Schlimme Aggressionsprobleme bei Rüden - dringend!

Diskutiere Schlimme Aggressionsprobleme bei Rüden - dringend! im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo Miteinander, ich hoffe sehr, dass mir hier jemand Tipps geben kann oder von ähnlichen Erfahrungen berichten kann. Es geht um unseren 3 Jahre...
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liris

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Hallo Miteinander,
ich hoffe sehr, dass mir hier jemand Tipps geben kann oder von ähnlichen Erfahrungen berichten kann. Es geht um unseren 3 Jahre alten unkastrierten Rüden (Riesenschnauzer-Labrador). Wir (Familie aus 4 Personen, Ich (20), Bruder (18), Mama und Papa) haben ihn seit er 10 Wochen alt ist. Seine Hauptbezugsperson ist ganz klar meine Mama, die den ganzen Tag mit ihm verbringt, mit ihm am meisten geht und auch mit ihm in der Hundeschule war. Ich gehe auch mit ihm Gassi, jogge und spiele mit ihm wenn ich Zeit habe und mein Vater und Bruder beschäftigen sich kaum mit dem Hund. Er ist definitiv ausgelastet, wird am Tag ca. 3 Stunden Gassi geführt, hat einen Riesengarten, wird immer bespielt...
So nun zu unseren wirklich ernsten Problemen. Letztes Jahr kam es zum ersten mal vor dass Jack mich ganz unvermittelt angeknurrt hat als ich ihn gestreichelt habe, ganz plötzlich und ohne ersichtlichen Grund. Ich hab mich furchtbar erschrocken aber ihn ausgeschimpft. Das kam dann noch ein paar mal vor in
unterschiedlichen Situation und kurz darauf auch meinem Bruder gegenüber. Meine Mutter hatte davor schon Stunden bei einem kompetenten Hundetrainer den wir dan zurate zogen. Er sah es ganz klar als Dominanzproblem und ließ uns viel Dominanztraining mit dem Hund machen und wir haben das alles gut in den Griff bekommen.
Vor ein paar Wochen dann hat er mich wieder seit Ewigkeiten angeknurrt, ich hab ihn mit tiefer Simme zurechtgewiesen und auf seinen Platz sitzen lassen und seitdem war nichts mehr. 2 Wochen später waren bei meinem Bruder Freunde zu Besuch, die der Hund kennt. Ein Mädchen hat ihn gestreichelt seit bestimmt 30 Minuten, er kam auf sie zu. Plötzlich knurrte er und schnappte nach ihrer Hand, ohne dass sie irgendetwas geändert hätte oder sich in der Umgebung was geändert hätte. Wieder wurde er natürlich geschimpft und wir haben ihn nach draußen geschickt.
So und nun das war mir wirklich Sorgen macht. Seit einigen Tagen reagiert er so extrem auf meinen Vater, dass ich es nur noch als bösartig bezeichnen kann. Beispiel, der Hund sitzt auf dem Boden in der Küche, wir stehen alle drum rum, mein Vater streichelt ihn und er fängt auf krasseste Art an zu knurren und zu drohen. Dann heute morgen, mein Vater kommt aus dem Schlafzimmer, der Hund sitzt ihm Gang und knurrt ihn haltlos an. Mein Vater hat ihn als das heute wieder vorkam nachmittags wie immer richtig ausgeschimpft und auch am Halsbahn gepackt, aber Jack hört einfach nicht auf zu knurren.
Natürlich haben wir dann auch den Hundetrainer kontaktiert, der sich das morgen alles anschauen will. Der vermutet, dass Jack mit meinem Vater nicht zurechtkommt, weil er so wenig mit ihm macht. Der Hund hat eigentlich wahnsinnig Respekt vor meinem Papa und hört aufs Wort wenn er was sagt, aber jetzt verhält er sich derart bösartig ihm gegenüber..
Immer wenn Jack sich so verhalten hat haben wir ihn natürlich bestraft, aber es ändert nichts. Wir haben auch konstant Trainingsstunden und auch allein mit ihm trainiert. Wir sind alle einfach nur ratlos..
Es gibt einfach kein Muster, kein Indiz warum er auf den oder den Mensch bösartig reagiert. Es kommt plötzlich ohne dass sich irgendwas ändert. Ich muss sagen, ich halte ihn langsam wirklich für unberechenbar und habe teilweise Angst wenn meine Freunde ihn streicheln, dass er schnappt. Wir sind konsequent mit ihm aber langsam einfach nur noch ratlos. Könnte er Schmerzen haben? Was ich mir aber einfach nicht vorstellen kann, weil meine Mama ihn beispielsweise ewig lang überall anfasst und streichelt und er noch nie irgendeine Art von Aggression ihr gegenüber gezeigt hat. Ich weiß nicht mehr weiter.. Morgen kommt der Hundetrainer und ich hoffe er weiß was wir tun können um die Situation zu verbessern. Vielleicht wäre eine Kastration gut für ihn?
Mir ist vollkommen klar, dass ein Hund nicht einfach so bösartig wird und mit Sicherheit der Fehler auch bei uns liegt, aber wir wissen nicht was wir falsch machen.
Hat jemand irgendwie schon mal ähnliches erlebt? Ode eine Vermutung was dahinterstecken könnte außer Dominanz- und Gehorsamkeitsprobleme?
 
