Degus - Ausgewogene Ernährung

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Lunai

Lunai

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Da die richtige, ausgewogene Ernährung bei Degus nicht immer ganz so einfach ist, wie bei anderen Tierarten, möchte ich dazu mal ein Thema als kurze Zusammenfassung erstellen, um es besonders für Neulinge einfacher zu gestalten, sich einzulesen.

:arrow: Was braucht ein Degu für eine ausgewogene Ernährung?

Heu
Heu sollte immer genügend angeboten werden, da es das Grundnahrungsmittel der kleinen Nager ist.

Futtermischung
Wo ihr diese Futtermischung her bekommt, ist an sich egal.
Es gibt ein paar gute Online-Shops, die ausgewogene Mischungen anbieten, man kann sich das Futter allerdings auch selber mischen und so nur die einzelnen Bestandteile kaufen, um sie dann nach belieben (und dem Alter der Degus angepasst) zu vermischen. Wichtig ist, dass sowohl die Fertigmischung, als auch die eigene, so aufgebaut ist:
- 42 % Gräser
- 15 % Kräuter
- 10 % Sämereien
- 23 % Wurzeln, Blättern und Blüten von Sträuchern
- 2 % Baumrinde
- 8 % Frischfutter

Frischfutter
Frischfutter kann angeboten werden. Damit sind frische Kräuter, Gemüse, Blätter (Geeignet sind beispielsweise Obstbaum-, Hasel-, Birken-, und Weidenäste) usw gemeint, nicht aber Obst, da sie viel Zucker enthalten. Degus, die noch nicht an Frischfutter gewöhnt sind, sollten in kleinen Schritten rangeführt werden. Es kommt durchaus auch vor, dass manche Degus nie großes Interesse an Frischfutter bekommen.

Allegemein gilt:
Degus neigen zu Diabetes und sollten deswegen keine süßen Nahrungsmittel angeboten bekommen. Dazu zählt getrocknetes und frisches Obst, sowie gekaufte Zuckerstangen aus der Zoohandlung, Johannisbrot usw.

:arrow: Was kann ich meinen Degus als Leckerlie anbieten?

Um die Kleinen ordentlich zu verwöhnen, kann man ihnen gelegentlich Nüsse (Erdnüsse, Wallnüsse, Haselnüsse usw) mit Schale und Kerne (Sonneblumenkerne, Kürbiskerne usw.) anbieten. Auch Erbsen- und Karottenflocken sind gerne gesehen und werden besonders von meinen Degus in Windeseile weggeputzt.
 
08.11.2012
#1
A

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Guest

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P

phyllotis

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Dieser Thread ist zwar schon älter, aber ich erlaube mir ein paar Anmerkungen:

Die Ernährung der Degus ist seit einiger Zeit im Wandel. Ein grosses Thema, welches in den vergangenen Monate für viel Diskussionsstoff sorgte, ist die Frage inwiefern die Ernährung an den häufigen Zahnerkrankungen beteiligt ist. Die gängige Theorie ging davon aus, dass mangelnder Zahnabrieb durch zu energiehaltige Nahrung zu Zahnprobleme führen. Seit einiger Zeit gibt es vermehrt auch andere Theorien, eine davon geht von Problemen im Mineralstoffhaushalt aus, der wesentlich begünstigt werden könnte durch einen Vitamin D Mangel und zu niedrige Mineralstoffwerte in der Nahrung, insbesondere von Calcium und Phosphor. Wohin diese Diskussion führen wird, ist zum jetztigen Zeitpunkt noch unklar, da es viele offene Punkte gibt, auch dürfte wahrscheinlich die Komplexität des Themas schwierig machen, die Ursachen ausfindig zu machen, denn in vielen Fällen sind es vermutlich mehrere Faktoren, die zusammenspielen, wodurch der Eindruck entsteht, dass es Schicksal sei, bzw. die Gene, welche die Probleme bei den einen Tieren verursache und dazu führe, dass andere keine Probleme hätten, welche unter den gleichen Bedingungen gehalten und ernährt werden. Doch bei anderen Tierarten, insbesondere Kaninchen oder Chinchillas und Meerschweinchen gibt es zahlreiche Berichte von Tieren, die mittels Ernährungsumstellung Hilfe bekamen und deren Zähne sich wieder deutlich besserten, was darauf hindeutet, dass man bei Degus ähnliches erwarten könnte.

