um die Ecke gehen oder ihn wenigstens in den Garten lassen und du gehst dafür morgens und abends länger mit ihm? Wäre das keine Option für ihn?
Wie wäre es mit einem Nachbar, Verwandten, Freund oder Hundesitter, der den Hund mittags ausführt?
Ich fände es äußerst schade, wenn sie den Hund "nur" deswegen abgeben würde.

Die andere Frage ist, ob sie den Hund abgeben kann. Auf wen ist er denn gemeldet?
Allerdings kannst du deine Mutter ja auch nicht zwingen, den Hund zu behalten, wenn sie sich ihm nicht gewachsen fühlt.
Ich hoffe wirklich für euch und den Hund, dass ihr eine Lösung findet!
 
Balu2002

Balu2002

Registriert seit
04.01.2009
Beiträge
38
Reaktionen
0
Polo ist auf meine Mutter gemeldet. Ja, ich kann meine Mutter auch sehr gut verstehen. Sie hat momentan viel am Hals (Scheidung und dadurch momentan vieles unsicher, durch ihre selbstständige Tätigkeit immer den Zeitdruck im Nacken) und nun gestaltet es sich alles sehr schwierig mit unserem Hund. Zudem ist sie nun mal wirklich nicht mehr die jüngste.
Sie möchte Polo auf keinen Fall ins Tierheim geben. Sie hofft jemanden zu finden, der jünger ist, viel Zeit hat und sich einem schwierigem Hund gewachsen fühlt und ihn mit Liebe überschüttet. Ich hab ihr gesagt, dass die Tierheime voll sitzen mit solchen Hunden, die genau auf solche Herrchen/Frauchen hoffen müssen.

Kennt sich denn jemand aus mit (ich nenne es mal) "Impulskontroll-gestörten" Hunden? Wie ist die Chance auf eine "Remission"?
Es ist alles so traurig. Zu Hause ist er das größte Lamm und sieht sogar meine Kaninchen als ranghöher an... Wieso rastet er so bei kleinen Rüden aus...ich bin echt verzweifelt...
 
Orlean

Orlean

Registriert seit
01.02.2006
Beiträge
372
Reaktionen
0
Kennt sich denn jemand aus mit (ich nenne es mal) "Impulskontroll-gestörten" Hunden? Wie ist die Chance auf eine "Remission"?
Die Therapeutin hat schln das Schlüsselwort genannt.
da er nicht aggressiv oder dominant, sondern unsicher, aber ressourcenorietiert sei.
Ein unsicherer Hund ist ein gefährlicher Hund, wenn er keine richtige Führung hat.
Polo sieht euch nicht als jemanden auf den er sich Verlassen kann.
Er ist der Meinung, er muss die Situationen selbst regeln und sogar deine Mutter beschützen.
Aus dem Wald kam auf einmal ein kleiner Hund und besprang meine Mutter. Polo ging diesen daraufhin direkt an (wieder ohne Beißen, aber sehr bedrohlich).
 
Z

Zapphira

Registriert seit
01.10.2011
Beiträge
69
Reaktionen
0
huhu ich finde es einerseits schon schlimm was euch passiert ist, vor allem das letzte negative aufeinandertreffen mit einem anderen hund. aber ich muss auch wysskys beitrag unterstreichen^^.
ok wenn ein hund auf meinen angeleinten cody zustürmt und sie sich nicht verstehen ob verletzung oder nicht, würd ich das anders regeln ohne anzeige, falls tierarzt kosten aufkommen würden, klar die wollte ich dann wieder. auf der anderen seite muss man wirklich einsehen was wäre wenn es ein kind gewesen wäre oder so? wenn die leute denken dein hund ist aggressiv, kann ja keiner von denen ahnen ist es jetzt nur bei rüden so, oder irgendwass jeder oder sogar menschen und klar bekommt man dann angst wenn man weiss "so ein " Hund wird abgeleint.

und ja wenn man soein verhalten von seinem hund nicht gewohnt ist kann es schnell passieren. aber ein 2. Mal?
da muss man einfach sagen wenn ich mit Hunden schon unterwegs war ob frei oder an der leine ich hab meine augen überall, ob jmd dabei ist oder nicht achte ich darauf was um mich rum ist. egal ob hund oder ein fahrradfahrer einfach egal. man kann nicht sehen was aus dem gebüsch herausgehüpft kommt. aber ich achte viel mehr drauf wie wenn ich alleine unterwegs bin. ich kann mich nicht drauf verlassen das jeder mit hund wenn er sieht meiner würde ohne leine rumrennen schon von weitem ruft.
 