01.10.2012
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zitroneneistee

zitroneneistee

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hallo =)

wurde er diesbezüglich schonmal vom Tierarzt utnersucht?
wenn er Schmerzen hat die immer wieder plötzlich kommen ist es auch verstädnlich dass er plötzlich ohne sichtlichen Grund aggressiv wird :eusa_think:

so wars zb bei userer Kessi. sie wurde urplötzlich zuerst aggressiv gegenüber dem Zweithund Gina, hörte dann nicht mehr richtig auf Kommandos und wurde letzten Endes uns gegenüber aggressiv.
das lag daran, dass sie einen Gehirntumor hatte, der ihr wohl üble Schmerzen bereitete :(
da haben wir auch streicheln können ohne dass es ihr weh getan hätte. war ja innerlich unter den Knochen....
 
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liris

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Hallo!
Habe heute mit unserer Tierärztin geredet und ihr alles erklärt, auch nach einem Komplettcheck gefragt. Sie (ohnehin etwas vorsichtigere TA) macht sich ein bisschen Sorgen ob sie da eine komplette Untersuchung schafft wenn er ohnehin schon so aggressiv ist. Was ich zwar ziemlich blöd finde, weil wir ihm sowieso immer Maulkorb ranmachen müssen beim TA, da er so Angst hat. Und ich meine wie sollen wir denn sonst wissen was los ist mit ihm?
Sie hat dann sofort eine Kastration vorgeschlagen, weil das Rüden generell ruhiger und friedlicher macht und würde dann im Zuge dessen Blut abnehmen umd ihn wohl im sedierten Zustand untersuchen. Sie will sich in ein paar Tagen nochmal melden und einen Termin vereinbaren.
Ich habe ehrlich gesagt auch schon an einen Tumor im Gerhin gedacht. Weil die Aggression mir gegenüber so plötzlich kommen und sich sein Verhalten ganz ohne Vorwarnung ändert. Die komplette Haltung wird anders: er senkt den Kopf, zieht den Schwanz ein und wirkt als ginge es ihm nicht gut. Er baut sich nicht vor mir auf, aber knurrt mich an und zeigt mir dass er jetzt seine Ruhe will.
Dagegen spricht, dass er sich von meiner Mama immer und überall ewig lang anfassen lässt und noch nie, wirklich noch nie, auch nur das kleinste Knurren oder eine Art von Abwehr vorgekommen ist. Jemand hat mir gesagt, dass kann sein weil er sie als Rudelführerin betrachtet und es dann trotzdem über sich ergehen lässt. Aber wenn er doch richtige Schmerzen hat?