Zu den einzelnen Punkten:

Heu: das wurde früher als Hauptnahrung angepriesen. Heute ist es eher so, dass es als Ersatznahrung angesehen wird, gerade bei Haltung in Menschenobhut und in Innenhaltung, da es einfach erhältlich und multifunktional und preiswert ist. Als Nistmaterial und Einstreu ist es sowieso häufig vorhanden und ist auch daher eine gute Ergänzung. Die Hauptnahrung des Degus sollte es dennoch nicht ausmachen, denn auch Wilddegus fressen lieber Frisches: Gräser, Kräuter (Unkräuter, Wildpflanzen, KEIN Gemüse) und eben auch Äste, Blätter, Knospen und belaubte Zweige. Sollten die Degus scheinbar kein Frisches mögen, sollte man ihnen das Grünzeug nicht aus dem Käfig nehmen, oftmals ist es so, dass sie an das Zeug rangehen, wenn es angewelkt ist oder wenn es den richtigen Trocknungsgrad erreicht hat. Der kann aber je nach Laune, Saison und Degu stark variieren, so dass das Anbieten von Frischfutter die einfachste Lösung dafür ist. Bei reichlichem Angebot an Heu, Trockenkräuter und Samen ist es zudem auch nicht zwingend nötig jeden Tag Frischfutter anzubieten, wenn denn noch übrig bleibt, weil man ihnen entsprechend grosse Mengen anbietet oder sie nicht so an das Frischfutter rangehen und es trocknen lassen wollen.
Gerade Gräser, Kräuter und Co haben gegenüber Gemüse auch den Vorteil, dass sie im Käfig kaum schimmeln, wenn sie länger liegen bleiben.

Früchte werden wohl auch auf dem Speiseplan der Wilddegus stehen, der Zuckergehalt dürfte da aber nur eine untergeordnete Rolle spielen. Wie auch viele unserer Wildfrüchte, dürften auch die chilenischen Wildfrüchte, welche Degus naschen können, einen eher moderaten Zuckergehalt haben und sind sicherlich saisonal nur beschränkt verfügbar. Was sie fressen könnten, darüber können wir nur spekulieren, es könnte sich um Beeren von Berberitzen, Llagunoa glandulosa, eingeschleppte Brombeeren (Rubus ulmerifolius), Anisomeria chilensis und einige weitere Arten handeln... hierzu fehlen uns aber letztlich genauere Daten. Insofern könnten also schon Wildfrüchte saisonal und in kleineren Mengen zur Verfügung gestellt werden, z.B. Weissdornbeeren, Walderdbeeren usw. sie sind sicher nicht schädlicher, als wenn man ihnen Getreide und mehlsaatenlastige Sämereien füttert, welche letztlich im Darm auch zu Glukose aufgespalten werden, während Fettsäuren in den Ölsaaten anders verstoffwechselt werden.

Diabetes: Es stimmt zwar, dass es lange hiess, dass Degus anfällig für Diabetes seien, da sie schnell Linsentrübungen entwickeln können, wenn sie zu reich an Zucker und Kohlenhydraten ernährt werden und wenn verdauliche Faserfraktionen (verdauliche Rohfaser) in zu geringen Mengen im Futter enthalten sind. Der Krankheitsverlauf bei den meisten Degus mit Linsentrübungen ist jedoch verschieden von jenem bei Diabetes so dass man davon ausgehen kann, dass es sich zwar wie auch bei Diabetes um eine Stoffwechselentgleisung handeln dürfte, die ähnlich wie Diabetes durch die Ernährung ausgelöst wird, letztlich aber zu anderen Folgen führt. Insbesondere wird häufig erwähnt, dass Degus mit Linsentrübungen zu Fettleibigkeit neigen - der Fettstoffwechsel ist im Übrigen auch vom Stoffwechsel beeinflusst, ob Fett verbrennt oder sehr effizient eingelagert wird und die Tiere trotz Bewegung fett werden, während andere Tiere, die gleich gehalten werden, dünn bleiben, hat also auch damit zu tun und muss nicht zwingend an einer falschen Ernährung liegen, wobei eine solche Probleme verschärfen kann oder sie helfen kann, die Probleme besser in den Griff zu bekommen. Daher, auch wenn es ungeschickt ist von Diabetes zu sprechen, viele der Tipps um die vermeintliche Diabetes zu vermeiden, sind deshalb trotzdem nicht verkehrt.

