Pferd lässt niemanden aufsteigen

Diskutiere Pferd lässt niemanden aufsteigen im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Hallo zusammen! ;) Ich bin 16, reiten mittlerweile seit knapp 10 Jahren und habe jetzt seit ca. 3 wochen ein Pflegepferd, einen ca 8 jährigen...
Kiwi :)

Kiwi :)

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Hallo zusammen! ;)

Ich bin 16, reiten mittlerweile seit knapp 10 Jahren und habe jetzt seit ca. 3 wochen ein Pflegepferd, einen ca 8 jährigen Wallach, mit dem ich auch wirklich gut zu recht komme. Allerdings gibt es da ein großes Problem.. Er lässt eigentlich niemanden aufsteigen. Ich bin ihn damals schon im Schulbetrieb geritten, bis er durch eine Borreliose Rückenschmerzen bekam und nach und nach jeden Reitschüler abgeschmissen hat, wobei ich jedoch verschont blieb. Dann wurde er an andere Besitzer in unserem Stall verkauft und ich wurde zufälligerweise genau von diesen angerufen und wurde gefragt, ob ich ihn als Pflegepferd haben möchte und mich mal auf ihn setzen
will, also hab ich's einfach mal versucht.. Hat auch eigentlich gut geklappt, er ist sobald ich meinen Fuß in den Steigbügel tun wollte immer ein paar Schritte zurück gegangen und ist anfangs nur kurz galoppiert, hat sich dann aber schnell wieder beruhigt und ist klasse gelaufen. Ich war eigentlich die erste die er nach 2 Monaten auf sich gelassen hat. Das dritte mal als ich mich dann draufgesetzt habe, hat er nichts mehr gemacht, war echt brav, hat aber angefangen zu lahmen.. Also mussten wir erstmal auf den Hufschmied warten, weil er ihm auf beide Vorderhufen Eisen draufmachen sollte. Solange hab ich mich eben so mit ihm beschäftigt, geputzt, mit ihm um die Halle oder um den See gelaufen. Als er dann die Eisen drauf hatte, bin ich ihn zwei Tage später geritten, hat auch gut geklappt. Aber als ich mich heute, einen Tag danach, wieder draufsetzen wollte, ist er zwar wie immer anfangs zurück gelaufen, aber als ich dann mein rechtes Bein rüberschwingen wollte ist er losgerannt und ich bin ihm quasi den Buckel runtergerutscht, also war noch nicht einmal richtig gesessen. Ich bin danach zwar aufgestanden, hab ihn kurz longiert und mich wieder draufgesetzt, aber ich hab trotzdem Angst davor, dass wir beide das nicht in den Griff bekommen und ich, wie schon andere vor mir, irgendwann wegen ihm im Krankenhaus lande. Es sollte auch schonmal jemand zum Beritt kommen, hat ihn aber dann, als sie einmal geflogen ist, abgelehnt und wollte ihn nicht mehr reiten. Ich denke mal, dass er einfach noch die Angst vor den Schmerzen hat, der Tierarzt hat jedoch auch schon Entwarnung gegeben und gesagt, dass es ihm wieder vollständig gut geht. Nachdem er dann erstmal sobald ich draufsitze losgaloppiert, ist er 5 Minuten später komplett ruhig und ich kann auch wieder super absteigen. Er ist zwar sehr ängstlich, aber ich bezweifle, dass es allein daher kommt.. Bitte helft mir schnell, ich mache mir wirklich große Sorgen! :(

Liebe Grüße, eure Kiwi
 
29.09.2012
#1
A

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Guest

Hast du schon mal einen Blick in Pferde verstehen geworfen? Mit Achtung und Respekt Vertrauen zu deinem Pferd herzustellen, kann dir vielleicht helfen.
eifelbiene

eifelbiene

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Hallo Kiwi,

ist denn auch überprüft worden, ob der Sattel richtig passt?

Steigst du mit einer Aufsteighilfe auf oder direkt vom Boden?

Besteht die Möglichkeit, dass dir jemand hilft, der ihn festhalten kann, wenn du aufsteigen möchtest? Vorausgesetzt es ist wirklich nur die Erinnerung an mögliche Schmerzen, dann könntest du ihm mit viel Lob zeigen, dass ihm nichts passiert. Mit der Zeit wird er dann bestimmt auch wieder alleine zu händeln sein.

Die Borreliose ist vollständig ausgeheilt? Wie lange ist es her?
 
M

Machtnix

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Wenn das Pferd wirklich mittlerweile schmerzfrei ist (bitte mehr als nur einen TA konsuliteren), das Material passen ist etc. liegt es an der Schmerzerinnerung des Pferdes.
Pferde vergessen niemals!
Es ist sehr schwierig ein Pferd dahingehend zu korrigieren und ein Negativempfinden in Positivempfinden umzuwandeln.
Es ist daher meist einfacher, die frühere Schmerzsituation nicht mehr auftreten zu lassen und so dem Pferd ein neues, angenehmes Gefühl zu erlernen. Dazu gehört absolut die Benutzung der Aufstiegshilfe.