S

SusanneC

Registriert seit
07.09.2009
Beiträge
12.331
Reaktionen
0
Hallo!

Bitte nehme es mir nicht böse, aber möglicherweise wäre das wirklich das Beste für Polo.

Deine Mutter traut sich nicht mehr, mit ihm spazieren zu gehen, und Du bist Ganztags nicht da. Wobei Du ja auch schon Probleme hast ihn zu halten, wenn er Plötzlich los rennt.

Von den Schilderungen her:
- er hat ernstlich versucht einen anderen Hund zu töten, der sich angenähert hat (was anderes ist ein Genickbiss nicht als ein ernst gemeinter Mordversuch) und war nur mit großer Mühe davon abzuhalten.
- er hat einen zweiten Hund angegriffen, der sich angenähert hat, als er mit seiner Freundin spielte - egal ob er ihn nun ernsthaft verletzt hat oder nicht, er hätte es gekonnt.
- er wollte trotz Einzelstunden Deine Mutter verteidigen und ist dabei wieder deutlich übergriffig geworden - zwar diesmal ohne beißen, aber doch deutlich zu massiv.

Wenn ich mir jetzt vorstelle, ich würde in eurer Nachbarschaft leben, dann würde ich mich da auch nicht wohl fühlen mit meinem Hund, wenn man befürchten muss, hinter jeder Ecke lauert Polo der schon drei Hunde massiv angegriffen hat, obwohl die sich recht normal verhalten haben.

Er ist unsicher, und bei euch Führungslos. Ihm fehlt eine feste Bezugsperson mit dem notwendigen Selbstbewusstsein, jemand bei dem er weiß "das ist mein Herrchen, der wird selber damit fertig wenn so ein kleiner Kläffer auf ihn zurennt". Bei euch geht eben ständig jemand anderes mit ihm raus, und gerade Deine Mutter signalisiert ja eher "ich kann mir nicht mal helfen, wenn ein kleiner Hund mein Bein rammelt". Kein Wunder, dass Polo meint, sie beschützen zu müssen.

Noch dazu kommt die ungute Situation - Deine Mutter ist frisch getrennt und muss sehen wie es weiter geht, vielleicht muss sie eine Wohnung suchen. Du bist noch in Ausbildung, und danach wirst Du auch erst mal vollzeit arbeiten müssen um Fuß zu fassen - und Polo ist nicht gerade ein Therapiehund, den Du mitnehmen könntest zu Patienten. Polo braucht eben einen festen Menschen, der immer für ihn zuständig ist.

So schlecht stehen die Vermittlungschancen gar nicht. man muss nur die richtigen Menschen suchen. Ich würde Dir raten, Dich dazu an ein Hundeforum oder sowas wie "Retriever in Not" zu wenden, da würde er auch vom Mix her gut rein passen. Sei ehrlich, geb zu, dass ihr Fehler gemacht habt und möglicherweise wirklich ein wenig überfordert, beschönige nichts. Es gibt Menschen mit genug Erfahrung, um mit so einem Hund gut klar zu kommen, und sonst ist er ja ein sehr hübscher und junger Kerl, bei dem noch nichts verloren ist.

lasst euch Zeit dabei, oder gebt ihn an eine pflegestelle ab, wenn es schnell gehen muss. Retriever in Not kann ich echt nur empfehlen.

aber so wie die Situation jetzt ist bei euch, sehe ich echt schwarz, dass ihr alle in der gebotenen Eile euer verhalten dem Hund gegenüber so weit ändern könnt. Und gerade die zeit ist ein sehr großes Problem. Noch dazu hat Polo in eurer Umgebung ja jetzt auch schon den entsprechenden Ruf, das macht es schwer. jeder Besitzer eines kleinen Hundes spannt sich gleich an, wenn er euch sieht, und das überträgt sich auf die Hunde. Ich wäre da whl auch besorgt, wenn mir ein Hund mit der Vorgeschichte begegnen würde.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Zu der Situation kann ich nur sagen, dass ich es einigermaßen unverschämt finde, dass ihr schuld sein sollt. Ich hätte der Dame was gehustet, wäre ihr Hund aus dem Nichts einfach so angekommen, ob groß oder klein spielt da für mich keine Rolle. Ich kann mir lediglich vorstellen, dass man bei euch Maßnahmen ergriffen hat, weil bereits etwas vorlagt, aber normaler Weise sind bei sowas beide schuld und man könnte euch daraus keinen Strick drehen.
Stell Dir doch bitte mal die umgekehrte Situation vor:

