Frischling vor dem Erfrieren gerettet. Nun Anzeigen und Veterinäramt!

Diskutiere Frischling vor dem Erfrieren gerettet. Nun Anzeigen und Veterinäramt! im Wildtiere Forum Forum im Bereich Tiere Allgemein; Hallo, ich bin neu hier und habe viele Fragen. Hier erstmal die Vorgeschichte: Wir haben Anfang Februar einen kleinen ca. 1 Woche alten...
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Malcolm59

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Hallo,

ich bin neu hier und habe viele Fragen.

Hier erstmal die Vorgeschichte:

Wir haben Anfang Februar einen kleinen ca. 1 Woche alten Frischling aufgenommen. Wir haben einen Jäger in der Familie und sind sehr tierlieb und tierbezogen. Dieser kleine arme Frischling wurde fast erfroren an einem Straßenrand entdeckt und es wurde die Polizei informiert. Die Polizei darf ihre Dienstwaffen nicht benutzen und wollte somit den kleinen !überfahren! um ihn vom leiden zu erlösen. Es wurde ein Jäger hinzugezogen und dieser brachte ihn dann Gott sei Dank lebend zu uns. In der Nacht haben
wir uns um den kleinen mit Rotlicht und Strohbett gekümmert und versucht ihn am Leben zu erhalten. Wir waren uns alle nicht sicher ob der kleine abgemagerte das schaffen würde. Doch siehe da, der kleine hat es geschafft. Natürlich wurde gleich ein Tierarzt mit hinzugenommen um sicherzustellen, das es dem kleinen bestens geht. Er wurde auch nachdem er putzmunter und gesund war nach einigen Wochen kastriert, damit er zahm bleibt.


Schnell haben sich alle an das neue Familienmitglied gewöhnt. Sogar unser junger Jagdhund kommt bestens mit ihm aus und es gibt keine weiteren Probleme.


Unser Wildschwein ist nun 6 Monate alt und verhält sich fast wie ein Hund. Er macht Sitz, er macht Platz, er kommt auf Pfiff und Zuruf. Er ist zahm, lässt sich streicheln und ist einfach zu unserem Kind geworden. Wir finden, dass er fast wie ein Sohn ist.


Wir haben eine Art Bauernhof mit mehreren Tieren, keine Massentierhaltung oder so etwas. Unser Wildschwein hat eine große Wiesenfläche, ist den ganzen Tag draußen und es fehlt ihm an nichts. Er hat Matsch zum Sulen, er hat frisches Trinkwasser und bekommt zusätzlich 4-5mal am Tag sein Futter(Getreide, Mais, Obst, Beeren, Heu). Zudem hat er mehrere Bäume zum Kratzen, einen kleinen Stall (5m²) mit Stroh, der ihn vor Wind und Wetter schützt.



Nun haben wir eine Anzeige bekommen und wir müssen das Wildschwein beim Veterinäramt anmelden. Wir haben Angst, dass wir das Wildschwein abgeben müssen. Er ist sehr auf seine Ziehmutter bezogen und es würde dem kleinen und uns das Herz brechen:(.


Was kann ich tun damit das Wildschwein bei uns bleiben darf wie in diesem Fall: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1512972/Wildschwein-Gustav#/beitrag/video/1512972/Wildschwein-Gustav


Dankeschön, ich freue mich über antworten.


Beste Grüße,

Malcolm
 
02.08.2012
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Guest

Hast du schon mal einen Blick in den Ratgeber geworfen? Vielleicht hilft dir dieser ja weiter?
blackdobermann

blackdobermann

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Es hätte wieder ausgewildert werden müssen. Auch wenn man sich noch so sehr an ein Tier gewöhnt, sowas ist nicht erlaubt und auch nicht tiergerecht.
Müsste man auch als Jäger wissen.

Ich finde für das Tier ist es das Beste, wenn es in einem Wildtierpark zu Artgenossen integriert werden kann. Nur so kann es ein artgerechtes Leben führen, und nicht die eines Hundes (nicht böse gemeint).