Wenn ihr im Stall keine habt, reicht eine Colakiste in der Ecke - die stört da nicht und kann während des Reitens stehen bleiben.

Ich würde versuchen das Pferd vorher aufzuwärmen, also erst ablongieren, damit der Rücken warm und weicher ist. Verspannungen sind für das Pferd dann nicht so schmerzhaft.
Danach das Pferd zur Kiste führen (zuvor in der Bodenarbeit schon an die Kiste und ihren Zweck mit vielen Positiverlebnissen gewöhnen).
Im Gegensatz zu vielen anderen Trainern, habe ich kein Problem damit Leckerchen zur pos. Verstärkung einzusetzen.
Dann mit Kiste aufsteigen -anfangs mit Helfer, später reicht dann die Begrenzung der Bande, da die Kiste ja in der Ecke steht.
Sobald man im Sattel sitzt wird dem Pferd ein eindeutiges Signal gegeben (z.B. Klopfen mit der Faust am Hals mit Stimmsignal) und seitlich kurz vor dem Reiterknie ein Leckerchen gereicht. Danach darf sich der Helfer entfernen, man steht noch etwas bis sich das Pferd entspannt, streichelt das Pferd an Hals und Kruppe und reitet dann vorsichtig los. Das Leckerchen wird mal links, mal rechts gereicht, damit das Pferd später nicht schon beim Aufsteigen den Hals unangenehm dreht.

Das Pferd kann so nach und nach lernen, dass Aufsteigen von der Colakiste nicht schmerzhaft ist und Angenehmes bedeutet (Leckerchen und Entspannung).

Beherrscht das Pferd dieses Aufsteigen sicher ohne Helfer, kann man die Colakiste und die Ecke durch andere Dinge ersetzen. Erstmal wird die Kiste in eine andere Ecke gestellt, dann mal in die Reitbahn... Danach wird die Colakiste durch eine andere Erhöhung ersetzt (Stuhl, Hocker in verschiedenen Farben... der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt).
Man erhält so ein Pferd, das irgendwann nach sehr viel Übung artig aufsteigen lässt und gelassen bleibt. Allerdins ist man beispielsweise im Gelände immer auf einen großen Stein etc. angewiesen.

Ob das Pferd dann jemals wieder vom Boden aus bestiegen werden kann, wird sich zeigen. Wenn ja, nach sehr langer Zeit - bloß nicht zwischendurch mal versuchen, das wirft einen um Monate im Training zurück.
Das Training ist schon schwer genug, dann das Aufsteigen vom Boden und von der Aufstiegshilfe aus sind sehr ähnlich und das Pferd wird anfangs nicht selektieren.

Ich hatte sogar mal ein Jungpferd bei dem nur das erste Aufsteigen für Pferd und Reiter in einer Katastrophe endeten und schmerzhaft waren.
Zur Korrektur war sogar über 2 Monate ein Helfer notwendig, der dem Pferd den Hals niederdrückte - trotzdem brauchte ich noch 3-5 Versuche um in den Sattel zu kommen, ohne dass das Pferd gleich im wahrsten Sinne des Wortes mit allen Vieren in die Luft ging.
Nach 2 Monaten konnte ich mit Leckerchen Aufsteigen, wenn Jemand passiv danebenstand. nach 4 Monaten fiel die Aufstiegshilfe weg. Nach 6 Monaten konnte dieses Pferd dann fast überall ohne Hilfsmittel von Jedermann auch ohne Leckerchen bestiegen werden. nach 2 Jahren glaubte die Geschichte Niemand mehr, der das nicht damals selber miterlebt hat, das Pferd ist überall in jedem Troubel total locker, freundlich und cool.
Ein anderes Pferd mit massiven Problemen (schon hinschmeißen auf die Stallgassen, wenn nur angegurtet wurde) benötigte 1 Jahr zur vollständigen Korrektur.
Ein weiteres, älteres Pferd mit langfristigen Problemen (Hinschmeißen beim Satteln, Gurten und Aufsteigen) ist zwar heute sicher, benötigt aber selbst nach 3 Jahren noch die Aufstiegshilfe.
Das nächste ältere Pferd mit massiven Problemen (Beißen, Treten, Rückwärtslaufen, grundsätzlich nicht am Körper arbeiten lassen, große Rittigkeitsprobleme und extreme Verspannung sobald ein Reiter aufsteigt) war seltsamerweise -was das Aufsteigen betrifft- nach nur 3 Monaten korrigiert - es braucht nur noch sein Leckerchen aber selbst Fremdreiter (außer Männer) können vom Boden aus aufsteigen.