Der Hundetrainer war gestern auch nochmal da und hat sich alles erklären lassen. Er denkt, dass mein Vater für den Hund einfach unangenehm ist, da er ihn eigentlich immer nur schimpft. Mein Papa hat gerade in letzter Zeit gar nichts mit dem Hund gemacht und ihn zB auch wenn er nach Hause kommt nicht begrüßt oder mal gelobt. Somit soll der Hund einfach keine Ahnung haben wie er es ihm recht machen kann und mit ihm nur Negatives verbinden.
Ich hoffe so sehr, dass bei dem Check was rauskommt. Wir sind alle schon total fertig mit den Nerven und wissen überhaupt nicht mehr weiter.
 
Amicara

Amicara

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Huhu,

mein erster Gedanke war auch, macht einen Komplettcheck bei dem Hund. denn wenn er wirklich von jetzt auf gleich so reagiert, wäre das meine erste Anlaufstelle, bevor ich alles andere in erwägung ziehen würde.

Und ich persönlich würde ein Knurren niemals verbieten, denn ein Hund kommuniziert nunmal so. Knurren "aberziehen" kann wirklich böse enden.
 
hadschihalef

hadschihalef

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Bis das Problem geklärt ist, würde ich jedenfalls den verschiedenen Besuchern raten, den Hund nicht zu streicheln.
Sollte man einen Tumor vermuten, wird ein Abtasten unter Narkose möglicherweise keinen Aufschluss bringen....vielleicht aber ein CT?
 
*Mischling*

*Mischling*

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Hallo erstmal :),

ich hab dein Thema mal ins passende Unterforum verschoben ;).

Zu deinem Problem:
Es muss nicht gleich ein Hirntumor sein, es können auch anderweitige Schmerzen sein. Habt ihr ihn an einer bestimmten Stelle gestreichelt, als er begonnen hat zu knurren?
Ein Check beim TA samt Blutkontrolle ist sicher eine gute Idee, allerdings würde ich von einem TA Abstand nehmen, der gleich etwas ängstlich wirkt, weil das den Hund zusätzlich verunsichert und es auch TAs gibt, die sich dann meiner Erfahrung nach nicht trauen, bestimmte Stellen zu untersuchen, was nachteilig sein kann.
Außerdem finde ich die sofortige Kastration mehr als fragwürdig. Solange er keine Hodenschmerzen hat und deshalb knurrt wird euch das kein Stück weiter bringen. Der Hund hat entweder Schmerzen oder ein Problem mit euch, eine Kastration behebt das nicht und macht ihn auch nicht ruhiger. Meist ist es auch so, dass sich gerade bei älteren Hunden, bei denen sich ein gewisses Verhalten bereits gefestigt hat, rein gar nichts daran ändert, auch wenn es das bei einem jungen Hund evtl. noch täte.

Andererseits könnte es tatsächlich auch eine Art Dominanzproblem sein. Er hat jetzt genug vom Streicheln und will nicht mehr. Das könnte auch das Verhalten deinem Vater gegenüber erklären, wobei ich das ein bisschen getrennt betrachten würde. Dein Vater macht nichts mit ihm, schimpft nur - er ist also "unterste Schublade" für den Hund ;).
Wie "schimpft" ihr denn mit dem Hund?
Und wie ist denn seine Körpersprache, wenn er knurrt (bei deinem Vater zum Beispiel im Flur oder bei dir, wenn du ihn streichelst)?
Ich finde es aber gut, dass ihr bereits einen Hundetrainer eingeschaltet habt, das ist schonmal ein erster Schritt in die richtige Richtung :).
 
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liris

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Hallo Miteinander,

@Mischling:
Meine Mama hat heute mit unserem Trainer telefoniert und der hat genau dasselbe wie du gesagt bzgl. einer Kastration. Wenn sich die Tierärztin meldet werden wir also einen Termin für einen Rundumcheck machen. Sie ist eine ganz kompetente Frau, aber eben vorsichtig. Nur gibts bei uns wirklich wenig gute Tierärzte. Von jedem raten dir mindestens 5 Leute ab und mit ihr haben wir immer nur gute Erfahrungen gemacht.
Du hast bestimmt auch recht damit, dass das Problem mit meinem Vater separat betrachtet werden muss. Wenn wir mit ihm schimpfen sagen wir in einer tiefen Tonlage "Nein, lass das. So geht das nicht" o.ä.
Seine Körperhaltung wirkt meist richtig in sich zusammengekauert. Kopf runter und schaut einen von unten an (mittlerweile reicht wirklich ein Blick von dem Hund und ich weiß dass er gleich knurrt), Rübe eingezogen.