Lg
 
cherry-lein

cherry-lein

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Hm das ist schon eine verzwickte Lage. Normalerweise hätte man den Kleinen wirklich auswildern müssen, sobald er allein klar gekommen wäre allerdings habt ihr das leider versäumt. Jetzt ist das Schwein so arg an euch gewöhnt, dass ich mir vorstellen könnte, dass es mit Artgenossen wahrscheinlich gar nichts anfagen kann. Ich würde allerdings versuchen ihn wieder zu einem "echten" Wildschwein zu machen und ihn auch in einem Wildpark o.ä. zumindest versuchen in eine Rotte einzugliedern. Wenn es nicht funktioniert ist es eben so und ihr könnt ihn wieder aufnehmen. So schwer es euch auch fallen mag, aber ihr müsst dabei an das Tier denken. Wildschweine leben nun mal in Rotten zusammen und brauchen das auch. Nur wenn die Wiedereingliederung absolut erfolglos bleibt, könnt ihr ihn behalten ansonsten springt über euren Schatten und versucht es zumindest, euer Schweinchen wird es euch danken.
 
klumpki

klumpki

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Ein handaufgezogenes Wildschwein wieder auszuwildern ist fast unmöglich. Es sind Rudeltiere und beißen andere Artgenossen weg, bzw. töten sie sogar. Das auf Menschen geprägte Schwein, hat kein natürliches Verhaltensrepertoir dagengenzusetzen.

Die Idee mit dem Veterinäramt ist gar nicht so schlecht. Dort könnt Ihr eine Haltegenehmigung erhalten. Voraussetzung ein artgerechtes Wildtiergehege und artgerechtetes Futter. Das wird überprüft. Eventuell wird Euch angeraten, eine gegengeschlechtliche Wildsau aufzunehmen, damit Euer Schwein als Rottentier nicht alleine bleibt.

So machen es auch Leute, die gehandicapte Waschbären oder W ildvögel aufnehmen. Für Euch könnte sogar der Sachkundenachweis entfallen, durch Eure Jägerverwandschaft. Ist alles nicht so schlimm, wie es sich anhört. Macht ein bisschen Mühe, aber Eure Wutz kann dann bleiben.
 
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Malcolm59

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Danke Monika für deine schnelle Antwort :)


Ich denke, dass wir keinen Artgenossen brauchen, da er sehr auf uns bezogen ist, vor allem auf meine Freundin. Sein bester Freund ist unser Hund, sobald er am Zaun ist, legt sich unser Schwein neben ihn auf der anderen Seite des Zauns. Wir haben auf der einen Seite einen massiven Eisenzaun der für Pferde bestimmt ist und die anderen Zäune sind mit Holzpfosten und Maschendrahtzaun. Wir werden diesen Zaun noch mit Baustahlgittern am Boden verstärken und verankern. Ich hoffe, dass es so ein artgerechtes Gehege wird. Er hat einen wettergeschützen Stall/Unterstand mit 5m² in diesem Gehege. Das Gehege hat ca. 200-300m² Naturwiese. Als Futter bekommt er Getreide, Obst, Gemüse, Beeren, Mais. Wir haben uns das Buch zugelegt und gelesen + DVDs:

http://www.amazon.de/Schwarzwild-Report-Leben-unter-Wildschweinen/dp/3740200804/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1343972190&sr=8-1


Liebe Grüße,

Malcolm
 
McLeodsDaughters

McLeodsDaughters

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Also ich denke für ein Wildttier braucht man eine Genehmigung. Euer Gehege hört sich allerdings sehr gut an und Wildschweine auszuwildern geht einfach nicht, 1. wegen den Artgenossen und 2. weil sie eben zahm werden. Das sind keine Wildkaninchen oder Hasen, die ihre scheu behalten!

Melde dich beim Veterinäramt oder wo auch immer man das macht an, das Gehege würde ich aber dann bald so machen, dass er (?) auch bleiben kann. Also den Zaun stabil machen.

