Wespen

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ThomasH

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Hallo zusammen!

Hab da mal eine Frage die mich seit etwa zwei Wochen beschäftigt. Hoffe es findet sich hier jemand der sich ein wenig mit Wespen auskennt und mir eine Antwort weiß.
Bei uns im Rollokasten haben Wespen ein Nest gebaut. Nun haben uns die Tierchen nicht weiter gestört. Seit ich
weiß wie nützlich sie sind, sehe ich sie in einem ganz anderen Licht. Alles wäre also ok gewesen, wären da nicht unsere Nachbarn. Die haben sich an den Wespen so sehr gestört, das sie unseren Vermieter informiert haben. Der hat daraufhin jemanden geschickt und so wurden "unsere" Wespen vergiftet.
Nun waren zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht alle Wespen im Nest und die verbliebenen sind den ganzen Tag aufgeregt vor unserem Fenster geflogen und wollten ins Nest. Der Zugang war aber durch einen ebenfalls giftigen Schaum blockiert. Der Schaum löste sich aber nach ein paar Stunden auf. Das war vor etwa drei Wochen. Nun zu meiner Frage:
Die überlebenden Wespen sind immer noch da und scheinbar geht deren Leben wie vorher weiter. Doch eigentlich müsste doch auch deren Königin tot sein. Was machen sie also in ihrem Nest? Im Grunde haben die Arbeiterinnen doch gar keine Aufgabe mehr.
Hoffe auf Antwort.

Gruß
Thomas
 
21.09.2012
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Urizen

Urizen

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Die übrigen Wespen werden bald sterben. In der Tat haben sie durch Zerstörung des Nestes keine Aufgabe und keine Struktur mehr.
Sie werden vermutlich so lange umherfliegen, bis sie irgendwann sterben.

Was mich aber viel mehr irritiert:
Die wurden vergiftet?!
Wespen stehen unter strengem Schutz, da darf niemand (auch dein Vermieter nicht) ran.
Ich weiß ja nicht, wie es bei euch in Bayern ist, aber bei uns in Niedersachsen gibt es s.g. Wespenberater.
Da ruft man beim Kreis an und die schicken dann einen Wespenberater vorbei, der sich die Sache mal anschaut.
Im schlimmsten Fall (also wenn eine akute Gefährdung besteht, weil das Nest direkt über dem Schaukelstuhl von Oma Erna hängt) werden die Wespen dann fachmännisch umgesiedelt, aber niemals getötet.
Das ist ein massiver Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz und kann zur Anzeige gebracht werden.
Würde ich übrigens auch machen, wenn ich in deiner Situation wäre.
 
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ThomasH

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Ich dachte eigentlich auch dass Wespen unter Naturschutz stehen. Der Schädlingsbekämpfer hat auf meine Frage hin gemeint dass dies zwar richtig sei, aber in Fällen wie diesen muss man sich nur eine Genehmigung holen und dann geht das schon. Nur bei Bienen gibt´s keine Ausnahmen, meinte er.

Die übriggebliebenen Wespen machen aber nicht den Eindruck als ob sie planlos wären. Es ist der gleiche Ablauf wie vor dem Gifteinsatz. Ich habe sogar den Eindruck dass sie wieder mehr werden. Aber dass Gift wurde direkt in den Rollokasten gesprüht und anschließend, wie schon erwähnt, wurde der Zugang mit giftigem Schaum verschloßen. Gut der ist nun wieder weg, weil er sich ja aufgelöst hat, aber das in dem Nest was überlebt hat, kann ich mir nicht vorstellen.
 
Urizen

Urizen

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Einen Schädlingsbekämpfer beauftragt man mit sowas aber eigentlich auch nicht, sondern einen Fachmann für Wespen, jemand der auch weiß, wie man die Teile umsiedelt und nicht nur platt macht.
Kann sein, dass es bei euch in Bayern wieder anders ist, aber auf die Aussage mit der Genehmigung würde ich micht nicht einfach so verlassen.
Möglich, dass der Mann dich einfach "ruhig stellen" wollte.
Bestand denn akute Gefahr?
War das angrenzende Zimmer ein Kinderzimmer mit einem Säugling drin oder Ähnliches?