Gemüse: Frisch oder getrocknet, es ist nicht unbedingt die Hauptnahrung der Degus. Im Winter bietet es sich an, dass Gemüse den Speiseplan ergänzen kann, da Frischfutter da sonst teilweise recht schwierig in der Beschaffung ist. Einige Deguhalter füttern sogar frischen Apfel, wobei da gehen die Ansichten auseinander, weil viele der Ansicht sind, dass grundsätzlich keine Früchte verfüttert werden sollen, sei es der Einfachheit wegen oder aus Prinzip. Der Apfel hat bei anderen Tierarten, insbesondere bei den Chinchillas einen guten Ruf, denn er wird geschätzt, unter anderem wegen den darin enthaltenen Pektinen und weil er gut verträglich ist bei Chinchillas, die einen durch Pellets geschädigten sprich empfindlichen Darm haben und leicht mit Verdauungsproblemen auf Änderungen in der Ernährung reagieren. Im frischen Zustand ist auch der Zuckergehalt relativ niedrig, wenn man mit Trockenfrüchten vergleicht und der hohe Wassergehalt wirkt sicher auch ausgleichend und positiv auf die Nierentätigkeit, welche überflüssige Stoffe nun einfacher ausscheiden können.

Was das Trocknen angeht, betrifft es nicht nur die Früchte, dass diese oft stark an Zuckergehalt zunehmen, auch Gemüse enthalten in getrocknetem Zustand meist deutlich mehr Stärke und je nach dem auch Zucker, insbesondere Wurzelgemüse (Karotten, Schwarzwurzel, Löwenzahn-Wurzeln und Co.), Knollengemüse (Topinambur, Kartoffel usw.), aber auch so Gemüse wie Rote Bete. Nicht nur bei Trockenfrüchte sollte man lieber die Finger davon lassen, auch bei vielem Gemüse ist es sinnvoller, das lieber wegzulassen oder zumindest eher wie ein Leckerbissen zu verfüttern. Ausnahme: Blattgemüse kann je nach dem eine sinnvolle Option zur Trocknung sein oder gerade im Winter wird man sich auch froh sein, damit den Speiseplan zu bereichern. Manche Gemüse wie milde Salate enthalten aber nicht viel wertvolle Inhaltsstoffe, bittere und geschmacksintensive Salate (Rucola, Endivien/Chicorée usw.) oder auch verschiedene Kohl- und Kreuzblütensorten (dazu zählen auch die beliebten Asia-Salate) können dagegen durchaus eine interessante Option darstellen.

Leckerbissen:
Die besten Leckerbissen sind meiner Erfahrung nach Blüten, was gemocht wird, ist jedoch stark von den Degus abhängig. Bei meinen beliebt waren Ringelblumenblüten, Rosenblüten, Astern, Glockenblumen und Gänseblümchen, je nach dem auch Nachtkerzenblüten. Gewisse Blüten wurden aber auch verschmäht. Auch beliebt waren Früchte, insbesondere unreife und reife Früchte von Hornsauerklee und aufrechter Sauerklee, sowie Hopfenkleesamen. Beides wuchs als Unkraut auf unserem Grundstück recht häufig und landete daher bald mal auch bei den Degus.
Mit Erbsenflocken und Ackerbohnenflocken wäre ich eher vorsichtig und würde es vorziehen frische Leguminosen wie Luzerne, Wicken und Co. zu füttern, gelegentlich auch mit den Samenständen. Leider sind diese Flocken auch Bestandteile einiger Futtermischungen, die für Degus verkauft werden.
Auch bei den Karotten würde ich persönlich frische vorziehen, gerade beim Kochen fallen schnell Rüstabfälle sprich Karottenschale an, die von den Degus gerne angenomen werden und die man auch selbst trocknen kann.

LG Phyll
 
Thema:

Degus - Ausgewogene Ernährung

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