Ich würde vll. auch überlegen, ein paar Bäume zupflanzen, damit es etws natürlicher wird :)
 
simone

simone

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Nun haben wir eine Anzeige bekommen und wir müssen das Wildschwein beim Veterinäramt anmelden. Wir haben Angst, dass wir das Wildschwein abgeben müssen.
Solange die Auflagen für die Wildtierhaltung erfüllt sind, sollte das doch kein Problem sein? Anscheinend geht es doch erstmal nur um die Meldepflicht bei Schweinehaltung?

Die Aussage das ihr keinen Artgenossen braucht, finde ich allerdings nicht in Ordnung. Schweine sind doch auch Rudeltiere. Der Keiler ist kastriert. Was spricht gegen einen Artgenossen? Den kann der Hund mit Sicherheit nicht ersetzen.
 
McLeodsDaughters

McLeodsDaughters

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Was die Einzelhaltung betrifft würde ich ja mal schauen, ein zweites zu finden, das auch von Hand aufgezogen wurde. War letztens im Tv (HundKatzeMaus glaub ich).
 
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Doc Marten

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Die Auswilderung von Wildschweinen ist nicht zulässig (BJgdG), wenn du ein schönes Gehege hast, wird man dir die weitere Haltung evtl. erlauben. Voraussetzung ist neben vielen anderen Sachen die Erlaubnis des Revierinhabers des Reviers, in dem der Frischling gefunden wurde.
Einzelhaltung von so einem Tier mit besonderer Sozialstruktur ist weder zu empfehlen noch wird das das Veterinäramt gerne sehen. Wenn du mit der Argumentation kommst : " der ist wie unser Sohn und macht schön Sitz " wirst du den Amtstierarzt mit Sicherheit auf die Palme treiben. Dann nimmt man dir das Schwein höchstwahrscheinlich weg, weil du keinerlei Fachkenntnis hast.
Nimm ein weiteres Schwein dazu oder gibt deins zu anderen in ein Gehege dazu.
Ich weiß jemanden mit Sau in vergleichberer Lage, Kontakt via PN.
LG Doc M.
PS. Wenn Gefahr im Verzug ist, dürfen Polizisten sehr wohl ihre Schusswaffen benutzen, um ein Tier von seinem Leiden zu erlösen.
 
H

hesa1985

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Auch wenn das Thema hier schon älter ist, will ich aufgrund meiner aktuellen Situation auch kurz etwas hierzu los werden:
Ich ziehe gerade ebenfalls eine kleine Frischlingsbache auf und habe mich direkt als ich sie bekommen habe darauf gestürzt, einen Platz für sie zu finden, wenn sie aus dem gröbsten raus ist.
Denn: Ich bin selbst auch Jägerin und wenn man sich die Wutzen in der freien Natur anschaut wird eins klar: Man kann einem SChwein einiges ersetzen, und sie werden auch absolut zahm und sind auf den Menschen geprägt: Aber andere Sauen ersetzt man nicht und die brauchen sie eigentlich unbedingt.
Ich habe den 6er im Lotte erwischt, einen total netten und tierlieben Förster, der auf 1ha Wald zwei eigene Handaufzuchten aus dem letzten Jahr hält. Sie werden nicht geschossen ("dafür hab ich mir die Nächte ja nicht um die Ohren geschlagen") und auch geherzt (soweit das bei 50 Kilo Schweinepower noch geht), aber im Gatter liegt eben auch mal ein Reh zum Fressen. Dorthin kommt unsere Mathilde im Alter von ca. 4 Monaten.