@Amicara:
Aber wenn ich ihm durchgehen lassen dass er mich angknurrt, kriegt er dann nicht seinen Willen und wird in seinem Verhalten bestätigt?


Leider kommen 2 neue Vorfälle dazu.
Gestern Abend bin ich nach Hause gekommen, der Hund lag bei mir im Zimmer, ich kam rein und er ist sofort aufgestanden und hat geknurrt. Ich habe beruhigend auf ihn eingeredet, mich hingekniet aber auf Abstand. Er hat dann kurz zeitgleich mit dem Schwanz gewedelt und geknurrt (???), kam her aber hat so geguckt als würde er gleich schnappen. Muss sagen, ich hab dann echt Angst bekommen, bin aufgestanden und ihm mehr oder weniger aus dem Weg gegangen. Erst als er sich im Flur hingelegt hat, hat er aufgehört zu knurren.
Ich finde das so seltsam und ich verstehe nicht was ich falsch mache.

Gerade eben bin ich Mittags nach Hause gekommen. Mama war in der Küche, Hund neben ihr, Opa am Tisch. Ich kam rein, rufe den Hund, sag "Hallo mein Hübscher!". Er kommt zwar her, sieht mich aber schon wieder so von unten an, ich kann das gar nicht erklären richtig. Hab dann nichts mehr gemacht, nur an ihm vorbei. Trotzdem ein kurzes Knurren. Habs dann wirklich ignoriert, weil ich nicht weiß wie ich mich verhalten soll.

Die Situation ist wirklich furchtbar. Mir tut der Hund unfassbar leid, weil ich weiß dass er nicht einfach so "böse" geworden ist, sondern es sicher einen Grund gibt. Trotzdem gibt es dir einen Stich, wenn der Hund um den du dich seit Jahren kümmerst dich anknurrt und schnappt. Ich weiß natürlich, dass er das nicht aus böser Absicht macht, aber es entmutigt mich ganz schön.

Unser Trainer sagt das alles hat nur Sinn wenn auch mein Papa richtig viel mit ihm macht und übt, ihn viel lobt. Die Frage ist nur ob das klappt.. Mein Papa arbeitet sehr viel, leitet ein großes Unternehmen und ich verstehe dass er seine gesamte Freizeit (die eh knapp ist) nicht dem Hund "opfern" will.
Meine Mama ist ziemlich entmutigt und spricht die ganze Zeit davon dass wir den Hund abgeben müssen. Klar will keiner einfach so aufgeben, aber wir sind total ratlos. Der einzige Hoffungsschimmer ist der medizinische Check. Und naja, wer würde auch einen Hund nehmen, der knurrt und teils unberechenbar ist :(
Zu allem übel gehe ich in 2 Wochen für mehrere Monate ins AUsland, d.h. meine Mama hängt ganz allein mit dem Hund da. Ich bin echt so verzweifelt langsam.
 
Flumina

Flumina

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Hach ich versteh dich zu gut. Aber auch ich rate dir erst mal macht einen Medizinischen check. für mich klingt das ja eher nach schmerzen als nach Dominanz.

Viel Glück
 
ice.age

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Wenn sie ihn unter Narkose untersucht, kann sie gar nicht feststellen wann er schmerzen hat,oder?
 
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liris

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Nein, natürlich nicht. Aber das ist jetzt momentan eh kein Thema mehr, weil wir von der Kastration jetzt erst mal Abstand nehmen.
 
ice.age

ice.age

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Aber sie macht dann schon auch alles?
Finde es komisch das ein Ta "Angst" hat :silence:

Ich drücke auf jeden Fall die Daumen das alles klappt.
 