Ein Hundehalter kommt aus dem Wald, unübersichtliche Ecke, und gleich dahinter spielen zwei Hunde auf einer Wiese. der kleine Hund will die Besitzerin des einen Hundes begrüßen, und statt sich einfach nur dazwischen zu drängen oder ihn weg zu schubsen, geht der gleich hochaggressiv vor, wird deutlich massiv und wirkt extrem bedrohlich.

Noch dazu ein Stadtbekannter Beißer, der schon zwei kleine Hunde angegriffen hat. Sowas spricht sich ja schließlich rum.

Klar, diese Situation ist erst mal unklar und es liegt schuld auf beiden Seiten, aber Polo reagiert definitiv erheblich zu massiv auf so ein "kleines" fehlverhalten eines anderen Hundes. Und das wirklich nicht zum ersten Mal.

Wir wissen von drei Vorfällen, und nach den ersten beiden waren jetzt ja dann schon drei Monate an Einzelstunden, die offenbar aber noch keine große Besserung gebracht haben. Er beißt zwar nicht mehr gleich zu, aber ist immer noch zu aggresiv.

Klar gleich zu sagen man solle den Hund schlagen ist auch daneben, aber wärst Du jetzt nicht auch erst mal total fertig, wenn das Stadtbekannte Aggro-Hund gerade deinen so angegangen hätte?
 
Infano

Infano

Registriert seit
13.06.2012
Beiträge
2.396
Reaktionen
0
Wenn mein Hund versucht, andere Menschen zu rammeln hat er Ärger verdient, ich finde nämlich dass geht gar nicht.
Hätte er das bei mir versucht hätte er froh sein können wenn mein Hund dazwischen gegangen wäre denn sonst hätte er wirklich fliegen gelernt.

Nichts desto trotz habt ihr da ein wirkliches Problem mit eurem Hund, das wirklich schnell gelöst sein will, da stimme ich den anderen zu. Deine Mutter, die ihn nicht mehr halten ist leider auch eine sich selbst erfüllende Prophezeiung denn euer Hund wird nicht lange bruachen um das herauszu finden.
 
*Mischling*

*Mischling*

Moderator
Registriert seit
21.01.2011
Beiträge
17.094
Reaktionen
3
Ein Hundehalter kommt aus dem Wald, unübersichtliche Ecke, und gleich dahinter spielen zwei Hunde auf einer Wiese.
Beim fett markierten ist bei mir Schluss ;).
Mein Hund läuft niemals vor mir um eine unübersichtliche Ecke.
Er hat nicht ohne Absprache zu anderen Hunden zu rennen und er hat - sofern er frei läuft - auf mein Rufen zu kommen, andernfalls gehört er an die Leine.

Klar gleich zu sagen man solle den Hund schlagen ist auch daneben, aber wärst Du jetzt nicht auch erst mal total fertig, wenn das Stadtbekannte Aggro-Hund gerade deinen so angegangen hätte?
Ich würde mir schlicht in den Hintern treten und mich bei der Halterin entschuldigen, dass mein Hund sich ungefragt genähert hat, denn genau das würde ich mir auch wünschen, da ich immer die bin, die den Hund an der Leine hat und auf die ein anderer zu kommt.

Und bitte, SusanneC, achte etwas auf deine Wortwahl. Der Hund ist keine reißende Bestie wegen zweier "dumm gelaufen"-Vorfälle, auch wenn er vielleicht als solche abgestempelt wird.
Ob es nun besser ist den Hund abzugeben oder nicht müssen schlussendlich die TE und ihre Mutter entscheiden. Wenn beide der Meinung sind, dass sie überfordert sind, müssen sie ihn in erfahrene Hände abgeben, andererseits kann man auch nicht über Nacht eine Wunderheilung erwarten und sagen "der müsste schon lange ein Schaf sein".
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Thema:

Vom Ordnungsamt angezeigt - was heißt das für meinen Hund und mich? HILFE!