Der Fall Gustav, auf den Malcom oben eingeht, treibt mir ganz ehrlich den Puls hoch. Dort hat man sich keine Gedanken gemacht, was mit der Sau werden soll, wenn sie mal nicht mehr klein und niedlich ist (und ganz ehrlich, auch die Größe mit sechs Monaten ist noch zu händeln, aber mit jedem Kilo mehr wird die Haltung als "Fasthund" komplizierter!). Und damit der kleine Keiler aber schön den Vorgarten und Rasen in Ruhe lässt, hat man ihm eine Nasenklammer verpasst. Wenn ich sehe, wie meine kleine Mathilde bereits jetzt Garten und Waldboden umgräbt- das zu unterbinden ist, wie einem Hund das Bellen zu verbieten.
Stichwort Hunde: Die hatte "unser" Förster zu Anfang auch ohne Probleme bei seinen Wutzen dabei. Aber jetzt, als Überläufer, ärgern sie die Terrier auch gerne mal zu viel und die sind dann nur genervt. Auch das ist meiner Meinung nach also immer nur eine Lösung bis zu einem gewissen Alter.

Also: Eine kleine Wutz großzuziehen ist eine tolle Sache! Das würde ich auch immer wieder machen. Aber ein artgerechter Platz auf Lebenszeit, wo die Sau Sau sein kann und das eben auch mit Artgenossen, ist für mich unabdingbar damit verbunden!
 
Nienna88

Nienna88

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Huhu,

ich finde es auch klasse wenn man dem Tier zwar hilft aber ihm dann ein Artgerechtes Leben ermöglicht =)
Wir hatten hier vor kurzen erst den Fall... wir wohnen direkt an dem größten Naturschutzgebiet des Bundeslands. Hier sind natürlich auch etliche Wildschweine usw. Erst letztes Jahr kam es dazu das ein Keiler Leute angegriffen hat und darunter auch einige Verletzte waren. Es wurde aber immer nur Leute mit Hunden angegriffen von anderen hielt er sich wohl fern... Naja jedenfalls kam raus, dass dieser Keiler eine Handaufzucht war und bei Menschen lebte er ist ausgebüxt das Ende vom Lied war leider das er als zu gefährlich eingestuft wurde und Jäger auf ihn angesetzt wurden keine 2 Wochen später wurde er erlegt.

Ich finds klasse hesa das sie zum Förster kann und ein richtiges Schweineleben haben wird :mrgreen:

LG
 
H

hesa1985

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Da kam ja noch recht schnell eine Antwort! :) Also ich weiß auch, wie schwer es ist, einen Platz zu finden! Bin fast daran verzweifelt. Aber wenn man sich richtig ins Zeig legt...
Und das Bild hat mich dafür entschädigt. Sie war beim ersten Beschnüffeln total entspannt - und besuchen kann ich sie dort jederzeit...;)
 

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Urizen

Urizen

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Ja, so kann es funktionieren.
Man muss aber auch bedenken, dass ein nicht geringer Teil der Wildtierfinder eben vorher nichts mit der Materie zu tun hatte, kein Jäger ist und auch keine Möglichkeit hat eine Handaufzucht später in einem Gatter unterzubringen.
Im Gegenteil: In den seltensten Fällen läuft es so ab, wie bei dir, hesa.
Und da wir hier von Sauen und nicht von Eichhörnchen reden und ein ausgewachsener Keiler 100kilo und mehr wiegen und anschließend durchaus Probleme machen kann, steh ich der Sache persönlich immer sehr skeptisch gegenüber.
Es kann ja auch einfach so viel schief gehen.
Wie alt ist dein Frischling jetzt?
Knappe 12 Wochen?
 
H

hesa1985

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12 Wochen wäre schön, dann wäre sie schon fast "reif für´s Gatter" :)
Sie ist jetzt sieben Wochen alt, wurde von der Tierärztin auf den 28.12. geschätzt.
Leider frisst sie derzeit nur die Ferkelmilch mit Schmelzflocken. Mal eine Weintraube, aber gekochte Kartoffeln oder Dosenmais, alles Tipps von erfahrenen "Handaufzüchtern" werden nicht angerührt.
Ich muss wohl mal über den guten alten Motivator Hunger gehen. Sie wird nämlich auch echt zu fett...:)
 
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