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liris

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Ich hoffe es doch! Wenn nicht werden wir uns an jemand anders wenden müssen. Ja ich kenne sie schon lange, auch von Pferden her und sie ist ziemlich zurückhaltend für einen TA. Und in so einem Fall ist das sicher nicht die richtige Herangehensweise.
Dankeschön! Ich hoffe so sehr, dass es uns weiterbringt.
 
suno

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Hallo liebe Iiris,
ein Gesundheitscheck ist immer erstmal gut.
Ich habe alle deine Beiträge durchgelesen und ich persönlich denke ihr habt ein echtes typisches "Rudelproblem", daß unbedingt behoben werden muss - denn es wird sich nicht von alleine legen, sondern falls da nicht gravierend daran gearbeitet wird - wird es schlimmer.

Es wird schwer ohne professionelle Hilfe und vor allem muss die ganze Familie an einem Strang ziehen. Das Knurren und Schnappen / Beißen muss überhaupt nicht aus einer Grundagression herrühren - viele Hunde werde allzu schnell als "agressiv" abgestempelt .
Sie sind aber lediglich verunsichert und suchen nach ganz klaren Strukturen und starker Führung. Manche Hunde brauchen dies ein wenig mehr als andere.

Das Problem lösen werde ich an dieser Stelle sicher nicht. Aber vielleicht kann ich dich ein kleines bißchen beim Verstehen unterstützen. Wir alle (ich ganz sicher!) neigen dazu vor liebe und auch aus Unverständnis heraus unsere Hunde allzu wenig aus der Hundesicht zu betrachten. Bei manchen Hunden schadet das nicht - aber bei anderen geht es eben schief.

In so einem Hundekopf geht es ganz viel um (Frei-) RAUM und Stellung. Seine Stellung macht er über die Beanspruchung (bzw. Zuweisung) seines Raumes klar, über seine Macht was Futter und Beute (das kann Spielzeug sein, die Schuhe der Familie etc...) betrifft.
Wenn man nun diese drei Hauptmerkmale im Alltag nicht verdeutlicht- dem Hund klar signalisiert WER hier Raum und , Futter und Beute BEHERRSCHT - kommt es zu einem totalen durcheinander im Kopf mancher Hunde. So nach dem Motto, ich nehme mir alles was ich kriegen kann und bestimme was ja und was nein heißt, mein Rudel ist schwach, ich übernehme die Führung. da hilft dann auch kein "Schimpfen" mehr. Das hält der Hund dann allenfalls für ungezogenes Benehmen eines seiner Gleichgestellten bzw. Untergebenen.

Ich weiß, wir alle sprechen (verbal) mit unseren Hunden und ein paar Worte scheinen sie auch zu verstehen. Doch tatsächlich kommunizieren wir viel besser und klarer mit Körpersprache.

ZB die Situation in der Küche...euer Hund hat hier ganz klar falsch verstanden : die Küche (das ist ua der Ort wo das Futter herkommt) gehört ihm (und deiner Mutter).
Deinem Vater oder wer auch immer dazu kommt setzt er ganz klar eine Grenze : DU KOMMST HIER NICHT REIN!! Das ist ab sofort MEIN Freiraum alles MEINS!!!!... In dieser Situation muss der Hund SOFORT (du hast ca 2 sec zeit zu reagieren) signalisiert bekommen : NEIN das ist nicht dein Raum
Nun das wie, dazu gibt es 1 Mio Möglichkeiten.
Ich persönlich würde von vornherein unsichtbare Raumgrenzen schaffen, extrem auf die Körpersprache des Hundes (und meine EIGENE) achten und bereits bei den leisesten Anzeichen wie Kopfsenken oder angedeutetes Lefzen - ziehen einschreiten. Ich mache das mit einem Zischlaut und einem angedeutetn "Biß".Danach nehme ich dem Hund Raum - er muss weichen (ich schicke ihn nicht auf seinen Platz) und in angemessenem Abstand Abliegen und entspannen. Sobald er entspannt abliegt - lobe ich ihn.