Ich kenn mich mit der Sozialstruktur von Wespen nicht wirklich aus, muss ich zugeben, kann mir aber nicht vorstellen, dass sie jetzt einfach so weitermachen- das war ja ein massiver Eingriff in ihr Leben. Außerdem haben sie da ja nix mehr von.
Vielleicht mal beim Landkreis anrufen und unverbindlich nachfragen, wie das mit dem Schutz aussieht und ob es nicht einen Spezialisten gibt, der dir da Auskunft geben kann?
Würde mich zugegebenermaßen auch interessieren.
 
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ThomasH

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Also ob das nun ein Schädlingsbekämpfer war oder was anderes weiß ich nicht. Ich nenn ihn halt mal so.
Aus meiner Sicht bestand keine Gefahr. Der Rollokasten gehört zu unserem Küchenfenster. Daneben liegt unser Wohnzimmer und auf der anderen Seite dass Wohnzimmer unserer Nachbarin. Keine Kleinkinder!
Der Nachbar unter uns hat sich daran gestört, weil bei ihm vermehrt Wespen in der Wohnung waren und sein Hund danach schnappt. Als er dann entdeckt hat dass sich das Nest bei uns befindet, hat er den Vermieter benachrichtigt. Wir haben jedes Jahr ein Nest im Rollokasten, haben uns aber noch nie daran gestört. Bisher waren es kleine Nester. Ich entferne sie immer im Winter. Diesesmal war es aber ein großes Nest, was ich aus der Anzahl der Wespen schließe.
Wir wohnen in einer sogenannnten Genossenschaft in einer Großstadt. Vielleicht ist es da was anderes und man darf sie vernichten.
 
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Wenn ein besonderer Grund vorliegt, dürfen Wespennester fachmännisch vernichtet oder umgesiedelt werden. Wespen stehen natürlich unter allgemeinem Schutz, aber wenn man einen halbwegs nachvollziehbaren Grund hat, das Nest loszuwerden, dann darf es bekämpft werden. Im Gegensatz übrigens zu Hornissennestern, denn die stehen im Gegensatz zur Wespe unter strengem Artenschutz und dürfen nur auf Antrag umgesiedelt oder vergiftet werden, wenn sie eine ernstzunehmende Gefahr darstellen könnten.

Und warum sollte man keinen Schädlingsbekämpfer holen? Hier bei uns sind die auch auf Wespen spezialisiert und siedeln die Nester auch um, wenn es möglich ist. Nicht jeder versucht es gleich mit Gift. Ich kann mir vorstellen, dass das Nest nicht so einfach umzusiedeln war, da es ja im Rollokasten gebaut wurde. Alles in allem klingt es für mich nicht, als wäre irgendetwas Unerlaubtes passiert. Schade ist es natürlich trotzdem, dass der Nachbar sich gestört fühlte, schließlich sind Wespen ja sehr nützliche Tiere und die Wespenzeit ist ja nur sehr kurz, sodass man das Problem sicherlich auch anders hätte lösen können.
 
Urizen

Urizen

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Ein ehemaliger Mitarbeiter von mir ist Wespenberater und hier (Ecke Hannover) war es so, dass da niemand- auch kein Schädlingsbekämpfer- irgendetwas legal an einem Nest machen durfte, ohne dass er da vorher die Sache abgecheckt hat.
Eine Umsiedlung durfte ausschließlich er vornehmen und das auch nur in Ausnahmefällen-ansonsten hatten Betroffene damit zu leben.
Ich kann mich nicht erinnern, dass er während unserer Bekanntschaft jemals ein Nest zerstört hat.
In den Landkreisen mit Wespenberater durfte daher niemand an so einem Nest rumpfuschen, wenn er keine Anzeige riskieren wollte.
So hab ich es für Niedersachsen gelernt.
Möglicherweise ist das in anderen Bundesländern anders- deshalb sollte man am besten die zuständige Untere Naturschutzbehörde kontaktieren.
Wir wissen nicht, ob es in Bayern nicht eventuell wieder ganz anders ist.
 