Die Arbeit lohnt sich, je länger man sich Zeit nimmt und je mehr man auf das Pferd uns seine Probleme eingeht - je besser.
 
Kiwi :)

Kiwi :)

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Mit dem Sattel müsste eigentlich alles okay sein.. Er rutscht zwar ab und zu mal nach vorne, aber das ist jetzt eher nicht das Problem. Ich steige normalerweise ohne Aufstieghilfe vom Boden aus auf, weil er wie gesagt etwas ängstlich ist und Angst vor der Aufstieghilfe hat. Natürlich hält immer mindestens einer gegen. Also das ok von den Ärzten etc. haben wir, also ist es vollständig abgeheilt. Es müsste ca ein halbes Jahr her sein..
Er ist wie gesagt ziemlich schreckhaft, aber wir arbeiten daran! Ich kann mich zumindest mittlerweile schon mit einem Stuhl neben ihn stellen und vor dem reiten longiere ich ihn sowieso fast immer.
Danke für die Antworten!
 
***jacqueline***16

***jacqueline***16

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also das eine trainerin ihn ablehn find ich ja schon krass dafür sind die doch da oder um probleme zu lösen ! habt ihr nicht mal jemand anders gefragt ??
darf ich fragen wo das pferd steht also in welchem ort !

lg
 
Kiwi :)

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Naja nachdem sie geflogen ist, hat sie gesagt, dass sie nicht mehr kommt, weil sie sich irgendwie am Fuß verletzt hat.. Außerdem hat ihn ein Springprofi angelehnt, weil er angeblich ein zu großes Risiko für ihn wäre! Achja und er steht in Haßfurt ;)
 
Hufeisen97

Hufeisen97

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Heey.
Das mit dem abwerfen geht mir sehr nahe. Ich hatte zwar nicht so eine geschichte doch trotzdem kannn ich mir das gut vorstellen.
Ich finde es gut wenn du ihn vor dem reiten schön longierst bis er einigermaßen ruhig ist. (Bitte ausserhalb der reitstunden)= Mache übungen mit ihm. Das was er erlebt hat ist psychisch. du musst ihm helfen seine angst zu besiegen. Also fang am besten wieder von vorne an. wie beim einreiten. Stelle dich neben ihn (der sattel noch nicht nachgegurtet) und lasse den sattel auf seinem rüken hin und her rutschen bis er keine aufstände mehr macht also ganz ruhig da steht. Wenn es bei ersten mal nicht klappt dann mach es am nächsten tag nochmal. Das wichtigste ist du musst die übungen IMMER machen. Immer wenn du mit ihm zu tun hast. um so schneller wird er seine angst los. Es kann sein das er heute angst hat und morgen steht er ganz ruhig da. Dann lasse diese übung aber nicht verfallen sondern mache es immer und immer weiter. Den sattel aber bitte nur vorsichtig hin und her schieben und nicht nach hinten und dann wieder nach vorne sondern von links nach rechts. am besten sogar ohne sattelgurt einfach den sattel drauf legen. Wenn er dann losrennt rutscht der sattel einfach runter und kann ihm nicht auch noch weh tun.
Wenn er wegrennen sollte dann hol ihn sofort wieder und mache es erneut sonst bekommt er angst davor wie bei uns wenn wir runterfallen müssen wir auch wieder aufsteigen.
Wenn die übung gut klappt, mache den sattel fest und laufe mit ihm durch die halle. Alle par meter hälst du an und versuchst den fuß in den steigbügel zu bekommen aber nicht sofort aufsteigen. erst weiter gehen und alle 10 meter noch einmal den fuß rein. Er muss lernen das du aufsteigen musst ohne das ihn jemand festhält. habe ihn desshalb an der longe und wenn er versucht abzuhauen wenn du versuchst den fuß in den steigbügel zu machen dann lass ihn rennen aber lasse den kreis immer kleiner werden bis er bei dir stehn bleibt.
Wenn diese übung auch gut klappt dann nehm ihn wieder an die longe und steige ganz auf. Es kann auch jemand anders die longe übernehmen. Dann am besten jeden tag erst longieren, dann durch die halle laufen und den fuß in den steigbügel machen und dann aufsteigen. dann aber bitte ein langsarmes training mit ihm denn zu viel lernen ist nicht gut denn dann vergisst er wieder das du ihm mit dem aufsteigen nichts böses willst. lobe ihn immer zwischendurch mit leckerlies und putze ihn ausgiebig. Also mein tipp für dich: Fang wieder bei null an und lerne ihm wieder alles, damit er seine angst verliert und dir vertraut.
Viel Glück und liebe grüße
 
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