Ebenfalls RAUM und Stellung ist das wer zuerst aus der Tür geht, wer beim spazieren gehen (an der Leine ) vorne läuft - es sollte immer der Chef des Rudels sein.... wer das Spielzeug beim Spielen beherrscht, wer bestimmt wann man an den Futternapf darf...etc

Aber das sind eben nur ein paar Beispiele, aus einer Unmenge von Situationen....

Liebe Grüße
suno
 
Amicara

Amicara

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@Amicara:
Aber wenn ich ihm durchgehen lassen dass er mich angknurrt, kriegt er dann nicht seinen Willen und wird in seinem Verhalten bestätigt?
Naja, ich sehe es als sinnvoller an, den Grund herauszufinden warum er knurrt und dieses zu beheben, als das Knurren an sich. Optimal wäre es natürlich, dass mein Hund weiß, dass es keinen Grund gibt, mich wegen irgendwas anzuknurren. Aber Knurren gehört nunmal zur Hundesprache und ein Hund der mir auf diese Weise sagt :" Bis hierhin und nicht weiter" ist mir 1000x lieber, als einer der gleich zuschnappt.


Woran es bei euch liegt, kann ich natürlich nicht sagen und das gilt es halt herauszufinden. Da würde ich dann halt als erstes zum TA gehen um ein gesundheitliches Problem auszuschließen und dann, so wie ihr es ja schon gemacht habt, einen kompetenten Trainer aufsuchen.
 
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liris

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Mal ein kleines Update zur Situation.
Meine Mama wurde zum ersten mal auch angeknurrt, nämlich als sie ihn ins Auto hab und an der Hüfte berührte. Sie hat das dann weiter beobachtet und mir ist auch schon häufig aufgefallen, dass wenn er ganz lange liegt total steif geht. TA angerufen, die meinte man kann ihm auf Verdacht Schmerzmittel geben (was ich persönlich ja.. naja finde). Da die aber erst heute wieder für Termine verfügbar ist haben wir dem erstmal zugestimmt. Sie meinte halt wir sollen gucken obs besser ist mit der Aggressivität und auch vom Gehen her, ob Knurren immer noch oft nach langem Liegen vorkommt etc. Jedenfalls wars dann zwei Tage echt gut, außer dass er meinen Bruder krass angeknurrt hat sobald dieser in seine Nähe kam als wir gemeinsam vom Weggehen heimkamen. Naja und gestern dann.. Hatte mich den ganzen Tag mitm Hund beschäftigt, waren erst vor ner halben Stunde rein vom Spielen. Ich, Mama, Papa lagen auf der Couch, Hund saß vor mir auf dem Boden. Hat sich die ganze Zeit zu mir hergedrückt, wollte gestreichelt werden. Hab ihn dann am Kopf gekrault schon ein paar Minütchen, plötzlich knurrt er ganz laut auf (Ich habs erst gar nicht als Knurren identifizieren können, war wie eine Mischung aus Gähnen und Aufjaulen) und guckt mich argwöhnisch an. Ich hab mich so erschrocken, weil ich ja auch total auf Seiner Höhe war in dem Moment, dass ich gar nichts gemacht habe. Meine Mama hat ihn dann woanders hingeschickt und dann hat er wieder geguckt al verstünde er die Situation nicht.
Ich verstehe das einfach nicht. Für mich besteht kein Zusammenhang, überhaupt kein Grund für dieses Verhalten. Hab dann gestern nochmal gegoogelt, die Symptome und mich durch verschiedenste Fälle gelesen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass es was am Gehirn ist. Unsere TA hat meines Wissens aber gar nicht die Ausstattung ein CT oder MRT durchzuführen, also müssen wir denke ich eine Klinik aufsuchen. Meine Eltern wollen das momentan noch umgehen, teils auch aus finanziellen Gründen. Ich poche schon sehr drauf, aber ich bin nur noch etwa 10 Tage im Land und wenns bis dahin nicht gemacht wird.. Ich hab echt Ansgt, dass sie ihn dann weggeben ohne dass jemals der Ursache auf den Grund gegangen wurde :(
 
Engelchen09

Engelchen09

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Ein Gesundheitscheck ist mit Sicherheit nie falsch, ich denke aber, dass eure Probleme woanders herkommen.