Knopfstern

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Huhu,

ich hab grade mal google gefragt und das hier gefunden
http://www.lfu.bayern.de/umweltwissen/doc/uw_78_wespen_hornissen.pdf

Da steht:
4 Wenn Wespennester im unmittelbaren Lebensbereich stören Sollte es doch einmal unumgänglich erscheinen ein Nest zu entfernen, z. B. weil das Nest in der Nähe
von Kinderspielplätzen oder -gärten hängt oder Allergiker gefährdet sind, beachten Sie dabei bitte:
• Bei akuter Gefährdung von Menschen im Bereich öffentlicher Flächen und Bauten kann die
Feuerwehr zu Hilfe gerufen werden.
• Im privaten Bereich hilft die Feuerwehr nur in besonders akuten Fällen, wenn z. B. Allergiker mit
Allergikerpass oder Kleinkinder offensichtlich bedroht sind und eine gewerbliche Schädlingsbekämpfungsfirma nicht rasch genug handeln kann. Der Einsatz der Feuerwehr ist mit Kosten verbunden.
Der Gang zum Schädlingsbekämpfer sollte immer der letzte Ausweg bleiben. Wenn die Abtötung eines
Wespenvolkes unumgänglich ist, wenden Sie sich, auch zu Ihrem eigenen Schutz, an einen Schädlingsbekämpfer, der ökologisch arbeitet. Diese haben sich z. B. im Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e. V. zusammengeschlossen ► www.vfoes.de.
Bei den Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte können Sie sich die Kontaktdaten sogenannter Wespenberater geben lassen. Die Wespenberater schauen sich gerne die Situation vor Ort an. Sie können die Wespenart bestimmen, sie wissen, wie man sich und die Wespen schützen kann und sie siedeln – wenn nötig – ein Wespennest auch um.
 
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Wahrscheinlich ist das regional wirklich unterschiedlich. Wobei ich auch für Hannover gefunden habe, dass Nester von Insektenbekämpfern im Notfall entfernt oder bekämpft werden dürfen. Notfälle sind z.B. wenn das Nest sich nah am Hauseingang befindet oder jemand Allergiker ist; ob es ein Notfall ist, liegt somit wohl im Auge des Betrachters. Es "sollte" zwar vorher fachlicher Rat eingeholt werden, aber "sollte" heißt ja nicht, dass es Pflicht ist. Zuständig für die Entfernung im privaten Bereich sind die Insektenbekämpfer. (http://www.hannover.de/data/download/lhh/umw_bau/wespen.pdf)

Aus Osnabrück (auch Niedersachsen, daher wahrscheinlich ähnlich) weiß ich, dass dort Wespenberater tätig sind, um Menschen zu informieren und im Notfall dafür zu sorgen, dass die Nester umgesiedelt werden. Sie sollen helfen, dass nicht so viele Wespen bekämpft werden und somit für den Schutz der Tiere sorgen. Aber es ist keine Pflicht, dort anzurufen:eusa_think:. In Hamburg und Schleswig-Holstein ist es, soweit ich mich auf die Schnelle informieren konnte, auch so geregelt.

Edit: Danke :) Dann ist es in Bayern also auch so, dass eine Wespenberatung freiwillig ist und man sich gleich an die Schädlingsbekämpfer wenden kann.
Wobei ich diese Wespenberatung eine gute Sache finde.

Habe gerade gefunden, dass praktisch jeder Interessierte Wespenberater werden kann (innerhalb von ein-zwei Tagen:eusa_eh:), das klingt sehr interessant:eusa_think:
 
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