Ich habe mit meinem Hund was sehr ähnliches durch. Bei uns war es so, dass er freudig zu meinem Partner gelaufen ist, sich dort ausgiebig hat streicheln lassen und plötzlich fing er an zu Knurren. Das hatten wir 2 oder 3 Mal in unterschiedlichen Situationen.

Gesundheitlich war bei uns alles in Ordnung und so habe ich mir auch Hilfe geholt, denn ich konnte mir nicht erklären, was los ist. Collin hatte einen Super Grundgehorsam, genug Auslauf und geistige Beschäftigung, es war alles prima.

Wir mussten damals ganz stark umdenken.

Es kam zunächst raus, dass wir zu passiv waren. Collin kam zu uns, wenn er gestreichelt werden wollte und er ging wieder, wenn es ihm reichte. Wenn er spielen wollte, kam er zu uns mit dem Ball, wenn er keine Lust mehr hatte, hat er eben aufgehört. Wenn er raus wollte, hat er an die Tür gestupst, wenn er rein wollte, ebenso. Wenn er ein Leckerchen wollte, hatte er "den Blick".

Das waren schlußendlich ganz viele Kleinigkeiten, die mir zwar bewusst waren, von denen ich aber nie diese Tragweite vermutet hätte.

Letztendlich war es einfach so, dass ich die funktionierende Kommunikation toll fand, mein Hund jedoch hat so mehr und mehr die Führung übernommen und kam damit aber überhaupt nicht zurecht, was logisch ist, weil wir uns nur teilweise seiner Führung unterzogen haben.

Weiterhin kam raus, dass Collin eine sehr hohe Individualdistanz hat. Sich von Fremden anfassen zu lassen, behagte ihm überhaupt nicht.

Ich musste dann sehr aktiv werden. Musste alles nochmal neu überdenken, neue, kleine Grenzen und Rituale einführen, die meine Führung unterstrichen haben. Ich meine damit nicht, dass man mehr strafen und schimpfen und strenger sein muss, nein, man kann bei so Sachen anfangen, dass der Hund sich erst hinsetzen muss, bevor er ins oder aus dem Auto springt. Dass er auf seinem Platz warten soll, bis ich meine Jacke angezogen habe. Alles solche Kleinigkeiten.

Weiterhin musste ich ihn zu mir holen, dann wurde gestreichelt und dann habe ich ihn wieder weggeschickt. Ich habe das Spielen angefangen und beendet.

Was allerdings bei uns wichtig war ist, dass mein Freund das auch mitmacht. Und wenn er keine Zeit hatte, sollte er mit dem Hund zumindest neutral umgehen, auf Streicheln und Ansprechen etc. verzichten.

Ich an eurer Stelle würde das auch so machen. Schaut, wo ihr den Hund sinnvoll führen könnt. Ich an eurer Stelle würde z.B. die Anzahl der Zimmer begrenzen, in denen er liegen darf. Und wenn, darf er nur auf "eEinladung" eintreten. Die Küche wäre tabu. Wenn ihr Futter für ihn macht, darf er nicht daneben sitzen und euch anstarren, er soll auf seinem Platz liegenbleiben. Dann würde ich den Napf festhalten, während er frisst.
Streichelt ihn nicht übermäßig viel, schon gar nicht, wenn er irgendwo liegt oder wenn er es einfordert. Begrüßt ihn nicht stürmisch.

Das Füttern ist z.B. auch eine Sache, die gut für Deinen Bruder und Deinen Vater sind, denn es nimmt nicht viel Zeit in Anspruch und ist trotzdem eine sehr wichtige Angelegenheit.

Besuch soll den Hund ignorieren, er wird auch nicht gestreichelt. Das bedeutet aber auch, dass der Hund den Besuch auch zufrieden lassen muss und auf seinem Platz bleiben soll.

Das ist, strenggenommen, die absolute Konsequenz und Führung. Macht euch dessen bewusst, dass ihr den Hund führen müsst. Das hat nichts, aber auch gar nichts mit Strenge zu tun.

Da ich die Situation aber nicht selbst gesehen habe, könnt ihr meine Vorschläge ja mal eurem Trainer vorschlagen. Der kann dann ja am Besten beurteilen, ob das auf euren Hund anwendbar ist.

Wir haben diese Probleme so gut in den Griff bekommen, jedoch ist Collin vom Charakter her ein Hund, der jegliche Inkonsequenz sofort für sich ausnutzt, deshalb muss ich immer sehr engagiert dran bleiben.

Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Glück.
 
DyingDream

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Die Gedanken von suno und Engelchen09 sind mir auch durch den Kopf gegangen.
Ebenso würde ich zu den tollen Tipps von den beiden noch auf Handfütterung umsteigen. Heißt, dass der Hund seine Mahlzeit erst mal nur noch über den Tag verteilt aus der Hand für 'Arbeit' bekommt. (Lasst ihm Kommandos ausführen, die ihr mit Futter belohnt, sucht gemeinsam nach dem Futter, übt neue Tricks, etc. - und wenn dann doch mal die Zeit fehlt und abends noch was über ist, landet das eben im Napf und der Napf wird festgehalten.
Spielzeug würde ich nicht mehr rumliegen lassen.

Ich bin aber auch gespannt, was bei dem gesundheitlichen Check raus kommt. Würde dafür aber wohl selbst lieber gleich ein Stück weiter fahren und in eine Tierklinik. Hier sind die Möglichkeiten, das 'Problem' zu finden (wenn es ein gesundheitliches sein sollte) einfach wesentlich größer als beim netten Tierarzt neben an. :]
~§~
 
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Hallo Miteinander,
heute hat alles ein Ende genommen mit unserem geliebten Hund :( Die Ursache für seine Verhaltensänderungen, seine Aggressivität und unberechenbares Verhalten war ein Gehirntumor. Gestern hat er die Freundin meines Bruders richtig gebissen und da wurde uns allen klar, dass es nicht mehr geht. Und somit haben wir unseren kleinen heute einschläfern lassen. Man hätte ihm mit Schmerzmitteln noch ein paar Monate geben können, aber sein Verhalten wäre wohl immer schlimmer und unberechenbarer geworden. Gegen den Tumor hätte er keine Chance gehabt und er hatte anscheinend permanent Schmerzen an der Wirbelsäule die letzten Wochen.
Es war wirklich schrecklich. Ich habe noch mit ihm gespielt und er war putzmunter und glücklich, ein 3 jähriger toller Rüde. Aber diese Aussetzer waren nicht mehr tragbar, er war stellenweise einfach gar nicht mehr bei sich. Im Nachhinein wird mir vieles klar. Ich glaube, dass er mich oft gar nicht erkannt hat wenn ich abends heim kam und er hat geknurrt weil er Schmerzen hatte. Wir haben ihn auch nicht mehr geschimpft o.ä. seit wir die Gesundheit als Problem vermuteten, worüber ich froh bin.
Ich weiß es ist besser so, für uns und für ihn. Es wäre nicht fair ihn diesen Schmerzen auszusetzen und für uns wurde es einfach zu gefährlich.
Wir alle haben diesen Hund über alle Maßen geliebt und sind momentan einfach nur fassungslos und todtraurig. Habe eben seine ganzen Sachen weggeräumt und bin nur am weinen. Es ist einfach so schrecklich ein geliebtes Tier gehen lassen zu müssen.. Vor allem war er doch noch so jung.
Ich danke euch alle für eure Ratschläge und eure Versuche zu helfen und hoffe, dass es uns bald ein wenig besser geht.
 
Flumina

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Das tut mir unheimlich leid und ich will euch mal mein herzlichstes Beileid aussprechen.

Gehirntumore sind einfach gemein und fies.

was ich mich aber frage.... (musst du nicht gleich beantworten und kannst es auch per PN machen)

[VERSTECK]Wurde bei eurem Hund ein CT gemacht? wrde der Gehirntumor "gesichtet" bzw wicher diagnostiziert?[/VERSTECK]
 
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liris

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Ja CT wurde gemacht!
Danke für das Mitgefühl!
 
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